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Schokoeis, das schokoladigste

Ihr habt Glück, eigentlich wollte ich Euch angesichts der aktuellen Temperaturen einen leichten und unglaublich gesunden Salat vorsetzen, aber weil heute Freitag ist und ein Salat zwar leicht ist aber nicht abkühlt, gibt's heute ne Kugel Eis - bzw. wenn man sich das Bild mal genauer anschaut sogar 3! Ich finde, das haben wir uns nach dieser brütenden Hitze verdient, oder?
In meiner Dachbutze isses mal wieder so heiß gewesen, dass ich die letzten zwei Nächte mit einem riesigen Kühlelement im Arm geschlafen hab - ohne wäre nur der Umzug in den Keller geblieben, denn bei uns unterm Dach heizt es sich so auf, dass die Temperaturen auch nachts kaum unter 28°C sinken. Das ist natürlich nichts für ein Nachtschattengewächs wie mich ;o)

Schokoeis
Schokoladiger als dieses Schokoeis geht wahrscheinlich kaum, Ihr könnt natürlich noch nen Schuss Schoko-Espresso-Sirup darübergeben, aber das ist sicher nur etwas für Extrem-Chokoholics oder bei nem akuten Fall von Unterzuckerung ;o)

Ich bin ja eher der Fruchteistyp, wenn ich mir 3 Kugeln Eis kaufe, dann ist das nicht selten 3x Zitrone, aber dieses Schokoladeneis ist wirklich sehr lecker. Nicht zu süß und mordscremig. Kein Wunder, ich hab die Hälfte der Milch aus dem Originalrezept ja durch Sahne ersetzt - von nichts kommt nichts...
Demnächst werd ich mit diesem Schokoeis mal ein wenig herumexperimentieren, das macht sich nämlich sicher auch sehr gut mit einer großzügigen Prise Chili oder etwas Ingwer. 
So, und nun wünsch ich Euch ein schönes Wochenende mit maximal 23°C, gerne ein paar Wolken und nachts darf's meinetwegen auch n büschen regnen  - das wär für mich der ideale Sommer. Aber mich fragt ja niemand ;o)
Valrhona-Kuvertüre
Zutaten
8 Eigelbe 
175 g Rohrohrzucker
500 ml Milch 
500 ml Sahne 
200 g sehr gute 70%ige Schokolade oder Kuvertüre (Valrhona Guajana)
250 g sehr gutes Kakaopulver (Valrhona)

Zubereitung
Die Milch und die Sahne in einem Topf zum Kochen bringen, dann von der Platte ziehen und die Schokolade und den Kakao einrühren, bis die Schokolade aufgelöst und eine glatte Masse Flüssigkeit entstanden ist.
Die Eigelbe mit dem Zucker über dem Wasserbad sehr schaumig aufschlagen. 
Die Schokoflüssigkeit in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren unter die Eimasse rühren, dann über dem Wasserbad solange rühren, bis die Masse deutlich andickt. 
Kaltes Wasser in die Spüle einlassen und die Schokoeismasse dort möglichst schnell runterkühlen. Komplett abkühlen lassen, dann über Nacht im Kühlschrank kalt stellen.
Die kalte Eismasse in der Eismaschine* für ca. 40-50 Minuten (hängt von der Eismaschine ab) gefrieren lassen. In der Zwischenzeit eine Edelstahlschüssel im Gefrierschrank vorfrieren. 
Das fertige Eis in die Edelstahlschüssel umfüllen und nochmals für ca. 2 Stunden im Gefrierschrank nachfrieren lassen. Die Kugeln lassen sich dann besser formen, essbar ist das Eis aber natürlich auch schon direkt aus der Maschine.
Abgewandelt nach einem Rezept aus dem Olive Magazine

Rhabarber-Streuselkuchen

Hach, es ist immer wieder spannend, so eine kleine Leserumfrage nach den interessantesten Rezepten. An erster Stelle stehen natürlich die süßen Rezepte, Kuchen kommt grundsätzlich am besten an, während Tellergerichte selten so richtig beliebt sind. Ganz schlimm sind übrigens Risotti, die locken kaum Jemanden hinterm Ofen hervor und dabei sind die doch soooo lecker! Ich glaub, ich muss mal ne Risotto-Themenwoche machen, damit auch die letzten Zweifler davon überzeugt werden - ok, das wär vielleicht n büschen einseitig ;o)

Ein Kuchen, der auf meine Frage nach den interessantesten Rezepten aus meiner Warteschleife immer wieder genannt wurde und auch der so langsam ausklingenden Saison wegen unbedingt so schnell wie möglich gebloggt werden muss, ist der Rhabarber-Streuselkuchen.

Rhabarber-Streuselkuchen
Dieser Kuchen ist nicht einfach nur ein normaler Blechkuchen mit Rhabarber, sondern er hat ein Geheimnis, einen ganz besonderen Teig, den ich erst kürzlich für mich entdeckt habe. 
Der Boden des Kuchens besteht nicht aus einem normalen Hefeteig, sondern es ist im Prinzip ein Teig-Zwitter, er besteht nämlich aus einem Hefe- und einem Mürbeteig, die beide miteinander verknetet werden. 
Liest sich erstmal merkwürdig, schmeckt aber g r a n d i o s! Viel besser als ein normaler Hefeteig. Das Ergebnis bewirkt einen samtigeren Boden, der aber mehr Struktur hat als ein normaler Hefeteig. Dort, wo der Mürbeteig noch etwas kräftiger vertreten ist, blättert er ein bisschen - natürlich nicht annähernd wie Blätterteig, aber die Struktur ist halt ne andere als bei normalem Hefeteig. 

Rhabarber-Streuselkuchen
Auf die Idee für diesen Kuchen bin ich gekommen, als ich beim Besuch des Käsemarktes im Freilichtmuseum am Kiekeberg vor zwei Wochen einen ähnlichen Kuchen gegessen und mich direkt über diesen tollen Boden gewundert habe. Glücklicherweise war meine allwissende Mama dabei, die mir den Tipp für diesen besonderen Hefe-Mürbeteig gab. 

Als Anregung habe ich dieses Rezept genommen, die Menge für ein Backblech aber verdoppelt und die Rezeptur auch abgewandelt - der Kuchen auf dem Bild sieht doch arg dünn aus und gar nicht so schön fluffig, wie ich ihn haben wollte.

Wie Ihr seht, ist der Kuchen schon recht dick, durch den Rhabarber und die Streusel finde ich das Teig/Obst/Streusel-Verhältnis aber perfekt. Ich hatte noch überlegt, den Teig nicht zu verdoppeln, sondern die 1 1/2fache Menge zu verwenden, finde den Kuchen aber gut so wie er ist. 

Besonders lecker schmeckt der Kuchen, wenn er etwas durchgezogen ist und auch am nächsten Tag schmeckt er noch sehr schön saftig. Der Mürbeteig hält den Hefeteig frischer. 

Hefeteig
500 g Mehl, Typ 405
1 Würfel Frischhefe
250 ml Milch
50 g Rohrohrzucker
75 g weiche Butter
1 EL Vanilleextrakt
1 TL Salz
1 Ei


Mürbeteig 
150 g Rohrohrzucker
250 g kalte Butter
2 Eigelbe 
400 g Mehl 

Streusel
125 g kalte Butter
125 g Rohrohrzucker 
250 g Mehl
Außerdem

1,2 kg bereits geputzter Rhabarber

Zubereitung

Hefeteig
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Einen TL Zucker dazugeben und die Mulde mit Milch auffüllen.
Eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf. 
Die restliche Milch, den Zucker, Butter, Ei und das Salz dazugeben und alles sehr gründlich zu einem glatten, elastischen Teig verkneten - entweder mit der Küchenmaschine oder mit dem Mixer. 
Abgedeckt in einer Schüssel gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat, das kann je nach Zimmertemperatur bis zu 2 Stunden dauern, aber auch erheblich schneller gehen.

Mürbeteig
Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen, nur solange kneten, bis sich alles zu einem Teig verbunden hat. Den Teig in Folie wickeln oder in einen Gefrierbeutel geben und bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank ruhen lassen. 

Streusel
Alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verkneten bis Streusel entstanden sind. 
Den Rhabarber waschen, putzen und in 0,5 cm breite Stücke schneiden. 
Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und durchkneten, bis er wieder etwas weich geworden ist und sich leichter bearbeiten lässt. Den Hefeteig mit dem Mürbeteig verkneten, bis der Mürbeteig gleichmäßig verteilt ist und der Teig aber noch marmoriert aussieht. 
Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen und in gleichmäßigen Abständen einstechen. 
Den Rhabarber darauf verteilen und die Streusel darüber geben. Nochmals ca. 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. 
Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 60 Minuten backen - Stäbchenprobe machen! Herausnehmen und auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

Zubereitung im Thermomix

Hefeteig
Die Milch in den Mixtopf geben und 2 Minuten bei 37°C auf Stufe 1 erwärmen. Hefe und Zucker zufügen und 10 Minuten ruhen lassen, bis die Hefe anfängt zu arbeiten. Das Mehl, Butter, Salz und Ei dazugeben und 2 ½ Minuten auf Teigrührstufe verkneten.
Den Teig in eine Schüssel umfüllen und abgedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Mürbeteig
Alle Zutaten in den Mixtopf geben und ca. 40 Sekunden auf Teigknetstufe verrühren, bis der Teig stark klumpt und keine Mehlnester mehr sichtbar sind. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank kalt stellen. 

Streusel
Alle Zutaten in den Mixtopf geben und 10-20 Sekunden auf Stufe 6 verkneten, bis gleichmäßige kleine Streusel entstanden sind. 

Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und durchkneten, bis er wieder etwas weich geworden ist und sich leichter bearbeiten lässt. Den Hefeteig zu einem Quadrat ausrollen, den Mürbeteig darauf verteilen und den Hefeteig überschlagen. Beides miteinander verkneten, bis der Mürbeteig gleichmäßig verteilt ist und der Teig aber noch marmoriert aussieht. 
Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen und in gleichmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen. 
Den Rhabarber waschen, putzen und in 0,5 cm breite Stücke schneiden. Auf dem ausgerollten Teig verteilen und gleichmäßig mit den Streuseln bestreuen. Nochmals ca. 30 Minuten abgedeckt gehen lassen. 

Im auf 180°C vorgeheizten Backofen 60 Minuten backen, dann herausnehmen und auf einem Kuchenrost vollständig abkühlen lassen.

And the Winner is...

Israel!!!
Zu Beginn sah es ja noch nach einem klaren Start-Ziel-Sieg für Großbritannien aus, dann hat aber recht schnell Israel souverän die Führung übernommen und schlussendlich mit 36 Stimmen Vorsprung gewonnen - toll!
Ich freu mich sehr über das Ergebnis, denn neben Großbritannien war, bzw. ist Israel auch mein Favorit.
Wie es sich für eine anständige Wahl gehört, hier nochmal das "amtliche Endergebnis":

Ich werd mich also in der nächsten Zeit erstmal theoretisch mit der Küche Israels beschäftigen, Rezepte suchen und mich dann ans Kochen, backen, pürieren, anrühren und was es sonst noch so alles gibt, machen. Sobald ich genug und vor allem gutes Material für eine israelische Woche zusammen habe, geht's hier wieder rund. 
Falls Ihr selbst tolle landestypische Rezepte in Eurer Rezeptkladde habt oder jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt, der ein grandioses passendes Rezept in petto hat, das unbedingt vorgestellt werden sollte, schreibt mir gerne eine Mail an steph@kuriositaetenladen.com.

Großbritannien wird nichtsdestotrotz demnächst auch ein großes Thema für mich sein. Da sowohl mein Mitesser als auch ich eine sehr ausgeprägte anglophile Ader haben, möchte ich mich in der nächsten Zeit einmal quer durch Großbritannien (+ Kanalinseln & Isle of Man) kochen und backen. Auch hierfür gilt: wenn Ihr gute Rezepte habt, die Ihr gerne mit der Welt teilen möchtet - her damit! ;o)

Die Türkische Küche hab ich ja vor einiger Zeit auch schon für mich entdeckt, wenn ich noch genug Material zusammentragen kann, wird's aber auch noch eine türkische Woche geben - der Sommer bietet sich dafür ja besonders an. 

Bis ich für die Themenwochen (bzw. Großbritannien wird aufgrund des Umfangs wohl schon eher ein Themenmonat werden) genug Material zusammen habe, gibt's natürlich weiterhin die typischen KuLa-Rezepte und da wären wir schon beim zweiten Thema, ich brauch nämlich mal Eure Hilfe. 
Mit der Zeit haben sich in meiner Warteschleife so viele Rezepte angesammelt (aktuell sind es 62 63), dass ich gar nicht mehr weiß, wann ich die alle bloggen soll - ein paar sind mittlerweile schon über 1 1/2 Jahre alt... 
Theoretisch könnte ich jeden Tag ein Rezept bloggen, praktisch schaffe ich das aber natürlich nicht, denn mit dem Kochen, fotografieren und Rezept schreiben ist es ja nicht getan. Das Kochen selbst zähle ich gar nicht als Aufwand, denn essen wollen wir ja eh, die Fotos sind auch sehr schnell gemacht und bearbeitet -  was wirklich Zeit braucht, ist das Zusammenstellen der Beiträge und das Schreiben der Texte. Das ist natürlich nicht in 5 Minuten erledigt. Mehr als max. 2 Rezepte pro Woche werd ich daher auch in Zukunft nicht bloggen - was bedeutet, dass meine Warteschleife weiter wächst und wächst und wächst... Sollte ich den KuLa irgendwann mal dichtmachen, könnte ich trotzdem noch ein halbes Jahr weiter bloggen, ohne Rezepte dafür aufzubereiten ;o)
Schaut doch mal in meiner Warteschleife vorbei, sind da vielleicht Rezepte dabei, die Euch besonders interessieren?

         

><)))°> + ♨ = Fischfond

Geflügel-, Gemüse- und Rinderfond, Gemüsebrühpulver - langsam aber sicher nimmt meine Fondabteilung Gestalt an und mein Vorratsregal platzt bald aus allen Nähten. Eigentlich nicht erst bald, sondern ich weiß tatsächlich schon jetzt nicht mehr, wohin mit den ganzen Gläsern und Flaschen. 

Es fehlen jetzt nur noch Krabben- und Geflügelfond aus Karkassen und ich bin durch durch mit dem Thema, bzw. mit den Fonds, die ich zubereite und verwende, Kalbs- und Lamm- fond gibt's bei uns ja nicht.

FischfondFischfond ist für mich ein zweischneidiges Schwert, bzw. es meldet sich wie immer, wenn ich Meeresgetier esse, mein schlechtes Gewissen. Natürlich liebe ich Fischsuppen, -saucen, Risotti und Pasta mit Fisch, Fisch gebraten, gedünstet, geräuchert, frittiert - um es kurz zu machen, ich liebe Fisch und alles was aus dem Meer kommt, eigentlich in jeder Form und könnte mich wahrscheinlich auch tagtäglich davon ernähren. Könnte, denn natürlich tue ich das nicht. 
Mal abgesehen davon, dass ich dann keine Zeit mehr für Pizza und meine anderen Leibspeisen hätte, möchte ich mich ungern an der übermäßigen Plünderung der Meere beteiligen. Ihr wisst vielleicht, dass mir das Thema Überfischung sehr am Herzen liegt, wir haben daher schon vor Jahren unseren Fisch-/Meeresgetierkonsum drastisch reduziert. Völlig drauf zu verzichten schaffen wir (noch) nicht, Meeresfisch kommt bei uns aber so gut wie nicht mehr auf den Tisch, mit drei Ausnahmen

  • Die Stintsaison geht an uns natürlich nicht spurlos vorbei, sondern wird jedes Jahr ausgiebig ausgenutzt.
  • Als Schollen-Junkie kann ich an Maischolle einfach nicht vorbeigehen, Finkenwerder, geräucherte und getrocknete Scholle sind daher auch ein fester Termin in unserem kulinarischen Kalender.
  • Krabben. Frische Krabben, bzw. Granat wie wir in Bremen sagen, sind für mich das leckerste, was das Meer zu bieten hat, bzw. eigentlich sogar das leckerste überhaupt. Krabben sind meine absolute Leibspeise. Für ein simples, aber gut gemachtes Krabbenbrötchen oder eine Krabbenfrikadelle vom Krabbenhändler meines Vertrauens lass ich jedes Mehrgangmenü stehen. 1-2x pro Jahr gönnen wir uns daher zwei Kilo Krabben vom Krabbenhändler unseres Vertrauens und verarbeiten sie, bzw. die Schalen zu Fond und die Krabben zu Rührei, Krabbensalat, Krabbenfrikadellen, Smörgåstårta, usw. Dann gibt's Krabben satt.        

Das sind also die großen Ausnahmen, ansonsten gibt's bei uns ßwasserfische aus Biozucht, also Saiblinge, Forellen, usw. 
Wenn es um Fischfond geht, wird ja oft geschrieben, dass Karkassen von weißfleischigen Fischen zu bevorzugen sind, da ich aber (trotz sehr guter Bezugsquellen) nur schwer an weißfleischige Karkassen von Fischen aus nachhaltiger Zucht komme, bereite ich den Fond aus Saiblings- und/oder Forellenkarkassen zu, am liebsten aber aus Saibling. Die Karkassen bekomme ich auf Vorbestellung bei meinem Saiblingshändler.

Fischkarkassen
Im Gegensatz zu Rinderfond ist Fischfond ein regelrechter Fast Fond, der ist nämlich schon in einer halben Stunde fertig. Länger sollte er auf keinen Fall simmern, weil sich dann der in den Gräten enthaltene Leim löst und das ist nicht wirklich lecker. Außerdem sind Gräten aufgrund ihrer Struktur sehr viel schneller ausgelaugt als Knochen, eine längere Kochzeit intensiviert den Geschmack daher nicht.

Wie Ihr auf dem Bild oben seht, verwende ich die Gräten und die Köpfe. Es gibt auch hier (wie immer) mindestens 1365 verschiedene Meinungen: Die einen sagen, dass die Köpfe komplett außen vor bleiben sollten, andere wässern und/oder blanchieren die Karkassen vor dem Auskochen - ich mache das alles nicht. Ich verwende die Karkassen mit Stumpf und Stiel, allerdings ohne Kiemen, die entferne ich vorher, da sie einen bitteren Geschmack abgeben. Innereien haben in einem Fischfond selbstverständlich auch nichts zu suchen. 
Vor dem Auskochen werden die Karkassen sehr gründlich unter kaltem Wasser gespült und dann geht's auch schon ab in den Topf. 
Wenn man mag, kann man den Fond nach dem Passieren nochmal einkochen, aber auch das mache ich nicht, da ich immer Fisch und Wasser in einem Verhältnis 1:1 verwende und so schon beim ersten Durchgang einen sehr intensiven Fischfond erhalte. 

Suppengemüse
Zutaten für ca. 2 l
2 kg Fischkarkassen (Bio-Saiblinge)
1 Zwiebel (halbiert)
1 Karotte
1 Fenchelknolle 
1 Scheibe Sellerie (ca. 1 cm dick)
1 Stange Lauch (das Weiße davon)
50 g Champignons
1 Stich Butter
1 Tomate
50 ml Noilly Prat 
250 ml trockener Weißwein (Riesling Diehl)
1 Bouquet Garni 
2 frische Lorbeerblätter
1 TL schwarze Pfefferkörner
2 l kaltes Wasser

Zubereitung
Die Kiemen mit einer Schere aus den Karkassen entfernen und die Karkassen unter fließendem Wasser sehr gründlich abspülen. 
Das Gemüse putzen und in Würfel schneiden, die Zwiebel nicht schälen und halbieren. Das Gemüse (außer der Zwiebel und der Tomate) in etwas Butter rundherum anschwitzen, mit Noilly Prat und Weißwein ablöschen. Mit 2 l kaltem Wasser auffüllen und die Karkassen, das Bouquet garni, die frischen Lorbeerblätter, die Zwiebel und die Tomate und den Pfeffer dazugeben. Alles zum Kochen bringen und anschließend auf kleiner Flamme 20 Minuten simmern lassen - der Fond soll auf keinen Fall wallend kochen.
Den fertigen Fond durch ein feines Sieb gießen, dabei die Karkassen aber nicht ausdrücken. Der Fond kann nun portionsweise eingefroren oder auch eingekocht werden. 

Einkochen des Fonds im Backofen
Die Gläser und/oder Flaschen gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Wenn die Gläser direkt mit dem heißen Fond befüllt werden, platzen sie leicht. 
Den Fond ca. 5 Minuten sprudelnd aufkochen, in der Zwischenzeit die Deckel der Gläser und Flaschen in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen und ebenfalls ca. 5 Minuten köcheln. Ich stelle den Trichter, mit dem ich die Gläser und Flaschen befülle, ebenfalls in den Topf, so wird der gleichzeitig sterilisiert.
Den Fond in die Gläser und Flaschen einfüllen und sofort fest verschließen. Die Gläser nicht bis zum Rand befüllen, sondern ca. 2 cm Rand lassen.
Den Backofen auf 180°C Unterhitze aufheizen, eine Fettpfanne auf unterster Stufe einhängen und ca. 2 cm hoch mit kochendem Wasser befüllen. Die Gläser und Flaschen so nebeneinander in die Fettpfanne stellen, dass sie sich nicht berühren und alles 45 Minuten einkochen. 
Die Gläser im Anschluss aus dem Backofen nehmen, nicht im Backofen auskühlen lassen.

Einkochen im Kochtopf
Einen Kochtopf mit Küchenpapier auslegen, die Gläser nebeneinander in den Topf stellen und soviel Wasser angießen, dass die Gläser zu 2/3 im Wasser stehen. Das Wasser sollte ungefähr die Temperatur der Sauce haben.
Das Wasser zum Kochen bringen, den Topf mit einem Deckel verschließen und die Temperatur soweit reduzieren, dass das Wasser noch leicht kocht. Mit geschlossenem Deckel ca. 45 Minuten einkochen, dann die Gläser entnehmen und vollständig abkühlen lassen.

Schwedenwoche, Tag 7: Chokladbollar (Schoko-Haferflockenkugeln)

So, das war's, ich bin durch - im wahrsten Sinne des Wortes. 7 Tage, 7 schwedische Rezepte, das ist gar nicht mal ohne und ein ziemlich großer Unterschied zu den 2 Beiträgen pro Woche, die ich sonst durchschnittlich blogge.  
Trotzdem hat mir diese Themenwoche soviel Spaß gemacht, dass ich gerne demnächst wieder eine Länderwoche durchführen würde. Dann aber länger vorbereitet und nicht vom Teller direkt in den Blog, wie es diese Woche der Fall war. Mal abgesehen davon, dass das schon fast in Arbeit ausartet, ist das Risiko zu groß, dass doch mal was in die Hose geht ;o)
Wie Ihr rechts sehen könnt, hab ich eine kleine Umfrage vorbereitet, an der Ihr Euch bei Interesse sehr gerne beteiligen könnt. 
Welches der dort aufgeführten Länder interessiert Euch kulinarisch besonders? Mit welchem soll ich mich demnächst mal genauer beschäftigen? 
Jeder Teilnehmer hat eine Stimme und kann (theoretisch) einmal abstimmen. Die Umfrage ist bis nächsten Sonntag geöffnet, dann werden die Schotten dicht gemacht und ich mache mich auf die Suche nach interessanten Rezepten. 
Falls Ihr noch andere Ideen für Länder- oder Themenwochen habt, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir einen entsprechenden Kommentar hinterlasst.
 



Der Höhepunkt dieser ersten Länderwoche war für meinen Mann eindeutig die Smörgåstårta, gefolgt von den Köttbullar. Mir hat es dagegen besonders das Knäckebrot und der Glasmästarsill angetan, den gibt's heut übrigens mit Bratkartoffeln und Schmorgurken zu Mittag.

Zum feierlichen Abschluss dieser Themenwoche gibt's heute nochmal was Süßes, mit Schokolade versteht sich. Chokladbollar sind in Schweden eine der beliebtesten hausgemachten Süßigkeiten und, man höre und staune: sie enthalten keinen Zimt! Für mich natürlich Grund genug, sie unbedingt auszuprobieren.

Die Chokladbollar haben durch die Haferflocken eine recht feste Textur und sind natürlich bei weitem nicht so schmelzig wie Pralinen oder Rumkugeln, mir gefällt das aber sehr gut. Beim nächsten Mal würde ich den Zucker (ich verwende immer Rohrohrzucker) unbedingt vorher mahlen, da er sich nicht auflöst und die Kugeln daher etwas crunchig sind oder eben Puderzucker verwenden.

Zutaten
200 g zarte Haferflocken
150 g Rohrohrzucker, gemahlen oder Puderzucker
1/2 TL gemahlene Vanille
50 g Kakaopulver
2 EL kalter Espresso
200 g Butter

Kokosflocken oder Hagelzucker zum Wälzen der Kugeln

Zubereitung
Die Haferflocken in einem Foodprozessor etwas mahlen, sie sollen aber nicht zu Mehl gemahlen werden. 
Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und eine halbe Stunde im Kühlschrank kalt stellen. 
Kleine Kugeln aus der Masse formen und in Kokosraspeln oder Hagelzucker wenden.
Quelle: She Simmers