Ravioli mit Kartoffel-Käsefüllung und gebräunter Thymian-Zitronen-Butter

Nachdem ich mich in den letzten Tagen mehr auf dem Sofa rumgedrückt und den KuLa etwas vernachlässigt habe, wird's heut mal wieder besonders ausführlich, denn heut geht's um eines meiner Lieblingsthemen - Pasta! Um genau zu sein, Ravioli! Und dabei kann ich mich ja immer schwer zurückhalten ;o)
Ich weiß, hier geht's in letzter Zeit ein wenig pastalastig zu, aber Pasta ist halt Soulfood pur und davon kann ich zur Zeit gar nicht genug bekommen. 

Dieses Rezept steht schon seit Monaten auf meiner immer länger werdenden Liste, ich hatte sogar schon diverse Male alles dafür im Haus (die Zutatenliste ist ja auch nicht gerade endlos) und stand quasi schon so gut wie in den Startlöchern - wie so oft wurde dann aber doch nix draus und es gab mal wieder etwas anderes ...

Schade eigentlich, denn diese Raviolifüllung ist so lecker wie simpel - nur einige wenige Zutaten, deren Qualität aber entscheidend für das spätere Ergebnis sind. Achtet also unbedingt darauf, dass Ihr gute mehligkochende Kartoffeln und einen kräftigen,  aromatischen Käse verwendet, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. 

So, auf geht's, ran an die Nudel!

Viele kneten den Nudelteig mit der Hand stundenlang bis er so aussieht wie auf dem Foto - ich bin faul, ich mach es mir einfacher und lass die Zeit für mich arbeiten ;o)
Ich gebe alle Zutaten, also Mehl, Eier, Salz und einen Schluck Öl in eine Schüssel und verknete sie so gut es geht mit dem Mixer und noch einmal kurz mit der Hand. Natürlich ist der Nudelteig dann noch sehr klumpig und bröckelig, das wird aber anders, wenn man ihn so wie er ist in einen Gefrierbeutel gibt und für eine halbe oder eine Stunde ruhen lässt. Das Mehl verbindet sich in dieser Zeit mit der Feuchtigkeit der Eier und der Teig wird von allein geschmeidiger und weicher. Er lässt sich dann ganz einfach und leicht zu einem geschmeidigen, nicht klebenden Teig verkneten.

Zum Herstellen von Ravioli gibt es viele Möglichkeiten, man kann die Nudelplatten mit Schüsselchen oder Ravioliausstechern in Form bringen oder auch mit einem Raviolibrett arbeiten. Ich bevorzuge die erste Variante, Raviolibretter sind irgendwie auf Dauer nicht meins - früher fand ich sie mal ziemlich klasse, mittlerweile hab ich meine Meinung aber revidiert. 
Sie sind zwar sehr praktisch, denn man ist beim Füllen und Fertigstellen sehr viel schneller, das Resultat ist für mich aber nicht überzeugend. 
Im Gegensatz zur handgeklöppelten Variante bleibt der Nudelteig dicker und optisch sind sie auch nicht so schön. Für den Alltag aber durchaus eine gute Möglichkeit, schnell viele Ravioli herzustellen.

Für die handgeklöppelte Version rolle ich den Nudelteig aus und schneide dann entweder kleine Nudelplättchen zu, auf die ich jeweils eine kleine Portion Füllung gebe oder ich gebe auf die Nudelbahn in regelmäßigen Abständen etwas Füllung, schlage dann eine weitere Nudelbahn darüber, drücke alles an und schneide die Ravioli auseinander, wie hier sehr gut zu erkennen ist.
Zum Verschließen kann man die Ränder mit ein wenig Eiweiß einstreichen und dann zudrücken oder man drückt sie mit einer Gabel zu, das hält genauso gut. 
Wichtig ist, beim Verschließen der Ravioli die Luft so gut wie möglich rauszudrücken, sonst blähen sich die Ravioli beim Kochen zu sehr auf und platzen. 

In der Formgebung ist man ohne Raviolibrett sehr viel freier, je nach Ausstechform kann man runde, eckige oder durch Überklappen der Teigplatten auch dreieckige oder halbrunde Ravioli herstellen, Raviolibretter bieten diese Möglichkeit nicht, sie unterscheiden sich im Wesentlichen in der Größe, aber bevor ich Euch Raviolibretter vollends madig mache, hier mal eine kleine Anleitung, praktisch sind sie nämlich schon ...
Raviolibretter sind besonders geeignet, wenn man den Nudelteig mit der Nudelmaschine ausrollt, da er dann automatisch auf die richtige Breite ausgewalzt wird. 

Der Nudelteig wird auf die volle Breite der Nudelmaschine ausgerollt und dann auf Länge des Raviolibrettes geschnitten. 
Jeweils eine Bahn auf das gut bemehlte Raviolibrett legen und ganz leicht andrücken. Dabei aufpassen, dass man nicht zu stark drückt, da sich die an den Brettern vorhandenen Zähne sonst durch den Nudelteig drücken. 

Der nächste Schritt ist nicht unbedingt notwendig, kann aber ganz praktisch sein. 
Ich drücke mit dem Ende meines Nudelholzes ganz leicht in die Vertiefungen des Raviolibrettes, so dehnt sich der Nudelteig schon ein wenig.

Je nachdem welche Konsistenz die Füllung hat, diese entweder mit einem Spritzbeutel oder zwei Teelöffeln verteilen.

Eine zweite Nudelbahn darüber legen und vorsichtig mit der Hand runterdrücken, dabei nicht schieben oder rollen, sondern einfach nur von oben nach unten drücken, so wird die Füllung in die Vertiefungen gedrückt und quillt nicht zur Seite raus.

Mit einem Nudelholz Stückchen für Stückchen vor und zurück rollen und dabei die beiden Nudelplatten miteinander verbinden. 
Nicht zu schnell und zu großflächig rollen, das würde die Füllung aus den Vertiefungen drücken.

Das Raviolibrett kippen und die Ravioli herausnehmen. 
Wenn sie sich nicht von allein trennen lassen, einfach mit einem Teigrädchen an den Rändern entlangfahren - fertig!
Bis zum Kochen auf einem bemehlten Backblech aufbewahren.

Zutaten

Nudelteig
200 g Mehl
2 Eier
1/2 TL Salz
2 EL Olivenöl

Füllung
250 g mehligkochende Kartoffeln
250 g Deichkäse, 18 Monate gereift oder ein gut gereifter Bergkäse
1 EL Ricotta
1 Ei
Salz und Pfeffer

Außerdem
Butter
Thymian 

Zitronenabrieb

Zubereitung
Aus Mehl, Salz, Olivenöl und Eiern einen Nudelteig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Minuten ruhen lassen. 


In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und als Salzkartoffeln gar kochen, abgießen und auf der ausgeschalteten Platte sehr gut ausdämpfen lassen. Noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken und komplett auskühlen lassen.
Mit dem frisch geriebenen Deichkäse, Ricotta verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.
 

Den Nudelteig ausrollen und mit einem Ausstecher nach Wahl Quadrate oder Kreise ausstechen. Jeweils eine kleine Menge Füllung in die Mitte geben und die Teigplatte umklappen. Die Luft herausstreichen und die Kanten gut festdrücken.

Ravioli in siedendem Wasser 3-4 Minuten garen, währenddessen die Butter mit dem Thymian und dem Zitronenabrieb aufschäumen und die Tortelli darin schwenken. Sofort servieren.

Abgewandelt nach einem Rezept aus: Lust auf Genuss - Köstliches Italien

Kommentare:

Sarah hat gesagt…

Hui, Erste :-)
Sieht super lecker aus, ich werd's bestimmt die Tage mal ausprobieren...
Hab auch nen kleinen Fehler gefunden, du gibst nämlich auf den Nudelteig eine kleine Portion Nudelteig ;-)
Hoffe die Pasta hat bei dir wenigsten die richtige Soulfood-Wirkung!
Ganz liebe Grüße

Sarah

Christina hat gesagt…

Wow, bei dir sieht Teig irgendwie immer perfekt aus! Nudeln = Soulfood kann ich zu 100% unterschreiben. :-)

The Vegetarian Diaries hat gesagt…

vielen dank für die sehr ausführliche beschreibung. selbstgemachte ravioli stehen schon länger auf der to do liste ;)

lg
the vegetarian diaries

Steffen via Berliner Speisemeisterei hat gesagt…

So ein wunderbares schlichtes und doch raffiniertes Gericht geht hier mit sehr schönen Fotos daher. Ich habe neulich bemerkt, dass man aber doch irgendwie immer die gleiche Sorte an gefüllten Teigtaschen zubereitet. Man hat halt wohl seinen Favoriten.

Juliane hat gesagt…

Oh ja, das sieht super aus. Die Teigkugel ist wirklich perfekt! Ich muss auch bald mal wieder Ravioli machen, Dein Post macht mir wieder richtig Lust darauf :)

Viele Grüße und schöner Tag noch,
Juliane

Anonym hat gesagt…

HAllo Steph,

klingt klasse und wird bald mal gekocht. Super dass Du mal gezeigt hast, wie ein Raviolibrett funktioniert. Damit liebäugle ich schon länger.

Und einen Tipp hab ich auch noch für Dich: Besser als bemehlte BAckbleche sind Küchentücher aus Stoff. Da pappt nichts und die saugen die Flüssigkeit die in der Füllung entstehen kann gut weg :)

Viele Grüße aus dem Süden

Kerstin

Ellja hat gesagt…

Der Teig sieht ja aus wie aus dem Bilderbuch! Das Raviolibrett habe ich auch, aber inzwischen mach ich meine wieder ohne, so ganz freestyle.

Steph hat gesagt…

@ Sarah
Hättste mal gleich gesagt, wo der Fehler war, ich hab mir fast nen Wolf gesucht ;o)

@ Christina
Alles nur ne Sache der Übung ;o)

@ TVD
Viel Erfolg dabei!

@ Steffen
Ich glaub, mein Mitesser würde sich manchmal wünschen, dass es die ein oder andere Ravioli-Kombination mal wieder gäbe - kommt nur nie vor.
Wenn ich mich an die Ravioli mache, dann muss es auch eine neue Füllung sein :o)

@ Juliane
Freut mich sehr, dass Du auch wieder Lust zum Nudeln bekommen hast! :o)

@ Kerstin
Ich verwende ganz bewusst keine Küchentücher, sondern bemehlte, bzw. mit gemahlenem Hartweizengrieß bestreute Backbleche zum "Aufbewahren" von Ravioli.
Die Ravioli trocknen so sehr viel gleichmäßiger.
Generell binde ich Raviolifüllungen auch soweit ab, dass sie nicht genug Feuchtigkeit enthalten um durchzusibbern.

@ Ellja
Freestyle-Ravioli sind eh viel hübscher ;o)

Hesting hat gesagt…

Ich schließe mich Christina an ...

Frau V hat gesagt…

Sehen die gut aus..... Ich kann dir da nur zustimmen! Pasta ist Soulfood pur und davon kann man weder genur essen noch genug drüber reden! :)

Sarah hat gesagt…

OK OK, nächstes Mal bin ich genauer :-)
SORRY!!!

Steph hat gesagt…

@ Sarah
Aber bidde mit exakter Zeilenangabe ;o)

Sarah hat gesagt…

Jep, nächstes Mal schreib ich dann 5. Absatz, 2. Zeile, 11. Wort, wäre das der gnädigen Frau recht?! ;-)

Steph hat gesagt…

Bestens! hihi :o)

IPH hat gesagt…

Das sieht schon nach Profiküche aus und hört sich super lecker an. Zitrone-Thymian find ich eh genial

Claudia B. hat gesagt…

Ob das auch mit Nudelteig ohne Ei klappt? Hast Du das schon mal ausprobiert?

Steph hat gesagt…

@ IPH
Vielen Dank, ist aber wirklich kein Hexenwerk, sondern nur eine Frage der Übung ;o)

@ Claudia
Das klappt sogar sehr gut, ist letztlich nur eine Frage des persönlichen Geschmacks - ich mag halt Nudelteig mit Ei lieber ;O)

steve hat gesagt…

Lecker Pasta! ...sieht wirklich köstlich aus.

Sophie hat gesagt…

Ich sollte auch mal wieder ran. Die Nudelmaschine ist schon ganz eingestaubt. Der Trick mit dem Gefrierbeutel ist mir neu, werd' ich definitiv anwenden – ich gehöre nämlich auch zu den Faultieren ;-)

Cornelia hat gesagt…

Hihi mein Freund wurde direkt gefragt ob er und ich nichtmal Ravioli machen sollen :)
(Ich find ja Männer putzig wenn sie so filigrane Sachen machen sollen *grins*)
Momentan koche ich mich durch deinen Blog und er ist mein Versuchskaninchen da kann er auch helfen xD

TRITIKUM hat gesagt…

MMMhhhh die sehen köstlich aus ich bin derzeit Nudelfanatisch.... ;)
Und nur am Pasta basteln

http://tritikum.blogspot.com/

lieben gruss julia

Steph hat gesagt…

@ Sophie
Kannst natürlich auch Frischhaltefolie nehmen ;o)

@ Cornelia
Viel Spaß beim gemeinsamen Nudeln ;o)

@ Julia
Kann ich sehr gut nachvollziehen ;O)

Raroe hat gesagt…

Eine Frage: Zitronen Thymian Butter,wo ist bitte die Zitrone abgeblieben ?????

Coconut and Vanilla hat gesagt…

Lecker, lecker, klingen diese Ravioli! Habe deinen Blog gerade entdeckt und finde ihn super!
Ich möchte diese Woche auch Ravioli machen, aber gefüllt mit Büffel-Ricotta, den wir aus Italien importiert haben. Freu mich schon drauf. Ich benutze auch dafür das Raviolibrett. Ich finde auch sie werden nicht ganz so optimal, aber dafür sind sie alle gleich schön geformt. Und wenn ich das frei Hand mache, sind sie immer so hässlich ;).
Dein Teigrädchen finde ich übrigens toll. Zwei in einem, witzig.
Grüße Lena

hoppsala hat gesagt…

Endlich bin ich dazugekommen, dieses Rezept auszuprobieren. Köstlich! Die Kombination aus Kartoffel und Käse ist sehr gelungen und lässt sich sehr gut verarbeiten. Wäre ich nie drauf gekommen!
LG

 

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