Thermomix TM5 ~ Mein Fazit

So, fertig. War das eine Woche! 
Bella und ich haben Euch diese Woche viele Thermomix-Rezepte vorgestellt, eine Menge zum Gerät selbst und seinen Funktionen geschrieben und konnten hoffent- lich mit dem ein oder anderen Vorurteil, aber auch Mythos rund um den Thermomix aufräumen. Es würde mich sehr freuen, wenn wir deutlich machen konnten, wann der Betrieb dieser Küchenmaschine unserer Meinung nach sinnvoll erscheint und auch wann nicht. 
Sicher habt Ihr die Woche über aus meinen Beiträgen und der bereits mehrfach verlinkten Tabelle herauslesen können, dass der Thermomix mittlerweile zu einem ganz wichtigen Bestandteil meiner Küchenausstattung geworden und neben meiner Küchenmaschine sicher das wichtigste Elektrogerät ist. Ich mag ihn auf keinen Fall mehr mehr missen, kann, möchte und werde aber nach wie vor auch noch ohne schnibbeln, rühren und kochen. Bei mir kocht also nach wie vor nicht der Thermomix (so wie einige sog. "Heavy User" das gerne formulieren), sondern dafür bin immer noch ich zuständig und der Thermomix darf mir dabei gerne helfen, unliebsame Arbeiten abnehmen und meine Kochresultate verbessern, wenn möglich. 
Der Thermomix ist eine Küchenmaschine wie andere auch, er deckt lediglich ein anderes Aufgabenspektrum ab als beispielsweise meine KitchenAid. 

Ich hab es ja bereits in meinem Eingangsbeitrag geschrieben, es täte dem Thermo- mix sehr gut, wenn man sowohl seine Fähigkeiten, als auch die selbstverständlich vorhandenen Defizite realistisch einschätzte und ihn weder als Wundermaschine verehrt, noch als das personifizierte Böse verteufelt. Der Thermomix ist eine ausgesprochen gute Küchenmaschine, von der gerade auch ambitionierte Hobbyköche profitieren können, die nicht sklavisch nach Rezept, sondern frei und kreativ kochen. Er erzielt teilweise hervorragende Ergebnisse, eine eierlegende Wollmilch- sau ist er aber nicht und wer daran interessiert ist, ein möglichst großes Funktions- spektrum abzudecken, der kommt an einer zusätzlichen normalen Küchenmaschine mit dem entsprechenden Zubehör nicht vorbei. 
Sicher KANN man mit dem Thermomix so ziemlich alles machen, aber perfekte Ergebnisse wird man dann nicht durch die Bank weg erhalten.

Thermomix TM5
Der Thermomix ist natürlich immer nur so gut, wie der der ihn bedient - das gilt ja genauso für jedes andere Küchengerät. Wer nicht mit einem scharfen Messer umgehen kann, der wird auch keine anständigen Würfel hinbekommen und wer mit dem Thermomix nur mittelmäßige, bzw. wenig anspruchsvolle Rezepte streng nach Anleitung zubereitet, oder seine Fähigkeiten im Allgemeinen überbewertet, der darf auch keine Wunder erwarten. 

Ich sehe für den Thermomix zwei Haupt-Zielgruppen. Einerseits die Thermomix- nutzer, die hauptsächlich einfache Alltagsrezepte zubereiten, bzw. für die Kochen keine Leidenschaft und Hobby, sondern eine notwendige Tätigkeit ist, die der Thermomix erledigt und die das Einsatzspektrum des Thermomix' sicher maximal ausnutzen, aber auch durchaus ambitionierte Hobby- und Profiköche (denn der Thermomix steht ja nicht umsonst in vielen Profiküchen und übernimmt dort die Zubereitung von Saucen, Cremes, Eismassen, bestimmten Teigen, usw.), die auf einzelnen Gebieten das Optimum aus dem Gerät herausholen und so fantastische Ergebnisse erzielen. Letztere haben neben dem Thermomix aber mit Sicherheit auch noch andere Küchengeräte, bzw. eine herkömmliche Küchenmaschine. 

Ich habe beispielsweise noch nie so cremige Suppen, Hollandaise und Zabaglione zubereitet, weil mir schlicht das dafür notwendige Equipment fehlte. Mein Stand- mixer war zwar gut, aber so gut dann doch nicht und wenn man bedenkt, dass man für einen vergleichbar guten Hochleistungsmixer auch schon ein paar hundert Euro ausgeben muss, der dann aber dann außer Mixen nichts kann, bietet der Thermomix ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Müsste ich meine Küche mit meinem aktuellen Wissenstand noch einmal komplett neu ausstatten, ich würde mich für die Kombination aus Küchenmaschine (inkl. Nudelvorsatz, Getreidemühle, Gemüseschneider und Fleischwolf), Thermomix und Pürierstab entscheiden. Der Foodprocessor ist für mich tatsächlich nahezu komplett überflüssig, bzw. verzichtbar geworden, da die meisten Funktionen genauso gut oder besser durch die Küchenmaschine und den Thermomix erledigt werden können und er in puncto Reinigung eindeutig den Kürzeren zieht.

Mein endgültiges Fazit fällt sehr eindeutig aus. Wenn Ihr leidenschaftlich gern und gut kocht, aber nicht immer alles auf dem Herd machen, sondern einige Arbeits- schritte auch mal delegieren und die gewonnene Zeit für ein Gläschen Prosecco nutzen möchtet und - ganz wichtig - Ihr bereits eine normale Küchenmaschine habt (denn die stünde bei mir immer an 1. Stelle der notwendigen Anschaffungen), dann ist der Thermomix in Nullkommanix einer Eurer besten Freunde. Er ersetzt leiden- schaftlichen Hobbyköchen nicht, wie oben bereits erwähnt, andere Küchengeräte, gute Messer, Töpfe & Co. und Ihr werdet die Zwiebeln sicher auch weiterhin mit dem Messer in Würfel schneiden und nicht mit dem Thermomix zerfetzen, aber er ist eine extrem gute Küchenmaschine, die in vielen Bereichen Spitzenergebnisse erzielt. 
Ob einem der Thermomix den relativ hohen Anschaffungspreis wert ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden, darauf möchte ich gar nicht weiter eingehen, da dieser Punkt sehr subjektiv ist. Das muss jeder für sich selbst entscheiden und lohnt der Diskussion nicht. 

Wer sich noch einmal durch alle Beiträge dieser Themenwoche durchlesen möchte, der kann das hier gerne tun:
Montag: Thermomixvorstellung
Dienstag: Zerkleinern ~ Bockbiersenf

Mittwoch: 
Wasserbad ~Fior-di-Latte-Eiscreme mit Portweinswirl
Donnerstag: 
Dämpfen ~ asiatische Suppe mit Hähnchen-Wan-Tan
Freitag: Kneten ~ Eclairs mit Schoko-Whiskycreme
 

Samstag: Getränke ~ Frozen Strawberry Rhubarb Daiquiri

Sonntag: Frühstück ~ Pumpernickelwaffeln mit Kräuterfrischkäse

So, das soll es nun gewesen sein. Ich hoffe, Euch hat unsere Themenwoche gefallen und wir konnten Euch einen Einblick in unsere Arbeit mit dem Gerät vermitteln. Wenn Ihr noch Fragen dazu habe, immer zu, ansonsten geht's hier morgen mit einem ganz normalen Rezept weiter. 

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit www.thermomix.vorwerk.de* zustande gekommen, die Bedingungen und Voraussetzungen für eine Kooperation können hier nachgelesen werden.

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Kommentare:

Jessica hat gesagt…

Hallo Steph,

Vielen Dank für deine wohltuend differenzierte und informative Berichterstattung. Für mich kommt der Thermomix in nächster Zukunft zwar nicht in Frage, er ist schlichtweg zu teuer für uns. Gefühlt gibt es derzeit kaum ein Food -Blog, der ihn nicht in den Himmel lobt, so dass ich mich fast zwangsläufig für das Gerät zu interessieren begann. Ich kann mir gut vorstellen, dass er eine gute Hilfe in der Küche ist, aber ich glaube, so richtig viel verpasse ich auch nicht, wenn ich ihn nicht habe😄 Sollte ich also mal Im Lotto gewinnen (und eine größere Küche haben) wäre der Kauf vielleicht eine Option. Den Daiquiri werde ich so oder so machen -;) Beste Grüße Jessica

Myriam hat gesagt…

Ich arbeite seit 1990 mit dem Thermomix. Der erste ist bei meinem Sohn noch im Betrieb, der 2. bei einer Freundin und der TM 5 seit letztem Jahr bei mir. Ich möchte den Thermomix nicht mehr missen. Allerdings nutze ich ihn nicht für alles. Bei mir sieht es sehr ähnlich wie in Deiner Beschreibung aus :-)
Internette Grüße
Myriam

♥Ein Klick und Du bist auf meiner Seite♥

Natalia hat gesagt…

Danke ihr beiden. Ihr habt es auf den Punkt gebracht! Ich habe das Gerät seit einem Jahr und war anfangs über die Kochergebnisse enttäuscht. Die Erwartungen sind ja ziemlich hoch wg dem ganzen Hype drumherum... Jetzt leistet mir das Gerät solide Dienste: Eismassen, Pudding, Teige, Gemüse klein machen für die Bolo, Aufstriche & Saucen und so weiter... Ich hätte es nicht gedacht, aber der Thermomix ist jeden Tag in der Spülmaschine ;-) Ich wünsche mir oftmals einen "normalen" Umgang damit und "professionellere" Rezepte aus Wuppertal, ohne Pizzagewürz & co. In letzter Zeit weht aber auch dank euch diesbezüglich eine schöne frische Brise

Anonym hat gesagt…

Das war ein toller Abschlussbericht. Vielen Dank für die tolle Woche und dein Fazit. Ich kann mich dir nur anschließen. Ich habe seit 6 Wochen einen Tm 5 und gebe ihn nicht mehr her. Ich mache weiterhin meinen Gulasch im Topf aber genieße auch meine freie Zeit, während der Tm unser Risotto rührt.

Toller Blog übrigens

Nina

anne hat gesagt…

Hier kommen 2 Dinge nicht zur Sprache, die mich am Thermomix mit am meisten stören: Das Vertriebsmodell und der Preis.

Ich weiß nicht, wie Vorgänger im Vergleich abschneiden, aber das wäre eher eine Option für mich, diesen Chip finde ich nämlich auch völlig unnötig..

Ansonsten wie immer bei dir ein fundierter Post :) kaufen würde ich ihn nicht, aber ich bin ein bisschen toleranter geworden ;)

Stefanie hat gesagt…

Das ist eine schöne Tabelle, die du das erstellt hast. Und letzten Endes bestätigt sie mir, was ich nach Thermomix-Veranstaltung und mehrmaliges Ausprobieren bei Schwester und Schwiegermama eigendlich schon wusste: Ich persönlich brauche ihn nicht. Für die Mixer-Aufgaben wie Nussmuß und Smoothies habe ich bei meiner gebraucht gekauften, uralten Lux Royal Assistent einen super Mixaufsatz, der innerhalb von 1-2 min Nussmus aus 200g Haselnüssen produziert (-> das war beim ersten Mal eigentlich nicht so geplant, da wollte ich fein gemahlene Haselnüsse, aber ich bin ja lernfähig), Sachen, die ein Wasserbad brauchen, mache ich auf dem Induktionsherd ohne Wasserbad, und die Dämpffunktion brauche ich nicht. Und wenn man erst Mehl und Wasser verührt, bevor die Eier in den Pfannkuchenteig kommen, dann klappt es auch klümpchenfrei von Hand ;-)
Letztenendes ist der Thermomix ein hervorragender Mixer, der für Spezialaufgaben zwar seine Berechtigung hat (Soßen, Suppen), aber dafür ist er mir zu teuer. Beim Cooking-Chef fällt mein Urteil aber ähnlich aus, auch wenn ich ihn aufgrund von Ballonbesen und vernüftigen Knethaken fürs Brot- und Kuchenbacken doch noch ein Stück interessanter finde.

Kerstin hat gesagt…

Das war wirklich ein toller Wochenbeitrag und sehr informativ für mich. Nach all dem Hype in letzter Zeit um dieses " Wundergerät" endlich mal ein vernünftiger und objektiver Bericht über den Thermomix. Ich persönlich habe keinen und werde mir auch keinen zulegen. Aber - es war mal toll zu "erleben" was man damit alles machen kann, oder auch nicht. Für den einen oder anderen bestimmt eine Kaufentscheidung. Mach weiter so.......liebe Grüße aus dem Weserbergland. Kerstin

Gabiko hat gesagt…

Man liebt ihn oder man hasst ihn.
Leider sind die Hasser KEINE TM Besitzer und wissen nicht wovon sie sprechen.
Danke für Deinen objektiven Bericht. Ich liebe meinen TM und er steht immer auf der Arbeitsplatte.UND kommt sogar mit in den Urlaub

Steph hat gesagt…

Anne, den Preis habe ich in diesem Beitrag und auch schon vorher in einem der anderen angesprochen. Das ist ein sehr subjektiver Punkt, den jeder selbst entscheiden muss. Ich habe ja geschrieben, dass ich der Meinung bin, dass wenn man sich einen Hochleistungsmixer anschaffen möchte, der deutlich weniger kann, dafür aber fast schon unwesentlich günstiger ist, meiner Meinung nach der Thermomix die bessere Wahl ist.

Das Verkaufsmodell finde ich persönlich auch sehr gewöhnungsbedürftig, es würde mich aber nicht vom Kauf abhalten, wenn ich von den Funktionen des Gerätes überzeugt bin.

Petra Schneider hat gesagt…

Liebe Steph,
Ich lese schon sehr lange deinen Blog, bin aber Stille Mitleserin, aber immer sehr angetan von deinen Vorstellungen/Rezepten. Mit deiner Meinung über den Thermomix sprichst du mir aus der Seele. Lange Zeit wollte ich keinen haben, weil ich sehr gerne in der Küche werkel. So mag ich auch gerne den Prozess des Zubereitens. Es ist für mich Entspannung und später auch Genuss. Vor knapp einem Jahr zog dann auch hier der Thermomix ein. Naja, ich gebe ihn nicht mehr her. Aber alles mache ich darin eben auch nicht, wie die Beraterin mir prophezeite. Ich befinde mich immer noch ein wenig in der Experimenierphase. Die Rezepte, die du die Woche über vorgestellt hast, sprechen mich allesamt an. Ganz vielen Dank dafür. Derzeit befinden sich übrigens kleine Glächen mit Knoblauchzehen im Backofen. Das vorherige Confieren hat im Thermomix sehr gut geklappt, mit Linkslauf auf kleinester Stufe. Allerdings wäre es auch nur 400 g. Ich wollte es einfach mal testen.
Herzliche Grüße
Petra

Anonym hat gesagt…

Liebe Steph, toll vielen Dank für diesen wunderbaren und ausführlichen Bericht. Mit dem Thermo Mix habe ich mich auch schon etwas beschäftigt aber dagegen entschieden da er schon meine Küchenmaschine ersetzen soll. Deswegen liebäugel ich mit der Kenwood Cooking Chef aber leider habe ich noch keine so tolle Rezession dazu gelesen.
Liebe grüße Melanie

burgundi hat gesagt…

Liebe Steph!
Mit viel Freude hab ich tgl. deine Berichterstattung über den Thermomix. Sehr, sehr gut gelungen und spiegelt das wieder was ich mir schon immer über den Thermomix gedacht habe. Noch hab ich keinen, aber bin stark beim überlegen.

Sag, warum kann ich die Tabelle nicht öffnen?

lg burgundi

 

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