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Schmorgurken mit Hackfleisch

In diesem Jahr haben es eine ganze Reihe von Lebensmitteln und Gerichten neu in unser Standard"sortiment" geschafft, unter anderem auch Schmorgurken. 
Ich wollte Schmorgurken ja schon lange ausprobieren, hab aber leider immer wieder auf meine Mama gehört, die partout keine warmen Gurken mag und Schmorgurken für das personifizierte Böse hält. Schließlich hat aber nun aber doch die Neugier gesiegt, ich hab mir ne Schmorgurke besorgt, im Netz das passende Rezept dazu gesucht und ab ging es an den Herd. 
Tja, und nun ärger ich mich grün, dass ich nicht schon viel früher mal Schmorgurken zubereitet habe - die sind nämlich verdammt lecker! Mein Mitesser hat sich sogar richtiggehend in Schmorgurken verliebt, für ihn ist dieses Gericht eines seiner absoluten Lieblingsgerichte.

Schmorgurken mit Hackfleisch
Mir gefällt besonders die kräftige Senf- und Dillnote, irgendwie ist Dill in diesem Sommer eh das beherrschende Gewürz in meiner Küche gewesen und dabei mochte ich ihn früher gar nicht soooo gerne. Mittlerweile ist es eines der am häufigsten verwendeten Kräuter.

Leider bin ich in diesem Jahr nicht dazu gekommen, noch weitere Rezepte mit Schmorgurken auszuprobieren, wir haben zwar mehrfach Schmorgurken gegessen, schlussendlich isses aber immer wieder auf dieses Rezept hinausgelaufen. Im nächsten Jahr, dann mach ich eine Schmorgurken-Themenwoche, auf dass Schmorgurken DAS Trendgemüse 2014 wird :o)

SchmorgurkeZutaten
1 Zwiebel
500 g Hackfleisch, halb und halb 
Salz und Pfeffer
ca. 900 g Schmorgurke
300 ml Gemüsebrühe 
1 TL Mehl
3 EL grobkörniger Senf
350 g saure Sahne 
1/2 Bund Dill

Zubereitung
Die Zwiebel fein würfeln und zusammen mit dem Hackfleisch anbraten. 
Das Hackfleisch mit einem Kartoffelstampfer etwas zerkneinern und knusprig krümelig braten. 
In der Zwischenzeit die Gurken waschen, schälen, längs halbieren und mit einem EL die Kerne herausschaben. Nochmals längs halbieren, so dass die Gurke längs geviertelt ist. 
In ca. 0,5 cm breite Streifen schneiden. 

Das gebräunte Hackfleisch mit den Zwiebeln herausnehmen und auf einen Teller beiseite stellen. Einen TL Mehl mit 3-4 EL Gemüsebrühe glatt rühren, ebenfalls beiseite stellen. 

Die Schmorgurken in die Pfanne geben und ca. 3-5 Minuten anschwitzen. Die Gemüsebrühe angießen, mit Salz und Pfeffer würzen und nochmals ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. 
Den grobkörnigen Senf und die saure Sahne einrühren, die Mehl-Gemüsebrühe unter Rühren einlaufen lassen und einmal aufkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann den fein gehackten Dill dazugeben und unterrühren. 
Mit Langkornreis servieren. 
Quelle: www.lecker.de

Aus meinem Vorratsregal. Heute: Biber Salçası ~ Paprikamark

Ich hab Euch ja schon von meinen Plänen, den KuLa in den nächsten Wochen und Monaten umzugestalten, berichtet. Unter Anderem wird es ab sofort jede Woche eine Buchvorstellung geben und ich führe mit dem heutigen Tag eine weitere neue Rubrik ein. 
Jeweils mittwochs werde ich Euch zukünftig ein Produkt oder ein Küchengerät vorstellen, auf das ich nicht mehr verzichten möchte, das können Grundzutaten, Gewürze oder andere Lebensmittel sein, aber vielleicht auch mal das ein oder andere Gerät, das ich in meiner Küche verwende - da ich ja nur eine sehr kleine Küche mit nicht soooovielen Gerätschaften habe, wird das aber eine Ausnahme bleiben. 
Ab und zu stelle ich Euch vielleicht auch mal ein gesponsortes Produkt vor, das steht aber noch in den Sternen und wird sicher auch nur gelegentlich der Fall sein - bisher habe ich nämlich in den ganzen Jahren nur sehr wenige Angebote bekommen, die überhaupt in Frage gekommen wären. Ihr wisst ja, ich bin da n büschen eigen ;o) 

Starten möchte ich in diese neue Rubrik mit einem Produkt, das ich in diesem Jahr erst so richtig für mich entdeckt habe: Paprikamark. 
Früher habe ich es nur gelegentlich verwendet, seit Shakshouka & Co. aber eine immer größere Rolle auf unserem Speiseplan spielen und ich generell immer häufiger orientalisch koche, ist mein Verbrauch sprunghaft angestiegen. Ich habe jetzt grundsätzlich ein Glas im Gebrauch und noch eines im Vorratsregal stehen - eine Zutat also, die auf keinen Fall ausgehen darf. 

Besonders in der jetzt anstehenden kalten Jahreszeit, in der es keine hiesigen Paprika gibt, lässt sich mit Paprikamark eine Menge anstellen. 
Mein heißgeliebtes Paprikahuhn kann mit Biber salçası prima nachgebaut werden. Man lässt dann natürlich die Paprikaschoten weg, aber die Sauce kann so gut abgeschmeckt werden. 
Aus Frischkäse, etwas Biber Salçası und ein paar Gewürzen ist in Nullkommanix ein leckerer Brotaufstrich gemacht.

Da Biber Salçası, genau wie Tomatenmark, sehr konzentriert ist und nur noch wenig Feuchtigkeit enthält, verwässert es die Speisen nicht. Überhaupt kann man Tomatenmark in vielen Fällen durch Paprikamark ersetzen, besonders interessant, wenn man keine Tomaten verträgt oder nicht immer und überall den Tomatengeschmack mag.

Biber Salçası gibt es in zwei Varianten, der milden (tatli) und der scharfen (aci). Ich kaufe immer nur die milde Variante, da ich das Paprikamark oftmals sehr großzügig verwende - das scharfe Biber Salçası würde da zuviel Schärfe reinbringen. Wer es aber gerne etwas spicy mag, der sollte unbedingt auch mal die scharfe Variante versuchen.

Ihr bekommt Biber Salçası im türkischen Lebensmittelhandel, kostet nicht die Welt und ist auch im Anbruch ewig lange haltbar - Ihr könnt also gleich zum größeren Glas greifen ;o) 

Sommer im Glas, aka Allround-Ratatouille

Die Süßschnäbel unter Euch gehen einkochtechnisch wahrscheinlich so langsam auf die Zielgerade. Die Beerensaison neigt sich dem Ende zu, jetzt sind noch die Pflaumen und Zwetschen und Äpfel dran und dann ist auch langsam aber sicher Schluss. 
Ich drehe gerade so richtig auf, denn ich mag es ja eher herzhaft und schnappe mir alles an Gemüse, was ich erwischen kann, damit wir auch im Winter nicht auf Sommergemüse verzichten müssen. 
Dieses Ratatouille war eigentlich als Nachbau eines meiner Lieblings-Brotaufstriche gedacht, des Brotsalats von Zwergenwiese. Der besteht eigentlich nur aus kleingeschnibbeltem Gemüse in Tomatensauce - kann man natürlich auch selbst machen und wie in den meisten Fällen schmeckt es dann noch vieeeel besser und ist dazu noch um ein Vielfaches günstiger. Ist bei diesem Ratatouille nicht anders.

Was eigentlich als simpler Brotaufstrich geplant war, hat sich sprichwörtlich zu einer eierlegenden Wollmilchsau entwickelt - ich versteh gar nicht, wie ich bisher ohne dieses Ratatouille über den Winter gekommen bin! 
Also, was macht dieses Ratatouille so besonders, was kann das Ratatouille? 
  1. Es schmeckt grandios auf einer knusprigen Scheibe Krusten- oder Vollkornbrot - ich liebe das!
  2. Es ist eine tolle Grundlage für Aufläufe. Pasta kochen, Glas Ratatouille auf, alles vermischen und in eine Auflaufform geben, n büschen Käse druff - ab in den Backofen.
  3. Ein grandioser Tartebelag
  4. Es wird mit einem Klecks Mascarpone oder Sahne zu einer tollen Pastasauce. 
  5. Es verfeinert auch im Winter so manches Risotto. 
  6. Fladenbrot + Hofkäse + grober Senf + Allround-Ratatouille -> Kontaktgrill -> Lieblings-Käsebrot
  7. usw. usf., es gibt sicher noch vieeeele andere Verwendungsmöglichkeiten... 
Ihr seht also, eigentlich führt an diesem Ratatouille gar kein Weg dran vorbei, das ist ein sog. Must-Cook, aber schnell, sonst gibt's kein hiesiges Gemüse mehr, ich werd auf jeden Fall noch mindestens 10 weitere Gläser einkochen, evtl. auch mehr.

Zutaten
2 rote Paprikaschoten
2 gelbe Paprikaschoten 
2 Zucchini 
2 Auberginen
3 rote Zwiebeln
Olivenöl
Salz und Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Dose Tomaten (800 g)
1 guter EL Biber Salçası, tatli  (Paprikamark, mild)
2 EL Holzapfelessig oder ein anderer guter Apfelessig
1-2 TL Rohrohrzucker

Zubereitung
Die Gemüse putzen, in kleine Würfel schneiden und auf einem Backblech verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit etwas Olivenöl besprenkeln, Thymianzweige darauf verteilen. Bei 180°C ca. 30-45 Minuten garen, zwischendurch einmal "wenden". 
In der Zwischenzeit die Tomaten in einen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer zerkleinern. Einen guten EL Biber Salçası dazugeben und bei mittlerer Hitze kräftig einkochen lassen. Die Sauce soll recht fest werden, die Flüssigkeit nahezu verdampfen, damit der Aufstrich später nicht zu flüssig wird. Mit Holzapfelessig und Zucker abschmecken.
Die gegarten Gemüsewürfel zu der eingedickten Tomaten-Paprikasauce geben und alles mit Salz, Pfeffer und Piment d'Espelette würzen. 

Einkochen
Die Gläser gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Wenn die Gläser direkt mit der heißen Sauce befüllt werden, platzen sie leicht.
Das Ratatouille einmal kräftig aufkochen, in der Zwischenzeit die Deckel der Gläser in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen und ca. 5 Minuten köcheln. Ich stelle den Trichter, mit dem ich die Gläser befülle, ebenfalls in den Topf, so wird der gleichzeitig sterilisiert. 
Das Ratatouille in die Gläser einfüllen und sofort fest verschließen. Die Gläser nicht bis zum Rand befüllen, sondern ca. 2 cm Rand lassen.
Den Backofen auf 180°C Unterhitze aufheizen, eine Fettpfanne auf unterster Stufe einhängen und ca. 2 cm hoch mit kochendem Wasser befüllen. Die Gläser so nebeneinander in die Fettpfanne stellen, dass sie sich nicht berühren und alles 30 Minuten einkochen.

Die Gläser im Anschluss vorsichtig aus dem Backofen nehmen und komplett auskühlen lassen. 

Haltbarkeit 
Mit Haltbarkeitsangaben bin ich ja grundsätzlich immer sehr zurückhaltend, da die Haltbarkeit der Endprodukte im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig ist, dem Zustand, bzw. der Frische der Zutaten und der Hygiene bei der Zubereitung - auf beides hat das Rezept selbst natürlich keinen Einfluss. 
Vorausgesetzt, Ihr habt wirklich sauber gearbeitet, ist das Ratatouille aber mindestens ein Jahr haltbar - theoretisch. Tatsächlich gibt es aber soviele Verwendungs- möglichkeiten, dass es sicher nicht alt wird ;o)
Wichtig ist, dass die Deckel beim Öffnen ploppen, wie Ihr es auch von gekauften Gläsern und Flaschen kennt. Wenn der Deckel sich leicht öffnen lässt oder sogar nur noch aufliegt, gehört der Inhalt des Glases in den Abfall - so leid es mir tut.
Die Deckel von Gläsern, deren Inhalt verdorben ist müssen ebenfalls entsorgt werden. Die Gläser selbst könnt Ihr natürlich wiederverwenden, nachdem Ihr sie ausgekocht habt.