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Finkenwerder Scholle

Der Mai hat begonnen! Ok, damit erzähl ich Euch wahrscheinlich nix Neues und so spannend ist diese Mitteilung auch nicht, hier oben an der Küste (bzw. in Reichweite) bedeutet das aber, dass die Maischollensaison angefangen hat! 
Für mich ist das ein besonderes Ereignis, ich liebe nämlich Scholle. Wie alles, was aus dem Meer kommt, essen wir auch Scholle nur selten, zur Saison muss das aber sein. Am liebsten Finkenwerder Art, zum Finkenwerder Schollenfest auch unbedingt geräuchert und demnächst sind noch Fish 'n' Chips mit Scholle dran. 
Danach ist dann wieder Schluss und wir warten geduldig bis zum nächsten Jahr.

Die richtig original Finkenwerder Scholle wird ohne Krabben zubereitet, da ich Krabben aber über alles liebe, hab ich kurzerhand eine Kreuzung aus Finkenwerder und Büsumer Art zubereitet. Büsumer Art = Krabben, aber kein Speck, dabei schmeckt gerade die Kombination aus beidem so besonders großartig. Selbstverständlich dürfen die Krabben die Pfanne nur ganz kurz von innen sehen, sonst werden sie trocken und hart. Sie sollen nur leicht erwärmt werden und kommen dann sofort auf den Teller.

Die Krabben kauft Ihr am besten beim Fischhändler, wenn Ihr bekommt unbedingt ungepuhlt, der Unterschied zwischen selbst frisch gepuhlten und dem Ex- und Importzeugs, das nicht nur mehrfach gewaschen wird, sondern auch ne halbe Weltreise hinter sich hat, ist mit Worten kaum zu beschreiben - da liegen Welten dazwischen. Falls Ihr nur die eingeschweiste Supermarktware bekommt, lasst die Krabben lieber weg, die sind ihr Geld wirklich nicht wert.
Den Speck kauft unbedingt am Stück und mit Schwarte, die könnt Ihr dann nämlich auslassen und darin die Scholle braten. Ich bewahre mir die Speckschwarte immer auf und verwende sie dann bei nächster Gelegenheit zum Braten von Kartoffeln, Fisch oder anderen herzhaften Gerichten, das verleiht dem Essen ein ganz wunderbares Aroma. Ihr wisst ja, alles schmeckt lecker mit Speck ;o)


Zutaten
4 Schollen, küchenfertig zubereitet
Salz und Pfeffer
Mehl
Butterschmalz

Krabben-Speckstippe
1 Zwiebel, fein gewürfelt
200 g durchwachsener Speck im Stück (mit Schwarte)
100 g frisches Nordseekrabbenfleisch (Granat)
2 EL glatte Petersilie, fein gehackt

Außerdem
kleine, neue Kartoffeln
Butterschmalz
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und Salzwasser gar kochen. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln auf der ausgeschalteten Herdplatte gründlich ausdampfen lassen. Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffeln bei mittlerer Hitze von allen Seiten langsam goldbraun braten.

In der Zwischenzeit die Schollen unter fließendem Wasser gründlich abspülen und mit Küchenpapier trockentupfen. Für die Speckstippe die Schwarte des Specks abschneiden und beiseite legen. Die Zwiebeln in feine Würfel und den Speck in feine Streifen schneiden und beides bei mittlerer Hitze in einer Pfanne goldbraun braten. Beiseite stellen.
In einer zweiten Pfanne die Speckschwarte bei mittlerer Hitze langsam auslassen. Die Schollen mit Salz und Pfeffer würzen und beidseitig in Mehl wenden. Überschüssiges Mehl abklopfen und die Schollen im heißen Speckfett mit der hellen Seite nach unten bei mittlerer Hitze goldbraun braten, evtl. noch etwas Butterschmalz dazugeben.
Je nach Größe der Scholle, nach 4-5 Minuten wenden und nochmals auf der dunklen Seite ca. 3-4 Minuten braten.
Die Pfanne mit dem Speck wieder erwärmen und direkt vor dem Servieren die Krabben und die Petersilie dazugeben. Die Krabben sollen nur erwärmt werden, aber nicht durchgaren, da sie sonst trocken werden. 

Die goldbraun gebratenen Schollen mit der weißen Seite nach oben auf Tellern anrichten, etwas von der Speckstippe darauf geben und die gebratenen Kartoffeln dazu reichen. 

Paris in meiner Küche [Rezension]

Ich hänge mal wieder ein wenig hinterher. Diese Rezension wollte ich eigentlich noch vor Ostern bloggen, bin dann aber doch nicht dazu gekommen, also gibt es sie heute. So ein Sonntagnachmittag auf dem Sofa mit ner Tasse Tee und einer Kochbuchrezension ist doch auch nicht zu verachten, oder? Ist eh zu kalt für einen Sonntagsspaziergang...

Das heutige Rezensionsbuch Paris in meiner Küche* von Rachel Khoo beschäftigt sich mal wieder mit der französischen Küche (sagt ja schon der Name). Ich bin ganz begeistert, wie stark die Frankreichabteilung in meinem Bücherregal in den letzten Monaten zugelegt hat. Besonders im Sommer werde ich sicher wieder einige interessante französische Rezepte vorstellen. 

Paris in meiner Küche © Dorling Kindersley
Erster Eindruck
Paris in meiner Küche ist ein ausgesprochen farbenfrohes und reich bebildertes Buch. Beim ersten Durchblättern war ich sofort sehr begeistert und ich wäre am liebsten direkt in die Küche durchgestartet, um die vielen schönen Rezepte auszuprobieren. Bei der zweiten Durchschau hat sich dieser erste Eindruck leider nicht durchgehend bestätigt. 
Paris in meiner Küche bietet insgesamt 120 Rezepte aus der französischen Alltags-, Land- und Bistroküche, die Rezepte sind allesamt leicht nachvollziehbar und ohne allzugroßen Aufwand und Erfahrung umsetzbar.
Ich, mit meinem Faible für Kochbücher und einem nicht ganz unbeträchtlichen "Rezeptlager", gehöre aber wahrscheinlich eher nicht zur Zielgruppe. Angesprochen werden hier vor allem Frauen (Paris in meiner Küche ist ein ausgesprochenes Mädchenbuch ;o) ) zwischen 20 und 30, die noch nicht ganz soviel Kocherfahrung und auch noch keine 300(+) Kochbücher im Regal stehen, dafür aber eine Vorliebe für die französische Küche und Lebensart haben. 
Wenn diese Merkmale auf Euch zutreffen, lest unbedingt weiter, denn dann wird Euch Paris in meiner Küche sicher gefallen und Ihr werdet viel Freude damit haben.

Paris in meiner Küche © Dorling Kindersley
Inhalt & Gestaltung
Besonders haben mich auf Anhieb die wunderschönen Rezept- und Szenenfotos beeindruckt. David Loftus (sonst "Hof-Fotograf" von Jamie Oliver) fängt auf ganz wunderbare Weise das französische Lebensgefühl ein. Die Rezeptfotos sind aus dem Leben gegriffen - genauso können die Gerichte bei Euch auch aussehen und da die meisten Rezepte handwerklich nicht besonders anspruchsvoll sind, ist auch Kochanfängern ein gutes Ergebnis gewiss.
Nahezu jedes Rezept ist bebildert und "zwischendrin" finden sich reichlich Fotos aus dem Pariser Alltag, die Lust auf den nächsten Parisbesuch machen. Mit Ausnahme einiger ganz weniger Rezepte werden fast alle Rezepte auf einer Doppelseite (Rezept + Foto) präsentiert.

Gegliedert ist das Buch in folgende Kapitel: 
Alltagsküche ~ Snack-Zeit ~ Sommer-Picknicks ~ Essen mit Freunden & Familie ~ Desserts ~ Grundrezepte ~ Hinweise ~ Pariser Adressen

Im abschließenden Register sind sowohl die Zutaten, als auch die Rezeptnamen aufgelistet.
Paris in meiner Küche © Dorling Kindersley
Rezepte 
Die Rezeptauswahl umfasst die bekanntesten französischen und Pariser Gerichte, von der Crème Caramel, über das Boeuf Bourguignon, die Pissaladière oder das Pot-au-Feu ist alles mit dabei, und noch vieles mehr, denn Rachel Khoo präsentiert auch weniger bekannte Rezepte. 
Die ganz großen Überraschungen bleiben aber aus. Wer die französische Küche kennt und evtl. sogar bereits ein französisches Kochbuch hat, der wird hier wahrscheinlich wenig neue Anregungen finden. Wenn Eure Frankreichabteilung aber noch Luft nach oben hat, dann werdet Ihr hier viele leckere Rezepte finden, die Lust auf mehr machen.
Bei der Wahl des Rezensionsrezeptes habe ich mich spontan für die Croque Madame Muffins entschieden, die uns auch sehr gut gefallen haben - eine sehr schöne Abwandlung des bekannten Sandwichklassikers. Außerdem steht unbedingt noch das Zitronen-Lavendel-Hähnchen (s.u.) auf dem Plan - sobald der Lavendel blüht. 

Paris in meiner Küche © Dorling Kindersley
Fazit
Paris in meiner Küche ist ein ausgesprochen schönes Kochbuch mit sehr viel Charme. Es sprüht geradezu vor Lebensfreude und macht große Lust auf die französische Küche. Für erfahrene Hobbyköche mit umfangreicher Kochbuch- bibliothek weniger geeignet, spricht es ein junges, vornehmlich weibliches Publikum an. Ein wunderbares "Einsteigerbuch" für alle Jungebliebenen mit Appetit auf die französische Küche :o) 

Rachel Khoo
Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, 120 Rezepte
Dorling Kindersley, 2012
ISBN13: 978-3831022601 
Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieser Rezension hat der Verlag und/oder der Autor dieses Buches aber selbstverständlich keinen Einfluss genommen.
Der Inhalt dieser Rezension entspricht 100%ig meinem persönlichen Eindruck des Buches. 

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Schokoladen-Guinness-Eiscreme

Ich weiß gar nicht, ob ich Euch schon mal erzählt habe, dass im letzten Jahr eine Laktoseintoleranz bei mir diagnostiziert wurde - wahrscheinlich ne Spätfolge der ollen Chemo. Glücklicherweise bedeutet das, anders als Gluten- oder Fruktose- intoleranzen, ja aber heutzutage kaum noch eine nennenswerte Einschränkung, da es mittlerweile sehr gute und vor allem leckere laktosefreie Produkte gibt. Schwierig wird es nur, wenn man außer Haus isst, da springt einen die Laktose förmlich aus allen Ecken an - nicht zuletzt natürlich in der Eisdiele. 

Ich mag Fruchteis zwar grundsätzlich lieber als Milcheis, ab und zu eine Kugel Schokoladen- oder noch besser Zabaione-Eiscreme (das Rezept dafür gibt's nächste Woche), muss aber schon sein - eingeschoben, zwischen zwei Kugeln Zitroneneis versteht sich :o)
Da natürlich die wenigsten Milcheissorten in der Eisdiele laktosefrei sind, habe ich mir jetzt noch fester als eh schon vorgenommen, regelmäßig selbst Eis herzustellen. Da weiß ich nicht nur 100%ig, dass es laktosefrei ist, sondern kann auch ansonsten selbst bestimmen, was reinkommt.

Meine Eis-Karte ist ja schon recht ordentlich, zukünftig werde ich aber jeden Freitag - sofern ich nicht grad mal wieder ne Themenwoche veranstalte - eine neue Sorte Eis vorstellen. 

Schokoladen-Guinness-Eiscreme
Da ich immer wieder Fragen zu meiner Eismaschine bekomme, stelle ich Euch heute mal meine alte, aber selbstverständlich auch die neue vor. 
Bis vor ein paar Wochen hatte ich eine Unold Cortina* und war eigentlich rundum zufrieden mit ihr. Die Cortina ist eine Kompressormaschine mit 1,5 Litern Fassungsvermögen - vergesst direkt mal diese kleinen Akku-Eismaschinen, deren Gefrierbehälter erst tagelang im Gefrierschrank vorgefroren werden muss, bevor man ihn dann einmal verwenden kann. Diese Geräte sind, im Vergleich zu einer Kompressormaschine ihr Geld absolut nicht wert.

Der Motor der Cortina ist sehr ordentlich, so dass man (je nach Temperatur der Eisbasis) in ca. 45 Minuten ein leckeres Eis hergestellt hat. Im Gegensatz zu den Akkumaschinen ist dann aber nicht Schluss, sondern Ihr könnt theoretisch den ganzen Tag so weitermachen und Eure gesamte Familie und Nachbarschaft mit Eis versorgen. Beide Geräte, die ich Euch heute vorstelle, sind nämlich für den Dauerbetrieb ausgelegt. 
Wenn es im Sommer so richtig heiß wird, könnt Ihr auch einfach nen normalen Fruchtsaft reingeben und habt nach einer halben Stunde ein leckeres Sorbet, das Euch nicht nur die Kinder aus den Händen reißen. Ihr werdet also spätestens im Hochsommer die beliebteste Person weit und breit sein ;o)

Die Cortina hat mich in der gesamten Zeit nicht einmal enttäuscht, sondern immer sehr zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Sie kann ja nichts dafür, dass ich für meine Kochtreffen eine etwas größere Eismaschine brauche, denn das war der einzige Grund, weshalb ich mich nach einem anderen Modell umgesehen habe.

...und sie rührt, und rührt, und rührt...

Gefunden hab ich wieder eine Unold, diesmal das brandneue Modell, die Unold Gusto*, mit zwei deutlichen Verbesserungen.
Gefrierbehälter Unold Gusto
Der Eisbehälter hat mit maximal 2 Litern jetzt ein um 500 ml vergrößertes Fassungsvermögen und der Stiel in der Mitte des Eisbehälters, auf den der Rührer gesetzt wird, ist fast komplett weggefallen. Nach dem Entfernen des Rührers bleibt nur noch ein kleiner Nubsie am Boden des Behälters, der aber nicht weiter stört. Das Entnehmen der Eiscreme wird so deutlich erleichtert. 
Außerdem ist das Menü etwas anders aufgeteilt und besser anwählbar, das spielt für mich aber keine so große Rolle. 
Ich hab die Gusto bereits einige Male in Betrieb gehabt und bin absolut zufrieden. Die Cortina war bereits klasse, die Gusto ist aber sogar noch besser.

Natürlich ist die Gusto nicht gerade günstig, besonders für den normalen Gebrauch genügt die Cortina selbstverständlich auch vollkommen. Ab und zu ist sie auf 129€ reduziert im Angebot - falls es also nicht eilt, schaut und hört Euch einfach mal um. 

So, und nach der ganzen Theorie bekommt Ihr jetzt natürlich auch noch das versprochene Eisrezept. Heute hab ich das neue Lieblings-Schokoladeneis meines Mannes für Euch. Ich mag ja das oben verlinkte dunkle lieber, für ihn muss es ab sofort aber dieses sein. 
Obendruff gab's noch nen Schuss Schoko-Espresso-Sirup und ein paar grob gehackte schokolierte Kaffeebohnen - und ne Waffel, aber die ist nur Deko und schmeckt nicht ;o)

Eismaschine Unold Gusto
Zutaten 
200 g Milchschokolade
250 ml Milch 
50 g Invertzuckersirup
50 g Zucker
1/4 TL Salz
5 Eigelbe
250 ml Sahne
180 ml Guinness
1 TL Vanille-Extrakt

Zubereitung 
Die Schokolade in eine große Schüssel geben und ein feines Haarsieb darüberhängen.
Die Milch mit der Sahne, Invertzuckersirup, Zucker und Salz in einem Topf verrühren und erhitzen. In einer zweiten Schüssel die Eier verkleppern. 
Sobald die Milch/Sahnemishcung erwärmt ist, in einem dünnen Strahl unter stetigem Rühren in die Eier einfließen lassen. Alles gut miteinander verrühren, dann die Masse zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze weiter erhitzen, dabei stetig weiterrühren, da sonst die Eier gerinnen. 
Sobald die Masse deutlich eingedickt und schön cremig geworden ist, durch das Sieb in die Schokolade gießen und rühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist. Abschließend das Guinness unterrühren.
Kaltes Wasser in das Spülbecken einlaufen lassen und die Schüssel mit der Eismasse hineinstellen und kaltrühren. 
Sobald sie Masse runtergekühlt ist, kann sie entweder in der Eismaschine geforen werden, oder über Nacht im Kühlschrank weiter runtergekühlt werden, um am nächsten Tag weiterverarbeitet zu werden.

Die Eismasse in die Eismaschine geben und für ca. 45 Minuten gefrieren, dann entweder sofort servieren, oder in einem vorgefrorenen Metallbehälter umfüllen und nochmals für ca. 2 Stunden im Gefrierschrank festwerden lassen. Das Eis ist dann fester und lässt sich besser portionieren.

Zubereitung mit dem Thermomix
Die Schokolade grob zerbrechen, in den Mixtopf geben und 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern, in eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen. Die Vanilleschote mit einem scharfen Messer längs aufschneiden und das Mark mit dem Messerrücken herausschaben. 
Vanillemark, Sahne, Milch, Guinness, Eigelbe, Salz und Zucker in den Mixbecher geben, den Rühraufsatz einsetzen und 10 Sekunden auf Stufe 4 verrühren, dann für 15 Minuten bei 90°C auf Stufe 2 köcheln lassen, die Masse dickt währenddessen ein.
Den Thermomix auf 2 Minuten einstellen und die gehackte Schokolade bei Stufe 2 ins laufende, nicht mehr heizende  Gerät einstreuen. Evtl. noch eine Minute länger laufen lassen, je nachdem, wie gut die Schokolade aufgelöst ist. 

Kaltes Wasser in die Spüle einlaufen lassen und den Mixbecher reinstellen. Die Eismasse auf Zimmertemperatur herunterkühlen, dann in der Eismaschine für ca. 45 Minuten gefrieren. Entweder sofort servieren oder in einen vorgekühlten Behälter umfüllen und nochmals für 1-2 Stunden im Gefrierschrank fest werden lassen. Das Eis ist dann fester und lässt sich besser portionieren.
Quelle: The Perfect Scoop - David Lebovitz*

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Spargel, eingeweckt

Ich muss Euch was beichten: 

Ich. Mag. Spargel. Aus. Dem. Glas.

Er gehört nicht zu meinen Leibspeisen, wenn ich mir aber eine "Kleine 9" zubereite, dann MUSS es Spargel aus dem Glas sein - mit frischem Spargel schmeckt das nicht und außerdem wurde es schon vor 15 Jahren in der Baguetterie Filou in Bremen Vegesack so gemacht und ich mache es auch heute noch, auch wenn die Baguetterie mein Lieblingsbaguette mittlerweile von der Karte gestrichen hat. Banausen.

In der Zwischenzeit hab ich ja sogar schon die zweitbeste Currysauce der Welt nachgebaut (meine ist jetzt selbstverständlich die weltbeste, versteht sich von selbst), jetzt ist es endlich an der Zeit, den Spargel selbst einzuwecken und so von diesem Importzeugs aus China wegzukommen. 
In den meisten Fällen hat dieser Spargel aus dem Glas nämlich bereits eine Reise um den halben Globus hinter sich, wenn er hier auf dem Teller landet. Das muss nicht sein, das können wir auch selbst aus regionalem Spargel machen.


Jetzt mal von meiner "Interpretation" der Kleinen 9 abgesehen (knuspriges Fladenbrot, Salat, Spargel, Tomatenscheiben, Käse -> Kontaktgrill. Dann mit viel Currysauce bestreichen und den ebenfalls gegrillten Brotdeckel draufsetzen), esse ich diesen Spargel aus dem Glas nicht. Ich mag nämlich eigentlich gar keinen weißen Spargel. 
Den grünen, den liebe ich, weißen Spargel finde ich aber maximal "geht so" - wenn's nicht grad um die Kleine 9 geht ;o)

Damit ich bis zum nächsten Jahr nicht wieder vergesse, wie das mit dem Einwecken des Spargels funktioniert und meine Mama mit ständigen Rückfragen nerven muss, gibt's heute das Rezept für eingeweckten Spargel. 

Vielleicht ist das ja auch was für Euch, es spart auf jeden Fall den Platz im Gefrierschrank. Für eine Suppe ist der eingeweckte Spargel sicher gut verwendbar, meine Mama gibt ihn gerne in die Hühnersuppe oder kocht eine Spargelsuppe daraus. 

Um zu verhindern, dass der Spargel bei Einkochen zu sehr auslaugt, werden die Spargelschalen und die holzigen Endstücken ausgekocht und das entstandene Spargelwasser zum Auffüllen der Gläser verwendet. Meine Mama füllt sich sogar etwas Spargelwasser in Extragläser und verwendet es später für Spargelsuppen. 

Ich habe aus 2 kg weißem Spargel insgesamt 9 kleine Gläser herausbekommen. Das wird sicher übers Jahr reichen, so dass ich ab sofort eine Kleine 9 mit regionalem, selbst eingeweckten Spargel zubereiten kann. 

Ich liebe meine Vorräte ;o)

Zutaten 
weißer oder grüner Spargel 

Außerdem
Zucker 
Salz
Wasser

Zubereitung 
Den Spargel waschen, die holzigen Enden abschneiden und den Spargel gründlich schälen. 
Die Schalen und Endstücke in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Das Wasser mit Salz und etwas Zucker würzen, dann zum Kochen bringen und die Spargelschalen bei mittlerer Hitze auskochen. 

In der Zwischenzeit die Gläser spülen und bei 150°C im Backofen für 15 Minuten sterilisieren. Die Glasdeckel in einen Topf geben, einen Schuss Essig dazugeben und mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen und für 5 Minuten auskochen. Die sterilisierten Gläser aus dem Backofen nehmen und kurz abkühlen lassen. 
Den geschälten Spargel in Stücke schneiden und möglichst dicht an dicht in die Gläser füllen. Mit Spargelwasser auffüllen und fest verschließen.

Die Gläser in einen großen Topf stellen und mit Wasser auffüllen. Die Gläser sollen zu 3/4 im Wasser stehen und das Wasser sollte zu Beginn in Etwa die Temperatur des Glasinhalts haben. 
Den Deckel auflegen, zum Kochen bringen und bei 100°C für 120 Minuten einkochen. 
Die Gläser entnehmen und vollständig abkühlen lassen.
Quelle: Mama

übern Tellerrand, heute: Meine süße Werkstatt

übern Tellerrand
Wenn ich eine Torte baue, dann sind das immer sehr einfache Konstruktionen. Ich schichte die Böden abwechselnd mit der Füllung übereinander, verschmier die Creme außen n büschen und obendruff kommen evtl. noch ein paar Streusel oder ähnliches. Für anspruchsvollere Designs reicht mein Talent leider nicht aus, ich bin ja schon froh, wenn die Torte einigermaßen gerade ist ist und nicht mit einem Nachbau des schiefen Turms von Pisa verwechselt werden kann... ;o)
Zuckerbasteleien und Dekorationen, wie sie mein heutiger Stargast Barbara betreibt, kommen für mich natürlich überhaupt nicht in Frage. Ich würde die Modeliermasse wahrscheinlich spätestens nach einer halben Stunde in einem Anfall cholerischer Raserei an die nächstgelegene Wand werfen - könnte man mit etwas gutem Willen wahrscheinlich auch als Kunst bezeichnen, ist aber sicher nicht der Sinn der Sache. 
Also überlasse ich derlei Kunstfertigkeiten lieber den Kollegen und Kolleginnen, die sich mit sowas auskennen. Ich freue mich sehr, Euch heute die liebe Barbara und ihren Blog meine süße Werkstatt vorstellen zu dürfen. 
Wenn Ihr noch einen leckeren Kuchen für den morgigen Feiertag sucht, dann seid Ihr bei Ihr genau richtig und auch sonst gibt es eine ganze Menge bei ihr zu entdecken. Viel Spaß beim Stöbern und vielen Dank an Barbara für diesen schönen Gastbeitrag! 

Ich freue mich riesig, heute im KuLa Gast sein zu dürfen. Der kleine Kuriositätenladen war eigentlich der erste Blog, den ich regelmäßig gelesen habe, nachdem ich ihn vor ungefähr 3 Jahren auf der Suche nach einer Anleitung, um Ricotta selbst zu machen, gefunden habe. Die Ricotta hat geklappt und ich bin hier hängengeblieben.
Ich selbst blogge bedeutend kürzer. Meine süße Werkstatt gibt es erst seit ungefähr einem Jahr und drei Monaten. Wie man am Namen unschwer erkennen kann, geht es bei mir hauptsächlich süß zu. Es wird gebacken, Eis oder Süßigkeiten gemacht und es gibt auch mal ein Dessert oder Süßes zum Mittagessen.



Und dann geht es noch ab und zu um mein weiteres Hobby: ich versuche mich gern an Zuckerbasteleien, vorwiegend Modellierungen oder Blumen, die dann meist als Dekoration auf einer Torte landen. Ganze Motivtorten gibt es sehr selten, da sogar uns das dann doch zu süß wird.

Um das Ganze abzurunden findet sich auch immer wieder eine Buchvorstellung von Büchern zu süßen Themen auf meinem Blog. Das kann ein ganz normales Backbuch sein oder auch mal ein Buch über die Verwertung von Obst (man könnte mich auch langsam als kochbuchsüchtig bezeichnen).
Gebacken und dabei rumprobiert habe ich schon von klein auf sehr viel, deshalb ist das wohl auch der Schwerpunkt auf meinem Blog (und es hat auch irgendwann zu meiner Berufswahl Lebensmitteltechnologie geführt). Immer samstags war bei uns Backtag und wir drei Kinder durften helfen. Besonders beliebt war natürlich das Teigschlecken und so gab es jedes mal Streit, weil das Handrührgerät nur 2 Teighaken anstelle der erforderlichen drei hatte.

Jetzt habe ich selbst zwei kleine Mädchen, die gerne Kuchenteig schlecken (oft lieber als den fertigen Kuchen...). Zum Glück ist mein Mann ein richtiger Kaffeeonkel und ist dazu gerne auch mal immer ein Stück Kuchen.
Allerdings geht ihm meine Rumprobiererei manchmal ein bisschen auf den Keks die Nerven.
Bei mir gibt es nämlich fast nichts zweimal. Es muss doch so viel getestet werden... Mal ist es ein neues Gewürz, mal eine neue Kombination an Zutaten oder eine andere Herstellungsweise oder einfach ein interessantes Rezept.

Die Mischung an Rezepten in der süssen Werkstatt ist kunterbunt, aber meistens sind es ein bisschen aufgepeppte Kuchen oder Gebäcke für jeden Tag, oft auch angehaucht vom Schwabenländle, wo ich herkomme (und auch nie für längere Zeit herausgekommen bin). Zu besonderen Tagen dürfen es dann auch mal ein oder zwei Torten sein, meist aber eher leicht modernisierte klassische Torten, nicht unbedingt die mir persönlich oft viel etwas zu süßen und schweren amerikanisch angehauchten Buttercremes.

Ich wollte, dass das hierher mitgebrachte Rezept eigentlich typisch für meinen Blog, aber trotzdem ein bisschen besonders sein soll und mit einem vertretbaren Zeitaufwand nachbackbar ist.
Man könnte schon fast sagen, dass Schokolade und Karamell zu meinen Grundnahrungsmitteln gehören, deshalb standen die beiden als Hauptzutaten schon mal schnell fest.
Nach einem kleinen bisschen (oder auch ein bisschen mehr) Herumüberlegen habe ich mich dazu entschlossen, eine Mousse au Chocolat mit Karamell nach einem Rezept von Pierre Herme (aus dem Buch Larousse Schokolade) im Hippenkörbchen zu fabrizieren (das natürlich mitgegessen werden kann). Wir fanden die Kombination aus sehr cremigem Mousse mit den knusprigen Körbchen sehr lecker, auch wenn die Mousse nicht ganz so schokoladig ist wie eine richtige Mousse au Chocolat mit dunkler Schokolade, dafür schmeckt sie aber auch karamellig und hat zusätzlich ein paar kleine knusprige Karamellstückchen drin.

Das Ganze hört sich aufwendiger an als es ist, aber eigentlich geht die Zubereitung ziemlich schnell. Ein großer Vorteil ist, dass die Hippen bis zu 2 Tage vorher gebacken werden können (man sollte sie dann in einer verschlossenen Metalldose aufbewahren) und auch der Teig nicht auf einmal komplett verwertet werden muss, er hält sich nämlich bis zu einer Woche im Kühlschrank. So kann man gegebenenfalls immer wieder frische Hippen nachbacken. Und die fertigen Körbchen lassen sich auch sehr gut für alle möglichen anderen Füllungen verwenden. Eis oder auch nur Schlagsahne mit frischen Früchten machen auch eine gute Figur in ihnen. Oder man macht daraus gar keine Körbchen, sondern etwas kleinere Hippenblätter, die man einfach zu einer Tasse Kaffee oder Tee pur genießt (oder in die in Gläser gefüllte Mousse steckt). Ich habe auch nicht den ganzen Teig zu Körbchen verarbeitet, sondern auch ein paar kleinere, nur runde gemacht.
Nur noch ein kurzer Hinweis zum Rezept, dann geht es endlich los: Ein Teil des Teiges für die Hippen muss eine Nacht im Kühlschrank ruhen, also bitte bei der Zeitplanung beachten.

 Mousse au Chocolat mit Karamell im Hippenkörbchen

Hippen
125 g Mandelblättchen
125 g Zucker
2 große Prisen gemahlene Vanille
1 Tropfen Bittermandelöl
2 Eiweiß
25 g Butter
20 g Mehl

Mousse
300 g Schlagsahne
85 g Schokolade mit 70% Kakaogehalt
90 g Zucker
30 g Butter
1 Prise Salz

Zubereitung
Am Vorabend für die Hippen Mandeln, Zucker, Eiweiß und Vanille (sowie ggf. das Bittermandelöl)in einer möglichst verschließbaren Schüssel mit einem Teigspatel vermengen.

Am nächsten Tag zuerst die Mousse zubereiten. Dazu die Sahne steif schlagen. Schokolade hacken und in einer größeren hitzefesten Schüssel bereitstellen.
Den Zucker in einen großen schweren Topf in einer dünnen Schicht einstreuen. Bei mittlerer Hitze ohne Umrühren so lange erwärmen, bis ein goldbraunes Karamell entstanden ist. Von der Hitzequelle ziehen und die Butter mit dem Salz und 2 EL der geschlagenen Sahne unterrühren (Vorsicht, kann spritzen!). Es sollte eine homogene Mischung entstehen.
Diese Mischung über die Schokolade geben, ungefähr 1 Minute stehen lassen und dann mit einem Teigspatel glatt rühren.
Die Mischung auf 45°C abkühlen lassen, dann die geschlagene Sahne unterheben. Ist die Schokomischung noch zu heiß, schmilzt die Sahne und das Mousse wird nicht luftig, ist sie zu kalt, wird die Mousse zu körnig.
Die Mousse abdecken und ungefähr 2 Stunden kühl stellen.

In dieser Zeit können die Hippen gebacken werden. Dazu den Backofen auf 150°C vorheizen.
Das Mehl unter den Teig rühren und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech Kreise mit ungefähr 9 cm Durchmesser (sie laufen etwas breit beim Backen, deshalb reicht das aus) ausstreichen. Das geht am besten, indem man zuerst Häufchen aufsetzt und diese mit einem in kaltes Wasser getauchten Löffel ganz dünn ausstreicht. Um möglichst gleichmäßige Kreise zu erhalten, kann man diese mit Bleistift auf der Rückseite des Backpapiers aufzeichnen oder sich eine Lochschablone aus sauberem Karton/PE- Folie basteln.
Die Hippen 15 bis 18 Minuten backen bis sie goldbraun und knusprig sind. Kurz abkühlen lassen, bis sich noch biegbar sind, aber nicht gleich auseinanderbrechen, wenn man ein Messer darunterschiebt.
Ein Muffinblech bereithalten und die einzelnen Hippen mit Hilfe eines flachen Messers jeweils auf eine Vertiefung legen und sehr vorsichtig in die Form drücken, so dass sich kleine Schälchen bilden (ggf. das Zuviel an Teig am Rand in leichte Wellen legen). So geformt abkühlen lassen.

Kurz vor dem Servieren die Mousse in die Körbchen geben und nach Wunsch dekorieren.
Eine etwas schneller Variante ist das Servieren in Glasschälchen mit etwas kleineren Hippen, die nach dem Backen nur über ein Wellholz gelegt werden, um ihnen eine elegante Rundung zu verpassen.

Hier noch die alternative Serviermöglichkeit:

Wenn ihr Lust auf mehr habt, freue mich auf einen Besuch von Euch in meiner Werkstatt,

Barbara


Es geht um die Wurst...

Reklame
Wie letzte Woche bereits erwähnt, besteht Kleinröschen nicht nur aus der Maschine selbst und den Schüsseln, Rührern und Knethaken, sondern sie hat auch noch einiges an Zubehör zu bieten, das ich Euch gerne nach und nach in den nächsten Monaten vorstellen möchte. 

Los geht's heute mit dem Fleischwolf* und den Wurstfüllhörnern*, ich war nämlich am Wochenende fleißig und habe gewurstet. Bratwürste. 6 Sorten!
Im Uhrzeigersinn von hinten links:
  • Farmer's Sausage
  • Zitrone-Kräuter
  • Baskische Bratwurst
  • Fenchel
  • Calabresische Bratwurst
  • Breakfast Sausages
Alle Rezepte stammen aus einem unglaublich großartigen Kochbuch, das mir eine besonders liebe Leserin zum Geburtstag geschenkt hat. Auch an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dafür, liebe Helga. Das Buch kam genau zur richtigen Zeit und es war Liebe auf den ersten Blick! 
Ihr wollt jetzt wahrscheinlich wissen, um welches Buch es geht, oder? ;o) Ok, ich bin ja nicht so. Das Buch, von dem ich Euch so vorschwärme, ist In the Charcuterie* von Taylor Boetticher. Großartige Rezepte, wunderschöne Fotos und ein ganz tolles Layout. 
Wenn Ihr englische Bücher nicht scheut und noch auf der Suche nach einem Buch seid, indem es um die Verarbeitung von Fleisch geht, dann schaut es Euch an. Wirklich ein Ausnahmebuch.

Gemischte Bratwürste