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Roastbeef mit Pommes Anna und Sauce Béarnaise

Könnt Ihr noch oder seid Ihr durch die vielen tollen Rezeptideen für die Vorspeisen und Zwischengänge unserer Weihnachtsmenü-Themenwoche schon satt? Heute geht's nämlich eigentlich erst so richtig los, wir servieren Euch die Hauptspeisen!
Ich hab es in diesem Gang mal so richtig krachen lassen und uns ein Roastbeef gegönnt. Da wir sonst eigentlich nur sehr selten Filet, Steak, usw. essen, ist das für uns schon etwas ganz Besonderes - nicht nur preislich, denn ein Roastbeef ist natürlich nicht günstig, sondern eine durchaus ansehnliche Investition. Aber einmal im Jahr haben wir uns das gegönnt, dafür gibt's dann Anfang nächsten Jahres erstmal wieder deutlich weniger Fleisch. 
Falls Ihr heute erst einschaltet, hier noch einmal der Überblick über mein komplettes Weihnachtsmenü 2016:

Montag ~ Aperitif
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Dienstag ~ Vorspeise
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Mittwoch ~ Zwischengang
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Donnerstag ~ Hauptspeise
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Freitag ~ Nachspeise

Roastbeef mit Pommes Anna und Sauce Béarnaise
Das Roastbeef habe ich nach einer Methode von Alfons Schubeck gegart, d.h., erstmal rundherum scharf angebraten und dann mit eingestochenem Kerntem-peraturthermometer* bei 120°C auf einem Rost auf mittlerer Schiene im Backofen auf die gewünschte Temperatur gegart. Bei mir waren das 53°, denn wir mögen es am liebsten recht "blutig". Im Normalfall liegt die anvisierte Temperatur für ein Roastbeef aber zwischen 55 und 60°, dann ist es durchgehend rosa. 
Ganz wichtig ist bei dieser Methode, dass Ihr einen Kochlöffel in die Backofentür klemmt, so dass sie einen kleinen Spalt offensteht, dann steht einem perfekten Ergebnis nichts mehr im Wege und Ihr werdet ein durchgängig rosa gebratenes Stück Fleisch erhalten - garantiert ohne den grauen Rand, den niemand haben möchte.

Roastbeef in der PfanneDie Reste des Roastbeefs haben wir an den Folgetagen gegessen, so dass wir daraus sogar 3 volle Mahlzeiten bekommen haben. Am zweiten Tag habe ich dazu geröstete Kartoffeln mit Taleggio gemacht und am 3. Tag gab es die letzten Scheibchen auf einem frischen Krustenbrot mit Remoulade und ein paar Gewürzgurken aus dem Vorratsregal.
Unser vorgezogenes Weihnachtsmenü waren im wahrsten Sinne Roastbeef-Festspiele, von denen wir noch lange zehren werden. Das nächste Stück Fleisch dieser Qualität kommt sicher erst in ungefähr einem Jahr auf unsere Teller. Bis dahin muss ich erstmal wieder sparen ;o)

Fertiges Roastbeef vor dem Anschnitt
Weil ich dem Fleisch bewusst einen ganz großen Auftritt bescheren wollte, habe ich als Begleitung zwei sehr einfache Beilagen und eine wunderbare Estragon-Béarnaise zubereitet. 
Die Pommes Anna sind im Prinzip ein Gratin ohne Sahne, die durch das verwendete Gänseschmalz ein sehr schönes Aroma bekommen und die karamellisierten Karotten-scheiben passten ebenfalls wunderbar dazu. 
Die Estragon-Bèarnaise habe ich diesmal im Thermomix zubereitet, wenn Ihr den aber nicht habt, bereitet sie einfach wie hier bereits vorgestellt zu und verwendet anstelle der Petersilie zwei Zweige Estragon. 

All I want for christmas... In 5 Gängen zum Weihnachtsmenü
So, und jetzt geht's wie immer zum Streifzug in die Nachbarschaft, vergesst auf keinen Fall bei meinen Mitköchen reinzuschauen, denn die servieren Euch heute ebenfalls großartige Hauptspeisen!
Roastbeef

Zutaten
1,5 kg Roastbeef
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Butterschmalz zum Anbraten, hausgemacht

Zubereitung
Das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Den Backofen auf 120°C Ober- und Unterhitze aufheizen. Ein Rost auf mittlerer Schiene einhängen und das Backblech darunterschieben.
Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und das trockengetupfte Fleisch darin von allen Seiten goldbraun anbraten. Herausnehmen und mit eingestochenem Kern-temperaturthermometer mittig auf das Rost setzen. Einen Kochlöffel zwischen die Backofentür klemmen, so dass sie einen kleinen Spalt offensteht und das Fleisch ca. 2 ½ Stunden, bzw. so lange garen, bis die gewünschte Kerntemperatur von 55-60°C erreicht ist. 
Den Backofen ausschalten und das Fleisch bis zum Anrichten noch 15 Minuten ruhen lassen, so dass sich die Fasern entspannen und die Fleischsäfte gleichmäßig im Fleisch verteilen können. In der Zwischenzeit die Beilagen zubereiten, bzw. erwärmen. 
Das Fleisch quer zur Faser in dünne Scheiben schneiden und mit Gemüsebeilagen und einem Klecks Sauce Bèarnaise servieren.

gehobelte Kartoffeln für Pommes Anna
Gemüsehobel: Börner V6-Hobel*, Emailleschüssel: Riess*
Pommes Anna

Zutaten
750 g große Kartoffeln
100 g Gänseschmalz
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
frischer Thymian

Zubereitung
Gänseschmalz in einem Topf erhitzen, beiseite stellen und wieder etwas abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Kartoffeln waschen, schälen und mit einem Hobel in feine Scheiben schneiden. In einer Schüssel mit kaltem Wasser einmal abspülen, dann auf einem Küchentuch verteilen und trockentupfen.  
Die Kartoffelscheiben in eine Schüssel geben, das Gänsefett dazugeben und so vermischen, dass alle Scheiben gleichmäßig bedeckt sind. Eine Backform (ca. 20 cm Ø) einfetten und die Kartoffelscheiben kreis- und schuppenförmig von außen nach innen hineinlegen, dabei darauf achten, dass jeder Ring andersherum geschichtet wird, also beispielsweise der äußere linksherum, der darauffolgende rechtsherum, usw. Die nächste Schicht sollte dann auch wieder gegenläufig geschichtet werden, das erhöht die Stabilität der Pommes Anna.
Jede Schicht salzen, pfeffern und mit etwas frischem Thymian bestreuen, dann eine weitere Schicht einstapeln, bis alle Scheiben aufgebraucht sind. 
Die Pommes Anna bei 180°C ca. 45 Minuten backen, dann in Stücke schneiden und servieren.


Sauce Béarnaise im Thermomix

Zutaten
1 Schalotte
125 ml Weißwein*
5 Pfefferkörner
2 Stiele frischer Estragon
4 Eigelbe
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Die Schalotte schälen, halbieren und mit dem Messer in sehr feine Würfel schneiden. Zusammen mit dem Wein, Essig, Pfefferkörnern und Estragon in den Mixtopf geben (den Messbecher nicht aufsetzen) und 10 Minuten bei 95°C auf Stufe 1 ein-reduzieren lassen. Die Reduktion durch ein Sieb in eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen. Den Mixtopf einmal auspülen und wieder ins Gerät einsetzen.
Butterschmalz in den Mixtopf geben und 4 Minuten bei 95°C auf Stufe 1 schmelzen, dann in einen Becher umfüllen. Den Rühraufsatz in den Mixtopf einsetzen, die Weißweinreduktion dazugeben und 2 Minuten bei 80°C auf Stufe 1 erhitzen, dann die Geschwindigkeit auf Stufe 3 erhöhen, 10 Sekunden einstellen und die Eigelbe nacheinander durch die Einfüllöffnung in das laufende Messer gleiten lassen.
Sobald die Eier mit der Reduktion vermengt sind, das Gerät auf 7 Minuten bei 80°C und Stufe 3 einstellen und die zerlassene Butter in einem dünnen Strahl durch die Einfüllöffnung laufen lassen, dann nochmals 1 Minute auf Stufe 5 aufschlagen und servieren.
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Gyros in der Egg Waffle

Nachdem ich die erste Egg Waffle in meiner noch recht neuen Egg-Waffle-Pfanne gemacht hatte, wollte ich unbedingt auch ganz schnell eine herzhafte Version austüfteln, denn dass ich eine Vorliebe für herzhafte Waffeln habe, wisst Ihr ja spätestens seit dem Buch Herzhafte Waffeln*.
Natürlich kann man die Waffeln einfach mit Kräuterquark oder Gemüse füllen, da ich aber für das Buch bereits Waffel-Burger, -Hotdogs, usw. entwickelt hab, stand eine Gyros-Pita-Version noch ganz oben auf meiner ToDo-Liste.
Gyros mag ich sehr, allerdings isses mit dem Auswärtsessen ausgesprochen schwierig, denn nur sehr selten ist gekennzeichnet, woher das Fleisch kommt. Also bleibt mal wieder nichts anderes, als das Gyros einfach selbst zu machen - schmeckt eh besser.

Gyros in der Egg Waffle
Teller: westwing.de
Ich verwende für mein Gyros Schweinefleisch, genauer gesagt Schweinenacken. Schwein ist natürlich nicht das für Gyros typische Fleisch, da wäre Lamm auf jeden Fall authentischer, aber da wir kein Lamm essen, weiche ich einfach auf Schwein aus. Der Nacken ist - wie Ihr auf dem Bild weiter unten sehr eindrucksvoll seht - wunderbar durchwachsen und sorgt dafür, dass das Gyros herrlich saftig bleibt. Ich kaufe das Fleisch wie immer bei meinem Schlachter, dort bekomme ich in jedem Fall das passende Stück Fleisch für die Gerichte, die ich zubereiten möchte.

Wie es sich für ein anständiges Gyros "Pita" gehört, besteht es aus dem Gyros selbst und dazu gibt's noch Krautsalat und Tzatziki. Ich habe mein Rezept für Radieschen-Tzatziki ein wenig abgewandelt und 1:1 Radieschen und Gurke verwendet. Ihr könnt es aber auch ausschließlich mit Gurken zubereiten oder vielleicht mal mein leckeres Rote-Bete-Tzatziki ausprobieren, je nachdem worauf Ihr mehr Lust habt.

Gyros in der Egg Waffle

Griechischer Krautsalat

Zutaten
1 EL Zucker
1 Weißkohl (ca. 1 kg)
2 TL Salz
2 Frühlingszwiebeln
6 EL Olivenöl*
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Den Essig mit dem Zucker in einen Topf geben und einmal aufkochen lassen. Beiseite stellen und Rühren, bis der Zucker komplett aufgelöst ist. Abkühlen lassen und in der Zwischenzeit den Kohl vorbereiten.
Die äußeren, nicht mehr so schönen Blätter des Weißkohls entfernen. Den Kohl vierteln und den Strunk herausschneiden. Den Kohl mit einem Gemüsehobel* in feine Streifen schneiden (Börner-Hobel Stufe 2) und in eine Schüssel geben. Salz darüber verteilen, vermischen und den Kohl ca. 1 Minute mit den Händen kräftig durchkneten, bis er merklich weicher wird. Eine halbe Stunde Saft ziehen lassen.
Die Frühlingszwiebeln putzen, in sehr feine Streifen schneiden und zum Kohl geben. Den confierten Knoblauch mit einer Gabel zerdrücken und zusammen mit dem Öl zum Essigsud geben, verrühren und unter den Kohl mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und vor dem Servieren etwas ziehen lassen.

Schweinenacken am Stück

Gyros

Zutaten 
600 g Schweinenacken am Stück
2 TL Oregano
1/2 TL Majoran
1 TL Thymian
1/2 TL Cumin*
1/4 TL Lemon Myrtle*
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/2 TL Zucker
3 EL Olivenöl*
Salz

Zubereitung
Fleisch quer zur Faser in möglichst feine Streifen schneiden und je nach Breite des Stücks evtl. noch einmal in der Länge halbieren.
Die Fleischstreifen in einer Schüssel mit den Gewürzen (bis auf das Salz) und Öl vermischen, dann abgedeckt über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen.
Am nächsten Tag rechtzeitig Zimmertemperatur annehmen lassen, salzen und je nach Größe der Pfanne in 2-3 Portionen anbraten. Mit den anderen Komponenten servieren.

Waffelteig im Egg-Waffle-Eisen

Waffeln

Zutaten
100 g Butter
300 g Milch
4 Eier
300 g Mehl, Type 550
1 1/2 TL Weinsteinbackpulver*
1/2 TL Salz
1/4 TL Lemon Myrtle*
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
1 EL glatte Petersilie, fein gehackt

Zubereitung
Die Butter in einem Topf schmelzen und beiseite stellen.
Milch und Eier in einer Schüssel miteinander vermischen, dann die leicht abgekühlte Butter dazugeben und verrühren. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und ebenfalls zu der Milch-Butter-Mischung geben. Zu einem glatten Teig verrühren. Gewürze und Kräuter dazugeben, glattrühren und eine Viertelstunde ruhen lassen.
Eine Eggwaffle-Pfanne erhitzen und eine Kelle des Teiges in die Mitte geben. Den Deckel aufsetzen, die Pfanne hin- und herschwenken, so dass der Teig auf beide Pfannenhälften verteilt ist, dann bei mittlerer Hitze von beiden Seiten einige Minuten ausbacken, bis die Waffeln goldbraun sind.
Mit einem Holzstäbchen aus der Pfanne lösen und auf einem Kuchenrost etwas abkühlen lassen, dann mit Gyros, Tzatziki und Krautsalat füllen und servieren.


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Beef Jerky aus dem Dörrautomaten

Das Erste, woran man bei einem Dörrautomaten denkt, ist sicher Trockenobst. Apfel- und Birnenringe, Bananenchips, das sind wahrscheinlich die Produkte, die am häufigsten mit dem Dörrautomaten zubereitet werden. 
Ich hab Euch gestern und vorgestern ja bereits gezeigt, wie man Gemüsebrüh-pulver selbst macht und Kräuter im Dörrautomaten trocknet, heute widmen wir uns einem Thema, das, zumindest hier in Deutschland, sicher nicht direkt auf der Hand liegt, wenn man sich einen Dörrautomaten anschafft. Wie machen Beef Jerky selbst!

Ihr kennt vielleicht das Beef Jerky, das es im Supermarkt in Tüten gibt. Keiner weiß, woher das Fleisch kommt, das dafür verwendet wird und der Geschmack ist... Ich hab das einmal vor vielen Jahren probiert und seitdem nie wieder - das sagt wahrscheinlich alles. Das Beef Jerky, hat ausschließlich nach Sojasauce, billigem Uralt-Pfeffer und Salz geschmeckt, vom ursprünglichen Rindfleischgeschmack ist nichts mehr übrig gewesen. Das war wahrscheinlich aber auch besser so.

Da ich gerne Fleisch esse und den Geschmack von gutem, aromatischem Rindfleisch sehr zu schätzen weiß, würze ich mein Beef Jerky nur vergleichsweise sparsam und setze auf den Geschmack des Fleisches selbst. Das setzt natürlich eine sehr gute Fleischqualität voraus. 

Vorgeschnittene Rouladen aus der Oberschale
Grundsätzlich bereite ich mein Beef Jerky aus der Oberschale zu und kaufe mir aus Bequemlichkeit einfach Rouladen. Das Fleisch kommt wie immer entweder von meinem Schlachter hier in Hamburg oder ich verwende Rouladen von Auerochsen aus Schleswig-Holstein.

Natürlich ist das Dörren von Fleisch nochmal eine andere Sache, als nur ein paar Apfelringe zu dörren, daher gibt es auch hier einige Punkte, die man im Sinne der eigenen Gesundheit unbedingt beachten sollte:
  • Verwendet ausschließlich qualitativ hochwertiges Rind- oder Wildfleisch vom Schlachter Eures Vertrauens, keine abgepackte und begaste Discounterware unbekannter Herkunft aus dem Super-Sonderangebot.
  • Entfernt möglichst komplett die sichtbare Fettschicht, da das Fett im Verhältnis zum Fleisch recht schnell ranzig wird und die Haltbarkeit des Jerkys dadurch deutlich herabsetzt.
  • Die Fleischscheiben sollten eine Dicke von maximal 0,5 cm haben, damit eine zügige und komplette Trocknung gewährleistet ist und die Gefahr der Bakterienbildung soweit wie möglich reduziert wird.
  • Trocknet das Jerky bei mindestens 65°C (ich wähle bei meinem Dörr-automaten die Maximaltemperatur von 68°C) und solange, bis es komplett durchgetrocknet ist. In der Regel braucht Beef Jerky 8-9 Stunden.
Jerky vor dem Trocknen
Wenn Ihr keine fertigen Rouladen, sondern lieber Rindfleisch am Stück kaufen möchtet, empfehle ich Euch ein Stück aus der Oberschale. Um möglichst dünne Scheiben daraus schneiden zu können, kann man es im Gefrierschrank anfrieren, bis es fester, aber noch nicht komplett durchgefroren ist. Mit einem Allesschneider oder einem großen scharfen Messer lassen sich dann dünne Scheiben daraus schneiden.
Ich schneide bei den Rouladen einfach den umgebenden Fettrand ab und schneide das Fleisch dann quer in ca. 2 cm breite Streifen.

Fertiges Beef Jerky
Das klassische hausgemachte Beef Jerky wird oft in einer Marinade aus Sojasauce, braunem Zucker oder Honig, reichlich Liquid Smoke, Zwiebel- und/oder Knoblauch-pulver, gemahlenem Pfeffer, Chilipulver und Paprika eingelegt, bevor es getrocknet wird. Kann man machen, aber ich finde, dann kann man auch gleich ein Stück Pappe marinieren und zum Trocknen auf die Heizung legen. Vom eigentlichen Rindfleisch-geschmack bleibt da nichts mehr übrig.
Wenn ich Beef Jerky zubereite, verwende ich eigentlich nur 3 Gewürze, einen sehr guten groben Pfeffer, ebenso gute Salzflocken und eine Prise Rohrohrzucker, bzw. ein Teelöffel Rapshonig. Da ich ja ein Gewürzmessie bin und sowohl Pfeffer-, als auch Salzsorten sammle, variiere ich da gerne. 

Meine bevorzugten Pfeffersorten sind: Tellicherry-Pfeffer*, Voatsiperifery-Pfeffer*, roter Kampotpfeffer* und Whiskypfeffer*
Beim Salz spiele ich eigentlich nur insofern mit den Sorten, als dass ich ab und zu mein Lieblings-Rauchsalz* verwende und ansonsten die Fleischstreifen mit Murray River Salt* bestreue.

Ich werd zukünftig sicher auch noch ein paar andere Varianten ausprobieren und das ein oder andere Kraut zum Würzen verwenden, solang ich aber so gutes Fleisch bekomme, werde ich das sicher nicht in Sojasauce ertränken, bevor ich es trockne.

Um das Beef Jerky haltbar zu machen, vakuumiere ich es portionsweise und friere es, sofern es länger als 1-2 Monate halten soll, ein. Schmeckt deutlich besser als die von der Bundesregierung empfohlenen Hamster! ;o)

vakuumiertes Beef Jerky
Zutaten
4 Rouladen aus der Oberschale
frisch gemahlener Pfeffer
1 TL Rapshonig
Salz

Zubereitung
Die Rouladen vom Fett befreien, in ca. 2 cm breite Streifen schneiden und in eine Schüssel geben. Mit grob gemahlenem Pfeffer und Honig würzen, dabei den Honig mit den Händen verteilen und ruhig ein wenig einmassieren. 
Bei der Verwendung von Rauchsalz, das auch direkt verwenden, Salzflocken erst später über die Streifen streuen, wenn sie auf den Dörreinschüben liegen. 

Den Dörrautomaten auf 68°C vorheizen und währenddessen die Fleischstreifen auf den Trockeneinschüben verteilen. Immer etwas Platz zwischen den Streifen lassen, damit eine gründliche Trocknung gewährleistet ist. 
Für 8-9 Stunden trocknen, dann entweder kurzfristig in einem Twist-Off-Glas aufbewahren oder mit dem Vakuumiergerät* einschweißen und im Gefrierschrank lagern.
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Große GOLDEN TOAST EM-Sandwichparty [Reklame]

Ich weiß nicht, ob es Euch schon aufgefallen ist, aber die Fußball-EM läuft gerade!
Wir hätten das spätestens vorgestern Abend gemerkt, als in der 19. Minute das erste Tor fiel und der Jubel im Restaurant an der Ecke groß war. Dort werden die Spiele live übertragen und wir können bis zu uns ins Wohnzimmer hören, wann ein Tor für die deutsche Mannschaft fällt - und selbstverständlich auch, wenn sie eins kassiert, dann ist das Geschrei nämlich fast genauso groß, nur das ekstatische Getröte fehlt.

Sandwiches, bzw. Toasts sind für mich ein Stück Kindheit, genauso wie Zwiebel- suppe und das Kuriositätenladen-Spezialbaguette, das ich erst letzte Woche gebloggt habe. Alle drei Gerichte gab es früher in meiner Kindheit wenn ich mir etwas wünschen durfte und ganz vorn auf meiner Wunschliste mit dabei war mein Lieblingstoast. Dieses Toast war immer gleich belegt:

Toastbrot ~ Fleischwurst ~ Tomatenscheiben ~ Salz und Pfeffer ~ Chester-Scheibletten

Ja, Ihr lest richtig, Chester-Scheibletten. Meine Mama verdreht jetzt sicher wieder die Augen, aber ich hab diesen "Käse" geliebt. Unter uns, ich würde ihn mir wahr- scheinlich immer noch ab und zu in einer dunklen Stunde gönnen, wenn mir die darin enthaltene Laktose nicht nen ganz dicken Strich durch die Rechnung machen würde. Es gibt kein Milchprodukt, das ich weniger vertrage als Chester-Scheibletten - oder vielleicht isses auch die ganze Chemie, die darin enthalten ist, wer weiß das schon. 

GOLDEN TOAST EM-Sandwichparty
Worauf wollte ich eigentlich hinaus, bevor ich Euch eine meiner schlimmsten kulinarischen Sünden gebeichtet habe? Stimmt, Sandwiches! Ich liebe Sandwiches, besonders, wenn das Sandwichbrot noch ganz frisch ist und sie so richtig reich belegt sind. 
Da ich gar nicht unbedingt gerne jeden Tag warm esse, genieße ich sog. Sand- wichtage sehr. Wir kaufen uns dann ein Sandwichbrot und schmieren morgens, mittags und abends Sandwiches. Liest sich merkwürdig? Schmeckt aber großartig!
Natürlich essen wir auch genauso gerne wunderbares Brot vom Bio-Bäcker um die Ecke, aber ab und zu MUSS es ein Sandwichbrot sein und am allerliebsten GOLDEN TOAST Maxximumm Sandwich, das ist mittlerweile unser erklärter Liebling, weil es auch nach dem Toasten nochn büschen dicker ist und dadurch innen so wunderbar fluffig. 
Im Rahmen der Vorbereitungen für diesen Beitrag hab ich das erste Mal das GOLDEN TOAST Körnerharmonie Sandwich probiert und es ist direkt auf dem zweiten Platz gelandet. Ab sofort gibt es also entweder das dicke oder das mit Körnern. Auch Sandwichtage brauchen mal etwas Abwechslung. 

Sandwiches schmecken natürlich grundsätzlich immer, sie sind aber auch ein ganz hervorragendes Partyfood und deshalb wunderbar geeignet, eine ganze Meute wild- gewordener Fußballfans zu verköstigen. 
Ich hab mir deshalb im Auftrag von GOLDEN TOAST drei Rezepte aus dem reich- haltigen Sandwicharchiv* rausgesucht und möchte die heute mit Euch teilen. Vielleicht ist ja eins dabei, das auch Euch schmecken und die EM versüßen wird. Egal, wie weit wir kommen, diese Sandwiches schmecken auf jeden Fall schon einmal großartig!
Tipp: Die ausführlichen Rezepte findet Ihr wie immer am Ende des Beitrages!
NY Club Sandwich
Los geht's mit einem Sandwich, das ich schon ganz lange mal für den Blog machen wollte, das aber bisher optisch nicht so recht was hermachte. Diesmal hab ich es auch optisch ganz gut eingefangen, finde ich, daher bin ich sehr froh, dass das NY Club Sandwich Teil meiner Sandwichparty ist.
Ich hab es, weil mir normale gekochte Eier ein wenig langweilig erschienen und mein Mann sie auch gar nicht mag, mit einem Bratei gekrönt, das beim Zerschneiden des Sandwiches sogar noch zerlaufen ist. Bei dem Anblick ging mein Foodbloggerherz auf, das kann ich Euch sagen. 
Weil das Sandwich ja durch die vielen Komponenten und insgesamt 3 Sandwichbrot- scheiben recht hochgestapelt ist, hab ich mich hier für das GOLDEN TOAST American Sandwich entschieden, das hat eine klassische Dicke und trägt nicht noch unnötig auf. 

Kein Wunder, dass sich dieses Sandwich so großer Beliebtheit erfreut denn die Kombination aus saftiger Hähnchenbrust (schmeckt frisch gebraten 1000x besser als Hähnchenaufschnitt) mit knusprigem Speck, Tomate und dem Bratei ist einfach zum Niederknien. Für meinen Mann war es der absolute Favorit dieses Sandwichtrios. Also, PROBIERT-DAS-AUS! :o)

Currywurst-SandwichSandwich Nr. 2 ist mal was anderes, nämlich Currywurst auf Brot!
Ich hab dafür meinen heißgeliebten Curryketchup gekocht, die beste Bratwurst vom Schlachter meines Vertrauens besorgt und obendrauf noch ein paar Curryzwiebeln gestapelt. Als Beilage gab es einen knackigen Krautsalat und für den Gatten ein kühles Bier. Ganz großartig und wenn Ihr Currywurst mögt, werdet Ihr dieses Sandwich lieben!
Von allen drei Sandwichrezepten ist dieses sicher am schnellsten und auch am einfachsten zuzubereiten. Die Sauce kocht man natürlich vorher (oder Ihr verwendet Eure favorisierte Sauce) und die Zwiebeln, sowie die Bratwurst selbst sind ganz schnell gebraten. Wenn Ihr Euch für dieses Sandwich entscheidet, habt Ihr in der Halbzeitpause sogar noch Zeit für einen schnellen Nachtisch. Ok, Ihr müsst Euch dann zugegeben ein wenig beeilen ;o) 

Steaksandwich mit Meerrettichmayonnaise
So, und zu guter Letzt stelle ich Euch noch meinen persönlichen Favoriten vor. Dieses Steaksandwich mit Meerrettich-Mayonnaise ist zwar optisch nicht unbedingt ganz oben auf dem Treppchen, dafür überzeugt es aber mit seinen inneren Werten. 
Ich habe mir dafür ein wunderbares Rumpsteak besorgt und das gerade mal so medium-rare gegart. Natürlich wusste ich, dass der Gatte das so roh nicht mag, also hatte ich das ganze Sandwich für mich alleine - irgendwie muss sich Frau ja zu helfen wissen, sonst hätte ich gar nichts von der Sandwichsause abbekommen und bei Rumpsteak, bzw. Steak im Allgemeinen hört meine Freundschaft auf. Wir gönnen uns das so selten, da kämpfe ich mit spitzen Ellenbogen um jedes Scheibchen. 
Beim Sandwichbrot habe ich mich für das GOLDEN TOAST Körnerharmonie Sandwich entschieden, das ist etwas intensiver im Geschmack und schmeckt getoastet wunderbar zum Steak und der kräftigen Mayonnaise.

Ich hoffe, Euch hat meine kleine/große Sandwichparty gefallen und Ihr probiert mal das eine oder andere (oder am besten gleich alle drei) Rezepte aus. Da ich jetzt quasi eine Profi-Hochstaplerin bin, werden demnächst auch gewiss noch weitere Sandwichrezepte folgen - ich habe sozusagen Blut geleckt. Allen Fußballfans viel Spaß bei der EM und denkt dran, immer schön laut jubeln, damit auch wir Bescheid wissen, wenn ein Tor gefallen ist!

NY Clubsandwich
NY Clubsandwich
~ gönnt Euch dazu Eure Lieblingschips ~

Zutaten für 2 Sandwiches
8 Scheiben durchwachsenen Speck
2 Hähnchenbrüste
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/4 TL Lemon Myrtle
Rapsöl
2 Eier
Salat
2 Tomaten
6 Scheiben GOLDEN TOAST American Sandwich

Zubereitung
Eine Pfanne auf mittlere Temperatur erhitzen und den Speck darin von beiden Seiten knusprig braten. Speckstreifen herausnehmen und auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Warm stellen. 
Das Speckfett hoch erhitzen, die Hühnerbrust mit Salz, Pfeffer und Lemon Myrtle würzen und im Fett von beiden Seiten scharf anbraten, dann die Temperatur reduzieren und ca. 10 Minuten fertigbraten, so dass es noch saftig von innen ist. Zum Speck geben und ebenfalls warm stellen. 
Evtl. das Fett erneuern, dann die Eier bei mittlerer Hitze braten, so dass das Eigelb noch weich/flüssig ist. 
In der Zwischenzeit das GOLDEN TOAST American Sandwich knusprig braun toasten und die Tomaten in dünne Scheiben schneiden. 
Etwas Salat auf eine Scheibe Sandwichbrot geben und Tomatenscheiben darauf verteilen. Die Hähnchenbrust in dünne Scheiben schneiden und ebenfalls gleichmäßig darauf geben, dann mit etwas Mayonnaise bestreichen. 
Die zweite Scheibe Sandwichbrot daraufsetzen und wieder etwas Salat darauf geben, dann de abgetropften Speck darauf verteilen und ein Bratei daraufsetzen. Mit der letzten Scheibe GOLDEN TOAST American Sandwich abschließen. Die Sandwiches diagonal durchschneiden und servieren.

Currywurst Sandwich
Currywurst Sandwich
~ Beilage Krautsalat ~ 
Zutaten
2 Zwiebeln
Rapsöl zum Anschwitzen
1 EL Currypulver
4 Scheiben GOLDEN TOAST Maximumm Sandwich
2 Bratwürste
Kopfsalat

Zubereitung
Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Etwas Rapsöl in eine Pfanne geben und die Zwiebeln ca. 5 Minuten anbraten, sie sollen aber nur leicht Farbe annehmen. Das Currypulver dazugeben, miteinander vermischen, von der Platte nehmen und kurz ziehen lassen, dann in eine Schüssel umfüllen und die Pfanne auswischen. 
Erneut etwas Öl hineingeben und die Bratwürste darin von allen Seiten braten. In der Zwischenzeit die Sandwichbrotscheiben nacheinander toasten und den Salat waschen, trockenschleudern und in Streifen schneiden. 
Zwei Scheiben GOLDEN TOAST Maximumm Sandwich mit Currysauce bestreichen, dann etwas Salat darauf verteilen. Die Bratwürste in Scheiben schneiden und auf dem Salat verteilen, dann die Currysauce darauf geben und mit den verbliebenen GOLDEN TOAST Maximumm Sandwich abschließen. Die Sandwiches diagonal durchschneiden und servieren.

Roastbeef Sandwich mit Meerrettich Mayonnaise
Roastbeef Sandwich mit Meerrettich Mayonnaise

Zutaten
3 EL Mayonnaise
1 TL Sahnemeerrettich
Salz und Pfeffer
1 Roastbeef-Steak (à 250 g)
Butterschmalz
1 Salatherz 
1 Frühlingszwiebeln
4 Scheiben GOLDEN TOAST Körnerharmonie Sandwich

Zubereitung
Die Mayonnaise mit dem Sahnemeerrettich verrühren und nach Geschmack mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beiseite stellen.
Den Backofen auf 100°C vorheizen, dann eine Pfanne auf hoher Stufe erhitzen, etwas Butterschmalz dazugeben und das mit einem Küchenpapier trockengetupfte Steak in die Pfanne einlegen. 2 Minuten anbraten, dann wenden und mit grob gemahlenem Pfeffer und Salz würzen. Ebenfalls 2 Minuten auf der anderen Seite anbraten, dann auf einem Rost im Backofen für 8 Minuten nachgaren lassen. 
In der Zwischenzeit das GOLDEN TOAST Körnerharmonie Sandwich toasten, Salat in Streifen und Zwiebeln, sowie Gewürzgurken in dünne Scheiben schneiden. 
Zwei Scheiben GOLDEN TOAST Körnerharmonie Sandwich mit etwas Meerrettich-Mayonnaise bestreichen und dann Salat darauf verteilen. Das Steak aus dem Backofen nehmen, in Scheiben schneiden und auf dem Salat verteilen. Mit Gewürzgurken und Frühlingszwiebeln belegen, dann nochmals etwas Mayonnaise darauf geben und mit den verbliebenen Sandwichscheiben abschließen. Die Sandwiches diagonal durchschneiden und servieren.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit www.goldentoast.de* entstanden, die Bedingungen und Voraussetzungen für eine Kooperation können hier nachgelesen werden.

*Alle entsprechend gekennzeichnten Links sind Kooperationslinks

Rinderfond II

Das Küchenjahr ist für mich zweigeteilt, im Sommer konzentriere ich mich darauf, Obst und Gemüse für den Rest des Jahres haltbar zu machen und in der kalten Jahreszeit koche ich Fonds und Brühen im großen Stil ein. Ich mache das deshalb fast ausschließlich in der kalten Jahreszeit, weil viele Fonds sehr lange vor sich hinköcheln müssen und insgesamt recht aufwendig sind und das im Sommer, in der ohnehin schon heißen Küche, natürlich keinen besonders großen Spaß macht. 
Mit diesem Rinderfond bin ich beispielsweise einen kompletten Tag beschäftigt, wenn man mal von der reinen Kochzeit absieht. Zuerst werden die Knochen angebraten, dann kocht der Wein ein, danach kocht der Fond um und bei 8 Stunden und anschließend muss der Fond auch noch grob passiert, fein gefiltert, evtl. entfettet und eingekocht werden.

Rinderfond
Das ist natürlich nicht mal eben kurz gemacht, sondern ich finde sogar recht aufwendig und deshalb versuche ich auch, so selten wie möglich Fonds zu kochen und mach das je nach Sorte 1-2 mal pro Jahr, dafür dann aber auch im ganz großen Stil. Nur Gemüsebrühe ist öfter dran, weil ich die mit Abstand am häufigsten verbrauche - Risotto koche ich beispielsweise fast ausschließlich mit Gemüsebrühe. Gemüsebrühe ist aber im Vergleich zu den anderen Sorten in Nullkommanix gemacht und verursacht nicht soviel Dreck. Das kann man zur Not auch mal eben spontan machen. 

Damit Ihr einen Überblick über die Fond- und Brüherezepte bekommt, die ich bisher gebloggt habe, hier ein kleiner Überblick: 
Demnächst stehen noch Geflügelfond aus Karkassen und Rinderkraftbrühe an, dann hab ich alle Fondarten abgearbeitet, die ich in meiner Küche brauche. Lamm- und Kalbsfond gibt's bei mir ja nicht, da wir beides nicht konsumieren.

Rinderfond habe ich, wie Ihr in der Liste seht, bereits vor 3 Jahren einmal gebloggt, es hat sich an meiner Rezeptur und auch der Vorgehensweise aber im Laufe der Zeit doch soviel getan, dass ich Euch heute noch einmal die aktualisierte und meiner Meinung nach verbesserte Rezeptur vorstellen möchte. Außerdem ist das ganz unten meine exakte Rezeptur und die muss ich ja irgendwo für mich archivieren. 

Mark-, Sand-, Fleischknochen und Suppenfleisch für Rinderfond
Rinderfond ist mit Abstand der zeit- und arbeitsaufwendigste Fond, daher koche ich den wirklich in seeehr großen Mengen ein. Ich hab mir für diesen Zweck extra einen riesigen Monstertopf* angeschafft, der 21 Liter Fassungsvermögen hat. Gerade richtig, um viele Knochen oder auch Suppenhühner auszukochen und im Sommer kommt er dann zum Einsatz, wenn ich im großen Stil Lecsó und Ajvar einkoche. 
Im Folgenden möchte ich Euch jetzt erstmal ganz ausführlich bebildert schildern, wie ich diesen Fond koche und anschließend gibt's dann noch einmal die Kurzform. 

Mark-, Sand-, Fleischknochen und Suppenfleisch für Rinderfond vor und nach dem Anrösten
Die Knochen werden zuerst gründlich unter fließendem kalten Wasser abgespült und mit Küchenkrepp abgetupft (das gilt nur für Rinderknochen, Geflügelkarkassen spült man auf keinen Fall ab, da die Salmonellen sich sonst gleichmäßig in der gesamten Küche verteilen und das will ja niemand).
Ich reibe die Knochen und das Fleisch dann mit Öl ein, gebe sie auf ein Backblech und brate sie in Etappen im Backofen rundherum an. Fleisch und auch die Knochen sollen rundherum richtig schön angeröstet werden.
Das Öl im Backblech gieße ich je nach Zustand nach der 1., spätestens aber zweiten Fuhre ab, so dass es auf keinen Fall mit dem Rotwein eingekocht wird, das möchte ich später nicht im Fondansatz haben. 
Die fertig angerösteten Knochen stapel ich im Kochtopf hoch, in den zum Schluss dann auch das Gemüse, der eingekochte Rotwein und der losgekochte Bratensatz vom Backblech dazukommt. 

Röstgemüse für Rinderfond
Das Gemüse schneide ich gar nicht so wahnsinnig klein, sondern nur in 1-2 cm große Stücke, bzw. Scheiben. 
Früher hab ich die Zwiebeln immer noch extra auf der Schnittfläche in einer Pfanne angeröstet (das gibt ordentlich Farbe), diesen Arbeitsschritt spare ich mir jetzt aber. Wenn man sie mit der Schnittfläche nach oben auf das Gemüse legt, werden sie auch so schwarz. Die Schalen bleiben übrigens unbedingt dran, auch das gibt eine schöne Farbe. 

Sobald das Gemüse quasi angeschwitzt und angegart ist, kommt der Rotwein dazu - vieeeel Rotwein :o)
Die hier im Rezept angegebene Literflasche braucht ungefähr 3, eher 4 Etappen, bis sie eingekocht ist. Gebt also auf keinen Fall direkt den ganzen Wein zum Gemüse, sondern immer nur soviel, dass das Gemüse nicht bedeckt ist - sonst dauert der Einkochprozess ewig. Insgesamt lasse ich die gesamte Weinmenge auf maximal 1/4 einkochen.

Der Wein muss übrigens kein supertoller Spitzenwein sein, auch nicht, wenn Ihr ein Schmorgericht zubereitet. Ich verkoche da nicht zwangsläufig den Wein, der später auf dem Tisch steht, bzw. im Glas landet, sondern kaufe einen qualitativ guten, aber trotzdem noch günstigen Kochwein beim Weinhändler meines Vertrauens. Das sieht dann so aus, dass ich in den Laden komme, sage was ich kochen möchte und er mir den passenden Kochwein raussucht. Hat bisher immer großartig funktioniert und für um und bei 6-8 Euro hab ich immer sehr gute Kochweine bekommen.

Alle Zutaten vor dem Kochen
Wenn alle Knochen angeröstet und der Rotwein mit dem Gemüse einreduziert ist, kommt alles in meinen Riesentopf, wird mit Wasser aufgegossen, ein Bouquet garni kommt auch noch dazu und darf dann erstmal vor sich hinköcheln, für um und bei 8 Stunden. Auf die Minute kommt es da selbstverständlich nicht an.
Je nachdem, wann ich morgens anfange, koche ich den Fond entweder an einem Tag und mache dann mit dem Passieren und Einkochen am nächsten Tag weiter oder erledige alles an einem Tag. Die Arbeit auf zwei Tage aufzuteilen hat den Vorteil, dass am nächsten Tag das Rinderfett ausgehärtet ist und sich in Stücken vom Fond abnehmen lässt - entfetten leichtgemacht.
Wenn ich alles an einem Tag mache, entfette ich den Fond (manchmal kommt auch gar nicht soviel Fett zusammen, dann lasse ich es drauf) mit einer Schöpfkelle. Ein kleinwenig kann aber ruhig drauf bleiben, das schadet nicht, sondern konserviert sogar noch zusätzlich.

DER Topf :o)
Die Temperaturstufe reduziert sich bei mir innerhalb kurzer Zeit auf die geringste Stufe, denn bei geschlossenem Deckel köchelt der Fond auf Stufe 1 gerade so vor sich dahin. Ich lege den Deckel auf, weil ich ja gar nicht will, dass der Fond einreduziert, sondern die Zutatenmengen sind so bemessen, dass auch in der verbleibenden Konzentration ein sehr aromatischer Fond herauskommt.

meine Einkochstation
Aus dem fertigen Fond fische ich zuerst die ganzen Knochen und auch das Gemüse, das ich mit meiner Schöpfkelle erwische und passiere ihn dann durch ein feines Tuch. Ich bestelle mir dafür Mullwindeln*, wasche die zusammen in der Waschmaschine, lasse den Spülgang doppelt durchlaufen und verwende die dann ausschließlich für meine Fonds. Diese Windeln sind nicht so fein wie tatsächliche Passiertücher, die mir oft deutlich zu fein sind, weil sie nahezu alle Schwebstoffe rausfiltern und somit natürlich auch einiges an Geschmack. Diese Windeln haben sich im Laufe der Jahre als für mich ideal herausgestellt.
Vor der Verwendung feuchte ich die Tücher immer einmal an und drücke sie kräftig aus, so saugen sie sich nicht so mit kostbarem Fond voll - es kommt ja auf jeden Milliliter an!

Mein Einkochtopf
Zum Einkochen kommt mein großer Einkochtopf zum Einsatz, in dem ich früher auch Fonds und Lecsó gekocht habe - er war einfach der mit Abstand größte Topf in meinem Haushalt. 
Da dieser Topf aber nur aus relativ dünnem Material besteht und gar keinen richtigen Boden hat, war das natürlich nicht besonders energiesparend. Ich bin daher doppelt froh, dass ich meinen neuen Riesentopf habe, der qualitativ großartig verarbeitet ist.
Fond muss, wie die meisten Lebensmittel, die tierische Produkte enthalten, 90 Minuten bei 100 Grad eingekocht werden, sobald der Topf einmal seine Temperatur erreicht hat, genügt auch hier die niedrigste Stufe und alles köchelt vor sich hin. Wenn ich keine sooooo großen Mengen einkoche, verwende ich auch dafür den neuen Topf, der Einkochtopf kommt tatsächlich nur noch zum Einsatz, wenn ich für eine ganze Fußballmannschaft (ein)koche.
Mein gesamtes Einkochequipment könnt Ihr Euch hier anschauen, dort hab ich auch noch ein paar weitere Tipps zum Einkochen für Euch. 

Weckthermometer
Zutaten
1 kg Suppenfleisch mit Knochen
3 kg Fleischknochen
500 g Markknochen
500 g Sandknochen
Rapsöl zum Einreiben
4 gelbe Zwiebeln
1 Stange Lauch
500 g Karotten, bereits geputzt
500 g Knollensellerie, bereits geputzt
2 Petersilienwurzeln
2 Bouquet garni*
20 Pfefferkörner
10 Wacholderbeeren
1 Bund Petersilie
1 Liter Rotwein (bei mir Beau Chêne Grenache in der Literflasche)
7 Liter Wasser

Zubereitung
Die Knochen unter fließendem kalten Wasser abspülen, dann mit Küchenpapier trockentupfen, dünn mit etwas neutralem Öl einreiben und nebeneinander auf ein Backblech legen. Bei 200°C im Backofen anrösten, bis die Knochen rundherum gebräunt sind, zwischendurch drehen.
Da nicht alle Knochen auf das Blech passen, erst die Hälfte der Knochen anrösten, dann in den Topf umfüllen und den Vorgang mit dem Rest der Knochen wiederholen.
In der Zwischenzeit das Gemüse putzen und in Stücke schneiden und die Zwiebeln einmal quer durchschneiden.
Sobald die Knochen komplett angeröstet sind, in den Topf umfüllen und das ausgetretene Fett abgießen. Die Gemüsewürfel auf dem Blech verteilen, mit etwas Öl benetzen und die Zwiebelhälften mit der Schnittfläche nach oben darauf legen. Das Gemüse anrösten, bis es leicht gebräunt ist, dann nach und nach den Wein dazugießen und weitergaren, bis er jeweils verdampft ist. 
Das Gemüse zu den Knochen in den Topf geben und den Bratensatz vom Blech lösen und ebenfalls dazugeben. Gewürze und Petersilie dazugeben und mit Wasser auffüllen. Bei geringer Hitze (die Flüssigkeit soll nur leise vor sich hinsimmern), ca. 8 Stunden köcheln lassen.
Die Knochen und das Gemüse mit einer Schöpfkelle entfernen und die Flüssigkeit durch ein mit einem Mulltuch ausgelegtes Sieb passieren. Über Nacht kalt stellen.
Am nächsten Tag die entstandene Fettschicht abheben und nur einen kleinen Rest zurücklassen. Den Fond entweder portionsweise einfrieren oder wie unten beschrieben, einwecken.

Einkochen
Die Gläser und/oder Flaschen gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Wenn die Gläser direkt mit dem heißen Fond befüllt werden, platzen sie leicht. Die Deckel in einen Topf geben, mit Wasser und einem Schluck Essig bedecken und zum Kochen bringen. Für 5 Minuten kochen.
Den passierten und entfetteten Fond ca. 5 Minuten sprudelnd aufkochen, in der Zwischenzeit die Deckel der Gläser und Flaschen in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen und ebenfalls ca. 5 Minuten köcheln. Ich stelle den Trichter, mit dem ich die Gläser und Flaschen befülle, ebenfalls in den Topf, so wird der gleichzeitig sterilisiert.
Den Fond in die Gläser und Flaschen einfüllen und sofort fest verschließen und auf dem Kopf beiseite stellen. Die Gläser nicht bis zum Rand befüllen, sondern ca. 1 cm Rand lassen.
Die Gläser in einen Wecktopf oder alternativ einen anderen Topf, der groß genug ist und sich verschließen lässt, stellen. Mit Wasser auffüllen, so dass die Gläser komplett bedeckt sind, das Wasser sollte ungefähr die Temperatur des Fonds haben.

Den Deckel aufsetzen, das Wasser erhitzen und den Rinderfond bei 100°C für 90 Minuten einkochen. Die Gläser herausnehmen und vollständig abkühlen lassen.
Tipp
Zum einfachen Beschriften meiner Gläser verwende ich einen weißen Pump-Edding*, der lässt sich später einfach mit einer Edelstahl-Spirale* entfernen. Einen Überblick über mein Einkoch-Equipment bekommt Ihr hier.  
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