Butterschmalz, selbstgemacht

Jaja, ich weiß. Butterschmalz gibt es doch in jedem Supermarkt, in fest und mittlerweile auch in flüssig in der Plastik-Quetschflasche und kostet nicht die Welt - weshalb also selbstmachen? Die Antwort ist ganz einfach: Weil es mir Spaß macht, kein großer Aufwand ist, sondern sich nebenbei fast von selbst macht und dazu noch besser schmeckt als gekauftes Butterschmalz, deshalb ;o)

Grob kann man sagen, dass 1 kg Butter ca. 800 g reines Butterschmalz ergibt. Ich stelle immer gleich eine größere Menge her und lasse ca. 2 kg Butter aus, das daraus hergestellte Butterschmalz reicht dann erstmal für die nächsten Monate. 

Zutaten
1 kg Butter
1 Passiertuch

Zubereitung
Die Butter bei milder Hitze in einem Topf schmelzen lassen. Sobald die Butter geschmolzen ist, die Temperatur etwas erhöhen, so dass die Butter etwas aufwallt, sich Eiweiße und der Milchzucker trennen und das Wasser verdunstet. Mit einem Schöpflöffel den Schaum, der sich auf der Oberfläche bildet, immer wieder abschöpfen.
Die sich absetzenden Bestandteile sollen nicht bräunen, dann ist die Temperatur zu hoch!
Sobald das Wasser vollständig verdunstet ist, d.h. keine brodelnden Geräusche mehr zu hören sind, die Butter von der Herdplatte nehmen und etwas ruhen lassen.
Das flüssige Butterschmalz nun entweder vorsichtig in ein Glas füllen und dabei sehr genau darauf achten, dass alle abgesetzten Trübstoffe im Topf bleiben, da diese die Haltbarkeit des Butterschmalzes ungünstig beeinflussen, oder wie ich es mache, das flüssige Butterschmalz durch ein extrafeines Passiertuch gießen. Ohne Deckel auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, dann verschlossen in den Kühlschrank stellen.
Im Kühlschrank erstarrt das Butterschmalz und wird fest.

Vorausgesetzt, man hat ordentlich gearbeitet, hält es sich mehrere Monate.

Kommentare:

Jim hat gesagt…

Solange man Spaß daran hat ist Selbermachen immer gut. Egal wie billig oder einfach die Dinge zu beschaffen sind. Und Butterschmalz braucht ja auch. Was wären denn Kartoffelpuffer nur ohne Butterschmalz!?

lamiacucina hat gesagt…

die Idee mit dem Passiertuch ist gut. Das erlaubt das Abtrennen aller Teilchen. Bis jetzt hatte ich immer gekauftes Butterschmalz verwendet, das beim Braten aber meist eigenartig riecht.

kochschlampe.com hat gesagt…

Auch wenn es einfach und gut klingt - zumal man durch die Wahl der Butter die Qualität ganz sicher entscheidend beeinflussen kann - im Moment ist es mir für so eine Aktion einfach zu warm.

Karin K. hat gesagt…

Aaah, super! Meine Dose Ghee neigt sich grad dem Ende und ich wollte schon eine neue kaufen. Werd es aber jetzt doch mal selber versuchen. Danke!

LG
Karin

Claus hat gesagt…

Ich koche das zeugs bei kleiner Hitze solange bis es hellbraun ist - feiner Nussgeschmack!

Alin hat gesagt…

genau wegen solcher Beiträge ist Dein Blog einzigartig ;)

Suse hat gesagt…

Es gibt noch einen weiteren Grund, Butetrschmalz selbst herzustellen: da ist außer Butter nix anderes drin.
Ganz im Gegensatz zu manch preiswertem Fertigprodukt...

Steph hat gesagt…

@ Jim
Oder Bratkartoffeln! Gar nicht auszudenken, Bratkartoffeln ohne Butterschmalz ;o)

@ Robert
Das Alleinige Abgießen hat mich auch nicht zufrieden gestellt, mit dem Passiertuch klappt es jetzt super.
Du hast Recht, gekauftes Butterschmalz riecht manchmal unangenehm und eigentlich immer weniger intensiv als selbstgemachtes.

@ Kochschlampe
Daher hab ich meinen aktuellen Vorrat auch schon vor 1-2 Monaten angelegt ;o)

@ Karin
Sehr gern geschehen!

@ Cheffe
Einzig, nicht artig ;o)
Vielen Dank!!!

@ Suse
Du hast völlig Recht, den Punkt hab ich total vergessen!

Heidi, die II. hat gesagt…

Ich habe mich schon immer gefragt, wofür man Butterschmalz überhaupt gebrauchen kann...
Nun habe ich die Kommentare abgewartet und bin genau so schlau, als wie zuvor....
Hmmm - ich esse Karfoffelpuffer und Bratkartoffeln nämlich am liebsten mit kross ausgelassenem, schön geräucherten Speck - da gibt es für mich einfach nichts besseres - und die Energiebilanz zu Butterschmalz ist nicht schlimmer...
Nein im Ernst: wofür ist Butterschmalz noch zu gebrauchen, zudem wirklich eine Alternative zu Speck... :-(
Die Verwendung kann ich mir immer noch nicht vorstellen, bis auf die Tatsache, dass käufliches mit Sicherheit irgendwelche Farb- und Haltbarkeits- und sonstige (unnötigen) Zusätze enthält... das ist aber ein Argument zum selber machen!!!!

Steph hat gesagt…

Tach Heidi :o)

Also ich verwende Butterschmalz immer dann, wenn ich etwas brate und einen leckeren Buttergeschmack haben möchte, das kann von Fisch über Fleisch bis eben zu Bratkartoffeln Vieles sein.
Da sich Butterschmalz viel höher erhitzen lässt als Butter, verwende ich es auch zum scharfen Anbraten von Schmorgerichten oder Braten.

Kurz gesagt, überall dort, wo Butter zum Braten verwendet wird, nehme ich Butterschmalz ;o)

Ah, eine Ausnahme gibt es! Wenn ich eine Nussbutter brauche, verwende ich keinen Butterschmalz, sondern halt nen Stich Butter - logisch eigentlich ;o)

Heidi, die II. hat gesagt…

Mönsch -nich mal Moin hab ich gesagt:

Moin Steph,

siehst Du - sowas wusste unsereiner nicht... sogar bei einem Braten mache ich relativ viel mit Speck...
Aber den Unterschied sollte ich wirklich einmal herausfinden... (hält das bei einem Steak/Schnitzel durch, ohne zu verbrennen????)
Die Herstellung ist ja echt nicht schwer - und gekauft hätte ich das Zeugs nie und nimmer nich... ;-)
Dankeschön für die Auskunft! Dazu lernen geht immer!

Steph hat gesagt…

Guck mal hier

http://warenkunde.suite101.de/article.cfm/butterschmalz_in_der_kueche

http://de.wikipedia.org/wiki/Rauchpunkt

Da wird der Einsatz von Butterschmalz viel besser erklärt, als ich das jemals könnte ;o)

Heidi, die II. hat gesagt…

Nur noch schnell Bescheid gebe: freu, freu, freu...
den ersten Link habe ich gleich abgespeichert... (da gibt's ja noch mehr...), na und ob man damit eine Menge machen kann...
Was mache ich wohl als nächstes....
;-) na Butter kaufen ;-)

Nochmal Danke an Dich!

tobias kocht! hat gesagt…

Wieder was gelernt. Danke!

severin hat gesagt…

zu der frage, wozu das Butterschmalz zu gebrauchen ist... probiert mal Wiener Schnitzel gebacken in Butterschmalz; ein Traum!

Noch eine Frage: Daueraufbewahrung dann aber auch im Kühlschrank... oder reicht ein kalter Kellerraum?

Steph hat gesagt…

@ Heidi
Du weißt ja, immer wieder gerne!

Viel Spaß beim Schmalzen ;o)

@ severin
Wenn man wirklich 100%ig sauber gearbeitet hat und absolut keine Rückstände mehr im Butterschmalz verblieben sind, kann man das Butterschmalz sogar bei Zimmertemperatur lagern und es hält sich monatelang - ich bin das Risiko ehrlich gesagt noch nicht eingegangen und lager es im Kühlschrank.

kitchen roach/galley roach hat gesagt…

Schoen, das Rezept. Vielleicht traue ich mich jetzt auch mal daran es selbst zu machen.

Andreas hat gesagt…

Grundzutaten selbermachen... da bin ich auch für zu haben. Schießlich möchte ich lernen, verstehen und selbst über die Qualität meines Essen entscheiden.
Man muss es ja nicht als Diktat verstehen.

P.S.: Schöne Fotos.

Anonym hat gesagt…

ok ich habe jetzt bestimmt ne stunde das zeug gekocht, und das auf der kleinsten stufe die unser herd bietet da es dann immer noch geblubbert hat.

dann habe ich leider etwas zeit verplämpert und nicht augepasst und es ist zu durchsichtig bräunlicher flüssigkeit mutiert.

ich weis es ist mein fehler, und wenn man bei solcher aufgabe scheitert sollte man echt fragen ob man weiter kochen sollte^^

ich frage nur um zu wissen ob ich das zeug noch gebrauchen kann und was da eigentlich jetzt entstanden ist.

und wielange köchelt es in der regel bei euch bis ihr es filtert?

Anonym hat gesagt…

ok es ist mitlerweile im kuelschran zu einer gelbgräulichen masse erstarrt

Anonym hat gesagt…

boooooaaaah.....brauchte butterschmalz, nach alten omarezept zum jrünkohl...reichlich butter habe ike ja immer da...habs mir jetraut...boooaaah, ist dit een hammer jeschmack...ab jetze nur noch so...dankööö

Anonym hat gesagt…

Gibt es einen Unterschied zwischen Ghee und Butterschmalz oder ist es nur der Name? Die Herstellung ist ja so wie ich es sehe die selbe.

LG
Silvio

Steph hat gesagt…

Es gibt verschiedene Methoden, Ghee herzustellen, die gebräuchlichste ist jedoch die Schmelzmethode, die auch beim hierzulande bekannten Butterschmalz verwendet wird - im Endeffekt ist Butterschmalz also auch Ghee-Variante.

Martina hat gesagt…

Als Antwort auf die Frage wozu man Butterschmalz verwendet: Butterschmalz belastet nicht die Leber, ist somit sehr leicht bekömmlich und sehr gut geeignet bei Cholesterin-Problemen. Ebenso gut geeignet ist naturbelassenes Kokosöl, welches allerdings doch etwas teurer ist.
LG
Martina

Marei hat gesagt…

Das ist ja wirklich total simpel gemacht! Ich bin begeistert und habe es eben zum zweiten Mal ausprobiert (dieses Mal war natürlich der Herd zu heiß, nun ist es eben nussig..)!

Allerdings habe ich kein Passiertuch, stattdessen habe ich einfach einen Teefilter genommen, die Nähte fast komplett aufgerissen und dann mit einem Gummiband übers Glas gehängt! So mal als Tipp für diejenigen, die auch keins haben. Funktioniert super und das hängenbleibende Fett landet nicht im Abwaschwasser sondern im Restmüll. Da kann man sich sogar das Schaum-abschöpfen sparen.

DANKE für diese vielen schönen Grundrezepte bei dir im KuLa, Steph!

 

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