Poulet Vallée d’Auge - Hühnchen mit Cidre und Apfelbrand

Es ist mal wieder Zeit für ein Lieblingsessen
Wer meinen Kuriositätenladen kennt, wird jetzt wahrscheinlich denken, dass so ziemlich jedes Hühnchenrezept zu meinen Lieblingsrezepten gehört, aber das ist so nicht ganz richtig. Ich liebe Hähnchen - mit Ausnahme von Frikassee in eigentlich jeder Form - habe aber bisher zwei absolute Lieblingsrezepte, mein "spanisches" Paprikahuhn und das sagenumwobene Zitronenhuhn, in dieser Reihenfolge. Seit ca. 2 Monaten haben diese beiden Lieblingshühnchen aber eine ernstzunehmende Konkurrenz, das Cidrehähnchen.
  
Poulet Vallée d’Auge - Hühnchen mit Cidre und Apfelbrand
Das Poulet Vallée d’Auge stammt ursprünglich aus der Normandie, ich hab es aber komplett eingedeutscht, mein Cidrehähnchen ist norddeutsch, aber sowas von!
Die Hähnchenschenkel kommen vom Demeterschlachter aus Schleswig-Holstein und die restlichen Zutaten aus Hamburg oder ebenfalls dem Hamburger Umland. Über den Elbler hab ich euch ja schon häufiger vorgeschwärmt, der Apfelbrand aus dem Alten Land ist aber auch grandios. Er ist sortenrein (Finkenwerder Herbstprinz) und wird 3-5 Jahre fassgelagert, dagegen hat auch ein französischer Calvados keine Chance ;o) 
Erhältlich ist er unter anderem auf dem Isemarkt am Stand des Obsthofs Eckhoff. Ich schau beim nächsten Besuch auf dem Isemarkt, auf welcher Höhe der Stand steht und trag das dann hier nach.
Fast vergessen, auch das Baguette, das wir dazu gegessen haben, stammt natürlich aus Hamburg, vom Bio-Bäcker Springer - das beste Baguette weit und breit! Es hält sich problemlos 2-3 Tage und schmeckt aufgebacken wie frisch.

Poulet Vallée d’Auge - Hühnchen mit Cidre und Apfelbrand
Brust oder Keule? Für mich eindeutig die Keule, mit Hähnchenbrust kann man mich jagen, bzw. ich würde immer die Keule bevorzugen.
Dieses Gericht ist daher nicht nur geschmacklich für mich perfekt sondern auch, weil es sich perfekt mit Hähnchenschenkeln zubereitet lässt, das ist beim Zitronenhähnchen ja leider nicht möglich. 

Welches sind denn Eure Hähnchenfavoriten? Habt Ihr noch Rezepte in petto, die Ihr mir empfehlen könnt? Das Paprika-, Zitronen- und Cidrehuhn führen zwar meine persönliche Bestenliste in der Hähnchen-Hall-of-Fame an, gute Hähnchenrezepte kann man aber ja gar nicht genug haben und wenn wir mal Fleisch essen, dann am liebsten Hühnchen :o) 

Hähnchenschenkel
Zutaten 
2-4 aromatische Äpfel (Topaz, Wellant, etc.) 
4 Bio-Hähnchenschenkel 
Salz und Pfeffer
Mehl zum Bestäuben
Butterschmalz
2 Zwiebeln
50 ml Apfelbrand 
300 ml Cidre (Elbler Flut)
einige Zweige frischer Thymian
100 ml Sahne 

frisches Baguette

Zubereitung
Die Äpfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Äpfel in Spalten schneiden. In einem Bratentopf in etwas Butterschmalz von beiden Seiten anbraten und einige Minuten schmoren lassen, bis die Apfelspalten etwas weich geschmort sind, aber noch Biss haben. Auf einen Teller geben und beiseite stellen. 
Die Hähnchenschenkel am Gelenk mit einem scharfen Messer teilen, salzen und pfeffern und anschließend in Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen. In Butterschmalz von allen Seiten goldbraun braten. 
In der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen und in Streifen schneiden. Die Hähnchen- schenkel herausnehmen und beiseite stellen. 
Die Zwiebelstreifen in Butterschmalz ebenfalls goldbraun braten. Mit Apfelbrand ablöschen und fast komplett einkochen lassen, dann den Cidre dazugeben. Die Hähnchenschenkel in den Sud einlegen Thymianzweige dazugeben und alles zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze ca. 20-30 Minuten mit geschlossenem Deckel köcheln lassen, dann die Sahne dazugeben und evtl. nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. 
Vor dem Servieren die Apfelspalten dazugeben und erwärmen. 
Mit einem frischen Baguette servieren.
Poulet Vallée d’Auge - Hühnchen mit Cidre und Apfelbrand

Kommentare:

Susanne hat gesagt…

Ich kann nix neues beitragen zu Deiner Frage, denn mein liebstes Huhn ist das Poulet Vallée d'Auge....französische Variante. Vielleicht sollte ich es mal einbayrischen, aber da wird es schwierig mit dem Cidre. ;-)

Kirsten@My Kitchen in the Rockies hat gesagt…

Sehr lecker. Auch ich bevorzuge immer den Schlegel. Wie waere es denn mit gegrilltem Haehncehn? Ich bereite das oefters zu, da es auch relativ schnell geht. Das Haehnchen wird halbiert,Brustbein/Wirbelsaeule entfernt, mit Oel und bevorzugten Gewuerzen eingerieben. Meist irgendaws mit Red Chili, wir moegen es schaerfer.Dann kommt es auf den Grill. Zuerst mit direkter Hitze fuer 5 Minuten (skinside down) und dann indirekte (wieder umdrehen), bis es gar ist, d.h. die Temp. zwischen dem Schlegel und Rumpf gemessen 74 C anzeigt.
Jetzt muss ich aber mal sehen, ob ich auch einen guten Cidre bekommen kann. LOoal wird der leider natuerlich nicht sein. Gruesse.

Anonym hat gesagt…

Wie teuer ist denn so ein Bio-Huhn? Sowas wie Demeter gibts hier in der Gegend leider gar nicht. :(

Island Girl hat gesagt…

Verstehe ich das richtig - es gibt Cider an der Elbe? Lg Gudrun

Marieke hat gesagt…

Parmahuhn ist sehr, sehr lecker!! :)

Steph hat gesagt…

@ Kirsten
Wir haben leider weder Balkon, noch Garten - mit dem Grillen ist es daher immer etwas schwierig ;-)

@ Anonym
Die Preise für ein Bio-, bzw. artgerecht aufgezogenes Freilandhuhn differieren enorm - ich hab extra mal auf meiner FB-Seite nachgefragt, was sie anderen so zahlen.
Direkt vom Erzeuger kann man schon Hähnchen für um und bei 10€ das Kilo bekommen, beim Schlachter liegen die Preise aber im Durchschnitt bei 15-20€ pro Kilo.

@ Gudrun
Und was für einen! Wir haben hier ja vor den Toren Hamburgs das Alte Land, da bietet es sich eigentlich sogar an, einen Cidre zu produzieren!

@ Marieke
Was ist denn ein Parmahuhn?

@ restaurant wiesbaden
Wie Sie dem Text hier über dem Eingabeeditor entnehmen können, dulde ich in meinem Blog keine Kommentare, die ausschließlich dazu dienen, unauffällig Werbelinks zu positionieren.
Sollte es nochmal dazu kommen, behalte ich mir ausdrücklich rechtliche Schritte vor - mein Blog ist keine kostenlose Werbeplattform!

Thea hat gesagt…

Hallo Steph, ein neues interessantes Hähnchenrezept kann ich leider nicht beitragen, denn ich liebe Dein Zitronenhuhn heiß und innig.
Mir geht es aber so wie Dir ich möchte nicht immer ein ganzes Huhn braten. Und da ich Cidré oder Cider sowieso gerne mag werde ich als nächstes Poulet Vallée d’Auge machen.
Dankeschön für das Rezept.
Lieben Gruß und hab ne schöne Woche,
Thea

Steph hat gesagt…

Dann wünsche ich Dir viel Erfolg beim Nachkochen udn schon jetzt guten Appetit, Thea! :o)

Hesting hat gesagt…

Mein Dad hat (in der Wetterau, nördlich von Frankfurt/Main) mal für ein Bio-Hühnchen 13 Euro bezahlt. Was es hier in München kostet, weiss ich noch nicht. Ich hab schon einen Hof mit Hühnern im Garten entdeckt, aber noch keinen Menschen gefunden, den ich fragen konnte, ob es dort auch Eier und/oder Fleisch zu kaufen gibt.

Das väterliche Lieblingshuhn wird im Backofen mit reichlich Zitronen und ganzen ungeschälten Knoblauchzehen gegart und die letzten beiden zutschen wir dann beim Essen aus. :-)

Einfacher ist eine von mir kreierte asiatisch angehauchte Version: 1-2 Hühnerbeine mit Ras el Hanout, 5-Gewürze-Pulver oder einer ähnlichen Mischung einreiben, Oel drüber, in der Auflaufform in den Ofen (180° C), nach 15-20 Minuten Frühlingszwiebeln dazu. Ja, ich kauf für mich eher nur Schlegel als ganze Hühner, es fehlen die Mitesser.

Einem guten Hühnerfrikassee bin ich aber auch nicht abgeneigt. Am besten dazu ist Reis mit Käse, so wie früher von unserer Oma zubereitet. Der Reis wird dazu in der Schüssel mit geraffeltem Käse geschichtet.

Sobald ich kann, werde ich mich wohl durch Elines Hähnchenrezepte kochen.

Liebe Grüsse

Anonym hat gesagt…

Hallo Steph, lecker dieses Rezept. Wie wär´s mit ganzen Schalotten statt den kleingewürfelten Zwiebeln? Einfach anbraten und mit schmoren. Super leckere Beilage. Etwas geräuchertes Paprikapulver ist der Hit dazu.

LG Christian
ck@19thfloordesign.com

 

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