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Rotwein-Zwetschen, eingeweckt

Auch, wenn ich Euch mit meiner Einweckerei so langsam auf die Nerven gehe, ich mach einfach unbeirrt weiter, da kenn ich gar nix. Zur Abwechslung gibt's heute aber mal was Süßes und nicht immer irgendwelche Saucen oder Ragouts. 

Diese Zwetschen sollten eigentlich auf einem, bzw. sogar gleich zwei Streusel- kuchen landen, dieses Projekt musste aber kurzfristig verschoben werden und am nächsten Tag war auf einmal kein Mehl da, futsch! Nur noch ein kläglicher Rest bedeckte den Boden des Mehlglases - da war kein Kuchen mehr drin, geschweige denn 2. 
Was also mit den Zwetschen anstellen? Die werden schließlich auch nicht besser, wenn sie übers Wochenende bei Zimmertemperatur rumliegen müssen. Klare Antwort eines Einkoch-Junkies: Einwecken! 

Rotwein-Zwetschen, eingeweckt
Also, gesagt, getan. Pflaumen-, bzw. Zwetschenkompott ist für mich übrigens der Inbegriff von Kindheit. Damit bin ich großgeworden, denn wir hatten zwei große, üppig tragende Pflaumenbäume im Garten und da wurde natürlich immer viel eingemacht und selbstverständlich auch der ein oder andere Kuchen gebacken. 
Das Kompott gab es dann entweder mit Grießpudding oder, und da stellen sich bei mir mittlerweile die Nackenhaare auf, mit Reis. Urgs.
Heutzutage löffel ich so ein wönziges Glas gerne direkt aus, also aus dem Glas schnurstracks in den Magen, ohne Umweg über irgendein Dessert - überflüssiger Schnickschnack ;o)

Rotwein-Zwetschen, eingewecktDas Rezept, das werdet Ihr gleich sehen, ist sehr einfach und schlicht gehalten, Zwetschen, Wasser, Zucker, Zitronenschale und Rotwein, mehr brauche und mag ich nicht in meinem Zwetschenkompott. Wenn Ihr es aber gerne würziger mögt, womöglich sogar Zimt esst, dann könnt Ihr natürlich auch eine Zimtstange in den Weinsud geben, evtl. auch noch mit nem Sternanis, etwas Pfeffer oder was Ihr sonst gerne mögt. Im Prinzip könnt Ihr so eine Art Glühwein machen und den dann als Einkochsud verwenden. 
Ich mag das natürlich nicht, ich lass an meine Zwetschen nur Wasser, Zucker, Zitronenschale und Wein, davon aber gerne n büschen mehr. 
Wenn Kinder oder Menschen, die keinen Alkohol dürfen oder vertragen, mitessen, ersetzt den Wein komplett durch Wasser, der Sud hat es nämlich in sich, im wahrsten Sinne des Wortes. 
Ich bin, nachdem ich so ein Gläschen ausgelöffelt habe, immer erstaunlich guter Laune ;o)

Rotwein-Zwetschen, eingeweckt
Zutaten für 3 Liter-Gläser 

2 kg Zwetschen 
500 ml Wasser
500 ml Rotwein (Dornfelder 2011, Weingut Thorsten Krieger)
300 g Zucker 
Schale einer halben unbehandelten Bio-Zitrone

Zubereitung
Die Weck- oder Twist-off-Gläser gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und beiseite stellen. Die Deckel der Twist-off-Gläser und/oder die Gummiringe der Weckgläser in einen kleinen Topf geben und ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze sterilisieren. 
Die Zwetschen waschen, halbieren und entsteinen. Den Rotwein mit dem Wasser, Zitronenschale und Zucker in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Köcheln lassen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. 
Die Zwetschen dicht an dicht in die Gläser stapeln und soviel Kochflüssigkeit dazu geben, dass die Zwetschen leicht bedeckt sind -  die Zitronenschale vorher rausnehmen.

Einen Kochtopf mit Küchenpapier auslegen, die Gläser nebeneinander in den Topf stellen und soviel Wasser angießen, dass die Gläser zu 2/3 im Wasser stehen. Das Wasser sollte ungefähr die Temperatur der Rotweinflüssigkeit haben.
Das Wasser zum Kochen bringen, den Topf mit einem Deckel verschließen und die Temperatur soweit reduzieren, dass das Wasser noch leicht kocht. Mit geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten einkochen, dann die Gläser entnehmen und vollständig abkühlen lassen.

Rotwein-Zwetschen, eingeweckt
Quelle: Mama

Rucolapesto mit Kürbiskernen

Ich hab zwar schon viele Rezepte aus Kräuter & Gewürze* nachgekocht und auch gebloggt, trotzdem sollt Ihr aber natürlich auch an diesem Sonntag nicht leer ausgehen. Also gibt es heute ein Rezept für Pesto, davon habe ich nämlich tatsächlich noch keines in meinem Rezeptarchiv, von der getrockneten Tomatenvariante mal abgesehen, aber das ist kein Pesto im klassischen Sinn.

Wir essen selten Pesto, viel zu selten, wie ich am Freitag, als es dieses Gericht gab, festgestellt habe, denn Pesto ist nicht nur schnell gemacht und enorm vielseitig, es schmeckt einfach auch großartig. 
Kräuter und Gewürze hat natürlich noch einige andere Pestosorten zu bieten, ich hab mich aber für dieses entschieden, weil es Kürbis- und Sonnenblumenkerne enthält - der Mitesser hält ja leider nicht soviel von Nüssen und Mandeln, Sonnenblumen-, Kürbiskerne oder Pistazien sind aber ok.

In vielen Pestorezepten, so auch im Originalrezept des gestern vorgestellten Buches Kräuter und Gewürze, wird der Käse zerbröckelt und direkt mit den anderen Zutaten im Foodprozessor püriert, davon halte ich aber gar nichts, da das Pesto dadurch leicht bitter wird. Ich reibe den Käse daher immer separat auf einer sehr feinen Reibe und rühre ihn unter das fertig pürierte Pesto. 
Wenn Ihr das oder ein anderes selbstgemachtes Pesto mit Öl bedeckt im Kühlschrank lagern wollt, bietet sich das auch an, da der Käse die Haltbarkeit des Pestos deutlich verringert. In dem Fall also einfach die Kräuterpaste ohne Käse vorbereiten und den Käse lieber direkt vor dem Servieren unter das Pesto rühren. 


Zutaten 
1 Bund Rucola 
1 Bund Petersilie 
3 EL grünschalige Kürbiskerne 
2 EL Sonnenblumenkerne 
75 ml Sonnenblumenöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle
eine großzügige Prise Lemon Myrtle oder Zitronenabrieb nach Geschmack
40 g frisch geriebener Nordländer (alternativ Parmesan)
Kürbiskernöl
1 EL Kürbiskerne

Zubereitung 
Kürbis- und Sonnenblumenkerne trocken in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, dabei regelmäßig schwenken und darauf achten, dass die Kerne nicht zu dunkel werden und verbrennen. Sobald die Kerne schön gebräunt sind, auf einen Teller geben, beiseite stellen und abkühlen lassen. 
Rucola und Petersilie waschen und gründlich trocken schütteln, grob zerkleinern. 
Kräuter, Knoblauch, Kürbis- und Sonnenblumenkerne zusammen mit dem Öl im Foodprocessor pürieren. Den Käse mit der Reibe möglichst fein reiben. 
Die Kräuter-Ölmischung in eine Schüssel geben, den Käse unterrühren und mit Kürbiskernöl, Salz und Pfeffer und Lemon Myrtle abschmecken.
Schmeckt klassisch zu Pasta, aber auch als Dipp zu einem frischen Baguette.
Quelle: Kräuter & Gewürze - das Kochbuch* von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess und Bettina Matthaei *(Affiliate-Link)

Kräuter & Gewürze [Rezension]

Kräuter & Gewürze sind natürlich eine ganz essentielle Grundlage des Kochens. Sie verleihen einem Gericht erst den endgültigen Schliff und können auch kleine Unzulänglichkeiten der Zubereitung ausgleichen. Salz & Pfeffer allein ziehen heutzutage sicher keinen toten Hering mehr vom Teller, da muss man schon etwas tiefer ins Gewürzregal greifen.

Um einen Überblick über die große Vielfalt zu bekommen und sich richtig in die Materie einzuarbeiten, kommt man als Hobbykoch um ein "Gewürzbuch" eigentlich nicht herum und genauso ein Buch möchte ich Euch heute vorstellen.
Der Vorgänger des heutigen Rezensionsbuches, Würzen - einfach besonders - besonders einfach* steht schon seit fast 10 Jahren in meinem Bücherregal, wird sehr rege genutzt und ist daraus nicht mehr wegzudenken. Grund genug, mir nun auch den ebenfalls schon 2 Jahre alten erweiterten Nachfolger genauer anzuschauen und Euch vorzustellen.

"Kräuter & Gewürze" von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Bettina Matthaei
Erster Eindruck 
Kräuter & Gewürze* ist eine Kombination aus Nachschlagewerk und Kochbuch, die Aufmachung entsprechend sachlich und nüchtern. Zu behaupten, dass sich beim Durchblättern sentimentale Gefühle bei mir eingestellt haben, wäre daher wirklich übertrieben. Würde ich das Buch ausschließlich nach der Gestaltung beurteilen, ich hätte es mir damals sicher nicht gekauft, sondern recht schnell wieder mit dem Kommentar "langweilig, mag ich nicht" zurück ins Regal gestellt. Der eigentliche Grund, weshalb ich doch schwach geworden bin, war die Autorin Bettina Matthaei, die eine wirkliche Koryphäe in Sachen Gewürzen ist. Ich habe mir die erste Ausgabe damals in meinem Gewürzladen d.V., bei Violas' hier in Hamburg-Eppendorf gekauft und wenn dort ein Buch verkauft wird, ist das für mich eine Empfehlung, der es zügig zu folgen gilt ;o)
Mittlerweile betreibt Bettina Matthaei sehr erfolgreich den Onlineshop www.1001gewuerze.eu - ich selbst hab dort aber noch nicht bestellt, da ich ja immer beim Bremer Gewürzhandel, Violas', der Kräuterhexe oder dem Aromagarten auf dem Isemarkt einkaufe. Ich bin eine sehr treue Kundin, wenn ich mich einmal festgelegt habe...

"Kräuter & Gewürze" von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Bettina Matthaei

Gestaltung 
Die Gestaltung dieser erweiterten Ausgabe ist 1:1 von der ursprünglichen übernommen worden. Reine Rezeptseiten mit 4 oder mehr Rezepten wechseln sich mit ganzseitigen, bebilderten Tellergerichten ab. 

Die Fotos sind sehr einfach und ebenfalls recht sachlich gehalten, die 10 Jahre, die die ursprüngliche Ausgabe auf dem Buckel hat, merkt man besonders dem Stil der Fotos deutlich an, hier hat sich in den letzten Jahren eine ganze Menge getan.

Der Aufbau des Buches ist, dem Umfang des Inhalts geschuldet, relativ komplex und beginnt mit einem Lexikon, einem Überblick über Grundzutaten, Kräuter, Öle, Essig und Würzsaucen. Nicht nur für Kochanfänger ein sehr interessantes Kapitel, sondern hier findet sicher auch mancher Hobbykoch noch Gewürze und Zutaten, die sie/er bisher nicht kannte. 

Das hieran anschließende Kapitel "Küchenpraxis" widmet sich zu Beginn der Anzucht, Ernte, Lagerung und Verarbeitung von frischen Kräutern und geht dann in den Rezeptteil über, der viele Kräuter-Gewürzmischungen, -Essige & Öle, -Marinaden, -Dressings, -Senf, usw. enthält.
Mit Gewürzen geht es im Anschluss weiter, auch hier widmen sich die Autoren dem Thema Einkaufen, Lagerung, der Verwendung und es wird auch auf das notwendige Equipment eingegangen. Wie schon im Kräuterkapitel, sind auch hier viele Rezepte für Gewürzmischungen, Öle, Sirup, etc. enthalten, besonders wer ein Faible für mediterrane und orientalische und nordafrikanische Rezepte hat, kommt auf seine Kosten.
Den größten Teil des Buches machen die Kochrezepte aus, die in die Kapitel Salate & Suppen, Snacks & Dipps, Nudeln & Reis, Kartoffeln, Gemüse & Hülsenfrüchte, Fisch & Meeresfrüchte, Fleisch & Geflügel und Desserts & Getränke unterteilt sind. Dieser Teil ist so umfangreich, dass dieses Buch auch ein gutes allgemeines Einsteiger-Kochbuch darstellt.  
Besonders gut gefällt mir hier, dass sowohl klassische Tellergerichte vorgestellt werden, aber auch sehr viele Grundrezepte, also die passenden Saucen zum Spargel oder Fleisch, Dressings oder Marinaden, usw. usf. 
Zwischendrin gibt's dann immer wieder Tetralogien von der Kartoffel, dem Huhn, Pilzen, Tomaten, Avocado, etc., also gleich 4 Rezeptvarianten eines Grundproduktes - besonders hier hab ich schon eine ganze Menge nachgekocht. 

"Kräuter & Gewürze" von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Bettina Matthaei
Inhalt
Die Rezepte sind sehr übersichtlich nach Arbeitsschritten aufgebaut, es finden sich zu jedem Rezept genaue Angaben zur Zubereitungszeit, Portions- und Kalorienmengen, außerdem sind oftmals Anregungen zur Abwandlung der Rezepte aufgeführt. Jedes Rezept, auch Würzmischungen oder Dressings ist bebildert. 
Ein Grundproblem, das ich aber mit jedem Kochbuch von GU habe, ist, dass grundsätzlich das Wasser, sofern in einem Rezept benötigt, nicht in der Zutatenliste aufgeführt ist. 
Da ich sehr oft nur die Zutatenliste lese und das Rezept selbst dann freihändig umsetze, bin ich da schon manches Mal fast an einer mittelschweren Katastrophe vorbeigeschlittert. Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, weshalb das Wasser nicht aufgeführt wird, aber das ist durchgehend bei allen Kochbüchern von GU (zumindest denen, die ich habe) der Fall. 

Nachgekocht & Gebloggt
"Kräuter & Gewürze" von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Bettina Matthaei
Fazit 
Kräuter & Gewürze ist kein Buch, mit dem man sich abends gemütlich auf's Sofa verzieht und genüsslich darin stöbert, zumindest für mich nicht. Optisch erfüllt es nicht die Ansprüche, die ich an ein rundum gelungenes Kochbuch stelle, und trotzdem gehört es zu den absoluten Klassikern in meinem Bücherregal. 
Ihr seht ja an den oben verlinkten Rezepten, dass ich schon einiges daraus gebloggt habe, ausprobiert hab ich natürlich noch einiges mehr, besonders das Kartoffelpüree mit Wasabi & Sesam ist eines meiner absoluten Lieblinge. 
Kräuter & Gewürze besticht nicht durch die Optik, sondern hier geht es um die inneren Werte, die Rezepte. Neben den klassischen Kochrezepten sind das natürlich auch besonders die vielen Gewürz- und Kräutermischungen, aber auch Ideen für aromatisierte Essige, Öle, usw. usf. 
Wenn Ihr gerne Selbstgemachtes verschenkt, dann findet Ihr hier viele Anregungen für "würzige Mitbringsel" und wenn Ihr Eure Gewürzmischungen lieber selbst anmischt, dann solltet Ihr Euch dieses Buch unbedingt einmal anschauen.   

Ich würde es besonders all den Hobbyköchen empfehlen, die sich gerne in die Welt der Kräuter und Gewürze einarbeiten möchten. Es gibt sicher Bücher mit einem ausführlicheren Gewürzteil und ambitionierteren Rezepten, ich denke aber, dass dieses Buch den Informations- und Rezeptbedarf der meisten Hobbyköche abdeckt, bzw. einen idealen Einstieg bildet, sowohl, was die reinen Kräuter- und Gewürzrezepte betrifft, als auch die Kochrezepte.  

Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess, Bettina Matthaei
Gebundene Ausgabe, 360 Seiten, > 300 Rezepte
Gräfe und Unzer Verlag, 2011
ISBN13: 978-3833822629 
Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieser Rezension hat der Verlag und/oder der Autor dieses Buches aber selbstverständlich keinen Einfluss genommen. Der Inhalt dieser Rezension entspricht 100%ig meinem persönlichen Eindruck des Buches. 
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