Guten-Morgen-Brötchen

Ich hab mal wieder etwas gebacken, genauer gesagt, hab ich gerade eine kleine Backphase. Nichts spektakuläres, aber im Moment macht Brot- und Brötchenbacken Spaß. Sicher auch, weil ich nicht mehr alles mit dem Mixer machen muss, sondern mit Kleinröschen eine tatkräftige Assistentin habe, die mir den größten Teil der Arbeit abnimmt. 
Den Auftakt zu meiner kleinen Brotbackorgie haben diese (Guten)-Morgen-Brötchen gebildet, mit denen Friesi von Friesi kocht, backt & schnackt mir den Mund wässrig gemacht hat. Und wenn erst einmal Begehrlichkeiten geweckt sind, muss ich das, bzw. in diesem Fall diese Brötchen auch möglichst sofort haben - also wurden sie schleunigst nachgebacken, sogar gleich zweimal innerhalb von drei Tagen. So lecker sind diese Brötchen. 

Guten-Morgen-Brötchen
Das Besondere an diesen Brötchen ist die sog. Übernachtgare, d.h., der Teig wird am Vorabend vorbereitet und dann für ca. 12 Stunden (da kommt es nicht auf die Minute an) im Kühlschrank kalt gestellt. 
Brotteig nach der Teigruhe am nächsten Morgen
Am nächsten Tag werden die Brötchen nur noch geformt, gehen dann für 30-45 Minuten und wandern dann auch schon in den Backofen. Perfekt für ein spätes Sonntagsfrühstück. 
Das Formen dieser Brötchen ist auch für Anfänger sehr leicht umzusetzen,  da muss nichts gezupft oder geschnitten werden, sondern der Teig wird im Prinzip einfach nur aufgerollt und zwischendrin etwas festgedrückt werden. Irina von Lecker macht Laune hat das kürzlich sehr schön in einem Video gezeigt. Einfacher kann man Brötchen kaum formen. 

Guten-Morgen-Brötchen
Wie Ihr auf dem ersten und zweiten Bild seht, sind die ersten Brötchen sehr viel heller als die auf dem zweiten Bild - dazwischen liegen ungefähr 5 Minuten Backzeit, der erste Versuch war mir persönlich nämlich noch etwas zu hell und zu wenig kross. 
Brotteig in der Maschine
Je nach Backofen und persönlicher Vorliebe müsst Ihr die Backzeit auch einfach nur noch etwas verlängern. Die Backzeit im Rezept unten entspricht in etwa dem Bräunungsgrad der Brötchen auf dem ersten Bild.
Wahrscheinlich werde ich beim nächsten Mal 6 anstatt der im Rezept angegebenen 8 Brötchen formen, dann haben sie in etwa die Größe der hier erhältlichen Baguettebrötchen und sind perfekt für ein Tomate-Mozzarella-Baguette. Für das gemütliche Sonntags- frühstück sind aber die 8 etwas kleineren Brötchen mit ca. 70 g Gewicht die bessere Wahl, dann ist man nicht schon direkt nach einem Brötchen pappsatt.  
Wenn wider Erwarten ein Brötchen übrig bleibt, könnt Ihr das auch sehr gut einfrieren und später auftauen oder direkt auf dem Toaster aufbacken, dann wird es wieder schön knusprig und schmeckt (fast) wie frisch gebacken.

So, und wer jetzt noch diesen komischen Knack & Back-Kram kauft, der hat's auch nicht besser verdient ;o)

Guten-Morgen-Brötchen
Zutaten
180 g Mehl, Type  550
100 g gemahlener Hartweizengrieß (semola di grano duro rimacinata)
110 g Roggenmehl Type 1150
150 g kaltes Wasser
150 g kalte Milch
4 g Frischhefe (alternativ 1,5 g Trockenhefe)
8 g Salz
8 g Rapsöl


Zubereitung 
Das Mehl in einer Schüssel trocken miteinander vermischen. Eine Kuhle in die Mitte drücken und die Hefe hineinbröckeln. Etwas Wasser dazugeben und einen Moment stehen lassen, damit sich die Hefe auflöst. Die reslichen Zutaten dazugeben und ca. 10 Minuten auf niedrigster Stufe mit der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verkneten. 
Abgedeckt über Nacht (für ca. 12 Stunden) im Kühlschrank kalt stellen. 
Am nächsten Tag den Teig herausnehmen, auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und vorsichtig etwas flach drücken - dabei behutsam vorgehen, um nicht unnötig viele Bläschen zu zerstören. 
Den Teig in 8 rechteckige Portionen teilen und diese von der schmalen Seite aufrollen und festdrücken. Leicht in Roggenmehl wälzen und mit dem Schluss nach unten abgedeckt für ca. 30-45 Minuten gehen lassen. 
Den Backofen auf 240°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen, eine feuerfeste Schale auf den Backofenboden stellen und mit einer halben Tasse kochendem Wasser füllen. Die Brötchen nun mit dem Schluss nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und für ca. 10 Minuten backen. Den Backofen einmal öffnen, so dass die Feuchtigkeit entweichen kann, dann wieder schließen und die Brötchen weitere 5-10 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. 
Herausnehmen und auf einem Kuchenrost komplett abkühlen lassen.

Kommentare:

Yvonne von Experimente aus meiner Küche hat gesagt…

Boah!!! Die sehen aber gut aus!!! Die muss ich unbedingt mal probieren!
Lieben Gruß
Yvonne

maja || moey`s kitchen hat gesagt…

Genau sowas brauche ich auch!
Gut vorzubereitende, krosse Brötchen. Knackig und knusprig statt labberig und weich. Yeah!
Nachdem es nur noch eine Handvoll gute Bäckereien gibt, muss frau dann eben selbst ran.
Die Brötchen sehen spitze aus!

Nette Grüße,
Maja

Anonym hat gesagt…

150g Milch nehme ich an? Danke :)

LG Stefan

Sugarbaby hat gesagt…

Oh, die Brötchen sehen toll aus!
Ich liebe Brötchen und freue mich immer über ein neues Rezept. Die werden schnellstmöglich ausprobiert!

Liebe Grüße
Sugarbaby

Kristina hat gesagt…

Liebe Steph,

das klingt nach dem perfekten Rezept für den kommenden Sonntag, muss ich direkt mal speichern & die Mehlvorräte auf Vollständigkeit prüfen! Der Mann freut sich sicher auch, wenn er nicht zum Bäcker muss. ;)

<3-lichst,
Kristina

PS: Vielen Dank für die Aufnahme in deine Blogroll, es ist mir eine Ehre! :)

Amy hat gesagt…

Wow, Steph, die Brötchen sehen ja absolut perfekt aus! Ich glaube zwar nicht, dass sie bei mir so hübsch werden, aber ich muss sie unbedingt bald nachmachen :)

grain de sel hat gesagt…

Die sehen richtig super aus!

ELBKÖCHIN hat gesagt…

Die sehen ja wirklich grandios aus und das mit der Rolltechnik klingt total spannend. Ich kannte die Übernacht-Brötchen bislang nur mit der Abstechmethode.Wird getestet! Liebe Grüße, Bianca

Birgit Schmock-Wagner hat gesagt…

Die werden unbedingt nachgebacken!

Nach einem Mal Knack & Back vor vielen Jahren war die ganze Familie geheilt! Das geht gar nicht!

Katharina K. hat gesagt…

Haben die Brötchen heute zum Abendessen gleich getestet (heute früh angesetzt, Gare war also eher bei 10h als bei 12h): Sehr lecker und einfach zu machen. Die Kombination aus Roggenmehl und Grieß mit dem Weizenmehl ist eine willkommene Abwechslung zu den Weizen- oder Weizen-Dinkel-Brötchen, die ich sonst oft backe.

Danke für das Rezept - wird es bei uns sicher noch öfter geben!

Tonkabohne Sabine hat gesagt…

Liebe Steph,
Deine Brötchen sehr sowas von gut aus :-)
Klasse Rezept...
Herzliche Grüsse,
Sabine

Birgit/birgonia hat gesagt…

Habe die Semmeln heute nachgebacken und sie sind klasse geworden. Danke fürs Rezept! Gut, dass ich im letzten Italienurlaub eine Packung von diesem Grieß gekauft habe. Die Rolltechnik kenne ich von meinen Lieblingsbaguettes, da funktioniert das ähnlich.

Winterkatze hat gesagt…

So simpel, so lecker - sehr schöne Alternative zu etwas aufwändigeren Brötchen. Und ja, die fünf Minuten längere Backzeit können die leckeren Dinger gebrauchen. :)

Mrs. Fox hat gesagt…

Sooo lecker! Meine Eltern waren zu Besuch und ich habe für diesen besonderen Anlass die Brötchen gebacken. Viel Lob und Anerkennung dafür bekommen und allen hat es sehr gut geschmeckt. Danke für das wunderbare Rezept :)!

Steffi S hat gesagt…

Wow, habe das Rezept über Pinter est entdeckt, die Brötchen sehen echt super aus! Das muss ich unbedingt auspropieren. Aber braucht man wirklich nur 4g Hefe? Das kommt mir irgendwie arg wenig vor... Meine Dinkel Brötchen haben immer 20 g auf 250 g Mehl..?
Grüße, Steffi

Rose hat gesagt…

Hallo, bin über Beas Seite hierher gekommen. Die Brötchen sehen echt super aus, nur gibt es bei mir meherere Einschränkungen in Bezug auf Durchführung: ich habe keine Küchenmaschine, mit Rapsöl kenne ich mich überhaupt nicht aus (auch, was den Geschmack betrifft) und als Single (oder Einpersonenhaushalt) sind mir 6 - 8 Brötchen einfach zu viel an Menge. Auch wenn ich sie einfrieren würde, würden sie mir so 6 - 8 Tage reichen. Besuch bekomme ich nur selten, lohnt sich leider für mich nicht.

Steph hat gesagt…

Hallo Rose,

ich kenne Beas Seite nicht, trotzdem herzlich willkommen in meinem Blog ;o)

Schade, dass sich das Brötchenbacken für Dich allein nicht lohnt, Deine Einwände kann ich aber nicht ganz nachvollziehen. Zum Kneten von Teig braucht man nicht unbedingt eine Küchenmaschine, sondern da reicht auch ein Mixer, bzw. ich hab es auch schon von Hand gemacht. Rapsöl ist nahezu geschmacksneutrales Öl (aus hiesigem Anbau, daher verwende ich es sehr gerne), lässt sich aber natürlich auch durch Sonnenblumenöl austauschen und die Teigmenge lässt sich problemlos halbieren.

Steph hat gesagt…

Steffi, bei diesem Rezept handelt es sich um eines mit Übernachtgare, da wird nur eine sehr geringe Menge Hefe verwendet.

piexsublog hat gesagt…

Hallo, wir haben die Brötchen heute morgen zum Frühstück gemacht. Die sind wirklich sehr lecker. Da wir nur zwei Personen sind, haben wir die Hälfte aller Zutaten genommen. Leider war der Teig dann noch sehr klebrig, so dass wir nich etwas Mehl hinzugegeben haben. Habe ich da etwas falsch gemacht oder soll der Teig klebrig sein und ich hätte kein Mehl mehr zugeben dürfen? Wären die Brötchen dann vielleicht besser/mehr aufgegangen?
Danke für das tolle Rezept!

LG
Kristin

Anonym hat gesagt…

liebe steph,

nachdem ich nun mehrfach deine brötchen nachgebacken und deinen blog aufmerksam durchforstet habe, heute endlich mal ein kommentar und dankeschön!
für einen zweiwöchigen urlaub, bei dem wir letztes jahr gesalzenes brot vermissten, habe ich mir dieses jahr das brotbacken vorgenommen. unentwegt backe ich nun die frühstücksbrötchen, oder aber bagels und ciabattas. es fühlt sich toll an zu wissen, was man gerade isst, die herstellung deiner brötchen ist nur beim ersten mal etwas aufwändiger und das ergebnis gibt mir jedes mal wieder recht. mein freund hüpft regelrecht um die brötchen.
da ich im urlaub kein rapsöl hatte, habe ich sie auch mal mit olivenöl, was ich ohnehin liebe, gebacken. kann ich liebhabern der mediterranen küche nur empfehlen.
da mein rührgerät kaputt gegangen ist, mache ich den teig derzeit immer mit der hand, was mir fast noch besser gefällt.

deine rezepte im allgemeinen sowie deine hinweise zur herstellung und zu produkten machen deinen blog für mich ganz besonders.

danke und herzliche grüße,
sabine

Sandra Peternel hat gesagt…

Huhu,

durch Pinterest bin ich auf dein Rezept gestoßen und habe mich dann gestern mal ans Werk gemacht :-)
Klasse, absolut empfehlenswert (auch wenn ich ein paar Sachen abgeändert habe, aber danach schreit ja dieses Rezept förmlich) :-D
Ich war mal so frei und habe es auch auf meinem Blog aufgenommen - natürlich mit Verlinkung zu dir! Ich hoffe, das es ok für dich ist?! :-D
Liebe Grüße und nochmal danke für die Inspiration
Sandra

http://sannas-hexenkueche.blogspot.de/2014/09/uber-nacht-brotchen.html

Susanne hat gesagt…

Hallo,
kann ich auch normalen Hartweizengrieß nehmen. Bekomme bei uns kein Hartweizenmehl.

LG Susi

Steph hat gesagt…

Susanne, Du kannst auch Hartweizengrieß nehmen, der bewirkt aber eine andere Krume und evtl. musst Du auch die Wassermenge anpassen

 

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