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Zwiebelkuchen, DER!

Am letzten Sonntag haben wir, im zugegeben sehr kleinen Kreis, mal wieder synchrongekocht. Diesmal ging es um unsere Lieblings-Blogrezepte, also ein Rezept, das wir bereits gebloggt haben und das zu unseren absoluten Favoriten gehört. 
Bei meinen mittlerweile über 1000 Rezepten im Archiv, erscheint diese Entscheidung für ein Rezept natürlich auf den ersten Blick nicht gerade einfach und selbstverständlich hab ich auch eine ganze Reihe von Favoriten, momentan ist aber eindeutig Zwiebelkuchenzeit, also hab ich natürlich meinen Zwiebelkuchen neu aufgelegt, leicht abgewandelt, bzw. weiterentwickelt und anständig fotografiert. 

Zwiebelkuchen
Ich liebe diesen Zwiebelkuchen sehr, denn er beinhaltet alles, was ich gerne mag und vor allem eins: Speck. Ihr wisst ja, alles schmeckt besser mit Speck. Sogar Popcorn.
Mein Zwiebelkuchen hat sich im Laufe der Jahre ein wenig verändert. Angefangen habe ich mit ungefähr 1,5 kg Zwiebeln pro Backblech und mittlerweile sind daraus gute 2 kg geworden. Das Blech ist dann rappelvoll, aber es passt noch gerade und man hat ein Maximum an Belag pro Stück. Genauso muss das sein!
Ich erinner mich noch, dass ich gaaanz früher sogar Käse drauf gemacht habe, aber das verbuche ich heute unter "ich war jung und wusste es nicht besser". Käse gehört da natürlich nicht drauf, der Käsekuchen hat auch so genug Geschmack. 

Zwiebelkuchen
Wie oft bei solchen Rezepten, hab ich viele Schritt-für-Schritt-Bilder gemacht und erzähl Euch jetzt sehr ausführlich, was Ihr beachten müsst, damit auch Ihr demnächst DEN Zwiebelkuchen überhaupt genießen könnt.

Punkt 1: Kauft Euch große Gemüsezwiebeln, denn Ihr wollt nicht ernsthaft gute zwei Kilo kleine Zwiebeln schälen und würfeln. Das tut man sich nicht freiwillig an. 
Leider neigen Gemüsezwiebeln gerne dazu, von außen ganz prima auszusehen, innen sind sie aber leicht schon matschig. Nehmt deshalb lieber eine Zwiebel mehr, damit ihr noch ne Reserve habt. Ich kaufe immer 2,5 kg Zwiebeln und wenn dann 2,2-2,3 kg übrig bleiben - ach, das passt schon!

Den Speck empfehle ich Euch unbedingt am Stück bei Eurem Schlachter zu kaufen. Zum einen bekommt Ihr dort einen viel aromatischeren als im Supermarkt, die ausgelassene Schwarte gibt dem Zwiebelkuchen aber auch enorm viel Geschmack. Das ist nur eines der "Geheimnisse" meines Zwiebelkuchens. 

Gewürfelte Zwiebeln und Speck
Ich würfle die Zwiebeln relativ grob, das ist nicht nur eine Aufwandserleichterung, es schmeckt mir auch besser, als wenn die Zwiebelwürfel so miniklein sind. Das Fenster in der Küche steht dabei sperrangelweit auf und dann ist der böse Part auch schnell erledigt. 
Den Speck befreie ich zuerst von der Schwarte und lasse die dann bei geringer Hitze in einem großen Schmortopf aus, schneide ihn dann in möglichst dünne Scheiben und danach in Streifen. So sind sie später im gegarten Zustand nicht zu winzig und man findet sie im Zwiebelkuchen noch wieder. 
Oben auf dem Bild seht Ihr sehr schön den Knorpel, der durch den Speck verläuft, der muss natürlich noch, bzw. bevorzugt vor dem Aufschneiden, entfernt werden.

vorbereitete Zwiebeln und Speck im Schmortopf
Bevor ich die Zwiebeln und den Speck anschmore, zerlasse ich wie gesagt die Speckschwarte. Damit möglichst viel Speckfett austritt, ritze ich die weiche Fett-seite kreuz und quer ein und lege die Schwarte auf dieser Seite in den Topf. Ein kleiner Stich Butterschmalz kommt noch dazu, damit die Schwarte in Arbeit kommt.
Sobald ordentlich Schwartenfett ausgetreten ist, gebe ich die Zwiebelwürfel und Speckstreifen dazu und lasse beides bei mittlerer Hitze schmoren, bis die Zwiebeln schön glasig sind. Die Temperatur soll auf keinen Fall zu hoch sein, damit die Zwiebeln nicht bräunen und die Speckstreifen hart werden.

Hefeteig auf dem Blech
Den Hefeteig könnt Ihr morgens oder auch am Vortag zubereiten und dann über Nacht im Kühlschrank gehen/ruhen lassen. In dem Fall braucht Ihr natürlich nur einen Viertel Würfel und müsst den Teig am nächsten Tag vor der Weiterver-arbeitung ca. 30 Minuten Zimmertemperatur annehmen lassen.
Ich rolle den Teig dünn auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech aus und rolle dann mit meinem Stipproller* drüber, so geht er später schön gleichmäßig auf. Ihr könnt natürlich auch eine Gabel nehmen und den Hefeboden damit durchlöchern. Den Rand ziehe ich an den Seiten ein wenig hoch, das reicht im Endeffekt nicht, die Füllung tritt auf jeden Fall über die Ufer, aber das ist egal, klappt auch so. 

Eierguss
Genauso wichtig wie die Zwiebeln, ist natürlich auch der Guss, der aus viel Schmand, Eiern und Gewürzen besteht. Ich würze meinen Guss immer mit geräuchertem Paprikapulver und schmecke ihn generell sehr kräftig ab, das kann der Zwiebelkuchen gut vertragen. 
Der Guss wird dann mit den geschmorten Zwiebeln im Topf vermischt, auf den Teig geschöpft und dort verteilt. Danach geht's vorsichtig in den Backofen (es soll ja nichts überlaufen) und er wird dort gebacken, bis der Zwiebelkuchen goldbraun und der Guss komplett gestockt ist. Das könnt Ihr durch Druck auf die Mitte mit dem Finger prüfen, bzw. den Kuchen hin- und herschubbern.

Fertiger Zwiebelkuchen auf dem Blech
Bevor der Zwiebelkuchen angeschnitten wird, solltet Ihr ihn um und bei 15 Minuten ruhen lassen, dann setzt sich die Füllung und er lässt sich deutlich besser schneiden. Außerdem schmeckt er lauwarm viel besser als heiß aus dem Ofen.

Wenn etwas übrig bleibt, könnt Ihr den Zwiebelkuchen aufgeschnitten auch wunderbar einfrieren. Ich lege die Stücke dazu nebeneinander in einen Gefrier-beutel und stapel die Pakete im Gefrierschrank übereinander. So habt Ihr noch eine leckere Mahlzeit, wenn Ihr mal nicht kochen möchtet. 

Zu dem Zwiebelkuchen reiche ich nur einen grünen Salat und natürlich reichlich Federweisser, der gehört zwingend dazu. Kauft den Federweisser am besten schon ein paar Tage früher, damit er noch reifen kann. Zur Zeit schmeckt er ja noch mehr oder weniger wie Traubensaft, wenn er aber 2-3 Tage auf der Fensterbank steht, zieht er gut nach und wird deutlich spritziger.
So, mehr gibt's zu einem meiner absoluten Lieblingsessen gar nicht zu sagen, außer vielleicht noch: Nachbacken, unbedingt!

Zwiebelkuchen, bereit zum Einfrieren
Zutaten

Hefeteig
500 g Mehl, Type 550
1 Würfel Frischhefe
1 TL Honig
11 g Salz
300 ml kaltes Wasser
25 ml Rapsöl

Belag
2 kg Gemüsezwiebeln (bereits geschält)
350 g Speck im Stück mit Schwarte
Butterschmalz
6 Eier
375 g Schmand
frisch geriebene Muskatnuss*
Salz
frisch geriebener schwarzer Pfeffer
2 TL Pimenton de la vera dulce*
1/2 TL Lemon Myrtle*

Zubereitung
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Die Mulde mit Milch auffüllen.
Ca. eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf. Die restlichen Zutaten dazu geben und alles mit dem Mixer oder der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.


In der Zwischenzeit den Belag vorbereiten, dafür die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden. Die Schwarte vom Speck schneiden und die Fettseite kreuz und quer einritzen. Etwas Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen und die Schwarte mit der Fettseite nach unten bei mittlerer Hitze auslassen, dabei darauf achten, dass der Speck nicht verbrennt und zu sehr bräunt. 
Den Speck in feine Würfel schneiden und zusammen mit den Zwiebelwürfeln in den Schmortopf geben. Solange bei mittlerer Hitze schmoren, bis die Zwiebeln schön glasig sind und der Speck leicht gebräunt. Beiseite stellen. Für den Guss die Eier mit dem Schmand glattrühren und kräftig würzen. 

Den Hefeteig auf einem mit Backpapier ausgelegten ausrollen und an den Seiten einen kleinen Rand hochziehen. Den Boden mit einem Stipproller* oder alternativ einer Gabel einstechen. 
Den Guss zu den Zwiebeln geben, verrühren und auf dem ausgerollten Hefeteig verteilen und glattstreichen. Bei 180°C für ca. 45 Minuten backen, bis der Zwiebel-kuchen goldbraun gebacken und der Guss komplett gestockt ist. Herausnehmen und eine Viertelstunde ruhen lassen, dann mit einem grünen Salat und reichlich Feder-weisser servieren.
Zwiebelkuchen mit Federweisser
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Erdnussbutter-Schoko-Hefezopf

Guten Morgen Sonnenschein - Das Frühstücksevent vom 10.04. bis 10.05.
Wenn Simone anlässlich ihres 2. Bloggeburtstages (Hipp, Hipp, Hurra!!!) zu einem Frühstücksevent aufruft, dann ist es natürlich eine Selbstverständlichkeit für mich, dass ich mir da auch was einfallen lasse und zu ihrem Buffet beisteuere.
Nachdem meine eigentlich geplanten Brötchen vor ein paar Tagen komplett in die Hose gegangen sind, musste jetzt auf die Schnelle noch etwas anderes her und auch, wenn ich selbst sonst ja eher zu den Verfechtern eines herzhaften Frühstücks zähle, ist dieser Erdnussbutter-Schoko-Hefezopf so lecker geworden, dass sogar ich schon zum Frühstück ein Scheibchen verdrücken würde.

Auf die nächsten zwei Jahre, Moni! Ich hoffe, dass Du noch ganz lange bloggst und uns mit Deinen farbenfrohen und kreativen Rezepten Freude bereitest! 

Erdnussbutter-Schoko-HefezopfDie im Rezept angegebene Menge reicht für zwei normalgroße oder einen mutierten Riesenzopf. Ich habe einen frei geformt gebacken und den anderen in meiner 1,5 Liter-Kastenform*. Sieht beides ganz großartig aus, in der Kastenform gibt's halt größere Scheiben, die auch etwas fluffiger sind und er muss nen Ticken länger backen als der freigeschobene.

Wenn Ihr kein Erdnüsse vertragt oder mögt, dann könnt Ihr natürlich auch eine Schokocreme nehmen, die gibt's ja auch nussfrei. 

Erdnussbutter-Schoko-Hefezopf
Zutaten
500 g Mehl, Typ 405
250 ml Milch
50 g Zucker
1 Würfel Frischhefe
75 g zimmertemperierte Butter
1/2 TL Salz
1 Ei

Außerdem
etwas Milch zum Bestreichen 

Zubereitung
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben und mit der Milch auffüllen. Eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf. 
Die restliche Milch, den Zucker, Butter, Ei, das Salz und den Vanille-Extrakt dazugeben und alles mit der Küchenmaschine sehr gründlich zu einem glatten, elastischen Teig verkneten.
Abgedeckt in einer Schüssel gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Man kann den Teig auch am Vorabend zubereiten und bis zum nächsten Tag abgedeckt im Kühlschrank gehen lassen.
Eine detaillierte Anleitung für einen Hefeteig findet Ihr hier.
Ca. 1 Stunde vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmer- temperatur annehmen lassen.

Den Teig erneut durchkneten und in zwei gleichgroße Portionen teilen, rund wirken und nochmals 15 Minuten ruhen lassen, damit sich der Teig entspannen kann. 
Den Teig jeweils auf ca. 30x20 cm ausrollen und mit der Hälfte der Schoko-Erdnussbutter bestreichen. Von der Längsseite her aufrollen und mit dem Schluss nach unten auf die Arbeitsplatte legen. Längs mit einem sehr scharfen Messer in zwei Stränge schneiden und diesen verzwirbeln. Die Enden etwas zusammendrücken. Mit dem zweiten Teigling ebenso verfahren.
Den Zopf entweder frei auf auf einem Backblech backen oder in eine zuvor gefettete Kastenform legen. Mit Milch bestreichen und bei 180°C ca. 35-40 Minuten backen, bis die Zöpfe goldbraun sind. 
Herausnehmen und auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.
 
Erdnussbutter-Schoko-Hefezopf*Affiliatelink

Pizza mit Brokkolipesto und Coppa

Es gibt Pizza!!!
So langsam wird es Zeit, dass ich dieses Rezept mit Euch teile, denn die "Drohmails", in denen Ihr um das Rezept bittet, mehren sich und wirklich lang ist die Brokkolisaison ja auch nicht mehr. Also raus damit!
Gefunden habe ich dieses Rezept, bzw. das Ausgangsrezept in einem ganz wunderbaren Kochbuch, das ich Euch vor einiger Zeit hier schon ausführlich vorgestellt habe, Tina Kocht* von Tina Nordström. Wie immer hab ich hier und da am Rezept gedreht, das Hefeteigrezept durch mein Standardrezept ausgetauscht, das Pesto etwas verändert, anstelle von Parmaschinken Coppa verwendet, rote Zwiebeln dazugegeben und zum Schluss noch etwas Mozzarella drüber verteilt. 
Ihr seht also, genauso, nur ganz anders - die Idee stammt aber eindeutig aus dem o.g. Kochbuch :o)

Pizza mit Brokkolipesto und Coppa
Das Pesto schmeckt ganz wunderbar auf Pizza, ist aber natürlich auch großartig für Pasta oder auch als Brotaufstrich oder Dipp geeignet. Ist mal was anderes als das sonst allgegenwärtige Rucolapesto. 
Verwendet unbedingt auch den Brokkolistrunk, denn darin steckt eine ganze Menge Geschmack und er ist viel zu schade um ihn wegzuschmeißen. Mit Öl bedeckt hält sich das Pesto dann im Kühlschrank auf jeden Fall eine Woche. Gebt den Käse bitte erst zum Pesto nachdem Ihr die übrigen Zutaten habt, sonst wird es leicht bitter, außerdem hält es sich länger ohne den Käse. 

Pizza mit Brokkolipesto und Coppa

Zutaten für 4 Pizzen

Pizzateig
300 g Hartweizenmehl
250 g Mehl 550
1/2 Würfel Frischhefe
1 TL Rohrohrzucker
10 g Salz
50 g Olivenöl
320 g Wasser

Belag
 

Brokkolipesto
1 Brokkoli
100 g Sonnenblumenkerne
5 EL Olivenöl
2 confierte Knoblauchzehen 
Salz und Pfeffer nach Geschmack 
50 g frisch geriebener Nordländer oder Parmesan 

Außerdem 
2 rote Zwiebeln, je nach Größe
10 Scheiben Coppa 
1 Mozzarella 

Zubereitung
Am Vorabend das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Einen TL Zucker über die Hefe streuen und die Mulde mit Wasser auffüllen. 
Eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf.
Das restliche Wasser, Salz und Olivenöl dazugeben und alles sehr gründlich zu einem glatten, elastischen Teig verkneten - entweder mit der Küchenmaschine oder mit dem Mixer. Eine halbe Stunde gehen lassen, dann abgedeckt über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

Am nächsten Tag eine Stunde vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Den Pizzastein auf den Boden des Backofens legen und auf höchster Stufe (Ober- und Unterhitze) aufheizen.  In der Zwischenzeit den Teig aus der Schüssel nehmen, kurz durchkneten und in vier gleich große Portionen teilen, rund wirken und ca. 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen, damit sich der Teig entspannt und somit leichter ausrollen lässt. 

Für das Pesto den Brokkoli waschen und putzen. Den Strunk schälen und alles in grobe Stücke schneiden. Zusammen mit den Sonnenblumenkernen, dem Knoblauch, Salz und Pfeffer in einem Foodprocessor zu einem feinen Pesto verrühren. In eine Schüssel füllen und den frisch geriebenen Käse unterheben. Beiseite stellen. 
Die roten Zwiebeln putzen und in feine Streifen schneiden, die Coppa ebenfalls in feine Streifen schneiden. 

Einen Teigling dünn ausrollen, mit Pesto bestreichen, dann Coppa- und Zwiebelstreifen darauf verteilen. Ein Viertel des zerrupften Mozzarella darauf geben und mit etwas grob gemahlenem Pfeffer bestreuen. 
Die Pizza auf den Pizzastein schubsen und backen, bis der Boden schön knusprig blasig gebacken und die Oberfläche leicht gebräunt ist. Herausnehmen und sofort servieren. 
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Landbrot

Keine Sorge, der Kuriositätenladen mutiert nicht zum Brotbackblog, aber es ist gerade ein akuter Notstand eingetreten. Ich habe doch tatsächlich kein einziges vorbereitetes Rezept mehr in meiner Warteschleife - mal abgesehen von diesem. Entweder fehlen noch Bilder, der Rezepttext ist nicht komplett formuliert oder ich bin noch nicht so wirklich mit dem Rezept zufrieden. 
Wahrscheinlich blogge ich einfach zu oft, da kommt man mit der Rezeptproduktion ja kaum nach ;o)
Also heute schon wieder ein Brotrezept und das, obwohl es Dienstag erst die Tortillafladen gab. Ich mag das eigentlich gar nicht, zwei thematisch sehr ähnliche Rezepte direkt hintereinander zu bloggen, aber nu geht das nicht anders, gibt's halt schon wieder n Brot!

Landbrot

Dieses einfache Landbrot ist einem Graubrot ganz ähnlich. Es hat eine lockere, aber nicht zu fluffige Krume, so dass es auch wunderbar als Alltags- oder Bürobrot geeignet ist.
Ich backe das Brot immer in meiner heißgeliebten Cocotte*, Ihr könnt es aber auch freischieben oder in einer Kastenform backen. In der Cocotte wird es halt besonders knusprig, das kennt Ihr vielleicht noch vom No Knead Bread
Die Teigmenge ist für eine Cocotte mit 26 cm Durchmesser und einem Fassungs- vermögen von ca. 5 Litern ausgelegt. Kleiner sollte der Topf auf keinen Fall sein, da ich die Teigmenge hier bis zum Maximum ausgereizt habe. Solltet Ihr also keinen so großen Schmortopf haben, müsst Ihr das Rezept entweder umrechnen oder eine der anderen o.g. Möglichkeiten wählen. 

LandbrotNoch ganz kurz zum in der Zutatenliste aufgeführten Backmalz. Das müsst Ihr nicht zwangsläufig verwenden, sondern könnt es aus ersatzlos streichen. Ich habe früher auch immer darauf verzichtet, jetzt aber die Erfahrung gemacht, dass es die Triebfähigkeit des Brotteiges deutlich spürbar verbessert. Ihr bekommt das Backmalz unter anderem in allen möglichen Ausführungen bei Amazon, ich bestelle es aber immer bei der Adlermühle.  

Wenn Ihr dem Brotteig etwas mehr Zeit zum Gehen und Reifen geben wollt, dann verwendet auf jeden Fall deutlich weniger Hefe, also evtl. nur die Hälfte oder sogar nur ein Viertel, wenn Ihr den Brotteig am Vorabend ansetzt und dann, wie bei den Guten-Morgen-Brötchen, über Nacht im Kühlschrank ruhen und reifen lasst.

Brotteig, MakingOf
Zutaten
600 g Weizenmehl, 1050 oder 550
150 g Roggenmehl, 1150

1 TL Backmalz
1 Würfel Hefe
1 TL Zuckerrübensirup
480 ml kaltes Wasser
1 TL Butter

15 g Salz

Zubereitung
Mehl und Backmalz in einer Schüssel miteinander verrühren. Eine Mulde in die Mitte drücken und die Hefe hineinbröseln. Den Zuckerrübensirup im Wasser auflösen und soviel über die Hefe gießen, bis die Mulde aufgefüllt ist. Ca. 15 Minuten stehen lassen, dann Salz, Butter und das restliche Wasser dazugeben und mit der Küchenmaschine oder dem Mixer 10 Minuten zu einem glatten Teig verkneten.
Den Teig abgedeckt ca. eine Stunde gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat, dann nochmals kurz durchkneten, rundwirken und mit dem Schluss nach unten in ein großzügig bemehltes Gärkörbchen geben. Mit einem Tuch abgedeckt nochmals eine Stunde gehen lassen. 
Zwischenzeitlich den Backofen mit der Cocotte auf höchster Stufe aufheizen. 
Die Cocotte herausnehmen (Vorsicht sehr heiß!) und den Teigling mit dem Schluss nach oben hineinschubsen. Den Topf mit dem Deckel verschließen und ca. 45 Minuten bei 240°C backen. Hineinschauen und je nach Farbe des Brotes nochmals 15-20 Minuten offen oder erneut abgedeckt zu Ende backen. 

Das Brot herausnehmen und auf einem Auskühlgitter komplett abkühlen lassen, erst dann anschneiden.
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Kartoffelbrot aus dem Topf

Dass Kleinröschen wunderbaren Eischnee aufschlagen kann, hab ich Euch am Dienstag anlässlich des Torrone-Rezeptes ja bereits gezeigt, heute geht's um Brotteig und mein aktuelles Lieblingsbrot. Kartoffelbrot, in der Cocotte gebacken.

Natürlich könnt Ihr das Brot auch auf einem Pizzastein oder dem Backblech backen, oder Ihr gebt den Teig in eine Kastenform - macht das einfach davon abhängig, ob Ihr einen Schmortopf habt oder nicht. Wenn Ihr eine Cocotte, bzw. einen Schmortopf Euer eigen nennt, wählt unbedingt die hier beschriebene Variante, da das Brot im Topf ganz besonders knusprig wird. Das hab ich Euch ja bereits beim No Knead Bread gezeigt.

Kartoffelbrot aus dem Topf
Dieses Kartoffelbrot ist perfekt dazu geeignet, übrig gebliebene Salzkartoffeln aufzubrauchen, wenn Ihr mal wieder zuviele gekocht habt - passiert mir sehr gerne, da ich weder Kartoffeln, noch Reis oder Pasta "dosieren" kann. Ich koche grundsätzlich zuviel. Drückt die Kartoffeln dann einfach durch die Presse* und backt am nächsten Tag ein Kartoffelbrot daraus.
Wenn Ihr keine Restkartoffeln aufbrauchen möchtet oder könnt (weil Ihr schlicht keine habt ;o) ), aber trotzdem Lust auf Kartoffelbrot habt, überlegt Euch, ob Ihr die Kartoffeln als Pellkartoffeln kocht und dann weiterverwendet, das Brot wird dadurch noch ein wenig aromatischer, als mit Salzkartoffeln.

Making-of BrotteigDas Besondere am Kartoffelbrot ist nicht nur der wunderbare Geschmack, sondern auch die Saftigkeit des Brotes. Es hält sich, obwohl es ein reines Hefebrot ist, problemlos 2-3 Tage frisch. 
Besonders gut schmeckt es mir auch getoastet, da kann ich mich kaum noch zurückhalten - ich liebe ja alles knusprige. Wenn dann noch irgendwo ein Schälchen Bärlauchbutter und etwas Murray River Salt* rumsteht, bin ich im 7. Brothimmel und lasse jede warme Mahlzeit links liegen.

Kleinröschen in Action
Ich habe hier zwar eine Variante mit einem Vorteig beschrieben, Ihr könnt aber auch direkt alle Zutaten miteinander verkneten und wie angegeben weiterverfahren. Je nachdem, wie viel Zeit Ihr habt, bzw. Euch lassen wollt, könnt Ihr die Hefemenge auf bis zu einen Würfel Frischhefe erhöhen, dann geht der Teig schneller. Ich hab das Brot bereits mit und ohne Vorteig gebacken und konnte keinen wirklichen Unterschied feststellen. Wenn ich dran denke, setze ich am Vorabend den Vorteig an, wenn nicht, schmeiß ich am nächsten Tag einfach so alles zusammen ;o)

Denkt daran, dass der Brotteig, wenn Ihr die Hefemenge erhöht, natürlich deutlich schneller geht. Die im Rezept angegebenen Ruhezeiten gelten dann nicht mehr. Allerdings sind Ruhezeiten auch immer nur Ca.-Angaben, da sie unter anderem von der Temperatur abhängig sind und die variiert je nach Jahreszeit natürlich extrem. Im Winter kann es daher deutlich länger dauern, bis ein Brotteig sein Volumen verdoppelt hat, als im Sommer, wenn man gar nicht so schnell gucken kann, wie er aufgeht. Ich finde, man muss das nicht so ernst sehen - ist schließlich auch nur ein Hefeteig...

Vorher/Nachher
Ich hab Euch ja schon bei der Vorstellung der KitchenAid vorgeschwärmt, dass ich mich so freue, endlich wieder belastungsfrei Brote backen zu können. Heute möchte ich Euch noch einmal die Glasschüssel vorstellen, die liebe ich nämlich fast so sehr wie Kleinröschen selbst. 
Tatsächlich verwende ich die Metallschüssel nur, wenn ich eh zwei Schüsseln brauche, ansonsten ist immer und ausschließlich die Glasschüssel im Einsatz. 
Neben der Optik, die natürlich für sich spricht, hat das auch den Grund, dass ich in der Glasschüssel auf den ersten Blick sehe, wie der Teig bereits aufgegangen ist und der praktische Plastikdeckel tut noch sein übriges. Natürlich kann man auch einen Plastikbeutel oder einfach ein Leinentuch nehmen, um den Teig abzudecken. In einem Beutel oder eben mit diesem Deckel entsteht aber ein feuchtes Klima, das den Teig besonders gut aufgehen und nicht austrocknen lässt.

Die 4 Stationen des Brotteiges
Vorteig
150 g Mehl 1050
150 g Wasser
3 g Frischhefe

Hauptteig
350 g Mehl 550 
500 g Kartoffeln
20 g Frischhefe
18 g Salz

Zubereitung


Vorabend
Für den Kartoffel-Vorteig die Kartoffeln kochen, etwas abkühlen lassen, durch eine Presse drücken und bei Zimmertemperatur bis zum nächsten Tag stehen lassen.
Für den Vorteig die Zutaten grob miteinander vermengen und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. 

Backtag
Vorteig zusammen mit den durchgedrückten Kartoffeln, Mehl, der restlichen Hefe und Salz zu einem leicht klebrigen Teig verkneten. Die Teigschüssel abdecken und den Teig bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. 
Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und mehrfach falten. Anschließend mit dem Schluss nach unten in das gut bemehlte Gärkörbchen legen und mit einem Küchentuch abdecken. Nochmals ca. 1-2 Stunden gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat (hängt von der Hefemenge und der Umgebungs- temperatur ab).

In der Zwischenzeit den Schmortopf in den Backofen stellen und auf 250°C vorheizen. Den Schmortopf herausnehmen (VORSICHT HEIẞ!), den Teigling hinein- schubsen und den Deckel wieder auflegen. Auf zweiter Stufe von unten für ca. 60 Minuten backen. Naxh 45 Minuten hineinschauen und je nach Bräunungsgrad der Kruste evtl. ohne Deckel weiterbacken.
Herausnehmen und auf einem Kuchenrost komplett auskühlen lassen.
Kartoffelbrot aus dem Topf
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Brotkörbe aus Brotteig

Ich bin zwar handwerklich einigermaßen begabt, kann Bohren, Hämmern und Sägen, wenn es aber um feinere Handarbeiten wie Häkeln, Stricken und Nähen geht, bin ich eine absolute Niete. Flechten geht glücklicherweise gerade noch so und Weben kriege ich auch einigermaßen hin - Nadeln sollte man mir aber nicht in die Hand geben, das Ergebnis ist nicht schön, wirklich nicht... 
Glücklicherweise musste ich beim Basteln dieser Brotkörbe aber weder stricken noch nähen, sondern nur ein wenig weben und flechten. Das krieg auch ich gerade noch so hin und außerdem macht den persönlichen Charme ja gerade eine gewisse rustikale Note aus. 

Brotkorb
Nachdem ich vor einigen Jahren bereits Suppenschüsseln aus Brotteig gebloggt habe (Vorsicht, Gruselfotos!), die sich prima für Dipps und Aufstriche, aber auch Suppen eignen, habe ich heute eine Bastelanleitung für alle unter Euch, die keinen Brotkorb haben, aber einen für das Sonntagsfrühstück brauchen, oder auch diejenigen, die den Frühstückstisch gerne ein wenig pimpen möchten.
Diese Körbe machen sich auch prima auf einem Buffet oder einer Party, Ihr könnt sie ein paar Tage vorher backen oder, wenn Ihr sie tatsächlich auch essen möchtet, auch am Vortag herstellen und dann noch einmal aufbacken. 

Brotkörbe in verschiedenen Größen
Für die Zubereitung, bzw. als Unterbau habe ich einfache Metallschüsseln von IKEA verwendet, die gibt es dort für wenig Geld und sie sind beispielsweise auch ideal für ein Wasserbad geeignet, bzw. um etwas über einem Wasserbad aufzuschlagen. 
Damit die Teigstreifen auch an der Seite gut halten und nicht während des Webens von der Schüssel rutschen, habe ich die Schüsselaußenseite gebuttert. Nehmt kein Öl, sondern wirklich Butter, weil die fester ist, den Teig während des Webens nicht aufweicht und sie auch mehr Halt verleiht.

kleiner Brotkorb
Wenn Ihr es gerne etwas farbiger mögt, könnt Ihr den Teig auch mit Spinat-, Tomaten- oder anderen Gemüsepulvern oder auch mit Tomatenmark, Sepiatinte, Kurkuma, usw. usf. einfärben. Achtet nur darauf, dass Ihr, sofern Ihr Farbstoffe verwendet, die Feuchtigkeit enthalten, so wie Tomatenmark oder Sepiatinte, noch etwas Mehl zufügt, da der Teig sonst zu weich wird und sich nicht mehr so exakt verarbeiten lässt. 

Ich habe einen Brotteig verwendet, der durch die Milch und die enthaltene Butter etwas schwerer und nicht so weich ist, Ihr könnt aber natürlich auch einen Brotteig Eurer Wahl verwenden. Er sollte nur eine gewisse Festigkeit besitzen, damit die Teigstreifen während des Webens und auch während des Backens ihre Form behalten. 

Schwein gehabt...
Zutaten 
500 g Mehl
20 g Frischhefe
50 g Milch 
300 g Wasser
30 g Butter
10 g Salz 

Zubereitung
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Die Mulde mit Milch auffüllen. 
Ca. eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf. Die restlichen Zutaten dazu geben und alles mit dem Mixer oder der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Teigstreifen
Die Arbeitsfläche gut bemehlen und den Teig ca. 0,3 cm dick ausrollen. Je nach gewünschter Brotkorbgröße den Teig in 0,5 - 1 cm breite Streifen schneiden. Ich verwende dafür ein Lineal mit Metallkante und einen Teigrädchen. 

Teigstreifen
Die Metallschüssel außen gründlich buttern und zwei Teigstreifen überkreuzt darauflegen. Zwei Teigstreifen neben den unteren Streifen legen, dabei je nach Vorliebe ein paar Millimeter Platz lassen. Weitere Teigstreifen einweben, dafür die Streifen, die über dem einzuwebenden Streifen liegen sollen, hochklappen, den neuen Streifen darunterlegen und die hochgeklappten darauf legen und etwas andrücken. 
So weiterverfahren, bis das Korbgeflecht komplett ist.

Brotkorb ohne Rand
Die überstehenden Teigstreifen mit einem Teigrädchen entfernen, dann einen Dekorand herstellen. Das kann ein schlichter, etwas breiterer Teigstreifen sein oder auch ein geflochtener Zopf. 
Die Stellen, an die die Abschlusskante gedrückt wird, mit etwas Wasser befeuchten, dann die Abschlusskante randrücken.

Brotkorb vor dem Backen
Im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten bei 180°C backen. Nach 30 Minuten herausnehmen, vorsichtig die Metallschüssel entfernen und den Korb umgedreht, also mit der Öffnung nach oben, zu Ende backen. 

No Knead Bread

JaJa, ich weiß, ich komm mit meinem Blogbeitrag zum Thema No Knead Bread ungefähr 8 Jahre zu spät. So lang ist es nämlich her, dass Jim Lahey's Rezept in der NY Times veröffentlicht wurde und seine erste Runde durch das Internet und die damals existierenden Blogs gedreht hat.
Seitdem hat es schon einige Revivals gefeiert, die von mir aber alle geflissentlich ignoriert wurden. Nicht, weil mich das Rezept nicht interessiert hätte, dieses Rezept stand sogar schon auf meiner NBL (Nachbackliste) bevor es den KuLa überhaupt gab. Nein, ich hatte einfach nicht den richtigen Topf dafür - aber dieses Kapitel hat sich ja seit einigen Wochen erledigt, wie Ihr seit gestern wisst ;o) 

No Knead Bread
Seit ich meinen neuen Wundertopf habe, tüftel ich an der idealen Rezeptur, sprich der optimalen Mehlmenge für meine Topfgröße.
Das Originalrezept war für meine 26 cm-Cocotte etwas zu gering bemessen, denn da der Teig des No Knead Breads sehr weich ist, läuft er, sofern er nicht durch die Topfwände in Schach gehalten wird, etwas in die Breite. Das Brot wird dann also entsprechend flach. Gefiel mir nicht so gut, daher hab ich die Mehlmenge peu a peu angepasst und mich so von 430 g Mehl auf 600 hochgearbeitet. Jetzt passt es perfekt, die Salzmenge, Backzeit und Temperatur stimmt auch - das ist jetzt also "mein" No Knead Bread.
Ich hab eine ganze Reihe Schritt-für-Schritt-Bilder gemacht, zusätzlich könnt Ihr Euch aber auch das Video von Jim Lahey anschauen, in dem er recht anschaulich zeigt, wie das Brot gebacken wird. 

Brotteig, Making-Of
Wie der Name schon sagt, wird der Teig für das No Knead Bread nicht mit dem Mixer oder der Küchenmaschine geknetet, bis ein glatter, elastischer Brotteig entstanden ist, sondern die Teigzutaten werden in einer Schüssel nur ganz kurz miteinander vermengt und blubbern dann abgedeckt über Nacht bei Raumtemperatur vor sich hin. Viele machen das einfach mit der Hand, ich nehme das Ende eines Kochlöffels, dann muss man nicht die Hälfte des Teiges von der Hand friemeln ;o)
Auf die Schüssel stelle ich einfach einen großen (Kuchen-)Teller, man kann sie aber auch in einen (selbstverständlich unbenutzten) Müllbeutel stellen und diesen zuknoten, das mache ich bei normalen Hefeteigen gerne. 
Ich stelle die Schüssel dafür in den Beutel, puste einmal rein, damit er sich aufbläht und so nicht mit dem aufgehenden Teig in Berührung kommt und verknote ihn. Ein Teller funktioniert aber genauso gut. 
Am nächsten Morgen sieht der Teig dann etwa so aus:

Brotteig nach 18 Stunden
Kräftig am Blubbern, oder? 
Der Teig ist wie gesagt recht weich, daher ist es besonders wichtig, die Arbeitsfläche gut zu mehlen, sonst klebt er fest und nichts geht mehr. Der Teig wird dann mit einem Spatel aus der Schüssel geholt und vorsichtig auf die Arbeitsplatte gelegt. Dort falte ich ihn 4x, schlage also die Außenkanten nach innen, eine Teigkarte eignet sich dafür besonders gut, ich mache das aber einfach mit den Händen. Erst oben und unten, dann links und rechts - oder umgekehrt.

Brotteig nach dem Falten
Ich bemehle den Teigschluss (also die gefaltete Oberfläche) und lasse ihn, mit einem Küchentuch bedeckt, für ca. 15 Minuten ruhen. 
Jim Lahey formt jetzt einen runden Brotlaib aus dem Teig, das könnt Ihr aber gleich mal wieder vergessen, der Teig ist viel zu weich und klebt fürchterlich. Der Versuch, daraus einen runden Teigling zu formen, endet unweigerlich in einem klebrigen Desaster. 
Ich lasse den Teig lieber in einem Gärkörbchen (24 cm ) gehen, dadurch bekommt das Brot ein hübsches Muster und der Teig läuft nicht auseinander. Ihr könnt aber genauso gut eine mit einem stark mehlierten Küchentuch ausgelegte Schüssel verwenden.

Das Gärkörbchen muss besonders gründlich mehliert werden, ich drücke das Mehl dafür in jede Ritze und achte darauf, dass es nicht wieder rausfällt. 
Der Brotteig wird nun kopfüber, also mit dem Schluss nach unten, in das Körbchen, bzw. die Schüssel gelegt und wieder mit einem Küchentuch abgedeckt. Nun muss es 2 Stunden gehen. Viel Zeit, um die Küche zu putzen, denn durch das ganze Mehl, sieht es sicher aus wie in der Backstube ;o)

Brotteig im Gärkörbchen
Wenn der Teig 90 Minuten gegangen ist, kommt der Gusstopf zum Einsatz, der wandert jetzt nämlich auf dem zweiten Einschub von unten in den Backofen. Den Backofen stellt Ihr auf "volle Pulle", der muss jetzt richtig arbeiten. Mein Backofen heizt offiziell bis 260°C und mit dieser Temperatur habe ich auch die besten Erfahrungen gemacht. Also voll aufdrehen, bei Ober- und Unterhitze.   
Legt Euch auch schon einmal die Topflappen parat und prägt Euch folgendes Mantra ein: 
Ich fasse weder den Topfdeckel, noch den Topf selbst ohne Topflappen an, ich fasse den aufgeheizten Topf nicht ohne Topflappen an! Niemals!!!

Ich hab mich neulich natürlich nicht dran gehalten, sondern den Topfdeckel beherzt hochgehoben, nachdem ich den Brotteig reingeschubst hatte. Keine gute Idee. Ich hatte also nicht nur Verbrennungen an einem Finger, sondern direkt am Mittel- und Ringfinger und außerdem noch am Daumen und in der Handinnenfläche. Wenn schon, denn schon ;o)
Also, immer schön das Mantra üben... 

Apropos Brot in den Topf schubsen. Wenn der Topf eine halbe Stunde aufgeheizt ist, holt Ihr ihn aus dem Backofen und schubst das Brot beherzt kopfüber in den Topf - der Teigschluss ist jetzt wieder oben und sorgt dafür, dass das Brot an der Oberseite hübsch aufreißt. Wenn das Brot nicht exakt in der Mitte landet, einfach zurecht zupfen, das sieht man nachher nicht mehr. 
Jetzt nur noch den Deckel aufsetzen (Topflappen!) und dann für 45 Minuten ab in den Backofen, nach wie vor auf 260°C. Die ersten 30 Minuten lasst Ihr den Topf zu, nicht schummeln und reingucken! Dann könnt Ihr einen Blick riskieren und je nachdem, wie dunkel die Kruste bereits ist, backt Ihr das Brot nun mit oder ohne Deckel zu Ende, das hängt wesentlich von Eurem Backofen, bzw. der erreichten Temperatur ab. 

Bei meinem Backofen weiß ich, dass ich das Brot 45 Minuten mit geschlossenem Deckel backen kann, das Brot ist dann nicht zu dunkel, sondern genau richtig. Ich spare mir also den Blick in den Topf, sondern backe das Brot in einem Rutsch fertig. 

Nach 45 Minuten holt Ihr den Topf aus dem Backofen (Ihr wisst schon, Topflappen!), nehmt das Brot aus dem Topf und lasst es auf einem Kuchenrost vollständig abkühlen. Wenn es so schön dunkel und kross wie auf dem Bild unten ist, fängt es nach kurzer Zeit an zu knistern - so ein schönes Geräusch! 

Schneidet das Brot wirklich erst an wenn es komplett ausgekühlt ist, dann hat sich das Brot "gesetzt" und Krume und Kruste haben sich optimal entwickelt.

Wichtig! 
Stellt vor der Verwendung Eures Gusstopfes sicher, dass er komplett backofentauglich ist, sich also keine Silikon- oder Plastikteile am Deckel oder den Griffen befinden!

No Knead Bread, Anschnitt
Wie Euer Brot schlussendlich aussieht, hängt ganz wesentlich von der Temperatur Eures Backofens ab. Wenn es also beim ersten Mal noch nicht ganz 100%ig ist, gebt nicht direkt auf, sondern probiert es noch einmal. 
Ich habe zwischendurch einmal ein Brot bei 230°C gebacken und das Ergebnis sah im Vergleich zu den hier abgebildeten Broten eher aus wie einer Wasserleiche. Die Kruste war nicht wirklich kross und die Krume viel zu feucht.  
Jetzt ist die Kruste so kross, dass ich die Krümel nach dem Anschneiden aus der hintersten Küchenecke suchen kann, weil sie in alle Richtungen springen und die Krume ist ebenfalls perfekt. 
Im Gegensatz zu anderen, normal gebackenen Broten, ist die Krume vergleichsweise feucht. Wenn man das Brot zusammendrückt, macht es ein Geräusch, das an einen zusammengedrückten Schwamm erinnert. Es ist aber nicht matschig oder wabbelig, sondern einfach nur angenehm saftig.

No Knead Bread mit 450 g Mehl
Für uns ist das No Knead Brot mittlerweile ein Wochenendklassiker. Ich setze den Teig Freitag- nachmittag an, backe es am Samstag und wir haben dann am Wochenende ein tolles selbstgebackenes Brot, das wunderbar zum Frühstück, aber auch ideal als Beilage zu Schmorgerichten oder Suppen und Eintöpfen schmeckt. Als Alltagsbrot ist es uns zu grobporig, aber dafür ist es ja auch nicht gedacht. 
Wenn das Brot am zweiten Tag etwas trocken geworden ist, schmeckt es übrigens auch getoastet fantastisch.

No Knead Bread
So, und jetzt noch einmal in Kurzform!

Zutaten
600 g Mehl, Type 550
13 g Salz
1/4 TL (gut gehäuft, d.h. ca. 1,5 g) Trockenhefe
470 g kaltes Wasser

Zubereitung
16:00 Uhr Das Mehl mit dem Salz trocken in einer Schüssel vermengen. Die Trockenhefe im kalten Wasser auflösen. Das Hefewasser zum Mehl geben und mit den Fingern oder dem hinteren Ende eines Kochlöffels verrühren. Der Endergebnis soll kein glatter Teig sein, sondern Mehl und Wasser werden nur grob verrührt werden, kleine Teignester sind nicht schlimm, die verbinden sich im Laufe der Gehzeit von allein. Den Teig bei Zimmertemperatur abgedeckt für 18 Stunden gehen lassen.  
10:00 Uhr am Folgetag Den Teig mit der Teigkarte aus der Schüssel lösen und auf die sehr gut bemehlte Arbeitsfläche geben. Den Teig 4x nach innen falten und den Schluss wiederum bemehlen. Mit einem Küchentuch bedeckt ca. 15 Minuten ruhen lassen. 
In der Zwischenzeit ein Gärkörbchen sehr gründlich mehlieren, alternativ eine Schüssel mit einem ebenfalls sehr gut gemehlten Küchentuch auslegen. 
10:15 Uhr Den Brotteig mit dem Schluss nach unten in das Gärkörbchen legen und wieder mit dem Küchentuch bedecken. Für 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. 
11:45 Uhr Nach 1 1/2 Stunden den Gusstopf bei 260°C (Ober- und Unterhitze) auf zweiter Schiene von unten für 30 Minuten aufheizen. 
12:15 Uhr Den Topf aus dem Backofen nehmen, den Deckel abheben und den Brotteig direkt aus dem Gärkörbchen in den Topf schubsen. Der Teigschluss ist jetzt wieder oben. 
Den Deckel auflegen und den Topf wieder in den Backofen stellen. 30 Minuten backen. 
12:45 Uhr Den Deckel anheben und je nach Bräune des Brotes, das Brot die restlichen 15 Minuten ohne Deckel zu Ende backen oder den Deckel wieder aufsetzen.
13:00 Uhr Fertig! Den Topf aus dem Backofen nehmen, das Brot herausnehmen und auf einem Kuchenrost vollständig auskühlen lassen. 
15:00 Uhr Anschneiden, genießen!

Pflaumen-Streuselkuchen 2.0

Dieser Kuchen, verehrte Leserschaft, ist mein absoluter Lieblingskuchen - da kommt auch kein Schokokuchen mit. Nein, dieser Kuchen ist der beste!
Früher hab ich diesen Kuchen immer nach diesem Rezept, mit einem normalen Hefeteig gemacht, seit ich aber den Zwillingsteig, also eine Mischung aus Hefe- und Mürbeteig für mich entdeckt habe, mache ich den Kuchen damit. 
Die Zwetschensaison ist bei uns schon fast vorbei, unser Apfel- und Zwetschen- stand hat noch bis zum nächsten Samstag Zwetschen, dann ist Schluss. Bei anderen Ständen geht die Saison noch etwas länger, je nach Zwetschensorte. Wenn Ihr Euch also in diesem Jahr noch einen leckeren Pflaumenkuchen gönnen wollt, dann ist JETZT der richtige Zeitpunkt!

Dieser Kuchen ist eigentlich nur eine Abwandlung des Rhabarber-Streuselkuchens, mir gefällt er mit Pflaumen, bzw. Zwetschen aber sogar noch besser als mit Rhabarber. 
Da ich der normalen Hefeteigmenge einfach nur den Mürbeteig zufüge, wird der Boden relativ hoch, das gleicht sich aber aus, wenn auch die Pflaumenmenge entsprechend reichlich bemessen ist. Außerdem bekommt man so viel mehr Stücke aus einem Blech Kuchen - ein Kuchenblech macht eine halbe Kompanie satt ;o)

2 kg Pflaumen/Zwetschen füllen das Backblech sehr gut aus, die Pflaumen stehen nahezu hochkant, so dass man auf dem fertigen Kuchen schon fast zwei Lagen Pflaumen hat. Durch den hohen Boden kann der Kuchen diese Menge Pflaumen aber auch sehr gut vertragen.
Die Streusel sind übrigens nicht nur das geschmackliche iTüpfelchen, sie haben auch eine praktische Aufgabe, sie nehmen nämlich den Saft auf, wenn man sehr reife Pflaumen erwischt. 
Gerade jetzt zum Ende der Pflaumen-/Zwetschensaison saften die Pflaumen stark und wenn man Pech hat, läuft der Saft vom Backblech auf den Backofenboden, verbrennt dort und man darf nach dem Backen erstmal den Backofen schrubben. Die Streusel saugen aber eine ganze Menge Saft auf, so dass das eigentlich nicht passiert. Außerdem schmeckt ein Pflaumenkuchen mit Streuseln einfach viel besser als ohne - so!  

Da dieser Kuchen wie gesagt mein absoluter Lieblingskuchen ist und ich mich ja bekanntermaßen auf den anstehenden sibirischen Winter vorbereite und unsere Wohnung mit Vorräten für das nächste halbe Jahr vollstopfe, hab ich am letzten Wochenende nochmal zwei Kuchen gebacken und die gleich eingefroren - das klappt bei diesem Kuchen ganz wunderbar. 
Ich schneide den Kuchen dazu in Stücke und friere sie zu 6. in Gefrierbeuteln ein - jetzt haben wir 6 Kuchenpakete im Gefrierschrank. Mein kleiner Gefrierschrank ist zwar zu einem Viertel mit Pflaumenkuchen gefüllt und ich hab kaum noch Platz für andere Sachen, aber da muss man schon mal Prioritäten setzen, die nächsten Pflaumen gibt's schließlich erst wieder in 10 Monaten ;o) 

Hefeteig
500 g Mehl, Typ 405
1 Würfel Frischhefe
250 ml Milch
50 g Rohrohrzucker
75 g weiche Butter
1 EL Vanilleextrakt
1 TL Salz
1 Ei


Mürbeteig
150 g Rohrohrzucker
250 g kalte Butter
2 Eigelbe
400 g Mehl 


Streusel
125 g kalte Butter
125 g Rohrohrzucker
250 g Mehl


Außerdem
2 kg Zwetschen (am liebsten Hauszwetschen)


Zubereitung

Hefeteig
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Einen TL Zucker dazugeben und die Mulde mit Milch auffüllen.

Eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf. 
Die restliche Milch, den Zucker, Butter, Ei und das Salz dazugeben und alles sehr gründlich zu einem glatten, elastischen Teig verkneten - entweder mit der Küchenmaschine oder mit dem Mixer. 
Abgedeckt in einer Schüssel gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat, das kann je nach Zimmertemperatur bis zu 2 Stunden dauern, aber auch erheblich schneller gehen.


Mürbeteig
Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen, nur solange kneten, bis sich alles zu einem Teig verbunden hat. Den Teig in Folie wickeln oder in einen Gefrierbeutel geben und bis zur Weiterverarbeitung im Kühlschrank ruhen lassen.


Streusel
Alle Zutaten in einer Schüssel miteinander verkneten bis Streusel entstanden sind. 

Die Zwetschen waschen, entsteinen und halbieren. 
Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und durchkneten, bis er wieder etwas weich geworden ist und sich leichter bearbeiten lässt. Den Hefeteig mit dem Mürbeteig verkneten, bis der Mürbeteig gleichmäßig verteilt ist und der Teig aber noch marmoriert aussieht. 
Auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausrollen und in gleichmäßigen Abständen einstechen. 
Den Zwillingsteig eng mit Zwetschen belegen und die Streusel darüber geben. Nochmals ca. 30 Minuten abgedeckt gehen lassen.  
Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten backen! Herausnehmen und auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.

 

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