Ostfriesische Knetwaffeln

Zeiner original ostfriesischen Teetied (Teezeit) gehört neben einer guten Tasse Ostfriesentee natürlich auch das passende Gebäck. 
Zu Neujahr werden eigentlich Krüllkoken, bzw. Neujahrskuchen gereicht, die hab ich aber ja schon vor 3 Jahren gebloggt, daher gibt es heute eine andere ostfriesische Waffelart, die ich sogar noch viel lieber mag als die sehr zarten Röllchen. Außerdem sind sie schneller und unkomplizierter gemacht. Mit anderen Worten, diese Waffeln sind schlicht und einfach die besseren Waffeln und dazu noch mein allerliebstes Teegebäck überhaupt. Wie könnte man ein Jahr besser abschließen, als mit einem absoluten Lieblingsrezept?

Ostfriesische Knetwaffeln
Um ostfriesische Knetwaffeln zu backen, braucht man natürlich das passende Waffeleisen, in diesem Fall einen herkömmlichen Hörnchenautomat, mit dem man auch Neujahrskuchen und Eistüten ausbacken kann. Ich hab seit einigen Jahren dieses Gerät* und bin damit sehr zufrieden. 
Apropos Eistüten, die lassen sich mit diesem Rezept auch ganz wunderbar herstellen, dazu muss die Teigmenge pro Waffel nur etwas erhöht werden (die Waffeln wären sonst nen Ticken zu klein) und die fertigen Waffeln sofort nach dem Backen mit einem Hörnchenformer* in die typische Tütenform gebracht werden. Wie das genau funktioniert, werd ich aber demnächst noch einmal zeigen. 

Ostfriesische Knetwaffeln
Früher, als wir noch keine Knetwaffeln kannten, sondern zuhause immer Krüllkoken gebacken haben, waren wir mit einer "Teigladung" meistens einen ganzen Nachmittag beschäftigt. Die Teigmenge des oben verlinkten Krüllkokenrezeptes reichte meist für 4-5 Stunden Beschäftigung. 
Eine Arbeit für jemanden, der Mutter und Vater erschlagen hat und zu allem Überfluss waren die Fingerkuppen im Anschluss auch noch ganz dick, wund und fühlten sich an, als hätte man sie ne halbe Stunde in siedendes Öl gehalten. Krüllkokenbacken ist also kein Vergnügen, Knetwaffeln sind da ganz anders!    

Ostfriesische Knetwaffeln
Im Gegensatz zu den Krüllkoken, werden Knetwaffeln nicht mit den Fingern gerollt, sondern man stellt sie einfach in ein spitz nach unten zulaufendes Glas und lässt die darin abkühlen, bis die nächste Waffel fertig ist. Die vorherige wandert dann auf ein Kuchenrost, und es geht mit der nächsten weiter. Eine wunderbar fingerschonende Angelegenheit also ;o)
Wer die Waffeln gern spitzer haben möchte, der nimmt einfach einen Trichter, stellt den in eine Tasse oder ein Glas und gibt die Waffeln zum Auskühlen dort hinein. Mir gefallen sie aber so am besten, daher benutze ich immer mein angestammtes "Waffelglas".

So, und zu guter Letzt noch eine kleine Abwandlung dieses Rezeptes. Anstatt mit Kardamom schmecken diese Waffeln nämlich auch mit Anis ganz wunderbar. Verwendet in dem Fall auf diese Teigmenge einen TL gemahlenen Anis - ansonsten bleibt alles wie gehabt. 

Ostfriesische Knetwaffeln Making-of
Zutaten für ca. 27 Waffeln
250 g Butter
10 g grüne Kardamomkapseln, frisch gemörsert
4 Eier
250 g Rohrohrzucker
1/4 TL Salz
500 g Mehl

Zubereitung
Die Butter in einem Topf zerlassen und bei mittlerer Hitze leicht bräunen, beiseite stellen und abkühlen lassen. 
In der Zwischenzeit die Kardamomkapseln in einen Mörser geben und leicht andrücken, so dass sich die schwarzen Samen lösen. Die Kardamomsaat mit einem TL Zucker möglichst fein mörsern. Alternativ die Hälfte des Zuckers mit der Kardamomsaat in einer elektrischen Gewürzmühle fein mahlen. 
Die Eier mit dem Zucker und Salz schaumig schlagen, nach und nach die etwas abgekühlte gebräunte Butter in einem feinen Strahl einlaufen lassen. Das Mehl ebenfalls dazugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren. 
Den Teig für 30 Minuten oder besser über Nacht ruhen lassen. 
Am nächsten Tag den Teig erneut Zimmertemperatur annehmen lassen, mit einem Eiskugelformer ca. walnussgroße Kugeln aus dem Teig formen und in einem Hörncheneisen ausbacken. 
Die fertigen Waffeln sofort in ein schräg zulaufendes Glas stellen, um ihnen die typische Form zu verleihen. In einer Keksdose aufbewahren und mit einer schönen Tasse Ostfriesentee genießen. 
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Kommentare:

ღ Mummels kleine Welt hat gesagt…

Hmm die sehen ja super lecker aus...da bekomme ich ja gleich Lust die in eine Tasse Kaffee zu ditschen ...lecker.Wünsche einen Guten Start ins neue Jahr.
LG Mummel

Oslo hat gesagt…

Hallo Steph,
lecker!!! Muss probiert werden!!! Bleiben die denn knusprig? Ich hatte bei meinen letzten Eiserkuchen das Problem, dass die in der Blechdose weich und irgendwie zäh geworden sind. Zwar noch lecker, aber halt nicht mehr knusprig....
Liebe Grüße,
Christiane

Verboten gut hat gesagt…

Liebe Steph,

deine Waffeln sehen vorzüglich aus, schade dass ich so ein tolles Waffeleisen nicht besitze ;(

Im Zimtwaffeleisen kann man die aber auch bestimmt zubereiten.

LG Kerstin

zeus hat gesagt…

aha. waffel. teeeeeee. otto kommt aus iozfriesland

Denise hat gesagt…

Huhu,

mein Mann ist Ostfriese und seine Oma backt uns auch immer Krüllkoken, was aber eine wahnsinns Arbeit jedes Mal ist. Die Knetwaffeln sehen aber auch großartig aus, das wäre doch mal eine schöne Alternative. Wird ausprobiert, danke fürs teilen. :-)

Heike Osterholz-Middendorf hat gesagt…

Hallo Steph!
deine Knetwaffeln sind sehr lecker geworden. Läßt du sie eigentlich in der Küche oder im Kühlschrank über Nacht ruhen?
Hier noch ein kleiner Tip von mir zum Backen von Neujährchen = Krüllkoken für eine Großfamilie ohne verbrannte Fingerspitzen: ich benutze dünne Einmalgummihandschuhe und rolle die Waffeln auf der Arbeitsplatte mit Hilfe eines Rundholzes ( 1,5 cm dick ) ohne großes Anfassen auf- seitdem will sogar mein Mann beim Eiserwaffelbacken an Silvester unbedingt mitmachen...Liebe Grüße Heike

Marlies Marcenac hat gesagt…

Bonjour Steph,diese Waffeln habe ich schon mehrmals gebacken. Sie sind der Renner bei meinen Lieben. Morgen geht eine dose nach Metz zu den Enkelkindern.

Herzlichen Dank für das Rezept!!!
Hatte allerdings deinen Blog nicht mehr gefunden. Das ist aber jetzt behoben.

Liebe Grüße aus meiner Küche

Chez Marlies

Marsha hat gesagt…

Oh wie toll, die gibt´s jedes Jahr von Oma mit Anis und zu rollen gerollt. Ich habe aber noch nie gesehen , wie sie das gemacht hat, die sind Weihnachten immer schon fertig :-) Ihre Finger sehen aber immer gut aus. Ich muss sie dazu mal befragen. Ihr Rezept habe ich mir schon unter den Nagel gerissen, aber das passenden Waffeleisen fehlte bisher noch.

LG Marsha

 

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