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Rhabarbertarte

Bis die Erdbeersaison endlich auch mal hier im hohen Norden angekommen ist, dauert's wohl noch etwas. Dort, wo während der Saison immer unser Erdbeerstand steht, ist jetzt noch gähnende Leere und auch ein Blick auf die Saisonsübersicht des Erdbeerhofs zeigt, dass wir noch ein, zwei, vielleicht sogar noch drei Wochen warten müssen, bis es endlich Erdbeeren aus der Region gibt. 
Um uns so ganz langsam mal auf Touren zu bringen und angemessen auf die wahrscheinlich schönste Zeit des Jahres einzustimmen, nutze ich die Saison des besten Freundes der Erdbeere, des Rhabarbers jetzt schon einmal in vollen Zügen.

Wenn's nach meinem Magen ginge, stünde Rhabarber wohl eindeutig auf der schwarzen Liste, ich muss dieses Gemüse nämlich eigentlich nur mal kurz aus dem Augenwinkel anschauen und schon fängt mein Magen an zu rebellieren und spuckt Gift und Galle. 
Egal, da muss er und somit auch ich, durch - ich schluck ja eh reichlich Säurehemmer, da kommt's auf die paar mehr auch nicht mehr an, außerdem ist die Rhabarbersaison kurz genug, da kann man sich schon mal n büschen zusammen-reißen ;o)

Wenn Ihr die Kombination von süßem Eierguss und sauerherbem Rhabarber mögt, dann ist diese Tarte genau die richtige für Euch. Wir mögen sie am liebsten gekühlt am nächsten Tag, wenn sie etwas Zeit zum Durchziehen hatte und nicht wie auf dem Bild unmittelbar nach dem Backen, wenn sie eigentlich noch n büschen zu weich zum Anschneiden ist.

Zutaten

Sandteig
250 g Mehl Typ 405
125 g weiche Butter
125 g Puderzucker
1 Ei

Belag 
750 g Himbeer-Rhabarber
150 g Zucker 
3 Eier 
1 EL Maisstärke 
1 EL Mehl 
 
Zubereitung 

Sandteig
Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen, nur solange kneten, bis sich alles zu einem Teig verbunden hat. 
Den Teig flach ausrollen, in Klarsichtfolie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen, besser aber über Nacht. 
Den Teig ca. 30 vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und auf der gut bemehlten Arbeitsfläche dünn mit dem Nudelholz ausrollen. Auf dem Nudelholz aufrollen und über der Tarteform wieder abrollen. Die Tarteform mit dem Teig auslegen und den überschüssigen Teig am Rand abschneiden. In regelmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen und erneut für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, mit Backpapier abdecken und getrocknete Bohnen oder andere Hülsenfrüchte daraufgeben. 15 Minuten bei 180°C im Ofen blindbacken. Bohnen und Papier entfernen und weitere 5-10 Minuten backen. Aus dem Backofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Belag
Den Rhabarber waschen und schräg in ca. 2 cm große Stücke schneiden, mit 50 g Zucker bestreuen und beiseite stellen. 
In einer Schüssel die Eier mit dem Zucker verrühren. Mehl, Speisestärke und zum Schluss die Crème fraîche einrühren. 
Den Rhabarber auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen und den Guss darüber geben. 
Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 30-45 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreut servieren.

Zubereitung im Thermomix

Sandteig
Alle Zutaten in den Mixtopf geben und ca. 40 Sekunden auf Teigknetstufe verrühren, bis der Teig stark klumpt und keine Mehlnester mehr sichtbar sind. Den Teig in Frischhaltefolie einwickeln und für ca. eine Stunde im Kühlschrank kalt stellen, besser noch über Nacht.

Den Teig 30 Minuten vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und auf der gut bemehlten Arbeitsfläche dünn mit dem Rollholz ausrollen. Auf dem Rollholz aufrollen und über der Tarteform wieder abrollen. Eine handelsübliche Tarteform mit dem Teig auslegen und den überschüssigen Teig am Rand abschneiden. In regelmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen und erneut für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, mit Backpapier abdecken und getrocknete Bohnen oder andere Hülsenfrüchte darauf verteilen. 15 Minuten bei 180°C im Ofen blindbacken. Bohnen und Papier entfernen und weitere 5-10 Minuten backen. Aus dem Backofen nehmen und beiseite stellen.

Belag
Den Rhabarber waschen und schräg in ca. 2 cm große Stücke schneiden, mit 50 g Zucker bestreuen und beiseite stellen.
Eier, Zucker, Mehl, Speisestärke und Creme fraîche in den Mixbecher geben und 30 Sekunden auf Stufe 4 miteinander verrühren.
Den Rhabarber auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen und den Guss darüber geben.
Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 30-45 Minuten backen. Auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreut servieren.

Glukosesirup, Invertzucker - wassn nun?

Heute bewahrheitet sich mal wieder, dass man/frau in der Schule wirklich besser hätte aufpassen sollen - hätte. Die Naturwissenschaften gehörten zwar immer zu meinen Lieblingsfächern, allerdings mit einer Ausnahme, Chemie. Ok, Mathe war/ist auch nicht gerade mein Steckenpferd, aber wenn's nicht um das kleine Einmaleins, sondern weiterführende Mathematik geht, krieg ich das schon eher hin. Chemie aber gar nicht, mag ich nich, kann ich nich - hab ich sofort nach der 11. abgewählt ;o)
Hätte ich das nicht gemacht, sondern den Kram weiterhin geduldig ertragen, dann wüsste ich jetzt wahrscheinlich wie das, was Ihr da unten auf dem Bild seht, heißt. Ich hab nämlich ein kleines Problem, ich hab keine Ahnung, wie man die Flüssigkeit korrekt bezeichnet. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass es sich um Glukosesirup handelt, bin mir aber nun gar nicht mehr so sicher. Vielleicht ist es ja auch Invertzucker, allein der Unterschied erschließt sich mir als Chemie-Null auf den ersten Blick nicht (und zu nem zweiten hab ich ehrlich gesagt keine Lust - Ihr wisst, Chemie is nicht meins)

Nun aber mal wieder zu dieser Mischung, was issn das nu? Ein ganz simpler Sirup, dem halt n büschen Zitronensäure und Natron beigemengt ist oder doch Invertzucker oder vielleicht eher Glukosesirup? Oder beides? Keine Ahnung ... Hier sind eindeutig die Chemie-Asse gefragt und keine Hinterbänkler wie ich ;o)

Egal, wie diese Zuckerart auch korrekt bezeichnet wird, sie ist ideal für die Eis- und Pralinenherstellung, da der Zucker nicht auskristallisiert und Eis daher sehr viel cremiger macht. Wenn Ihr und Eure Eismaschine also auch schon in den Startlöchern steht, dann kocht Euch ganz fix noch eine schöne Portion dieses Sirups und schon kann es richtig losgehen. Ich versprech Euch, die Maschine wird kaum noch zum Stillstand kommen ;O)

Zutaten
500 g Zucker
250 ml Wasser 
1/2 gestrichener TL Zitronensäure
1/2 TL Natron

Zubereitung
Den Zucker, Wasser und die Zitronensäure in einem großen! Topf verrühren und bei kleiner (bei mir tatsächlich die kleinste) Stufe über ca. 1 1/2 - 2 Stunde erhitzen, die Flüssigkeit soll eine Temperatur von ca. 80°C halten. 
Den fertigen Invertzucker von der Platte ziehen, kurz stehen lassen und dann das Natron einrühren. Vorsicht, es schäumt kräftig der Topf sollte also groß genug sein.
Heiß in zuvor sterilisierte Flaschen füllen und verschlossen aufbewahren - hält sich mehrere Monate.

Zur Dosierung: Ich tausche ca. 1/3 des im Rezept angegebenen Zuckers 1:1 durch diese Zuckerart aus. 

Ice Ice Baby! Rhabarber-Joghurteis

Nachdem vor Weihnachten mein Backofen im wahrsten Sinne des Wortes heiß lief und ich kiloweise Kekse und Plätzchen gebacken habe, ist in den nächsten Wochen und Monaten ein anderes Küchengerät dran. Nene, in diesem Fall meine ich ausnahmsweise mal nicht meine neue Küchenmaschine - obwohl, die wird sicher auch selten still stehen.
Nein, heute geht es um mein anderes neues Schätzchen, meine Eismaschine! In Zusammenarbeit mit der Hüttenhilfe werden wir in der nächsten Zeit eine hoffentlich stattliche Eisauswahl zusammenstellen, aus der gaaaanz vielleicht auch wieder ein Büchlein wird :o)
Den Großteil der Eisrezepte werde ich wohl ausschließlich in der Hüttenhilfe veröffentlichen, den Anfang hat am Montag schon das karamellisierte Bananeneis gemacht, das mein Mitesser direkt zum besten Bananeneis überhaupt gekürt hat - ich kann das nicht beurteilen, außer in Smoothies hab ich's ja nicht so mit Bananen und schon gar nicht mit überreifen, wie in dem Rezept gefordert - für mich ist die ideale Banane grün ;o)
Da ich ja auch ein absoluter Eis-Junkie bin, MÜSSEN ein paar Rezepte natürlich auch in den KuLa, das geht gar nicht anders! Dieses Rhabarbereis ist beispielsweise so eins, daran hab ich nämlich direkt mein Herz verloren. Das Eis ist so gut, dass ich es heute gleich nochmal mache und es schon jetzt, obwohl ich noch gar nicht weiß, welche Köstlichkeiten in der nächsten Zeit auf mich warten, zu einer meiner absoluten Lieblingssorten geworden ist.
Wie man den im Rezept angegebenen Invertzuckersirup selbst zuhause macht, werd ich Euch am Freitag verraten und dann natürlich auch noch entsprechend verlinken. 

Zutaten
250 g Rhabarber (eine möglichst rotstielige Sorte)
70 g Zucker

350 ml Vollmilch
1 gestrichener EL Maisstärke
120 g Sahne
140 g Zucker 
60 g Frischkäse
400 g türkischer Süzme Yoğurt

Zubereitung
Den Rhabarber waschen, putzen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden. Zusammen mit dem Zucker auf ein Backblech geben und gut vermischen. Im auf 150°C vorgeheizten Backofen ca. 30-45 Minuten backen, bis der Rhabarber sehr weich geworden ist - zwischendurch regelmäßig umrühren, damit der Rhabarber gleichmäßig gart. In eine Schüssel geben und komplett abkühlen lassen. Abgedeckt im Kühlschrank bis zum nächsten Tag lagern. 

Für die Eiscremebasis 5 EL Milch mit der Maisstärke in einer kleinen Schüssel glatt rühren. Die restliche Milch mit der Sahne, dem Zucker und dem Invertzuckersirup in einem Topf zum Kochen bringen und kräftig aufkochen lassen. Unter stetigem Rühren die Maisstärke einrühren und die Flüssigkeit erneut aufkochen lassen. Bei mittlerer Hitze ca. eine Minute kochen lassen, bis die Flüssigkeit leicht angedickt ist, dann von der Platte ziehen und etwas abkühlen lassen.
Die Masse mit dem Frischkäse glatt rühren, dann den Joghurt sazugeben und ebenfalls unterühren. Abkühlen lassen und ebenfalls über Nacht im Kühlschrank lagern. 
Am nächsten Tag die Eiscremebasis in der Eismaschine* ca. 30-45 Minuten gefrieren lassen, bis die Masse dick und cremig ist. In der Zwischenzeit eine Metallschüssel im Gefrierschrank vorfrieren. 
Sobald die Eiscreme die richtige Konsistenz erreicht hat, abwechselnd mit dem Rhabarberkompott einfüllen und mit einer Gabel marmorieren. Für ca. 2 Stunden im Gefrierschrank fest werden lassen, dann servieren. 

Zubereitung im Thermomix
Bereits am Vortag den Rhabarber waschen, putzen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden. In den Mixtopf geben und für 5 Minuten bei 100°C auf Stufe 2 garen, dann den Zucker dazugeben und nochmals für 3 Minuten bei 100°C auf Stufe 2 weitergaren. In eine Schüssel umfüllen und komplett abkühlen lassen. Abgedeckt im Kühlschrank bis zum nächsten Tag lagern. 
Für die Eiscremebasis die Milch mit der Maisstärke, Sahne und Zucker in den Mixtopf geben und 10 Sekunden auf Stufe 5 verrühren, dann 7 Minuten bei 100°C auf Stufe 2 aufkochen. Den Rühreinsatz einsetzen, Frischkäse und Joghurt zufügen und 20 Sekunden auf Stufe 3 verrühren. Abkühlen lassen und ebenfalls über Nacht im Kühlschrank lagern.
Am nächsten Tag die Eiscremebasis in der Eismaschine für ca. 45 Minuten gefrieren. In der Zwischenzeit eine Metallschüssel im Gefrierschrank vorkühlen. Sobald die Eiscreme die richtige Konsistenz erreicht hat, abwechselnd mit dem Rhabarberkompott in die vorbereitete Schüssel einfüllen und mit einer Gabel marmorieren. Für ca. 2 Stunden im Gefrierschrank fest werden lassen, dann servieren.
Abgewandelt nach einem Rezept aus Das beste Eis der Welt* von Jeni Britton-Bauer *Affiliatelink

Gefüllte Backofenkartoffeln

Neue Woche, neues Glück. Den Ärger der letzten Tage vergessen wir jetzt mal ganz schnell und kümmern uns wieder um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens - gefüllte Backofenkartoffeln zum Beispiel! ;o)
Bevor ich mich aber ausgiebig diesen mächtig leckeren Kartoffeln widme, möchte ich noch kurz die Gelegenheit nutzen und mich bei Euch für die überwältigende Resonanz auf meinen gestrigen Blogbeitrag bedanken. Ich habe mich sehr über die vielen Mails und Kommentare gefreut, das macht einigen Ärger wieder wett!

So, nu aber wieder zum Thema, ran an die Buletten Kartoffeln... 

Dieses Rezept stammt mal wieder von ihm, meinem nicht mehr ganz so heimlichen Lieblingskochbuchautoren, Hugh Fearnley-Whittingstall und wie eigentlich alle Rezepte von ihm, ist es sehr simpel und lässt es sich wunderbar abwandeln und an den Inhalt der Vorratskammer und des Kühlschrankes anpassen. 
Wir haben die Kartoffeln einfach so als Hauptspeise mit einem leckeren Salat gegessen, sie sind aber auch die perfekte Beilage, wenn Ihr Euch in aller Ruhe um die Hauptspeise kümmern und nicht noch ewig mit der Beilage zubringen wollt, diese Kartoffeln lassen sich nämlich auch prima vorbereiten und dann direkt vor dem Servieren kurz im Backofen gratinieren. 

Zutaten 
4 große Kartoffeln 
100 g saure Sahne 
3 Frühlingszwiebeln 
200 g Nordländer, frisch gerieben (oder ein anderer kräftiger Bergkäse)
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Kartoffeln rund herum mehrfach mit einer Gabel anstechen und bei 180°C je nach Größe der Kartoffeln ca. 1 Stunde im Backofen backen, bis die Kartoffeln gar sind. Etwas abkühlen lassen, dann das obere Drittel quer abschneiden und die Kartoffel mit einem Parisienne-Ausstecher oder einem scharfen Teelöffel aushöhlen, dabei aufpassen, dass die Kartoffel nicht durchstochen wird. 
Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und zusammen mit dem ausgestochenen Kartoffelinhalt mit der sauren Sahne und dem frisch geriebenen Käse vermischen, mit Salz und Pfeffer nach Geschmack würzen. 
Die Kartoffelmasse zurück in die Kartoffeln füllen und die Kartoffeln bei 180°C unter dem Grill solange überbacken, bis die Kartoffeln schön gebräunt sind. 

Die Sache mit dem Urheberrecht ...

Ihr wisst ja sicher, ab und zu koche ich ganz gern mal, nicht nur vor Wut, sondern meistens am Herd ;o)
Mindestens ebenso gern wie ich koche, fotografiere ich aber mittlerweile auch das, was ich in meiner Küche zusammenklöppel. Keine schlechte Voraussetzung für einen Food-Blog, oder?

Die Fotografie ist mir im Laufe der vergangenen Jahre und besonders seit ich im letzten Jahr meine heißgeliebte Spiegelreflex-Kamera bekommen habe, immer wichtiger geworden und auch wenn meine Bilder weit davon entfernt sind, perfekt zu sein (sollen sie aber auch gar nicht, ich bin ja kein Profi), bin ich so manches Mal riesig stolz, wenn mir mal wieder ein Bild gelingt, mit dem ich durch und durch zufrieden bin - das kommt nicht so wahnsinnig oft vor, daher ist das dann schon was Besonderes für mich.
Dass Blog-Inhalte, in meinem Fall die Fotos, immer öfter ohne mein Einverständnis in anderen Foren, Blogs oder sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, ist leider an der Tagesordnung. In den meisten Fällen reagiere ich darauf gar nicht, ich ärgere mich zwar, dass es anscheinend schon zuviel verlangt ist, vor der Verwendung fremder Bilder um Erlaubnis zu fragen, sofern den Bildern aber eine Quelle angefügt ist, sehe ich fast immer davon ab, Konsequenzen zu ziehen. 
Anders sieht es aber aus, wenn ich mich mit der Seite, dem Forum, o.Ä. absolut nicht identifizieren kann, dann fordere ich die Verantwortlichen auf, meine Bilder umgehend zu löschen - bisher hat das auch fast immer geklappt, von einem ausländischen Blog, auf dem reihenweise Foodbilder deutscher und ausländischer Blogger veröffentlicht werden, mal abgesehen... 
Abmahnungen und Abzocke, wie es Margot L. (Name von der Redaktion geändert ;o) ) & Gatte betreiben, sind mir zutiefst zuwider, ich möchte aber für mich in Anspruch nehmen, bzw. erwarte, dass man sich VOR der Weiterverbreitung bei mir meldet und mir damit die Möglichkeit einräumt, mein Einverständnis zu geben oder eben auch nicht. 

Der Gipfel der Frechheit, und somit auch der eigentliche Grund für diesen Beitrag, ist grad erst vorgestern passiert, als mich eine Leserin (an dieser Stelle noch einmal vielen Dank, Anni) darauf aufmerksam gemacht hat, dass eines meiner Bilder (+Rezept) bei Facebook gepostet wurde (den Link dazu findet Ihr bei Interesse in der Klönstuv) - diesmal nicht nur ohne mein Einverständnis, sondern auch noch mit nem komplett neuen Wasserzeichen. Wie sich später herausstellte, sind außer mir auch noch Petra und Katharina betroffen. 
Nicht nur, dass der Kerl die Bilder klaut, Wasserzeichen entfernt und abschneidet, er setzt auch noch sein eigenes Wasserzeichen drauf, gibt die Bilder als seine eigenen aus und brüstet sich mit diesen Inhalten vor seinen *hüstel ... Freunden. 
Sorry, aber in diesem Fall koche ich tatsächlich vor Wut! Ich blogge wirklich gerne, wie gesagt ist es neben dem Kochen und der Fotografie mein drittliebstes Hobby, solche Typen können es mir aber ziemlich verleiden. 
Wie jeder Blogger, der nur zum Spaß bloggt, mache ich das alles umsonst - klar, ist ja mein Hobby. Ich koche, backe, fotografiere, bearbeite die Bilder, schreibe die Texte, pflege meinen Blog, beantworte eine stattliche Anzahl von Kommentaren und Mails, usw. usf. Insgesamt ein sicher nicht zu unterschätzender Aufwand, der aber natürlich kein wirklicher Aufwand ist, da ich das alles hauptsächlich zum eigenen Spaß mache. Wenn dann aber so ein Idiot daherkommt und meint, er müsse sich mal eben mein Bild klauen, das Wasserzeichen abschneiden und sein olles Ding drüber setzen, dann hakt's echt und ich bin mir ziemlich sicher, dass solche Aktionen nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Betroffenen die Lust am Bloggen vermiesen. Nicht auf Dauer, aber so macht Bloggen halt keinen Spaß. 
Ich gebe "meine" Rezepte, ich zeige die dazugehörigen Bilder und ich schreibe zu jedem Rezept ein paar Zeilen, das bedeutet aber nicht, dass sich jeder nach Lust und Laune bedienen und mit meinen Bildern machen kann, was er/sie will. Zum Privatgebrauch ja, da kann sich natürlich jeder die Bilder runterladen, aber nicht, um sie als seine/ihre eigenen auszugeben, damit irgendwelche Rezeptbroschüren in Supermärkten auszuschmücken, etc. 

Selbstverständlich hab ich diesem Herzchen nicht nur direkt ein paar "freundliche" Zeilen geschrieben, sondern mein Bild außerdem noch bei Facebook gemeldet - auf eine Reaktion von beiden Seiten warte ich allerdings bis jetzt.

An dieser Stelle daher hier nochmals eine kurze Nachricht an den kleinen Tierfreund, der meine Nachrichten bei Facebook bisher ja geflissentlich ignoriert:
Wie ich bereits oben geschrieben habe, sind mir Abmahnungen eigentlich zutiefst zuwider, da mir aber bei soviel Dreistigkeit tatsächlich der Geduldsfaden reißt, werde ich in diesem Fall sehr gerne eine Ausnahme machen, sollte mein Foto nicht sofort! gelöscht werden. 
Wenn mein Foto also nicht bis spätestens morgen 12:00 Uhr gelöscht ist, werde ich erstmalig rechtliche Schritte einleiten - ich glaube nicht, dass Du es darauf ankommen lassen möchtest, nur damit Du vor ein paar Facebook-Freunden mit Rezepten und Fotos angeben kannst...

So, und weil das ja leider kein Einzelfall ist, sondern es immer wieder vorkommt, dass Bilder und auch Texte zumeist aus Unwissenheit ohne die erforderliche Erlaubnis  weiter verbreitet werden, nochmal in Kurzform:
  • Das Lesen von Blogs ist zwar, wenngleich nicht umsonst (ich hoffe zumindest, dass das nicht der Fall ist ;o) ), sie sind aber auch keine Selbstbedienungsläden, in denen man sich nach Herzenslust bedienen kann. Natürlich ist das Lesen eines nichtkommerziellen Blogs kostenfrei, die Inhalte (Bilder, Texte mit einer entsprechenden "Schöpfungstiefe", usw.) dürfen aber nicht nach Lust und Laune und vor allem ohne das Einverständnis des Rechteinhabers weiter verbreitet werden.   
  • Egal, ob ein Foto ein Wasserzeichen/Signatur oder auch keinen entsprechenden Vermerk hat: Sofern nicht ausdrücklich angegeben wurde, dass das Bild zur Weiterverwendung freigegeben ist (beispielsweise durch eine Creative Commons-Lizenz)  unterliegt es automatisch dem Urheberrecht und darf nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung des Rechteinhabers weiter verbreitet werden. 
  • Wenn Ihr ein Bild in einem Forum, einem anderen Blog oder einem sozialen Netzwerk weiter verbreiten wollt, fragt vorher nach! Es muss ja kein seitenlanger Roman sein, aber eine kurze Nachfrage aus der hervorgeht, wo Ihr das Bild posten wollt, sollte schon drin sein, oder?
  • Die unerlaubte Weiterverbreitung von Fotos kann, und das sollte nicht erst seit der Abmahnwelle von Margot L. (Name von der Redaktion schon wieder geändert) & Ehemann bekannt sein, verdammt teuer werden. Wenn Ihr an den/die Falsche(n) geratet und es tatsächlich zu einem Verfahren kommt, seid Ihr ganz schnell ne Menge Geld los, die Ihr viel sinnvoller hättet investieren können. 

Und weil heute Sonntag ist, nutzt die freie Zeit doch einfach mal für ein wenig Fortbildung in Sachen Internet. Hierzu empfehle ich dringend den sehr interessanten Vortrag von Udo Vetter auf der republica 2012 zum Thema Spielregeln im Netz - es lohnt sich, nicht nur für Blogger, sondern für Alle, die das Internet nutzen.

  • Impressumspflicht, bei Minute 30:20
  • Disclaimer, bei Minute 28:30
  • Fotos und Videos, bei Minute 00:50
  • Pinterest, bei Minute 6:00 
  • Urheberrecht bei Texten, Zitatrecht bei Minute 12:55
  • Nennung von Markennamen, bei Minute 16:00
  • Zitatrecht bei Bildern, bei Minute 16:30
  • Leistungsschutzrecht, bei Minute 18:00 
  • Setzen von Links, bei Minute 20:00  
  • Reproduktion von urheberrechtlich geschützten Kunstwerken, Gebäuden, usw., bei Minute 21:00  
  • Meinungsäußerung/Tatsachenbehauptung, bei Minute 22:00 
  • Einbindung von YouTube-Videos, bei Minute 30:30
Seid bitte so fair und respektiert die Rechte derer, die das Internet, die Blogger- und nicht zuletzt die Foodblogszene mit Leben und tollen Rezeptideen füllen, denn diese Inhalte werden der Allgemeinheit nur solange kostenfrei zur Verfügung stehen, wie ein faires Miteinander gewährleistet ist.
So, das war's auch schon, mein Wort zum am Sonntag - schönen Tach noch!

P.S.: Mir ist natürlich klar, dass dieser Beitrag nur so vor Doppelungen und Wiederholungen strotzt - einige Dinge kann man aber anscheinend gar nicht oft genug erwähnen :o) 

Nachtrag

Da jetzt bereits mehrfach in den Kommentaren das Thema Pinterest zur Sprache gekommen ist, noch ein kurzer Nachtrag dazu. 
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn meine Beiträge, bzw. Rezepte bei Pinterest, Pinspire & Co. gepinnt werden, da ich Pinterest nicht in erster Linie als soziales Netzwerk, sondern eher als persönliche Pinnwand betrachte, auf die zwar andere Personen Zugriff haben, durch die man sich aber nicht mit fremden Federn schmücken kann.  

Nachtrag, die II.

Nachdem ich bei Facebook nochmal offiziell Beschwerde wegen einer Urheberrechtsverletzung eingelegt habe, wurde mein Bild gestern (also Montag) Nachmittag gelöscht, wohlgemerkt nicht von dem Bilderdieb selbst, sondern von Facebook. Petras Bild wurde heute ebenfalls gelöscht.