Rote Beete Ravioli mit Mohnbutter

Manchmal bin ich schon ein wenig merkwürdig, da mag ich eigentlich gar keine rote Beete und was suche ich mir als erstes Rezept aus einem Kochbuch aus? Richtig, eines mit Roter Beete ;o)
Diese Ravioli haben mich aber dermaßen angelacht, dass ich gar nicht anders konnte - außerdem sind sie rosa, bzw. pink und das auch noch ohne künstliche Farbstoffe! 
Das Rezept für diese, nicht nur wunderschönen, sondern wider Erwarten auch bannich leckeren Ravioli stammt aus dem gestrigen Rezensionsbuch Pasta - eine Kunst*, die Rezension könnt Ihr hier nachlesen. 

Obwohl ich anfangs sehr skeptisch war - Rote Beete halt - haben die Ravoli erstaunlich lecker geschmeckt. Mein Mann, der rote Beete liebt, hat sie sogar in den elitären Kreis seiner absoluten Lieblingsravioli gewählt und sogar bei mir sind sie ganz vorne mit dabei. 
Durch die Kombination von Roter Beete und Ricotta Salata verliert die Rote Beete diese muffige Note, die sie oftmals ausmacht. 
Im Originalrezept war geräucherter Ricotta angegeben, da ich den aber nicht in Bio-Qualität bekomme, habe ich Ricotta Salata verwendet und die Füllung mit einer Prise Rauchsalz abgeschmeckt - nicht die schlechteste Idee ;o)
Falls Ihr beides, also Ricotta al forno oder Ricotta salata, nicht bekommt, könnt Ihr sicher auch normalen Ricotta verwenden, evtl. müsst Ihr die Füllung dann aber etwas kräftiger abbinden, weil mehr Feuchtigkeit enthalten ist. Ich gebe dafür immer etwas Panko zur Füllung, Ihr könnt aber auch ein gutes Paniermehl nehmen oder Ihr macht Euer eigenes Mie de Pain, indem Ihr einfach das Innere eines Kastenweißbrotes reibt. 
Schlussendlich sollte die Füllung die Konsistenz haben, wie Ihr sie unten auf dem Bild seht. 

Die Rote Beete könnt Ihr natürlich auch schon am Vortag garen und wenn Ihr zufällig einen Kuchen oder ein Brot backt, dann wickelt die Rote Beete in Alufolie (die Rote Beete vorher ein paarmal anpieksen) und legt sie einfach neben das Brot oder den Kuchen aufs Rost oder das Backblech. 
Die Rote Beete behält so sehr viel mehr Aroma, als wenn man sie kocht, denn das Wasser laugt sie  natürlich enorm aus. Lohnt sich allerdings nur, wenn sowieso etwas im Backofen gegart wird, da sonst der Energieaufwand in meinem Verhältnis steht.  

Die Ravioli selbst könnt Ihr entweder so wie hier gezeigt mit einem Ravioliausstecher machen, oder auch mit einem Klappformer oder einem Raviolibrett. Sogar ein kleines Glas, ein Vorspeisenring oder ein Keksausstecher in der Größe der Ravioli eignet sich sehr gut dazu. 
Bei der Form ist Eurer Fantasie natürlich auch keine Grenzen gesetzt, klassisch rund, halbmondförmig, kleine Päckchen, diese Füllung eignet sich theoretisch sogar für Cannelloni oder Conchiglie

Wichtig bei der Herstellung von Ravioli ist, dass keine oder möglichst wenig Luft in den Ravioli verbleibt, die solltet Ihr daher behutsam herausdrücken. 
Damit beide Teigbahnen besser aneinander haften und sich die Ravioli beim Kochen nicht wieder öffnen, könnt Ihr die untere Teigbahn etwas anfeuchten oder dünn mit Eiweiß bestreichen - wirklich nur sehr dünn, da reicht sehr wenig Feuchtigkeit, sonst weicht der Nudelteig auf. 

Wenn die Füllung nicht zu weich ist,  also nur wenig Feuchtigkeit enthält und gut abgebunden ist, könnt Ihr die fertig geformten Ravioli wunderbar noch einige Stunden auf einem gut bemehlten oder mit Grieß ausgetreuten Backblech lagern, sie lassen sich so sogar einfrieren.
Um sie zu garen, lasst Ihr die Ravioli in siedendes Salzwasser gleiten (ich lasse das Wasser nie kochen, da dann die Gefahr, dass sich die Ravioli öffnen, steigt) und lasst sie ziehen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann noch einen kleinen Moment warten und sie sind fertig. 
Aus dem Wasser nehme ich sie mit einem asiatischen Schöpflöffel*. Einer meiner liebsten Küchenhelfer, war mal bei irgendeinem Wok-Set dabei und ist seitdem im Dauergebrauch, weil die Flüssigkeit, egal ob Wasser oder Frittierfett optimal und maximal abtropft.

Zutaten 

Pastateig 
3 Volleier
1 Prise Salz 
300 g Mehl, Type 405
1 EL Rapsöl

Rote Beete-Füllung
600 g Rote Beete 
1 EL Butter
Rauchsalz (Salish Alderwood) und Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss
1 EL Panko
100 g Ricotta Salata
1 Ei 

Außerdem
3 EL Mohn
3 EL Butter

Nordländer oder Parmesan zum Bestreuen

Eiweiß zum Bestreichen der Ravioli

Zubereitung
Für den Nudelteig die Eier mit dem Salz verrühren und ca. 5 Minuten stehen lassen. Das Mehl und das Öl dazugeben und alles zu einem groben Nudelteig verkneten. In einen Gefrierbeutel geben und mindestens 30 Minuten, besser länger ruhen lassen. Vor der Weiterverarbeitung nochmals zu einem glatten Teig verkneten. 

Füllung
Die Rote Beete in Wasser sehr gar kochen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit einem Pürierstab fein pürieren, dann in etwas Butter bei niedriger Hitze in einer Pfanne dünsten, bis die Feuchtigkeit komplett verdampft ist. Einen EL Panko dazugeben, unterrühren und beiseite stellen. 
Sobald die Rote Beete komplett abgekühlt ist, den Ricotta zerbröseln und zusammen mit dem Ei unterrühren. Mit Rauchsalz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. 

Ravioliherstellung
Den Nudelteig in Etappen möglichst dünn ausrollen, jeweils einen TL Füllung darauf verteilen, eine zweite Teigbahn darüberlegen, evtl. etwas mit Wasser oder Eiweiß befeuchten, die Luft aus den Ravioli streichen, gut festdrücken und Ravioli ausstechen. Auf einem bemehlten Blech zwischenlagern. 

Die Mohnsamen in einem Mörser etwas anquetschen. Butter in einem Topf schmelzen und einmal aufschäumen lassen, dann die Mohnsaat dazugeben, durchschwenken und beiseite stellen. 

Die Ravioli in reichlich gesalzenem, kochenden Wasser gar kochen, auf Tellern anrichten und mit Mohnbutter und frisch geriebenem Käse servieren.

Kommentare:

Sandra hat gesagt…

Das hört sich absolut fantastisch an. Rote Bete sind eine meiner "Entdeckungen". Ich mochte sie lange nicht, weil ich diese eingelegten ganz schrecklich finde. Roh, gebacken oder gebraten sind sie aber eine ganz andere Nummer ;-) Und da ich meine neue Imperia noch nicht ausprobiert habe, ist das die ideale Gelegenheit. Nur mit dem Mohn muss ich mich noch überwinden... Vielen Dank für das Rezept und die Rezension! Ich fürchte, das Buch wandert auf die Wunschliste, obwohl ich dieses Jahr schon so viele gekauft habe.

Ronja hat gesagt…

Das klingt gut - ich mag Rote Beete aufgrund ihres muffigen Geschmacks gar nicht, aber wenn das hier nicht der Fall ist...
Mohnbutter - wieso komme ich nie auf die einfachsten Ideen?

Freya hat gesagt…

Oh mein Gott, ich hab schon bei der Überschrift angefangen zu sabbern ... Ein Wahnsinnsrezept, dafür wird glatt der Kochplan für die nächste Woche noch mal umgeschmissen. Danke!

Ann-Katrin hat gesagt…

Hach ja genau - mit Roter Beete wollte ich es ja auch noch mal versuchen...bin da noch eher Skeptiker :) Aber deine Ravioli sehen wirklich traumhaft schön aus - die müssen ja dann auch schmecken. Trotz Roter Beete. Oder gerade wegen der Roten Beete? Danke auf jeden Fall für das schöne Rezept - ich habe es mir gemerkt :) LG!

Whitelivingno7 hat gesagt…

Hallo Steph,
Voelen Dank für das tolle Rezept:-) da ich in meiner Biokiste gerade Rote Beete hatte und keine Ahnung hatte, was ich damit anstellen soll, damit auch der Männe diese isst, war die Idee mit den Ravioli super.
Und was soll ich sagen, sie haben mir super geschmeckt. Meinem Männe leider nicht so, aber umso lieber hab ich dann noch seine Portion gegessen;-) allerdings habe ich sie in Thymianbutter geschwenkt, da ich Mohn nicht so mag. Ach und dann ist mir irgendwie der Ricotta schlecht geworden:-( sehr doof. Hatte zum Glück aber noch ein bisschen Magerquark zu hause und habe davon zwei Eßlöffel genommen. Hat auch supi geklappt.
Also nochmal vielen Vielen Dank:-)

 

Nachbarschaft

Auswärts

Nach oben