Limoncello ~ italienischer Zitronenlikör

Auf dieses Rezept warten einige von Euch schon sehr gespannt, die bei Facebook mitbekommen haben, dass ich Limoncello angesetzt habe, aber wie immer gilt auch hier: Gut Ding will Weile haben. Bis der Limoncello ausreichend gezogen hat, dauert es halt seine Zeit. 
Eigentlich könnte der Liköransatz sogar noch länger ziehen, Euch zuliebe hab ich aber schon einmal eine Ladung fertig gemacht, mittlerweile aber auch schon wieder neuen angesetzt, den ich jetzt so lange ziehen lasse, bis dieser hier alle ist. So kann ich auch spontan entscheiden, ob ich Limoncello oder Crema die Limoncello zubereiten möchte.

Limoncello ~ italienischer Zitronenlikör
Das Wichtigste beim Ansetzen von Limoncello sind natürlich die Zitronen, aber auch die Wahl des richtigen Alkohols. 
Setzt den Limoncello auf keinen Fall mit Wodka oder noch schlimmer, Korn an, sondern verwendet ausschließlich 96%igen Neutralalkohol*, weil nur der das Maximum an Geschmack und Aroma aus den Zitronenschalen herausholt. Die Ergebnisse sind nicht annähernd miteinander zu vergleichen. 

Die Zitronen für den Limoncello sollten - wenn möglich - von der Amalfiküste stammen, Ihr könnt aber natürlich auch andere richtig reife und selbstverständlich unbehandelte Zitronen verwenden. Egal welche Ihr verwendet, achtet immer darauf, dass die Zitronen nicht behandelt sind, da ja ausschließlich die Schalen verwendet werden und mit dem extrahierten Aroma auch Pestizide, Fungizide & Co. in den Likör gelangen würden.

Limoncelloansatz
Wie Ihr auf dem Bild ganz oben seht, ist mein Limoncello trüb und nicht so glasklar, wie Ihr das vielleicht von gekauftem Limoncello oder dem mit Wodka angesetztem gewohnt seid. Die Ursache liegt im sog. Louche-Effekt, den einige sicher vom Absinth oder Ouzo kennen.
Die Trübung entsteht durch das Vermischen des mit den ätherischen Ölen der Zitronenschale durchsetzten Alkohols mit Wasser und bedeutet nichts anderes, als dass Ihr alles richtig gemacht habt :o)
Euer Limoncello steckt randvoll mit Aroma und das werdet Ihr schon beim ersten Schluck schmecken. 
Für den ganzen Zitronensaft, der bei der Herstellung von Limoncello entsteht, hab ich natürlich auch ein paar Rezepte auf Lager. Ihr solltet unbedingt Lemon Curd, Apple Lemon Curd, Tarte au Citron, Zitronensorbet, Lemon Squash oder Basilikum-Zitronen-Sorbet ausprobieren und dafür braucht Ihr eine ganze Menge Zitronen, also ran an den Limoncello :o)

Lagert den Limoncello am Besten direkt im Gefrierschrank, so könnt Ihr ihn immer eiskalt genießen, denn so schmeckt er am besten!

Cin Cin! 

Limoncelloansatz
Zutaten 
500 ml 96%iger Alkohol (Strong Alcohol oder Primasprit*)
Schalen von 5 großen unbehandelten Amalfi-Zitronen

550 ml Wasser
200 g Zucker 

Zubereitung
Die Zitronen gründlich waschen und mit einem Sparschäler* möglichst dünn schälen. Es soll so wenig Weißes an den Schalen verbleiben wie möglich. 
Die Schalen in ein durchsichtiges, fest verschließbares Gefäß füllen und mit dem Alkohol übergießen. Mindestens 4 Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen. 

Nach 4 Wochen ein Stückchen Zitronenschale herausnehmen und biegen. Zerbricht das Stückchen, kann der Limoncelloansatz weiterverarbeitet werden. Ist es immer noch flexibel, muss der Ansatz noch 1-2 Wochen weiterziehen.

Das Wasser mit dem Zucker aufkochen und vollständig abkühlen lassen, dann zu dem Alkohol geben und nochmals 1 Woche ziehen lassen. Den Limoncello durch ein sehr feines Sieb gießen (nicht durch einen Kaffeefilter!) und in Flaschen umfüllen. Im Gefrierschrank aufbewahren und eiskalt genießen.
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Kommentare:

Das Pfeifhäschen Barbara hat gesagt…

Hallo Steph,
vor Jahren hat der Prinz auch schon einmal Limoncello gemacht, und weils so gut war auch Orangello und Limettocello. Alles ganz feine Stöffchen.
Doch was mit den Massen an Zitronenschalen machen? Wir haben sie in Doris Dörrmaschine getrocknet und geschreddert (in der Küchenmaschine) und benutzten die Flocken jetzt für Kuchen als Zitronenabrieb. Man braucht ein bischen mehr und für Zitronenkuchen ist frischer Abrieb selbstverständlich besser, aber so bleibt nichts ungenutzt.
Liebe Grüße aus OWL
Das Pfeifhäschen Barbara

Steph hat gesagt…

Barbara, aber die Schalen werden doch komplett im Limoncello verarbeitet, was übrig bleibt ist der Saft.

Das Pfeifhäschen Barbara hat gesagt…

Aber nach dem Abseihen des fertgen Limoncello bleiben doch die mehr oder weniger ausgelaugten Schalen übrig, oder? Die haben wir in Doris getrocknet und gebröselt. Das Aroma reicht für normales Gebäck, finde ich.
<3 liche Grüße Das Pfefihäschen Barbara

Sandra hat gesagt…

Hallo Steph, das mit dem "Bruchtest" ist ein toller Tipp. Ich hab auch letztens zum ersten Mal Limoncello gemacht und zwar nach dem Rezept aus "Italienisch vegetarisch" - mangels Amalifizitronen mit ganz normalen. Schmeckt aber auch grandios, nur ein bisschen süß (laut Rezept 400g Zucker auf 500ml Wasser). Beim nächsten Ansatz werde ich es auch mal mit weniger Zucker testen.
LG aus Kölle Sandra

Steph hat gesagt…

Barbara, wenn man es mit 96%igem Alkohol ansetzt und lange genug mazerieren lässt, sollte da eigentlich kein, bzw. kaum Aroma mehr in den Schalen verbleiben.

Kathi O hat gesagt…

Liebe Steph!

Hätte ich dieses Rezept nur schon letzte Woche gehabt - ich habe nämlich Lemon Curd gemacht und etwas von der Schale abzwacken können für diesen leckeren Limoncello. Aber die nächste Zitronensaison kommt bestimmt ;)

Alles Liebe,
Kathi

Anonym hat gesagt…

hallo ich habe eine frage wie stark wird das endprodukt??
ich meine ich habe 95% genommen und morgen werde ich dan mit wasser und zucker zusetzen so wie du es geschrieben hast aber ich moechte gerne wissen wieviel bzw. wie stark wird es?
reden wir hier von 60-50% Akohol gehalt oder mehr oder weniger und das selbe auch mit der sahne variante!
wuerde mich freuen auf deinen feedback

danke
issak

 

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