Buttermilch Biscuits

Wenn es Sonntagmorgens mal schnell gehen muss oder Ihr Euch nicht aufraffen könnt zum nächsten Bäcker zu gehen, aber trotzdem etwas frisch Gebackenes auf Eurem Frühstückstisch haben möchtet, habe ich heute genau das richtige Rezept für Euch. Heute backen wir zusammen Buttermilch Biscuits und die sind ratzfatz gemacht!

Ich hab mich im Vorwege ein wenig schlau gemacht, weil diese Biscuits für mich eigentlich nicht anders aussehen als Scones und mir nicht klar war, was denn nun der entscheidende Unterschied zwischen Scones und Biscuits ist, bzw. ob es außer der regionalen Verbreitung noch einen allgemeingültigen gibt. 
Die einen sagen, dass Biscuits luftiger, blättriger und saftiger sind, mit einer Mischung aus Natron und Backpulver gebacken und rund ausgestochen werden, während Scones eine glattere Struktur haben, trockener sind und in Tortenform zugeschnitten werden. Zwei Häuser weiter sieht das dann aber schon wieder ganz anders aus und es wird das genaue Gegenteil behauptet. 

Ich nenne diese Biscuits deshalb Biscuits, weil ich schon ein paar Scones im Archiv habe und mir Biscuits noch fehlen - so einfach ist das manchmal :o) 

Buttermilch Bisquits mit Clotted Cream und Orangenmarmelade
Selbstverständlich schmecken diese Biscuits nicht nur zum Frühstück, sondern auch hervorragend zum Kaffee oder besser noch, Tee. 
Wie Scones schmecken sie großartig mit Clotted Cream* und Marmelade, am besten Orangen*- oder Erdbeermarmelade* und auch am nächsten Tag sind sie noch sehr lecker. Für mich ist dies das erste Biscuits-/Sconesrezept, das ich richtig gerne mag. Bisher waren mir die meisten Rezepte zu trocken und bröselig, diese hier sind perfekt. Knusprig, flockig, blättrig und trotzdem sehr saftig.

Buttermilch Bisquits
Damit die Biscuits auch perfekt gelingen, gibt es ein paar Tipps, die ich Euch gerne ausführlich bebildert zeigen möchte - am Ende des Beitrags gibt's das Rezept dann wie immer in Kurzform.

Trockene Biscuitzutaten
Eine Grundregel für Biscuits und Scones ist, den Teig so wenig wie möglich zu kneten, denn nur so gelingt diese ganz besondere blättrige Struktur. 
Die trockenen Zutaten werden dafür zunächst in einer Schüssel miteinander verrührt, bevor die sehr kalte, kleingeschnittene Butter dazu kommt. Hier ist es wirklich ganz wichtig, die Butter direkt aus dem Kühlschrank zu verarbeiten. Am Besten schneidet Ihr die Butter klein und kühlt sie dann noch einmal im Kühlschrank, dann wird's perfekt. 

kalte Butter im Biscuitteig
Der Teig für Biscuits wird am besten mit den Händen hergestellt, d.h., nicht mit der Küchenmaschine, dem Food Processor oder Mixer, denn nur so hat man die volle Kontrolle über die Konsistenz des Teiges. 
Ich habe mir vor einiger Zeit einen sog. Pastry Blender* angeschafft, der besonders für Mürbe-, Pasteten - und Biscuitteig empfohlen wird. Mürbe- und Pastetenteig gelingt meiner Meinung nach genauso gut im Food Processor* oder Thermomix, für Biscuitteig macht so ein Ding aber tatsächlich einen entscheidenden Unterschied.
Wenn die Butter mit der Hand eingearbeitet wird, erwärmt der Teig durch die Handwärme recht schnell, der Pastry Blender stellt aber sicher, dass sich die Butter nicht erwärmt und dadurch weich wird, sondern sie wird nur zerkleinert und kalt in das Mehl eingearbeitet, wodurch der Teig später deutlich besser aufblättert. 
Wenn Ihr also öfter mal Biscuits und Scones zubereitet, lohnt sich die Anschaffung auf jeden Fall. 

Biscuitteig vor dem Falten
Sobald die Butter und Buttermilch soweit in das Mehl eingearbeitet ist, dass ein bröseliger Teig entstanden ist, wird dieser Krümelkram auf die Arbeitsfläche gegeben und grob zusammengedrückt. Ich klappe den Teig dann ganz ähnlich wie bei einem Plunder- oder Blätterteig übereinander, d.h. er wird insgesamt 4x gefaltet, wodurch die blättrige Struktur noch verstärkt wird. 
Beim Ausrollen gehe ich sehr behutsam vor und drücke den Teig eigentlich fast eher in Form, als dass ich ihn rolle, denn so bleiben die Schichten besser erhalten und drücken nicht zu sehr zusammen. Ihr seht das hier unten recht gut. 

Fertiger Biscuitteig
Da ich es gar nicht mag, wenn Biscuits oder Scones dünn wie ne Flunder sind, rolle ich den Teig insgesamt gut 1,5 cm dick aus und steche dann mit einem klassischen runden Ausstecher* mit ca. 6 cm Durchmesser kleine Teiglinge aus. Nutzt den Teig wirklich optimal aus und setzt den Ausstecher so eng wie möglich nebeneinander, da der später noch einmal verknetete Restteig natürlich nicht mehr so optimal aufgeht, wie dieser. 
Ihr könnt die Biscuitteiglinge recht nah nebeneinander auf ein Backblech setzen, da sie hauptsächlich nach oben, aber nur wenig in die Breite gehen. 

Biscuitteiglinge
Wenn Ihr mögt, könnt ihr die Biscuits mit Milch, Ei oder auch Buttermilch bestreichen, ich lasse sie aber am liebsten einfach nackich, dann sehen sie noch etwas rustikaler aus. 
Die Backofentemperatur ist mit 220°C relativ hoch, aber auch das trägt dazu bei, dass die Biscuits in kurzer Zeit stark aufgehen, außen schön knusprig werden und innen saftig bleiben. 

So, wenn Ihr all diese Tipps durchgelesen habt und akkribisch befolgt ;o), werdet Ihr demnächst auch die wahrscheinlich besten Biscuits ever auf dem Frühstückstisch haben - probiert es unbedingt mal aus!

Schönen Sonntag!

Buttermilch Biscuits
Zutaten
150 g Mehl, Type 550
250 g Mehl, Type 405
2 TL Rohrohrzucker
4 TL Weinsteinbackpulver
1 TL Natron
1 TL Salz
200 g kalte Butter, in kleine Stücke geschnitten
150 g kalte Buttermilch

Zubereitung
Das Mehl mit dem Zucker, Salz, Backpulver und Natron in einer Schüssel vermischen. Die Butter aus dem Kühlschrank nehmen, in kleine Stücke schneiden und zur Mehlmischung geben. Die Butter mit einem Pastry Blender* (Teigmischer) oder alternativ den Händen in das Mehl einarbeiten, bis nur noch sehr feine Streusel übrig sind. Dabei möglichst zügig arbeiten, damit die Butter nicht weich wird. 
Die Buttermilch dazugeben und mit einem Löffel soweit einarbeiten, dass sie vollständig aufgenommen ist. Der Teig ist nach wie vor sehr krümelig. 
Die Teigbrösel auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und rechteckig in Form drücken. Den Teig von beiden Seiten überlappend in die Mitte klappen und wieder zu einem Rechteck flachdrücken. Erneut die kurzen Teigkanten zur Mitte hin einklappen und den Teig gut 1 1/2 cm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. 
Im auf 220°C vorgeheizten Backofen für 15 Minuten backen, bis die Biscuits goldbraun sind, dann auf einem Kuchenrost auskühlen lassen.
*Affiliatelink

Kommentare:

Fritzi hat gesagt…

Danke für das Rezept. Wer keinen Pastry Blender hat, kann auch einfach die trockenen Zutaten auf ein Brett geben und immer wieder mit einem oder zwei scharfen Messern durchhacken. (So macht man Mürbeteig in Frankreich.) Manchmal mache ich das auch in einer großen Schüssel. Die Konsistenz wird großartig.

Ela hat gesagt…

Das klingt wirklich sehr lecker, die hätte ich zu gern zum Frühstück gehabt heute!! Danke für die schöne Inspiration :)
Liebe Grüße,
Ela

Simone von Aus der Lameng hat gesagt…

Die hätte ich auch gerne heute morgen gehabt. Vielen Dank für so eine tolle detaillierte Beschreibung! Werde das dann bald auch mal ausprobieren. Braucht man unbedingt das Natron?

Liebe Grüße,
Simone

Steph hat gesagt…

Simone, ja, Natron ist hier unbedingt erforderlich, da es als Triebmittel wirkt.

Alina hat gesagt…

Liebe Steph,

ich sitze gerade mit sehr großem Hunger vor deinem Blogpost und wünsche mir mal wieder ich könnte all die Leckereien, die ich so auf den verschiedensten Blogs finde, in meine Küche beamen, wenn ich möchte.
Deine Buttermilch Biscuit Brötchen sehen wirklich traumhaft aus und ich kann mir nichts besseres vorstellen als sie mit einer richtig guten und selbstgemachten Marmelade zu verspeisen.
Danke für das Rezept, mit Sicherheit wird es sie - wenn die Zeit dafür da ist - bald zu einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück geben.

Viele Grüße,
Alina von Breakfast-Lullaby

Kerstin hat gesagt…

Kein Witz, so einen Pastry Blender hatte ich neulich in meinem Lieblings - Kitchen - Laden in Hannover in der Hand. Da wusste ich aber nicht wozu dieses " Ding " gut ist. Jetzt weiß ich es und beim nächsten Mal kaufe ich es. Scones hab ich schon oft gemacht, aber diese hier sehen echt besser aus. LG. Kerstin

Cecilia hat gesagt…

Wir haben gerade letzthin genau darüber gesprochen. Und hier ist das Rezept. Genial! Danke vielmals, ich werde es noch diese Woche versuchen!

Anonym hat gesagt…

Oh, wow - die Scones lesen sich schon mal sehr köstlich und sehen absolut lecker aus! Gemessen an der Buttermenge sind das, glaube ich, auch die gehaltvollsten Deiner Scones-Rezepte. Nix desto trotz werde ich mich wohl mal an die Umsetzung wagen. Dank der ausführlichen Beschreibung werden sie auch sicherlich gelingen. Danke schön für das tolle Rezept sagt Hollie

Steph hat gesagt…

Biscuits, Hollie, Biscuits! :o)

Ruth hat gesagt…

Weil ich zu faul zum Kneten oder Hacken des Teiges bin, mache ich Knetteig immer mit meiner uralten Küchenmaschine mit Schlagmesser, das klappt auch hier hervorragend! Die Bisquits sind superköstlich, das Frühstück mit einer Freundin war absolut gelungen...und die Familienmeute war am Nachmittag auch angetan. Danke für das Rezept, Ruth

Anonym hat gesagt…

Hallo Steph, die werden getestet. Vor 25 Jahren beim Usa Austausch gab es immer butter biscuits with strawberry jam zum Frühstück. Und deine Laugenstangen für Hot Dogs lesen sich auch lecker. Danke für deinen Blog mit den schönen Rezepten. Christine

Steph hat gesagt…

Sehr gerne Christine! Es freut mich, dass Dir die Rezepte gefallen

Kerstin hat gesagt…

Sooooo.... Ich habe ihn bekommen den Pastry Blender ( oder Teigmischer) . Und zwar in Köln und da gab es auch auch einen Riesenportionierer. Den hab ich auch gleich gekauft...... Los geht's. Liebe Grüße aus dem Weserbergland Kerstin

Steph hat gesagt…

Wunderbar Kerstin, so bist Du bestens ausgestattet! :o)

 

Nachbarschaft

Auswärts

Nach oben