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Hühnchentajine mit Quitten

Wie gestern bereits angekündigt, hier nun noch das letzte Rezept aus unserem zugegeben sehr gewagten 4 Gänge-Menü zum Thema "Hansestadt trifft Orient".
Nachdem wir (Kaoskoch und ich) uns auf eine ungefähre Richtung beim Hauptgericht geeinigt hatten und klar war, dass wir gerne Hühnchen und Quitten verarbeiten würden, hab ich hier ein sehr spannendes Rezept gefunden, dass eigentlich alles vereinigte, was wir wollten. Schnell ausprobiert und für lecker befunden, wanderte es als Hauptgang auf unsere Menüliste.


Zutaten
6 Bio-Hähnchenschenkel
1 Zwiebel
je 1/2 TL gemahlener Koriander, Cumin, Paprika, Kurkuma, schwarzer Pfeffer
1/4 TL Chilipulver
(1 TL Zimt)
1 TL frisch geriebener Ingwer
einige Fäden Safran
250 ml Geflügelfond
2 große Quitten
2 EL gehackte Blattpetersilie
Olivenöl
Butter

Zutaten Die Hühnchenschenkel am Gelenk teilen, so dass man den Unterschenkel und die Keule getrennt hat. Die Haut entfernen. In einem großen Topf Olivenöl erhitzen und die Hühnchenteile darin von allen Seiten goldbraun braten. Aus dem Topf nehmen und abgedeckt beiseite stellen.
Die gehackten Zwiebeln in dem Topf glasig anschwitzen, die Gewürze hinzufügen und kurz mit dünsten lassen. Mit dem Geflügelfond ablöschen und die Hähnchenschenkel wieder dazugeben. Für ca. 30 Minuten bei mittlerer Hitze leise köcheln lassen.
In der Zwischenzeit die Quitten achteln, das Kerngehäuse entfernen und in einer separaten Pfanne in Butter von beiden Seiten bräunen und mit einer guten Prise Zucker karamelisieren. Die Quitten zu den Hühnerschenkeln geben und für weitere 10-15 Minuten vorsichtig köcheln lassen. Darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch ist, da sonst das Hühnchen verkocht und die Quitten vollkommen zerfallen. Durch das in den Quitten enthaltene Pektin wird die Sauce etwas angedickt.
Hühnchen mit den Quitten und etwas Sauce anrichten und nach Geschmack mit Kichererbsen-Fritten servieren.

Hamburg kocht! - Das erste Kochtreffen

Letzten Freitagabend in einer kleinen, gemütlichen Mietküche mitten im Hamburger Schanzenviertel:
Eine Gruppe von 18 wildgewordenen Hobbyköchen schnippelte, rührte, hackte und bruzelte um die Wette. Es wurde viel gelacht, getratscht, neue Bekanntschaften geschlossen und bereits bestehende vertieft - kurz, es war ein wirklich gelungener, schöner Abend und trotz einiger Tücken, die uns der etwas eigenwillige Gasherd bereitete, bekamen wir 4 leckere Gänge auf den Tisch.
Bilder der einzelnen Gänge findet Ihr beispielsweise hier, ich hab mehr "Drumrum" geknipst und würd Euch gern zeigen, wo wir uns herumgetrieben haben ;o)


Schon vor der Eingangstür wächst der Wein, wenn das nicht ein einladendes Entrée ist ...


Besonders der Essbereich ist sehr gemütlich eingerichtet - fast wie zuhause, überall steht irgendwas rum ;o)


Die Ausstattung der Küche ist einfach, aber im Großen und Ganzen ausreichend - allein der Gasherd hat uns ob seiner sehr unterschiedlich heizenden Gasflammen einige Schwierigkeiten bereitet.


Wuselige Aktivität überall - 18 Hobbyköche müssen auf relativ kleinem Raum erstmal untergebracht werden ;o)


Ein Kronleuchter hier, schöne Kerzenständer und Teelichter dort - die Beleuchtung hätte zum Kochen (und besonders zum Fotografieren ;o) ) sicher etwas heller sein können, zum anschließenden Essen und Klönen war sie aber perfekt und richtig gemütlich.

Danke an dieser Stelle an Susas kochwütende Begleitung, die musikalische Untermalung war wirklich toll!

Es wird sicher ein nächstes Treffen geben, die Planung dafür beginnt gerade. In unserem Blog werdet Ihr über alles auf dem Laufenden gehalten und wir würden uns sehr über Themenvorschläge freuen.

Schön war's!

Risotto al Radicchio

Radicchio ist sicher Geschmackssache, die bittere Note, die er, wie auch der Chicorée mitbringt, muss man wirklich mögen. Ab und zu find ich das ganz klasse und besonders in Gerichten wie diesem Risotto, bei dem noch der Parmesan eine würzig, kräftige Note reinbringt, passt es wirklich ganz ausgezeichnet.
Der Radicchio rosso verleiht dem Risotto eine besonders schöne lila-rosa Farbe - mit etwas gehackter Blattpetersilie eine wirkliche Augenweide und zur Zeit absolut im Trend ;o)

Wer kein Fan der typischen Bitterstoffe ist, gönnt den Radicchio-Blättern ein Bad im lauwarmen Wasser oder entfernt die weißen Blattrispen - der Radicchio wird dadurch deutlich milder.



Zutaten
1 kleiner Radicchio rosso

1 Bund Suppengrün (1/4 Sellerieknolle, 1 Petersilienwurzel, 2-3 Karotten, 1 Stange Lauch, etwas Petersiliengrün) + 1 Zwiebel oder ca. 1,5 l Gemüsefond

400 g Risottoreis
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
200 ml Rotwein
80 g geriebener Parmesan
1 TL Rosmarin, fein gehackt
2 EL fein gehackte glatte Petersilie
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung
Das Suppengrün putzen, grob hacken und in Wasser aufsetzen - bei mittlerer Hitze ca. 45 Minuten köcheln lassen - fertig ist der Gemüsefond.
Die Zwiebel fein hacken und in Olivenöl anschwitzen, Reis hinzufügen und kurz mitdünsten lassen.
Den Radicchio hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und alles gut miteinander verrühren. Mit Rotwein ablöschen und diesen einkochen lassen, erst dann nach und nach unter stetigem Rühren heißen Fond angießen.
Den fein gehackten Rosmarin dazugeben und den Reis al dente garen. Von der Platte nehmen und den frisch geriebenen Parmesan, sowie die Petersilie unterrühren - kurz ruhen lassen und sofort servieren.


Schokoladenpudding

Es gibt tatsächlich Menschen, die behaupten, einen Pudding ohne Fertigtüte zu kochen, würde länger dauern, als mit diesem Fertigzeugs und dazu noch schlechter schmecken - ist natürlich absoluter Unfug! ;o)
Auf fertiges Puddingpulver zu verzichten bietet einige Vorteile, zumindest für mich:
  • Da ich sowieso immer Maisstärke im Haus habe, bin ich jederzeit für einen akuten Pudding-Notfall gerüstet
  • der selbstgemachte Pudding enthält keine Zusatzstoffe wie Farbstoffe (E104, E110, etc.), Aromastoffe, usw. usf.
  • In der Wahl der Geschmacksrichtung sind mir keine Grenzen gesetzt - ein wenig Chili, ein Hauch Kardamom, ein EL fein gehackter kandierter Ingwer, grob gehackte Valrhona-Bohnen, ein Schuss Whisky oder andere Spirituosen - das findet man in gekauftem Puddingpulver eher selten, bzw. gar nicht
Um nun noch zu beweisen, dass selbstgemachter Pudding nicht nur mindestens genauso lecker ist wie sein Pendant aus der Tüte, sondern man auch weder mehr Zeit-, noch Geschirraufwand hat, hab ich unten genau aufgeschrieben, wie ich meinen Pudding anrühre.

Und wer es so richtig auf die Spitze treiben möchte, der kocht einen sehr flüssigen Pudding, d.h. dickt im Prinzip einen Trinkkakao etwas mit Maisstärke an und backt sich dazu Churros, die in den flüssigen Pudding getaucht werden - aber Vorsicht! Danach hat man nicht nur einen Schokoladen-, sondern wahrscheinlich auch einen Kalorienschock, spätestens beim anschließenden Blick auf die Waage ;o)


Zutaten

500 ml Vollmilch
40 g Valrhona-Kakaopulver
2 TL gehackte Valrhona-Bohnen
30 g Maisstärke
40 g Zucker
Mark einer Vanilleschote

Zubereitung
Die Milch in einen Kochtopf abwiegen, etwas der abgewogenen Milch in eine kleine Schüssel umfüllen. Kakao und Zucker ebenfalls in den Topf abwiegen, das Vanillemark inkl. der ausgekratzten Vanilleschote dazugeben und auf dem Herd zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit die Stärke zu der Milch in die Schüssel geben und gut verrühren, so dass keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Die Milch mit dem Kakao und dem Zucker verrühren und sobald es kocht, von der Platte nehmen und unter stetigem Rühren die Stärke-Milch dazugeben. Erneut auf die Platte stellen und nochmals aufkochen lassen. Vom Feuer nehmen und die gehackten Valrhona-Bohnen oder ähnliches unterrühren. In Portionsschüsseln füllen und abkühlen lassen. 

Tipp: Darauf achten, dass Maisstärke und keine Kartoffelstärke verwendet wird, weil diese eine unangenehme Konsistenz bewirkt.
Ganz nach Geschmack kann man natürlich auch noch Schokolade in der Puddingmasse auflösen, das gibt je nach Sorte noch einmal einen besonderen Kick.

Futtern wie bei Muttern: Mamas Rinderrouladen mit Kartoffel-Sellerie-Püree

Fremdkochen Mein liebstes Mamarezept

Mein allerliebstes Lieblingsgericht meiner Mama? Schwierig, ganz schwierig! Es gibt sooo viele Speisen, die bei meiner Mama um Längen besser schmecken, als wenn ich sie koche. Erst letzte Woche hat sie bewiesen, dass Sauerkraut und Sauerkraut nicht das Gleiche ist - ihres ist besser!
Eine meiner absoluten Leib- und Magenspeisen ist Linsensuppe, die versuch ich gar nicht erst selbst zu kochen, klappt eh nicht.
Leider ist meine Mama, was das Aufschreiben ihrer Rezepte angeht, nicht ganz so emsig wie ich es bin - ja, da liest Du ganz richtig! Ich hab Dir so ein schönes Rezeptarchiv eingerichtet. Das kann man auch nutzen!
Das Rezept für das Buttermilchbrot fehlt übrigens auch noch ;o)

Aber zurück zum Thema...
Die Linsensuppe ist, obwohl sie mein erklärtes Lieblingsgericht meiner Mama ist, mangels Rezept und ob der, sagen wir mal, optischen Reizlosigkeit gleich weggefallen. In der engeren Auswahl waren nun noch der Ameisenkuchen, DER Kuchen meiner Kindheit und eben die Rouladen.
Da mein Mitesser ein genauso großer Rouladen-Fan ist wie ich, war ziemlich schnell klar, die Rouladen werden mal wieder gekocht und anschließend gleich im Rahmen dieses Events gebloggt. Der Ameisenkuchen kommt dann demnächst, den hat sich mein Mitesser nämlich auch mal wieder gewünscht.

Ohne meine Mama hätte ich sicher nie so einen großen Spaß am Kochen entwickelt, wie ich ihn heute habe. Ich durfte ziemlich früh in der Küche helfen und hab zwar nicht gleich allein drauf los gekocht, aber immerhin auf Anweisung gerührt, geschüttelt und auch mal abgeschmeckt. Im Prinzip hat meine Mama also den Grundstein für den Kuriositätenladen gelegt.

Traditionell gab es bei uns Salzkartoffeln zu Rinderrouladen, die konnte man prima in der Sauce matschen. Als kleine Abwandlung (schließlich muss ja auch eine klitzekleine eigene Note in diesem Rezept enthalten sein, und sei es nur bei der Beilage), gab es bei uns ein Kartoffel-Sellerie-Püree. Sellerie hab ich erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit für mich entdeckt und so die Gelegenheit genutzt, dieses Püree auszuprobieren.
Durch die leicht süßliche Note und die verhaltene Schärfe passt das Püree wirklich ausgezeichnet zu den Rouladen und ist von nun an als feste Beilage gesetzt - mein Mitesser hat das so beschlossen.

Vielen Dank an die Hüttenhilfe-Jungs für diesen wirklich ganz tollen Event. Wenn ich es auch sonst selten schaffe, an einem Event teilzunehmen - diesen konnte ich mir nicht entgehen lassen :o)


Zutaten
4 Rinderrouladen
1 Zwiebel
1 Stück durchwachsener Speck
Salz und Pfeffer
Paprika, edelsüß
Senf
Tomatenmark
Butterschmalz zum Anbraten
2 Lorbeerblätter
2 Markknochen
Wasser

Kartoffeln
Sellerie
Milch
Salz und Pfeffer


Zubereitung
Rinderrouladen mit Senf bestreichen und mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. In Streifen geschnittene Zwiebeln, sowie etwas durchwachsenen Speck an ein Ende legen und fest aufrollen. Mit Küchengarn verschnüren oder mit Rouladenringen oder -spießen zuammenhalten.
Zusammen mit den Markknochen in heißem Butterschmalz von allen Seiten gleichmäßig anbraten - die Rouladen sollen rundherum schön gebräunt sein. Mit Wasser aufgießen, so dass die Rouladen nicht ganz bedeckt sind. Die Lorbeerblätter, Salz, Pfeffer und jeweils einen TL Senf und Tomatenmark zufügen und alles je nach Größe der Rouladen für ca. 1-1 1/2 Stunden bei niedriger bis mittlerer Hitze sanft köcheln lassen.
In der Zwischenzeit die Kartoffeln und den Sellerie schälen, in Stücke schneiden und weich kochen. Durch eine Kartoffelpresse drücken und heiße Milch dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und alles mit einem Kochlöffel oder einem Schneebesen cremig rühren.
Abgedeckt ruhen lassen, bis die Rouladen fertig sind.
Sobald die Rouladen gar sind, aus dem Saucenfond nehmen und abgedeckt beiseite stellen. Die Sauce durch ein feines Sieb passieren und ggf. noch etwas nachwürzen. Mit kalter Butter oder etwas Speisestärke abbinden und zusammen mit der Roulade und dem Püree servieren.