Brotkörbe aus Brotteig

Ich bin zwar handwerklich einigermaßen begabt, kann Bohren, Hämmern und Sägen, wenn es aber um feinere Handarbeiten wie Häkeln, Stricken und Nähen geht, bin ich eine absolute Niete. Flechten geht glücklicherweise gerade noch so und Weben kriege ich auch einigermaßen hin - Nadeln sollte man mir aber nicht in die Hand geben, das Ergebnis ist nicht schön, wirklich nicht... 
Glücklicherweise musste ich beim Basteln dieser Brotkörbe aber weder stricken noch nähen, sondern nur ein wenig weben und flechten. Das krieg auch ich gerade noch so hin und außerdem macht den persönlichen Charme ja gerade eine gewisse rustikale Note aus. 

Brotkorb
Nachdem ich vor einigen Jahren bereits Suppenschüsseln aus Brotteig gebloggt habe (Vorsicht, Gruselfotos!), die sich prima für Dipps und Aufstriche, aber auch Suppen eignen, habe ich heute eine Bastelanleitung für alle unter Euch, die keinen Brotkorb haben, aber einen für das Sonntagsfrühstück brauchen, oder auch diejenigen, die den Frühstückstisch gerne ein wenig pimpen möchten.
Diese Körbe machen sich auch prima auf einem Buffet oder einer Party, Ihr könnt sie ein paar Tage vorher backen oder, wenn Ihr sie tatsächlich auch essen möchtet, auch am Vortag herstellen und dann noch einmal aufbacken. 

Brotkörbe in verschiedenen Größen
Für die Zubereitung, bzw. als Unterbau habe ich einfache Metallschüsseln von IKEA verwendet, die gibt es dort für wenig Geld und sie sind beispielsweise auch ideal für ein Wasserbad geeignet, bzw. um etwas über einem Wasserbad aufzuschlagen. 
Damit die Teigstreifen auch an der Seite gut halten und nicht während des Webens von der Schüssel rutschen, habe ich die Schüsselaußenseite gebuttert. Nehmt kein Öl, sondern wirklich Butter, weil die fester ist, den Teig während des Webens nicht aufweicht und sie auch mehr Halt verleiht.

kleiner Brotkorb
Wenn Ihr es gerne etwas farbiger mögt, könnt Ihr den Teig auch mit Spinat-, Tomaten- oder anderen Gemüsepulvern oder auch mit Tomatenmark, Sepiatinte, Kurkuma, usw. usf. einfärben. Achtet nur darauf, dass Ihr, sofern Ihr Farbstoffe verwendet, die Feuchtigkeit enthalten, so wie Tomatenmark oder Sepiatinte, noch etwas Mehl zufügt, da der Teig sonst zu weich wird und sich nicht mehr so exakt verarbeiten lässt. 

Ich habe einen Brotteig verwendet, der durch die Milch und die enthaltene Butter etwas schwerer und nicht so weich ist, Ihr könnt aber natürlich auch einen Brotteig Eurer Wahl verwenden. Er sollte nur eine gewisse Festigkeit besitzen, damit die Teigstreifen während des Webens und auch während des Backens ihre Form behalten. 

Schwein gehabt...
Zutaten 
500 g Mehl
20 g Frischhefe
50 g Milch 
300 g Wasser
30 g Butter
10 g Salz 

Zubereitung
Das Mehl in eine Schüssel geben und mit einem Löffel in der Mitte eine Mulde hineindrücken. Die Frischhefe zerbröseln und in die Mulde geben. Die Mulde mit Milch auffüllen. 
Ca. eine Viertelstunde stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu "arbeiten", es steigen dann kleine Bläschen auf. Die restlichen Zutaten dazu geben und alles mit dem Mixer oder der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. Abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.

Teigstreifen
Die Arbeitsfläche gut bemehlen und den Teig ca. 0,3 cm dick ausrollen. Je nach gewünschter Brotkorbgröße den Teig in 0,5 - 1 cm breite Streifen schneiden. Ich verwende dafür ein Lineal mit Metallkante und einen Teigrädchen. 

Teigstreifen
Die Metallschüssel außen gründlich buttern und zwei Teigstreifen überkreuzt darauflegen. Zwei Teigstreifen neben den unteren Streifen legen, dabei je nach Vorliebe ein paar Millimeter Platz lassen. Weitere Teigstreifen einweben, dafür die Streifen, die über dem einzuwebenden Streifen liegen sollen, hochklappen, den neuen Streifen darunterlegen und die hochgeklappten darauf legen und etwas andrücken. 
So weiterverfahren, bis das Korbgeflecht komplett ist.

Brotkorb ohne Rand
Die überstehenden Teigstreifen mit einem Teigrädchen entfernen, dann einen Dekorand herstellen. Das kann ein schlichter, etwas breiterer Teigstreifen sein oder auch ein geflochtener Zopf. 
Die Stellen, an die die Abschlusskante gedrückt wird, mit etwas Wasser befeuchten, dann die Abschlusskante randrücken.

Brotkorb vor dem Backen
Im vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten bei 180°C backen. Nach 30 Minuten herausnehmen, vorsichtig die Metallschüssel entfernen und den Korb umgedreht, also mit der Öffnung nach oben, zu Ende backen. 

Kommentare:

Flöckchen hat gesagt…

Guten Morgen,

was für eine tolle Idee!

Ich glaube, wir werden dieses Jahr zum Osterbrunch einladen... bei den vielen tollen aussergewöhnlichen Ideen! Habe richtig Lust zu werkeln!

Aber sage einmal.... Was ist das denn für eine rattenscharfe Deko über Deiner Heizung? Kann man die irgendwo erwerben oder ist das ein Unikat? Ich bin ja richtig verliebt!

LG
Marion

Corinne von Coco's Cute Corner hat gesagt…

Wow, Steph! Mit jedem Beitrag haust du mich wieder von Neuem aus den Socken. So hübsch!

Alles Liebe,
Corinne

Die Kochpsychiater hat gesagt…

Das ist ja soooooo super!
Und deine Anleitung ist klasse. Sie macht richtig Mut zum loslegen.

Evi hat gesagt…

Hallo Steph,

das ist eine geniale Idee! Und das sieht sowas von toll aus!

Danke auch für die tolle Anleitung! :-)

Liebe Grüße,
Evi

Helena hat gesagt…

Sooo klasse die Idee! Danke :)

Liebe Grüße,
Helena

Kiki hat gesagt…

ach, das sieht ja sehr schick aus :) ich glaube, das wäre eine großartige Idee für ein Picknick, wenn man keinen Müll mit zurück nehmen möchte ;) Liebe Grüße, Kiki
http://kikikocht.blogspot.de/

Kebo homing hat gesagt…

Liebe Steph,
heute muss ich auch mal meinen "Senf" dazugeben, die Körbchen sehen ganz wunderbar aus, perfekt für das kommende Osterfest!
LG Kebo

bettina.kr hat gesagt…

Das ist ja eine super Idee! Passt jetzt auch super zu Ostern, als "Eierkorb" ;)

Liebe Grüße
Bettina

maluskoestlichkeiten hat gesagt…

Was für eine geniale Idee! Und vor allem, was für eine saubere Arbeit! Kompliment, Steph!
Liebe Grüße Maren

Sabine / Insel der Stille hat gesagt…

Geniale Idee!
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Sabine

ennah hat gesagt…

Die Idee ist ja großartig und die Körbchen sehen toll aus.

Danke für die Anleitung. Das Rezept ist vorgmerkt.

Liebe Grüße
ennah

Reni Haller hat gesagt…

Hallo Steph,
ich habe deinen tollen Blog für den “LIEBSTER award – discover new blogs” nominiert!!!

Hier erfährst du mehr darüber:
http://wildpflanzenblog.wordpress.com/

Liebe Grüße,
Reni

Steph hat gesagt…

Flöckchen, das ist unser Hausschwein ;-) Es stammt aus der Drachenwerkstatt von Guido Schenke aus Kiel www.guido-schenke.de


Es freut mich sehr, dass Euch meine Flechtarbeiten so gut gefallen - ich hoffe, der ein oder andere bastelt sie zu Ostern nach :-)

Reni, vielen Dank für die Nominierung, aber ich nehme an diesen Awards grundsätzlich nicht teil. Sei mir daher bitte nicht böse, wenn ich diese Award-Kette nicht weiterführe.

Frank H. hat gesagt…

Sicher sieht so ein Korb schön aus,doch man kann es auch übertreiben. Künftig werden wohl noch Körbe aus Fleisch für die von Chemie verseuchte Salami gebastelt,und das alles nur um im Schickimicki-Ranking gut dazustehen.

Steph hat gesagt…

Wow, da ist aber jemand mit dem ganz falschen Fuß aufgestanden, oder Frank? Oder haste bei der Ostereiersuche nur die doofen Krokanteier erwischt?

Diese Körbe sind Dekoration, D E K O R A T I O N :o)

Wer gerne bastelt und seinen Gästen eine besondere Augenweide bieten möchte (oder auch einfach nur für sich selbst), der macht sich sicher gerne die Arbeit - die, nebenbei bemerkt, nicht wirklich der Rede wert ist. So ein Korb ist nämlich kein Hexenwerk, sondern recht schnell zusammengebastelt, wenn man den Dreh erstmal raus hat.

Man kann die Brötchen aber natürlich auch in der Bäckertüte auf den Tisch stellen, daneben die Käse- und Wurstpäckchen und den Orangensaft im Tetrapack. Wenn Dir das besser gefällt, nur zu! ;o)

Was aber meine Brotkörbe mit "von Chemie verseuchter Salami" und dem von Dir genannten "Schickimicki-Ranking" zu tun haben, musst Du mir bei Gelegenheit unbedingt noch einmal erklären. Klingt sehr spannend!

Frohe Ostern! :o)

angela hat gesagt…

Frohen Ostermontag-Morgen!
Also, wer solche Körbe herstellen kann, der muss definitiv stricken können ;-)
Ich hätte niemals-nicht die Geduld, so etwas zu kreieren, meine Welt ist das Stricken (dazu braucht man viel weniger Kunstfertigkeit und Geduld meiner Meinung nach)
Schöne Grüße von einer bisher stillen Leserin, Angela
(bestrickendes.de)

Bea hat gesagt…

Zunächst einmal, ich liebe deinen Blog. Dieser Blog ist ein Füllhorn von Inspiration und guten Ideen. Ständig bin ich beim Schmökern versucht in die Küche zu rennen und "es" auszuprobieren :-)
Und weil ich im Urlaub war, komme ich mit meinem Kommentar hinterher wie die Alt-Fassnacht. Aber ich finde die Idee soooo toll, dass ich dir das schnell mitteilen muss, aber wenn du schon längst wieder ganz viel andere tolle Sachen gepostet hast.
Einen schönen Abend wünsch ich dir. Alles Liebe, Bea

Anni B. hat gesagt…

Hallo Steph,

vielen Dank für diese tolle Idee, gestern habe ich deinen Korb mit Dinkelmehl nachgebacken und heute morgen stand er auf unserem Frühstückstisch :)
Mit Nutella haben wir ihn dann fast vollständig aufgegessen, sehr lecker ;)

Viele Grüße,
Anni

Anja hat gesagt…

Total coole Idee! Beim nächsten Buffet an meinem Geburstag werde ich das Rezept ausprobieren. Direkt gepinned :) Vielen Dank für das tolle Rezept.
Liebe Grüße,
Anja

Antje hat gesagt…

Hallo Steph,
habe heute deine tolle Idee in die Tat umgesetzt , aber leider ist mir das gesamte Körbchen im Ofen von der gebutterten Schüssel gerutscht. Menno, ich war so stolz ... Was meinst du, geht es auch ohne Butter oder klebt dann alles an der Schüssel fest? Nun bäckt der verunglückte Korb als flache Flechtmasse fertig und ich denke, mein Sohn wird sich ihrer schon annehmen - in der Pubertät - ewig hungrig ;-)
Schmeckt sicher trotzdem.
Liebe vorösterliche Grüße,
Antje

 

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