Mein Einweckjahr

Ich erkläre die heiße Einkochphase im Kuriositätenladen hiermit für beendet! Gestern hab ich nochmal 25 Flaschen Gemüsebrühe und eine Blumenkohl-Kartoffelsuppe eingekocht, nun ist das Vorratsregal wieder rappelvoll und ich hab erstmal Ruhe.

Mein Vorratsregal
Los geht es in jedem Jahr mit dem Bärlauch, der aber natürlich nicht eingeweckt, sondern als Paste, Bärlauchbutter und komplett eingeschweißt in ganzen Blätter eingefroren wird. Im Mai geht's dann mit weißem Spargel weiter, den ich aber ausschließlich für mein Lieblingsbaguette aus Kindertagen benötige. Da kommt nur ein bisschen Salat, eingeweckter Spargel, Tomaten, Käse und meine legendäre Currysauce drauf. Ich weiß das klingt nicht nach einem kulinarischen Highlight, ich liebe dieses Baguette aber bereits seit meiner Jugend in Bremen, als ich es immer in der dortigen Baguetterie gegessen habe. Also, Spargeleinwecken muss unbedingt sein! 

Nachdem der Spargel abgehakt ist, folgt erst einmal eine kleine Ruhephase und ich muss im Höchstfall meine Brühe- und Fondvorräte auffüllen, das ist aber nur die Ruhe vor dem Sturm, bis es dann im Sommer so richtig losgeht. 
Ich bin ja keine große Marmeladenliebhaberin, daher lasse ich das Kapitel komplett aus und koche für meinen Mann nur verschiedene Sirupsorten wie Erdbeer-, Pfirsich-Thymian und Aprikose-Rosmarin ein. Erdbeeren und Pfirsiche verarbeite ich außerdem sehr gerne zu Essig und trockne die Erdbeeren in Scheiben für Desserts, zur Deko oder einfach nur zum Wegknabbern. 

Für meine neue Leidenschaft, das Senfen, brauch ich natürlich auch das ein oder andere Obst und gerne auch frische Kräuter. 

Die heiße Phase beginnt für mich, sobald das Gemüse auf den Markt kommt. Ganz hoch im Kurs stehen Gurken, denn es gibt nichts besseres als ein Käsebrot mit Gurken. In diesem Jahr hab ich Gewürz-, Azia-, Honig- und Dänische Gurken eingeweckt. Das zweite Abteil in der oberen Reihe ist komplett nur mit Gurken belegt. 
Außerdem dürfen natürlich auf keinen Fall mein heißgeliebter confierte Knoblauch und Ajvar fehlen - ohne diese beiden Grundzutaten kann ich meine Küche gleich dicht machen. Ratatouille und Lecsó werden ebenfalls in Massen gekocht und damit sind meine saisonalen Grundbedürfnisse auch schon fast gestillt. 
Kompott musste ich in diesem Jahr gar nicht einwecken, da ich noch ein paar Gläser aus dem letzten Jahr habe und der Verbrauch bei uns nicht so riesig ist. Wie Ihr wisst, greife ich immer eher zu einem Glas Gewürzgurken, als zu süßem Kompott.

Natürlich koche ich auch außerhalb der Saison ein, das sind dann meist die Fonds und Brühen, Bolognese, Ochsenschwanzragout, gebackene Bohnen, Tomatensauce (die koche ich grundsätzlich nur aus Pelati und nicht aus frischen Tomaten - das Rezept dafür bekommt Ihr demnächst auch), Zwiebelmarmeladen, eingelegte Rote Bete und neuerdings auch wieder Suppen - also alles, was kein saisonales Gemüse erfordert.

Ich hab vor einigen Jahren schon einmal im großen Stil Suppen eingekocht, es dann aber wieder aus den Augen verloren. Da mein Mann aber ein ganz großer Suppen-kasper ist und ich oft einfach keine Lust habe, nur eine kleine Portion für ihn zu kochen, hab ich in den letzten Wochen direkt mal 7 verschiedene Suppen eingekocht, aus denen er jetzt nach Lust und Laune auswählen kann. Dabei sind eine klassische und eine türkische Linsensuppe, Kartoffel-Pastinake, Tomate, Bohnen- und Gemüsesuppe und gestern folgte noch eine Blumenkohl-Kartoffelsuppe. 
Im Notfall könnten wir uns also für locker einen Monat nur von Suppe ernähren. Tatsächlich wird es wohl aber auf einen Suppentag pro Woche hinaus-laufen, wenn ich keine Lust zum Kochen habe. Dann geht's zum Regal und wir suchen uns ein leckeres Süppchen aus - der Vorrat reicht also für ungefähr ein halbes Jahr und wird nun immer nur mit einer neuen Suppe aufgestockt, wenn wieder 4-5 Gläser leer sind.

Ein noch relativ neues Kapitel meines Lieblingshobbys ist das Dörren von Lebensmitteln, von dem ich Euch ja neulich ausführlich berichtet habe. Die getrockneten Lebensmittel lagere ich - das könnt Ihr im zweiten Abteil von links ganz unten gut sehen - ebenfalls in Gläsern oder vakuumiere sie. 

Das Fermentieren entdecke ich gerade für mich, das ist ja momentan ganz groß im Kommen. Sobald ich wieder etwas Platz in meinem Regal habe, werde ich Euch auch zu diesem Thema ein paar Rezepte vorstellen, bisher ist die Kategorie ja in meinem Blog noch etwas stiefmütterlich besetzt und nur durch Sauerkraut im Glas vertreten. 

Wie Ihr seht, platzt mein Vorratsregal momentan aus allen Nähten und ich hab nur noch ein paar spezielle Suppen auf dem Plan, für die ich aber Sonderangebote meines Schlachters abwarte - sobald der mal wieder Gulasch und Hackfleisch im Angebot hat, werden auch die Bolognese- und Gulaschvorräte aufgefüllt. 

Die Masse der Vorräte sieht sicher für viele sehr imposant aus, tatsächlich sind das aber oft Jahres- oder auch Zweijahresrationen. Meine letzten Bolognesegläser stammen aus 2014 und auch die Tomatensauce ist mindestens so alt - wenn nicht älter. 
Ich koche deshalb immer soviel auf einmal ein, weil so der Arbeitsaufwand, als auch die Energieaufwand minimiert wird. Die Vorbereitungen, also das Putzen und Portionieren der Zutaten, dauern vielleicht ein wenig länger, aber ob ich nun 5 Liter Gemüsebrühe koche oder direkt 10 oder 15, bleibt sich komplett gleich und der Platz ist ja da in meinem kombinierten Arbeits-, Foto-, Vorratszimmer. Preislich ist es natürlich, was den Energieaufwand betrifft, auch deutlich günstiger, den Einwecktopf maximal auszunutzen, als ihn nur halb zu füllen. 

Mein Einkochequipment hab ich Euch ja bereits gezeigt, daran hat sich gar nicht soviel geändert und auch meine kleine Kasse ist nach wie vor im Einsatz. 

Kocht Ihr auch ein oder interessiert Euch das Thema so gar nicht? Wenn ja, was gehört zu Euren Klassikern und was würdet ihr gerne noch einmal ausprobieren?

Ich hoffe, ich hab Euch ein wenig Lust aufs Einkochen gemacht, für mich ist es eines der spannendsten kulinarischen Themen, die Schätze der verschiedenen Saisonen dauerhaft haltbar zu machen, sei es nun durch Einkochen, Einfrieren, Dörren oder Fermentieren.

Kommentare:

Fr.Ausverkauft hat gesagt…

Du bist echt der Hammer! Wahnsinn was du da so alles schaffst und vor dich hin einkochst :D
Leider kann ich auf Grund von akutem Platzmangel nichts einkochen, mir fehlt schlicht der Stauraum für die fertigen Gläser *seufz*
Wenn ich könnte wäre es aber in jedem Falle Bolognese, Zwiebelmarmelade und Suppe :)
Liebe Grüße und fröhliches Vernaschen deiner Schätze,
Svenja

Carolin hat gesagt…

Wow!!!
Ich koche maaaal ganz gerne was ein, aber dann eher süße Sachen. An so Dinge wie Suppe hab ich noch überhaupt nicht gedacht, da habe ich Reste bislang einfach eingefroren und gut war.
Ich muss wohl also dringend ein großes Regal kaufen, meine Vorräte dort lagern und dann anfangen, frisches Obst und Gemüse einzumachen ;) Danke auch fürs Anfixen ... :D
Liebe Grüße!

Anna vom Küchenwiesel hat gesagt…

Ein absolut beeindruckender Vorrat!
Ich interessiere mich sehr für das Einkochen, aber leider fehlt mir der Platz für einen Einkochautomaten und mein Herd ist leider so schmal, dass man nur schwer oder gar nicht eine Fettpfanne bekommt. :/ Dadurch werden bei uns nur Marmelade und Apfelmus haltbar gemacht, da man die Gläser da einfach umdrehen kann. Das traue ich mich bei Bolognese nicht. :/

Viele liebe Grüße,
Anna

Frau B. und die Leidenschaft hat gesagt…

Liebe Steph,

bei Facebook bin ich schon öfters über Deine tollen Bilder gestolpert,... Ich finde es grandios, was Du so alles haltbar machst (einfacher Rundumschlag vom Wort her,...). Bei uns in der Familie weckt auch jeder ein, dörrt, trocknet, friert ein,... Seit Kindertagen kenn ich es nicht anders.

Im Moment grüble ich gerade, was ich so an Weihnachten verschenken kann. Mein Herr B. hat ne recht große Familie und wir verschenken grundsätzlich ein Geschenk aus der Küche (statt der üblichen Flasche Wein oder Prosecco). Da werden es dann schon so 40-50 Portionen von irgendwas. Lass mal überlegen,... Angefangen hatte es mit Früchtebrot, dann Pralinen (OK, Offtopic, sind ja nicht haltbar), Amarenakirschen (die ich vorher mühevoll kandiert und dann in ihrem Sirup gebadet habe) Feigensenf, Teriyakisoße (schon mehrfach wegen des großen Anklangs), Bolognese, Sachertorte im Glas nebst Aprikosenmarmelade,... die Liste ist endlos.

Gerade, während ich so schreibe habe ich eine wahnsinnig wilde Idee,... Vielleicht haben wir gemeinsam Ideen für dieses Jahr Weihnachten. Für so Gläschen, Geschenke für Bauch und Seele, mit Worten umschrieben, eingepackt,...

Ich muss mich jetzt von Deinem Blog losreißen, würd mich freuen, von Dir zu hören/ lesen!
Ganz herzlich,
Martina

Natalie im Holunderweg hat gesagt…

Liebe Steph,

wow, das schaut wirklich imposant aus! Ich liebe Einkochen, auch wenn diese Begeisterung immer zu Erstaunen in Familien- und Freundeskreis führt - weil das alles gibts ja auch zu kaufen. Miiiiep.
So eine Vielfalt wie bei dir findet man in unserem Vorratsschrank leider nicht, aber wenn ich irgendwann mal einen Einkochtopf habe, dann gehts ab. Ich koche aktuell im Ofen ein: Ratatouillie, Bolognese (vegetarisch und normal), Pflaumenmus und Tomatensauce. Konfierte Tomaten habe ich in Öl eingelegt und hoffe, sie halten sich lange. Jetzt am Wochenende sind noch mal Pflaumenmus und Ratatouillie dran.

Viele Grüße
Natalie

Claudia hat gesagt…

Hallo Steph, ich bin beeindruckt von deinen Vorräten.
Ich koche Suppen, Tomatensoße, Zitronensirup und Gulasch oder ähnliche Schmorgerichte ein. Ausserdem liebe ich es Marmelade zu kochen, das hat was meditatives.
Ich stelle sehr gerne Champignonpulver her, das gibt einen richtig tollen Geschmack in Soßen. Dafür trockne ich Champignons, Knoblauch und Zwiebeln und mahle sie anschließend in einer Kaffeemühle zu feinem Pulver. Die Idee stammt aus einer FB-Kochgruppe.

Liebe Grüße
Claudia

Conny hat gesagt…

Liebe Steph,

dein Vorratsregal ist der KNALLER.

Ich bin ja schon immer stolz auf mich, wenn ich es im Sommer schaffe, ein Chutney und zwei Sorten Marmelade einzukochen - aber das ist ja gar nix gegen das, was du da Tolles auf die Beine, äh, ins Regal stellst.

Eins der nächsten Wochenenden muss dringend mal wieder zum Fond herstellen genutzt werden. Danke für die Inspiration!

Liebe Grüße
Conny

Nicole hat gesagt…

Liebe Steph,was das Einwecken angeht habe ich mich bei dir schon vor einer Weile angesteckt. Vorher gabs auch nur Marmelade und Apfelmuss.
Ich habe dieses Jahr schon deine Rotweinpflaumen, confierten Knoblauch und Gewürzgurken gemacht.Latwerg auch etliche Gläser da unser Zwetschgenbaum wen er dann trägt, massig trägt...
Von letztem Jahr steht auch noch was rum.
Was ich auch entdeckt habe, du hast einen Zwillingsteig in deinem Fundus,
den habe ich auch mit Zwetschgen belegt und eingefroren, ich muss sagen der schmeckt sogar besser wenn der aus dem Froster kommt. Irgendetwas passiert dann mit den Früchten, und der Teig wird beim aufbacken wunderbar blättrig...
Suppen einwecken ist auch mein nächstes Projekt,
bisher habe ich sie auch immer nur umgedreht, wie Marmelade halt,
aber da reicht nicht, meistens sind sie sauer geworden :-(
Nu joh...auf alle Fälle herzlichen Dank für deine Inspirationen...herrrrlisch!!!
liebe Grüsse
Nicole

Anonym hat gesagt…

Hallo.
Großartige Sammlung die du dir da zusammen gestellt hast, ich kann nur immer wider den Hut vor dir ziehen!
Ich komm den mal bei dir Einkaufen, ein wenige hier von und ein wenig da von, lächel.
Ich koche ja nicht so gerne ein weil ich es liebe jeden Abend frisch für mich zu kochen, kann ich super abschalten und ich weiß dann ganz genau, jetzt fängt das Genießen an bzw ist es ein schöner Tages Abschluss.
Wenn ich dann nur ein Glas öffnen musste wäre es nur halb so schön für mich, ich liebe es zu kochen.
Was ich aber sehr gerne mache ist trocknen bzw Dörren.
Viele Grüße, Jesse Gabriel

este hat gesagt…

Hallo Steph,
als bisher "stille" Leserin möchte ich heut mal meine Begeisterung für deinen Blog loswerden. Wenn es ihn noch nicht gäbe, müßte man ihn unbedingt erfinden. Deine Vorratshaltung find ich super und trifft genau meine Wünsche und meinen Anspruch. Grad heut hab ich endlich Knoblauch nach deinem Rezept eingeweckt. Ich hab noch viel vor und danke dir für die Anregungen
LG este

Ein Dekoherzal in den Bergen hat gesagt…

meii bin beeindruckt,,,,

mei do kumm i ma mit meine 10 GLASAL glei ganz klein vor..gggg

toll gmacht,,,,

hob no an feinen ABEND
bis bald de BIRGIT

Jessi Nitsch hat gesagt…

Toll, toll, TOLL! Genau mein Thema, wir fuchsen uns jetzt auch ganz langsam ans Thema einmachen und einkochen ein, sind aber weiterhin eher noch Anfänger. Dieses Jahr waren es ein paar Marmeladen (das meiste Obst wurde aber für Likör benutzt), Tomaten wurden eingekocht, grüne Bohnen eingelegt und ein paar Maiskolben zum fermentieren bereit gemacht ... mal schauen ob das funktioniert ;)

Dein Regal finde ich sowohl eindrucksvoll als auch inspirierend. So will ich das auch :)

Ich freue mich auf jeden Beitrag in die Richtung und werde das Sauerkraut im Glas mal probieren :)


Liebste Grüße,
Jessi

Heike Hansen hat gesagt…

Super toll dein Vorratsregal.
Ich hab das einkochen wieder angefangen seit dem ich alleine lebe(Kinder sind aus dem Haus .-) ) Und bestimmte Gerichte es ich halt gerne aber für eine Person ist das Mist.
Dann koch ich halt normal und portioniere mir das. Super gehen auch Königsberger Klopse uder Hühnerfrikassee (natürlich die Sosse noch nicht gebunden). Gulasch und Rouladen koch ich schon länger ein. Dann lohnt sich der Aufwand.
Ach und deinen Knoblauch musste ich diese Jahr zweimal machen. Mein Vorrat haben mir die Kinder gemopst.

Liebe Grüße
Heike H.

Anonym hat gesagt…

Liebe Steph,

beeindruckend, was du so alles zauberst! Ich habe aber eine praktische Frage. Ich kenne Einwecken von meiner Mutter her nur mit diesen klassischen Weck-Gläsern und mit Gummiring. Die kamen dann in einen riesigen Einkochtopf und köchelten auf dem Herd so vor sich hin, bei einer genau festgeschriebenen Temperatur, je nach Inhalt. Du aber verwendest, wie ich gesehen habe, Gläser mit Schraubverschluß. Wie gehst du dann weiter vor?

Danke und viele Grüße

Caroline

Anonym hat gesagt…

Liebe Steph,

ich finde das Thema Einkochen höchst spannend - in der Jahreszeit Gemüse haltbar zu machen, in der es verfügbar ist, um dann später Vorräte zu haben, ist extrem nachhaltig und ich freue mich über jedes neue Rezept von Dir. Wir ziehen gerade ins eigene Haus, das einen großen Keller hat und der soll irgendwann mal so aussehen wie Dein eindrucksvolles Regal! Bisher habe ich "nur" Marmelade eingekocht, wenn auch mit großer Leidenschaft, und ich freue mich darauf, die Palette demnächst zu erweitern.

LG,
Sabine

Dinknesh hat gesagt…

Der gefüllte Vorratsschrank sieht toll aus, so ordentlich. Das ein oder andere Rezept hier aus dem Blog habe ich schon nachgemacht. Ein Foto von meinem Eineweckten ist in meinem Blog.
Liebe Grüsse Doris

 

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