Focaccia

Fladenbrote wie Focaccia sind meiner Meinung nach die idealen Einsteigerbrote, da man hier keinen Brotlaib formen muss, sondern den Teig entweder ausrollt oder wie hier einfach etwas mit den Händen in Form bringt, in dem man hier und da etwas zieht und drückt. Außerdem kommt es hier nicht sooo sehr auf die Teigkonsistenz an, wie beispielsweise bei freigeschobenen Broten, die gern unfreiwillig zu einem Fladenbrot werden, wenn der Teig zu weich ist oder der Laib zu wenig Spannung hat. 
Ein Fladenbrot verzeiht auch Anfängerfehler, lässt sich ganz nach Belieben, Kühlschrank- und Vorratsschrankinhalt abwandeln und ist dazu noch recht fix gemacht - ideal also, um sich mal so richtig auszutoben und auszuprobieren.

Ich hab hier eine ganz klassische Focaccia gebacken, je nach Anlass schmeckt es aber auch klasse, wenn Kräuter in den Teig eingearbeitet werden, die Focaccia mit Oliven oder getrockneten Tomaten belegt oder wie bei der Schiacciata mit Zwiebeln belegt und Parmesan bestreut wird. 
Wie immer gilt auch hier, lasst Eurer Fantasie einfach freien Lauf - schaut, zu welchem Anlass das Brot gegessen werden soll und passt es dann entsprechend an.

Wenn Ihr am Vortag schon wisst, dass Ihr am nächsten Tag eine Focaccia backen wollt, bereitet den Teig bis zum ersten Gehen zu und stellt Ihn nach einer halben Stunde im Plastikbeutel über Nacht in den Kühlschrank. 
Eine Stunde bevor Ihr ihn weiter verarbeitet, nehmt ihn aus dem Kühlschrank heraus und lasst den Teig Zimmertemperatur annehmen. Danach geht's weiter wie im Rezept beschrieben. 
Durch die lange und kalte Gehzeit wird die Focaccia lockerer und aromatischer - probiert es ruhig mal aus. 

Zutaten 
400 g Wasser, zimmertemperiert 
1 Tütchen Trockenhefe 
550-600 g Mehl, Type 550
12 g Salz 
25 g Olivenöl 

Belag
2 EL frische Rosmarinnadeln  
Wasser-Olivenöl 1:1 verquirlt
grobes Meersalz 

Zubereitung
Die Trockenhefe mit dem Wasser in ein Gefäß geben und einige Minuten ruhen lassen, bis sich die Hefe komplett aufgelöst hat. Das Mehl mit dem Salz trocken vermischen. Hefewasser und Olivenöl dazugeben und alles sehr gründlich mit dem Mixer oder der Küchenmaschine zu einem recht weichen Teig verkneten. Den Teig mehrfach falten und in eine leicht geölte Schüssel geben. 
Die Schüssel in einen Plastikbeutel stellen und den mit einem Knoten verschließen. Nach 30 Minuten erneut mehrfach falten und gehen lassen bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. Ein Backblech gründlich einölen und den Teig darauf geben. Ca. 10 Minuten abgedeckt entspannen lassen, dann mit den Fingern in Form ziehen, dabei darauf achten, dass so wenig Luftblasen wie möglich zerdrückt werden. 
Das Backblech in einen Plastikbeutel schieben und verschließen - erneut für 30 Minuten gehen lassen. Mit geölten Fingerspitzen den Teig eindrücken, so dass das Focacciatypische Muster entsteht. Wieder in den Plastikbeutel schieben und gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat. 
Unmittelbar vor dem Backen vorsichtig mit dem Öl-Wasser bestreichen und mit Rosmarinnadeln und grobem Meersalz bestreuen.  
Den auf 200°C vorgeheizten Backofen schwaden und die Focaccia ca. 35 Minuten backen, bis sie goldbraun ist.  
Die Focaccia vom Backblech nehmen und auf einem Rost komplett auskühlen lassen. 
Abgewandelt nach einem Rezept von Wild Yeast

Kommentare:

Franzi hat gesagt…

Hüüülfe, schaut das schon wieder lecker aus :)

So eine Focaccia ist wirklich was feines, das muss ich auch endlich mal backen :)

nata hat gesagt…

Solche Brote sind ein guter Grund, um selber zu backen. Der Aufwand hält sich in Grenzen, man kann nicht viel falsch machen und wenn der frische Brotduft durchs Haus zieht, sind alle happy.

Charlotte hat gesagt…

Dein Fociaccia sieht wirklich perfekt aus! Ganz genau so, wie in meiner Lieblingsbäckerei in Italien. :-)

Ich sollte auch unbedingt mal wieder Focaccia machen. Am liebsten mag ich es allerdings mit frischen Tomaten und Oregano. Ich glaube, sobald meine Küchenmaschine da ist, wird es definitiv Focaccia geben...

Hesting hat gesagt…

Solche Brote, egal ob mit oder ohne Hefe, könnte ich auch ständig backen.

Frau Vorragend hat gesagt…

Ohhh das wird heute noch ausprobiert! Bin noch gar nie auf die Idee gekommen, das selbst du machen, danke für das Rezept! :)

Anonym hat gesagt…

Das ist ganz mein Fall; rauf auf die Liste!
VG,
Claudi

petra hat gesagt…

Sieht perfekt aus! Was gab es denn dazu?

Steph hat gesagt…

@ Franzi
Unbedingt, sone Focaccia backt sich ja quasi fast von alleine ;o)

@ nata
Seh ich ganz genauso und das Beste ist noch, dass auch solche Brote klasse schmecken!

@ Charlotte
Dazu brauchste doch keine Küchenmaschine, ich hab meine auch vor ner Weile weitergereicht, weil ich eh alles mit dem Mixer mache :o)

@ Frau Vorragend
Selbst gebacken schmeckt eindeutig besser als gekauft!

@ Claudi
Und ran ans Brot! ;o)

@ petra
Huch, das weiß ich gar nicht mehr. Ich glaub, das hab ich nur mal so gebacken. - schmeckt ja ausnahmsweise auch solo ;o)

Mini-Küche hat gesagt…

Ja, Focaccia <3

Das ist ein Brot, dass ich auch backen kann, und es riecht so gut *schwärm*

Deins sieht noch etwas fluffiger aus als die nach meinem Rezept. Sobald ich mir einen neuen Rosmarin zugelegt habe (den letzten habe ich leider umgebracht) wird das ausprobiert.

Liebe Grüße,

Lilly

Steph hat gesagt…

@ Lilly
Viel Erfolg beim Backen, das kriegste auf jeden Fall hin! :o)

Petra M. hat gesagt…

Ich muss wohl noch mal einen neuen Versuch starten :)
Heute war Sie wohl etwas zu lange im Ofen, leider nicht so schön fluffig und luftig wie bei dir aber beim nächsten Versuch wird besser aufgepasst :)
Lecker riechen tut sie aber trotzdem, halt nur etwas knusprig beim Reinbeißen
Liebe Grüße
Petra M.

Steph hat gesagt…

Eine knusprige Focaccia hat doch auch was ;O)
Ich wünsch Dir viel Erfolg beim nächsten Mal, das wird schon!

B. hat gesagt…

Hallo Steph,
und wieder lacht mich ein Rezept von dir an... :-)
Mal eine eher allgemeine Frage: Mir ist bei einigen Rezepten in deinem Blog aufgefallen, dass du für Hefeteig stets Trockenhefe verwendest. Das finde ich grundsätzlich gar nicht so schlecht, die ist schließlich viel einfacher auf Vorrat zu halten. Aber wie ist es denn, wenn man gerade noch etwas Frischehefe übrig hat - hast du da Erfahrung, wie die "Umrechnung" zu machen wäre?
Danke nochmal, auch für deinen wunderbaren Blog :-)

Steph hat gesagt…

@ B
Freut mich sehr, dass Dir der KuLa gefällt :o)

Ich verwende ausschließlich Trockenhefe, da ich immer sehr spontan backe und mir Frischhefe auch grundsätzlich schlecht wird. Wenn man es richtig macht, gibt es auch absolut keinen Unterschied zu frischer Hefe.
Pro 500 g Mehl kann man aber 1/2 Würfel frische Hefe verwenden, bei kalter Führung entsprechend weniger.

Also quasi pro Beutel Trockenhefe (7 g) einen halben Würfel Frisch-Hefe.

B. hat gesagt…

So,
auch dieses Nachbackexperiment ist abgeschlossen.
Das mit der frischen Hefe hat gut geklappt.
Allerdings war bei mir das Endergebnis ähnlich wie bei Petra M, recht knusprig und nicht so schön locker wie bei dir. Vielleicht hätte sie einfach ein bisschen früher aus dem Ofen gemusst.
Lecker wars trotzdem ;-)

Noch eine Frage: Als ich schon fast durch war mit dem gehen lassen und falten und wieder gehen und Plastiktüten zuknoten und so ;-), stolperte ich über den Satzteil "den vorgeheizten Backofen schwaden". Flugs gegoogelt, habe ich mich für folgendes Vorgehen entschieden: Schon beim vorheizen einen Topf mit in den Backofen, und zeitgleich mit der Focaccia Eiswürfel in den Topf geben.
Wie schwadest du denn deinen Backofen?

Anonym hat gesagt…

Nach den Kommentaren, dass das Brot zu knusprig wird, habe ich es nur 20 min gebacken. Es war durch, am Boden leicht knusprig und ansonsten so locker wie auf den Bildern. Vielleicht sollte die Backzeit oben im Rezept ausgebessert werden.
Birgit

Steph hat gesagt…

@ Birgit
Jeder Backofen heizt anders. Für meinen Backofen passt die oben angegebene Backzeit perfekt, daher werde ich die Zeit auch nicht anders angeben.

 

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