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Small Plates & Sweet Treats [Rezension]

Euch bleibt auch wirklich nichts erspart, jetzt habt ich Euch diese Woche über 4 tolle Gastrezensionen präsentieren dürfen und nun das, heute ist Maike dran... ;o) Maikes Blog The Culinary Trial hab ich leider erst vor ein paar Monaten entdeckt, als sie aus meiner monströsen Schoko-Karamell-Torte diese wunderschönen Cupcakes gemacht hat. Seitdem bin ich ein riesengroßer Fan ihres Blogs.
Wenn man ihren Blog öffnet, hat man eigentlich direkt das Gefühl, mitten in einem professionellen Koch-/und Backbuch zu stecken. Ihre Fotos sind so wunderschön, dass ich jedesmal vor Neid erblasse - natürlich erst, nachdem ich kurzzeitig grün angelaufen bin ;o)
Schaut unbedingt bei Maike vorbei und speichert ihren Blog gleich (wie natürlich auch die anderen dieser Woche) als Lesezeichen ab - es lohnt sich wirklich!
So, und nu geht's los, ich überlasse Maike das Wort und präsentiere Euch die Rezension von:

"Small Plates & Sweet Treats" von Aran Goyoaga

Welch eine Ehre, hier im Kleinen Kuriositätenladen einen eigenen Beitrag verfassen zu dürfen, in einem meiner liiiiebsten Blogs überhaupt! Ach ja, ich bin übrigens Maike von The Culinary Trial, einem Blog rund ums -tadaaaa- Essen! Wer hätt's gedacht... ; ) Jedenfalls, vielen Dank, liebe Steph, dass ich heute deine Ladentüren einrennen kann, mit Radieschen und Melone im Gepäck. 
Ich darf euch heute nämlich ein Superbuch vorstellen, ein Bildband quasi, mit frischen, hellen Fotos. Und Rezepte sind auch noch drin, gut, wa? Wer die Autorin Aran Goyoaga und ihren Blog Canelle et Vanille kennt, weiß, dass sie wunderschöne Bilder zu ihrem glutenfreien Essen macht. Das wiederum ohne Gluten ist, weil sie den "bösartigen" Weizenkleber seit Kind Nummer 2 nicht mehr verträgt. Deswegen hat sie sich auf die Suche nach leckeren Rezepten ohne Weizen gemacht und diese dann in ihrem großartigen Buch veröffentlicht.
Erster Eindruck
Allein vom äußeren Erscheinungsbild ist Small Plates & Sweet Treats* einfach schick, auch wenn sich unter dem immer wieder recht unpraktischen Schutzumschlag ein noch viel schöneres Bild versteckt. Aber so kann man immer noch was Neues entdecken, nü, und das wollen wir ja schließlich auch.
Innen dann, in der Einleitung, finden sich ein paar Worte über die Autorin, wie sie zum glutenfreien Essen kam, welche Zutaten und Gerätschaften sie benutzt. Dabei wird explizit erwähnt, dass sie selber gerne einen Bauernhof mit eigenen Hühnern hätte, diese (also, die Eier) aber derzeit von einem Bauern aus ihrer Nähe bezieht. Sie ruft auch dazu auf, lokale Landwirte zu unterstützen und, nicht zuletzt, Eier von frei herumtappelnden Hühnchen zu kaufen.
Die folgende Einteilung der Rezepte nach Jahreszeiten (was ich sehr nett finde, da jedes Kapitel ein eigenes, wohliges Gefühl hinterlässt) begründet sie damit, dass das Angebot auf dem Markt das Kochen bestimmen sollte und nicht andersherum. Und ja, all das macht sie äußerst sympathisch!

Rezepte
Kommen wir also zur Einteilung der Rezepte. Die erfolgt, wie schon erwähnt, in Jahreszeiten, die dann wiederum die im Titel angekündigten Small Plates und auch die Sweet Treats beinhalten. (Für die Nichtso-Englischasse unter euch- Kleine Teller und süße Genüsse. Oder so. ; ) ) Zuerst kommen folglich herzhafte Gerichte, danach die Desserts und Backwaren. Alles glutenfrei, wie gesagt.
Die Rezepte bieten eine große Bandbreite, von Blumenkohlsüppchen über Fenchelsalat und Grapefruitrisotto mit Shrimps bishin zu Kokosoufflé, schokoladigen Toasties und Rosmarineiscreme- es ist eben alles drin, was man so braucht.
Generell finden sich viele Rezepte für Fleisch- und Fischesser, also nicht so unmittelbar was für mich als Meistzeitvegetarier. Das wird dann aber durch die süßen Sachen herausgerissen, denn die würde ich alle liebend gern wegfuttern.
Beim Lesen der Rezepte wird schnell klar, dass sie nicht überkandidelt, sondern eher bodenständig und durchaus leicht umzusetzen sind, wenn man denn die Zutaten dafür hat. Da kommen wir dann also zum Punkt mit der glutenfreien Ernährung- denn die braucht natürlich viele leicht exotische Zutaten. Während sich die meisten Dinge gleich erschließen, musste ich Begriffe wie Sorghum Flour doch mal nachschlagen (es ist übrigens Hirsemehl), nicht weiter schlimm, aber es zeigt doch den gewissen Aufwand, den so eine Ernährung mit sich bringt. Weizenmehl wird in den Rezepten durch Reis-, und Nussmehle und Tapioka- und Kartoffelstärke ersetzt und somit vervielfachen sich die Zutaten im Nu. Das finde ich nicht so dramatisch, denn wenn man einmal einen gewissen Vorrat zu Hause hat, geht das Ganze sicher schnell von der Hand.
Außerdem gibbets da natürlich auch noch die Rezepte ohne Böden und Mürbteig. Suppen und Salate kann man schnell und mit gewöhnlichen Zutaten nachmachen und auch das Eis und andere Desserts sind nicht auf Hirse und Quinoa aufgebaut.
Eine recht große Vielfalt, wie ich finde, und es lockt mich doch sehr, mich der glutenfreien Küche zu stellen. Na ja, kommt Zeit, kommt Sorghum Flour.
Zum Geschmack kann ich bisher noch nicht viel sagen, außer, dass die Wassermelonensuppe wirklich köstlich war. Frisch und leicht, schnell gemacht und sommerlich, ich kann daran nichts aussetzen. Wie die andere Rezepte sind, wird sich zeigen, aber ich bin mir sicher, dass sie auch toll sein werden.

Gestaltung
Aber jetzt zur Gestaltung, meinem Lieblingsteil. Denn wie ich, als offensichtlich sehr oberflächlicher Mensch, gestehen muss (obwohl ich meine, dass ich einfach so eine ästhetische Ader habe, dass ich gar nicht anders kann!), habe ich das Buch gekauft, weil ich Arans Fotos schon immer toll finde und ihren Blog sehr gern, wenn auch in unregelmäßigen Abständen, ansehe, äh, lese. Die Frau kann aber auch fotografieren, mein lieber Scholli! Deswegen ist es wenig überraschend, dass die meisten Fotos zum Sabbern und Anstarren über längere Zeiträume anregen und wunderbar eine eigene Stimmung herüberbringen. Die Bilder im Herbstteil kitzeln schon die Vorfreude auf Kürbis und heiße Suppen in mir hervor und sind so unglaublich gemütlich. Im Kontrast dazu sind die Frühlingsfotos frisch und leicht und hell und man mag sich mit Buch und Kokossoufflé auf eine Wildblumenwiese setzen und Himmel gucken.
Die Startseiten der einzelnen Kapitel sind mit weiteren Bildern geschmückt, die auch Blümchen und Arans Kinder zeigen und das wohlige Gefühl noch unterstützen. Hach ja, so schön! Dass die Schriftfarbe der Überschriften sich je nach Jahreszeit auch ändert, ist hierbei nur das abrundende Tüpfelchen auf dem i.

© The Culinary Trial
Ja, das ist es nun. Small Plates & Sweet Treats* von Aran Goyoaga. Bisher noch nicht auf Deutsch erschienen, aber meiner Ansicht nach ein großartiges (Bilder)Kochbuch.
Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass nicht jedes Rezept in 10 Minuten gerührt ist, so wie die Melonen-Radieschen-Suppe, die ich euch heute auf meinem Blog vorstelle. Zur glutenfreien Küche gehört eben mehr dazu, was sich eventuell auch auf das studentische Budget auswirken könnte. Aber da ich, persönlich, schon lange mal meine Nase ins Backen ohne böses Gluten stecken wollte, um es zu testen, um gewappnet zu sein oder was auch immer, sehe ich das als Herausforderung an. Und freue mich auf neue Geschmacksexplosionen, die sich vielleicht im Hirse-Tapiokagemisch verstecken, wer weiß das schon?!
Falls es euch noch nicht aufgefallen ist - ich liebe das Buch schon jetzt, seine Gestaltung, die Auswahl der Rezepte, das Thema der Saisionalität, das gefällt mir doch alles sehr. Ich kann es also weiterempfehlen an diejenigen unter euch, die selber glutenunverträglich sind oder die sich gerne mit speziellen Ernährungsformen auseinandersetzen. Und natürlich an all die oberflächlichen Ästheten, die ganz einfach nur schöne Bilder angucken wollen ; )
Und wem nach einer raffinierten, schnellen und erfrischenden Suppe ist - auf meinem Blogi gibbets das Rezept dazu.

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Ich brauche dringend einen Kochbuchsponsor, soviel steht schon einmal fest :o) Vielen Dank, liebe Maike! Die Suppe ist gerade ganz spontan auf unserem morgigen Speiseplan gelandet, hab ich doch gestern wieder zwei Monstermelonen erbeutet, die jetzt natürlich verarbeitet werden müssen :o)Morgen sollte es eigentlich schon den Roundup zum Blick ins Bücherregal geben, ich hab aber gestern abend noch eine Rezension von einer Leserin bekommen, die ich natürlich erstmal veröffentliche. Montag gibt's dann wahrscheinlich einen Roundup über alle Teilnehmer dieser Themenwoche und Dienstag den Blick ins Bücherregal. Hach, es gibt noch viel zu tun! 

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Bouchon Bakery [Rezension]

Tag IV. Wir hatten bisher drei Kochbücher und ein Eisbuch im Angebot, heute widmen wir uns dem Thema Backen. Meine heutige Gastbloggerin Daria ist noch relativ neu im Blogger-Geschäft, seit April dieses Jahres betreibt sie den Blog Mein Chaosplatz und verwöhnt ihre Familie und Leser mit einer bunten Vielfalt verschiedenster Rezepte.
Für ihre Rezension im KuLa hat sie sich einen besonders dicken Schinken ausgesucht, viel Spaß bei der Rezension von:

"Bouchon Bakery" von Thomas Keller

Hallo, ich bin Daria und ich bin seit April dieses Jahres in der Chaosküche zu finden. Ich freue mich riesig im Kuriositätenladen auftreten zu dürfen und als Gastblogger eine Kochbuchrezension zu schreiben. Ich präsentiere hiermit das Buch Bouchon Bakery* von Thomas Keller. 
Unter anderem haben im Buch seine zwei geniale Kollegen Sebastien Rouxel und Matthew McDonald mitgemischt und haben das Buch zu einer Backschatzkammer gemacht.

© Workman Publishing
Auf das Buch bin ich zufällig gekommen, durch eine Werbung in irgendeinem amerikanischen Blog. Da es in keinem Buchhandel zu finden war, habe ich das Buch bei Amazon* bestellt und kurz darauf hatte ich es in den Händen. 
Ich drücke mich mal so aus, wäre ich ein Buchkritiker, würde ich als erstes schreiben: Aufwendig und Zeitraubend. Es ist ein Buch bei dem man viel Mut benötigt und bereit sein muss, mit Niederlagen konfrontiert zu werden.
Thomas Keller ist ein Perfektionist, so 'ne Art Steve Jobs als Bäcker und Pâtissier. Und das merkt man auf jeder Seite. Und das finde ich nicht mühsam und aufdringlich, sondern aufmunternd und hilfreich. Durch die kleine Geschichten aus seinem Werdegang wird einem klar, dass er nichts geschenkt bekommen hat und dass ihm alles was er in dieses Buch gelegt hat, sehr viel bedeutet.

Als ich das erste Rezept aus Bouchon Bakery nachbackte war es... war es... wie im Film Julie & Julia, der Moment als Julie das erste Rezept aus Julia Child's Buch nachgekocht und es gekostet hat: „YUM“. Und dann will man nicht mit dem Buch aufhören, man will weiter dieses Gefühl erleben.

© Mein Chaosplatz
Zum Layout
Das Paket war so schwer, dass ich dachte, sie hätten mir noch die ganzen Zutaten für die Rezepte mitgeliefert. Bouchon Bakery ist also riesig und schwer. Dafür haben viele unglaublich schöne Bilder Platz. Aber nicht nur Bilder vom fertigen Backgut, sondern auch einige Step-by-Step- und auch How-To-Bilder. 
Das Buch ist übersichtlich und auch auf englisch angenehm zu lesen. Wie gesagt, ich finde die Bilder wunderschön und ansprechend. Das Design vom Cover und das Layout sind in dem typischen Bouchon Bakery (jetzt ist die Bäckerei gemeint) Stil gehalten. Was manchmal das Gefühl gibt, mit jeder Seite ein Päkchen mit einem Sandwich oder einem Eclair aufzumachen.
Das Buch hat einen Schutzumschlag und ich weigere mich ihn zu entfernen, der ist einfach zu schön. 

Zur Aufbau
Das Buch ist in 10 Teile unterteilt:
  • Cookies
  • Scones & Muffins
  • Cakes
  • Tartes
  • Pâte à Choux
  • Brioche & Doughnuts
  • Puff Pastry &Croissants
  • Breads
  • Confections
  • Basics 
    © Mein Chaosplatz
    Zum Inhalt
    Die Liebe zum französischen Brot und Pàtisserie ist in diesem Buch nicht zu übersehen. Vor allem werden französische Bezeichnungen für Teige oder Techniken verwendet.
    Absolut geniale Profitipps sind in jedem Kapitel zu finden und beschreiben alles akribisch genau. Man benötigt eine gewisse Ausrüstung, aber man kommt ganz gut ohne das Eine oder Andere zurecht, zum Beispiel braucht man für Profiteroles (Kapitel Pâte à Choux) eine Silikonform mit kleinen bzw. großen Mulden, damit alle Teilchen genau gleich aussehen. 
    Die Mengenangabe ist in US Cups und im metrischen System angegeben, und dafür benötigt mal eine digitale Waage, denn sogar Eier werden in Gramm gewogen, und wie man sie wiegt und warum man sie erst durch ein feines Sieb streicht wird genauestens erklärt. Eigentlich wird alles genauestens erklärt.

    Das Brot-Kapitel ist einfach genial. Mit Formen, Variationen, How-to's und sogar einer Tabelle (die eigentlich keine Tabelle ist, sondern ein Timelinebeispiel, wenn man zum Beispiel verschiedene Brote auf einmal zubereitet). 
    Beim Lesen der Brotrezepte bekommt man es mit der Angst zu tun (also ich, als unerfahrene Brotbäckerin), aber sie schwindet schnell wenn man die Geschichten liest und merkt, dass auch die Bäcker mal Fehler machten und Ewigkeiten gebraucht haben um ein perfektes Brot zu backen. Bei den Fotos in dem Kapitel kriegt man einfach so eine Lust auf ein Baguette oder Sandwich, dass man impulsiv Richtung Backofen schielt und nachgrübelt, ob alle Zutaten dafür da sind.
     
    Bouchon Bakery ist einfach toll zu lesen. Es eignet sich ausgezeichnet für Menschen die Kochbücher wie einen Roman oder Krimi (obwohl man das Buch wegen der Grösse kaum mit ins Bett nehmen kann) lesen und nicht nur einfach ins Regal stellen und ab und zu was daraus nachkochen. Bei mir wandert es ständig vom Tisch auf die Kochinsel und wieder zurück.

    © Mein Chaosplatz
    Mein Fazit 
    Ich liebe dieses Buch. Ich liebe es, auch wenn ich weiss, dass ich daraus nicht all zu oft etwas backen kann, weil mir einfach die nötige Zeit dazu fehlt. Ich liebe es weil es meinen visuellen Hunger stillt. Und ich liebe es weil es mich herausfordert und jede einzelne Niederlage und die Reflektion derer zu meiner eigenen Perfektion führt.

    In meinem Blog gibt es heute Milch und Haferkekse mit Rosinen... Und auf dem Tisch die Reste von Zuckermaismuffins, klar, beides aus dem Buch. Auf Besucher freue ich mich immer.


    Ciao, Daria 
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    Vielen Dank, liebe Daria! Die Haferflockenkekse sind schon direkt auf meiner Nachbackliste gelandet!Morgen könnt Ihr hier die letzte Gastrezension in dieser Themenwoche lesen und am Sonntag folgt dann der Abschluss in Form des Roundups zum Blick ins Bücherregal.

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    Österreich vegetarisch [Rezension]

    Diese Themenwoche entwickelt sich für mich so langsam zu einer ganz heiklen Angelegenheit. Einerseits entdecke ich in der FB-Gruppe "Jeden Tag ein Buch" zwar viele interessante, (mir) neue Blogs, lerne andere Hobbyköche kennen und genieße den Austausch über Koch- und Genussbücher, andererseits wächst meine, sowieso schon ziemlich lange, Bücherwunschliste aber in einem bedrohlichen Tempo rasant an - wie auch nach dem Lesen dieser Rezension, die heute wieder von einer Noch- Nichtbloggerin stammt. 
    Friesi stammt wie ich aus der schönsten Stadt Deutschlands (also aus Bremen) und ist über meine FB-Seite in das Rezensions-Team gestoßen. NOCH bloggt sie nicht, nach dieser Rezension hoffe ich aber sehr, dass sich das ganz bald ändern wird - sobald sich da etwas tut, werde ich es Euch natürlich gleich wissen lassen! 

    Viel Spaß bei:

    "Österreich vegetarisch" von Katharina Seiser

    Vor 2,5 Jahren habe ich aufgehört Fleisch oder Fisch zu Essen, seit dem ernähre ich mich streng vegetarisch. Ich verzichte auf Gelatine, selbst in Säften, ich versuche tierisches Lab im Käse zu vermeiden und tierische Produkte stets aus Biohaltung, am liebsten Demeter oder Bioland, zu erwerben. Niemals würde ich allerdings ein Bio-Produkt aus Süddeutschland kaufen, die regionale Herkunft ist für mich fast genauso wichtig, ebenso wie saisonale Ernährung. Das erklärt auch, warum ich Erdbeeren aktuell in täglichen 500 Gramm Rationen genieße (andere sagen "vernichte"), ich kann jeden Tag Spargel essen oder mich im Winter ausschließlich von Grünkohl ernähren (natürlich vegetarisch – ur-lecker und steht dem Original in nichts nach) 

    Mit dem Verzicht auf Fleisch hat sich die Lust am Kochen entwickelt. Mittlerweile koche/ backe und fabriziere ich fast alles selber. 

    Als Ergebnis befinden sich mittlerweile 500 Rezepte aus diversen Blogs in meinem Evernote Rezepte Verzeichnis und es befinden sich diverse Kochbücher in meinem Regal. Eines davon versuche ich Euch nun heute vorzustellen.

    Ich habe mich für Österreich vegetarisch* entschieden, da das Vorwort und das Konzept meine Ansichten so hervorragend widerspiegelt, wie kaum ein anderes und es leider noch relativ unbekannt ist. 

    © Thomas ApoltAnfangen tut es wie eigentlich immer im Leben, mit dem Ersten Blick. Bei einem Buch geht dieser natürlich auf das Cover. 

    Dieses ist, meiner Meinung nach, sehr schön geworden. Es gibt, wie man sieht, keinen lächelnden Autor oder ein hochglänzendes Cover mit einem aufgehübschten Gericht. Nein, es ist ganz schlicht. Und zeigt Obst und Gemüse. 

    Das nächste was man unweigerlich sieht, dieses Buch hat, Obacht, ganze 3(!) Lesebändchen in verschiedenen Farben, die dabei helfen sollen den Überblick zu behalten. 
    Die Autoren Katharina Seiser und Meinrad Neunkircher findet man ganz hinten im Buch dann doch noch abgelichtet, zusammen mit dem Team, welches maßgeblich beteiligt war. 

    Erschienen ist das Buch im Brandstätter Verlag. Diesen werde ich mir unbedingt merken, denn man achtet dort, gemäß Info aus dem Buch, sehr auf Nachhaltigkeit. So wurde dieses Buch auf Papier aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gedruckt. Und, als ob das nicht schon genug wäre, verweist man extra noch darauf, dass für die Druckproduktion nur erneuerbare Energien und Pfanzenölfarben verwendet wurden. 
    Eigentlich reicht das schon um dieses Buch zu kaufen, aber zum Glück bietet das Buch noch viel mehr, zum Beispiel Rezepte :o)

    Das gesamte Innenleben ist sehr warm, mit viel Liebe fürs Detail gestaltet worden. Es gibt 5 Kapitel, eines für jede Jahreszeit und ein zusätzliches, welches sich "Jederzeit" nennt. 

    Vor jedem Kapitel gibt es eine Übersichtsseite, dort werden die Rezepte die in dem jeweiligen Kapitel vorkommen aufgegliedert aufgeführt. Unterteilt nach: 
    • Vorspeisen 
    • Hauptspeisen 
    • süsse Hauptspeisen 
    • Nachspeisen 
    Die Rezepte sind immer für 4 Personen berechnet und schön übersichtlich strukturiert. Die Zubereitung ist gut erklärt und jedes Rezept wurde mit Tipps, Abwandlungen und/ oder Weinempfehlungen bestückt. 

    Der Wein kommt immer aus Österreich und die Zutaten sind, wenn, auch in Landessprache. Dieses betont noch mal, für mein Empfinden, den regionalen Bezug, welchen die Autoren ebenso empfehlen, wie die Verwendung von Bio Waren, besonders bei tierischen Produkten, wie Käse, Milch und Eiern. 

    Zum Glück gibt es hinten noch einen kleinen Übersetzer Namens "Küchenösterreichisch", dieser rettet einen gerne mal vor falschen Interpretationen. So weiß man nach kurzem Blättern: Paradeiser sind Tomaten, Fisolen sind Bohnen und Weichseln sind Sauerkirschen. 

    Mit den Tipps, den wirklich guten Rezepten, ein wenig Zeit und Lust am Kochen, gelingen die Rezepte garantiert. Selbst der Fleischesser wird sein Schnitzel nicht unbedingt vermissen. Und dem Vegetarier eröffnen sich, hier und da, ein paar neue Ideen, die man beliebig umsetzen und erweitern kann, ohne dass man vorher eine Einkaufstour starten muss. Die Rezepte sind alltagstauglich und meist ohne große Vorbereitungen kochbar. 

    Der Verlag hat uns 4 Rezepte auswählen lassen, für die wir die Bilder bekommen haben. Da ich nicht nur die Bilder beifügen wollte, gibt es noch ein paar kurze Erklärungen. 

    © Thomas Apolt
    Das ideale Rezept zur Resteverwertung‚ "überbackene Gemüsesemmelkren". Hier finden übriggebliebene Brötchen vom Wochenende oder/und das Gemüse welches schon Tage in der Gemüsekiste auf Verwertung wartet (Möhren, Spargel, Spinat, Blumenkohl etc.) leckere Verwendung. Im Buch ist es als Frühlingsgericht gelistet. Für mich, durch seine Wandelbarkeit, ist es eher ein "Jederzeit" Gericht. 

    © Thomas Apolt
    Den letzten Winter haben wir ohne Paprika verbracht, und ich kann Euch sagen: ich LIEBE Paprika... 

    Am besten schmecken Paprika, nach dem rohen Genuss, doch gefüllt. Deswegen sind die‚ gefüllten Paprikaschoten mit Paradeissauce eine Empfehlung. Gefüllt mit Risotto in einer guten Sauce, schmeckt dann der Frühsommer schon nach dem sehnsüchtig erwarteten Hochsommer.

    © Thomas Apolt
    Wenn ich überlege wie die Suppenläden in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft wurden, und wie die Suppe wieder das meist gegessene Mittagessen, zumindest bei mir im Büro, wurde, es ist schon erstaunlich. Suppen gibt es natürlich auch in diesem Kochbuch, da ich ein KartoffelKind bin, empfehle ich Euch die Wiener Erdäpfelsuppe - feine Zutaten, die sich zu einem wärmendem Gefühl in Magen und um die Seele verbinden.

    © Thomas Apolt
    Und dann gibt es natürlich auch die Klassiker der österreichischen Küche "Mehlspeisen". Dazu gibt es nichts zu sagen, Obst, in diesem Fall Marillen (Aprikosen) in Brandteig – gekocht, nicht gebacken. Nennt man Marillenknödel und sie schmecken ur-gut. Einfach die Augen schließen und genießen! 

    Yummi :o)

    Zum Abschluss schicke ich Euch nun in den Buchladen, um nach diesem Buch Ausschau zu halten, zumindest ein kurzer Blick lohnt sich! 


    Autor: Katharina Seiser & Meinrad Neukirchner 
    Verlag: Brandtstätter 
    ISBN: 978-3-85033-643-7 

    P.S. Ich habe keinen Blog, überlege aber schon lange, ob ich es doch mal wagen sollte... Wer weiss, vielleicht, irgendwann dann doch. 

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    Vielen Dank, liebe Friesi, für diese tolle Rezension, ich freue mich schon sehr auf Deinen Blog! Katharina Seiser schreibt übrigens nicht nur wunderschöne Bücher, sie betreibt auch seit 2007 den Blog esskultur - schaut auch dort unbedingt einmal rein. 
    So, und morgen ist wieder eine "Kollegin" dran und es wird es süß! 

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