Cidre-Karamellen

In den Geschäften liegen die Kekse und Weihnachtsartikel schon seit mindestens zwei Monaten im Regal, da kann ich jetzt sicher auch hier im Kuriositätenladen so langsam die Vorweihnachtszeit einläuten, oder?
5 Wochen noch, dann müssen alle Leckereien fertig und verpackt sein, es gibt also noch eine ganze Menge zu tun! 

Cidre-Karamellen
Diese Cidre-Karamellen habe ich bereits im letzten Jahr einmal zubereitet, war da aber leider schon zu spät dran und konnte das Rezept nicht mehr bloggen - besonders bedauerlich, denn diese Karamellen sind nicht irgendwelche Karamellen. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass diese Karamellen die leckersten Karamellen überhaupt sind! Großartig ist wirklich eine Untertreibung.
Im Gegensatz zu normalen Karamellen, sind diese hier viel weniger süß, nicht so klebrig-süß wie es bei klassischen Karamellrezepten oft der Fall ist. 
Der Grund dafür ist der extrem reduzierte Apfelcidre, bzw. Apfelsaft - den kann man natürlich genau so gut verwenden. 

Ein Liter Cidre wird für dieses Rezept auf 1/10 reduziert, übrig bleibt dann ein sehr dunkler, dickflüssiger und unwahrscheinlich geschmackvoller Apfelsirup. Ich musste mich extrem zusammenreißen, den nicht direkt so auszulöffeln, der schmeckt nämlich schon großartig.
Zusammen mit den anderen Zutaten kommt dann ein erstaunlich "leichter" Karamell heraus, mich erinnert er n büschen an Maoam - in lecker natürlich. Die fertigen Bonbons haben ein sehr intensives, frisches Apfelaroma und eine angenehme nicht übertriebene Süße. 

Cidre-Karamell
Im Originalrezept, das aus meinem Lieblings-Kochbuch 2012, the Smitten Kitchen Cookbook*, stammt, werden die fertigen Karamellen noch mit Fleur de Sel bestreut - das gefällt mir in Kombination mit dem Apfelaroma aber nicht sooo gut. Salz mag ich lieber in Kombination mit klassischem Karamell und natürlich zusammen mit Schokolade - da geht nix drüber.

Bei der Zubereitung des Karamells ist besonders wichtig, dass die Karamellmasse 120°C erreicht, sonst wird sie später nicht fest. Ihr braucht also auf jeden Fall ein entsprechendes Thermometer, das muss nicht die Welt kosten, ist aber für die verlässliche Verarbeitung von Zuckermassen unbedingt notwendig. 
Ich habe ein digitales Küchenthermometer*, das man auch zum Messen von Kerntemperaturen verwenden kann und ein klassisches Zuckerthermometer*. Letzteres ist recht groß, da ich aber Zuckermassen eh immer in großen Töpfen zubereite (die schäumen enorm auf und kochen sonst leicht über), passt das schon. 

Cidre-Karamellen
Zutaten
1 Liter Apfelcidre (bei mir Elbler, 2:1 Ebbe und Flut)
300 g Rohrohrzucker 
120 g Butter 
80 ml Sahne 

Murray River Salt oder Fleur de Sel zum Bestreuen (optional)

Zubereitung 
Den Cidre in einem Topf bei starker Hitze auf 100 ml einreduzieren, das dauert ungefähr 30-45 Minuten. 
Die übrigen Zutaten mit dem eingedickten Sirup in einen großen Topf geben und erneut unter stetigem Rühren zum Kochen bringen. Bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis die Masse 120°C erreicht. In eine mit Backpapier ausgeschlagene Form gießen und komplett erkalten lassen.
Aus der Form nehmen und mit einem eingeölten, scharfen Messer in kleine Vierecke schneiden. Mit Murray River Salt bestreuen und in Wachspapier einwickeln.
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Kommentare:

M. Lange hat gesagt…

Das klingt schon sehr interessant. Aber wie üblich habe ich ein Problem mit dem Alkohol. Meinst du man kann stattdessen einfach Apfelsirup oder reduzierten Apfelsaft nehmen?

Irene Thut-Bangerter hat gesagt…

Na das ist die Idee für mein Schwesterherz, sie mag Cidre extremst. Starte den Versuch mit Produkten ohne Kuhmilch, mal schauen wie das wird ;-)
Liebs Grüessli
Irene

Ela hat gesagt…

Das sieht so lecker aus, Steph! Auf das Rezept hab ich schon gewartet.. Merke ich mir, und wenn ich jemals ein Küchen-Thermometer in die Hände bekomme, probier ich es aus ;)
LG
Ela

andruschka hat gesagt…

Der "Apple Cidre" aus dem Originalrezept ist keineswegs Cidre - sondern unpasteurisierter Apfel(dick)saft.
Insofern hat sich die Alkoholfrage auch geklärt :)

Steph hat gesagt…

@ M. Lange
Wie ich im Text geschrieben habe, Apfelsaft funktioniert genauso gut mir schmeckt es halt nur mit Cidre besser, weil der noch mehr Spritzigkeit reinbringt

@ Irene
Ich wünsche viel Erfolg, Irene!

@ Ela
Das solltest Du, unbedingt!

Steph hat gesagt…

@ andruschka
Ich habe nirgends geschrieben, dass im Originalrezept Cidre oder Cider verwendet wird, das ist meine Abwandlung, wie ich jedes Rezept abwandle.
Und, dass man genauso gut Apfelsaft verwenden kann, habe ich im Text geschrieben...

Marlies Marcenac hat gesagt…

Die nehme ich mir mit!!!!! Merci

Ann-Katrin hat gesagt…

Wow lecker!! Das Rezept habe ich mir gleich gespeichert! Karamellen habe ich neulich das 1. mal erfolgreich hergestellt - mit Cidre stelle ich sie mir aber noch toller vor! LG :)

Mia hat gesagt…

Das Rezept klingt klasse und nach einer tollen Kleinigkeit für Weihnachten, wird gleich gespeichert und sobald ich ein Küchen-Thermometer finde nachgemacht :)
Liebe Grüße,
Mia

Anonym hat gesagt…

Tolles Rezept, hatte ich im Original schon entdeckt und freu mich drauf, es auszuprobieren.
Verräts du mir bitte, wo du das Wachspapier herbekommst?
Danke & Gruß Andrea

Anonym hat gesagt…

Oh ja, über einen Tipp zum Thema Wachspapier würde ich mich auch sehr freuen! Suche inzwischen schon eine ganze Weile im Netz und finde dabei immer nur Kleinstmengen bei DaWanda oder Riesenmengen bei Manufactum (und dort bin ich nicht sicher, ob das Papier nicht vielleicht zu dick zum Einwickeln von Bonbons ist).
Die Karamellen sehen wirklich sehr, sehr lecker aus!
Liebe Grüße
Julia

Steph hat gesagt…

@ Andrea und Julia
Das Wachspapier kaufe ich tatsächlich bei Manufactum, bzw. hab es dort gekauft, die Schachtel wird noch n büschen reichen ;-)

200 Bögen sind zwar nicht gerade wenig, ich verwende das Wachspapier aber auch um Käse umzupacken, usw.

Anonym hat gesagt…

wie groß sollte die form denn sein? der apfelsaft kocht schon *froi
morgen werden die werten mitstudenten damit durch 4 stunden vorlesung gepusht :D

Steph hat gesagt…

@ Anonym
Oh, gut, dass Du das fragst - hab ich total vergessen! So ca. 15x20 cm wäre gut.

oh_annaluise hat gesagt…

Gerade ausprobiert und ich bin soo gespannt! :)

Gruß, Annaluise

Dennis Betz hat gesagt…

Aktuell gibt es bei Aldi Nord ein Küchenthermometer für 9,99€ Messbereich bis 250 Grad glaube ich.
Könnt ja mal schauen ob euch das gefällt. Ich persönlich werde mir heute eins shoppen.. ;)
Schönes Wochenende euch..
Dennis

andruschka hat gesagt…

@Steph - das war auch nicht so gemeint ;) (Ich hab erst heute wieder Zeit gefunden hier rein zu schauen und zu antworten.)
Ich wär nur selbst fast in die "Falle" getappt und finde es eigentlich ohne Alkohol spannender.

Anonym hat gesagt…

Ich fand die Idee und Deine tollen Fotos sehr ansprechend. Habe mir gleich nach dem Lesen die Zutaten besorgt und losgelegt. Aber..das ging leider komplett daneben. Die Masse wurde zwar relativ schnittfest, blieb aber nach dem Schneiden nicht in Form, sondern verformte sich wieder zu einer zäh-klebrigen Platte mit angedeutetem Schnittmuster. Und geschmacklich hat es mich leider auch gar nicht überzeugt, muss ich ehrlich sagen. Hatte mir das ganz anders vorgestellt und war ziemlich enttäuscht, daß ich so viel Zeit und Zutaten vergeudet hatte. Habe die Chose komplett entsorgt, gebe ich offen zu. Nimm das aber bitte nicht persönlich, Du kannst weder für das Mißlingen noch für das Nichtschmecken etwas. Wollte nur meine Erfahrung mit dem Nachbauen schildern. ;-) Ist übrigens die erste dieser Art; bisher war ich von Deinen Rezeptideen und meinen Nachbauergebnissen sehr angetan. Gruß, Karin

Steph hat gesagt…

Das tut mir natürlich sehr leid, Karin, aber Karamell zu kochen ist auch etwas tricky.
Wenn die Karamellen ihre Form nicht gehalten haben, hat die Masse wahrscheinlich nicht lange genug gekocht, evtl. stimmte auch die Temperatur oder das Mengenverhältnis nicht so ganz, das lässt sich aus der Ferne natürlich nicht genau sagen.

Das Rezept ist allerdings schon von anderen Lesern sehr erfolgreich nach"gebaut" worden, so dass es daran eher nicht liegen kann - nichtsdestotrotz ist es für Dich selbstverständlich ärgerlich.

Ala hat gesagt…

Das sieht soooo toll aus, das muss ich probieren. Allerdings frage ich mich gerade, wann ich weiß, dass der Liter nun nur mehr 100 ml sind ohne abzumessen?! Per Augenmaß werde ich das sicher nicht hinbekommen und dank meiner Ungeduld vermute ich, dass ich zu früh die anderen Zutaten einrühren würde und dann auch nur einen Brei bekommen würde :( Oder gibt es einen Trick?

Liebe Grüße

Ala

Valü hat gesagt…

Die Karamellen haben mich schon beim ersten Lesen angesprungen. Leider ist mir mein erster Versuch missglückt. Mir ist die Masse nämlich verbrannt.
Ein zweiter Versuch ist aber in Planung.

Liebe Grüsse
Valü

Anonym hat gesagt…

Hi Steph, gestern habe ich die Karamellen nachgemacht aber leider sind nicht fest geworden!! Ich werde trotzdem meine gewordene Creme für "Spitzbuben" verwenden. Mein Mann hat die Idee gehabt ;-) Irgendwann versuche es ich noch mal.
LG
Glenda

Alica Molzer hat gesagt…

Habe die Caramellen eben gemacht. Allerdings mit Apfelsaft. War zuerst skeptisch, da der sirup total sauer war. Habe mir dann ein Löffel auf ein Tellerchen und den gleich in den Kühlschrank. Konnte nicht abwarten :) Und mein Fazit ist es schmeckt super lecker, ich will gar keingekauftes mehr!!!

Alica

Sonja hat gesagt…

Hi, meine Karamellen sind leider nichts geworden, aber ich probiers sicher nochmal! :)
lg Sonja

Matthias hat gesagt…

Sehr, sehr lecker, die kleinen Dinger. Bei mir hat es nur viel länger gedauert, bis ich die Masse auf Temperatur hatte. Und noch viel länger hat das Einwickeln in BACKpapierschnipsel gedauert (hatte auf die Schnelle nichts anderes...). Am Besten die beiden Seiten so bonbonmäßig verdrehen.
Und so habe ich das mit dem 100-ML-ABMESSEN gemacht: in eine Glastasse oder Ähnliches (hitzebeständig!) 100ml Wasser einfüllen, Füllstand mit Edding, Masking-Tape-Streifen oder sonst wie markieren, Tasse leeren und abtrocknen. Wenn dann der Apfelsaft so reduziert ist, dass es ungefähr hinkommen könnte: in die Tasse füllen und nachsehen, dann wieder in den Topf geben und weiter verarbeiten.
Ja doch, der Aufwand lohnt sich ;-)
LG, Doreen

Christine Thomet Goetz hat gesagt…

Hallo Steph

Gestern deinen tollen Blog gesichtet - heute deine "Apple Cidre Karamelle" hergestellt. Habe einfach 1/3 des benötigten Zuckers mit Glucosesirup ersetzt. Das Rezept habe ich auch von dir :-).
Wie geschrieben von dir ist es sehr wichtig, dass die Masse wirklich kocht und leicht schäumt. Natürlich ist es nicht ganz einfach - braucht ein bisschen Fingerspitzengefühl, wann mann die heisse Masse vom Feuer nehmen muss. Die Konsistenz der Masse verändert sich sichtlich sobald die Masse leicht zu schäumen beginnt - im gleichen Atemzug muss man/frau jetzt ein sehr wachsames Auge haben auf die Verfärbung und die Konsistenz der Masse, die sich sichtlich verdickt und das alles unter ständigem Rühren.
Alles hat perfekt funktioniert!!!
Bin beeindruckt über das Resultat. Habe die Masse in die Silikonförmchen abgefüllt (Herzen).
Ein weiteres wunderschönes persönliches Weihnachtsgeschenk. So macht Schenken Freude…

märy hat gesagt…

Hi Steph,
schon lange bin ich stille Leserin deines tollen Blogs, jetzt muss ich mich doch mal zu Wort melden :)
Seit über einem Jahr überlege ich, was ich mit den 5 Litern Quittensaft machen soll, die ich von der Mutter meiner Mitbewohnerin geschenkt bekam. Quittengelee war raus, weil unser Gelee-Vorrat durch eben ihre Mutter niemals versiegt ;)
Dann brauchte ich jetzt unbedingt noch ein nettes selbstgemachtes Geschenk aus der Küche und zählte 1+1 zusammen:
Deine Cidrekaramellen aber eben nicht mit Cidre oder Apfelsaft, sondern mit Quittensaft - und was soll ich sagen - sie sind perfekt!! :)
Die Zubereitung war so so einfach - auch ohne Zuckerthermometer ;) Wenn man sich ein bisschen mit Massen auskennt und zwischendurch mal testet, funktioniert das auch so sehr gut.
Ich habe vor 5 Minuten die Masse in die Form gegossen und konnte mich nicht zurückhalten schonmal etwas zu probieren - sehr fruchtig-säuerlich und nicht zu süß!

Ich bin begeistert, also hab vielen Dank für dieses tolle Rezept, ich denke ich werde es auch mit anderne Säften noch ausprobiern (ich denke da an Rhabarber!)

Liebe Grüße und Frohe Weihnachten!
Marieke

multikulinaria hat gesagt…

Die sehen leckerst aus und fotogen sind sie auch noch. Klasse!

Alja Kern hat gesagt…

Ich überlege die ganze Zeit wie ich das Rezept für den Thermomix abwandeln könnte. Die Temperatur wäre dadurch konstanter aber die Gefahr dass was anbrennt ist groß da man das nicht genau überwachen kann. Hast du vielleicht eine Idee?
LG Alja

Steph hat gesagt…

Alja, ich würde das Rezept auf keinen Fall im Thermomix zubereiten, da der Karamell erstens nicht komplett vom Topfboden gerührt wird und dadurch leichter ansetzt und er auch viel zu unberechenbar und stark aufkocht. Außerdem hat man keinen so guten Überblick über den Ist-Zustand des Karamells.

Alja Kern hat gesagt…

Oh ok dann werde ich das besser sein lassen. Danke für die Warnung :)

Anonym hat gesagt…

Hallo, ich muss diese Karamellen auch unbedingt ausprobieren.
Ich möchte sie auch verschenken. Da ich mit meiner Zeit allerdings leider etwas Haushalten muss wollt ich fragen, ob jemand schon Erfahrung mit der Haltbarkeit der Karamellen hat?
Oder haben es die Karamellen noch nicht so lang überlebt ;-)

Gruß, Tina

 

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