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Tafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillongemüse

Rettet den Sonntagsbraten - denn weniger ist besser!
Für meinen zweiten offiziellen Sonntagsbraten habe ich heute wieder etwas ganz Besonderes für Euch, ich habe nämlich nicht nur meinen ersten Tafelspitz zubereitet, sondern überhaupt auch den ersten meines Lebens gegessen. Tafelspitz ist ja nicht sehr verbreitet hier oben an der Fast-Küste und süddeutsche, bzw. österreichische Küche ist für mich immer noch fast exotischer als die asiatische oder orientalische. 

Ich war ehrlich gesagt im Vorwege ein wenig skeptisch, da gekochtes Fleisch auf Anhieb nicht so appetitlich klingt, zumindest für jemanden wie mich, die eher das Schmoren in reichlich (Rotwein-)Sauce oder eben Kurzgebratenes gewohnt ist. 
Hier zeigt sich aber mal wieder, dass es sich unbedingt lohnt, neue Rezepturen auszubrobieren - gar nicht auszudenken, wenn mir durch meine anfängliche Skepsis diese Köstlichkeit entgangen wäre.

Tafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillongemüse
Auf die Idee für den Tafelspitz bin ich gekommen, als ich Ende letzten Jahres einen Großeinkauf bei den Eidertaler Auerochsenspezialitäten gemacht habe. Neben dem Tafelspitz hab ich noch zwei Schulterbraten, ein prächtiges Chateaubriand, Rouladen, vieeel Gulasch und Ochsenbeinscheiben in meinem eigentlich eh viel zu kleinen Gefrierschrank eingelagert. Ihr könnt Euch also noch auf einiges gefasst machen. Bis auf das Gulasch, das ich schon verarbeitet und eingeweckt habe und den Tafelspitz warten die anderen Portionen noch auf die Weiterverarbeitung. 
Solltet Ihr also Rezepte auf Lager haben, die hier thematisch passen, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir schreibt und die Rezepte verratet. Vielleicht können wir so noch ein paar Rezeptschätze weitergeben und bewahren. 

Tafelspitz mit Meerrettichsauce und Bouillongemüse
Die Eidertaler Auerochsenspezialitäten kennen wir bereits seit einigen Jahren, haben aber bis vor Kurzem nur regelmäßig die Dauerwürste, Biltong (das ist Beef Jerky in lecker), Salami und Schinken gekauf. All das bringen wir uns regelmäßig aus Kiel mit, dort gibt es sie in unserem Stamm-Bioladen am Belvedere. In Hamburg gibt es auch einige Bezugsquellen, aber wir sind öfter in Kiel, da bietet sich das an.
Als ich jetzt im letzten Jahr im Gespräch mit Herrn Beckmann, dem Betreiber der Weideland Handel & Gourmet die Möglichkeit bekommen habe, auch Frischfleisch zu beziehen, hab ich mir das natürlich nicht zweimal sagen lassen, da ich das Fleisch schon auf verschiedenen Messen probieren konnte. So eine Gelegenheit lasse ich mir nicht entgehen.

Das Auerochsenfleisch ist etwas ganz Besonderes, denn die Tiere werden selbstverständlich nicht in kleinen dunklen Ställen gehalten, sondern sie sind bei Wind und Wetter draußen im Eidertal (das ist zwischen Bordesholm und Kiel), wo die Wildrinder durch die Beweidung der Flächen der Landschaftspflege dienen. Sie werden dort geboren, wachsen langsam und natürlich ohne Zufütterung von Kraftfutter auf, leben mindestens 3 Jahre frei und werden schlussendlich sogar noch vor Ort geschossen. Also nicht erst eingefangen, in einen Transportwagen gepfercht und dann zum Schlachthof gefahren. 

Das Resultat ist ein außergewöhnlich aromatisches Fleisch, sehr geschmacksintensiv und wunderbar marmoriert. Wenn Ihr einmal einen Auerochsenbraten oder ein anderes Stück Auerochsenfleisch gegessen habt, werdet auch Ihr auf den Geschmack kommen. Nutzt die Gelegenheit, wenn Ihr dieses Fleisch einmal probieren könnt!

Tafelspitzvorbereitungen
Den Tafelspitz habe ich ganz klassisch zubereitet und mir dazu aus vielen verschiedenen Rezepten Zutaten und Tipps rausgesucht. Als Beilage gab es, ebenso klassisch, eine Meerrettichsauce, Salzkartoffeln und Bouillongemüse - ganz so wie bei Omi. Sofern Omi nicht gerade aus Bremen kommt und noch nie nen Tafelspitz gekocht hat ;o) 

Besonders überrascht hat mich, dass das Fleisch trotz der langen Garzeit überhaupt nicht trocken und ganz erstaunlich zart war. Die Kombination mit der Meerrettich- sauce war sagenhaft gut und wird genauso wieder bei uns auf den Tisch kommen. Spätestens am Ende des Jahres, wenn wieder eine Bestellung bei den Auerochsen- spezialitäten ansteht!

Tafelspitz, aufgeschnitten
Tafelspitz
Zutaten 
1,5 kg Tafelspitz
500 g Markknochen
1/2 Stange Lauch
2 Karotten
50 g Knollensellerie
2 Lorbeerblätter
20 Pfefferkörner
2 Nelken
5 Pimentkörner
1 Zwiebel
1 Petersilienwurzel
2 TL Salz

Zubereitung
Den Tafelspitz und die Markknochen unter kaltem Wasser abbrausen und mit Küchenpapier trockentupfen. Die Markknochen mit Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und einmal aufkochen lassen, dann abgießen und unter klarem Wasser abbrausen. 
Die Knochen mit der halbierten Zwiebel, Lorbeerblättern, Pfefferkörnern, Nelken, Piment, Gemüsebrühpulver und Salz in einen Topf geben und mit reichlich Wasser aufgießen. Das Fleisch hineingeben sobald das Wasser kocht und die Temperatur reduzieren, so dass die Brühe nur mehr simmert. 
Für eine Stunde simmern lassen und in der Zwischenzeit das Gemüse putzen und nach einer Stunde ebenfalls zum Tafelspitz dazugeben. Eine weitere Stunde simmern lassen. 
Nach zwei Stunden die Platte ausstellen und die Beilagen zubereiten. Die komplette Garzeit bei einem Tafelspitz dieses Gewichts beträgt ca. 2 1/2 Stunden.
Kurz vor dem Servieren den Tafelspitz aus der Brühe nehmen und in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit den Salzkartoffeln, Bouillongemüse und Meerrettichsauce servieren.

Meerrettichsauce
Zutaten
1 Schalotte
30 g Mehl 
30 g Butter
500 ml Tafelspitzbrühe
80 g Meerrettich, frisch gerieben
200 ml Sahne
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Schalotte schälen und sehr fein würfeln. Mit der Butter in einen Topf geben und glasig dünsten. Das Mehl dazugeben und sofort gut verrühren. Mit der durch ein Tafelspitzbrühe aufgießen (durch ein Sieb gießen) und weiterhin rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Die Sahne ebenfalls dazugeben und alles ca. 20 Minuten köcheln lassen. Den fein geriebenen Meerrettich dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Bouillongemüse
Zutaten
200 g Knollensellerie
1 Stange Lauch
3 Karotten
Butter 
400 ml Tafelspitzbrühe
Salz & Pfeffer
frisch gemahlene Muskatnuss

Zubereitung
Die Gemüse putzen und in feine Streifen oder je nach Geschmack auch Würfel schneiden. Sellerie und Karotten in etwas Butter anschwitzen, dann die Tafelspitz- brühe durch ein Sieb angießen. Für ca. 15 Minuten bei milder Hitze garen, dann die Lauchstreifen dazugeben und weitere 5 Minuten köcheln lassen. 
Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken und zusammen mit dem Tafelspitz, Salzkartoffeln und Meerrettichsauce servieren. 

Reklame! Semmelküchlein mit Paprikakraut für die "EDEKA Winterküche"

EDEKA Winterküche

EDEKA hat mich eingeladen, im Rahmen der Winterküche* mein Lieblings-Winter-Rezept mit Euch zu teilen und da ich genau dieses Thema in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt habe, nehme ich diese Einladung sehr gerne an.

Winterküche ist ein enorm spannendes Thema, besonders, wenn man saisonal kocht und sich vorwiegend auf Lagerware oder Vorräte beschränkt. Es gibt zwar in der Winterzeit kein so reichhaltiges Angebot an Gemüse und Obst, wie wir es in den Sommermonaten gewohnt sind, mit etwas Fantasie oder den richtigen Kochbüchern, bzw. Rezepten lässt sich aber auch mit dem verfügbaren Angebot eine ganze Menge anstellen, so dass gar keine Gelegenheit aufkommt, das viele Obst und Gemüse zu vermissen. Natürlich gibt es bei EDEKA eine ganze Menge Zutaten und auch die notwendige Hardware, um genau diese Rezeptideen umzusetzen.

Semmelküchlein mit Paprikakraut
Die eigentliche Aufgabe war ja, Euch mein Lieblingswinterrezept vorzustellen, das kann ich aber leider nicht machen, weil die Grünkohlsaison noch nicht begonnen hat und ich als waschechte Bremerin da n büschen eigen bin. Grünkohl gibt's erst, wenn es richtig knackekalt ist! So!
Es ist ja aber nicht so, dass ich nicht noch etwas ganz Tolles für Euch in petto hätte, denn es gibt ein Winterrezept, das schon seit geschlagenen 3 Jahren auf meiner NKL (=Nachkochliste) steht und darauf wartet endlich einmal ausprobiert zu werden und genau das hab ich mir jetzt für Euch vorgenommen! 

EDEKA und ich präsentieren Euch also heute Semmelküchlein mit Paprikakraut

Bio-Sauerkraut und -Sonnenblumenöl von EDEKADas Paprikakraut ist im Prinzip ein Szegediner Gulasch ohne Fleisch und schmeckt auch einfach nur so mit ein paar Salzkartoffeln ganz wunderbar. Genauso haben wir am nächsten Tag nämlich die Reste gegessen. 
Da der Gatte so wild auf die restlichen Semmelküchlein war, hat er sie mit zur Arbeit genommen und die Reste des Krauts haben wir uns abends mit Kartoffeln schmecken lassen. Großartig und am nächsten Tag sogar noch geschmackiger als am Tag der Zubereitung.
Für das Kraut wird eine Mischung aus frischem Weißkohl und Sauerkraut verwendet. Ich hab das Bio-Sauerkraut von EDEKA genommen und war sehr angenehm von der Milde dieses Krauts überrascht. Da mein Magen ja gerne mal rebelliert, muss ich schon ein wenig auf die Säuregehalt der Speisen achten, mit diesem Kraut hatte ich aber gar keine Probleme.  
Zum Anschwitzen habe ich in diesem Fall Sonnenblumenöl verwendet, Ihr könnt da aber natürlich auch Butterschmalz oder eine Mischung aus Beidem verwenden.

Weißkohl, geröstete Brotwürfel und fein geschnittener durchwachsener SpeckWährend mir das Kraut so besonders gut geschmeckt hat, dass ich sogar noch einen dritten Tag davon hätte essen können (wenn denn noch etwas da gewesen wäre), waren diese Semmelküchlein oder -muffins der große Favorit meines Mannes. Sie haben im Vergleich mit richtigen Semmelknödeln den Vorteil, dass sie nicht gekocht werden, sondern das Backen macht sie sehr luftig-knusprig. Gefällt mir deutlich besser als die gekochte Variante. 
Ich kann leider nicht aus Erfahrung berichten, ob sie sich auch zum Einfrieren eignen (der Gatte war wie gesagt schneller), kann mir aber Nichts vorstellen, was dagegen sprechen sollte. Wenn Ihr also keine 12 Küchlein auf einmal schafft, friert sie einfach ein, lasst sie auftauen und backt sie dann einfach noch einmal kurz auf. 

Im Nachhinein hab ich die Vorgabe, eines meiner liebsten Winterrezepte zu kochen, also doch noch erfüllt, denn auch, wenn es selbst für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange gedauert hat, bis ich dieses Rezept tatsächlich ausprobiert habe, ist es direkt von 0 auf 100 durchgestartet und gehört ab sofort eindeutig zu unseren Winterfavoriten!

Semmelküchlein vor und nach dem BackenPaprikakraut 

Zutaten
2 Zwiebeln
2 confierte Knoblauchzehen
Sonnenblumenöl oder Butterschmalz
400 g Weißkohl, geputzt
3 EL Tomatenmark
2 EL Delikatess-Paprikapulver
1 EL Piment de la Vera dulce
400 g Sauerkraut 
500 ml Gemüsebrühe 
1 TL Zucker 
Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack 

Zubereitung

Die Zwiebeln putzen und in feine Würfel schneiden. Den Weißkohl in Streifen schneiden.
Sonnenblumenöl oder alternativ Butterschmalz in einem Schmortopf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin bei mittlerer Hitze goldgelb schmoren. Den Knoblauch dazugeben und mit einer Gabel zerdrücken. Die Weißkohlstreifen ebenfalls dazugeben, Tomatenmark unterrühren und eine Minute mitdünsten. Das Sauerkraut dazugeben, mit Paprikapulver bestäuben, verrühren und mit der Brühe auffüllen. Zum Kochen bringen und mit Salz, Pfeffer und dem Zucker würzen. 
Bei milder Hitze für ca. 45 Minuten köcheln lassen, dann evtl. nochmals abschmecken. Mit einem Klecks saurer Sahne oder 10%igem Süzme Joghurt servieren. 

SemmelküchleinSemmelküchlein


Zutaten für 12 Küchlein
250 g altbackenes Weißbrot
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
100 g durchwachsener Speck
Sonnenblumenöl oder Butterschmalz zum Anbraten
500 m Milch 
3 Eier 
Salz und frisch geriebener Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
3 EL Mehl 
200 g Nordländer oder ein anderer würziger Käse
1 Bund Schnittlauch
Butter für die Muffinform
150 g durchwachsener Speck in dünnen Scheiben

Zubereitung
Das Weißbrot in 1 cm große Würfel schneiden und bei 180°C für ca. 5 Minuten rösten. In der Zwischenzeit den Speck und die Zwiebelwürfel in etwas Öl oder Butterschmalz anschwitzen. Von der Platte ziehen, sobald die Zwiebelwürfel glasig sind. 
Zusammen mit der Milch in eine Schüssel geben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und die Eier einrühren. Die Brotwürfel ebenfalls dazugeben und alles miteinander vermischen. Das Mehl und den frisch geriebenen Käse (2 EL zurück- behalten) und in feine Ringe geschnittenen Schnittlauch dazugeben und gründlich unterrühren. Für 30 Minuten ziehen lassen. 
Ein Muffinblech (12 Mulden) mit Butter ausfetten und die Seiten mit Speck auskleiden. Die Brötchenmasse in die Mulden einfüllen und mit dem restlichen Käse bestreuen. Bei 180°C für ca. 20 Minuten goldbraun backen. 
Das Muffinblech herausnehmen, 5 Minuten stehen lassen (die Küchlein lösen sich dann besser) und zusammen mit dem Paprikakraut servieren.
 

Abgewandelt nach einem Rezept aus Winterküche von Tanja Dusy*
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit EDEKA* zustande gekommen, die Bedingungen für eine Kooperation können hier nachgelesen werden.
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Malfatti ~ Ricotta-Spinat-Klößchen

Wenn ich zuhause Spinat essen möchte, muss ich entweder auf eine günstige Gelegenheit warten und mir welchen zubereiten, wenn ich mal wieder Strohwitwe bin oder zwei unterschiedliche Gerichte für meinen Mann und mich kochen. Letzteres mach ich nur sehr ungern, da ich ja chronisch faul bin und daher bekomm ich nur recht selten mal Spinat. 
Diese Malfatti bieten sich aber deshalb für meinen Spinatjieper an, weil sie im Prinzip nix anderes als Ricottagnocchi mit Spinat sind - ich kann also für mich die Malfatti machen und mein Mann bekommt die schlichte Ricotta-Variante, in etwas zerlassener Butter und angeröstetem Panko geschwenkt. 

Malfatti ~ Ricotta-Spinat-Klößchen
Klassisch werden die Malfatti als Nocken abgestochen und mit zwei Löffeln geformt, das könnt Ihr auch auf dem letzten Bild hinter dem Rezept sehen. Ich hab aber vor einigen Jahren in einem Kochbuch diese kleinen, sehr akkurat geformten Kugeln gesehen und musste nun endlich einmal auch diese Variante ausprobieren. 
Das funktioniert sehr einfach, weil man die kleinen Teigportionen nur elegant im Weinglas hin- und herschwenken muss, als würde man gerade einen ganz besonders guten Tropfen verkosten - kugelig werden sie dann von ganz alleine. 
Es dauert aber zweifellos deutlich länger, als mal eben schnell die Nocken zu formen und direkt ins Wasser gleiten zu lassen. Für den Hausgebrauch ist die Nocken- variante daher in jedem Fall vorzuziehen.

Das Malfattirezept, das ich Euch heute vorstelle, stammt aus dem neuen Kochbuch Italien Vegetarisch* von Claudio del Principe und Katharina Seiser. Ihr kennt sicher bereits die Vorgänger Deutschland vegetarisch* und Österreich vegetarisch*. Natürlich werde ich auch dieses Buch in den nächsten Wochen rezensieren und Euch dann noch ein Rezept daraus vorstellen. 
Italien Vegetarisch hat mich zwar nicht so vom Hocker gehauen wie Deutschland Vegetarisch, ist aber ein wirklich schönes italienisches Kochbuch.

Wundert Euch nicht über die Menge des Spinats, wenn Ihr am Gemüsestand 500 g bestellt. Ihr bekommt dann zwar eine riesengroße Tüte, davon bleibt aber im Endeffekt nur sehr wenig übrig, da er beim Dünsten enorm zusammenfällt und später auch noch kräftig ausgedrückt wird. 
Das Ausdrücken ist deshalb besonders wichtig, weil die Malfattimasse sonst zu weich wäre und sich die Malfatti beim Sieden im Wasser in Wohlgefallen auflösen würden - also kräftig drücken, das Wasser muss alles raus! 

Zutaten für 4 Portionen
500 g Spinat
1 Schalotte 
Butterschmalz zum Anschwitzen
150 g Ricotta
2 Eier
50 g Nordländer oder Parmesan, fein gerieben
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
frisch gemahlene Muskatnuss
200 g Mehl, Type 405 

Außerdem
100 g Butter 
einige Salbeiblätter 
frisch geriebener Nordländer zum Bestreuen

Zubereitung 
Den Spinat gründlich in kaltem Wasser spülen und in einem Durchschlag abtropfen lassen. Die Wurzel, bzw. die Ansatzstelle entfernen. 
Die Schalotte putzen und in sehr feine Würfel schneiden. Etwas Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Schalotte darin kurz andünsten. Den Spinat dazugeben, einen Deckel auflegen und den Spinat zusammenfallen lassen. Durchschwenken und solange dünsten, bis der Spinat komplett zusammengefallen ist. Den Spinat herausnehmen und in einem Sieb abtropfen und abkühlen lassen. 
In der Zwischenzeit den Ricotta mit den Eiern glatt rühren, den Käse unterheben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Den Spinat mit den Händen kräftig ausdrücken, so dass möglichst viel Flüssigkeit austritt und mit der Ricottamasse verrühren. Das Mehl dazugeben und alles glattrühren. 

In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen und in der Zwischenzeit die Malfatti formen.

Für die Malfatti-Nocken kleine Portionen mit einem EL abstechen und mit einem zweiten zu Nocken formen. Zwischendrin die Löffel immer wieder anfeuchten, dann lassen sich die Nocken leichter formen.

Für die Malfatti-Kugeln mit einem TL eine kleine Portion von der Malfattimasse abstechen und in ein ganz leicht ausgemehltes Weinglas geben. Schwenken und die Teigportion so wenden, dass sie rundgeschliffen wird. 

Im siedenden Wasser einige Minuten ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. In der Zwischenzeit die Butter in einer Pfanne auslassen und die Salbeiblätter darin ziehen lassen. 

Die fertigen Malfatti mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser heben und auf Tellern anrichten. Etwas Salbeibutter darübergeben und mit frisch geriebenem Käse bestreut servieren.
Malfatti ~ Ricotta-Spinat-Klößchen

Buttermilch-Donuts mit Muskat

Es ist mal wieder Zeit für was Süßes, oder? Ich hab das Gefühl, schon ewig nichts Süßes mehr gebloggt zu haben. Also gibt's heute eine Extraportion Zucker und Butter - irgendwie muss ich die lange Durststrecke ja wieder ausgleichen.
Diese gebackenen Donuts sind recht simpel, enthalten also weder Frucht noch Schokolade, durch die Muskatnuss haben sie aber ein ganz tolles Aroma - ähnlich wie ein Eggnog. In Kombination mit der gebutterten Zuckerschicht sind diese Donuts natürlich fürchterlich süß, schmecken aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) ganz großartig. 
Ich mag ja eigentlich nicht so gerne Süßes, aber die gehen immer - auch wenn im Anschluss natürlich noch ein Käsebrot fällig ist ;o)

DonutsRichtige, bzw. klassische Donuts sind das natürlich nicht, denn die werden ja frittiert und nicht gebacken. Dies hier sind also eigentlich Muffins in Donutform. Ich behaupte jetzt aber mal, dass sie besser schmecken als Muffins und außerdem sehen sie auch noch hübscher aus. Finde ich :o)
Durch die Zuckerschicht bleiben sie recht lange frisch und können auch über 2-3 Tage aufbewahrt werden - ideal also auch zum Mitnehmen ins Büro!

Wenn Ihr noch keine Donutform habt, aber Euch jetzt gerne eine anschaffen möchtet, empfehle ich euch diese von Wilton*, die hab ich jetzt seit einiger Zeit in Gebrauch und bin sehr damit zufrieden. Die Beschichtung ist so gut, dass ich die Form noch nicht einmal fetten muss, bevor ich sie befülle. 

Donuts
Zutaten für ca. 18 Donuts
450 g Mehl
2 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/2 TL Salz
1/2 TL gemahlene Muskatnuss
150 g weiche Butter
150 g Rohrohrzucker
100 g zimmertemperierte Milch
70 ml zimmertemperierte Buttermilch
2 große Eier
 
Außerdem
100 g geschmolzene Butter
100 g Puderzucker

Zubereitung 
Das Mehl mit dem Backpulver, Natron, Salz und der geriebenen Muskatnuss in einer Schüssel verrühren. In einer zweiten Schüssel die Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Nacheinander die Eier dazugeben und weiterhin aufschlagen. Die Milch und Buttermilch dazugeben und glatt rühren. Die Mehlmischung dazu geben und nur solange verrühren, bis alles vermischt ist.
Den Teig in einen Spritzbeutel füllen und in eine Donutform spritzen. Im auf 180°C vorgeheizten Backofen für ca. 10 Minuten backen.
Aus dem Backofen nehmen und kurz in der Form abkühlen lassen, dann die Donuts herauslösen.  

Etwas abkühlen lassen und in der Zwischenzeit die Butter schmelzen.
Sobald sich die Donuts anfassen lassen, mit zerlassener Butter bestreichen und in Puderzucker wälzen. Komplett auf einem Kuchenrost abkühlen lassen. 
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Hausgemachte Bratwurstschnecken

So, nachdem wir uns gestern der Theorie, bzw. meinem neuen Grill gewidmet haben, wird's heute richtig spannend, ich stelle Euch mein erstes offizielles Bratwurstrezept vor!
Deshalb spannend, weil die Herstellung von hausgemachten Bratwürsten ja nicht gerade alltäglich ist und ich weder nen Kurs gemacht, sondern mich besonders intensiv in das Thema eingelesen habe. 
Natürlich hab ich mich grundsätzlich informiert (also n büschen im Netz gestöbert), mich von meinem Schlachter beraten lassen und mir sogar ein Buch gekauft, in dem es unter anderem auch um die Herstellung von Bratwürsten geht - das war's dann aber auch. Man muss es mit den Vorbereitungen ja auch nicht übertreiben, vieles ergibt sich erfahrungsgemäß während der Arbeit :o)

Hausgemachte Bratwurstschnecken
Ich hab ja bereits anlässlich der Vorstellung des KA-Fleischwolfes ausgiebig gewurstet und erste Erfahrungen gesammelt, diesmal konnte ich diese Erfahrungen anwenden, hier und da etwas an der Rezeptur verbessern und meine Technik "perfektionieren". 
Das Wursten mit einem Fleischwolf ist ja insofern nicht ganz ohne, als dass man am besten 4 Hände oder alternativ 2 Personen braucht. Zwei Hände zum Befüllen des Fleischwolfes und zwei weitere zum eigentlichen Wursten, bzw. dem Befüllen der Därme. 
Ich hab den Dreh mittlerweile ganz gut raus und schaffe das auch recht entspannt alleine, kämpfe aber noch ein wenig mit den ungewollten Lufteinschlüssen in den Würsten. Mal schauen, evtl., wenn mir das Wursten auch weiterhin soviel Spaß macht, schaffe ich mir irgendwann noch einen richtigen Wurstfüller an - für das gelegentliche Wursten genügt aber auch die Fleischwolfvariante vollkommen.  

Erst Wolfen, dann Wursten!
Im Gegensatz zu meinem ersten Wurstversuch, habe ich diesmal das Fleisch und den Speck zwei Mal gewolft - beim ersten Mal habe ich den Speck auch zwei Mal,  das Fleisch aber nur einmal gewolft, dadurch ist das Brät insgesamt gröber geblieben. 
Durch das zweimalige Wolfen erhält man eine Bratwurst mit mittelfeinem Brät - nicht richtig grob, aber natürlich auch nicht ganz so fein, wie man es beispielsweise von einer Thüringer kennt. Da ich eigentlich kein großer Fan von groben Bratwürsten bin, gefällt mir diese Variante deutlich besser.  
Besonders wichtig ist, dass sowohl Fleisch, als auch Speck immer gut gekühlt ist und keine Raumtemperatur annimmt. Also direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten und während längerer Produktionspausen auch immer wieder kühlstellen. 

Schweinedärme, gespült
Bei der Würzung des Bräts kann man im Prinzip genauso vorgehen, wie bei Frikadellen - d.h., Ihr braucht nicht unbedingt feste Rezepte, sondern könnt auch nach Gutdünken würzen und Euch an den optimalen Geschmack rantasten. Wichtig ist nur, vor dem Befüllen der Därme einen kleinen Probebratling in der Pfanne zu braten und dann kann man evtl. noch nachwürzen.
Außerdem schadet eine kleine Zwischenmahlzeit ja auch nicht ;o)

Die fertigen Bratwürste solltet Ihr möglichst behutsam braten, da sie - je nachdem, wie fest sie gestopft sind, sonst leicht platzen. Weniger ist hier mehr, also lieber etwas länger braten und dafür bei geringerer Temperatur.

Ein weiteres Rezept für eine etwas schärfere und sehr würzige Bratwurst kommt noch nächste Woche und da ich noch geschätzte 1365 Meter Schweinedärme im Kühlschrank habe (mein Schlachter hat es sehr gut mit mir gemeint), werden sicher noch ein paar Rezepte folgen. 

Apropos Schlachter... Wenn Ihr, so wie ich, einen besonders netten Schlachter habt, bekommt Ihr dort die Därme (natürlich auf Vorbestellung) und er wird Euch auch bei der Auswahl des Fleisches beraten. 
Grundsätzlich habe ich die Möglichkeit, meinen Schlachter vorzuwarnen und "Wurstfleisch" zu bestellen, d.h., das Fleisch, das auch er zum Wursten verwendet. Das ist dann nicht so teuer wie beispielsweise ein Schulterbraten, der bei ihm in der Auslage liegt. 
Da ich das aber bisher immer vergessen habe, sucht er mir ein Stück Schweineschulter raus und wiegt dann - dem Fettgehalt des Fleisches entsprechend - noch fetten Speck und/oder Schweinebauch ab. So kann ich sicher sein, wirklich das richtige Mischungsverhältnis zu haben.  
Erzählt Eurem Schlachter also ruhig was Ihr vorhabt, er wird Euch sicher gerne unterstützen!

Bratwürste vor dem Grillen
Zutaten
500 g Schweineschulter, gut durchwachsen 
250 g fetter Speck

2 TL eingelegte Senfkörner (siehe unten)
ca. 8 g feines Meersalz (evtl. etwas mehr nach Geschmack)
2 g frisch gemahlener Tellicherrypfeffer
1 TL Majoran, getrocknet
1/4 TL Macis, frisch gemahlen
1/4 TL Piment, gemahlen
eine großzügige Prise Nelke, gemahlen

Außerdem 
ca. 2 m Schweinedärme, gereinigt und gespült (beim Schlachter vorbestellen)

Zubereitung
Die Schweineschulter und den Speck aus dem Kühlschrank nehmen, in grobe Würfel schneiden und zwei Mal mit der feinen Scheibe des Fleischwolfes (4 mm) durchwolfen. 
Die Gewürze zufügen und alles für 2 Minuten bei hoher Geschwindigkeit mit der Küchenmaschine verrühren, bis ein klebriger Fleischteig entstanden ist. Die Masse bekommt dadurch Bindung und fällt später nicht auseinander. 
Um die Würzung zu Überprüfen, einen kleinen Bratling formen und in der Pfanne probebraten. Je nach Geschmack evtl. noch nachwürzen. Wurstbrät im Kühlschrank kalt stellen und in der Zwischenzeit die Därme vorbereiten.

Die Spüle mit lauwarmem Wasser füllen und den Schweinedarm gründlich 2-3x spülen, dafür das Wasser direkt aus dem Hahn in die Därme laufen lassen und wieder ausdrücken.

Den gespülten Darm locker auf die Wurstfüllhörner aufziehen, am Ende ein Stückchen runterhängen lassen. Aus dem Wurstbrät kleine
Ćevapčićis formen (die flutschen am besten in den Fleischwolf und bleiben nicht so leicht stecken wie runde Bällchen) und auf dem Einfülltablett des Fleischwolfes bereit legen.
Die Küchenmaschine auf mittlerer Stufe laufen lassen, nach und nach das vorgeformte Wurstbrät reinstopfen und dabei darauf achten, möglichst wenig Luft mit einzustopfen. 
Gleichzeitig vorne den Darm mit dem Brät vom Wurstfüllhorn ziehen. 
Die Wurst darf nicht zu fest gestopft sein, da sie sonst später platzt. Nach und nach das gesamte Wurstbrät verbrauchen. Evtl. vorhandene Lufteinschlüsse mit einer Nadel anpieksen, die Luft wird dann automatisch rausgedrückt.

Die entstandene Wurst entweder durch Abdrehen in einzelne kleine Würste oder in 4 große Portionen teilen, wie eine Schnecke aufrollen und mit einem Spieß fixieren. 

Beim Garen auf dem Grill oder in der Pfanne darauf achten, dass die Hitze nicht zu hoch ist, da die Würste sonst evtl. platzen. 


Eingelegte Senfkörner
(aus I Love New York* von Daniel Humm)

Zutaten
75 g gelbe Senfsaat 
250 ml Apfelessig 
2 TL Salz 
1 TL Zucker

Zubereitung
Die Senfkörner in einen Topf geben und mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen und ca. 30 Minuten köcheln lassen, dann durch ein feines Sieb abgießen und unter kaltem Wasser abspülen. Die Senfkörner in ein verschließbares Glas geben.
Apfelessig, Salz und Zucker in den Topf geben, aufkochen lassen, bis der Zucker komplett aufgelöst ist und zu den Senfkörnern in das Glas gießen. Verschließen und abkühlen lassen.

Croque Madame Muffins

Mit den großen Überraschungen für diese Themenwoche bin ich durch, ab jetzt kommen nur noch zwei verhältnismäßig normale Rezepte. Diese Croque Madame Muffins sind eine Abwandlung des klassischen Croque Madame und durch die hübsche Form mal wieder ein schöner Beitrag zum Osterbuffet. 

Die Muffins lassen sich sehr gut vorbereiten, Ihr könnt die Sauce schon komplett fertig machen und auch gerne etwas abkühlen lassen (dann dickt sie ein und läuft nicht so schnell vom Muffin) das Weißbrot und den Schinken in die Förmchen drücken und wenn die hungrige Meute einfällt, das Ei drauf geben und mit einem Klecks Sauce krönen. Spätestens 20 Minuten später sind sie auch schon fertig. 

Croque Madame Mufffins
Verwendet für die Muffins unbedingt Weiß- und kein Toastbrot, am besten kauft Ihr ein Kastenweißbrot und schneidet die Scheiben frisch auf. Toastbrot zerbröselt beim Reindrücken in die Form sehr leicht und man kann nur schwer ein Körbchen draus formen. Weißbrot hat eine viel flexiblere Struktur, da klappt's dann auch mit dem Förmchen. 

Ihr könnt die Muffins natürlich auch noch aufpeppen, andere Gewürze zufügen oder wenn Ihr evtl. Jumbo-Muffinförmchen habt, etwas sautierten Spinat auf den Schinken geben, macht das einfach ganz nach Eurem Geschmack. 

Dieses Rezept ist übrigens - diese Woche läuft das mal andersrum - das Rezensionsrezept aus dem Kochbuch, das ich Euch morgen vorstellen möchte: Paris in meiner Küche von Rachel Khoo*, aber dazu morgen mehr :o) 

Croque Madame Muffins

Zutaten 

Sauce Mornay (Käse-Béchamel) 
1 EL Butter 
1 EL Mehl 
200 ml Milch 
1 TL grober Senf 
frisch geriebene Muskatnuss
60 g frisch geriebener Comté
Salz und Pfeffer

Außerdem 
12 Scheiben Weißbrot (kein Toastbrot)
6 Scheiben Kochschinken 
12 Eier
Salz und Pfeffer
Paprikapulver

Zubereitung

Sauce Mornay
Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Das Mehl dazugeben und bei mittlerer Hitze unter stetigem Rühren mit der Butter glattrühren. Den Topf von der Platte ziehen und die Milch nach und nach einrühren. Wieder auf die Platte stellen und aufkochen lassen.  Mit Muskatnuss und Senf würzen und bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Gelegentlich umrühren, damit die Sauce nicht am Topfboden ansetzt. 
In der Zwischenzeit den Käse reiben und nach und nach in die Sauce einrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und beiseite stellen. 

Croque Madame Muffins
Ein 12er Muffinblech gründlich buttern. 12 Scheiben Weißbrot mit einem Rollholz flachrollen. Vorsichtig in die Förmchen drücken. 
Jedes Weißbrotförmchen mit einer Scheibe Schinken auslegen, dann vorsichtig ein Ei daraufgeben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Paprikapulver würzen. 
Einen EL Sauce daraufgeben und bei 180°C (Ober- und Unterhitze ca. 15-20 Minuten backen, evtl. zum Ende den Grill dazuschalten.

Kaspressknödel

Erinnert Ihr Euch noch an die Brotfrikadellen, die ich im Dezember letzten Jahres gebloggt habe? Heute hab ich eine besonders exotische Variante für Euch, Kaspressknödel
Kaspressknödel sind im Prinzip österreichische Brotfrikadellen, bzw. eigentlich Semmelknödel, die mit Käse zubereitet und anschließend gebraten werden. Die Basis ist aber ebenfalls altes Brot. Die Sorte des verwendeten Käses richtet sich nach der jeweiligen Region, ich habe mich auf Katharinas Rat an eine Mischung aus Grau- und Bergkäse gehalten. 

In Österreich werden die Kaspressknödel gerne als Suppeneinlage gegessen, das mag ich aber gar nicht und hab sie daher mit einem Salat und etwas Blumenkohl serviert. Das mag komplett unüblich sein, so schmeckten sie uns aber am besten und darum geht's ja :o)
Mir gefällt diese Variante (knusprig, nicht aufgeweicht) sogar noch besser als die anderen Brotfrikadellen, der Käse verleiht den Knödeln/Frikadellen ein wunderbar würziges Aroma. 
Das Originalrezept stammt aus Meine Heimatküche von Johann Lafer*, einem ganz großartigen Kochbuch, das ich Euch eigentlich sehr gerne nächstes Wochenende ausführlich vorgestellt hätte. Leider ist es nicht mehr regulär erhältlich, daher beschränke ich mich auf eine Empfehlung in diesem Rahmen. Wenn Ihr dieses Buch noch in einer Buchhandlung auftun könnt oder es gebraucht bei Amazon kaufen mögt, seht es Euch unbedingt genauer an. Es ist das einzige Kochbuch, das ich von einem sog. (deutschen) Fernsehkoch habe und ich bin uneingeschränkt begeistert.

Den Graukäse hab ich übrigens ganz regulär bei "meinem Käsemann" bekommen, es lohnt sich also, mal an der (gut sortierten) Käsetheke nachzufragen. Solltet Ihr keinen Graukäse bekommen, könnt Ihr aber auch ausschließlich einen Bergkäse verwenden, so ist es auch im Originalrezept angegeben.

altbackene Brötchen
Zutaten 
250 g altbackene Brötchen 
300 ml Milch 
100 g Graukäse
50 g Bergkäse (bei mir Nordländer)
1 Bund gemischte Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Kerbel)
1 Ei
1 Zwiebel
50 g magerer Speck 
Salz und Pfeffer
Muskatnuss

Butterschmalz zum Anbraten

Zubereitung
Die Brötchen in kleine Würfel schneiden und in eine Schüssel geben. 
Die Milch in einem Topf erhitzen und über die Brotwürfel geben. Ca. 30 Minuten ziehen lassen. 
In der Zwischenzeit den Bergkäse reiben und den Graukäse zerbröseln. Die Zwiebel fein würfeln und die Kräuter hacken. Die Schwarte vom Speck abschneiden und den Speck ebenfalls fein würfeln. 
Eine Pfanne erhitzen und die Schwarte darin bei mittlerer Hitze auslassen, je nach Menge noch etwas Butter dazugeben. Zwiebel- und Speckwürfel darin andünsten, dann zum eingeweichten Brot geben. Den Käse, Zwiebelwürfel, Kräuter und Gewürze ebenfalls dazugeben und alles zu gut miteinander vermengen. 
Kleine Knödel aus der Masse formen und in einer Pfanne bei mittlerer Hitze goldbraun braten. 
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Baharat


Erinnert Ihr Euch an die unverschämt leckeren Batata Charp, die ich Euch neulich vorgestellt habe? Eine mysteriöse Zutat für diese leckeren gefüllten Kartoffelplätzchen war Bahārāt, eine orientalische Gewürzmischung, die der Füllung einen ganz unvergleichlich aromatischen Geschmack gibt. Damit Ihr die Batata Charp auch nachkochen könnt, wenn Ihr keine Gewürzhandlung in der Nähe habt, gibt's heute das Rezept dafür. 
Natürlich gilt hier, wie für alle Gewürzmischungen, dass es wahrscheinlich soviele verschiedene Rezepte wie Anbieter gibt, meine Mischung ist also nur eine von ungefähr 1365 möglichen. Bahārāt schmeckt ganz hervorragend in Fleisch-, aber auch Gemüse- und Fischgerichten. 
Zum Mahlen der Gewürze verwende ich die Gewürzmühle meines Foodprocessors*, man kann aber auch eine elektrische Kaffeemühle nehmen oder die Gewürze im Mörser bearbeiten, das klappt ebenfalls wunderbar. Da wir gerne und oft Kartoffelgerichte essen und Muskatnuss dafür eine unabdingbare Zutat ist, habe ich mir vor einiger Zeit diese Muskatmühle* angeschafft - da ist eine halbe Muskatnuss ebenfalls in Nullkommanix atomisiert.
Bahārāt
Zutaten 
8 Kardamomkapseln
15 g schwarzer Pfeffer
1 Stange Ceylon Zimt
6 g Koriandersaat
4 g Nelken
10 g Cumin
20 g Paprika, edelsüß
1/2 Muskatnuss

Zubereitung 
Die Kardamomkapseln im Mörser anknacken und die Saat herauslösen. Die Zimtstange etwas zerbröseln und zusammen mit dem ausgelösten Kardamom, Pfeffer, Koriander, Cumin und den Nelken in eine Gewürzmühle geben. Mahlen, bis ein feines Pulver entsteht. Die Muskatnuss mit der Muskatreibe fein reiben. 
Alle Zutaten miteinander vermischen und in einem verschließbaren Gefäß lichtgeschützt aufbewahren. 
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