Käsefondue im ofengebackenen Kürbis

Langsam aber sicher spricht sich rum, dass es auch mich erwischt hat, deshalb oute ich mich hiermit ganz offiziell: Ja, es stimmt, ich habe einen Thermomix.
Nach Jahren der Ablehnung bin ich tatsächlich mal über meinen Schatten gesprungen, habe mir die Funktionen des Gerätes zugegeben immer noch etwas voreingenommen angeschaut und stelle gerade überrascht fest, dass dieses Gerät doch nicht das personifizierte Böse ist, als das ich es immer dargestellt habe. Im Gegenteil, ich bin sogar ziemlich begeistert von dieser kleinen Höllenmaschine. 

Was ich schon alles damit angestellt habe, welche Funktionen ich großartig finde und nicht mehr missen möchte und welche nicht so, werde ich Euch demnächst im Rahmen einer ausführlichen Themenwoche, inkl. einer Gerätevorstellung erzählen.


Käsefondue im ofengebackenen Kürbis Heute möchte ich Euch erstmal ein Rezept vorstellen, das ich nicht länger für mich behalten kann und wegen dem sich die Anschaffung des Thermomixes alleine schon lohnt. Lasst uns über Käsefondue sprechen!

Gibt es jemanden unter Euch, der kein Käsefondue mag? Eher nicht, oder? Unwahrscheinlich. Ich liebe Käsefondue. Warmer Käse, das Aroma des Weines, knuspriges Brot, evtl. ein paar Kartoffeln und Portweinzwiebeln - es gibt nur wenig, was damit konkurrieren kann
Natürlich kann man ein Käsefondue auch ganz simpel in einem Kochtopf auf dem Herd zubereiten, das haben ja Millionen Fondueliebhaber bisher auch geschafft und es schmeckt genauso wunderbar. Der Thermomix erleichtert die Arbeit aber insofern enorm, dass die Temperatur einstellbar und ein Anbrennen somit nahezu ausgeschlossen ist und durch das stetige Rühren und abschließende Aufschlagen mit dem Schmetterling tatsächlich das cremigste Käsefondue entsteht, das ich bisher gegessen habe. Mehr geht einfach nicht. 
Bisher haben wir uns gerne mal einen Vacherin Mont-d'Or gekauft und den dann im Backofen zubereitet, das ist aber hiermit Geschichte, denn ein Käsefondue schmeckt erstens besser (finde ich zumindest) und es ist außerdem noch sehr viel schneller und energiesparender hergestellt. Ein Hoch auf Käsefondue!

Mini-Muskatkürbis
Ein kleine Besonderheit meiner Käsefonduevariante ist der ofengebackene Kürbis, in dem ich es serviert habe. Der Kürbis dient hier als Servierschale und Beilage in einem, denn man kann das butterweiche Kürbisfleisch wunderbar zusammen mit dem Käse essen, beides passt ganz ausgezeichnet zusammen.
Ihr müsst hierbei drauf achten, dass der Kürbis wirklich direkt aus dem Ofen serviert wird, damit das Fondue nicht unnötig runterkühlt. Natürlich hält es aber nicht solange warm wie auf einem Rechaud, deshalb solltet Ihr für mehrere Personen entweder einen kleinen Kürbis wie diesen Mini-Muskat verwenden oder sogar einen ganz kleinen Hokkaido, den kann man dann evtl. sogar als Portionskürbis verwenden.
Wenn Euch der Aufwand mit dem Kürbis zuviel ist oder Ihr keinen Kürbis mögt, füllt das fertige Fondue einfach wie gehabt in ein Rechaud um. Hauptsache, Ihr probiert es aus. Esst mehr Käsefondue! :o)

Käsefondue im ofengebackenen Kürbis
Zutaten für 4 Personen
300 g Gruyère
200 g Appenzeller
200 g Vacherin fribourgeois (wer es milder mag, nimmt einen guten Raclettekäse im Stück)
300 ml trockener Weißwein
1 gehäufter EL Speisestärke
2 EL Apfelbrand
2 EL Weißwein
frisch geriebener schwarzer Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

Außerdem
1 Mini-Muskatkürbis, alternativ ein Hokkaido
frisches Baguette oder Holzofenbrot
500 g kleine Kartoffeln
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung der Beilagen
Die Kartoffeln waschen und die Schale etwas schrubben. Als Pellkartoffeln mit einem Lorbeerblatt 10 Minuten kochen, dann das Wasser abgießen und die Kartoffeln auf der ausgeschalteten Platte ausdämpfen lassen.
In der Zwischenzeit den Kürbis waschen, einen Deckel abschneiden und die Kerne mit einem großen Löffel herausschaben. Zusammen mit dem Kartoffeln auf ein Backblech setzen, die Kartoffeln etwas ölen und mit Salz und Pfeffer würzen und bei 180°C für ca. 30-45 Minuten backen.

Zubereitung im Thermomix
Den Käse entrinden und in grobe Stücke schneiden. In zwei Portionen für 10 Sekunden auf Stufe 7 zerkleinern, dann herausnehmen und in eine Schüssel geben.
Den Wein und eine confierte Knoblauchzehe in den Mixtopf geben und 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern, dann den Käse dazugeben und alles für 10 Minuten auf 90°C auf Stufe 2 erhitzen.
In der Zwischenzeit einen gehäuften EL Speisestärke mit je zwei EL Apfelbrand und Weißwein glatt rühren. Die glatt gerührte Speisestärke zur Fonduemasse geben und mit grobem Pfeffer und einer großzügigen Prise frisch gemahlener Muskatnuss würzen. Den Rühraufsatz einsetzen und alles nochmals für 3 Minuten auf Stufe 3 bei 90°C aufkochen und cremig rühren.
Die fertige Käsemasse in den heißen Ofenkürbis füllen (Reste im Thermomix belassen und später nochmals aufkochen und einfach nachfüllen). Zusammen mit den ofengebackenen Kartoffeln, Brotwürfeln und Portweinzwiebeln servieren.

Zubereitung im Kochtopf
Den Käse entrinden, fein reiben und beiseite stellen. Die Knoblauchzehe mit einer Gabel zerdrücken.
Den Wein zusammen mit dem Knoblauch in einem Kochtopf erhitzen und nach und nach den Käse hinzufügen. Unter stetigem Rühren bei mittlerer Hitze komplett auflösen, so dass eine glatte Käsecreme entsteht.
In der Zwischenzeit den Apfelbrand mit der Speisestärke glattrühren und in die Käsemasse einrühren, weitere 5 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Mit frisch geriebenem schwarzen Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Die Käsemasse in den fertig gebackenen Kürbis umfüllen und zusammen mit den Kartoffeln, Portweinzwiebeln und knusprigem Baguette servieren.

Kommentare:

unsermeating hat gesagt…

Oje, gegen Käse kann ich mich überhaupt nicht wehren. Und dann noch im Kürbis serviert - wunder, wunderschön! Ich warte aber noch auf ein paar Grad kälter, dann macht es mehr Spaß, Fondue zu essen als jetzt im Spätsommer ;-) Liebe Grüße, Miriam

Nüggü hat gesagt…

Ich bin ja eher SML hier (Stiller-mit-Leser :)) aber heute muss ich mich mal outen....
erst mal die schlechte Nachricht..... HIER... ICH... ich mag kein Käsefondue..... auch wenns kaum zu fassen ist. Aber ich mag Käse allgemein nicht ;-)

Ich bin schon sehr sehr gespannt was du zum Thermomix berichten wirst. Ich war auch erst mal sehr sehr skeptisch und bin damals mit dem Gedanken im Kopf zu dem Kochabend, das ich einen so teuren Mixer auf GAR KEINEN FALL brauche und trotzdem steht einer bei mir und ich möchte ihn auf keinen Fall mehr missen. Ich LIEBE dieses Teil einfach <3

Lg Nicole

zwergenprinzessin hat gesagt…

bei mir ist es in 2 wochen wieder soweit: mein geburtstagskäsefondue "mit pikanten leckereien". <33333 das heurige partymotto: "die tribute von parmesan" - hihi!
(ich find's schön, dass du auch eine variante für die thermomixlosen dazu schreibst! danke!)

Joan de Groot hat gesagt…

Liebe Steph!
Yeaaaah ... das Thermi-Virus hat dich gepackt ;) Ich freue mich einfach für dich, nach 14 Jahre Thermomix-Erfahrung und 3 verschiedene Modellen, weiß ich mein Zaubertopf extremst zu schätzen. Und das bedeutet nicht das ich kritiklos alles damit zubereite, nein das braucht der Thermomix nicht um trotzdem den Besten unter den Küchenmaschinen zu sein! Ich nutzte den Thermi sehr sehr oft als "Zuarbeiter", ein extra paar Hände in der Küche.
Dein Käsefondue hört sich himmlisch an und die Idee mit dem Kürbis ist wohl obergenial! Ich weiß schon was beim nächsten Familienfest auf dem Tisch kommt :)
LG aus dem sonnigen München von Joan

Ela hat gesagt…

Ohhh dieses Kürbis-Fondue ist ja mal der Knaller! Einen Thermomix habe ich nicht und werde mir auch keinen zulegen, weil es für mich in meiner Art zu kochen eine riesen Umgewöhnung wäre. Aber ich bin mir sicher, dass er einiges drauf hat :)
Liebe Grüße,
Ela

Nadine hat gesagt…

Okay... ich ärgere mich gerade total, dass ich beim Treffen nicht dabei sein kann. Das sieht unglaublich gut aus!! :(
Aber da du ja so umsichtig warst, das Rezept bereits online zu stellen, kann ich ja so gesehen mit euch synchron Käsefonduen :D
Lecker, schmecker!

Liebste Grüße
Nadine

Anonym hat gesagt…

Salut,
die Idee mit dem ofengebackenen Kürbis finde ich wirklich genial. Eine Frage: Bisher hatte ich Käsefondue (im Fonduetopf) immer ohne Stärke zubereitet. Wäre das auch bei dieser Kürbisvariante möglich, oder ist die Stärke unerlässlich, ob der "unkonventionellen" ofengebackenen Variante? Kenne mich dahingehend nicht so gut aus. :-)
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Felizia

Claus hat gesagt…

Genau so isses. Nur keine Religion draus machen. Das Teil kann nicht alles. Aber vieles einfach saugut. Schönes Rezept.

Caro hat gesagt…

In unserer Gemüsekiste waren letzte Woche zwei wunderhübsche kleine Hokkaido-Kürbisse. Samstag habe ich das Rezept ausprobiert und wir waren restlos begeistert. Wir haben die Kartoffeln weggelassen und die Kürbisse dann gegessen. Die Portweinzwiebeln dazu waren himmlisch. Vielen Dank für das tolle Rezept, das gibts bestimmt mal wieder bei uns!

Genoveva hat gesagt…

Liebe Steph,
ich habe da mal eine Frage zu Deinem letztjährigen Post: Ich bekomme vegetarische Gäste und würde gerne Käsefondue machen, aber leider trinken die beiden auch keinen Alkohol (auch nicht, wenn er "verkocht" ist). Nun habe ich im Netz versch. Alternativen u.a. mit Buttermilch gefunden und wollte Dich, als Fachfrau sozusagen 😜, mal fragen, ob Du Käsefondue auch schonmal alkoholfrei zubereitet hast und wenn ja, wie. Die einzige Alternative, die ich kenne und mag, ist halt Vacherin aus dem Ofen, aber so ein richtiges Käsefondue ist halt schon was anderes 😋. Würde mich über eine kurze Antwort sehr freuen!
Liebe Grüße
Eva

 

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