Milchbrot, DAS Milchbrot!

Ich hab schon länger kein Brot- oder Brötchenrezept mehr gebloggt, aber das soll sich in Zukunft ändern, denn ich möchte wieder öfter mal Brot backen. 
Tatsächlich hat mich das oft beschriebene Brotbackvirus ja nie richtig gepackt, denn bereits beim zweiten Backdurchgang fange ich an mich zu langweilen. Für mich ist der besondere Reiz am Kochen und Backen das Ausprobieren und -tüfteln und beides fehlt, wenn ich regelmäßig die gleichen Brote backen soll. 
Meine Mama hat mich aber in der letzten Zeit mit soviel interessanten Rezepten versorgt, dass ich unbedingt mal wieder ein wenig rumprobieren möchte. Macht Euch also darauf gefasst, hier zukünftig wieder ab und zu ein Brotrezept zu finden. 

Milchbrot
Dieses heutige Rezept, bzw. das Ausgangsrezept, aus dem dieses geworden ist, ist bei mir leider nichts geworden. Das liegt wahrscheinlich an den doofen Cups, denn damit kann ich nicht arbeiten. Entweder ich koche und backe völlig frei oder ich wiege ab, dieses Cup-Gemauschel dazwischen mag ich gar nicht. 
Was bleibt einem aber übrig, wenn man merkt, dass ein Rezept ein enormes Potential hat, so aber noch nicht hinhaut? Da muss man halt ran und solange tüfteln, bis die Rezeptur endgültig stimmt. Genau an diesem Punkt bin ich jetzt mit diesem wahrscheinlich leckersten Milchbrot ever, also ist es hohe Zeit, Euch mein aktuelles Lieblingsrezept vorzustellen.

Milchbrot
Klassische Hefezöpfe sind nicht unbedingt meine Sache, denn ich mag es ja nicht so gerne süß, dieses Milchbrot ist aber so gut, dass ich mich immer wieder dabei erwische, doch noch ein Scheibchen zu naschen - kein Wunder, obendrauf sind ja auch viele leckere Maldon Sea Salt-Kristalle und bekanntlich liebe ich Salz.
Die Konsistenz dieses Brotes liegt irgendwo zwischen Brioche und Hefezopf, es ist aber nicht so mächtig und buttrig wie ein Brioche und auch nicht so "langweilig" wie ein Hefezopf. Ihr wisst ja, die Lösung liegt immer in der Mitte.

Wie fast jedes außergewöhnlich gute Rezept, hat auch dieses eine "Geheimzutat", in diesem Fall Milchpulver*, das ich in der Bioversion im Bioladen kaufe. 
Ich hab das Brot bereits ohne Milchpulver gebacken (ein unfreiwilliges Experiment, weil ich das Pulver vergessen hatte) und das Ergebnis war sehr enttäuschend. Ein normales weiches Brot, aber diese besondere Fluffigkeit, die das Brot genauso weich wie ein dickes Daunenkissen macht, die hat gefehlt.

Ihr könnt das Brot natürlich ganz klassisch in einer Kastenform backen, ich mach es aber gerne so wie im Originalrezept und forme drei Teiglinge, die ich dann in eine runde Form lege. Das Brot lässt sich so später einfach auseinanderbrechen und entweder bei Tisch zerzupfen oder in handliche Scheiben schneiden.

Übrigens hält sich dieses Brot durch das Kochstück (was das ist, erläutere ich im Rezept unten) problemlos auch bis zum nächsten Tag und ist dann immernoch sehr saftig und fluffig.

Milchbrot
Zutaten

Kochstück
30 g Weizenmehl, Type 550 (bei mir Gelbweizenmehl)
150 g kaltes Wasser

Hauptteig
500 g Weizenmehl, Type 550 (bei mir Gelbweizenmehl)
100 g kalte Milch
50 g kalte Sahne
50 g Akazienhonig*
20 g Bio-Milchpulver*
1/2 Würfel Frischhefe
11 g Salz
1 Ei
40 g zimmertemperierte Butter

Außerdem
Maldon Sea Salt Flocken*
1 Ei und 3 EL kaltes Wasser zum Bestreichen

Zubereitung
Für das Kochstück das Mehl und das kalte Wasser in einen Topf geben und mit einem Schneebesen verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Zum Kochen bringen und Rühren, bis die Masse kräftig andickt und in etwa die Konsistenz eines Puddings hat. Von der Platte ziehen und abkühlen lassen. 
In der Zwischenzeit das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Honig dazugeben und die Mulde mit Milch und Sahne auffüllen. Eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf.
Die Butter, Ei, Salz, Milchpulver und das Kochstück dazugeben und alles sehr gründlich mit der Küchenmaschine zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. Für ca. 60 Minuten abgedeckt gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. 

Den Teig in drei Portionen teilen und rund wirken. In eine gefettete Backform legen und nochmals abgedeckt eine halbe Stunde gehen lassen. Das Ei mit dem Wasser verkleppern und die Oberfläche des Teiglings damit bestreichen, dann mit Salzflocken bestreuen. 
Im auf 180°C vorgeheizten Backofen für ca. 55 Minuten backen, bis das Brot goldbraun ist. Herausnehmen und auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.
*Affiliatelink

Kommentare:

Juliane Haller hat gesagt…

Ich bin ja absolut kein Brotbäcker, aber DAS klingt mal so richtig toll (und sieht auch noch wahnsinnig gut aus!), dass das Rezept sofort auf die Nachkoch/-backliste kommt!

Liebe Grüße,
Juliane

Anonym hat gesagt…

Moin,
bezieht sich die Temperatur auf Umluft oder Ober-/Unterhitze?

Sieht lecker aus.

Sharyna hat gesagt…

Backst du das Brot wirklich in dieser Pfanne? Es tönt super und ich will es probieren, allerdings würde ich gerne auf das Milchpulver verzichten, geht das? Das ist ein toller Post von dir. Liebe Grüsse Marlies

Froschoire hat gesagt…

Hallo Steff,
ich habe zwei Fragen zu Deinem Rezept:

- Warum sollen Milch und Sahne kalt sein? Backhefe mag es doch lieber etwas wärmer. Wäre es nicht sinnvoller beides leicht zu erwärmen oder zumindest mit Zimmertemperatur zu verwenden?

- Welche Funktion erfüllt dieses Kochstück?

Vielen Dank & Liebe Grüße
Christian

Steph hat gesagt…

Moin Christian,

dass Hefe es lieber warm hat, stimmt so nicht. Brot und anderes Gebäck, das mit kalter Flüssigkeit angesetzt wird, gelingt deutlich besser, als mit warmer Flüssigkeit. Es braucht länger, das Ergebnis entschädigt aber dafür.

Steph hat gesagt…

Marlies,

wie Du auf dem Bild siehst, hab ich das Brot in der Cocotte gebacken, ja. Sie hat einen Durchmesser von 26 cm, ich hab das Brot aber auch schon oft in einer 20er-Form gebacken.
Auf das Milchpulver bin ich im Text ausführlich eingegangen.

Jana hat gesagt…

Ich habe ewig keinen Hefeteig mehr gebacken, weil ich meine Brote in letzter Zeit immer mit Sauerteig mache. Aber das Rezept klingt so super lecker - das muss ich möglichst bald ausprobieren. Am Montag nach der Arbeit gehe ich direkt Milchpulver kaufen!

Liebe Grüße ♥
Jana

Dini hat gesagt…

Hallo Steph:)
Das Rezept hört sich klasse an es gibt ja auch für Kinder Milchpulver ist das das gleiche oder was spezielles eigenes ich wohne in der Provinz und da hab ich immer Probleme etwas ausgefalleneres zu kriegen. LG und danke für das schöne rezept dini

NiKorina hat gesagt…

Moin aus dem Ruhrpott,
als absolute Hefegebäckfetischistin habe ich das Brot heute sofort, nachdem ich im Reformhaus Milchpulver gekauft habe, nachgebacken. Köstlich, super fluffig und zum wegmümmeln. Der Bäcker kann's nicht besser, von daher vielen Dank für das klasse Rezept!

Kai hat gesagt…

Ein wirklich tolles Rezept, danke!
Ich habe mich strikt an die Beschreibung gehalten und entsprechend beim ersten Mal auch das Milchpulver vergessen. :-D
Das zweite Mal steht noch aus, aber ich bin jetzt schon begeistert (daher bereits jetzt der Kommentar dazu), und habe entsprechend große Hoffnung auf die zweite Iteration mit vollständigem Rezept.

Ach, an eine Änderung habe ich mich doch direkt beim ersten Mal gewagt: Anstatt normaler Butter habe ich Nussbutter verwendet.

Steph hat gesagt…

Nussbutter ist eine großartige Idee, Kai! Es freut mich sehr, dass Dir das Brot auch so gut gefällt :o)

Steph hat gesagt…

NiKorina, toll, das freut mich sehr!

Steph hat gesagt…

Dini, bei dem Milchpulver handelt es sich nicht um Babynahrung, falls Du das meinst. Anderes "Kinder-Milchpulver" kenn ich leider nicht, da müsstest Du mal im Geschäft fragen.

 

Nachbarschaft

Auswärts

Nach oben