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Casual Cooking [Rezension]

Pete Evans ist hierzulande sicher noch nicht so wahnsinnig bekannt, in Australien ist der (Fernseh-)Koch und Restaurantbetreiber aber eine ganz große Nummer, so eine Art Jamie Oliver von Down Under.

In seinem gerade in Deutschland veröffentlichten Buch Casual Cooking* widmet er sich der zumeist schnellen, immer einfach umsetzbaren und trotzdem raffinierten Küche. Pete Evans' Rezepte sind frisch, jung und kreativ mit einem Hauch Exotik. 

Nachdem es im Vorgängerbuch Essen mit Freunden*, eben genau um das, nämlich Essen für und mit Freunden ging, geht es in Casual Cooking um Rezepte für die ganze Familie und den ganzen Tag, vom Frühstück bis zum Abendbrot. 

Erster Eindruck
Heute beginnt der erste Eindruck ausnahmsweise nicht nach dem Aufschlagen des Buches, sondern dieses Buch hinterlässt schon einen ersten Eindruck, wenn man es bloß in die Hand nimmt. Der Einband ist nämlich geriffelt, son büschen wie Wellpappe, aber natürlich viel glatter und edler.

Ich mag das sehr gerne, da ich fürchterlich haptisch veranlagt bin - ich muss ständig alles anfassen und mag ja sowieso alles, was geprägt ist. Wenn Ihr im Baumarkt ein nervtötendes Klingeling, Nööööt Nööööt oder Ding Dong hört, dann bin ich das wahrscheinlich. Ich kann mich da nur schwer beherrschen und muss ständig an irgendwelchen Schaltern und Reglern drehen. Aber ich schweife ab. Das Buch fühlt sich toll an, belassen wir es dabei ;o)

Wie eigentlich alle Bücher aus der Collection Rolf Heyne, ist auch dieses sehr hochwertig verarbeitet und aufgemacht. Der Druck, das Papier, hier stimmt wirklich alles - mit einer klitzekleinen Ausnahme. Casual Cooking hat tatsächlich kein einziges Lesebändchen! Dabei ist es so gut, dass es nicht nur eines, sondern wie kürzlich Deutschland Vegetarisch mindestens 3 verdient hätte.

Gestaltung
Die Rezepte sind nach Anlass, also in Frühstück, Mittags & Abends (vegetarisch, Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel und Fleisch), Beilagen und Desserts sortiert. 

Jedes Rezept ist sehr schön bebildert, in einem Stil genau wie ich es mag. Die Fotos transportieren die Stimmung des Buches wunderbar, die Schrifttypen und -farben unterstreichen das noch.

Beim Durchblättern und Stöbern kommt mir immer direkt eine offene Strandküche mit Palmen, krächzenden Möwen und einer frische Meeresbrise in den Sinn. Genau das richtige Buch also, um in unseren Breiten das graue Herbstwetter auszublenden und sich in ein angenehmeres Klima zu träumen und zu kochen. 

Zu jedem Rezept schreibt Pete Evans eine kurze Anekdote, also woher er das Rezept kennt, was er besonders daran schätzt und wie man es evtl. abwandeln kann. 

Die Gliederung der Rezepte ist sehr übersichtlich, die Zutaten werden der Verwendung entsprechend chronologisch aufgeführt. Die Zubereitungstexte sind sehr ausführlich formuliert, da kann eigentlich nicht viel schief gehen.

Inhalt
Besonders einige seiner Frühstücksideen muten für deutsche Gaumen vielleicht etwas kurios an, ich als Vertreterin eines (wenn es denn überhaupt sein muss, wenigstens) herzhaften Frühstücks, fühle mich hier aber sehr gut aufgehoben. Nach zwei Müslirezepten geht's nämlich direkt mit den Gerichten weiter, die auch sehr gerne auf meinem Frühstücksteller landen dürften. Gegrillter Spargel mit pochiertem Ei, gebratene Pilze auf Toast, Bohnen mit gebackenem Ei, Frühstücks-Quesadillas und natürlich Frühstücks-PIZZA (Yee-haw!). Alles Rezepte, die hierzulande eher als Snack, Beilage oder kleines Hauptgericht serviert würden. Ein Tag, der mit Pizza beginnt, kann aber doch eigentlich nur ein guter Tag werden, ein sehr guter Tag sogar.

Die passenden Getränke hat Pete Evans ebenfalls in petto, es gibt fruchtige Smoothies. 

Bei den Hauptgerichten findet sich für jeden Geschmack etwas, das vegetarische Kapitel werde ich genauso wie dort aufgeführt von vorne bis hinten nachkochen und auch beim Geflügel und Fleisch klebt ein (mittlerweile virtuelles Evernote-) Post-it hinter dem anderen. 

Das balinesische Brathühnchen hab ich bereits nachgekocht, bzw. -gebraten und wir waren begeistert. Leider sind die Bilder so ganz und gar nichts geworden, daher dauert es noch etwas, bis ich das Rezept bloggen kann, aber natürlich bekommt Ihr morgen trotzdem das obligatorische Rezensionsrezept, diesmal gibt es eine "ordentliche Portion" Fleisch. 

Bei den Fischrezepten ist wie immer nicht soviel für mich dabei, einige Rezepte sind aber natürlich auch mit hiesigen nachhaltig gefischten Fischen oder Meeresfrüchten abwandelbar. 

Neben dem vegetarischen Kapitel sind die Beilagen ebenfalls meine Favoriten, hier werde ich sicher noch viel draus kochen. 

Den süßen Abschluss bilden die Desserts, ich sage nur Chili-Schoko-Förtchen mit flüssigem Kern, Käsekuchen mit Zitronen und Limetten, Rocky Road oder Cranberry Cointreau Granita (usw.). Die Auswahl ist hier nicht so wahnsinnig groß, für meinen Geschmack aber absolut ausreichend und die vorhandenen Rezepte allesamt spannend - da kommt noch einiges auf uns und natürlich auch Euch zu. 

Eine Voraussetzung müsst Ihr allerdings unbedingt erfüllen, wenn Euch Casual Cooking gefallen soll, Ihr müsst Knoblauch mögen. Die beiden Rezepte, die ich bisher nachgekocht habe, hatten es bereits in sich, 2 Rezepte mit insg. 24 Knoblauchzehen, das ist ein ganz ordentlicher Schnitt, oder? ;o)

Natürlich enthält nicht jedes Rezept ne Knolle oder überhaupt Knoblauch, eine Abneigung gegen die würzige Knolle kann man Pete Evans aber wirklich nicht vorwerfen. 

Gekocht und Gebloggt 
Gekocht, leider nicht gebloggt, aber trotzdem ganz großartig 
  • Ayus Balinesisches Brathähnchen 


Fazit
Wenn ich in einem Buch wie Casual Cooking stöbere, ärgere ich mich manchmal regelrecht, dass ich mittlerweile soviele Kochbücher habe, denn je mehr Kochbücher im Regal stehen, desto seltener kommen die einzelnen Bücher natürlich zum Einsatz und das ist bei einem so großartigen Buch wie diesem wirklich schade. 

Ich koche natürlich nicht jeden Tag nach Rezept, sondern unter der Woche meist Frei Schnauze, ab und zu gibt es unsere Lieblingsrezepte oder auch etwas Schnelles aus meinem Vorratsregal. Zeit, mich meinen Bücher zu widmen und daraus zu kochen, bleibt also meist nur am Wochenende. Casual Cooking möchte ich aber unbedingt richtig durcharbeiten.

Wenn Ihr ein Fan der Crossover- und besonders der italienischen und asiatischen Küche seid, dann ist Casual Cooking für Euch genau richtig. 

Mir gefallen nicht nur die Rezepte selbst, sondern auch, dass man für die asiatischen Rezepte nicht gleich einen Großeinkauf im Asiamarkt starten muss. 

Natürlich braucht man einen Grundstock an Saucen, wie Soja- und Fischsauce (sonst schmeckt es ja nicht asiatisch ;o) ), usw. und ab und zu auch exotischere Zutaten wie schwarze Bohnen, Tamarindenpaste, etc. aber es gibt auch viele Rezepte, deren Zutatenliste recht übersichtlich ist und wenn man einmal anfängt asiatisch zu kochen, dann sammeln sich die Grundzutaten ja wie von selbst an. 

Geschmacklich sind die asiatischen Rezepte deutlich an den australischen bzw. europäischen Gaumen angepasst, die Rezepte schmecken also nicht zu exotisch. 

Fazit des Fazits
Großartiges Buch, unbedingte Kaufempfehlung! 

Pete Evans 
Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, 98 Rezepte
Collection Rolf Heyne, 2013
ISBN13: 978-3899105612 
Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieser Rezension hat der Verlag und/oder der Autor dieses Buches aber selbstverständlich keinen Einfluss genommen. Der Inhalt dieser Rezension entspricht 100%ig meinem persönlichen Eindruck des Buches. 
* = Affiliatelink

Geriebene Suppennudeln

Je kühler und kälter die Tage werden, desto öfter kommt bei uns ein Teller Suppe auf den Tisch, besonders gerne Hühnersuppe. Die ist zwar bewiesenermaßen keine Wunderwaffe gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit, schmeckt aber großartig und wärmt - das genügt oft schon, um schnell wieder gesund zu werden oder es sich einfach gut gehen zu lassen. 
Der Gatte mag sehr gerne Eierstich in seiner Suppe, ich bevorzuge aber die reine Nudelvariante, entweder Sternchennudeln oder aber diese geriebenen. 

Die selbstgemachten geriebenen Nudeln sind herzhafter und haben mehr Biss als die gekauften Sternchennudeln, außerdem haben sie den Vorteil, dass man, auch wenn im Nudelregal gähnende Leere herrscht, trotzdem in Windeseile tolle Suppennudeln auf den Tisch zaubern kann und dafür außer einer Reibe überhaupt kein spezielles Equipment benötigt. 

Hühnersuppe mit geriebenen Nudeln
Für diese Suppennudeln bereite ich einen ganz normalen Standardnudelteig zu, das ist bei mir ein eihaltiger, kann aber natürlich auch ein reiner Hartweizenteig sein. 
Beim Kneten des Nudelteiges müsst Ihr, auch wenn gerne das Gegenteil behauptet wird, nicht stundenlang kneten bis ein glatter Teig entsteht, sondern es genügt schon die Zutaten zu einem groben Teig zu verkneten und dann erstmal in Folie oder einen Gefrierbeutel verpackt, bei Zimmertemperatur ruhen zu lassen. Schon innerhalb von 30 Minuten wird der Teig viel weicher und geschmeidiger und lässt sich dann mit weit weniger körperlichem Aufwand ganz rasch zu einem glatten Teig verkneten. 

Zum Reiben der Nudeln verwende ich immer eine Röstireibe von Börner*, die ich mir vor einigen Jahren auf dem Wochenmarkt gekauft habe, als ich noch keine so ausgeprägte Plastik-Aversion entwickelt hatte. 
Die Reibe ist, dafür, dass sie komplett aus Plastik besteht, erstaunlich scharf. So scharf, dass ich mir damit in der Vergangenheit schon heftigere Verletzungen zugefügt habe, als mit meiner heißgeliebten Vierkant-Microplane-Reibe - wenn man nicht aufpasst ist da ganz schnell die Fingerkuppe weg... 
Ihr könnt natürlich jede andere Reibe, die Ihr auf den Topf auflegen könnt und die einigermaßen große Löcher hat, verwenden oder es auch mit einer feineren Reibe versuchen, macht das einfach abhängig von eurem persönlichen Geschmack.  

Geriebene Nudeln
Zutaten 
300 g Mehl, Type 405
3 Eier 
eine gute Prise Salz 
ein Schluck neutrales Öl

Zubereitung
Die Eier in eine Schüssel geben und mit dem Salz verkleppern. Einige Minuten stehen lassen, dann das Mehl und das Öl dazugeben und alles zu einem groben Teig verkneten. In einen Gefrierbeutel geben und mind. 30 Minuten ruhen lassen, dann nochmals durchkneten, so dass ein glatter, elastischer Teig entsteht. 
Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen, den Nudelteig halbieren und mit einer groben Röstireibe direkt in das kochende Wasser reiben. 
Die Nudeln al dente kochen, dann mit einem Schaumlöffel aus dem Kochwasser heben und direkt in die vorbereitete Suppe geben. 
 

Pötte un Pannen: Meine Küchenwaage

Heute stelle ich Euch mal kein Gewürz oder eine andere Zutat vor, sondern eines meiner wichtigsten Küchengeräte, meine Küchenwaage. 
Eine gute und vor allem genaue Küchenwaage gehört in jede Küche, bzw. in jeden Haushalt. Ich verwende beispielsweise meine Messbecher schon seit Jahren nur noch zum Anrühren, abgemessen wird damit aber schon sehr lange nichts mehr, da verlasse ich mich lieber auf die Küchenwaage. Auch bei amerikanischen Rezepten, die leider die fürchterlichen Hohlmaße verwenden, portioniere ich die Zutaten mit meinen Cupmaßen, wiege sie dann aber für die Rezeptübersetzung natürlich noch einmal ab. Die Küchenwaage ist also eigentlich täglich im Einsatz - wenn nicht in der Küche, dann für irgendwelche anderen "Wiegevorgänge"

Soehnle 67080 Küchenwaage PAGE Profi
Früher hatte ich eine ganz einfache Küchenwaage vom Discounter, eine kleine runde mit einer Glasplatte. Prinzipiell wunderbar, sie hat auch sehr genau gewogen, man ist aber durch die kleine Stellfläche sehr eingeschränkt in der Wahl der Schüsseln, in denen man die Zutaten abwiegt. Als diese Küchenwaage in den Küchengerätehimmel einging, folgte eine weitere vom Discounter, die aber ähnlich gebaut war wie meine aktuelle, also quasi im Tablet-Format. Sie war nur ein ganzes Stück kleiner und hatte leider die ein oder andere Macke, unter anderem hatte sie einen Heißhunger auf Batterien - ich musste für nahezu jeden Abwiegevorgang eine neue Batterie einlegen und wirklich genau hat sie auch nicht gewogen. Im letzten Jahr hab ich mir dann endlich DIE Waage zugelegt, eine Küchenwaage, die wie für mich gemacht ist, die Soehnle Page Profi*. 

Diese Küchenwaage ist größer als normale Küchenwaagen, bietet also deutlich mehr Standfläche, so dass man auch große Schüsseln sicher darauf stellen kann. Sie wiegt in 1 g-Schritten, ich hab das mal mit meiner Löffelwaage verglichen und verwende seitdem auch für Gewürze (also beispielsweise Salz für Brotteige) nur noch diese Waage, die Löffelwaage hat schon ewig kein Tageslicht mehr gesehen. 

Eine der wichtigsten Funktionen ist die enorm lange Zeitspanne, bis sich die Waage selbst abschaltet. Früher ist es mir sehr oft passiert, dass sich die Waage mal wieder verabschiedet hatte, bevor ich die nächste Zutat zufügen konnte - das ist mir bei diesem Modell noch nie passiert, hier dauert es ca. 5 Minuten, bis die sich ausschaltet. 

Die maximale Tragkraft liegt bei 15 Kilo, das macht diese Küchenwaage auch für mich als Tierhalterin sehr interessant, weil ich darauf sehr genau auch das Gewicht meiner Vierbeiner dokumentieren und kontrollieren kann. Auf der normalen Personenwaage ist das so genau nicht möglich und gerade bei alten und kranken Tieren muss natürlich etwas genauer auf das Gewicht geschaut werden.  

Durch die spezielle HOLD-Funktion ist es möglich, auch große Gegenstände, die die Anzeige verdecken, abzuwiegen - ebenfalls für mich interessant, wenn ich meine drei Mitbewohner im Katzenkorb wiege oder auch beim Abwiegen von Päckchen und Paketen. Aufgrund der Genauigkeit und der 1g-Schritte kann man aber natürlich auch einfache Briefe darauf abwiegen. 

Die Batterien sind handelsübliche Babyzellen, also die dünnen, die auch in Fernbedienungen verwendet werden und sie funktioniert auch mit Akkus, ohne dass sie nach 2maligem Wiegen gleich den Geist aufgibt. 

Der einzige negative Punkt, den ich feststellen konnte, ist, dass sie teilweise etwas langsam ist, zumindest langsamer als mein Vorgängermodell. Beim Zuwiegen sollte man daher nicht zu forsch an die Sache rangehen. Für mich war das aber nur eine Sache der Gewohnheit, mittlerweile hab ich mich an das Tempo angepasst - wirklich langsam ist sie auch nicht, nur eben nicht ganz so zügig wie mein Vorgängermodell. 

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Rotwein-Zwetschen, eingeweckt

Auch, wenn ich Euch mit meiner Einweckerei so langsam auf die Nerven gehe, ich mach einfach unbeirrt weiter, da kenn ich gar nix. Zur Abwechslung gibt's heute aber mal was Süßes und nicht immer irgendwelche Saucen oder Ragouts. 

Diese Zwetschen sollten eigentlich auf einem, bzw. sogar gleich zwei Streusel- kuchen landen, dieses Projekt musste aber kurzfristig verschoben werden und am nächsten Tag war auf einmal kein Mehl da, futsch! Nur noch ein kläglicher Rest bedeckte den Boden des Mehlglases - da war kein Kuchen mehr drin, geschweige denn 2. 
Was also mit den Zwetschen anstellen? Die werden schließlich auch nicht besser, wenn sie übers Wochenende bei Zimmertemperatur rumliegen müssen. Klare Antwort eines Einkoch-Junkies: Einwecken! 

Rotwein-Zwetschen, eingeweckt
Also, gesagt, getan. Pflaumen-, bzw. Zwetschenkompott ist für mich übrigens der Inbegriff von Kindheit. Damit bin ich großgeworden, denn wir hatten zwei große, üppig tragende Pflaumenbäume im Garten und da wurde natürlich immer viel eingemacht und selbstverständlich auch der ein oder andere Kuchen gebacken. 
Das Kompott gab es dann entweder mit Grießpudding oder, und da stellen sich bei mir mittlerweile die Nackenhaare auf, mit Reis. Urgs.
Heutzutage löffel ich so ein wönziges Glas gerne direkt aus, also aus dem Glas schnurstracks in den Magen, ohne Umweg über irgendein Dessert - überflüssiger Schnickschnack ;o)

Rotwein-Zwetschen, eingewecktDas Rezept, das werdet Ihr gleich sehen, ist sehr einfach und schlicht gehalten, Zwetschen, Wasser, Zucker, Zitronenschale und Rotwein, mehr brauche und mag ich nicht in meinem Zwetschenkompott. Wenn Ihr es aber gerne würziger mögt, womöglich sogar Zimt esst, dann könnt Ihr natürlich auch eine Zimtstange in den Weinsud geben, evtl. auch noch mit nem Sternanis, etwas Pfeffer oder was Ihr sonst gerne mögt. Im Prinzip könnt Ihr so eine Art Glühwein machen und den dann als Einkochsud verwenden. 
Ich mag das natürlich nicht, ich lass an meine Zwetschen nur Wasser, Zucker, Zitronenschale und Wein, davon aber gerne n büschen mehr. 
Wenn Kinder oder Menschen, die keinen Alkohol dürfen oder vertragen, mitessen, ersetzt den Wein komplett durch Wasser, der Sud hat es nämlich in sich, im wahrsten Sinne des Wortes. 
Ich bin, nachdem ich so ein Gläschen ausgelöffelt habe, immer erstaunlich guter Laune ;o)

Rotwein-Zwetschen, eingeweckt
Zutaten für 3 Liter-Gläser 

2 kg Zwetschen 
500 ml Wasser
500 ml Rotwein (Dornfelder 2011, Weingut Thorsten Krieger)
300 g Zucker 
Schale einer halben unbehandelten Bio-Zitrone

Zubereitung
Die Weck- oder Twist-off-Gläser gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und beiseite stellen. Die Deckel der Twist-off-Gläser und/oder die Gummiringe der Weckgläser in einen kleinen Topf geben und ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze sterilisieren. 
Die Zwetschen waschen, halbieren und entsteinen. Den Rotwein mit dem Wasser, Zitronenschale und Zucker in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Köcheln lassen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. 
Die Zwetschen dicht an dicht in die Gläser stapeln und soviel Kochflüssigkeit dazu geben, dass die Zwetschen leicht bedeckt sind -  die Zitronenschale vorher rausnehmen.

Einen Kochtopf mit Küchenpapier auslegen, die Gläser nebeneinander in den Topf stellen und soviel Wasser angießen, dass die Gläser zu 2/3 im Wasser stehen. Das Wasser sollte ungefähr die Temperatur der Rotweinflüssigkeit haben.
Das Wasser zum Kochen bringen, den Topf mit einem Deckel verschließen und die Temperatur soweit reduzieren, dass das Wasser noch leicht kocht. Mit geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten einkochen, dann die Gläser entnehmen und vollständig abkühlen lassen.

Rotwein-Zwetschen, eingeweckt
Quelle: Mama

Rucolapesto mit Kürbiskernen

Ich hab zwar schon viele Rezepte aus Kräuter & Gewürze* nachgekocht und auch gebloggt, trotzdem sollt Ihr aber natürlich auch an diesem Sonntag nicht leer ausgehen. Also gibt es heute ein Rezept für Pesto, davon habe ich nämlich tatsächlich noch keines in meinem Rezeptarchiv, von der getrockneten Tomatenvariante mal abgesehen, aber das ist kein Pesto im klassischen Sinn.

Wir essen selten Pesto, viel zu selten, wie ich am Freitag, als es dieses Gericht gab, festgestellt habe, denn Pesto ist nicht nur schnell gemacht und enorm vielseitig, es schmeckt einfach auch großartig. 
Kräuter und Gewürze hat natürlich noch einige andere Pestosorten zu bieten, ich hab mich aber für dieses entschieden, weil es Kürbis- und Sonnenblumenkerne enthält - der Mitesser hält ja leider nicht soviel von Nüssen und Mandeln, Sonnenblumen-, Kürbiskerne oder Pistazien sind aber ok.

In vielen Pestorezepten, so auch im Originalrezept des gestern vorgestellten Buches Kräuter und Gewürze, wird der Käse zerbröckelt und direkt mit den anderen Zutaten im Foodprozessor püriert, davon halte ich aber gar nichts, da das Pesto dadurch leicht bitter wird. Ich reibe den Käse daher immer separat auf einer sehr feinen Reibe und rühre ihn unter das fertig pürierte Pesto. 
Wenn Ihr das oder ein anderes selbstgemachtes Pesto mit Öl bedeckt im Kühlschrank lagern wollt, bietet sich das auch an, da der Käse die Haltbarkeit des Pestos deutlich verringert. In dem Fall also einfach die Kräuterpaste ohne Käse vorbereiten und den Käse lieber direkt vor dem Servieren unter das Pesto rühren. 


Zutaten 
1 Bund Rucola 
1 Bund Petersilie 
3 EL grünschalige Kürbiskerne 
2 EL Sonnenblumenkerne 
75 ml Sonnenblumenöl
Salz und Pfeffer aus der Mühle
eine großzügige Prise Lemon Myrtle oder Zitronenabrieb nach Geschmack
40 g frisch geriebener Nordländer (alternativ Parmesan)
Kürbiskernöl
1 EL Kürbiskerne

Zubereitung 
Kürbis- und Sonnenblumenkerne trocken in einer Pfanne bei mittlerer Hitze anrösten, dabei regelmäßig schwenken und darauf achten, dass die Kerne nicht zu dunkel werden und verbrennen. Sobald die Kerne schön gebräunt sind, auf einen Teller geben, beiseite stellen und abkühlen lassen. 
Rucola und Petersilie waschen und gründlich trocken schütteln, grob zerkleinern. 
Kräuter, Knoblauch, Kürbis- und Sonnenblumenkerne zusammen mit dem Öl im Foodprocessor pürieren. Den Käse mit der Reibe möglichst fein reiben. 
Die Kräuter-Ölmischung in eine Schüssel geben, den Käse unterrühren und mit Kürbiskernöl, Salz und Pfeffer und Lemon Myrtle abschmecken.
Schmeckt klassisch zu Pasta, aber auch als Dipp zu einem frischen Baguette.
Quelle: Kräuter & Gewürze - das Kochbuch* von Susanne Bodensteiner, Reinhardt Hess und Bettina Matthaei *(Affiliate-Link)