Coq au Riesling

Ein neues Familienmitglied wie mein neuer Wundertopf muss natürlich mit einem anständigen Willkommensessen begrüßt werden, schließlich wollen wir beide viele Jahre miteinander schmoren, kochen und backen. 
Rouladen und Gulasch standen unter anderem zur Auswahl, schlussendlich hab ich mich aber doch für ein Coq au Riesling entschieden. Mein Neuer ist ja bekanntlich Franzose und soll sich daher schnell heimisch fühlen und Hähnchen und ich, das ist ja eh eine ganz große Liebesgeschichte ;o)

Coq au Riesling
Wenn ich ein Brathähnchen zubereite, dann kaufe ich natürlich ein ganzes Hähnchen, beim Schmoren greife ich aber sehr gerne auf die Schenkel zurück, die ganz zu Unrecht in der Beliebtheit hinter den faden und oft trockenen Brüsten stehen. Schenkel sind viel saftiger, aromatischer und verzeihen gerade beim Schmoren auch die ein oder andere Minute zuviel im Backofen.
Dass es unbedingt ein Hähnchen aus artgerechter Haltung und kein 2,50 € Huhn aus Massentierhaltung sein soll, muss ich sicher nicht noch einmal erwähnen, das sollte selbstverständlich sein. 

Hähnchenschenkel
Das Rezept basiert ganz grob auf einem Coq au Riesling-Rezept aus der essen & trinken. Ich hab es aber wie immer an unseren Geschmack und natürlich meinen pilzverschmähenden Problemfall, auch als Ehemann/Mitesser bekannt, angepasst, denn ich wollte unbedingt Champignons dabeihaben.
Damit der Gatte nicht direkt Reißaus nimmt oder stundenlang und mit langen Zähnen im Essen rumstochert und die Champignons raussucht um sie in Reih und Glied auf dem Tellerrand zu platzieren, habe ich sie extra angebraten und erst zum Schluss dazugegeben, bzw. nur ein paar fürs Foto auf dem Essen verteilt und den Rest dann für mich behalten und quasi dazu gegessen. So hat der Gatte eine pilzfreie Variante und ich musste keine totgeschmorten Pilze essen - eine eindeutige Win-Win-Situation! 
Wenn Ihr keine Pilzhasser dabeihabt, gebt die Champignons einfach zum Ende der Schmorzeit dazu und lasst alles noch einmal kurz durchziehen. 

Als Beilage gibt es bei uns nur ein leckeres Brot zum Dippen der großartigen Sauce dazu - seit ich den Wundertopf habe natürlich ein No Knead Bread, versteht sich von selbst ;o)

Was meint Ihr, was soll ich als nächstes schmoren? Habt Ihr ein ultimatives Lieblingsrezept, das ich unbedingt mal ausprobieren sollte? Ich freue mich immer über Tipps, Anregungen und Rezeptideen! 

Coq au Riesling
Zutaten 
6 Hähnchenschenkel
Butterschmalz 
150 g durchwachsener Speck 
Butterschmalz
2 Karotten 
150 g Schalotten
500 ml Riesling (Schmittges 2013, Riesling trocken)
500 ml Geflügelfond, hausgemacht
4 confierte Knoblauchzehen 
2 Lorbeerblätter
1 TL schwarzer Pfeffer, ganz 
5 Pimentkörner
3 Zweige Thymian
grobes Meersalz 

200 g braune Champignons 
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Hähnchenschenkel am Gelenk durchschneiden, salzen und pfeffern und von allen Seiten mehlieren. Gut abklopfen um überschüssiges Mehl zu entfernen. Den Speck in 3-4 große Stücke schneiden. 
Butterschmalz in einem Schmortopf erhitzen und die Hähnchenteile und den Speck von allen Seiten goldbraun braten. Je nach Größe des Topfes, in mehreren Etappen anbraten. 
In der Zwischenzeit die Schalotten putzen und schälen, die Karotten schälen und grob in Stücke schneiden. Den Speck in 3-4 Stücke schneiden. 
Die angebratenen Hähnchenteile und den Speck auf einen Teller geben und beiseite stellen. 
Als nächstes das Gemüse und die confierten Knoblauchzehen in den Bräter geben und ebenfalls von allen Seiten anschwitzen. Mit Wein und Geflügelfond ablöschen, die Hähnchenteile und den Speck wieder dazugeben und zum Kochen bringen.
Die Gewürze in einen Teefilter (alternativ ein Tee-Ei) geben, zubinden und dazugeben. 
Die Coq au Riesling im geschlossenen Topf im Backofen auf der untersten Schiene bei 180°C ca. 40 Minuten schmoren. 
In der Zwischenzeit die Champignons putzen und kurz vor Ende der Schmorzeit in einer Pfanne mit etwas Butterschmalz rundherum anschwitzen. Mit Salz nach Geschmack abschmecken. 

Den Bräter herausnehmen, die Pilze zufügen und mit einer Scheibe hausgebackenen No Knead Bread servieren. 
Coq au Riesling

Kommentare:

Nadja hat gesagt…

Das liest sich schon sehr gut. Ich glaub, das koch ich am Sonntag für die Verwandtschaft - ich ess dann die Pilze, gegart im Fleisch- und Specksaft *_* Alles wird besser mit Speck. Alles.

Liebe Grüße
Nadja

Mel P. hat gesagt…

gute idee mit den pilzen, tot gekocht müssen die wirklich nicht sein...

mein eindeutiges lieblingsschmorgericht ist beef in guinness, ungefähr so: http://www.foodnetwork.com/recipes/beef-and-guinness-stew-recipe.html

Steph hat gesagt…

Amen, Nadja! Damit hast Du es auf den Punkt gebracht!

Vielleicht sollte ich mein Blogmotto von "... a balanced diet is a chocolate in each hand" zu "Alles wird besser mit Speck" ändern ;o)

Beef in Guinness klingt großartig, Mel, das schau ich mir gleich mal an!

Ms california hat gesagt…

Hast du einen cooks illustrated account oder deren kochbuch? Ist ein riesen waelzer ohne bilder :( aber die rezepte darin gelingen alle prima. Also auf jeden fall gibt es darin das "modern beef burgundy" rezept. Mit speck :) ganz grossartig. Leider habe ich kein zugriff mehr auf das buch sonst haette ich dir das rezept geschickt

Oslo hat gesagt…

Hi Steph,
Beef in Guiness klingt wirklich grossartig... go for it!
Ich bin ja süchtig nach Ragout de boeuf, mein Lieblingsrezept mit Oliven habe ich von Christina (New kitch on the blog), sowas in der Richtung find ich zum Reinlegen. Ich bin ein Fan von Schmorgerichten...
Liebe Grüße,
Christiane

Ralph Knauth hat gesagt…

Das Huhn sieht ja klasse aus, coq au vin habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Danke für die Idee.
Schmoren ist meine Lieblingsart zum kochen. Nun ja, zumindest im Winter. Lieblingsgerichte zum Schmoren sind Saftgulasch, Ochsenschwanz Ragout und mein Kaffee Chili.

Schöne Grüße aus California.
Ralph.

Anonym hat gesagt…

Uiii sieht das lecker aus!

Was bringt das mehlieren eigentlich?

Schönen Gruß,
Mia

Nadja hat gesagt…

Wie versprochen, heut hab ich es gekocht. Es war sehr gut, nur hatte ich in meinem Eisenbräter mit einem Liter Flüssigkeit nachher eine richtige Suppe ;) Das mit den Pilzen war eine gute Idee!

Liebe Grüße
Nadja

Anonym hat gesagt…

Ossobucco....
Peter

Jonna from Hel hat gesagt…

Osso bucco vom Lamm würde ich sagen!
Sieht wirklich lecker aus. Jetzt weiss ich was bei uns am Sonntag geschmort wird :)

Anonym hat gesagt…

hallo,
ist der Speck roh oder geräuchert?
danke und liebe Grüße
nadja

 

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