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Kakaomischung im Glas

Langsam wird's n büschen eng, oder? Habt Ihr schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen oder fehlt noch eine Kleinigkeit? Ja? Dann hab ich heute wieder etwas für Euch. Entweder zum Verschenken oder als Belohnung für Euch, eine Kakaomischung, je nach Mischung für zuhause oder auch fürs Büro, die ganz schnell, unkompliziert und günstig gemacht ist.

Wenn Ihr den Kakao zuhause zubereiten möchtet, lasst das Milchpulver einfach weg, daheim könnt Ihr ja richtige Milch verwenden. Falls Ihr Euch aber auch im Büro ab und zu einen leckeren Kakao gönnen möchtet, ist die milchpulverhaltige Variante ideal, da Ihr dann nur einen Wasserkocher braucht und in Nullkommanix einen leckeren Kakao parat habt. 

Kakaomischung im GlasWas Ihr alles in Eure ganz persönliche Kakaomischung gebt, hängt mal wieder von Eurem Geschmack ab. Ich empfehle ganz dringend eine großzügige Prise frisch gemahlene Muskatnuss, wie ich es schon bei meinem Lieblingskakao vorgestellt habe. Aber auch eine gute Prise frisch gemahlener Kardamom oder Orangenpulver schmecken sehr lecker - Ihr könnt sogar Kuhbonschen, andere Karamellen oder Pralinen kleinhacken und dazugeben. 

Valrhona-Kuvertüre und -Kakaopulver
Zutaten (für ein 600 ml-Glas)
100 g Bio-Milchpulver
100 g gutes Kakaopulver
1 EL gemahlene Vanille
1/4 frisch gemahlene Muskatnuss
100 g Rohrohrzucker 

Zusätzlich 
50 g Schokotropfen
Mini-Marshmallows
2 zerstoßene Candy Canes

Zubereitung
Erst das Milchpulver vorsichtig löffelweise in ein Glas füllen, darauf den Kakao, die gemahlene Vanille und die frisch geriebene Muskatnuss verteilen. Den Zucker einfüllen, darüber nach Geschmack Schokotropfen und/oder zerstoßene Candy Canes geben und zum Abschluss mit Mini-Marshmallows auffüllen. 

Vor der Zubereitung alles in eine große Schüssel umfüllen, umrühren und zurück ins Glas geben. Jeweils ca. 2 EL Kakaomischung in eine Tasse geben und mit kochendem Wasser auffüllen, umrühren und genießen. 

Brotfrikadellen

Wenn ich einen kulinarischen Rückblick für 2013 machen und die interessantesten, spannendsten und leckersten Rezepte auflisten würde, wären diese Brotfrikadellen auf jeden Fall ganz vorne mit dabei.
Es klingt vielleicht ein wenig merkwürdig, Frikadellen komplett und ausschließlich aus Brot herzustellen, ohne das winzigste Gramm Fleisch oder Fisch. Nur aus altem Brot, Gewürzen, Ei, Zwiebel und ein paar Kräutern - ich verspreche Euch aber schon jetzt, ein einziger Biss und Ihr werdet genauso begeistert sein wie ich! 

Das Rezept, bzw. die Idee für dieses großartige Rezept, habe ich in einem meiner persönlichen Top10-Kochbücher, Jerusalem* von Yotam Ottholenghi, gefunden. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr ja noch eine israelische Themenwoche veranstalten und dieses Rezept dann auch in dem Rahmen bloggen, da hat mir aber mein Einkochmarathon einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft habe. Ich hab zwar schon einige Rezepte für die Themenwoche zusammen, werd sie aber erst im Sommer, wenn die verwendeten Gemüse Saison haben, veranstalten. 
Die Brotfrikadellen müssen aber unbedingt jetzt schon sein, die können auf keinen Fall mehr so lange warten. 

Brotfrikadellen
Wir haben sehr oft Fladenbrot übrig, da wir unter der Woche oft Fladenbrot-Panini aus unserem Kontaktgrill essen. Fladenbrot hält sich ja nur sehr kurze Zeit frisch, abends ist es schon so zäh, dass es nur noch getoastet oder gegrillt schmeckt und am nächsten Tag geht gar nichts mehr. Einfrieren ist für mich leider auch nur selten eine Lösung - Ihr wisst schon, der Gefrierschrank ist klein und platzt notorisch aus allen Nähten. Daher ja unter anderem auch mein Einweckwahn ;o)

Natürlich kann man aus altem Brot Paniermehl herstellen, im Sommer Fattoush oder Panzanella zubereiten, die grandiosesten Fladenbrotchips ever oder je nach Brot auch Ofenschlupfer & Co daraus zaubern - letztere sind aber nicht so unser Ding (ich mag keine süßen Hauptspeisen), Fattoush und Panzanella sind im Winter auch nicht gerade die ideale Verwertungsidee und soooviel Knabbern, dass ich ständig Fladenbrotchips mache, können selbst wir nicht.

Brotmasse
Ich bereite die Brotfrikadellen mittlerweile sehr regelmäßig zu, eigentlich immer, wenn sich wieder genug Brotreste angesammelt haben. Sie schmecken sowohl warm, als auch kalt wunderbar, sättigen gut, lassen sich prima einfrieren, sind spottbillig, eine fantastische Resteverwertung und dazu noch vegetarisch - besser geht's eigentlich nicht, oder?

Nutzt mein Rezept am besten nur als Grundlage und wandelt die Frikadellen ganz nach Eurem persönlichen Geschmack ab. Ich habe beispielsweise schon getrocknete Tomaten, Feta oder anderen Käse, Kapern, usw. usf. drunter gemischt. Es passt eigentlich alles, was auch in fleischhaltigen Frikadellen verwendet wird. 

Brotfrikadellen
Zutaten 
500 g altes (Fladen-)Brot
1 Tasse Milch (oder Wasser) 
2 Eier
Paniermehl
2 rote Zwiebeln
4 confierte Knoblauchzehen, mit der Gabel zerdrückt
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund glatte Petersilie 
Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
1/2 TL Piment d'Espelette
1 TL Lemon Myrtle 
2 TL Pimentón de la Vera dulce

Zubereitung
Das Brot in grobe Stücke schneiden oder reißen. In eine Schüssel geben und mit etwas Milch (alternativ kaltem Wasser) übergießen. Ab und zu umrühren, damit das komplette Brot einweichen kann. Mit einem Kartoffelstampfer lässt sich das bereits aufgeweichte Brot sehr gut weiter zerkleinern. 
Falls zuviel Flüssigkeit zugegeben wurde, das eingeweichte Brot mit beiden Händen gründlich ausdrücken. Die Eier und soviel Paniermehl dazugeben und ebenfalls untermischen, dass die Masse die Konsistenz eines normalen "Fleischteiges" bekommt.
Die roten Zwiebeln fein hacken, Knoblauchzehen zerdrücken, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und die Petersilie fein hacken. Alles zusammen mit den Gewürzen gründlich vermischen. 
Nochmals abschmecken, dann kleine Frikadellen formen und in Butterschmalz oder Öl bei relativ niedriger Hitze ausbraten, bis die Frikadellen schön gebräunt und knusprig sind.
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übern Tellerrand, heute: Pi mal Butter

übern Tellerrand
Langsam neigt sich das Jahr dem Ende zu und damit auch meine vorweihnachtliche übern Tellerrand-Runde. Natürlich wird es auch im nächsten Jahr wieder regelmäßig einen Blick über den Tellerrand und in andere tolle Foodblogs geben, für dieses Jahr ist aber erstmal Schluss. Halt, Moment! Noch nicht ganz!
Getreu dem Motto last but not least möchte ich Euch heute noch einen Blog vorstellen, der zu meinen ganz persönlichen Lieblingen zählt und dessen Geburtsstunde ich sogar mehr oder weniger live mit erleben durfte, Simones Pi mal Butter

Wer Simone ist, wie sie zum Bloggen kam und was ich damit zu tun habe, wird sie Euch gleich noch ganz ausführlich erzählen, ich möchte aber auf keinen Fall versäumen, Euch wirklich eindringlichst zu raten bei Ihr vorbeizuschauen, denn wenn Ihr den KuLa mögt, werdet Ihr Pi mal Butter lieben! 
Aber nicht, dass Ihr nicht mehr zurückkommt, so ist das nun auch wieder nicht gemeint. Guckt also bitte nur bei Simone vorbei, wenn Ihr es zeitlich schafft, zwei Blogs regelmäßig zu lesen - sonst herrscht bei mir demnächst noch gähnende Leere und das geht ja wirklich nicht. Spässchen ;o)
Ihr werdet selbst sehen, dass Pi mal Butter eine absolute Perle unter den deutschen Foodblogs ist und wahrscheinlich werdet Ihr Euch auch ein kleines bisschen schwarz ärgern, wenn Ihr diesen wunderschönen Blog noch nicht kanntet und dadurch die ganzen tollen Beiträge von Simone verpasst habt. Aber glücklicherweise stehen ja die Feiertage schon so gut wie vor der Tür, da werdet Ihr sicher spätestens genügend Zeit haben, Simones Blog von hinten bis vorne durchzulesen. 

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß bei Simones Gastbeitrag, dem ausgiebigen Stöbern in ihrem und natürlich auch den anderen Blogs, die ich in diesem Jahr bereits vorstellen durfte - vielen Dank für all die tollen Gastbeiträge! 

Hallo ihr Lieben, 
mein Name ist Simone und ich habe meinen Blog Pi mal Butter vor knapp 3 Jahren gegründet und Steph ist daran nicht ganz unschuldig!
Denn als ich ihren Blog zum ersten Mal entdeckt habe war ich sofort hin und weg, mit welcher Liebe und mit welchem Fleiß sie all ihre ansprechenden Fotos und Geschichten rund um die Zubereitung und Zutaten ins World Wide Web hinaussendet. Sie hat mir in meiner Anfangszeit unheimlich viel geholfen, was mit HTML, Bloggerjargon, Netzwerken usw. zu tun hat und sie hat meinen Blog bei facebook promoted und mir so recht schnell zu einer ordentlichen Leserschaft verholfen. Ohne dich liebe Steph wäre das am Anfang nie und nimmer so gut bei mir angelaufen, herzlichen Dank dafür! Außerdem ist Steph immer egal bei welchem Thema unheimlich hilfsbereit und ich frage mich manchmal ehrlich wie sie das alles unter einen Hut bekommt. Das bewundere ich sehr!

Was ich unbedingt noch loswerden möchte, bevor es zum Rezept geht ist, dass mir mein Blog unheimlich viel Kraft gegeben hat in einer Zeit, in der ich völlig unsicher war, was meine berufliche Situation angeht. Ich habe Biologie studiert, was ja grundsätzlich mal keine falsche Entscheidung war, ich mich damit aber leider nie so wirklich wohl gefühlt habe. Ich habe nie den Enthusiasmus für das Thema gefühlt, wie ich ihn bei anderen, meinen Studienkollegen oder Professoren gesehen habe.
Es hat lange gedauert bis es in meinem Köpflein und in meinem Herzlein klick gemacht hat und ich das Biologen-Thema hinter mir lassen konnte und eeeendlich das machen konnte was meine wahre Bestimmung ist, nämlich mit Essen ein Lächeln in den Gesichtern der Menschen zu zaubern. Nun stehe ich seit 2 1/2 Jahren in einer kleinen Osteria in Würzburg tagein tagaus in der winzigen Küche und kann mich kreativ und handwerklich betätigen und Genuss verbreiten! Ich habe endlich das gefunden, was mein kleines Herzlein wirklich glücklich macht und dabei kann ich so sein wie ich bin und muss mich nicht verstellen, denn ich bin nicht gemacht für das Verfassen von wissenschaftlichen Texten und laut Vorträge vor großem Publikum zu halten. Bei mir spricht das Foto des Gerichts im Blog und der Teller beim Gast im Restaurant! Das ist meine Art zu kommunizieren.

Wer also noch ein wenig mehr über mich erfahren möchte und sehen möchte was ich zu Hause, abseits meines Restaurant-Daseins so alles auf den Tisch zaubere, der ist herzlich Willkommen auf meinem Blog Pi mal Butter.
Das Rezept das ich euch heute und hier im kleinen Kuriositätenladen vorstellen möchte, habe ich von hier geklaut und präsentiere es euch in einer ganz abgewandelten Form. Es ist eines der leckersten Plätzchenrezepte das ich kenne und zwar Stephs Maronenzöpfe. Das ist übrigens eines der ersten Rezepte neben, gaaaanz vielen anderen, das ich hier bei Steph entdeckt habe und sofort zu Hause ausprobiert habe. Seitdem gibt es bei mir jedes Mal zu Weihnachten Maronenplätzchen.
Heute kommen die Zöpfe allerdings in einer ganz anderen Version zur Geltung. Ich habe ihnen einen Hauch Orange verpasst, den Zimt selbstverständlich weggelassen, (gell Steph?!) und eine super schokoladige Ganache hinzugefügt.

Maronenplätzchen mit Schokoladen-Ganache

Zutaten für ca. 2 Bleche
250 g vorgegarte Maronen
100 g Zucker
160 g Mehl
160 g Butter
1 Prise Salz
Abrieb einer Bio-Orange
Samen einer Vanilleschote
1 Eigelb zum Bestreichen

Ganache
150 g Schokolade 70% (z.B. Lindt 70% mild, oder Valrhona)
150 g Bio-Sahne
50 g dunkle Schokolade zum Verzieren
Zubereitung
Die Maronen mit einer elektrischen Reibe oder einem Mixer fein vermahlen. Mehl, Zucker, Orangenabrieb, Vanille und Salz untermischen und klein gewürfelte Butter unterkneten bis ein glatter Teig entsteht. Eine Kugel formen und etwas platt drücken, in Frischhaltefolie einwickeln und ca. 30min im Kühlschrank kühlen. Den Backofen auf 150 Grad Umluft vorheizen.
Anschließend den Teig ca. 0,5 cm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher Plätzchen ausstechen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Die Plätzchen gehen beim Backen nur leicht auf, d.h. man kann sie relativ dicht nebeneinander legen.
Das Eigelb mit einem EL Wasser verrühren und die Plätzchen damit bestreichen und im Ofen ca. 20min bei 150 Grad backen bis sie ganz leicht angebräunt sind. Ich mag es, wenn der Kern noch leicht weich bleibt. Aber das ist Geschmackssache. Man kann ein Plätzchen zum Test herausholen und kurz abkühlen lassen, um die Konsistenz zu testen.

Während die Plätzchen auf einem Gitter vollständig auskühlen die Schokolade klein brechen und mit Sahne bei niedriger Temperatur im Topf unter Rühren schmelzen lassen. Die Ganache auskühlen lassen bis sie spritzfähig ist. Das dauert etwas. Anschließend in einen Spritzbeutel füllen und Kleckse auf eine Hälfte der Plätzchen spritzen. Mit einem passenden Plätzchen belegen und leicht andrücken. Mit geschmolzener Schokolade verzieren. Dazu nehmen ich einen Einwegspritzbeutel oder eine Gefriertüte und schneide, nachdem ich die Schokolade eingefüllt habe, die Spitze am Ende ganz knapp ab, sodass ein sehr kleines Loch entsteht.
Wahrscheinlich bleibt noch etwas Ganache übrig. Die kann man man kalt stellen und anschließend kleine Kugeln mit einem Melonenausstecher ausstechen. In Kakao gewälzt ergeben sie wunderbare und zartschmelzende Trüffelkugeln.
Viel Spaß beim Nachbacken und Genießen!

Vielen Dank an die Gastgeberin Steph und fröhliche Weihnachten
Eure Simone


Torrone | Turrón | weißer Nougat

Es gibt Rezepte, die koche oder backe ich, mach schnell ein Foto und blogge sie dann bei passender Gelegenheit. Und es gibt Torrone. 
Dieses Rezept ist nicht nur deshalb etwas ganz Besonderes für mich, weil Torrone wahrscheinlich selbstverständlich die leckerste Süßigkeit von allen ist, sondern auch, weil ich n büschen gebraucht habe, bis ich den Dreh so richtig raus hatte und das Rezept blogfertig war. 

3x musste ich ran, bis der Torrone die Konsistenz hatte, die ich mir vorgestellt habe - nicht sooo schlecht, wenn man bedenkt, dass ich keine Anleitung gefunden habe, an die ich mich 100%ig halten konnte. Ich hab mir Videos angeschaut, in meinen Büchern gestöbert und mich dann schlussendlich überall ein wenig bedient, unter Anderem auch im Buch Alles Hausgemacht!*, aus dem ich auch den Hinweis aufgegriffen habe, dass Torrone Zeit braucht. 

Torrone/Turrón/weißer Nougat
Das erste Rezept, an dem ich mich orientiert habe, war Mist - kann man nicht anders ausdrücken. Vieeel zu kompliziert und aufwendig und am Ende war das Ergebnis noch sehr weit von dem entfernt, was ich mir vorgestellt hatte. 
Beim zweiten Durchgang hab ich dann kurzerhand selbst eine Mischung zusammengestellt, den Ablauf vereinfacht und siehe da: besser, aber noch nicht perfekt.  
Für den dritten Versuch habe ich das Rezept selbst so belassen wie beim zweiten, nur die Zeit, die die Torronemasse gerührt wird, deutlich verlängert: perfekt! 

Torrone/Turrón/weißer Nougat

Ich wollte ja eigentlich schon seit Jahren Torrone selbst machen, hab es aber immer wieder vor mir hergeschoben. Ab und zu beim Kaffeeeinkauf in der Kaffeerösterei ums Eck hab ich mir einen kleinen (wahnsinnig teuren) Torronewürfel gegönnt, dass man es aber auch recht unkompliziert und dazu noch unglaublich günstig zuhause selbst herstellen kann, war mir so nicht bewusst. 
Ein klitzekleines, noch teureres Scheibchen Torrone als beim Kaffeeröster, das ich neulich auf der SlowFisch mitgenommen hab, hat aber endgültig meinen Ehrgeiz geweckt.

Torrone ist nicht nur sehr lecker, sondern im Verhältnis zu selbstgemachten Pralinen auch noch ein absolutes Schnäppchen. Die Zutaten kosten nur einen Bruchteil dessen, was man beispielsweise für gute Schokolade ausgeben muss. 
Bei der Wahl der Nüsse, bzw. der "Füllstoffe" könnt Ihr Eurer Fantasie und natürlich Eurem Geschmack freien Lauf lassen. Klassisch werden Mandeln, Pistazien und/oder Haselnüsse verwendet, Ihr könnt aber auch alle anderen Nüsse oder Trockenfrüchte nehmen.
Sehr lecker schmeckt auch die Kakaovariante, d.h. unter die fertige Masse wird Kakao gehoben, aber nur ganz grob verrührt oder Ihr verwendet gebrannte Mandeln, aromatisiert den Torrone mit Vanille oder Orangenblütenwasser, hebt ganz zum Schluss Fleur de Sel oder Instant-Espressopulver unter die Masse, usw. usf.

überbrühte und gehäutete Mandeln
Im Gegensatz zur Pralinenherstellung, ist für Torrone kein besonderes Zubehör notwendig, mit einer Ausnahme, ohne die es wirklich nicht geht, einem Zuckerthermometer
Ich habe in der Vergangenheit bei bereits gebloggten Karamellrezepten immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass sie nicht funktionieren, weil die Massen zu weich bleiben, zu fest werden, verbrennen, usw. usf. Der Fehler ist meist sehr schnell gefunden, das fehlende Thermometer. 
Um es ganz klar zu sagen: NEIN, Torrone funktioniert nicht ohne Zucker- thermometer, zumindest nicht, wenn Ihr keine 60jährige italienische Nonna mit jahrelanger Erfahrung in der Torroneherstellung seid und auf den ersten Blick erkennt, wann die Zuckermasse die gewünschte Temperatur erreicht hat.
Natürlich kann man ungefähr zeitlich eingrenzen, wie lange es dauert, bis die 150°C erreicht sind, tatsächlich hängt diese Zeitspanne aber sehr von der verwendeten Topfgröße und nicht zuletzt von Herdplattentemperatur ab. Funktioniert also nicht zuverlässig.
Ich selbst habe dieses Thermometer*, das unter anderem den Vorteil hat, dass man es mit einem kleinen Clip an Topfrand befestigen und dadurch sehr gut im Topf rühren kann. Kostet wirklich nicht die Welt, ist aber für Karamellmassen und natürlich auch Schokolade unverzichtbar.  

Zuckerthermometer mit Befestigungsclip
Beim ersten Durchgang hab ich ein Blech mit eckigen Oblaten ausgelegt (das im Original verwendete Reispapier konnte ich nirgends auftreiben), die Torronemasse darauf ausgestrichen und dann wieder mit Oblaten belegt. 
Die Oblaten gefielen mir aber nicht wirklich gut, also sind sie beim zweiten Durchgang weggefallen und ich hab die Masse lieber in eine Kasten-Kuchenform eingefüllt. Die in diesem Rezept angegebenen Mengen passen gerade in eine kleine Kastenform, die ich auch immer gerne zum Gefrieren von Eis verwende. 
Man kann so Scheiben mit einem sehr schönen Anschnitt abschneiden oder den fertigen Torroneblock in kleine Würfel schneiden und in Wachs- oder Bonbonpapier verpacken.
Wenn die Masse später zu sehr am Backpapier klebt, stellt die Form einfach in den Kühlschrank, dann lässt sie sich gut abziehen. 
Zum Schneiden eignet sich am besten ein Wellenschliffmesser, ich nehme mein Brotmesser. Wenn Ihr gleichmäßige Sägebewegungen macht, lässt sich der Torrone gut schneiden und Ihr bekommt einen schönen Anschnitt. 

Eischnee, Torronegrundmasse
Zutaten
200 g Mandeln, ganz
200 g weißer Zucker
250 g Rapshonig
2 Eiweiß (ca. 90 g)
1 großzügige Prise Salz
100 g Pistazien, ganz

Zubereitung
Die Mandeln in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. 5 Minuten ziehen lassen, dann das Wasser abgießen, die Mandeln ein zweites Mal mit kochendem Wasser übergießen und erneut etwas ziehen lassen. Das Wasser abgießen und die Mandeln mit kaltem Wasser abschrecken. 
Die Mandeln aus den Häutchen schnippen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbreiten und bei 180°C rösten, bis sie goldbraun sind - zwischendurch einmal wenden. Auf einem Teller beiseite stellen und komplett abkühlen lassen.

Den Zucker, Honig und Invertzuckersirup in einer Stielkasserole schmelzen und bei mittlerer Hitze bei gelegentlichem Rühren auf 150°C erhitzen, der Zucker soll sich während dieser Zeit komplett auflösen. 
Gegen Ende der Kochzeit das Eiweiß in einer großen Metallschüssel mit einer Prise Salz steif schlagen, beiseite stellen. 

In einem zweiten Topf Wasser für das Wasserbad zum Kochen bringen. 

Das Eiweiß über dem Wasserbad mit einem Handmixer aufschlagen und die Karamellmasse in einem dünnen Strahl unter stetigem Rühren einlaufen lassen. 
Weiter über dem Wasserbad rühren, bis die Masse zu fest für den Mixer wird. Insgesamt dauert dieser Vorgang ca. 30 Minuten. 
Wenn die Masse deutlich angezogen hat und nicht mehr vom Löffel fließt, die Mandeln und Pistazien dazugeben und unterkneten. 

Eine Form leicht ölen (dann hält das Backpapier besser) und mit Backpapier auslegen. Die Torronemasse reindrücken, glatt streichen und über Nacht fest werden lassen. 

Am nächsten Tag den Torrone aus dem Papier wickeln und mit einem Wellenschliffmesser (ein Brotmesser funktioniert sehr gut), je nach Vorliebe in Scheiben oder Würfel schneiden.

übern Tellerrand, heute: Bella kocht

übern Tellerrand
Wie schon in den letzten Wochen, möchte ich Euch auch heute wieder zu einem kleinen Bummel durch die Foodblog-Nachbarschaft und natürlich ganz besonders bei meinem heutigen Gast Bella, einladen. 

Bella kocht und backt heute ausnahmsweise nicht in ihrem Blog, sondern hier im Kuriositätenladen und natürlich hat sie Euch auch wieder etwas besonders Leckeres mitgebracht. Ich freue mich besonders, dass sie nicht nur ein Familienrezept mit uns teilt, sondern auch eines, das ich selbst nie backen und damit auch nicht bloggen würde - Ihr wisst vielleicht, der Gatte und Nüsse, das geht leider gar nicht und für mich selbst lohnt es sich nicht, da ich ja kein so großer Gebäck-Fan bin. Durch Bellas Nussecken steigt der Anteil an nusshaltigen Rezepten hier im KuLa jetzt also enorm an! ;o)

Ich selbst mag Nüsse ja sogar sehr gerne, hab aber tatsächlich in meinem ganzen Leben noch keine einzige Nussecke gegessen - vielleicht sollte ich das angesichts dieses tollen Rezeptes, das Bella im Gepäck hat, nun aber doch mal schleunigst nachholen. Viel Spaß bei Bella und nicht vergessen, bei Ihr reinzuschauen, da gibt es noch viel mehr zu entdecken!

Hallo liebe Leserinnen und Leser des Kuriositätenladens,

mein Name ist (Isa)Bella und ich habe seit Mai diesen Jahres meinen winzigkleinen Blog Bellakocht, welcher sich immer noch im An-/Aus-/Umbau befindet, das ist bei mir wie beim Hausbau - es gibt immer irgendwas zu tun und bin ich an der einen Ecke fertig, fange ich an der anderen Ecke wieder an…! In meinem Blog stelle ich Euch Rezepte vor, die ich nachgekocht, abgewandelt oder selbst entwickelt habe und die mir gut gefallen, eben eine Rezeptsammlung, an der alle teilhaben können.  
Ich freue mich heute hier im hohen Norden zu Gast zu sein, eine ganz schön weite Reise für mich ;-), ich koche backe, blogge und esse nämlich für gewöhnlich im schönen Mainz.
Ihr findet bei mir allerhand saisonale Rezepte mit viel Gemüse und ab und an mal Fleisch, das Ganze ist bunt gemischt, mir schmeckt nämlich außer Kümmel und Rosinen so ziemlich alles, trotzdem ist mir dabei der regionale Bezug wichtig (ich hab das Glück sehr viele Produkte direkt aus dem riiiiesigen Garten meiner Eltern zu beziehen, inklusive Hühnern und Eiern) was aber nicht bedeutet, dass ich mir nicht ab und zu ne Mango der ne Avocado gönne…mir ist nämlich auch wichtig, das alles noch Spaß macht!
Was Ihr bei mir nicht findet: bunte Motivtorten, Macarons, Chichi und Gedöns - kann ich nicht, mag ich nicht - überlass ich den Bloggern, die es drauf haben ;-)
Neben dem Kochen ist mir das Backen auch sehr wichtig. Brot und herzhaftes backt allerdings überwiegend mein Freund somit ist mir der süße Teil überlassen und genau deshalb habe ich Euch heute auch Nussecken mitgebracht, weil sie so schön zu meinem Blog passen: Ein Familienrezept, welches Mama schon von Oma übernommen hat und jetzt hab ich es und Ihr auch!

Wenn Ihr mehr wissen wollt, dann schaut doch gerne mal vorbei, ich freue mich über jeden Besucher!


Zutaten (für 8 groooße Nussecken/ein tiefes aber schmales Backblech)
250 g Mehl (Typ 405)
275 g Butter
250 g Rohrohrzucker
2 EL Vanillezucker
1 TL Backpulver
1 Ei
180 g gehackte Walnüsse
180 g gehackte Haselnüsse
ca. 8 EL Gelee (z.B. Quitte oder Aprikose)

Zubereitung
Zunächst knetet Ihr aus 120 g Mehl, 80 g Zucker, 1 EL Vanillezucker, Backpulver und dem Ei einen Mürbeteig, das bedeutet: schnell kneten, damit die Butter nicht zu warm wird. Wenn Ihr einen geschmeidigen Teig habt, dann formt eine Kugel daraus, drückt diese ein wenig platt (zu einer dicken Scheibe) und wickelt den Teig in Frischhaltefolie, er darf sich jetzt für eine Stunde im Kühlschrank entspannen.

In der Zwischenzeit könnt Ihr schon mal die Nussmasse vorbereiten: Schmelzt dafür die restliche Butter bei niedriger Hitze und vermischt diese mit dem Rest Zucker und Vanillezucker, den Nüssen und etwa 2 EL Wasser, lasst diese Masse nun unter rühren (wichtig, damit nix anbrennt) etwa 3-4 Minuten köcheln.

Nun könnt Ihr den Backofen vorheizen (Ober-Unterhitze 180°) und Euer Backblech einfetten.

Rollt nun den Mürbeteig auf dem Backblech aus. Hierbei ist nur wichtig, dass er gleichmäßig dick ist. Darauf streicht Ihr nun Euer Gelee oder Marmelade (nehmt was euch schmeckt - ursprünglich wurden die Nussecken in unserer Familie mit Orangenmarmelade zubereitet, ich persönlich finde diese bittere Note darin aber nicht so toll, ich nehme immer Quittengelee, klassisch wäre Aprikosenmarmelade) schön gleichmäßig auf den Teig und verteilt als abschließende Schicht die Nussmischung darauf. 

Gebt das Blech dann für etwa eine halbe Stunde in den Ofen, schaut aber schon vorher mal rein, je nachdem wie euer Ofen heizt verlängert oder verkürzt sich die Backzeit.

Wenn die Nussplatte abgekühlt ist, schneidet Ihr sie noch Dreiecke und könnt sie nach Geschmack noch in Schokolade tauchen (für mich ein Muss ;-))

Lasst es Euch schmecken!!!