Ochsenschwanzragout mit Tagliatelle

Nach dem ganzen Süßkram der letzten Tage brauch ich dringend was Herzhaftes und weil ich Euch ja eh noch mein ultimatives Lieblings-Pastarezept schuldig bin, gibt's heute eine große Portion Pasta - eine ganz große!  

Ochsenschwanzragout mit frischer Pasta ist für mich ein absolutes Festessen, das mich in Nullkommanix in den 7. Himmel befördert. Schon als Kind war "Nudeln mit Sauce" eines meiner Lieblingsgerichte und das ist jetzt quasi die gepimpte Erwachsenen-Version mit ordentlich viel Rotwein. Durch die lange Schmorzeit und die im Bindegewebe des Fleisches enthaltene Gelatine bindet die Sauce automatisch ab, wird sämig und unglaublich aromatisch.
Wie alle Schmorgerichte schmeckt auch dies aufgewärmt am Besten, daher, und weil es nach dem Schmoren einer gewissen Puhlerei bedarf um das Fleisch vom Knorpel zu lösen, bereitet man das Ragout am Besten am Vortag zu und muss dann am nächsten Tag nur noch die Pasta kochen und das Ragout aufwärmen. Also nicht nur mordslecker, sondern auch noch praktisch! 
Wenn tatsächlich etwas übrig bleiben sollte (was unwahrscheinlich ist), einfach für schlechte oder stressige Zeiten einfrieren ;o)

Ich hab das Glück, dass mein Schlachter immer Ochsenwanz im Angebot hat, in den meisten Fällen muss man ihn aber vorbestellen. Mein dringender Rat lautet, probiert es unbedingt mal aus, Ochsenschwanzragout schmeckt wirklich grandios lecker! 

Zutaten
1 Ochsenschwanz, vom Schlachter bereits in einzelne Segmente zerteilt
Butterschmalz zum Anbraten
1 Karotte, grob gewürfelt
1 Petersilienwurzel grob gewürfelt
1 Zwiebel, geviertelt
3 Knoblauchzehen
1 Selleriestange, gedrittelt
Butter zum Anbraten
1 EL Tomatenmark
500 ml Rotwein (Serpaiolo 2009 Serpaia di Endrizzi)
500 ml Dosentomaten
1 Lorbeerblatt
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Butterschmalz in einem großen Bräter erhitzen und die einzelnen Ochsenschwanz- segmente von allen Seiten scharf anbraten. Fleisch herausnehmen und warm stellen.
Das Butterschmalz abgießen, den festgesetzten Bratensatz aber unbedingt im Bräter belassen.
Einen guten Stich Butter im Bräter erhitzen und die Gemüse darin einige Minuten bei mittlerer Hitze andünsten. Tomatenmark dazugeben und für 2 Minuten mitrösten - nicht länger, da das Tomatenmark dann bitter wird. Mit Rotwein und den Dosentomaten ablöschen, das Lorbeerblatt und Fleisch wieder dazugeben und abgedeckt bei milder Hitze für 3-4 Stunden köcheln lassen.
Das Fleisch entnehmen und beiseite stellen. Die Sauce durch ein feines Sieb passieren und  je nach Konsistenz evtl. etwas einreduzieren lassen - nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen. In der Zwischenzeit das Fleisch gründlich vom Knochen friemeln und zur Sauce geben.

Uns schmeckt die Sauce am besten mit breiter langer Pasta wie Pappardelle oder Tagliatelle oder auch mit Pici, man kann sie aber natürlich auch mit kurzer Pasta wie Rigatoni servieren.

Kommentare:

Frau V hat gesagt…

Da läuft mir persönlich jetzt auch das Wasser im Mund zusammen!
Wenn ich nur wüsste, wie ich meinen Banausen von Mann dazu kriegen kann, Wein in Soßen zu mögen... Sowas isst er meistens nur mit nem extrem gequälten Gesichtsausdruck, der mir dann den Appetit verhagelt. :)

Aber er ist ja oft genug auf Geschäftsreise...dann mach ich das halt mal für mich gaaaanz allein!

Schönes Wochenende schonmal
Sabine

Sarah hat gesagt…

Hmmm.... das sieht aus, als würd ich es mögen!
Habe gestern den Fehler gemacht und meinen Mann auf deine Seite aufmerksam gemacht, der hat sich fast überschlagen mit "Mmhh"s, "ohhh"s und "ahh"s :-)
LG Sarah

Christina hat gesagt…

"Schon als Kind war "Nudeln mit Sauce" eines meiner Lieblingsgerichte..." Absolut dito! Da konnte sonstwas aufgefahren werden, wenn ich entscheiden durfte, habe ich Nudeln mit Sauce meistens bevorzugt. Die Tendenz besteht auch heute noch, ich könnte mich in das Ragout also quasi reinsetzen. ;-)

chezuli hat gesagt…

Schön gelungen. Geht bei mir auch immer.

Chris hat gesagt…

Ui, das ist genau nach meinem Geschmack. Das wird gekocht, sobald meine Tochter wieder ein Wochenende bei der Oma verbringt.

Steph hat gesagt…

@ Sabine
Ochsenschwanzragout ganz für Dich allein - beneidenswert ;O)
Dir auch ein schönes Wochenende!

@ Sarah
Siehst Du, es gibt viel zu tun ;O)

@ Christina
Genauso war das!
Da konnte Mama 10x stundenlang inner Küche stehen und n Riesen-Menü auffahren - ging nix über Nudeln mit Sauce! ;O)

@ chezuli
Vielen Dank!

@ Chris
Ich wünsche schon jetzt guten Appetit! :o)

Anonym hat gesagt…

HAllo Steph!

ich liebe Ochsenschwanz-Soße und mache die auch so. Muss ich mal wieder machen.

Rind mag ich am liebsten geschmort, als Scottiglia oder auch die Beischeiben. Mein Osso Bucco ist nie aus Kalb, ausschließlich aus Rind und ich liebe die Wade als Schmorfleisch!

Viele Grüße aus dem Süden!

Kerstin

Sarah hat gesagt…

Gibt es eigentlich Leute, egal ob groß oder klein, die keine Nudeln mit Soße mögen???
Bei uns könnt das auch täglich auf den Tisch kommen :-)

Peter hat gesagt…

Wie lecker! Das könnte ich jeden Tag essen. Mehr braucht man nicht.

Steph hat gesagt…

@ Kerstin
Osso bucco mach ich auch nur noch aus Rinderbeinscheiben, einmal hab ich die Kalbsvariante zubereitet, bevorzuge aber nicht nur des Geschmacks wegen Scheiben vom ausgewachsenen Rind.
Wade ist auch mein bevorzugtes Schmorfleisch, Gulasch aus Beinscheiben ... mhhhhmmm :O)

@ Sarah
Psst, ich hab gehört, dass es tatsächlich vereinzelt Menschen geben soll, die keine Pasta mögen ;O)

@ Peter
Dann gibt's aber bald keine Rinder mehr ;o)

claudi hat gesagt…

Das gibt es am WE, falls ich jetzt noch an Ochsenschwanz komme, sonst nächstes WE. Auch der Wein würde uns gefallen. Du bindest die Schwanzstücke vorher nicht in Form, wie es manchmal empfohlen wird?
VG,
Claudi

petra hat gesagt…

Ich mag den Geschmack auch total gerne, zumal der O-Schw. so schön kräftig schmeckt. Leider ist da oft so wenig Fleisch dran!

Steph hat gesagt…

@ Claudi
Meinst Du so als große runde Fleischscheibe, wie auf dem linken unteren Bild der Collage zu sehen?
Das find ich ehrlich gesagt eher kontraproduktiv, da ich ja möglichst viele Röstaromen haben möchte und die Schwanzabschnitte von allen Seiten, nicht nur auf den Schnittflächen anbraten sollen.

@ petra
Hauptsache vieeeeel Sauce :o)

uwe@highfoodality hat gesagt…

wow. toll. das muss ich unbedingt ausprobieren. da bekomme ich einen riesen hunger.

kannst du auch ein anderes fleisch empfehlen?

Juliane hat gesagt…

Das Fleisch kommt nach dem Anbraten mit den Dosentomaten dann wieder in den Bräter rein, oder?

Viele Grüße und schöner Tag noch,
Juliane

Hesting hat gesagt…

Mir läuft auch gerade das Wasser im Mund zusammen ...

Anonym hat gesagt…

Ja so meinte ich das.
Ich hätte eh keine Lust auf die Fummelei...;-)
Es wird es leider erst nächstes WE geben.
VG,
Claudi

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Mjam, das gibt Kraft! Obwohl mir langsam schon nach leichteren Gerichten ist, kann ich dem Schmorgut doch nie wirklich abschwören. Es schmeckt einfach zu gut!

Steph hat gesagt…

@ Uwe
Ochsenschwanzragout ohne Ochsenschwanz gestaltet sich etwas kompliziert ;o)
Man könnte das Rezept aber sicher auch mit Rinderwade, also Rinderbeinscheiben machen, dann evtl. nicht ganz so lange schmoren.

Ist dann halt kein Ochsenschwanzragout, schmeckt aber sicher trotzdem grandios ;o)

@ Juliane
Richtich, alles wieder zusammen in den Pott - ich habs gleich korrigiert.
Vielen Dank für den Hinweis! :o)

@ Claudi
Man muss sich das Leben ja auch nich noch extra umständlich machen ;o)
Berichte unbedingt mal, wie es Euch geschmeckt hat!

@ Schnick
Schmorgerichte kann ich ja das ganze Jahr hindurch essen - im Sommer kommen halt n paar zusätzliche Tomaten rein, dann wird's etwas sommerlicher ;O)

Anonym hat gesagt…

HAllo Steph,

ich habe heute einen ganzen Ochsenschwanz gekauft ;-)

Grüße aus dem Süden

Kerstin

Steph hat gesagt…

@ Kerstin
Ich bin gespannt wie es Euch schmecken wird, bzw. vielleicht ja auch schon geschmeckt hat ;O)

Petra M. hat gesagt…

Ich habe eben einen Ochsenschwanz gekauft um das Ragout nachzukochen.
Aber wenn ich mir den so anschauen und das mit den Bildern hier vergleiche scheint das ein Monsterochse gewesen zu sein :)
Ich bin jetzt etwas verunsichert. Das Teil wiegt fast 2 kg. Ist das normal oder muss ich bei der Menge von den übrigen Zutaten lieber mehr nehmen?
Bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis
Liebe Grüße
Petra M.

Steph hat gesagt…

Oha, ein mutierter Riesenochse ;o)
Wenn der Ochsenschwanz schön fleischig ist, würd ich in diesem Fall tatsächlich die Mengen verdoppeln - beim Knoblauch evtl. etwas weniger.

Ich wünsche guten Appetit und bin bannig neidisch ;o)

Daniela hat gesagt…

Dieses Ochsenschwanzragout....ach wie glücklich uns das doch gemacht hat. Es verleitet mich sogar dazu, zum allerersten Mal einen Kommentar in einem Blog zu hinterlassen. Die Rezeptgeberin soll doch wissen, dass sie ein neues Lieblingsessen in eine Familie gebracht hat. Daaankeschööön und alles Liebe für die Genesung! Meine Mama feiert dieses Jahr 15jähriges Jubiläum nach diesem fiesen Störenfried Krebs. Schaffst du auch, ganz sicher.

Steph hat gesagt…

Ooooohhh *jubel ... Das freut mich total!
Da kann man kaum noch aufhören, oder? Wenn ich so dran denke, bekomm ich gleich wieder Appetit auf ne riesige Schüssel Ochsenschwanzragout mit ganz viel Pasta!

Und danach noch ne Portion Zitronenhuhn ;o)

Vielen Dank für den lieben Kommentar und die lieben Worte, Du hast mir eine große Freude gemacht!

Daniela hat gesagt…

Stimmt, Zitronenhuhn, bei dem tollen Wetter am besten indirekt gegrillt, is auch so was für die Seele. Vielleicht mit ein bisschen Fenchel-Orangensalat mit getrockneten Tomaten und einem Stückchen Ciabatta. Was meinste?
Liebe Grüße aus Potsdam
Daniela

Steph hat gesagt…

Fenchel-Orangensalat ... Mhhhhmm... Ich komm vorbei ;o)

Petra M. hat gesagt…

Das Ragout ist ja schon seit längerem verspeist.
und ich muss sagen, prima hat es geschmeckt.
Ein großes Lob an dich. Alle Rezepte die ich bis jetzt von dir ausprobiert habe waren Klasse.
Vielen Dank für die viele Mühe die du dir machst.
Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Kraft für deine Genesung.
Ganz liebe Grüße
Petra M.

Steph hat gesagt…

Oh toll, freut mich sehr, dass der Ochsenschwanz gelungen ist und Euch gut geschmeckt hat!
Vielen Dank für Deine lieben Worte :o)

Anonym hat gesagt…

Habe das Rezept jetzt auch ausprobiert. Sehr lecker. 2 Tage später haben wir den Rest aufgewärmt und die Serviettenknödel dazu gemacht. Das ist noch mal ne Steigerung um 100%. Beim Ochsenschwanz bleibt halt leider wenig Fleisch übrig. Bevorzuge deswegen Beinscheiben. Dort ist mehr Fleisch und die Soße daraus ist auch sehr gut und Preis/Aufwand ist in etwa gleich. Vielen Dank Steph für die tollen Rezepte
Thomas

Steph hat gesagt…

@ Thomas
Du hast Recht, an einer Beinscheibe ist natürlich mehr Fleisch, ich find aber die Sauce aus einem Ochsenschwanz aber noch ein Stückchen intensiver, da brauch ich dann eigentlich gar kein Fleisch - Hauptsache gaaaaanz viel Sauce!!! ;o)

Planet Greta hat gesagt…

Moin Steph ....

Bin gerade am Ochsenschwanz-Kochen und habe hier noch Anregungen gefunden ...

Merci und Gruß aus Hamburg

 

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