Schwedenwoche, Tag 1: Köttbullar (schwedische Hackbällchen)

Herzlich willkommen zur Schwedenwoche im KuLa!

Anlässlich der bevorstehenden Hochzeit im schwedischen Königshaus haben wir im Alles Hausgemacht!-Forum beschlossen, eine schwedische Woche zu veranstalten. Diese Woche gibt's also lauter schwedische Spezialitäten.
Und womit startet jemand wie ich, die in einer IKEA-Musterwohnung wohnt und den IKEA-Katalog früher auswendig rezitieren konnte in eine Schwedenwoche? Logisch, mit Köttbullar - übrigens nicht Köttbullar ausgesprochen, sondern je nach Region Schött- oder Chöttbullar [ɕœtbɵlːar] - in der KuLa-Version auch garantiert frei von Pferdefleisch ;-)

Wie bei deutschen Hackbällchen, Frikadellen oder Buletten, gibt's auch in Schweden die verschiedensten Wege, die in diesem Fall nicht nach Rom, sondern zu nem Teller leckerer Köttbullar führen. Die einen machen sie nur aus Fleisch, Zwiebeln und Gewürzen, die anderen geben noch Paniermehl dazu oder, und für diese Version habe ich mich entschieden, auch noch Kartoffel.
Die Kartoffel bewirkt, dass die Köttbullar unvergleichlich zart werden, die zerfallen schon, wenn man sich ihnen auch nur auf 10 cm mit der Gabel nähert. Hat natürlich zur Folge, dass sie beim Braten nicht so richtig rund bleiben, aber das ist alles nur Fassade - hier zählen eindeutig die inneren Werte!
Ganz wichtig ist, dass Ihr wirklich mit einer großzügigen Prise gemahlenem Piment würzt, die gibt nämlich das gewisse Etwas (Piment ist übrigens auch die geheime Zutat in einem anständigen Bremer Grünkohl - ohne Piment schmeckt der nicht). 
Anstelle von normalen Semmelbröseln habe ich Panko verwendet, das hat den Vorteil, dass keine Rinde mit verarbeitet wird und die Hackällchen lockerer macht. Wenn Ihr im Asiashop Panko kauft, müsst Ihr aber aufpassen, dass Ihr eines erwischt, das keine Zusätze beinhaltet, sondern wirklich nur aus Brot besteht. Es gibt einige Marken, die außerdem noch Aromastoffe und diesen ganzen Mist enthalten. 

Noch kurz zur Sauce, ich weiß natürlich, dass es verpöhnt ist, Saucen mit Mehl oder Stärke abzubinden - ich mach es aber trotzdem, so! Natürlich soll die Sauce nicht so dick sein, dass man sie mit nem Löffel abstechen kann, ich mag es aber gerne, wenn sie an den Köttbullar oder Kartoffeln haftet, also wird sie ein wenig gebunden. Wenn Ihr das nicht mögt, lasst diesen Schritt einfach weg. 

Das Rezept für die Köttbullar ist übrigens aus Winterküche von Tanja Dusy*, einem meiner Lieblingskochbücher und angesichts des derzeitigen Wetters sicher angemessen ;o) Sollte der Sommer doch nochmal vorbeischauen und Ihr ein schönes Kochbuch suchen, empfehle ich Euch nach wie vor die Sommerausgabe, Sommerküche*. Es gibt nur ganz wenige Kochbücher, aus denen ich soviel gekocht, gebacken und angerührt habe, wie aus diesem.    

Köttbullar (schwedische Hackbällchen)
Zutaten  
200 g mehligkochende Kartoffeln
30 g Panko oder Semmelbrösel
75 g Sahne
2 Schalotten, fein gewürfelt
1/2 gestrichener TL Piment, gemahlen
1/2 TL Delikatess Paprikapulver
Butterschmalz zum Anschwitzen
500 g Hackfleisch, halb und halb
1 Ei
Salz und Pfeffer

Sauce
200 ml Rinderfond, selbstgemacht
200 ml Sahne
Salz und Pfeffer
1 Prise Piment
1 TL Mehl
kaltes Wasser

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und als Salzkartoffeln weich kochen. Abgießen und auf der ausgeschalteten Herdplatte ausdampfen lassen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.
Das Panko mit der Sahne in eine Schüssel geben und einweichen lassen. Die Schalotten fein würfeln und in Butterschmalz glasig dünsten. Etwas abkühlen lassen und zusammen mit dem Piment und Paprikapulver zum eingeweichten Panko geben. Die Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken und zusammen mit dem Hackfleisch, dem eingeweichten Panko, Ei und den Gewürzen zu einem glatten Fleischteig verkneten.
Mit einem Eiskugelformer gleichmäßige Hackfleischportionen zu kleinen Hackbällchen formen und in Butterschmalz bei mittlerer Hitze von allen Seiten goldbraun braten.
Die Fleischbällchen aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller warm stellen.
Den Bratensatz mit 200 ml Rinderfond ablöschen und die Sahne dazugeben. Etwas einkochen lassen, den Bratensatz lösen und mit Salz, Pfeffer und Piment würzen.
Das Mehl mit etwas kaltem Wasser glatt rühren und nach und nach in die köchelnde Sauce einrühren. Nur soviel einrühren, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Durch ein feines Sieb passieren um Bratensatzreste zu entfernen.
Köttbullar mit Salzkartoffeln, Sauce und einem Klecks Preiselbeeren servieren.
Abgewandelt nach einem Rezept aus Sommerküche von Tanja Dusy* (*= Affiliate-Link)

Kommentare:

Goldengelchen hat gesagt…

Ooooh, das sieht lecker aus. Jetzt krieg ich Hunger!
Viele Grüße, Goldengelchen

Kochfelder hat gesagt…

Aus der "Sommerküche" habe ich auch schon vieles ausprobiert.

Karin hat gesagt…

ohh Schwedenwoche.. DAS ist toll *in die Hände klatsch* ich liebe Köttbullar und Schweden sowieso.
sonnige Grüße Karin

p.s. in Schweden ist es zur Zeit richtig schön sonnig !!

magentratzerl hat gesagt…

Fleischbällchenrezepte gibt es ja wie Sand am Meer - aber diese hier sind meine Kragenweite. Ich mache die auch gerne mit Kartoffeln und Piment.
Machst Du auch Tuunbröd ? :-)

Christina hat gesagt…

Hej Steph,
das sieht köstlich aus. Lustig, ich habe auch sofort an (ohne) Pferdefleisch gedacht! Ich habe auch schon mal welche selber gemacht, die Kartoffeln machen da ne Menge aus, finde ich.

Liebe Grüße!

Flowerstar hat gesagt…

Das sieht lecker aus! Ich bin zugegebenermaßen kein so großer IKEA-Fan (und Köttbullar habe ich dort erst einmal gegessen), aber Fleischbällchen in allen möglichen Variationen gehen immer :).

Nur hilf mir mal auf die Sprünge: Oben schriebst du, du würdest Kartoffeln in die Köttbullar geben. Aber unten im Rezept werden die Kartoffeln nur als Salzkartoffeln erwähnt?!

Liebe Grüße,
Mareike

Barbara hat gesagt…

Die sind ja schön geworden! :-)

Mag ich auch sehr gerne, wobei die Schweden ja meinen, die Sauce sei das Schwierigste. Ich mache neben Piment übrigens auch Koriander und Nelken an die Köttbullar ran.

Du lebst auch in einer Ikea-Ausstellungslandschaft? Kommt mir irgendwie bekannt vor, wobei die alten Möbel von der Qualität noch deutlich besser waren.

Evi hat gesagt…

Oh wie lecker und was für eine tolle Idee mit der Themenwoche! :-)

Ich lieeeebe Köttbullar! :-)


Liebe Grüße,
Evi

teamworkart hat gesagt…

@Flowerstar: Auf die Sprünge, fertig, los...dann findest du im Rezept: "Die Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken und zusammen mit dem Hackfleisch...". Als Beilage dann zusätzlich Salzkartoffeln kochen.
L E C K E R!
LG, Sabine

Steph hat gesagt…

@ Gabi
Hier in Hamburch auch :o)

@ magentratzerl
Aber selbstverständlich - vorausgesetzt, es klappt ;-)
Hab mir schon aus vieeelen Rezepten eines zusammengebastelt, morgen geht's dann los.

@ Mareike
Vielen Dank für den Hinweis, die Kartoffeln hab ich komplett vergessen im Text zu erwähnen - nu isses aber korrigiert :o)

@ Barbara
Koriander & Nelke? Das klingt ja spannend! Ich seh schon, das wird nicht das letzte Köttbullar-Rezept, das ich ausprobiere - zumal mein Mann der wahrscheinlich größste Hackbällchen-Fan der Welt ist.

@ Sabine
Die Kartoffeln hatte ich gestern nachträglich reingeschummelt, nachdem Mareike mich drauf hingewiesen hatte - ich hatte sie kurzerhand unterschlagen ;-)

Saskia hat gesagt…

Mal eine Frage einer Unwissenden: Warum ist es verpönt Soßen mit Mehl oder Stärke abzubinden? Ich dachte immer, das einzige Verpönte ist Soßenbinder?!

Steph hat gesagt…

Heutzutage werden Saucen mit eiskalter Butter abgebunden. Nur wenn keiner hinschaut, kommt evtl. mal die Mehlbutter zum Einsatz...

Saskia hat gesagt…

Ok, dann muss ich mich ja in Acht nehmen, dass mich keiner dabei erwischt.

Nina hat gesagt…

Die sehen klasse aus, Steph!
Ich habe letzlich - in der Pony-Zeit - Köttbullar nach einem Rezept gemacht, das beim Fleischwolf meiner Kitchenaid dabei war. Hat mich allerdings nicht so überzeugt. Deshalb werde ich deine Variante bei Gelegenheit mal ausprobieren.
Ich bereite meine Hackprodukte, sprich Frikadellen etc., übrigens sehr gerne im Backofen zu. Das klappt wunderbar.

Lieben Gruß
Nina

Frollein M hat gesagt…

Hach, Schwedenwoche, das ist toll...
In meine Köttbullar kommt ein ordentlicher Löffel Schmand oder saure Sahne rein. Macht die Bällchen schön saftig und schmeckt toll. Ne andere Variante ist, die Semmelbrösel durch geriebene Mandeln (noch besser: geröstet)zu ersetzen.

Barbara hat gesagt…

Alle Männer sind große Hackbällchenfans! :-)

Und ich sehe gerade, wenn ich hier anständig von oben an gelesen hätte, hätte ich den Grund für die Schwedenwoche gewusst... ;-)

 

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