Dinkel-Roggen-Brötchen

In der hintersten Ecke meines Kühlschranks steht ein kleines, unscheinbares Glas mit undefinierbarem Inhalt, zumindest für Nichtbäcker. Jeder Brotbäcker erkennt ihn aber auf den ersten Blick, meinen Sauerteig.
Mein Sauerteig führt ein sehr beschauliches, ruhiges Leben, d.h. er kommt nicht viel rum. Genauer gesagt geht er kaum noch vor die Tür. Früher, als ich noch mehr Brot gebacken hab, war er sehr gesellig, ist mindestens 1x pro Woche ausgegangen und hat sich unter das Mehl gemischt. Mittlerweile ist er aber zu einem regelrechten Einsiedler mutiert und hat auch schon eine ordentliche Schicht Fusel angesetzt. 

Wenn ich jetzt Brot backe, dann meist reine Hefebrote. So ganz ab und zu hab ich aber doch mal Appetit auf ein Sauerteigbrot und weil ich dann meist zu faul bin, meinen Sauerteig aufwendig wieder zu beleben, backe ich meist Brot oder Brötchen nach diesem Rezept. 
Durch die Buttermilch bekommen die Brötchen eine fein säuerliche Note, die ganz wunderbar zum Geschmack des Roggenmehls passt - quasi Pseudo-Sauerteigbrötchen.
Natürlich wird jeder Hobbybäcker oder Sauerteig-Fan den Unterschied zu einem richtigen Sauerteigbrot sofort schmecken, aber lecker isses schon - find ich jetzt ;o)

Zutaten
350 g Dinkelmehl 630
100 g Roggenmehl 1150
550 g Weizenmehl 550
22 g Salz
2 TL Zucker
2 Tütchen Trockenhefe
300 ml Buttermilch
300 ml Wasser

Zubereitung
Dass Wasser in einen Becher geben und die Trockenhefe, sowie den Zucker zufügen. Verrühren und alles einige Minuten stehen lassen, so dass sich die Hefe auflösen kann.

Die verschiedenen Mehlsorten mit dem Salz trocken verrühren. Wasser-/Hefemischung und Buttermilch zufügen und alles gründlich zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Zugedeckt gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
Den Teig nochmals kurz durckneten und in 16 gleichgroße Portionen teilen. Die Brötchenteiglinge ind die gewünschte Form bringen und abgedeckt erneut gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
Den Backofen auf 250°C vorheizen.
Die Teiglinge in den vorgeheizten Backofen schieben und gründlich schwaden. Die Temperatur auf 200°C reduzieren und die Brötchen ca. 20 Minuten backen, bis sie schön gebräunt sind und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen.  


Nachtrag:
Diese Brötchen haben eine recht feste Konsistenz, die mit fluffig-luftigen Brötchen vom Bäcker nicht zu vergleichen ist, daher kann man diesen Brotteig auch sehr gut als Brot backen.

Kommentare:

Hesting hat gesagt…

Stelle ich mir sehr lecker vor.
Und eineinhalb Tütchen Trockenhefe habe ich auch noch hier.
Hm. *grübel*

Heidi, die II. hat gesagt…

Buttermilch in Backwaren ist immer gut - auch bei Kuchen und sogar in Kombi mit "fuseligem" Sauerteig… ;-)
Siehst - jetzt weiß ich gleich, was ich noch für eine Info loswerden wollte: den nächsten Durchgang Bagel, den setzte mal nach Deinem Rezept, aber mit Buttermilch an… läääääääckaaaaaaaa…..

nata hat gesagt…

Deine Brötchen sehen toll aus. Ich habe eine Zeit lang versucht, eine ähnliche Form hinzukriegen. Dann habe ich aber beschlossen, dass ich runde Brötchen sowieso viel lieber mag ;o)

Die Sauerteigsache erinnert mich daran, dass ich irgendwo im Schrank noch eine Trockensicherung aufbewahre. Wäre vielleich mal interessant, ob sie's noch tut...?

Micha hat gesagt…

Buttermilch im Brot mag ich ebenfalls sehr. Da die Fränzis das nicht kennen, ist Buttermilch gerne auf meiner Wunschliste, wenn Feriengäste fragen, ob sie mir was mitbringen könnten.

Und hej, auch als großer ST-Fan, es gibt SEHR gute Brötchen mit Hefe! Schöner kann man die Knöpfe auch mit Sauerteig nicht formen ;o)! Und dann noch die Gare richtig eingeschätzt.... so macht Backen Freude!

Bengelchen hat gesagt…

Die Semmeln sehen ja toll und lecker aus!

Magst du vielleicht mal die Brotherstellung mit Sauerteig bloggen? *interessiert bin*

Steph hat gesagt…

@ Hesting
Wenn Du weniger Trockenhefe nimmst, einfach länger gehen lassen, das klappt genauso gut.

@ Heidi
Buttermilch mag ich besonders gern in Schokokuchen, gibt nix leckeres.

Bagels mit Buttermilch - lass das man nicht die Bagelpuristen lesen. Aber psst, ich probier das nächstes Mal aus, das muss eigentlich auf jeden Fall gut schmecken.

@ nata
Wenn der Teig nicht klebt, ist die Form ein Kinderspiel.
Meine Trockensicherung hab ich vor ner Weile weggeschmissen, als ich mal wieder die Küche aufgeräumt hab, nu hab ich nur noch meinen Einsiedler-ST im Kühlschrank ;o)

@ Micha
"Schöner kann man die Knöpfe auch mit Sauerteig nicht formen ;o)! Und dann noch die Gare richtig eingeschätzt.... "
Na aber sischa datt, darin bin ich ganz groß ;o) Watt sachste denn zu meinen Kaisersemmeln? Nahaa? :o)

@ Bengelchen
Ohne ein Geheimnis verfrüht ausplaudern zu wollen, vielleicht gibt's hier bald das ein oder andere Sauerteigbrot - ich selbst bin da keine wirkliche Hilfe, dafür backe ich zu sehr aus dem Bauch raus und halte mich selten an klassische Back-/bzw. Sauerteigregeln.
Aber wie gesagt, vielleicht gibt's hier bald auch mehr über Sauerteig *Flöööt ... ;o)

Irene hat gesagt…

die sehen lecker und ganz toll aus! mein Sauerteig macht Ferien gaaaaaanz lange :) Ich habe anfangs Jahr oft damit gebacken, doch den Kindern schmeckts einfach nicht wirklich. Wir lieben Hefebrote, und so habe ich für uns die richtige Mischung mit *altem Teig* gefunden. Jedoch sehen meine Kreationen nicht so toll aus....

Marla hat gesagt…

Optische sehen die echt toll aus, schade dass du kein Bild von der Krume hast.
Da du auch Mehl mit hoher Typenzahl im Teig hast u. Buttermilch nur zu ca. 91% aus Wasser besteht, würde ich etwas mehr Flüssigkeit nehmen, dann sollte sie auch etwas lockerer werde.
Also Fan von Vorteigen, würde ich für mehr Geschmack unbedingt ein VT machen oder einfach 1 EL Sauerteig zum Brötchenteig geben. Den Sauerteig kannst du einfach von deinem Anstellgut aus den Kühlschrank nehmen und dieses dann wieder entsprechend auffüllen. ;-)

Mestolo hat gesagt…

Unglaublich, dass man solch wunderschöne Brötchen machen kann :)

Patzi hat gesagt…

Wunderschoene Broetchen! Zum Reinbeissen sehen die aus :-)
Eine Frage: schwaden? Was meinst Du damit?

Steph hat gesagt…

@ Irene
Das ist alles nur eine Frage der Übung. Ein paarmal ausprobiert, sehen Deine Brötchen sicher ganz genauso aus :o)

@ Marla
Ein Grund, warum ich keinen Sauerteig mehr verarbeite - ich mag diese Rechnerei mit Teigführung, TA, usw. nicht ;o)
Ganz oft mische ich meinen Brotteig sehr frei zusammen und messe Wasser, etc. nicht ab. Für jeden Sauerteigbäcker sicher ein absoluter Graus, klappt aber trotzdem sehr gut.
Ab und zu hab ich alten Teig im Kühlschrank, den ich dann anteilig zum Teig gebe, Sauerteig ist aber einfach nicht meins - muss ja auch Hefebäcker geben ;o)

@ mestolo
Da ist nix dabei, das kriegst Du auch hin :o)

@ Patzi
Schwaden bedeutet, das Brot direkt nach dem Einschießen in den Ofen mit Wasserdampf zu "beschwaden".
Wenn man keinen Backofen hat, der das automatisch macht (hab ich auch nicht), behilft man sich mit einer Blumenspritze oder stellt eine ofenfeste Schale auf den Boden des Backofens, in die man sofort, nachdem man die Teiglinge in den Ofen geschoben hat, Eiswürfel gibt.
Die Eiswürfel schmelzen dann und verdampfen, wodurch die Oberfläche der Teiglinge elastisch bleibt und sie im Ofen besser gehen können und nicht unkontrolliert reißen.
Ich hoffe, ich hab das einigermaßen korrekt erklärt, bin ja nur ne Teilzeit-Hobby-Bäckerin ;o)

Bärbel hat gesagt…

Wie hast Du denn die Brötchen geformt?

Steph hat gesagt…

@ Bärbel
Das lässt sich leider nicht mit 2-3 Worten erklären, aber sobald ich wieder Brötchen backe, werd ich das detailliert im Bild festhalten und dann hier veröffentlichen.

Anonym hat gesagt…

Danke für das Rezept! Meine Brote sehen zwar nicht so schön aus, aber sie schmecken fantastisch. Danke!
Steffi

 

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