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Lemon Curd

In erster Linie ist Lemon Curd ein süßer britischer Brotaufstrich, der unverschämt lecker, aber auch ebenso reichhaltig ist. Tatsächlich ist Lemon Curd aber ungleich vielseitiger, denn er ist die perfekte Füllung für Kekse, Tartes, etc. und schmeckt unglaublich gut als Marmorierung in selbstgemachter Eiscreme. 
Während man Lemon Curd früher nur bekam, wenn man ihn von einem Inselurlaub selbst mitbrachte oder sich mitbringen ließ, gibt es ihn mittlerweile auch im Edeka-Markt um die Ecke - allerdings so unverschämt teuer, dass mindestens ein vergoldeter Deckel mit im Preis drin sein müsste. 
Also ist Selbermachen mal wieder die Devise!

Lemon Curd zuhause selbst zu machen ist eine absolut simple Angelegenheit, man muss nur n büschen Zeit mitbringen und Rühren, Rühren, Rühren - Lemon Curd macht sich schließlich nicht von selbst ;o)
Ob man mit einem Schneebesen oder mit nem Mixer rührt ist dabei egal, bei mir siegt mal wieder der Scheinehund und so lasse ich den Mixer die Hauptarbeit erledigen und assistiere ihm nur, indem ich ihm eine Stütze bin.

Ganz besonders wichtig beim Lemon Curd ist die Konsistenz. Ein richtig leckerer Lemon Curd ist cremig-schaumig, hat eine Zabaione-ähnliche Konsistenz und die Farbe ist durch die eingeschlagene Luft sehr hell, eher weißlich. Erst wenn der Lemon Curd so aussieht, ist er fertig, vorher heißt es nicht aufgeben und immer fleißig weiterrühren ...

So, und wenn ich nun noch das leckere Keksrezept, wegen dem ich den Curd eigentlich gemacht habe wiederfinde, gibt's demnächst hoffentlich auch noch ein schönes Zitronenkeks-Rezept.


Zutaten
3 Bio-Zitronen, davon 
  • 150 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • Schalenabrieb
6 große Eier
300 g Zucker
170 g weiche Butter

Zubereitung
Alle Zutaten in eine Schüssel oder einen Topf geben und miteinander verrühren. Schüssel auf ein Wasserbad setzen und so lange mit dem Schneebesen oder dem Mixer aufschlagen, bis die Masse ähnlich wie eine Zabaione dick schaumig wird und nicht mehr gelb, sondern weißlich aussieht. Das dauert bis zu einer halben Stunde.
In Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Und für alle, die jetzt Blut geleckt haben, hab ich noch einen ebenfalls sehr leckeren Blood Orange Curd im Angebot :o)

Rotkohlsalat mit Feta

Rotkohl spielt in meiner Küche eigentlich keine große Rolle, es gibt ihn bei uns sehr selten bis praktisch gar nicht. Der Grund ist schnell erklärt, ich mag ihn einfach nicht ;o)
Das letzte Mal, dass ich Rotkohl (damit meine ich jetzt diesen gekochten Beilagen-Rotkohl) auf dem Teller hatte, war irgendwann in den 80ern, damals gab es bei uns zuhaus am Wochenende noch häufiger die klassischen Mehr-Komponenten-Mittagessen und da stand natürlich auch ab und zu eine Schüssel Rotkohl auf dem Tisch. 
Mit den Jahren änderte sich die Küche meiner Mama, aus dem sonntäglichen Braten wurden die ersten italienisch angehauchten Gerichte und so langsam aber sicher verschwand der Braten inkl. Beilagen vollständig aus unserer Küche - Rotkohl gab es dann nur noch entsprechend selten und auch ausschließlich für meine Eltern, ich hab mich da ausgeklinkt ...

Dass ich kein Fan von aufwendigen Menüs bin wisst Ihr sicherlich, wenn Ihr ab und zu reinschaut - 3 Gänge sind das Maximum und davon sollten sich dann im optimalen Fall noch mindestens zwei vorbereiten lassen. Mehrere Gänge zeitlich aufeinander folgend und auf den Punkt gegart auf den Teller zu bringen übersteigt meine Kochfähigkeiten, daher besteht ein typisches Wochenend-Mittagessen (unter der Woche gibt's ja eh meist nur ganz schnelle Küche) bei uns in den allermeisten Fällen auch aus nicht mehr als 2-3 Komponenten - alles andere ist mir zu stressig und macht mir keinen Spaß ;o)  
Ich mag es am liebsten einfach und da ich am Wochenende zusätzlich zum Mittagessen sehr gern noch irgendwas Süßes und die ein oder andere Kleinigkeit ausprobiere, fällt das Essen selbst zumeist sehr einfach aus - kein Platz für Rotkohl also, um mal endlich wieder aufs Thema zurück zu kommen ...

Diesen Rotkohlsalat hab ich nur deshalb machen können, weil meine Mama mir den Kohl am Freitag förmlich aufgezwungen hat - ist doch immer das Gleiche, da besucht man die Eltern in der Heimat und fährt mit randvollem Kofferraum wieder nach Hause ... 
Ok, wir sind auch mit vollem Kofferraum nach Bremen gefahren, aber darum geht's hier ja nicht ;o)

Was also machen mit einem Viertel Rotkohl, wenn man eigentlich gar keinen Rotkohl mag? 
Logisch, Nickys Rotkohlsalat, so eine Gelegenheit kommt so schnell schließlich nicht wieder.

Durch das frische Orangensaftdressing verliert der Rotkohl diesen für mich muffigen, dumpfen Kohlgeschmack und der Feta verleiht dem Salat eine tolle Würze. 
Ein wirklich sehr leckerer Wintersalat, den ich bei passender Gelegenheit auf jeden Fall wieder machen werde. Ich weiß schon, warum delicious days eines meiner absoluten Lieblingskochbücher (ich hab ja auch schon fast das halbe Buch nachgekocht und verbloggt) ist und ich das neue, bisher noch nicht erschienene Buch von Nicky sofort vorbestellt hab ;o)

Zutaten
300 g Rotkohl
1 Knolle Fenchel mit möglichst viel Grün
1 säuerlicher, knackiger Apfel (Wellant, Cox Orange, Topaz)
3 Bio-Orangen
3 EL Weißweinessig
Salz und Pfeffer
100 ml Rapsöl
200 g Schafskäse

Zubereitung
Rotkohl und Fenchel möglichst fein hobeln. Den Apfel entkernen, in Scheiben schneiden und stifteln. Alles miteinander in einer Schüssel vermengen.
Für das Dressing eine Orange gründlich mit heißem Wasser abspülen und die Schale fein abreiben - darauf achten, dass nur die gelbe Schale, aber nichts Weißes mit abgerieben wird. Die Frucht halbieren und auspressen. Orangensaft und -abrieb mit Essig, Öl und Gewürzen verrühren und über den Salat geben - eine gute Stunde marinieren lassen.
In der Zwischenzeit die restlichen beiden Orangen filetieren, den dabei austretenden Orangensaft über den Salat geben.
Den Salat anrichten und mit Orangenfilets, zerbröseltem Feta und fein gehacktem Fenchelgrün servieren. 
Quelle: Nicole Stich - delicious days (Buch)

Cranberry-Pancakes mit Kaffee-Sirup

Als Foodblogger bekommt man ständig Werbeangebote, das lässt sich leider auch nicht durch eindeutige Statements verhindern und reicht von ollen Plastikbeuteln über Töpfe und Mixer bis hin zu Scheibenkäse. Normalerweise lösche ich solche Angebote sofort, les sie mir vielleicht vorher noch durch und reg mich drüber auf, dass mir schon wieder son Schund angeboten wird, spätestens dann verschwindet die Mail aber im Nirvana - ich halte davon gar nix, denn wie Ihr vielleicht wisst, verlinke und empfehle ich Euch nur Blogs, Shops, Gerätschaften, usw. von denen ich wirklich überzeugt bin.
Glücklicherweise landete die Mail, der ich diese Rezepte und eine sehr geniale Einkaufsquelle zu verdanken habe nicht postwendend im Rundordner, sondern ich hab erstmal nen Blick riskiert. 
Absender der besagten Mail war Robert, seines Zeichens ein Drittel des Coffee Circles und wie es scheint ein Mann mit wirklich gutem Geschmack, wie man an den Rezepten sieht, um die es später noch geht ;o) 

Diejenigen unter Euch, die wissen, dass ich eine exzessive Teetrinkerin und so absolut ganz und gar kein Kaffeetyp bin, werden sich jetzt sicher fragen, wieso mich ein Projekt wie der Coffee Circle interessiert, aber das lässt sich sehr leicht beantworten. Nicht nur, dass mein Mitesser begeisterter Kaffeetrinker ist, auch ich finde eigentlich so ziemlich alles rund um den Kaffee ganz mächtig interessant und bannig schick - ich mag ihn halt nur nicht trinken ;o) 
Gibt's was Schöneres als den Duft von frisch gebrühtem Kaffee zum Frühstück und dazu ein knackig krosses Mohnbrötchen mit Käse und Gurkenscheibchen? Wenig, nur sehr wenig!

Weil unsere Küche so winzig klein ist und ich eine ausgesprochene Vorliebe für derlei Gerätschaften habe, brühen wir den Kaffee (ich weiß, eigentlich Mokka) in unserer heißgeliebten Bialetti auf - das ist jedes Mal ein Erlebnis, besonders, seit mir das Ding mal im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren geflogen  und meine kleine Düvelsköök seitdem um eine, sagen wir mal ambitionierte Wandmalerei reicher ist. 
Den Kaffee selbst haben wir bisher immer bei uns um die Ecke in der Kaffeerösterei Burg gekauft - qualitativ absolute Spitzenklasse, nur einen kleinen Makel hat der dort verkaufte Kaffee, er ist weder fair gehandelt, noch bio. 
Ihr wisst ja, wir achten bei tierischen Produkten pingelichst darauf, woher sie kommen, Kaffee, Schokolade und Kakao waren aber bisher unsere Stiefkinder, zumindest für den Kaffee hat sich das jetzt erledigt, Robert sei dank :o)
Um die im Coffee Circle angebotenen Kaffees nun angemessen testen zu können, hab ich kürzlich mal alle 3 Sorten bestellt und mein Mitesser hat sie einem ausgedehnten Geschmackstest unterzogen - grandios! 
Sowohl die zwei Kaffeesorten, als auch der Espresso ist geschmacklich absolut grandios und dazu noch sehr gut verträglich, die Verpackung solide, schick und zweckmäßig und der Versand könnte schneller nicht sein. 
Jungs, Ihr habt zwei, ok, wenn man es genau nimmt, einen Stammkunden gewonnen und wir freuen uns auf diesem Wege Eure Projekte unterstützen zu können. 
Um das Maximale aus den Kaffeebohnen herauszuholen, haben wir uns nun eine French Press zugelegt, die mindestens so schick ist wie die Bialetti und dazu den Gerätepark noch durch eine elektrische Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk verstärkt. Jetzt duftet es hier also nicht nur regelmäßig nach frisch gebrühtem Kaffee, die Duftorgie beginnt schon mit dem Mahlen ... Hach, das macht Spaß :o)

So, und nu noch fix zu den Rezepten: 
Probiert die Kombination unbedingt aus! Nicht nur, dass die Pancakes die fluffigsten sind, die ich jemals gegessen hab, die Kombination mit dem Kaffeesirup mag sogar ich, und das will was heißen :o)

Kaffee-Sirup

Zutaten
300 ml Kaffee
200 g Zucker
2 Sternanis

Zubereitung
Kaffee, Zucker und Sternanis in einem Topf zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze 20-25 Minuten offen sirupartig einkochen lassen. Abkühlen lassen und in eine fest verschließbare Flasche umfüllen.  

Cranberry-Pancakes 

Zutaten  
3 Eier 
1 Prise Salz 
3 El Zucker 
60 g Mehl 
50 ml Milch 
Öl 
2 El getrocknete Cranberries (gehackt)

Zubereitung

2 Eiweiß und 1 Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers steif schlagen. Den Zucker nach und nach einrieseln lassen und 2 Minuten weiterrühren, bis der Eischnee sehr steif ist und schön glänzt. Kalt stellen. 
Mehl, 2 Eigelb, 1 Ei und die Milch zu einem glatten Teig verrühren. Den Eischnee unterheben. 
Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Kleine Teigportionen hineingeben, jeweils einen TL gehackte Crannberries darauf verteilen und bei mittlerer Hitze kleine Pfannküchlein ausbacken. Sofort mit Kaffeesirup servieren.

Cappelletti mit Ricotta-Käse-Füllung und Thymian-Zitronen-Butter

Momentan liegen zwischen dem, was ich Euch hier im KuLa präsentiere und meinem tatsächlichen Speisezettel Welten. Während es hier Risotto, Pasta und Mousse au Chocolat gibt, ernähr ich mich selbst eher von Weißbrot, Kartoffelbrei mit Wasser angemacht, warmem Wasser, usw. usf. - keine wirklichen kulinarischen Ergüsse, durch meine erste Chemo am letzten Mittwoch aber leider notwendig. 
Ich hoffe, dass sich mein Magen in den nächsten Tagen endlich ein wenig beruhigt und ich vielleicht sogar mal wieder ein wenig kochen oder backen kann (schließlich hab ich eine ganze Reihe sehr genialer Rezepte auf meiner Warteliste), bis wird aber erstmal weiterhin die Warteschleife abgearbeitet und weil Pasta eigentlich eines meiner liebsten Soulfoods ist, gibts heut genau das - eine große Portion Pasta!

Diese Pastafüllung ist sehr simpel & schnell gemacht und besonders gut abzuwandeln. Für mich gehören diese Cappelletti zu meinen absoluten Favoriten und gehen eigentlich immer (wenn ich's nicht grad mitm Magen hab ;o) )
Ich hab einen 18monate gereiften Deichkäse von meinem Käsehändler verwendet, aber natürlich könnt Ihr auch sehr gut einen Bergkäse, Gruyère, Parmesan oder etwas in der Art nehmen, da sind Eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. 
Um das Aroma des leckeren Käses nicht unnötig zu überdecken, hab ich auf allerlei Gewürze verzichtet und nur Pfeffer und etwas Salz dazugegeben, wenn Ihr es etwas kräftiger mögt, gebt einfach noch das ein oder andere leckere Kraut dazu.

Um gefüllte Pasta herzustellen, braucht man eigentlich keine besonderen Gerätschaften, im Prinzip reicht ein Messer oder auch ein Glas oder Schüsselchen um die Teigplatten entsprechend zu zuschneiden. Als Hobbyköchin mit ausgeprägtem Faible für allerlei Küchenkram und absolutem Pasta-Junkie hab ich aber natürlich mittlerweile eine stattliche Auswahl an Ausstechern und Raviolibrettern angesammelt, die Ihr sehr schön im Pastakolleg Teil 1 sehen könnt. 
Alle 3 Arten von Ausstechern, die Ihr dort sehen könnt, kann ich ausnahmslos empfehlen. 
  • Raviolibretter sind ideal, wenn man schnell eine große Menge Ravioli herstellen möchte
  • die runden und eckigen Ausstecher kosten nur 3-4 € und sind in allen erdenklichen Größen zu bekommen. Meine haben beide einen Durchmesser von ca. 8 cm, sind also perfekt für besonders große Ravioli
  • der Klappformer ist nicht nur klasse zur Herstellung von gefüllter Pasta, sondern man kann ihn auch sehr gut für Empanadas, Salteñas & Co verwenden. Wenn Ihr Euch einen solchen Klappformer zulegt, achtet darauf, nicht die billige Plastikversion zu nehmen. Die gibt es oftmals im 3er-Pack, sind aber gerade für festere Pastateige nicht wirklich ideal und haben daher oft nur eine sehr begrenzte Lebensdauer. Die metallene Version hält für die Ewigkeit.
Das Formen der Teigtaschen ist absolut simpel. Mit der Rückseite stecht Ihr die  kreisrunden Teigplatten aus. Den Klappformer bemehlt Ihr ganz leicht.

Dann einfach nur eine Teigplatte auf den Former legen, einen guten TL Füllung drauf geben und zusammenklappen - feste drücken! Fertig ist die Teigtasche. 
Bis alle Teigtaschen geformt sind, legt Ihr die Teigtaschen auf ein bemehltes Backblech, ich verwende auch hierfür am liebsten gemahlenen Hartweizengrieß (semola di grano duro rimacinata).
Viele Hobbynudler befeuchten die Kanten der Teigplatte mit Eiweiß, ich finde das unnötig, da mir noch keine Teigtasche aufgegangen ist. Wenn Ihr Euch aber unsicher seid, einfach ein ganz wenig Eiweiß darauf verstreichen und dann zuklappen. 

Zutaten

Nudelteig
300 g Mehl
3 Eier
1 TL Salz
3 EL Olivenöl

Füllung
250 g Ricotta
250 g Deichkäse, fein gerieben
1 Ei
Salz und Pfeffer

Außerdem
Abrieb einer Bio-Zitrone
abgezupfte Thymian-Blättchen
Butter

Zubereitung
Aus Mehl, Salz, Olivenöl und Eiern einen Nudelteig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung den Ricotta mit dem frisch geriebenen Käse, Ei, Salz und Pfeffer verrühren.

Den Nudelteig ausrollen und mit einem Ausstecher nach Wahl Quadrate oder Kreise ausstechen. Jeweils eine kleine Menge Füllung in die Mitte geben und die Teigplatte umklappen. Die Luft herausstreichen und die Kanten gut festdrücken.

Die Butter in einem kleinen Pfännchen erhitzen und etwas bräunen lassen, Thymianblättchen und Zitronenabrieb dazugeben.

Die Ravioli in reichlich gesalzenem Wasser einige Minuten als dente sieden (nicht sprudelnd kochen!), abtropfen lassen und sofort mit der ausgelassenen Zitronen-Thymian-Butter servieren. 

Maronenrisotto

Maronenrisotto gibt es bei uns schon eine ganze Weile, diese Variante hab ich aber erst vor kurzem rausgetüftelt und was soll ich sagen? So isses perfekt, für uns zumindest ;o)
Die süßlichen Maronen, der kräftige, aber nicht scharfe Blauschimmelkäse von unserem Käsehändler, ein Schlückchen Weißwein, ein paar Blätter Salbei - ein Kracher, wirklich!
Perfekt ist das (jahaa, ich weiß, eigentlich der) Risotto natürlich, wenn es nen Ticken schlotziger, also cremiger ist. Was Ihr da unten auf dem Bild seht, ist aber der Kompromiss einer Foodbloggerin, die selbst auch mal ganz gern warm isst und daher den verbliebenen "Rest" fürs Foto angerichtet hat.

Zum Rösten der Maronen geht Ihr wie folgt vor: 
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine feuerfeste Form auf den Boden des Backofens stellen und mit kochendem Wasser befüllen.
Maronen auf der gewölbten Seite kreuzweise einschneiden und mit dem Einschnitt nach oben auf ein Backblech legen. Ca. 45 Minuten backen, bis die Schale der Maronen aufspringt und die Maronen gar sind. Abkühlen lassen und schälen. 
Wenn Ihr keine frischen Maronen bekommt, oder schlicht keine Lust habt, sie zu rösten und zu puhlen, kauft bereits vorgegarte, vakuumierte Maronen - schmeckt auch sehr gut.

Beim Käse achtet darauf, einen wirklich guten Blauschimmelkäse zu nehmen. Seit ich den Blauschimmelkäse unseres Käsehändlers kenne, bin sogar ich, als bisherige Stinkerkäse-Verweigerin bekehrt worden und zum absoluten Käse-Fan mutiert - so ein Stückchen Friesisch Blue muss mittlerweile neben einigen anderen Käsesorten immer im Haus sein, dann steht einem leckeren überbackenen Käsetoast auf die Schnelle oder der besten schnellen Käsesauce von Welt (Rezept kommt demnächst) nichts im Wege. 
Meinen Hamburger Lesern empfehle ich unbedingt mal einen Besuch unseres Käsehändlers auf dem Bio-Markt in Eppendorf oder in Winterhude - wir beschränken uns zwar meist auf die norddeutschen Käsesorten, aber auch das übrige Sortiment ist wirklich klasse. Als gelernter Koch hat Herr Eggers auch immer eine Idee, wie man den gekauften Käse "verbraten" kann und findet stets den richtigen Käse für ein Rezept.
  
Zutaten
200 g geröstete und geschälte Maronen
300 g Risottoreis
Olivenöl
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
2 confierte Knoblauchzehen
1 Glas Weißwein
1 l Gemüsefond
Salz und Pfeffer
1 Stich Butter
100 g Friesisch blue oder ein anderer guter Blauschimmelkäse
ca. 4 Salbeiblätter, sehr fein geschnitten

Zubereitung
Frisch geröstete Maronen schälen und zerbröseln, bereits vorgegarte Maronen mit dem Messer kleinhacken.Die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch fein hacken.
Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl glasig dünsten. Risottoreis dazugeben und eine Minute unter ständigem Rühren mitdünsten.
Mit Weißwein ablöschen und vollständig einreduzieren lassen. Maronen und heißen Gemüsefond zufügen, alles verrühren und unter häufigem Rühren den Fond einköcheln lassen. Immer wieder Fond angießen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze leise köcheln lassen, dabei immer wieder rühren.
Sobald der Reis al dente ist, gewürfelten Blauschimmelkäse und einen Stich Butter dazugeben und Rühren, so dass sich der Käse auflöst und das Risotto schön schlotzig wird.
Salbeiblätter in sehr feine Streifen schneiden, unterrühren, einige Minuten ruhen lassen und servieren.
 
Besonders lecker schmeckt das Risotto, wenn es noch mit frittierten Salbeiblättern bestreut wird.