Lecsó | Letscho | Lečo | Leczo, my Way

Ihr wisst ja, mich hat der Einweckwahn gepackt, also gibt's heute schon wieder ein Rezept, das sich wunderbar zum Einwecken eignet. 
So schlimm wie in diesem Jahr hat es mich noch nie erwischt, mein kleines Vorratsregal platzt aus allen Nähten und der Dielenboden darunter biegt sich schon gefährlich durch. Aber was sein muss, muss sein, denn schließlich möchten wir auch in der kalten Jahreszeit nicht nur Kohl und Rüben, sondern auch ab und zu mal leckeres Sommer- gemüse essen.

Lecsó mit Hackfleisch
Dieses Lecsó-Rezept hab ich mir bei meiner Mama abgeguckt und natürlich noch etwas abgewandelt. Meine Mama hat es wiederum vor vieeeelen Jahren von der Mutter einer ungarischen Schulfreundin bekommen, bzw. es dort immer gegessen - das Grundrezept hat also schon ein paar Jahre auf dem Buckel. 
Im Original gehört so neumodischer Kram wie Biber Salçası und Ajvar natürlich nicht ins Lecsó, ich finde es mit aber viel leckerer, daher der Zusatz "my Way" und ich bleibe beim Namen Lecsó, denn irgendwie muss das Kind Gericht ja heißen. Paprika-Tomaten-Gemüse klingt langweilig.

Lecsó mit Hackfleisch
Lecsó ist enorm vielseitig, man kann es so wie im Grundrezept unten als vegetarische Hauptspeise mit Reis, Kartoffeln oder Brot essen, wer es etwas gehaltvoller mag, kann aber auch noch ein paar Würstchen kleinschnibbeln und entweder so wie sie sind, oder angebraten ins Lecsó geben. Angebratenes Hackfleisch schmeckt auch ganz toll mit Lecsó, diese Version seht Ihr auf den Bildern oben.
Ich habe es in der vegetarischen Variante eingekocht, da die Einweckzeit dann deutlich kürzer ist, als wenn es tierische Produkte enthält und natürlich auch mehr Möglichkeiten offen lässt. Wurst oder Fleisch im Lecsó sind natürlich sehr lecker, müssen aber nicht immer sein. Ich mag Lecsó besonders gern einfach mit einer oder auch 2-3 Scheiben frischem krossen Baguette (natürlich auch nicht ungarisch, aber trotzdem lecker).

Lecsó | Letscho | Lečo | Leczo
Zutaten für ca. 4,5 l
500 g Zwiebeln
jeweils 2 kg rote und gelbe Paprika 
Olivenöl
2 Dosen Tomaten (jeweils 800 g)
1 EL Ajvar
3 TL Rohrohrzucker
3 EL Apfelessig
Salz und Pfeffer
1 geh. TL Delikatess-Paprikapulver
Piment d'Espelette

Zubereitung
Die Zwiebeln schälen und grob würfeln, in Olivenöl in einem großen Topf anschwitzen. In der Zwischenzeit die Paprika putzen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden. Zu den Zwiebeln geben und ebenfalls anschwitzen.
Die Tomaten, Biber Salçası und Ajvar dazugeben und alles ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis die Paprika gar, aber nicht zu weich sind. 
Mit Zucker, Apfelessig, Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Piment d'Espelette würzen.

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Lecsó Einkochen
Wenn man das Lecsó wie oben im Rezept kocht und anschließend noch eine halbe Stunde einweckt, hat man im Ergebnis kein Lecsó, sondern eine cremige Paprika-Tomaten-Sauce, die Garzeit ist dann viel zu lang. Sauce ist natürlich auch lecker, aber wir wollen ja Lecsó einwecken, also muss der Ablauf etwas umgeändert werden, damit die Paprika nach dem Einwecken auch noch als solche zu erkennen ist.
Wenn ihr das Lecsó wie unten zubereitet und anschließend einweckt, hat die Paprika genau die richtige Konsistenz. 

Zubereitung
Die Tomaten, Biber Salçası und Ajvar in einen großen Topf geben und mit einem Kartoffelstampfer etwas zerdrücken. Köcheln lassen, bis die Tomaten etwas eingedickt sind. In der Zwischenzeit die Zwiebeln putzen und grob in Würfel schneiden, die Paprikaschoten ebenfalls putzen und in ca. 1 cm große Stücke schneiden. Nacheinander in einer Pfanne anschwitzen und beiseite stellen.
Die eingekochten Tomaten mit Zucker, Apfelessig, Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Piment d'Espelette würzen, dann die angeschwitzten Zwiebeln und Paprikastücke dazugeben und alles einmal aufkochen lassen.

Einkochen
Die Gläser gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Wenn die Gläser direkt mit der heißen Sauce befüllt werden, platzen sie leicht.
Das Lecsó einmal kräftig aufkochen, in der Zwischenzeit die Deckel der Gläser in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen und ca. 5 Minuten köcheln. Ich stelle den Trichter, mit dem ich die Gläser befülle, ebenfalls in den Topf, so wird der gleichzeitig sterilisiert. 
Das Lecsó in die Gläser einfüllen und sofort fest verschließen. Die Gläser nicht bis zum Rand befüllen, sondern ca. 2 cm Rand lassen.
Den Backofen auf 180°C Unterhitze aufheizen, eine Fettpfanne auf unterster Stufe einhängen und ca. 2 cm hoch mit kochendem Wasser befüllen. Die Gläser so nebeneinander in die Fettpfanne stellen, dass sie sich nicht berühren und alles 30 Minuten einkochen.

Die Gläser im Anschluss vorsichtig aus dem Backofen nehmen und komplett auskühlen lassen. 

Haltbarkeit 
Mit Haltbarkeitsangaben bin ich ja grundsätzlich immer sehr zurückhaltend, da die Haltbarkeit der Endprodukte im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig ist, dem Zustand, bzw. der Frische der Zutaten und der Hygiene bei der Zubereitung - auf beides hat das Rezept selbst natürlich keinen Einfluss.  Vorausgesetzt, Ihr habt wirklich sauber gearbeitet, ist das Lecsó aber mindestens ein Jahr haltbar. Wichtig ist, dass die Deckel beim Öffnen ploppen, wie Ihr es auch von gekauften Gläsern und Flaschen kennt. Wenn der Deckel sich leicht öffnen lässt oder sogar nur noch aufliegt, gehört der Inhalt des Glases in den Abfall - so leid es mir tut. Die Deckel von Gläsern, deren Inhalt verdorben ist müssen ebenfalls entsorgt werden. Die Gläser selbst könnt Ihr natürlich wiederverwenden, nachdem Ihr sie ausgekocht habt.
Lecsó | Letscho | Lečo | Leczo

Kommentare:

bajka hat gesagt…

Ich habe auch schon einige Gläser Leczo eingemacht dieses Jahr. Dein Rezept hört sich lecker an, ich denke, davon werde ich auch noch ein paar Gläser machen. :) Allerdings muss bei uns immer Kabaczek mit rein (eine helle Zucchini-Art). Ich freu mich schon fast auf den Winter, wenn die ganzen Gläser geleert werden.^^
LG, bajka

Oslo hat gesagt…

Hallo Steph,
nachdem ich jetzt diese ganzen eingeweckten Leckereien gesehen habe, werde ich nun doch schwach. Das hier und das Ratatouille will ich machen. Und die Zwiebeln.... gier... Gleich mal bei Familie Weck vorbeibummeln...
Danke für die Rezepte, ich freu mich, dass du gerade so viel zeigst.... klasse!

Liebe Grüße,
Christiane

Vanessa hat gesagt…

Ich kenne bisher nur die Variante mit Würstchen, aber mit Hackfleich muss ich es auch einmal probieren! Letscho schmeckt auch total lecker mit Mehlklößen (auch wenn das wahrscheinlich überhaupt nicht original ist...) :-)

http://einepriseherzblut.blogspot.de/2012/10/letscho-mit-mehlkloen.html

LG und viel Spaß beim weiteren Einkochen!
Vanessa

Anonym hat gesagt…

Hallo Steph,

Glückwunsch zum Letscho Rezept. Es schmeckt wirklich super!

Dennoch eine Frage: Wenn's frisch gekocht ist, haben die Paprika noch keine Würze angenommen. Beim Einwecken okay, weil's durchziehen kann. Aber was tun, wenn man die Hälfte gleich verspachteln will? Mehr würzen? Länger kochen?

Bitte um einen Tipp.
Guido

Steph hat gesagt…

Moin Guido,

ich versteh nich ganz, wieso das Gericht keine Würze angenommen hat - Du hast doch gewürzt, oder?

Wenn es nicht kräftig genug ist, dann musst Du natürlich nachwürzen (länger kochen würde ich es auf keinen Fall, da die Paprika dann natürlich komplett verkocht), das ist ja immer vom persönlichen Geschmack und den jeweiligen Gewürzen abhängig.
Auf jeden Fall sollte es auch frisch gekocht sehr würzig schmecken, durchziehen muss und soll da gar nichts.

Anonym hat gesagt…

Liebe Steph,

da ich mich dir kochtechnisch so verbunden fühle, weshalb ich Rezepte von dir eigentlich auch nicht ändere, hat es mich fast in eine Sinnkrise gestürzt, dass du bei diesem Rezept keinen geräucherten Paprika verwendet hast. Ich habe mich dann doch dafür entschieden und finde, dass es die Knallerzutat ist. Außerdem habe ich statt Ajvar Sambal Oelek verwendet. So, jetzt isses raus. :)

Mit Hackfleisch war echt super.

Habe auch ein paar Gläser eingemacht, das war das erste mal, das mir eins im Ofen geplatzt ist...:( - auch noch das größte.

Ach so: Und ich habe überhaupt so gemacht wie dein Ratatouille, in dem ich Zwiebeln und Paprika im Ofen gemacht habe. Erst Zwiebeln 10 min allein, dann die Paprika dazu für auch nochmal 10 min, so dass alles knackisch bleibt.

Liebe Grüße, SchIumpf

Nadja hat gesagt…

Habs eingemacht - so gut. :)

Liebe Grüße
Nadja

Anonym hat gesagt…

Mußte das Letscho jetzt schon 4 mal kochen, es ist suuuper lecker. Habe jetzt einen richtigen Einkochmarathon hinter mir!
Danke für deine schönen Rezepte!

LG Susi

Uta Lange hat gesagt…

Liebe Steph,

ich stehe bei dem Rezept gerade etwas auf dem Schlauch, öhm. Entschuldige, wenn ich ein bisschen dumm frage. Meinst Du bei der Mengenangabe zum Paprika je 2kg gelbe und rote Paprika, oder insgesamt zwei Kilo Paprika?

Liebe Grüße von Uta

Nadja hat gesagt…

Hey Steph,

Ich würde auch gern wissen, ob insgesamt 2 Kilo oder 4 Kilo Paprika - erschließt sich mir aus dem Rezept leider nicht. Würde das echt fern ausprobieren!

Liebe Grüße
Nadja

 

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