Zitronenhuhn nach Marcella Hazan, oder das eindeutig beste Brathühnchen der Welt!

Brathühnchen. 
Bei dem Gedanken daran läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen und sofort muss ich an knusprige, kräftig gewürzte Knusperhaut und saftige Hähnchenschenkel denken. Egal wie satt ich bin, sobald ich den Duft von Brathühnchen in der Nase habe, bekomm ich wieder Appetit und wenn mich niemand stoppt oder mir schlicht die Hälfte oder mehr vor der Nase wegfuttert, schaff ich garantiert auch ein ganzes Huhn alleine. 
Muss ich noch erwähnen, dass ich Brathühnchen liebe? ;o)

Es gibt ja unendlich viele Arten, ein Brathühnchen zu zubereiten und ich hab auch schon viele ausprobiert und gegessen, keines war aber so gut wie dieses - dies ist eindeutig das beste Brathühnchen der Welt. Glaubt einer erfahrenen Brathuhn-Expertin ;o)
Das erste Mal "über den Weg gelaufen", ist mir dieses Huhn bei mipi und stand seitdem eigentlich ständig auf der Nachkochliste - keine Ahnung, warum ich es immer wieder verschoben habe. Als ich nun anlässlich einer Chemo "Die klassische italienische Küche" von Marcella Hazan bekommen habe, war aber kein Halten mehr und sofort klar, dass dieses Huhn als Erstes fällig ist, eine sehr gute Entscheidung!
Apropos, dieses Buch ist tatsächlich so grandios wie sein Ruf. Ich hab erst am Sonntag die Pasta mit Zwiebelsauce zubereitet und wieder waren wir absolut begeistert. Einige wenige, sehr einfache Zutaten, ebenso einfach zubereitet ergaben eine so unglaublich leckere Sauce, dass wir die Portion für 4-6 Personen allein zu zweit aufgefuttert haben - aber dazu ein anderes Mal ;o)

Man kann natürlich eine Beilage zum Hähnchen servieren, bei mipi gab es damals einen mediterranen Kartoffelstampf. Da ich aber ein kapitales Bio-Huhn von 1,7 kg bekommen habe und ich schon vorher wusste, dass man bei einem solchen Essen Prioritäten setzen muss, hab ich nur ein krosses Baguette dazu serviert - perfekt um den göttlichen Bratensaft aufzusaugen.

Ach so, bevor ich es vergesse, kauft bitte kein Discounter-Huhn für 3 €. Mal davon abgesehen, dass bei dieser Zubereitung die Qualität des Huhns noch wichtiger ist, als bei einem mit 1365 Gewürzen marinierten, kann man sich an 3 Fingern abzählen, dass ein Huhn, dessen Leben anscheinend nicht mehr als 3 € wert war, kein artgerechtes Leben gehabt haben kann, sondern Zeit seines Lebens in einer vergitterten Hutschachtel ohne Tageslicht und Frischluft dahin vegetieren musste - von weiteren "Nebenwirkungen" der Massentierhaltung mal abgesehen.
Auch bei uns kommt nur alle paar Wochen oder Monate mal ein Brathuhn auf den Tisch und ist dann tatsächlich ein kleines, bzw. sogar ziemlich großes Festessen das entsprechend gefeiert wird und von dem wir noch tagelang schwärmen und zehren. 
Nutzt dieses Rezept (und das ist wirklich verdammt gut!) dazu, Euch mal ein richtig gutes Bio-Huhn zu leisten, Ihr werdet sehen, bzw. schmecken, dass zwischen einem Discounter- und einem Bio-Huhn (Geschmacks-)Welten liegen.

Zutaten
1 Bio-Poularde (ca. 1,5 kg)
2 kleine oder 1 große Bio-Zitrone
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung
Die Poularde gründlich unter fließendem Wasser reinigen und mit Küchenpapier trocken tupfen.  Von außen und innen mit reichlich Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Olivenöl einreiben, die Gewürze dabei richtig einmassieren.
Die Zitrone unter heißem Wasser reinigen und mit der flachen Hand auf der Arbeitsfläche hin und herrollen, die Zitrone wird dadurch weicher. Jede Zitrone rundherum mindestens 20mal mit einem Schaschlikspieß einstechen und in die Bauchhöhle der Poularde stecken. Die Öffnung mit einer Dressiernadel oder Holzspießchen verschließen, die Öffnung sollte gut verschlossen sein, Luft muß aber noch entweichen können, da das Huhn sonst platzen kann. Die Schenkel an beiden Gelenkenden mit Küchengarn zusammenbinden.
Das Huhn mit der Brustseite nach unten in einen Bräter legen und auf mittlerer Schiene im auf 180°C vorgeheizten Backofen 30 Minuten braten.
Nach 30 Minuten das Huhn umdrehen und weitere 30 Minuten garen, dann die Temperatur auf 200°C erhöhen und noch 20 Minuten weiterbraten, die Haut wird so richtig schön knusprig.
Das fertige Brathuhn zerteilen, den ausgetretenen Saft auffangen und als Sauce mit einem krossen Baguette servieren. 


Und wenn Ihr mipi und mir immer noch nicht glaubt, dass dieses Rezept einfach grandios ist, schaut mal bei der Chaosqueen, zorra und Karin vorbei - die wissen, was gut ist ;o)

Kommentare:

Franzi hat gesagt…

Das tolle Huhn :-D
Da hat dir unser Gespräch am Freitag wohl mächtig Appetit gemacht, was? :-)

Es schaut aber auch wahrlich fein aus.

*knuff*

zorra hat gesagt…

Mir läuft nur beim Anblich schon wieder das Wasser im Munde zusammen. Und es ist eindeutig das einfachste un beste Brathühnchen der Welt!

Dasha hat gesagt…

oh mannnnnn..... am WE gibts Hühnchen ;)lecker

Lena hat gesagt…

Mein Lieblingsbrathuhn ist ähnlich, auch mit ganzen Zitronen gefüllt. Das ist original aber von Shauna Ahern (glutenfreegirl) und göttlich. Sie schmeißt die ganzen Zitronen vorher kurz in kochendes Wasser, dann geben die ihre ätherischen Öle besser frei, und steckt sie dann in das Huhn. Außerdem wird das Huhn mit einer Paste aus Zitronenschale und glaube Kräutern eingerieben. Kann mich jetzt auch nicht haargenau an das Rezept erinnern. Aber das Huhn ist ein Gedicht -saftig, zitronig - und damit kann man jeden überzeugen.
Wahrscheinlich geht es dir mit deinem Lieblingsbrathuhn ähnlich ;).
Grüße Lena

Irene hat gesagt…

Ein wirklich ganz tolles Brathuhn! Ich wurde von Wrthurs Tochter darauf aufmerksam gemacht und wir waren begeistert :-)

Irene hat gesagt…

Sollte natürlich Arthurs Tochter heissen......

PinkPüppi ★ hat gesagt…

Meine Eltern haben dieses Rezept auch schon sehr lange auf Ihrem Plan und ich finde das Hähnchen einfach göttlich...und vor allem so herrlich enfach!

Meinem geliebten Anhängsel ist es zu langweilig...wie den Fond aufstipsen...Fond ist doch keine Soße...wo ist meine Soße und überhaupt wo sind meine Beilagen^^...

Arthurs Tochter hat gesagt…

Oh ja, das IST das beste Brathuhn der Welt, gar keine Frage. Ob es jetzt von Marcella ist oder von Biolek und wer es von wem zuerst nachgekocht hat- keine Ahnung.
Schön finde ich auch noch, wenn es sich so hübsch aufbläht. Ich binde mein Huhn immer bickelfest zu (eben für diesen Aufblaseffekt) aber geplatzt ist es mir noch nie, oder die Haut eingerissen. Unter dem Begriff HOHLRAUMVERSIEGELUNG auch bei mir im Blog zu finden.

Anonym hat gesagt…

Ja genau, das beste Brathühnchen ist das.
Ja genau, das Buch von Frau Hazan ist eines meiner liebsten und besten im Regal.
Ja genau, Deine Anmerkungen, was man beim Kauf eines Hähnchens beachten sollte, kann ich nur unterstreichen. Ich versuche auch mein Umfeld dafür zu sensibilisieren......
VG,
Claudi

Steph hat gesagt…

@ Franzi
Hähä, nicht ganz, das Rezept stand schon letzte Woche aufm Plan - musste ja so schnell wie möglich unter die Menschheit ;o)

@ zorra
Schnell was hinterher trinken ;o)

@ Dasha
Sehr gute Idee!

@ Lena
In diesem Fall werden die Zitronen ja mehrfach rundherum angepiekst, dadurch tritt noch eine Menge Saft aus, der sein Aroma abgibt.
Ansonsten ist es gerade die puristische Würzung mit Salz und Pfeffer, die dieses Huhn so besonders macht.

@ Pink Püppi
Wie jetzt, das is doch die göttlichste Sauce überhaupt, ich hätt die so weglöfeln können - Banause ;o)

@ AT
Den Aufblaseffekt find ich eher zweitrangig. Hauptsache, das Hund schmeckt so wie es schmeckt, dann bin ich schon im 7. Himmel.

Ansonsten denke ich, dass es auf jeden Fall Macella Hazan war, die das Rezept als Erste publiziert hat. "Die klassische italienische Küche" wurde 1972 auf englisch herausgegeben - Alfred Biolek hat ja erst gute 20 Jahre später angefangen im Fernsehen zu kochen.

@ Claudi
Wenn Du das Buch hast, probier unbedingt mal diese Zwiebelsauce (S. 171) aus, die ist soooooooo grandios!

Steph hat gesagt…

HUHN, kein Hund! Nein, wir essen keine Hunde!
MannMannMann, nicht, dass hier noch Gerüchte entstehen ;o)

PinkPüppi ★ hat gesagt…

@Steph...da kann ich dir absolut recht geben nur nicht zu exotisch, extravagant oder gar vegetarisch...aber bitte auch nicht zu puristisch^^ Bei traditionellem Bratengesockse ist er dafür immer hin und weg

..... das exotisch, extravagante, vegetarisch/vegane und puristische hebe ich mir dann für die "jeder kocht sich selbst was" Tage auf^^

Anonym hat gesagt…

Aaahhh schon verbessert. Ich als großer Hundefreund bekam schon Schnappatmung..... ;-)
Die Sauce habe ich mir schon markiert, nachdem ich Deine Lobeshymne gelesen habe.
VG,
Claudi

kochtrotz hat gesagt…

Ich werde es auf jeden Fall nachkochen. Mir scheint, ich krieg meinen Mann dann endlich dazu Brathühnchen zu mögen. Ich selbst bin ein großer Brathähnchen-Fan.

Steph hat gesagt…

@ Püppi
So geht's mir mit Spargel-, Spinat-, Pilz-, Kirsch-, Nuss-Gerichten - die hab ich auch für mich alleine und muss schauen, dass ich sie ab und zu mal für mich alleine mache *soifz ... ;o)

@ Claudi
Hab ich mir schon gedacht, dass dieser Kommentar Deine Herzfrequenz zu poltern bringt ;o)

@ Kochtrotz
Wie, es gibt Menschen, die überhaupt kein Brathühnchen mögen? Wat datt ni alln' s gifft! ;o)

mipi hat gesagt…

Da kann ich nur beipflichten: Es ist das beste Huhn. Die mediterranen Stampfkartoffeln solltest Du aber auch nicht von Deiner Nachkochliste streichen. Sie sind dazu der Hit.

Schnuppschnuess hat gesagt…

Da ich den mediterranen Kartoffelstampf kenne und geradezu süchtig danach bin, sach ich mal so: wenn das Hühnchen nur annähernd so schmeckt wie die Kartoffelpampe, weiß ich nicht, was ich in Zukunft noch essen soll. Außer Zitronenhuhn mit Stampfkartoffeln. Ein superteures Huhn liegt noch in der Truhe - bio - und ich habe mir überlegt, was ich mit dem exklusiven Teil anstellen soll. Jetzt weiß ich es, das mache ich Ostern.

Paule hat gesagt…

Ich hab's bei zorra das erste Mal entdeckt und es ist das allerbeste was man einem Hähnchen antun kann. Wird es bei uns auch zu Ostern geben. Mir läuft jetzt schon das Wasser im Munde zusammen.

Riedmiller hat gesagt…

Hallo, ich bin die Marion aus der Toskana, ein Super-Rezept man kann sagen ein Klassiker, in der Toskana kommt zur Zitrone noch ein Zweigchen Rosmarin und ein Lorbeerblatt, es ist aber auch ohne perfekt... bis bald ...

Steph hat gesagt…

@ mipi
Der Kartoffelstampf ist für's nächste Mal gesetzt - gegen diese Übermacht kommt man ja nicht an ;o)

@ Jutta & Paule
Dann weiß ich ja schon, wo ich Ostern vorbei komme - könntet Ihr die Hühner dann vielleicht auf zwei aufeinander folgenden Tagen zubereiten? So komm ich gleich 2x hintereinander in den Genuss ;o)

@ Riedmiller
Das Lorberblatt und den Rosmarinzweig werd ich vielleicht das nächste Mal ausprobieren - vielen Dank für den Tipp!

Schnuppschnuess hat gesagt…

Es war so herrlich, du hast so überhaupt nicht zuviel versprochen und wir haben *schäm* fast das ganze Viech aufgegessen. Mit mipis Stampfkartoffeln, aber mit Bärlauch statt Basilikum. Oh nee, ich konnte nicht mehr piep sagen. Als ich Norbert die Zutatenliste vorgelesen habe, hat er einen Lachanfall bekommen. Wir konnten uns beide nicht wirklich vorstellen, dass das Huhn so einschlägt. Hat es aber. Danke für die Erinnerung an das Rezept!

Steph hat gesagt…

Hähä, rate mal, was es gestern bei uns gab ;o)

Freut mich sehr, dass Euch das Huhn auch so gut geschmeckt hat!

Alice hat gesagt…

Spät aber besser als nie :) das Hun ist gerade in meinen Backofen gewandert... ich bin sehr gespannt!

Steph hat gesagt…

Ich hoffe, es hat Dir ebenso gut geschmeckt wie uns! Hier wird's das Huhn sicher auch bald wieder geben, ist schließlich das perfekte Sommerhuhn :o)

 

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