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Kıymalı Pide - türkische Teigschiffchen mit Hackfleisch

Die Vorlage für dieses Rezept stammt aus den ganz frühen Anfängen dieses Blogs, als ich noch unter der Halogenlampe in der Küche fotografiert habe. Seitdem hat sich eine ganze Menge geändert, die Holzbrettchen, auf der die Original-Pide liegen, hab ich aber immer noch - allerdings haben sie mittlerweile ordentlich Patina und sehen schon arg mitgenommen aus. 
Ähnlich sieht es mit dem Rezept aus, das ist nämlich schon mächtig überholt, denn ich hab es in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet. Höchste Zeit also, Euch meine "verbesserte Rezeptur" vorzustellen, die aber - das verspreche ich Euch - tatsächlich besser schmeckt und nicht verschlimmbessert ist, wie es oft bei Lebens-mitteln der Fall ist.

Kıymalı Pide - türkische Teigschiffchen mit Hackfleisch

Ich bereite diese Pide sehr gerne und oft zu und friere sie dann ein. Sie lassen sich ideal bei Bedarf auftauen und aufwärmen, schmecken wunderbar saftig und sind die perfekte Büro- oder Picknickverpflegung. 
Dazu gibt es bei uns einen Feta-Joghurtdip, den ich noch einmal auf der Füllung verstreiche. Dieser Dip verleiht den Pide eine herrlich frische Note und unterstreicht zusätzlich das Fetaaroma.

Kıymalı Pide - türkische Teigschiffchen mit Hackfleisch
Wenn Ihr Pide kennt, fällt Euch sicher auf, dass meine Pide ein wenig anders geformt sind, sie haben nämlich an den Enden diese kleinen Nubsies, die mich immer ein wenig an venezianische Gondeln erinnern. Das Motto lautet hier also "Wenn die Gondeln Hackfleisch tragen" ;o)

Ich forme die Pide nicht nur der Optik wegen so, sondern sie halten so auch besonders gut die Form und fallen nicht auseinander. Wenn Euch der Kuriositäten-laden-Kniff aber nicht gefällt, könnt Ihr die Enden selbstverständlich auch einfach einmal überschlagen und etwas festknipsen - dann sehen sie nur nicht so hübsch aus. Finde ich.

Kıymalı Pide - türkische Teigschiffchen mit Hackfleisch Making-Of
Ich hab die Mengen so angepasst, dass genau 10 Pide rauskommen, die allesamt gerade auf mein Backblech passen und exakt die Länge meiner Gefrierbeutel haben. Ihr seht also, dieses Rezept ist bis ins kleinste Detail ausgetüftelt.
Ein Pide ist mit Salat und Dip als Beilage sicher für eine Mahlzeit ausreichend, es wird also auf jeden Fall noch etwas für später übrig bleiben.

Die Seiten der Pide bestreue ich gerne mit Sesam, Schwarzkümmel oder auch Mohn, klassisch sind sie aber nackich. Gerade der Schwarzkümmel und auch der Sesam bringen aber noch einmal Geschmack mit.

Dieses Pide-Rezept ist nur das erste von hoffentlich einigen, als Nächstes hab ich vegetarische Pide mit Mangold und Feta für Euch. Die gibt's dann demnächst im Kuriositätenladen Eures Vertrauens.

Kıymalı Pide - türkische Teigschiffchen mit Hackfleisch Making-Of

Hefeteig

Zutaten
1 Würfel Hefe
1 TL Honig
150 ml Wasser
150 ml Milch
750 g Mehl, Type 550
1 EL Olivenöl
3 Eiweiß
16 g Salz

Zubereitung
Die Hefe mit dem Honig und Wasser in einen Becher geben und verrühren, bis sich Hefe und Honig vollständig aufgelöst haben. Zusammen mit den anderen Zutaten in eine Schüssel geben und auf mittlerer Stufe mit der Küchenmaschine verkneten, bis ein sehr geschmeidiger, glatter Teig entstanden ist. Abgedeckt ruhen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Teig in 10 Portionen teilen, rund wirken und abgedeckt 20 Minuten ruhen lassen.

Hackfleischfüllung

Zutaten
2 confierte Knoblauchzehen, hausgemacht
500 g Rinder-Hackfleisch
2 EL Biber-Salçası (Paprikamark)*
1 TL Gemüsebrühpulver, hausgemacht
1 TL Cumin*
½ TL Sumach*
½ TL Lemon Myrtle*
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
1 EL glatte Petersilie, fein gehackt
2 Tomaten
250 g Feta, zerkrümelt

Außerdem
3 Eigelbe
3 EL Milch
Schwarzkümmel, weißer und schwarzer Sesam, Mohn

Zubereitung
Den Knoblauch in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Das Hackfleisch mit den Gewürzen dazugeben und gut verkneten. Die Tomaten vierteln, die Kerne entfernen und die Tomaten in feine Würfel schneiden. 
Frühlingszwiebeln, Tomatenwürfel, Petersilie und Feta zum Hackfleisch geben und verkneten.

Jeweils einen Teigling länglich ausrollen und ca. 100 g Füllung längs darauf verteilen, dabei rundherum einen guten cm Rand lassen. Den Rand an den Seiten in die Mitte einschlagen, dann die Enden ebenfalls in die Mitte einschlagen und die beiden Spitzen zusammendrücken. 
Die Eigelbe mit Milch verkleppern und die Teigränder damit bestreichen, dann nach Geschmack mit Schwarzkümmel, Sesam oder Mohn bestreuen oder einfach nackig lassen.

Für 25-30 Minuten bei 180°C backen, bis die Pide schön gebräunt sind. Aus dem Backofen nehmen und auf einem Kuchenrost abkühlen lassen.


Joghurt-Fetasauce

Zutaten
2 confierte Knoblauchzehen, hausgemacht
200 g türkischer Joghurt, 3,5%
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
¼ TL Lemon Myrtle*
¼ TL Piment d'Espelette*
1 EL Olivenöl*
100 g Feta, zerkrümelt

Zubereitung
Den Knoblauch in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Den Joghurt und das Olivenöl dazugeben, würzen und alles glatt rühren, dann den zerkrümelten Feta unterrühren.
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Kommentare

  1. Ein leckeres Rezept. Ich werde das Hackfleisch durch gehacktes Quorn ersetzen und kann das Gericht als Vegi geniessen. Lieben Dank.
    Birgit

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  2. Hhhhmm, dieses Rezept trifft wieder genau meinen Geschmack! Super, das kommt sofort auf die Nachkochliste. Nur das mit dem Eiweiß im Hefeteig verstehe ich nicht so ganz. Hat das eine bestimmte Funktion? Das habe ich so noch nie in einem Rezept für Hefeteig gesehen, ich bin da aber auch keine Expertin...

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    1. Man verarbeitet so direkt das Eiweiß, das beim Einstreichen der fertigen Pide übrig bleibt, Sandra.

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    2. Ich hab's mir fast gedacht... aber so ganz sicher war ich mir nicht. Danke für die Info. Die türkische Küche mag ich wirklich sehr gern - da kommt mir dein Rezept wie gerufen. Vielen lieben Dank!

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    3. Sehr gerne, Sandra. Viel Spaß beim Nachbacken!

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    4. Gestern nachgebacken, werde ich auf jeden Fall wieder machen. So was Leckeres! Ich hatte mir Pide auch immer aufwändiger vorgestellt, dabei ist das ja nicht wirklich der Fall.

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  3. Liebe Steph! Deine Schiffchen sehen unglaublich lecker aus und ich würde am liebsten sofort eines davon essen. Ich mag türkische Rezepte unheimlich gerne und werde sie auf jeden Fall nachbacken. Und überhaupt... dein Blog regt mich immer wieder zum Nachkochen an, denn er ist so vielfältig und das finde ich richtig gut. Bitte bitte immer weiter so!!! Ganz liebe Grüße, Ramona

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    1. Vielen Dank für den lieben Kommentar, Moni. Es freut mich riesig, dass Dir mein Blog so gut gefällt!

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  4. "Wenn die Gondeln Hackfleisch tragen." MADE MY DAY!!! Ich kuller hier gleich vom Stuhl vor Lachen. Und für den angesabberten Bildschirm bist du auch verantwortlich. So!

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  5. Ein herrliches Rezept - dafür besten Dank!
    Dazu eine Verständnisfrage:
    Bunkerst du die gefüllten Teiglinge im Tiefkühler und bäckst sie nachher wie angegeben oder "tiefkühlst" du die fertig gebackenen Pide und wärmst sie nachher einfach auf? Was ist besser? Danke für deine geschätzte Antwort!

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    1. Ich backe die Pide und wärme sie dann bei Bedarf auf, Basler Dybli. Du kannst sie sicher auch un- oder angebacken einfrieren, da sie bei uns aber meist auf der Arbeit oder unterwegs gegessen werden, mache ich das nicht, sondern backe sie ganz normal fertig und friere sie dann ein.

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    2. Alles klar - danke für deine rasche Antwort!
      Ich kann mir vorstellen, dass sie frisch gebacken noch "einen Zacken" besser munden. Ich werde beides versuchen. Das Rezept ist "gekauft"! :-)

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  6. Oh, wie lecker - das will ich auch haben! Erstmal Erkältung auskurieren und dann wird in ein paar Tagen Pide gebacken. Ich freue mich schon auf deine anderen Varianten für die Füllung.
    Liebe Grüße
    Silva

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