Small Plates & Sweet Treats [Rezension]

Euch bleibt auch wirklich nichts erspart, jetzt habt ich Euch diese Woche über 4 tolle Gastrezensionen präsentieren dürfen und nun das, heute ist Maike dran... ;o) Maikes Blog The Culinary Trial hab ich leider erst vor ein paar Monaten entdeckt, als sie aus meiner monströsen Schoko-Karamell-Torte diese wunderschönen Cupcakes gemacht hat. Seitdem bin ich ein riesengroßer Fan ihres Blogs.
Wenn man ihren Blog öffnet, hat man eigentlich direkt das Gefühl, mitten in einem professionellen Koch-/und Backbuch zu stecken. Ihre Fotos sind so wunderschön, dass ich jedesmal vor Neid erblasse - natürlich erst, nachdem ich kurzzeitig grün angelaufen bin ;o)
Schaut unbedingt bei Maike vorbei und speichert ihren Blog gleich (wie natürlich auch die anderen dieser Woche) als Lesezeichen ab - es lohnt sich wirklich!
So, und nu geht's los, ich überlasse Maike das Wort und präsentiere Euch die Rezension von:

"Small Plates & Sweet Treats" von Aran Goyoaga

Welch eine Ehre, hier im Kleinen Kuriositätenladen einen eigenen Beitrag verfassen zu dürfen, in einem meiner liiiiebsten Blogs überhaupt! Ach ja, ich bin übrigens Maike von The Culinary Trial, einem Blog rund ums -tadaaaa- Essen! Wer hätt's gedacht... ; ) Jedenfalls, vielen Dank, liebe Steph, dass ich heute deine Ladentüren einrennen kann, mit Radieschen und Melone im Gepäck. 
Ich darf euch heute nämlich ein Superbuch vorstellen, ein Bildband quasi, mit frischen, hellen Fotos. Und Rezepte sind auch noch drin, gut, wa? Wer die Autorin Aran Goyoaga und ihren Blog Canelle et Vanille kennt, weiß, dass sie wunderschöne Bilder zu ihrem glutenfreien Essen macht. Das wiederum ohne Gluten ist, weil sie den "bösartigen" Weizenkleber seit Kind Nummer 2 nicht mehr verträgt. Deswegen hat sie sich auf die Suche nach leckeren Rezepten ohne Weizen gemacht und diese dann in ihrem großartigen Buch veröffentlicht.
Erster Eindruck
Allein vom äußeren Erscheinungsbild ist Small Plates & Sweet Treats* einfach schick, auch wenn sich unter dem immer wieder recht unpraktischen Schutzumschlag ein noch viel schöneres Bild versteckt. Aber so kann man immer noch was Neues entdecken, nü, und das wollen wir ja schließlich auch.
Innen dann, in der Einleitung, finden sich ein paar Worte über die Autorin, wie sie zum glutenfreien Essen kam, welche Zutaten und Gerätschaften sie benutzt. Dabei wird explizit erwähnt, dass sie selber gerne einen Bauernhof mit eigenen Hühnern hätte, diese (also, die Eier) aber derzeit von einem Bauern aus ihrer Nähe bezieht. Sie ruft auch dazu auf, lokale Landwirte zu unterstützen und, nicht zuletzt, Eier von frei herumtappelnden Hühnchen zu kaufen.
Die folgende Einteilung der Rezepte nach Jahreszeiten (was ich sehr nett finde, da jedes Kapitel ein eigenes, wohliges Gefühl hinterlässt) begründet sie damit, dass das Angebot auf dem Markt das Kochen bestimmen sollte und nicht andersherum. Und ja, all das macht sie äußerst sympathisch!

Rezepte
Kommen wir also zur Einteilung der Rezepte. Die erfolgt, wie schon erwähnt, in Jahreszeiten, die dann wiederum die im Titel angekündigten Small Plates und auch die Sweet Treats beinhalten. (Für die Nichtso-Englischasse unter euch- Kleine Teller und süße Genüsse. Oder so. ; ) ) Zuerst kommen folglich herzhafte Gerichte, danach die Desserts und Backwaren. Alles glutenfrei, wie gesagt.
Die Rezepte bieten eine große Bandbreite, von Blumenkohlsüppchen über Fenchelsalat und Grapefruitrisotto mit Shrimps bishin zu Kokosoufflé, schokoladigen Toasties und Rosmarineiscreme- es ist eben alles drin, was man so braucht.
Generell finden sich viele Rezepte für Fleisch- und Fischesser, also nicht so unmittelbar was für mich als Meistzeitvegetarier. Das wird dann aber durch die süßen Sachen herausgerissen, denn die würde ich alle liebend gern wegfuttern.
Beim Lesen der Rezepte wird schnell klar, dass sie nicht überkandidelt, sondern eher bodenständig und durchaus leicht umzusetzen sind, wenn man denn die Zutaten dafür hat. Da kommen wir dann also zum Punkt mit der glutenfreien Ernährung- denn die braucht natürlich viele leicht exotische Zutaten. Während sich die meisten Dinge gleich erschließen, musste ich Begriffe wie Sorghum Flour doch mal nachschlagen (es ist übrigens Hirsemehl), nicht weiter schlimm, aber es zeigt doch den gewissen Aufwand, den so eine Ernährung mit sich bringt. Weizenmehl wird in den Rezepten durch Reis-, und Nussmehle und Tapioka- und Kartoffelstärke ersetzt und somit vervielfachen sich die Zutaten im Nu. Das finde ich nicht so dramatisch, denn wenn man einmal einen gewissen Vorrat zu Hause hat, geht das Ganze sicher schnell von der Hand.
Außerdem gibbets da natürlich auch noch die Rezepte ohne Böden und Mürbteig. Suppen und Salate kann man schnell und mit gewöhnlichen Zutaten nachmachen und auch das Eis und andere Desserts sind nicht auf Hirse und Quinoa aufgebaut.
Eine recht große Vielfalt, wie ich finde, und es lockt mich doch sehr, mich der glutenfreien Küche zu stellen. Na ja, kommt Zeit, kommt Sorghum Flour.
Zum Geschmack kann ich bisher noch nicht viel sagen, außer, dass die Wassermelonensuppe wirklich köstlich war. Frisch und leicht, schnell gemacht und sommerlich, ich kann daran nichts aussetzen. Wie die andere Rezepte sind, wird sich zeigen, aber ich bin mir sicher, dass sie auch toll sein werden.

Gestaltung
Aber jetzt zur Gestaltung, meinem Lieblingsteil. Denn wie ich, als offensichtlich sehr oberflächlicher Mensch, gestehen muss (obwohl ich meine, dass ich einfach so eine ästhetische Ader habe, dass ich gar nicht anders kann!), habe ich das Buch gekauft, weil ich Arans Fotos schon immer toll finde und ihren Blog sehr gern, wenn auch in unregelmäßigen Abständen, ansehe, äh, lese. Die Frau kann aber auch fotografieren, mein lieber Scholli! Deswegen ist es wenig überraschend, dass die meisten Fotos zum Sabbern und Anstarren über längere Zeiträume anregen und wunderbar eine eigene Stimmung herüberbringen. Die Bilder im Herbstteil kitzeln schon die Vorfreude auf Kürbis und heiße Suppen in mir hervor und sind so unglaublich gemütlich. Im Kontrast dazu sind die Frühlingsfotos frisch und leicht und hell und man mag sich mit Buch und Kokossoufflé auf eine Wildblumenwiese setzen und Himmel gucken.
Die Startseiten der einzelnen Kapitel sind mit weiteren Bildern geschmückt, die auch Blümchen und Arans Kinder zeigen und das wohlige Gefühl noch unterstützen. Hach ja, so schön! Dass die Schriftfarbe der Überschriften sich je nach Jahreszeit auch ändert, ist hierbei nur das abrundende Tüpfelchen auf dem i.

© The Culinary Trial
Ja, das ist es nun. Small Plates & Sweet Treats* von Aran Goyoaga. Bisher noch nicht auf Deutsch erschienen, aber meiner Ansicht nach ein großartiges (Bilder)Kochbuch.
Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass nicht jedes Rezept in 10 Minuten gerührt ist, so wie die Melonen-Radieschen-Suppe, die ich euch heute auf meinem Blog vorstelle. Zur glutenfreien Küche gehört eben mehr dazu, was sich eventuell auch auf das studentische Budget auswirken könnte. Aber da ich, persönlich, schon lange mal meine Nase ins Backen ohne böses Gluten stecken wollte, um es zu testen, um gewappnet zu sein oder was auch immer, sehe ich das als Herausforderung an. Und freue mich auf neue Geschmacksexplosionen, die sich vielleicht im Hirse-Tapiokagemisch verstecken, wer weiß das schon?!
Falls es euch noch nicht aufgefallen ist - ich liebe das Buch schon jetzt, seine Gestaltung, die Auswahl der Rezepte, das Thema der Saisionalität, das gefällt mir doch alles sehr. Ich kann es also weiterempfehlen an diejenigen unter euch, die selber glutenunverträglich sind oder die sich gerne mit speziellen Ernährungsformen auseinandersetzen. Und natürlich an all die oberflächlichen Ästheten, die ganz einfach nur schöne Bilder angucken wollen ; )
Und wem nach einer raffinierten, schnellen und erfrischenden Suppe ist - auf meinem Blogi gibbets das Rezept dazu.

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Ich brauche dringend einen Kochbuchsponsor, soviel steht schon einmal fest :o) Vielen Dank, liebe Maike! Die Suppe ist gerade ganz spontan auf unserem morgigen Speiseplan gelandet, hab ich doch gestern wieder zwei Monstermelonen erbeutet, die jetzt natürlich verarbeitet werden müssen :o)Morgen sollte es eigentlich schon den Roundup zum Blick ins Bücherregal geben, ich hab aber gestern abend noch eine Rezension von einer Leserin bekommen, die ich natürlich erstmal veröffentliche. Montag gibt's dann wahrscheinlich einen Roundup über alle Teilnehmer dieser Themenwoche und Dienstag den Blick ins Bücherregal. Hach, es gibt noch viel zu tun! 

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Kommentare:

Ulrike hat gesagt…

Wieso ist Gluten bösartig? Immerhin sorgt es tolles Brot und herrliche Kuchen. Ich würde Penicillin niemals als bösartig bezeichnen, nur weil ich persönlich dagegen allergisch bin.

Lena hat gesagt…

Gluten ist doch nicht böse; nur für die Menschen die an Zöliakie oder einer Unverträglichkeit leiden! Ansonsten schadet es ja tatsächlich niemandem!

Ich habe das Buch selbst seit einiger Zeit zu Hause und es lohnt sich allein wegen der großartigen Bilder!
Die Rezepte hingegen sind durchwachsen, nicht immer fand ich sie so überzeugend wie sie klingen oder auf den Fotos daherkommen. Oft finde ich die Zubereitungszeit sehr lang und es gibt auch viele unnötige in die Länge ziehende Arbeitsschritte. Die Texte sind auch sehr ausführlich, aber ich weiß, dass das in USA gefragt ist.

Alle Rezepte kann man im übrigen auch ohne glutenfreie Mehle, einfach mit Weizenmehl zubereiten, indem man die gleichen Mengen ersetzt, das ist kein Problem.

Viele Grüße

Maita hat gesagt…

Oooh wie schön! Wie übrigens natürlich all die Rezensionen diese Woche.

Ein kleiner Kommentar/Nachfrage zum Sorghum -- das ist nämlich nicht wirklich Hirse, sondern ein Urkorn aus dem südlichen Afrika (und wird in Südafrika, wo ich mich im Moment aufhalte, gerne als Grütze oder auch für Bier verwendet). Glutenfrei sind Sorghum wie Hirse; bestimmt sind die Backeigenschaften auch ähnlich... Maike, hat das Hirsemehl denn gut funktioniert?

Steph hat gesagt…

So, ich hab das bösartige Gluten nun nochmal in Gänsefüßchen gesetzt :o)
Selbstverständlich ist es von Maike nicht ernst gemeint, sondern wie der gesamte Text mit einem Augenzwinkern formuliert.

Maike // The Culinary Trial hat gesagt…

Ach herrje,
streicht doch bitte das Wort "böse". Oder setzt es in Anführungsstriche, denn natürlich habe ich persönlich gar kein Problem damit und viele andere ja auch nicht, aber für die Zölliakieerkrankten stellt es wohl schon eine Art Gegner da... na ja. Ich wollte jedenfalls nur meiner adjektivfreudigen und manchmal leicht sarkastischen Schreibart frönen, als ich das geschrieben habe. Ich betone jedoch noch mal: Gluten ist nicht böse, man muss es eben nur vertragen können. Ich hoffe, das hier löst ein bisschen die Konzentration von einem einzigen, winzigen Wort. (Wenn ich es auch zwei mal benutzt habe.)
Und Lena: Du hast recht, die meisten Rezepte sind ziemlich lang und ausführlich. Ich werde mal sehen, wie es sich mit der tatsächlichen Handhabung der Rezepte jenseits von Wassermelone und Suppe verhält.
Habt einen schönen Tag,
liebe Grüße, Maike

Maike // The Culinary Trial hat gesagt…

Liebe Steph,
da haste auf alle Fälle recht. Ich zwinker sehr viel und sehr gerne beim Schreiben mit den Augen. Jetzt schon wieder! ; )
Und, liebe Maita: Danke für den Hinweis, das ist wirklich gut zu wissen! : ) Ich hatte es nur kurz virtuell im Wörterbuch nachgeschlagen und "Hirse" gefunden, ehrlich gesagt habe ich aber noch kein Rezept mit Sorghum gemacht. Falls dies mal der Fall sein wird, dann werde ich Hirse nehmen, die man hier überall kriegt, und es wird hoffentlich klappen. Aber vielen Dank, ich freue mich immer über neue Erkenntnisse. : )

 

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