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Darf ich vorstellen?

... Hildegard!*
Hildegard war die letzten 2 1/2 Jahre für die Fotos im KuLa verantwortlich und hat sich in dieser Zeit von anfänglich wirklich gruseligen Bildern, zu immerhin ganz passablen Fotos gemausert - zudem war sie immer zuverlässig und stets bemüht, ihre Aufgaben zu meiner Zufriedenheit zu erfüllen. Nicht einmal hat sie gemeckert oder gar ihren Dienst verweigert. Eine wirklich tolle Mitarbeiterin also, die mir kaum Anlass zur Klage gegeben hat. Kaum, denn wo Licht ist, ist natürlich auch Schatten, womit wir auch gleich beim Thema sind. Hildegard rauscht, und zwar mächtig. Nein, nicht BEI Hildegard rauscht es, sie selbst rauscht - das ist ein feiner Unterschied ;o)
Sobald sich auch nur ne klitzekleine Wolke vor die Sonne schiebt, ist Schluss mit lustig, dann ist kaum noch ein anständiges Bild möglich - das macht das Fotografieren in der dunklen Jahreszeit natürlich nicht gerade zu einem Vergnügen - wer isst schon gern um 10.00 Uhr morgens zu Mittag, damit die Fotos auch noch zu gebrauchen sind?

Spässken, natürlich haben wir nicht schon morgens gegessen, aber ich hab auch nicht erst nachmittags angefangen zu kochen, dann hätt ich mir die Fotos gleich sparen oder anstelle der Kamera mein Handy zum Knipsen benutzen können.

Mein Traum war schon lange Zeit eine "richtige" Kamera, eine Spiegelreflex mit allem PiPaPo, aber das ist natürlich nix, was man mal eben so kauft - die kostet schließlich nen kleinen Pappenstiel. Da bei uns die Prioritäten momentan etwas anders gelagert sind, hatte ich eine Kamera überhaupt nicht auf dem Zettel - irgendwann vielleicht mal, aber nicht jetzt. 

Wie heißt es aber so schön? Unverhofft kommt oft, so auch in diesem Fall. Während ich mich also vor zwei Wochen auf dem Sofa rumgedrückt, vor mich her gewimmert und ein büschen in Selbstmitleid gesuhlt habe, hat mein Mitesser die Gelegenheit genutzt, mir unauffällig mein Geburtstagsgeschenk, bzw. einen Gutschein dafür "unterzuschieben" und mir damit eine unglaubliche Freude zu bereiten.
Nee, mein Geburtstag ist erst in 3 Wochen, aber da wir uns eh kaum an festgelegte Daten halten und auch die Weihnachtsbescherung gern schon mal ein paar Tage früher machen, weil ich es vor Neugier mal wieder nicht aushalte, spielte der eigentliche Termin, also mein Geburtstag auch in diesem Fall eine eher untergeordnete Rolle. Das Geschenk sollte mir natürlich zum Einen eine Freude bereiten, zum Anderen aber auch ein Ansporn sein, ganz schnell wieder auf die Beine zu kommen und vollständig gesund zu werden. 

Was hab ich also bekommen? Ihr habt es sicher schon längst erraten, einen Gutschein für eine Spiegelreflex-Kamera - is das nich doll? Wie eine Schneekönigin hab ich mich gefreut und obwohl ich mich einigermaßen kodderich gefühlt habe, wär ich am liebsten sofort am nächsten Tag losgezogen. Neue technische Spielzeuge wecken ungeahnte Lebensgeister in mir ;o)
Ging natürlich nicht, also wurden gewissenhaft Informationen eingeholt und mit Hilfe vieler Bloggerkollegen und Leser bei Facebook war sehr schnell klar, welche Kameras zur Auswahl standen, die Canon EOS 550D oder die Nikon D90 - dank kompetenter Ratschläge mit deutlicher Tendenz zur letzteren.
Um es kurz zu machen, als ich das erste Mal die Nikon in der Hand hatte, wusste ich, das isse, die oder keine! Also fix den Karton geschnappt und nix wie ab zur Kasse, bevor es sich mein Mitesser doch noch anders überlegt ;o)
Zuhause wurde natürlich sofort der Akku geladen, die Kamera zusammengebaut und dann war ich die nächsten Stunden erstmal nicht mehr ansprechbar. 
Seitdem sieht man mich nur selten ohne Adele und es gibt keine Ecke der Wohnung, die ich nicht dutzende Male auf Speicherkarte gebannt hab. Natürlich waren wir auch schon draußen unterwegs, letzten Samstag haben wir ausgiebig das tolle Wetter ausgenutzt und waren im Arboretum Ellerhoop - die Ergebnisse könnt Ihr Euch hier anschauen. 

Wollt Ihr sie mal sehen meine neue Mitarbeiterin? Ok, ich will ja nicht so sein, das isse also, meine Adele.*
Adele sieht nicht nur mächtig schick aus,  bzw. ist wahr- scheinlich die schönste Spiegelreflexkamera der Welt, sie gibt auch ein gar wunderschönes Klickgeräusch von sich, wenn sie ein Bild knipst und was noch viel wichtiger ist, auch ihre inneren Werte sind mehr als über- zeugend. Die Zeiten, in denen ich nur von zwölf bis Mittag fotografieren konnte sind nun endgültig vorbei, selbst abends mit Blitz sehen Adeles Bilder schicker aus, als die mit Hildegard gemachten um 16.00 Uhr bei bedecktem Himmel. 
Ihr merkt schon, ich hab mich n büschen (jaja, eigentlich n büschen mehr) in Adele verliebt und werde mich deshalb sobald ich wieder dauerhaft einsatzfähig bin, auch nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktisch weiterbilden, d.h., den ein oder anderen Fotokurs machen - wenn Ihr Tipps für gute Kurse in Hamburg habt, immer her damit! :O)

So, und nachdem ich Euch nun Adele vorgestellt habe, möchte ich noch die Gelegenheit nutzen und dem besten Mitesser der Welt für das tollste Geburtstags-/Genesungsgeschenk danken. Wenn ich nicht schon vorher vorgehabt hätte, den ollen Krebs fertig zu machen, dann spätestens jetzt. Tschakka, wir schaffen das! ;o)

Natürlich geht's hier nicht in erster Linie um Fotos, aber da Fotografieren eines meiner liebsten Hobbies ist, hoffe ich trotzdem, mich mit Hilfe von Adele in Zukunft noch ein wenig steigern zu können und weil ich bald hoffentlich auch wieder regelmäßig auf Foto-Safari gehen kann, werde ich meine vor einer Weile eingemottete Kategorie "Augenblicke" wieder reaktivieren und ab und zu oder vielleicht auch regelmäßig ein Foto bloggen. Nix Großartiges, einfach nur, um es hier noch ein wenig muckeliger zu machen. Zuhause hab ich schließlich auch Bilder an der Wand, da kann der KuLa nicht völlig kahl bleiben ;o)
*Ja, Ihr habt richtig gelesen, meine Kameras haben Namen, damit sind sie aber nicht alleine, denn auch meine Hackenporsche, Laptops, unser Auto, usw. usf. haben selbstverständlich einen Namen - man muss ja schließlich wissen, wen man verfluchen soll, wenn's mal nicht so läuft wie es soll ;o) 

Rosmarin-Popcorn

Popcorn 2. Teil...
Nachdem ich neulich bereits das Spicy Popcorn getestet und für mehr als gut, nämlich sogar richtig klasse befunden habe, musste dieses Rosmarin Popcorn unbedingt gleich auch noch probiert werden - ich war sozusagen im Popcorn-Rausch ;o)
Im Gegensatz zum Spicy Popcorn ist es nicht so kräftig gewürzt, sondern hat eine angenehm dezente Rosmarinnote, die aber trotzdem sehr gut rauskommt - perfekt für den sonntäglichen Tatortabend und natürlich auch für jede andere Gelegenheit. Knabbern kann man doch eigentlich immer, oder?

Und wenn Ihr eh schon einmal dabei seid und das Rosmarinöl ansetzt, macht gleich ein wenig mehr und verwendet das Öl auch zum Anbraten von Gemüse oder Fleisch oder was auch immer - ganz toll!  

Zutaten
100 ml Olivenöl
3 Rosmarinzweige
150 ml Popcorn-Mais
3 TL Meersalz

Zubereitung
Das Öl zusammen mit dem Rosmarin in einen Topf geben und erhitzen, das Öl darf aber nicht kochen. Von der Platte nehmen und über Nacht ziehen lassen.
Am nächsten Tag die Hälfte des Olivenöls in einen großen Topf geben. Salz und Popcorn-Mais dazugeben und mit geschlossenem Deckel erhitzen. Sobald die Maiskörner kräftig beginnen zu poppen, die Temperatur ausstellen und immer wieder am Topf rütteln. Wenn das Poppen stoppt, das restliche Öl über das fertige, noch heiße Popcorn träufeln und evtl. noch etwas anchsalzen, falls zuviel Salz am Topfboden kleben bleibt. In eine Schüssel geben und abkühlen lassen. Knabbern!

Quelle: Maria Elja - Die neue vegetarische Küche

Pfannengerührtes Schweinefleisch mit Pekingsauce

Was asiatisches Essen betrifft, sind mein Mitesser und ich fürchterlich eingefahren, wir mögen die japanische und die chinesische Küche (bzw. das, was wir hier als chinesisches Essen kennen) sehr gerne, andere Richtungen, wie beispielsweise thailändisch sind aber so gar nicht unser Fall - da gibt es eindeutig zuviele Zutaten, die bei uns auf der schwarzen Liste stehen ;o)
Vielleicht wage ich mich irgendwann noch mal an andere asiatische Länderküchen, bis dahin tobe ich mich aber ausgiebig in China aus - ist ja schließlich groß genug ...

Da die asiatischen Saucen geschmacklich sehr unterschiedlich ausfallen, haltet Euch bitte nicht sklavisch an das Rezept, sondern schmeckt evtl. nach Eurem persönlichen Geschmack ab, ich hab besonders mit Hoisin-Saucen schon so manche auch unangenehme Überraschung erlebt. 
Den Reiswein könnt Ihr natürlich wie immer auch sehr gut durch Sherry ersetzen.

Zutaten
400 g Schweinefilet  


Marinade
1 EL Sojasauce
1 EL Shaoxing-Reiswein
1 EL Maisstärke
1 EL Wasser

Sauce
2 EL Sojasauce
4 EL Hoisinsauce
1 EL Austernsauce
2 TL Ingwer, sehr fein gehackt
2 EL Shaoxing-Reiswein
4 EL Wasser
1 TL dunkles Sesamöl

Erdnussöl zum Anbraten

Zubereitung
Das Schweinefilet einen Tag vor der Zubereitung in sehr dünne Scheiben schneiden und zusammen mit den Zutaten für die Marinade in einen Gefrierbeutel geben, gut vermischen und verschlossen im Kühlschrank bis zum nächsten Tag aufbewahren. 

Am nächsten Tag das Fleisch eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur anehmen lassen. In der Zwischenzeit alle Zutaten für die Sauce in einer Schüssel miteinander verrühren und beiseite stellen.
Etwas neutrales Öl in einem Wok erhitzen und das Schweinefleisch von allen Seiten ca. 2 Minuten anbraten - herausnehmen und warm stellen.
Das evtl. verbliebene Öl aus dem Wok entfernen und die Sauce darin zum Kochen bringen. Sobald die Sauce kocht, das bereits gebratene Schweinefleisch mitsamt evtl. ausgetretenem Fleischsaft dazu geben und kurz mit durchschwenken.
Sofort mir Reis servieren. 
Quelle:Yi Reservation

Dat wohr besonners good - März

MannMannMann, schon wieder Ende des Monats, es wird also hohe Zeit für meinen monatlichen Rückblick und kaum hab ich diese Kategorie eingeführt, wird's auch schon kompliziert.
Kompliziert deshalb, weil ich ja eigentlich nur 3 Rezepte pro Monat besonders hervorheben wollte ... Geht diesen Monat nicht, dafür gab es einfach zuviele Gerichte, die für meinen Geschmack sogar das Zeug für einen Platz in der Hall of Fame (quasi einem "Best of Alle Rezepte" - bereite ich derzeit grad vor) hätten. Im März waren für meinen Geschmack also nicht 3, sondern 5 Rezepte "besonners good" ...
Die wahrscheinlich leckersten Waffeln der Welt, besonders natürlich mit original belgischem Perlzucker - ein Traum! 
 
Hab grad noch mal dran "geschnüffelt" - Wahnsinn! Dieser Stoff verdient die Bezeichnung Extrakt wirklich, denn was einem da in die Nase steigt ist Vanille pur - schon jetzt nicht mehr aus meiner Küche wegzudenken!

Wie ich schon im Beitrag geschrieben habe, eines meiner absoluten Lieblingsessen, von dem ich wahrscheinlich schon morgens direkt nach dem Aufstehen eine große Portion verdrücken könnte. 

Mein allerliebstes Lieblings-Muschelrezept, da gibt's gar nix zu diskutieren und außerdem der Anlass, bei dem ich Cidre für mich entdeckt habe - der Beginn einer ganz großen Liebe ;o)

Mal wieder ein vegetarisches Rezept, bei dem selbst der "eingefleischteste" Fleischesser nicht im Traum auf die Idee kommen würde, dass da was fehlt - solche Rezepte braucht die Welt ;O)

Und wenn Ihr Euch jetzt wundert, dass es die Macadamia-Schoko-Butter nicht in meine persönliche Bestenliste geschafft hat - ich mag die noch nicht gebloggte Erdnuss-Version einfach lieber, aber dazu demnächst mehr ;o)

Mayonnaise

Meine erste "Begegnung" mit Mayonnaise ist noch gar nicht allzu lange her, denn bevor ich vor einigen Jahren vom Kochvirus infiziert wurde und Mayonnaise selbstgemacht hab, war mir diese glibbrige, fette Pampe aus dem Glas oder der Quetschflasche mehr als suspekt - hätt ich im Leben nicht runtergekriegt.
Logisch, ich hab den Nudelsalat meiner Mama gegessen und da ist neben Joghurt auch Mayo drin, aber so pur zu Fritten oder als Dipp... Nee, das ging gar nicht.
Nachdem ich mir dann vor ein paar Jahren meinen mittlerweile heißgeliebten und vormals als völlig überflüssig verschrieenen Zauberstab zugelegt hatte, musste natürlich irgendwann auch mal ne Mayo sein. Gehört schließlich zum Standard-Repertoire des Zauberstabes, da musser schon mal ran.
Was soll ich sagen? Liebe auf den ersten Dipp! Ja, ich liebe (selbstgemachte) Mayonnaise - am liebsten würd ich sie auf jedes Käsebrot schmieren und könnte ganze Menüs um die Mayo an sich basteln. Leider sieht das mein Magen nicht so, daher gibt's natürlich nicht jeden Tag Mayo. Nehein, auch nicht jeden zweiten! ;o)


Mittlerweile hab ich selbstverständlich schon mal gekaufte Mayo probiert, als Pommes Schranke in der Eppendorfer Grillstation - man muss ja wissen, wovon oder wogegen man anredet, mein Vorurteil hat sich aber nur bestätigt. Gekaufte Mayo geht nu wirklich ganz und gar nicht! Gruselig, einfach nur gruselig.

Nu is Mayo ja nix Neues im KuLa, ich hab im letzten Jahr schon einmal die eifreie Variante gebloggt, die geradezu perfekt für sommerliche Salate ist und am Anfang meiner Bloggerkarriere auch schon einmal eine Curry-Mayo, eine ganz normale Mayo gibt's aber noch nicht - schon gar nicht in einem eigenen Beitrag und den hattse auf jeden Fall verdient! Daher, und damit alle, die immer noch dieses Schmiermittel ausm Glas kaufen es erfahren, also ein Beitrag nur für die Mayo, meine heimliche Liebe ;o)


Ob ich ein Vollei oder nur das Eigelb verwende, mach ich immer von der benötigten Menge Mayo abhängig, funktionieren tut es sowohl mit, als auch ohne Eiweiß.
Ab und zu kann es aber mal vorkommen, dass eine Mayo nicht bindet, dann kann man mixen und mixen soviel man will und auch mehr Öl bringt rein gar nichts - die Mayo bleibt flüssig.
Wenn ich beispielsweise Eier von meinem Gemüsehändler um die Ecke für die Mayo verwende, weiß ich schon vorher, dass sie nichts wird - klappt einfach nicht, bleibt immer flüssig wie Wasser. Natürlich verwende ich die Eier gar nicht mehr erst für Mayo, aus Schaden wird man ja klug, als ich aber neulich noch 2 Eier hatte und die erste Mayo mal wieder nichts wurde, hatte ich eine Eingebung - Milch! Schließlich ist das Ei gar nicht zwingend notwendig, sondern nur eine Geschmacksfrage. Ein kleiner Schluck Milch genügte und schwupps war die Mayo gebunden... Zauberei! :o)
Solltet Ihr also auch mal an so renitente Eier geraten, mit Milch sind sie zu zähmen.

Ganz wichtig: Verwendet für die Herstellung dieser eihaltigen Mayonnaise ausschließlich sehr frische Eier und braucht die Mayo am gleichen Tag auf. Wenn Ihr die Mayonnaise länger lagern, bzw. konsumieren möchtet, verwendet lieber eine eifreie Variante


Zutaten
1 Eigelb oder ein Vollei
je nachdem, ob ein Eigelb oder Vollei verwendet wird, bis zu 250 ml Rapsöl
1 TL grober Senf
Salz und Pfeffer
Ein Spritzer frisch gepresster Zitronensaft

Zubereitung
Je nach gewünschter Mayonnaisenmenge ein Eigelb oder ein Vollei in ein hohes Gefäß geben. Öl und Gewürze dazugeben und mit dem Stabmixer solange mixen, bis die Mayonnaise fest ist. Je mehr Öl man dazugibt, desto fester wird die Mayonnaise, bei einem Vollei benötigt man also entsprechend mehr Öl.
Zusätzlich kann man die Mayo natürlich noch mit einer unendlichen Anzahl von Zutaten abschmecken. Wasabi, Kapern, Anchovis, Tomatenmark, Knoblauch, frische Kräuter, usw. zaubern ganz fix Abwechslung in die Mayonnaise.
Tipp: Wird die Mayonnaise partout nicht fest, einfach einen Schluck Milch dazugeben, das hilft in den meisten Fällen sofort.

Ravioli mit Kartoffel-Käsefüllung und gebräunter Thymian-Zitronen-Butter

Nachdem ich mich in den letzten Tagen mehr auf dem Sofa rumgedrückt und den KuLa etwas vernachlässigt habe, wird's heut mal wieder besonders ausführlich, denn heut geht's um eines meiner Lieblingsthemen - Pasta! Um genau zu sein, Ravioli! Und dabei kann ich mich ja immer schwer zurückhalten ;o)
Ich weiß, hier geht's in letzter Zeit ein wenig pastalastig zu, aber Pasta ist halt Soulfood pur und davon kann ich zur Zeit gar nicht genug bekommen. 

Dieses Rezept steht schon seit Monaten auf meiner immer länger werdenden Liste, ich hatte sogar schon diverse Male alles dafür im Haus (die Zutatenliste ist ja auch nicht gerade endlos) und stand quasi schon so gut wie in den Startlöchern - wie so oft wurde dann aber doch nix draus und es gab mal wieder etwas anderes ...

Schade eigentlich, denn diese Raviolifüllung ist so lecker wie simpel - nur einige wenige Zutaten, deren Qualität aber entscheidend für das spätere Ergebnis sind. Achtet also unbedingt darauf, dass Ihr gute mehligkochende Kartoffeln und einen kräftigen,  aromatischen Käse verwendet, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. 

So, auf geht's, ran an die Nudel!

Viele kneten den Nudelteig mit der Hand stundenlang bis er so aussieht wie auf dem Foto - ich bin faul, ich mach es mir einfacher und lass die Zeit für mich arbeiten ;o)
Ich gebe alle Zutaten, also Mehl, Eier, Salz und einen Schluck Öl in eine Schüssel und verknete sie so gut es geht mit dem Mixer und noch einmal kurz mit der Hand. Natürlich ist der Nudelteig dann noch sehr klumpig und bröckelig, das wird aber anders, wenn man ihn so wie er ist in einen Gefrierbeutel gibt und für eine halbe oder eine Stunde ruhen lässt. Das Mehl verbindet sich in dieser Zeit mit der Feuchtigkeit der Eier und der Teig wird von allein geschmeidiger und weicher. Er lässt sich dann ganz einfach und leicht zu einem geschmeidigen, nicht klebenden Teig verkneten.

Zum Herstellen von Ravioli gibt es viele Möglichkeiten, man kann die Nudelplatten mit Schüsselchen oder Ravioliausstechern in Form bringen oder auch mit einem Raviolibrett arbeiten. Ich bevorzuge die erste Variante, Raviolibretter sind irgendwie auf Dauer nicht meins - früher fand ich sie mal ziemlich klasse, mittlerweile hab ich meine Meinung aber revidiert. 
Sie sind zwar sehr praktisch, denn man ist beim Füllen und Fertigstellen sehr viel schneller, das Resultat ist für mich aber nicht überzeugend. 
Im Gegensatz zur handgeklöppelten Variante bleibt der Nudelteig dicker und optisch sind sie auch nicht so schön. Für den Alltag aber durchaus eine gute Möglichkeit, schnell viele Ravioli herzustellen.

Für die handgeklöppelte Version rolle ich den Nudelteig aus und schneide dann entweder kleine Nudelplättchen zu, auf die ich jeweils eine kleine Portion Füllung gebe oder ich gebe auf die Nudelbahn in regelmäßigen Abständen etwas Füllung, schlage dann eine weitere Nudelbahn darüber, drücke alles an und schneide die Ravioli auseinander, wie hier sehr gut zu erkennen ist.
Zum Verschließen kann man die Ränder mit ein wenig Eiweiß einstreichen und dann zudrücken oder man drückt sie mit einer Gabel zu, das hält genauso gut. 
Wichtig ist, beim Verschließen der Ravioli die Luft so gut wie möglich rauszudrücken, sonst blähen sich die Ravioli beim Kochen zu sehr auf und platzen. 

In der Formgebung ist man ohne Raviolibrett sehr viel freier, je nach Ausstechform kann man runde, eckige oder durch Überklappen der Teigplatten auch dreieckige oder halbrunde Ravioli herstellen, Raviolibretter bieten diese Möglichkeit nicht, sie unterscheiden sich im Wesentlichen in der Größe, aber bevor ich Euch Raviolibretter vollends madig mache, hier mal eine kleine Anleitung, praktisch sind sie nämlich schon ...
Raviolibretter sind besonders geeignet, wenn man den Nudelteig mit der Nudelmaschine ausrollt, da er dann automatisch auf die richtige Breite ausgewalzt wird. 

Der Nudelteig wird auf die volle Breite der Nudelmaschine ausgerollt und dann auf Länge des Raviolibrettes geschnitten. 
Jeweils eine Bahn auf das gut bemehlte Raviolibrett legen und ganz leicht andrücken. Dabei aufpassen, dass man nicht zu stark drückt, da sich die an den Brettern vorhandenen Zähne sonst durch den Nudelteig drücken. 

Der nächste Schritt ist nicht unbedingt notwendig, kann aber ganz praktisch sein. 
Ich drücke mit dem Ende meines Nudelholzes ganz leicht in die Vertiefungen des Raviolibrettes, so dehnt sich der Nudelteig schon ein wenig.

Je nachdem welche Konsistenz die Füllung hat, diese entweder mit einem Spritzbeutel oder zwei Teelöffeln verteilen.

Eine zweite Nudelbahn darüber legen und vorsichtig mit der Hand runterdrücken, dabei nicht schieben oder rollen, sondern einfach nur von oben nach unten drücken, so wird die Füllung in die Vertiefungen gedrückt und quillt nicht zur Seite raus.

Mit einem Nudelholz Stückchen für Stückchen vor und zurück rollen und dabei die beiden Nudelplatten miteinander verbinden. 
Nicht zu schnell und zu großflächig rollen, das würde die Füllung aus den Vertiefungen drücken.

Das Raviolibrett kippen und die Ravioli herausnehmen. 
Wenn sie sich nicht von allein trennen lassen, einfach mit einem Teigrädchen an den Rändern entlangfahren - fertig!
Bis zum Kochen auf einem bemehlten Backblech aufbewahren.

Zutaten

Nudelteig
200 g Mehl
2 Eier
1/2 TL Salz
2 EL Olivenöl

Füllung
250 g mehligkochende Kartoffeln
250 g Deichkäse, 18 Monate gereift oder ein gut gereifter Bergkäse
1 EL Ricotta
1 Ei
Salz und Pfeffer

Außerdem
Butter
Thymian 

Zitronenabrieb

Zubereitung
Aus Mehl, Salz, Olivenöl und Eiern einen Nudelteig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Minuten ruhen lassen. 


In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und als Salzkartoffeln gar kochen, abgießen und auf der ausgeschalteten Platte sehr gut ausdämpfen lassen. Noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken und komplett auskühlen lassen.
Mit dem frisch geriebenen Deichkäse, Ricotta verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
 

Den Nudelteig ausrollen und mit einem Ausstecher nach Wahl Quadrate oder Kreise ausstechen. Jeweils eine kleine Menge Füllung in die Mitte geben und die Teigplatte umklappen. Die Luft herausstreichen und die Kanten gut festdrücken.

Ravioli in siedendem Wasser 3-4 Minuten garen, währenddessen die Butter mit dem Thymian und dem Zitronenabrieb aufschäumen und die Tortelli darin schwenken. Sofort servieren.

Abgewandelt nach einem Rezept aus: Lust auf Genuss - Köstliches Italien