Biergulasch ~ Carbonade Flamande

Wenn ich Gulasch oder andere Schmorgerichte koche, dann fange ich unter 2 kg Fleisch gar nicht erst an. Nicht, weil ich so ungewöhnlich verfressen bin (nehein, wirklich nicht ;o) ), sondern weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Schmorgerichte einfach besser schmecken, wenn sie in größeren Mengen zubereitet werden - gilt übrigens für für alle, also auch vegetarische Schmorgerichte.
Natürlich können und wollen wir solche Mengen aber nicht auf einmal essen, also müssen die üppigen Reste irgendwie haltbar gemacht werden. Mein Gefrierschrank ist leider nur sehr klein, also bleibt nur eins: Einwecken!

Biergulasch ~ Carbonade Flamande
Das Problem beim herkömmlichen Einwecken von Schmorgerichten ist zumeist, dass das Fleisch nach der normalen Schmorzeit im Topf und dem anschließenden 90minütigen Einwecken knochentrocken ist und genau deshalb habe ich mir eine neu Methode überlegt, ich koche das Gulasch nur verhältnismäßig kurz im Topf und fülle es schon nach 45 Minuten in die Gläser um, wo es dann bei sanften 100°C für 90 Minuten vor sich hinsimmern kann. 
Das Fleisch bleibt auf diese Weise ganz wunderbar zart und man hat gleich noch ein paar Portionen für später im Vorratsregal.

Ich hab das jetzt bereits mehrfach ausprobiert, sowohl mit normalem Wiener Saftgulasch als auch mit diesem belgischen Biergulasch und ausschließlich sehr gute Ergebnisse erzielt, so dass dieses Art der Haltbarmachung bei uns ein neuer Standard ist - demnächst werde ich es auch mit Rouladen versuchen, das müsste ja prinzipiell auch funktionieren. 

Also, ran an den Schmortopf und kräftig Einwecken :o)

Biergulasch ~ Carbonade Flamande eingeweckt
Zutaten
2 kg Rindergulasch
Mehl zum Bestäuben
Butterschmalz
1 Gemüsezwiebel
1 Flasche Hövels 
1 Flasche Guinness
2 Bouquet Garni*
2 EL Essig Schwarzessig (alternativ Balsamico)
Salz und Pfeffer
5 Scheiben Frühstückskuchen* (150 g)
2 EL mittelscharfer Senf 

Zubereitung
Das Fleisch waschen, trocken tupfen und in ca. 3x3 cm große Stücke schneiden. Butterschmalz in einem Schmortopf erhitzen und die Fleischstücke darin in Etappen von allen Seiten anbraten. Nicht zuviel Fleisch auf einmal in den Topf geben, da er sonst zu sehr runterkühlt und das Fleisch nicht mehr scharf anbrät, sondern kocht. 
Wenn das ganze Fleisch angebraten ist, zurück in den Topf geben und etwas mehlieren. Nochmals einige Minuten bei mittlerer Hitze schmoren lassen - darauf achten, dass der Bodensatz nicht zu schwarz wird, sonst wird die Carbonade leicht bitter.
Fleisch aus dem Topf nehmen und beiseite Stellen.
Die Zwiebeln anbraten und bei mittlerer Hitze anschwitzen, bis sie eine goldene Farbe haben, sie sollen nicht zu braun werden.
Mit Bier ablöschen und das Fleisch, sowie die Bouquets garni dazugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann den Frühstückskuchen mit Senf bestreichen und auf das Gulasch legen.

Ca. 3 Stunden im geschlossenen Topf bei niedriger Hitze schmoren lassen. Die Flüssigkeit soll nur leise simmern.

Schmoren im Weckglas
Alles wie oben beschrieben vorbereiten und das Fleisch ca. 45 Minuten im Topf schmoren. 

In der Zwischenzeit die Gläser gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen und gut mit klarem Wasser ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Die Twist Off-Deckel, sowie die Gummiringe für die Bügelgläser 5 Minuten in kochendem Wasser auskochen.
Das Gulasch nochmals abschmecken, dann in die Weckgläser füllen und fest verschließen. In einen Weck- oder einen anderen Topf, der groß genug ist und sich verschließen lässt, stellen. Das Wasser sollte ungefähr die Temperatur des Gulaschs haben. Bei 100°C erhitzen und für 90 Minuten köcheln und gleichzeitig einwecken. Die Gläser herausnehmen und vollständig abkühlen lassen.
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Kommentare:

Krissie hat gesagt…

Hast Du Erfahrungen, wie lange sich das auf diese Weise eingeweckte Fleisch hält?

Vielen Dank,
Krissie

Anonym hat gesagt…

Da auch mein Gefrierschrank etwas zu klein ist, koche ich seit ca 3 Jahren diverse Lebensmittel in Einkochgläser ein. Aber immer wieder habe ich gelesen, man soll kein Mehl oder andere Bindemittel benutzen, da in diesem Fall die Gläser mit Gummiringen aufgehen können. Rouladen habe ich auch mit großem Erfolg eingeweckt. Aber ich koche die Rouladen etc. alle komplett fertig gegart ein und sterilisiere dann im Backofen alles.Aber das eine oder andere Glas ist auch schon aufgegangen und da ich es zu spät bemerkte, war der Inhalt leider schlecht. Den Grund habe ich bis jetzt nicht herausgefunden. Liebe Grüße Monika K.

Katha hat gesagt…

Ui - Biergulasch gabe es bei mir letztens auch, das ist schon lecker :) Gulasch einwecken kannte ich bisher noch nicht, bei mir landen Reste immer im Tiefkühler. Ist aber auch eine schöne Idee!

Anonym hat gesagt…

Wie lange müsste das Fleisch denn schmoren, wenn es nicht eingeweckt wird?
Und zerfällt der Frühstückskuchen irgendwann oder bleiben da Stücke von im Gulasch?
LG, Marina

fischkutter hat gesagt…

Ich liebe die Limonade von Fentiman, die sich hinterm Gulasch versteckt. Das Fläschli ist schon so stylisch ;)
Coole Idee mit dem Einwecken - spart wieder Platz im Tiefkühlfach!

Liebe Grüsse

Oslo hat gesagt…

Hi Steph,
danke fürs Rezept, ich glaub, das mach ich am Wochenende... Mann, hab ich grad einen Jieper, wenn ich die ganzen Leckereien hier sehe!
Liebe Grüße,
Christiane

unsermeating hat gesagt…

Liebe Steph!
Das Gulasch sieht sooo gut aus, bei mir gab es das zufälligerweise am Sonntag ganz ähnlich: mit belgischem Bier und einer Scheibe Bauernbrot mit Senf drauf, die dann langsam verkocht ist. Ich hätt mich reinsetzen können! Die Idee mit Einwecken ist auch super für spontane Gelüste ;-)
Grüße aus dem Süden der Republik, Miriam

Stephan hat gesagt…

Hallo Steph,

im Topf schmorst Du 3 Stunden - im Einmachglas insgesamt nur 90 Minuten? Warum der Unterschied?

was wäre denn eine gute Größe beim Einmachglas?

Danke,
Stephan

 

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