Brotfrikadellen

Wenn ich einen kulinarischen Rückblick für 2013 machen und die interessantesten, spannendsten und leckersten Rezepte auflisten würde, wären diese Brotfrikadellen auf jeden Fall ganz vorne mit dabei.
Es klingt vielleicht ein wenig merkwürdig, Frikadellen komplett und ausschließlich aus Brot herzustellen, ohne das winzigste Gramm Fleisch oder Fisch. Nur aus altem Brot, Gewürzen, Ei, Zwiebel und ein paar Kräutern - ich verspreche Euch aber schon jetzt, ein einziger Biss und Ihr werdet genauso begeistert sein wie ich! 

Das Rezept, bzw. die Idee für dieses großartige Rezept, habe ich in einem meiner persönlichen Top10-Kochbücher, Jerusalem* von Yotam Ottholenghi, gefunden. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr ja noch eine israelische Themenwoche veranstalten und dieses Rezept dann auch in dem Rahmen bloggen, da hat mir aber mein Einkochmarathon einen Strich durch die Rechnung gemacht, so dass ich es leider nicht mehr rechtzeitig geschafft habe. Ich hab zwar schon einige Rezepte für die Themenwoche zusammen, werd sie aber erst im Sommer, wenn die verwendeten Gemüse Saison haben, veranstalten. 
Die Brotfrikadellen müssen aber unbedingt jetzt schon sein, die können auf keinen Fall mehr so lange warten. 

Brotfrikadellen
Wir haben sehr oft Fladenbrot übrig, da wir unter der Woche oft Fladenbrot-Panini aus unserem Kontaktgrill essen. Fladenbrot hält sich ja nur sehr kurze Zeit frisch, abends ist es schon so zäh, dass es nur noch getoastet oder gegrillt schmeckt und am nächsten Tag geht gar nichts mehr. Einfrieren ist für mich leider auch nur selten eine Lösung - Ihr wisst schon, der Gefrierschrank ist klein und platzt notorisch aus allen Nähten. Daher ja unter anderem auch mein Einweckwahn ;o)

Natürlich kann man aus altem Brot Paniermehl herstellen, im Sommer Fattoush oder Panzanella zubereiten, die grandiosesten Fladenbrotchips ever oder je nach Brot auch Ofenschlupfer & Co daraus zaubern - letztere sind aber nicht so unser Ding (ich mag keine süßen Hauptspeisen), Fattoush und Panzanella sind im Winter auch nicht gerade die ideale Verwertungsidee und soooviel Knabbern, dass ich ständig Fladenbrotchips mache, können selbst wir nicht.

Brotmasse
Ich bereite die Brotfrikadellen mittlerweile sehr regelmäßig zu, eigentlich immer, wenn sich wieder genug Brotreste angesammelt haben. Sie schmecken sowohl warm, als auch kalt wunderbar, sättigen gut, lassen sich prima einfrieren, sind spottbillig, eine fantastische Resteverwertung und dazu noch vegetarisch - besser geht's eigentlich nicht, oder?

Nutzt mein Rezept am besten nur als Grundlage und wandelt die Frikadellen ganz nach Eurem persönlichen Geschmack ab. Ich habe beispielsweise schon getrocknete Tomaten, Feta oder anderen Käse, Kapern, usw. usf. drunter gemischt. Es passt eigentlich alles, was auch in fleischhaltigen Frikadellen verwendet wird. 

Brotfrikadellen
Zutaten 
500 g altes (Fladen-)Brot
1 Tasse Milch (oder Wasser) 
2 Eier
Paniermehl
2 rote Zwiebeln
4 confierte Knoblauchzehen, mit der Gabel zerdrückt
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Bund glatte Petersilie 
Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
1/2 TL Piment d'Espelette
1 TL Lemon Myrtle 
2 TL Pimentón de la Vera dulce

Zubereitung
Das Brot in grobe Stücke schneiden oder reißen. In eine Schüssel geben und mit etwas Milch (alternativ kaltem Wasser) übergießen. Ab und zu umrühren, damit das komplette Brot einweichen kann. Mit einem Kartoffelstampfer lässt sich das bereits aufgeweichte Brot sehr gut weiter zerkleinern. 
Falls zuviel Flüssigkeit zugegeben wurde, das eingeweichte Brot mit beiden Händen gründlich ausdrücken. Die Eier und soviel Paniermehl dazugeben und ebenfalls untermischen, dass die Masse die Konsistenz eines normalen "Fleischteiges" bekommt.
Die roten Zwiebeln fein hacken, Knoblauchzehen zerdrücken, die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und die Petersilie fein hacken. Alles zusammen mit den Gewürzen gründlich vermischen. 
Nochmals abschmecken, dann kleine Frikadellen formen und in Butterschmalz oder Öl bei relativ niedriger Hitze ausbraten, bis die Frikadellen schön gebräunt und knusprig sind.
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Kommentare:

Bengelchen hat gesagt…

Die Brotfrikadellen haben es mir auch sehr angetan. Ich friere sie sehr gerne ein und entnehme mir die gewünschte Anzahl für ein leckeres Mittagessen in der Arbeit.

Bengelchen hat gesagt…

Du hast übrigens 2x Panzanella verlinkt ;-)

AntFriAnn hat gesagt…

Ach das hört sich so toll an :)
Bei uns gab's immer das sogenannte Kinderschnitzel-entstand immer aus dem restl. Ei und Paniermehl bei der Schnitzel Zubereitung. Wir haben uns immer drum gestritten-aber daraus eigene Frikadellen zu machen ist ne grandiose Idee-zumal Brotreste auch hier sehr häufig anzutreffen sind :)
Jetzt weiß ich was das Kind ab Januar wieder mit zur Schule nehmen kann und auch essen würd :)
Danke!!
Schöne Feiertage euch :)

LG, Antje

Steph hat gesagt…

Bengelchen, stimmt ja gar nicht *Zunge rausstreck

;o)
Vielen Dank für den Hinweis, hab's direkt korrigiert!

Hast Du die Frikadellen auch schon gebloggt? Dann könnte ich die noch verlinken, so quasi als Abwandlung und weitere Anregung.

Antje, toll, das freut mich sehr! Ich wünsche Dir/Euch auch schöne Feiertage!

Beatrice Amberg hat gesagt…

Wiedermal ein traumhaft leckeres Rezept. Dankeschön. :-)
Beatrice

Fräulein K. hat gesagt…

Die kenne ich noch gar nicht ist aber auch eine gute Idee zur Resteverwertung von Brot. super.
xo Fräulein K.

Herr Grün hat gesagt…

Liebe Steph!

Toll. Wieder einmal ein sehr schönes Konzept. Man möchte die herrlichen Frikadellen gleich nachkochen.
Dein Kuriositaetenladen - ich bin einfach immer wieder begeistert. Für mich einer der besten Foodblogs im Land.

Viele Grüße von Herrn Grün

Verboten gut hat gesagt…

Das ist ja mal ne sehr gute Idee. Ich hab auch immer fladenbrot über und weiß nie was Ich damit anstellen soll. Deine Idee werde ich mir gleich ausdrucken, das wird probiert.

Liebe Grüße Kerstin

Bengelchen hat gesagt…

Steph, nein, hab sie noch nicht gebloggt. Ich hab kein, nicht mal für meine Verhältnisse, vernüftiges Bild!

Dir/Euch auch schöne Feiertage und ein gutes neues Jahr!

Drück dich!

Uta hat gesagt…

Wie cool ist das denn?! Sehen total lecker wie "normale" Frikadellen aus.
Perfekte Resteverwertung!

bajka hat gesagt…

Schöne Idee. Ich hab schon aus allem möglichen Frikadellen gemacht, Zucchini, Möhren, Hirse, Couscous, Kichererbsen... Aber auf Brot bin ich nicht gekommen. Werd ich auch ausprobieren.
Danke fürs Rezept und schöne Feiertage,
bajka

Anonym hat gesagt…

Oh, das klingt ja klasse, die muss ich unbedingt ausprobieren!
Muss das Brot noch weich sein ("vom Vortag") oder geht auch Steinbrot? (Ich habe noch Brötchen vom letzten Wochenende...)
Viele Grüsse,
Katrin

Steph hat gesagt…

Katrin, mein Brot ist auch oft steinhart, weil ich ja die Reste über einen längeren Zeitraum sammle.
Man muss es dann nur einfach länger einweichen, dann klappt es auch ganz unproblematisch

Steph hat gesagt…

Herr Grün, ich danke Dir und gebe das Lob sehr gerne zurück - Dein Blog gefällt mir ausgesprochen gut!

@ Bengelchen
Was soll das denn heißen? Deine Bilder sind doch sehr schön! tztztz
:-)

Anonym hat gesagt…

Klasse, dann weiss ich, was es morgen gibt, ich werde berichten.
Gruss, Katrin

prjanik hat gesagt…

Kleine Frage - was isst man eigentlich dazu? Bei Fleisch hätte ich z.B. kartoffelpürree gemacht, aber bei Brotfrikadellen paßt es irgendwie nicht.
Was ist Eure Beilage dazu?

Schöne Grüße
die prjanik

Selina hat gesagt…

Gute Idee zum Reste verwerten und vor allem sehr günstiges Mittagessen! Oftmals ist es ja wirklich so, dass das zusammengewürfelte Restegericht besser schmeckt als das ursprüngliche! :D
Ich biete als Beilage zu den Brotfrikadellen einen großen gemischten Salat an. Eine Joghurtsauce dient als Dip. Für mich die ideale Kombination, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. ;)

Klaus-Peter hat gesagt…

Die Zwiebelwürfel brate ich leicht an, bevor ich sie in den Teig gebe.
Aber Du meinst ja selbst: Das kann jeder variieren.

Lisa ♥ hat gesagt…

Wird heute Mittag ausprobiert!

Lisa ♥ hat gesagt…

...und schmeckten uns wunderbar! danke für das tolle und einfache Rezept!

Melli hat gesagt…

Klingt fast wie die Semmelknödel aus "Vegetarian Basics". Dort werden sie mit Brot, Lauch und Rucola zubereitet und dann gekocht. Schmeckt auch sehr gut! Sie mit verschiedenstem zu kombinieren und als Frikadellen abzuwandeln klingt aber auch wirklich gut!

Anonym hat gesagt…

Hallihallo,
ich habe sie jetzt erst ausprobiert - klasse! Mein Sohn (6) hat die gefuttert wie blöde :) Ich glaube, nächstes Mal mache ich auch welche mit grünem Pfeffer.
LG, Katrin

Anonym hat gesagt…

Hallo,

tolle Idee. Kann ich dafür auch Nicht-Weißmehl-Brot verwenden, sprich Graubrot, Roggenbrot, etc.?


Gruß
Milla

Tanja Hotopp hat gesagt…

Hallo Steph,
vielen Dank für das tolle Rezept. Ich habe es heute leicht abgewandelt zubereitet und fand es spitze!
http://greenway36food.blogspot.de/2014/06/brot-frikos.html

Dickes Drückerle, Tanni

Angelblue hat gesagt…

Hallo Steph,
da jetzt endlich mein Lemon Myrtle bei mir eingezogen ist, habe ich gerade die Brotfrikadellen gemacht. Sie sehen genauso aus, wie die auf deinem Foto und sie schmecken toll.
Ich bekomme Ostern Besuch (Vegetarier), jetzt weiß ich wenigstens was ich kochen werde, Dazu einen Kräuter Dip und einen gemischten Salat, passt.
Wie ich bisher ohne dieses tolle Gewürz auskommen konnte, weiß ich
auch nicht. Vielen Dank für diese Anregung.
LG Angie

Jo Vagari hat gesagt…

Hallo Steph,

leider habe ich das Rezept ohne Lemon Myrtle ausprobieren müssen... Aber das wird sich sicherlich demnächst ändern. Ich habe aber ein ganz anderes Problem: Der Geschmack war schon ziemlich genial, aber die Konsistenz war recht gummig. Nun habe ich wirklich altes Brot genommen, dass eingeweicht werden musste. Kann es daran liegen? Oder soll das so und ich hab einfach was anderes erwartet?

Vielen Dank auch noch für diesen großartigen Blogg - ich hab da schon das ein oder andere ausprobiert ;) Und bis jetzt liefs super. Daran sieht man mal wieder, dass man viel zu selten positives Feedback schreibt - ich gelobe Besserung!

Britta - Kreyterfrouw

Olgalii. hat gesagt…

Liebe Steph,

seit Jahren wollte ich das mal Ausprobieren - aber ich habe quasi nie Brot über... bis jetzt. Hab auch ein Fladenbrot nicht leer bekommen und aus den Fladenbrotüberresten dann die Brotfrikadellen gemacht (als Semmelbrösel habe ich selbstgemachte genommen, die ich aus vor langer Zeit übrig gebliebenen Croissants gemacht hab).

Stark abgewandelt jedoch:
- hatte keine frischen Kräuter, ca. 1 Stange Frühlingszwiebel
- keine fancy Gewürze, nur Oregano
- hab noch Röstzwiebeln und Käääse ergänzt.

Aber trotzdem waren sie super lecker! Die Idee behalte ich auf jeden Fall im Hinterkopf, da kann man ja noch so viel ergänzen!

LG Thuy

Anonym hat gesagt…

Die Brotfrikadellen habe ich letztes Wochenende ausprobiert, als vom Angrillen mit den Nachbarn so viel Fladenbrot übrig geblieben ist. Gewürzt habe ich sie mit meinem "Orientalischem Hackfleischgewürz" nach Schuhbeck, dazu gab es selbst gemachten Harissa-Dipp, Joghurt mit Koriander + Ratatouille. Sehr lecker! Die Frikadellen haben etwas von gebratenen Semmelknödeln, die direkt - ohne den Kochprozess - in der Pfanne gegart werden. Ein tolles Rezept! Lieben Dank dafür sagt Hollie

 

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