Räuchersaiblings-Pâté

Klingt unglaublich exklusiv, oder? Tatsächlich isses aber nur ein anderer Name für eine Räuchersaiblings-Creme - einem kinderleicht und minutenschnell herzustellenden, grandios leckeren Brotaufstrich, der trotzdem etwas Besonderes ist.
Seit wir unseren Fischkonsum nicht nur eingeschränkt haben, sondern auch sehr darauf achten, welche Fischarten wir essen, ist der Saibling (und auch die Forelle) immer mehr zum Fisch unserer Wahl geworden. Nicht nur, dass er ganz ausgezeichnet schmeckt, wir haben auch das Glück, auf dem Isemarkt einen Fischstand zu haben, bei dem wir Bio-Saiblinge und -Forellen bekommen, die nicht mit Fischmehl gefüttert werden, das aus Beifang hergestellt wird, sondern aus Fischresten nachhaltiger Fischerei. Dieser Punkt wird immer wieder gern übersehen, denn man darf nicht vergessen, dass beispielsweise: 
  • für 1 Kilo konventionell gefischte Garnelen bis zu 9 Kilo! andere Meerestiere (sogenannter Beifang, der wieder über Bord geworfen wird und dort meist verendet) getötet werden oder
  • für ein Kilo konventionell gezüchteten Lachs oder andere Raubfische wie Forellen, Saiblinge, usw. 5 Kilo! in der Regel wildgefangene "Futterfische" in Form von Fischmehl verfüttert werden müssen.

Die konventionelle Fischzucht ist also auf Dauer keine Lösung, sondern sie verschärft das eigentliche Problem sogar noch. Die einzige Lösung ist, den Fischkonsum drastisch! zu reduzieren, nicht jeden Freitag Fischstäbchen, das obligatorische Schlemmerfilet, die Sushi-Box mit Thunfisch, Lachs und Garnelen, ne Tüte Fish'n'Chips in der Fußgängerzone oder das Fischbrötchen beim Marktbummel zu essen, sondern Fisch als das zu betrachten, was es mittlerweile ist - eine sehr exklusive Delikatesse, die man sich wirklich nur zu besonderen Anlässen gönnen sollte. 
Bei uns war Silvester eine solche Gelegenheit, daher gab es bei der Gelegenheit nicht nur die bereits letzte Woche gebloggte Krabben Bisque und einen leckeren Krabbencocktail (das Rezept kommt demnächst), den ich aus dem übrigen Krabbenfleisch hergestellt hab, sondern eben auch diese Saiblings-Pâté - ein wunderbare Creme, die auch ganz toll als Vorspeise passt.

Für alle Hamburger oder Niedersachsen aus der Lüneburger Heide hier noch die Adresse der Forellenzucht Benecke, die neben Bio-Saiblingen und -Forellen auch Räucherfisch, gebeizte Wacholder-Saiblinge und Saiblings-Pastete im Angebot hat. Auf dem Isemarkt ist der Stand ganz hinten (oder halt vorne, je nachdem, aus welcher Richtung man kommt ;o) ) an der Hoheluftchaussee zu finden.

Forellenzucht Benecke 
An den Fischteichen 1 
29585 Jelmstorf/Bruchtorf 
Tel.: 05823 / 1811

Zutaten
1 geräucherter Bio-Saibling
150 ml Crème fraîche (je nach Größe des Saiblings evtl. mehr)
1/4 TL Zitronenpulver oder der Abrieb einer unbehandelten Bio-Zitrone
1/2 Bund Dill
1 EL frisch geriebener Meerettich
2 EL körniger Dijonsenf
Salz und Pfeffer
Piment d'Espelette

Zubereitung 
Den Saibling häuten und entgräten und zusammen mit der sehr kalten Crème fraîche in einem Food processor pürieren. Den Dill fein hacken und zusammen mit dem Meerrettich, Senf und den Gewürzen nach Geschmack vermischen. 
Auf frischem Baguette oder Vollkornbrot genießen. 

Kommentare:

Katharina hat gesagt…

Danke für die Adresse des Fischhändlers bzw. -züchters. Ich tu mich ehrlich gesagt immer recht schwer, im "Fisch-Dschungel" durchzusehen. Fisch gibt's bei uns auch nur noch selten, unter anderem auch deswegen, weil wirklich guter Fisch einfach irre teuer ist, und seien wir mal ehrlich: jeden Tag top Bio-Qualität bei Fisch und Fleisch geht auch bei zwei guten Einkommen nicht. Und auch mit Bio-Qualität ist ständiger Konsum keine Alternative.
OMG - ich fange schon wieder an mit meinem Lieblings-Aufregerthema. ;-) Eigentlich wollte ich nur sagen: Vielen Dank für die Adresse - und die Paté sieht extrem köstlich aus, die hätte mein Schwarzbrot jetzt auch gern. :-)
Liebe Grüße, Katharina

Ekolabine hat gesagt…

Also auf Fisch verzichten ist für mich nicht schwer, vorallem im Winter. Im Sommer mag ich doch hin und wieder gegrillten Fisch. Mein Faible sind eher die Garnelen. Ich liebe die Dinger *_*
Ich finde es toll, dass du bei diesem Thema immer wieder drauf hin weist und Tipps gibst, auf was man achten sollte. Auch die Links in deinem Blog finde ich super, so kann ich mich informieren. Es stört mich echt gewaltig, dass alle immer vom Biofisch reden, aber nicht sagen, wo man denn genau die Infos für sowas findet.
Dankeschön hierfür ^^

Sandra hat gesagt…

Die Creme sieht sehr lecker aus! Nachdem wir letzte Woche erst in Stralsund waren, bin ich sowieso auf dem Fisch-Trip. Da kommt mir dieses Rezept gerade recht! :-)

Suse hat gesagt…

Ich kenne den Hof noch gar nicht, obwohl der nur ca. 20 km von mir entfernt ist, allerdings in eine Richtung, in die ich nur selten fahre :o)
Da werde ich demnächst mal vorbeischauen.
Bei der Gelegenheit habe ich doch tatsächlich noch eine weiteren Forellenhof mit Biofisch in der Heide gefunden.
Danke fürs Anstoßen.

linaliebt hat gesagt…

..recht hast du.. aber mir fällt es schrecklich schwer, auf alles was beachtet werden sollte, zu achten.. ich wohne direkt an der nordsee, so gibt es bei uns wenigstens frischen fisch und ich kann zwischen vielen händlern wählen, hier bekommt man fisch sogar direkt vom kutter, aber das macht das ganze nicht einfacher, weswegen ich solche texte, wie deinen, immer wieder gerne lese. das macht mir dann ein klitzekleines schlechtes gewissen und ich denke wieder drüber nach...

was dein rezept angeht, sieht sehr lecker aus ;-)

liebe grüße

Nadja hat gesagt…

Bei uns gibt es auch nur mehr gaaanz selten Fisch, und wenn, dann aus heimischer, ähm, Produktion. Ein grausliches Wort im Bezug auf Lebewesen, übrigens.
Forelle mag ich besonders gerne, aber wenn du mir da so vorrechnest, wie viel Fisch die fressen müssen, um fett zu werden, dann vergehts mir schon wieder mit dem Fischessen. Gut, dass ich so gerne fisch- und fleischlos esse, denn so kann man sich ab und zu was Gutes gönnen und hat nicht so oft ein schlechtes Gewissen.

Liebe Grüße
Nadja

P.S.: Ob dein Rezept auch mit Räucherforelle was wird? Was meinst du?

oh-mimmi hat gesagt…

Hm, guter Hinweis! Wir haben selbst einen Fischteich mit Saiblingen ... aber um ehrlich zu sein, hab ich mich noch nie damit auseinandergesetzt aus was das Fischfutter hergestellt wurde ... sollte ich unbedingt beim nächsten Einkauf darauf achten!

Christel

Su hat gesagt…

hab mir entsprechende einkaufslisten schon zigmal angeschaut aber noch nie wirklich durchgeblickt. da ich leider in einer fischfreien stadt wohne und häufiger mit tk-ware vorlieb nehmen muss, achte ich auf das msc-siegel (auch wenn es nicht das non plus ultra ist). ernähre mich dafür fast alle tage rein pflanzlich :)

Britta hat gesagt…

Eines der Dinge, die mir hier am besten gefallen, dass du auch mal auf Missstände hinweist bzw. wie kann man es besser machen.

Ich liebe, liebe, liebe Meeresfisch und verkneif ihn mir aber sehr oft, eben aus den genannten Gründen.
Oder nehme eben den tollen Zander oder Saibling/Forelle.

Wenn jeder nur ein bisschen mehr darauf achten würde *seufz*
Es braucht nicht jeden Tag Fleisch, es braucht nicht andauernd Fisch.
Dann gäbe es dieses ganzen Malheur mit Überfischung und Massentierhaltung nämlich auch nicht in diesem Ausmaße.

Steph hat gesagt…

@ Katharina
Da hast Du absolut Recht, wir könnten uns Bio-Fleisch und nachhaltig gefischten Fisch auch gar nicht so oft leisten - daher lieber selten und dafür auf die Qualität und die Herkunft achten. Außerdem schmeckt vegetarische Küche mindestens genauso gut ;O)

@ Ekolabine
Es freut mich sehr, dass ich mit den Links behilflich sein kann - genau dafür sindse da ;o)
Und Du hast Recht, es ist nicht gerade hilfreich, immer nur mit dem erhobenen Zeigefinger anzumahnen, nur Bio-Fisch und -Fleisch zu essen, wenn man nicht gleichzeitig auch die Bezugsquellen verrät.

@ Suse
Oh, wenn Du noch andere Bezugsquellen in der Umgebung hast, wäre ich Dir für nen Tipp sehr dankbar!

@ lina
Genau das sollte der Beitrag bewirken, einen kleinen Anstoß geben und zum Nachdenken über die eigenen Einkaufsgewohnheiten anregen - es freut mich sehr, wenn ich das erreicht habe.

@ Nadja
Oh Miste vergessen, ich wollte noch Alternativ-Fischarten genannt haben...
Natürlich kann man den Saibling auch durch eine Forelle austauschen, das klappt sogar ganz wunderbar und man schmeckt kaum einen Unterschied. Ich hab's auch schon mit Makrele gemacht, die bekommt man nur sehr selten nachhaltig gefischt.

@ Christel
Es würde mich sehr freuen, wenn der Beitrag das bewirkt hat!

@ Su
Das ist auf jeden Fall schon ein sehr guter Anfang und sehr viel mehr, als die meisten Menschen tun!
Zumal keinen Fisch zu essen natürlich immer noch am schonendsten für die Meere ist, von daher liegst Du mit Deiner hauptsächlich vegetarischen Ernährung ja ganz weit vorne ;o)

Julia hat gesagt…

Toller Post. So eine Fischcreme auf Schwarzbrot ist der absolute Brüller. Nur schade, dass die "Beschaffung" wirklich schwierig ist. Vielleicht habt Ihr "Nordlichter" da einen gewissen Heimvorteil - zumindest was Meerfisch betrifft.

Steph hat gesagt…

@ Julia
Vielen Dank!
Bei uns hat es auch ne Weile gedauert, bis ich eine wirklich richtig, richtig gute Quelle für Fisch aufgetan hab. Aber jetzt sind wir eigentlich wunschlos glücklich ;o)

 

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