Apfelessig, hausgemacht

Heute stelle ich Euch ein Rezept vor, das eigentlich noch gar nicht fertig ist. Das Glas mit dem Essigansatz steht genau so, wie Ihr es auf dem Bild unten seht, immer noch auf meiner Fensterbank und zieht vor sich hin - nur die Äpfel sehen mittlerweile nicht mehr so knackig aus, sondern haben ihre beste Zeit eindeutig schon lange hinter sich und der Blumenstrauß ist natürlich auch vor einer Weile auf dem Kompost gelandet. 
Da die Apfelsaison aber gerade auf Hochtouren läuft und eine gestern gezogene Geschmacksprobe viel Gutes erahnen lässt, langsam aber sicher die ersten Listen mit kulinarischen Weihnachtsgeschenken angelegt werden und Ihr natürlich noch die Gelegenheit haben sollt, rechtzeitig in die Apfelessigproduktion einzusteigen, möchte ich Euch das Rezept schon jetzt vorstellen.

Apfelessig, hausgemacht
Der Apfelessig, wie er in I ❤ NYbeschrieben wird, ist natürlich nicht mit dem gleichzusetzen, den man im Geschäft kaufen kann, denn der wird in der Regel aus Apfelmost und einer Essigmutter hergestellt, während unser Apfelessig auf einem bereits fertigen Weißweinessig oder einem hellen Balsamico beruht, der mit Apfel aromatisiert wird - außerdem kommt noch eine reichlich Ahornsirup und etwas Salz rein. Das Prinzip ist also das gleiche wie bei dem Erdbeer- und Himbeeressig, die ich Euch bereits vorgestellt habe. 
Er schmeckt aber schon jetzt nach knapp 3 Wochen sehr gut - Ihr solltet das also unbedingt mal ausprobieren!

Apfelessig, hausgemacht
Im Originalrezept steht, dass man das Glas mit dem Essigansatz im Kühlschrank aufbewahren soll - mach ich nicht. 
Erstens wäre mein Kühlschrank dann voll und wir müssten die nächsten 3 Monate hungern und zweitens klappt es auch wunderbar, wenn man das Glas auf der Fensterbank lagert. 
Ich schüttel das Glas (besonders am Anfang, wenn die Äpfel noch nicht durchgezogen sind) zweimal täglich und achte darauf, dass immer wieder andere Äpfel oben schwimmen. Mit der Zeit saugen sich die Äpfel so voll Essig, dass sie quasi dadurch schon konserviert werden. Die Äpfel in meinem Glas sehen mittlerweile natürlich sehr trost- und farblos aus, sind ein ganzes Eck geschrumpft und teilweise nach unten gesunken - alles nach Plan also. 
Ich werde den Ansatz auf jeden Fall noch bis Weihnachten stehen lassen und dann abfüllen, ein bißchen Aroma steckt sicher noch in den Äpfeln, auch wenn sie nicht mehr danach aussehen :o)  

Zutaten 
1 kg möglichst aromatische Äpfel (hier Rubinette)
1,5 Liter Weißweinessig oder ein heller Balsamico
350 ml Ahornsirup (Grad A
1 EL Salz

Zubereitung
Die Äpfel gründlich waschen und je nach Größe halbieren oder vierteln. In ein sauberes Glas geben. 
Den Essig mit dem Ahornsirup und dem Salz zum Kochen bringen und über die Äpfel gießen, die Äpfel sollten vollständig bedeckt sein. 
Das Glas verschließen und auf der Fensterbank oder einem anderen hellen Ort mindestens 1 Monat oder auch bis zu 3 Monate ziehen lassen. 
Durch ein feines Sieb passieren und in eine saubere Flasche umfüllen.
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Kommentare:

Sus hat gesagt…

Dumme Frage: Wäre es nicht auch gegangen, wenn man die Äpfel gerieben hätte? Oder kann man nach Fertigstellung des Essigs noch etwas mit den Äpfeln anfangen?

Liebe Grüße, Sus

Steph hat gesagt…

Kann man bestimmt, ich hab's aber bewusst nicht gemacht, da mir dann zu schnell zuviel Apfelsaft in dem Essig drin gewesen wäre.
So ziehen die Äpfel langsam durch und ich bilde mir ein, dass der Essig aromatischer wird.

Kann natürlich alles Einbildung sein, mir gefällt es mit den halbierten, bzw. geviertelten Äpfeln aber deutlich besser.

Sandra hat gesagt…

Das klingt gut und so einfach! Man braucht nur ein ziemlich großes Glas... Mal sehen, wo ich sowas auftreibe. Weihnachten ist ja wirklich bald. Apfelessig ist ja auch wirklich nicht so exotisch, dass die Beschenkten nicht wissen, was sie damit tun sollen. Das ist mir nämlich schon ein paar Mal passiert. Schade, wenn man sich die Mühe macht und das gute Zeug steht dann nur dekorativ in der Küche herum...
Lieben Dank für das Rezept! Insgesamt für das ganze Blog - insbesondere deine Fotos. Ich liebe sie...
LG Sandra

Heidi, die II. hat gesagt…

Wenn man ein weiteres Behältnis hat, dann lohnt es einen kleinen Teller aufzulegen, den man im Notfall auch noch beschweren kann, damit der Auftrieb des Obstes in der Flüssigkeit verhindert wird und die Äpfel nach unten gedrückt bleiben.
Ich meine: spart im Prinzip die Schüttelei, da die Äpfel durch das aufgelegte Gewicht ja immer gleichmäßig benetzt bleiben. Ich denke da an das Prinzip der Gurkensäuerung, bzw. Sauerkraut im Steintopf zum Beispiel...
Wenn man dann eine Folie mit nem Gummi drüber spannt (eventuell wönzige Luftlöcher einpieksen, falls sich Schwitzwasser an der Folie bildet, sollten sich auch die Gerüche in vertretbaren Grenzen halten.

Zur Fruchtgröße: vielleicht ist ja vierteln oder achteln ein guter Kompromiss zum raspeln...

Anonym hat gesagt…

Oh Ja, jetzt muß ich im Keller ein grooooßes Glas suchen ;-)
und Äpfel einsammeln.
Lecker!!
Danke für dein Rezept.
LG Steffi S

........irgendwo habe ich auch noch kleine Fläschchen zum abfüllen....grübel...

Susanne hat gesagt…

Hab ich gestern, nach heftigem Blättern im Buch, auch angesetzt :-)

Lena hat gesagt…

Apfelessig mag ich sehr gern, aber aus Mangel an Platz habe ich es dieses Jahr mal noch verschoben, selbst welchen anzusetzen. Ich hatte auch von einem Quittenessig geträumt, aber naja, kommt Platz, kommt Zeit, kommt Essig :)
Überall wo ich mich informiert hatte, und vor allem durch Tipps meiner "Schwiegermutter", hieß es, der Essig muss dunkel stehen oder mit einem Tuch abgedunkelt werden! Im Kühlschrank wäre es auch dunkel gewesen, oder? Ist das von Obst zu Obst unterschiedlich, oder warum empfehlen manche dunkle Plätz und manche einen hellen?

Viele liebe Grüße
Lena

Unknown hat gesagt…

Her Steph,
wie war denn nun das Ergebnis der Essigproduktion?
Bist du zufrieden? Wiederholenswert?
Das Thema Essig war in einer der Sarah Wiener Fogen in Österreich sehr interessant, sie war bei dem bekannten Gegebauer, totl spannend.
Ich wünsche dir einen schönen Start in die Woche!
LG Marja

Anonym hat gesagt…

Das Ergebnis würde mich auch interessieren

Anonym hat gesagt…

Hallo :)
Sag mal , wenn ich den Essig fertig habe , könnte ich dann als Deko kleine Zieräpfel aus der Dose ins Glas mit rein tun ?
Liebe Grüße
Jessica

Steph hat gesagt…

Moin Jessica,
was sind denn Zieräpfel aus der Dose?
Wenn sie kompottähnlich eingelegt sind und Zucker enthalten, kann man sie natürlich nicht dazugeben, da der Essig sonst deutlich zu süß wird.

Anonym hat gesagt…

Morgen :)
Sorry , vielleicht kennst du sie unter Kirschäpfel ?
Sie sind zwar leicht gezuckert , aber überhaupt nicht süß und der Stiel ist noch dran .
Ich dachte mir das würde nett aussehen im Glas ;)
....geschweige den der Hals ist groß genug das ein Apfel durch passt ... Grins
P.s ich denke nicht das sie viel süße abgeben werden , aber genau weiß ich das natürlich nicht .
Ach ja man benutzt die Kirschäpfel auch wenn man Calvados macht, kommt dann immer einer mit rein in die Flasche .
Liebe Grüße
Jessica

 

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