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Tagliatelle mit Pesto Genovese, oder so ähnlich ...

Ihr kennt das sicher, sobald man nicht nur für sich allein kocht, muss man zwangsläufig Kompromisse schließen. 
Bei uns gibt es reichlich Zutaten, die ich mag, mein Mitesser aber nicht und umgekehrt. Grundsätzlich kann man sagen, dass mein Mitesser vieeel krüscher ist als ich, er mag beispielsweise keine Kirschen, Spargel, Pilze, Spinat und auch keine Nüsse ... 

Ihr fragt Euch jetzt sicher, wie kann man keine Kirschen mögen? Hab ich mich (und ihn) auch schon oft gefragt. Kirschen sind doch ausnahmslos lecker, daran kann man eigentlich gar nichts nicht mögen. Er schon, er kann das. Sobald ich ihn dazu "überrede" doch mal wieder eine Kirsche zu probieren, verzieht er völlig angewidert das Gesicht und wartet nur darauf, sie möglichst schnell wieder auszuspucken. Ich hab's jetzt aufgegeben, ist ja schade drum und hat durchaus auch etwas Positives, so bleibt mehr für mich ;o)

Ganz ähnlich verhält es sich mit Nüssen, Mandeln, Pinienkernen, usw. usf., die mag er nämlich auch nicht. Glücklicherweise bin ich kein Nuss-Junkie, ich mag sie zwar, kann aber auch drauf verzichten und ersetze sie halt bei Gebäck durch eine Extraportion Mehl, Kekskrümel oder Ähnliches. Bei Pesto ist das schon schwieriger, aber irgendeine Lösung findet sich natürlich auch hier, und sei es halt Panko ... 

Ich bin ja sowieso ein Fan von allem, was knusprig ist und daher mag ich diese Abwandlung des Pesto Genovese mittlerweile auch lieber als das Original. 
Wie gut, dass mein Mitesser keine Nüsse mag ;o)

Zutaten 

Für das Pesto
1 großes Bund Basilikum 
2 confierte Knoblauchzehen 
etwas Abrieb einer Bio-Zitrone 
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Zusätzlich 
Panko 
etwas Piment d'Espelette 
Olivenöl

frisch geriebener Parmesan
Tagliatelle oder andere Pasta nach Wahl

Zubereitung 
Basilikum waschen, gründlich trockenschleudern und die evtl. vorhandenen holzigen Teile der Stiele entfernen. Zusammen mit den Knoblauchzehen in einen Mixer geben und Zitronenbrieb, Salz, Pfeffer und nach und nach Olivenöl dazugeben, dass sich das Basilikum aufmixen lässt. 
Soll das Pesto aufbewahrt werden, in ausgekochte Gläser füllen und mit Olivenöl bedecken. Im Kühlschrank hält es sich so wochen-, bzw. monatelang. 

Für die Knuspervariante Pasta al dente kochen. In der Zwischenzeit Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Panko darin bei mittlerer Hitze goldbraun rösten, mit etwas Piment d'Espelette oder anderem Chilipulver würzen. 
Die Pasta abgießen und tropfnass zurück in den Topf geben. Pesto dazugeben und frisch geriebenen Parmesan unterheben, durchschwenken. Pasta in die Pfanne zu dem angeröstetem Panko geben, ebenfalls kurz durchschwenken und sofort servieren.

Melonensalat mit Minzdressing

Bevor die Melonensaison bald vorbei ist, gibt's heut noch eine besonders schnelle und einfache Salat-Variante, die mir besonders gut geschmeckt hat. 
Durch die Minze und den Zitronensaft bekommt die, wie ich finde, leicht dumpfe Cantaloupe-Melone eine ganz tolle Frische, ideal für einen heißen Sommertag - aber auch sehr lecker an einem nur mäßig warmen Spätsommertag ;o)
Ich hab noch eine Wassermelone daheim, die ich aber pur verspeisen werde, im nächsten Sommer gibt's dann auf jeden Fall wieder diesen Salat. 
Bei der Wahl der Melonensorten könnt Ihr Euren persönlichen Vorlieben völlig freien Lauf lassen, nehmt einfach die Sorten, die Ihr bekommt - schmecken wird der Salat auf jeden Fall!

Zutaten
ca. 1/4 Wassermelone (hängt von der Größe ab)
1 Cantaloupe-Melone
Vanillesirup
Saft einer Zitrone
1 Bund Minze

Zubereitung
Melonen in Würfel schneiden oder mit einem Kugelausstecher in Form bringen.
Sirup, Zitronensaft und gezupfte Minzblätter in einen Blender geben und gründlich pürieren. Mit den Melonenbällchen mischen und für einige Zeit in den Kühlschrank stellen.
Gekühlt servieren. 

Pötte un Pannen - Die Mälzer-Zange war gestern, heut ist die Kochpinzette!

Ganz herzlich willkommen in der allgemeinmedizinischen Abteilung des Kuriositätenladens. Richtig, als gut sortiertes Fachgeschäft führen wir natürlich auch Medizinbedarf, versteht sich ja von selbst ;o)
Ok ok, ganz so ist es natürlich nicht, aber erstmal ganz von vorne: 
Vor einigen Jahren hab ich mir auf der Suche nach einem geeigneten Greifwerkzeug für die Küche eine Mälzer-Zange gekauft, war damals ja in aller Munde und wurde einem an allen Ecken quasi nachgeschmissen. Leider bin ich mit diesem Ding absolut nicht warm geworden, ich fand sie unhandlich, ständig schnappte das Ding nach allem, nur nicht nach den Dingen, die es greifen sollte und wirklich gut zu Reinigen war sie auch nicht. 
Irgendwann ist sie in den Besitz meiner Mutter übergegangen, die wunderbar mit ihr zurecht kommt und ich war wieder alleine - zangenlos ... 

Nun wissen wir ja alle, dass Fernsehen bildet und so hab ich irgendwann in einer Kochsendung (ich glaube es war bei Herta Poletto) gesehen, dass dort eine medizinische Pinzette zum Wenden von Fleisch, Gemüse und allem, was man halt so wenden kann, verwendet wurde - prima Idee!
Und wo bekommt man eine solche Pinzette? In der Apotheke, im Medizinbedarf oder im Sanitätshaus? Gaaaaanz kalt. 
Auf dem Wochenmarkt, ist doch klar :o)
Auf eigentlich jedem Wochen- oder Flohmarkt (entsprechender Größe) gibt es mittlerweile Stände, die von Dentalspiegeln, über Skalpelle bis hin zu Spekula alles verkaufen. Im Prinzip kann sich so Jeder eine kleine Privatpraxis einrichten... 
Wollte ich natürlich nicht, auch wenn ich vor vielen, vielen Jahren mal in dieser Branche gearbeitet hab und daher eine besondere Affinität zu derlei Gerätschaften habe. In diesem Fall wollte ich aber nur eine solche Pinzette - ehrlich. 
Diese Pinzetten sind ca. 30 cm lang (die genaue Länge wird heut noch nachgereicht, ich kann grad nicht aufstehen und sie nachmessen), man kann ganz wunderbar präzise damit greifen, sie lassen sich sehr leicht reinigen, und, und, und.
Die Pinzette und ich sind so -Platzhalter für gekreuzte Finger- und ich möchte sie wirklich nicht mehr missen. Und darum hat mein kleines Schätzchen einen Eintrag im KuLa verdient und musste Euch unbedingt vorgestellt werden.

Bagels 2.0

Neuigkeiten aus der hauseigenen Backstube, heut verrate ich Euch ein ganz besonderes Rezept: meine Lieblings"brötchen" - ich bin regelrecht süchtig nach diesen Kringeln.

Es ist ja nicht das erste  Bagelsrezept, das ich hier veröffentliche, aber es ist vieeeel besser als das andere. 
Dieses Rezept hab ich mir selbst zusammengewurschtelt, nachdem ich ein amerikanisches nachbacken wollte und die Cup-Angaben mal wieder vorne und hinten nicht passten - also selbst Hand angelegt und dieses Rezept ist nun das Resultat. 
Ich verwende für dieses Rezept eine Mischung aus 550er und 812er Mehl, beides bestelle ich bei der Adler-Mühle. Wenn Ihr die Bagels nachbacken möchtet, aber kein 812er habt und auch nicht extra bestellen möchtet, verwendet ausschließlich 550er, das ist auch kein Problem - evtl. müsst Ihr die Wassermenge minimal anpassen, aber das ist eh immer sehr individuell und kommt auf das Mehl selbst an.  
Ansonsten kann ich die Mehle der Adler-Mühle und hier besonders das 812er uneingeschränkt empfehlen, vom 812er bin ich im Laufe der Zeit ein großer Fan geworden.

Zutaten
300 g Mehl 550
300 g Mehl 812
13 g Salz
1 Tütchen Trockenhefe
350 g Wasser
2 EL Honig
3 EL Öl (Rapsöl)

3 EL Honig für das Wasser

Zubereitung
Die Trockenhefe zusammen mit dem zimmertemperierten Wasser in ein Gefäß geben und einige Minuten stehen lassen, bis sich die Hefe komplett aufgelöst hat.
Mehl und Salz trocken verrühren, Honig, Öl und Hefewasser dazugeben und alles mit dem Mixer oder der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen, glatten Teig verkneten.

Abgedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat - kann je nach Umgebungstemperatur auch länger dauern. 
Den Teig abschlagen, nochmals kurz durchkneten und  in 8 Portionen teilen, diese jeweils rund wirken. 
In jeden Teigling mit einem Kochlöffelstiel ein Loch in die Mitte drücken und die Teiglinge um den Kochlöffel drehen, evtl. das Loch noch mit den Händen nacharbeiten. 
In einem großen Kochtopf Wasser auf 80°C erhitzen und die Bagels 30 Sekunden darin schwimmen lassen, währenddessen 1x wenden.
Teigringe auf das Backblech legen und kurz trocknen lassen, dann mit Eiweiß bestreichen und nach Geschmack mit Sesam, Mohn, Kleie, usw. bestreuen.
Im auf 200°C vorgeheizten Backofen ca. 15-20 Minuten backen, bis die Bagels goldbraun sind. 
Herausnehmen und auf einem Rost abkühlen lassen.  

Hier nochmal die einzelnen Schritte im Detail: 

Mit einem gut bemehlten Kochlöffel stecht Ihr wie hier zu sehen ist in die Mitte der runden Teiglinge, und dreht sie ähnlich einem Tellerjongleur um die eigene Achse, so dass sich das Loch vergrößert. 

Sobald alle Teiglinge aussehen wie labbrige Schwimmreifen, in einem großen Topf Wasser auf ca. 80°C erhitzen und den Honig einrühren. 

Je nach Topfgröße 1-4 Bagel mit der "schönen Seite" nach unten  hineingeben und ca. 30 Sekunden schwimmen lassen. Nach 20 Sekunden umdrehen. 
Mit einer Schöpfkelle herausnehmen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
Die Teiglinge 1-2 Minuten antrocknen lassen und dann mit Eiweiß bestreichen und  nach Geschmack mit Mohn, Sesam, Kleie, Röstzwiebeln, Leinsamen, usw. usf. bestreuen. 

Im Tomatenrausch ...

Heut ging's mal wieder auf den Isemarkt, diesmal mit dem Vorsatz, Tomaten zu erbeuten. Kein Problem, momentan gibt es nicht nur die unterschiedlichsten Sorten, laut meiner Gemüsefrau schmecken sie jetzt auch am Besten.
Eigentlich sollten es nur rote und gelbe Tomaten werden, die möchte ich nämlich trocknen und einlegen, bzw. zu Ketchup verarbeiten, dann sprangen sie mich aber förmlich an und wollten alle mitgenommen werden: das gelbe Birnchen, Ochsenherz, Green Zebra, Berner Rose, Pfirsich-Tomate, Yellow Pear, Große Violette, Tigererella, usw. usf. 
Ganz schnell wurden es über 5 kg Tomaten und morgen geht's dann ans Trocknen, bzw. Einkochen. 
Heut gibt's eine grooooße Schüssel Tomatensalat, versteht sich von selbst, oder?

Chili con Carne

Ich hab grad ne kleine Koch-Krise, oder besser gesagt eine schlechte Phase...
Nicht nur, dass mir momentan komplett die Ideen ausgehen, das was ich koche ist im Endeffekt meist alles andere als kameratauglich und wenn ich doch mal ein Foto knipse, wird garantiert das nix. 
Schlechte Phase, wie ich sagte ... 
Nun gab's gestern Abend ja keinen anständigen Tatort, also hab ich die Zeit genutzt und mich mit einem Stapel Kochbücher bewaffnet hingesetzt und Rezepte gewälzt. Tatsächlich  hab ich dabei einige sehr interessante Rezepte gefunden, die nächsten Tage gibt's also eine Menge zu tun - ihr müsst mir nun nur noch die Daumen drücken, dass die Resultate einigermaßen vorzeigbar werden, sonst nützen mir die besten und interessantesten Rezepte nix ;o)

So, nu aber zum heutigen Gericht. Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt, dass da schon wieder ein riesiges Regengebiet vor den Toren Hamburgs steht, also ist es an der Zeit für einen kräftigen Eintopf - heut gibt's Chili!
Ich sag Euch lieber nicht, dass es dieses Chili schon vor einer Weile an einem der heißesten Tage dieses Jahres gab. Keine Ahnung, was mich da geritten hatte, aber ich hab es uns schön geredet, denn in Texas, Arizona und umzu isses ja schließlich auch immer recht sonnig, also passte das doch ;o)

Schon eine ganze Weile wollte ich ein richtiges Chili machen, nicht diese üblichen Hackfleischpfannen, die damit eigentlich herzlich wenig zu tun haben. Weil mir aber immer die Chilischoten fehlten, wurde das Chili monatelang vor mir hergeschoben. Beim letzten Madavanilla-Großeinkauf hab ich dann zugeschlagen und auch gleich drei Sorten Chili mitbestellt.
Das Rezept hab ich mir aus vielen Rezepten zusammengebastelt, unter Anderem hatte ich schon vor einer ganzen Weile irgendwo den Tipp gelesen, die Chilischoten einzuweichen und dann zu pürieren, so kann man sehr einfach den Schärfegrad nach dem persönlichen Geschmack anpassen. Für mich absolut ideal, da ich nicht so wahnsinnig viel Erfahrung mit den verschiedenen Chilisorten habe. Den Rest dieser Chilipaste hab ich mit Öl bedeckt im Kühlschrank stehen, dort wartet er sie auf den nächsten Einsatz. 

Zutaten
1 kg Rindfleisch, in Würfel von ca. 3x3 cm geschnitten
8 Scheiben durchwachsener Speck, in Streifen geschnitten
2 Zwiebeln, grob gewürfelt
8 Knoblauchzehen, fein gehackt
5 Ancho-Chilischoten
2 Cascabel-Chilischoten
2 Arbol-Chilischoten
2 Dosen Tomaten, jeweils ca. 700 g Einwaage
1 Dose Kidney-Bohnen, ca 500 g
1 Tasse starker Kaffee
1 Flasche Bier
2 TL Oregano
Salz 

Zubereitung
Chilischoten trocken in einer Pfanne bei milder Hitze anrösten, dabei darauf achten, dass sie nicht verbrennen. Mit kochendem Wasser übergießen und ca. 30 Minuten stehen lassen.
In der Zwischenzeit den Speck bei mittlerer Hitze in einem Schmortopf auslassen. Das Fleisch dazugeben und von allen Seiten goldbraun braten. Herausnehmen und beiseite stellen.
Die Zwiebelwürfel ebenfalls einige Minuten glasig anschwitzen. Knoblauch zufügen und kurz mit schwenken.
Speck, Fleisch, Tomaten, Bohnen, Kaffee, Bier und Oregano zugeben.
Chilischoten ausdrücken, in einem Mixer mit etwas Wasser fein hacken und nach Geschmack dazugeben. (Erstmal vorsichtig beginnen und an den persönlichen Geschmack rantasten.
Einmal aufkochen, dann die Temperatur reduzieren und bei schwacher Hitze mit geschlossenem Deckel ca. 2 Stunden simmern lassen. Wenn notwendig noch etwas Wasser zufügen.