Gruyére-Tartelettes mit Anchovis

Meine große Vorliebe für Tartes & Quiches hat sich erst durch das Bloggen, bzw. die unglaubliche Vielfalt an entsprechenden Rezepten in der Bloggerszene entwickelt. Früher gab es nur sehr selten mal eine Tarte, mittlerweile stehen sie regelmäßig auf unserem Speiseplan. 
Ausschlaggebend war sicher auch, dass ich zu Beginn meiner "Blogger-Karriere" endlich das für uns perfekte Mürbeteig-Rezept gefunden hatte - einfach zu verarbeiten und dadurch sehr dünn auszurollen. Wenn ich etwas nicht mag, dann sind es viel zu dicke Mürbeteigböden, daher hab ich früher auch immer die Füllung vom Boden gekratzt und nur ein klitzekleines Stückchen Boden mit gegessen.

Bisher sind immer meine hohe Quiche- und eine niedrige Tarteform zum Einsatz gekommen, die Anfang des Jahres gekauften Tartelette-Förmchen fristeten ein trauriges Dasein in der hintersten Ecke meines Küchenschranks und bevor sie nun endlich auch mal dran kamen, musste ich sie tatsächlich erstmal suchen, so gut hatten sie sich versteckt.  
Für diese Art von Belag (relativ flüssig  und ohne feste  Bestandteile) sind die niedrigen Tartelette-Förmchen oder auch eine normale, niedrige Tarte-Formen absolut perfekt. 

Durch den scharfkantigen Rand der Metallformen kann man den Teig ganz einfach abdrücken, so entsteht ein  sehr gleichmäßiger Tarteletteboden, bei dem man nicht mit dem Messer oder der Schere rumschnibbeln muss - kein Hexenwerk, nur eine Frage der richtigen Form.

Wenn man einige Böden auf Vorrat backt und einfriert, wird aus einer Tartelette wirkliches Fastfood. Einfach aus dem Gefrierschrank nehmen, im  noch gefrorenen Zustand belegen und backen bis der Belag gar ist - schneller ist eine TK-Pizza auch nicht fertig.

Die Zutaten für diese wirklich leckeren Tartelettes: ein richtig guter Gruyére (man kann aber auch einen anderen Bergkäse oder auch Deichkäse nehmen), Eier, Milch und Anchovis - mehr ist gar nicht nötig. Ok, n büschen Pfeffer und Salz kann auch nicht schaden ;o) 

Gute Tarte- und Quicheformen haben einen herausnehmbaren Boden, dadurch kann man die fertige Tarte ganz einfach entnehmen und auch einem Brett in Stücke schneiden, bzw. Tartelettes im Ganzen servieren. 

Zum Blindbacken verwende ich seit meiner ersten Tarte ganz normale Kichererbsen, die ich in einem Glas aufbewahre. 

Zutaten

Mürbeteig

250 g Mehl
125 g kleingeschnittene weiche Butter
1 Eigelb
50 ml Wasser

Belag
300 ml Milch
4 Eier
Pfeffer
etwas Salz
300 g Gruyére, frisch gerieben
Anchovis zum Belegen

Zubereitung

Mürbeteig
Alle Zutaten miteinander vermengen und zu einem Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Ca. 15 Minuten vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und eine Tarteform damit auslegen.
In regelmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen und erneut für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, mit Backpapier abdecken und getrocknete Bohnen oder andere Hülsenfrüchte daraufgeben. 10 Minuten bei 180°C im Ofen blindbacken. Bohnen und Papier entfernen und weitere 5 Minuten backen.

Belag
In einer Schüssel die Sahne mit den Eiern, Pfeffer und Salz verquirlen.  Geriebenen Käse auf den Tarteböden verteilen und die Milch-Ei-Mischung darüber verteilen.
Die Tartelettes im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen, dann jede Tarte je nach Größe der Filets mit einigen Anchovis belegen und weitere 10 Minuten backen.

Kommentare:

Christina hat gesagt…

Der Tipp mit dem Einfrieren ist Gold! :-) Und diese Förmchen sind perfekt, ich habe die gleichen und benutze sie ziemlich oft, aktuell gerade wieder für meine Linzer-Tartelettes.

uwe@highfoodality hat gesagt…

das habe ich mir auch gedacht. böden vorbereiten, einfrieren, super. ideal für faule wochenenden oder aber, wenn man mal ein tartlette als vorspeise servieren will... top!

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Die Kuchenformen sind wirklich ideal, sonst hat beim nach dem Herausnehmen nur mehr einen Brösel-Haufen. Ich nehme auch immer dieselben Hülsenfrüchte zum Blindbacken, man kann sie eh nicht mehr gut verkochen. Das mit dem Einfrieren ist eine Super-IDEE, danke!

claudi hat gesagt…

Ich bin ja nicht so die Bäckerin... und Mürbeteig und ich ist ein Kapitel für sich. Der Teig reicht sicher auch für eine größere Form, so 24 oder 26 cm. Wie lange müßte ich ihn dann backen?
VG,
Claudi

Anonym hat gesagt…

OFF TOPIC! Na, "dem Himmel sei's getrommelt und gepfiffen"! ..neben Deinem offiziellen Mitesser hast Du "stille Mitleser und Nachkocher" wie mich und ich muss sagen (schreiben), dass ich mich seeeehr freue, Deine "Gute-Aussichten-auf-Gesundung"s-Nachricht zu lesen. WEITER SO!! ..also, mit dem Gesundwerden und diesem tollen Blog!
Lieben Gruß aus Bielefeld
vonna Suse

Steph hat gesagt…

@ Christina
Deine Linzer-Tartelettes sind wirklich wunderschön! Wären da nicht die bösen Nüsse im Teig, ich würd sie sofort nachbacken - schon allein wegen der wunderschönen Sternchen ;o)

@ Uwe
Ganz genau, durch das Einfrieren kann man sich wirklich mal eben schnell eine kleine Mini-Tarte backen, bzw. hat im Rahmen eines Menüs nur die halbe Arbeit.

@ Magdi
Stimmt, die Hülsenfrüchte sind nach einmaligem Benutzen eh hinüber.

@ Claudi
Das Rezept reicht für eine große Tarte, bz. 4-5 Tartelettes.
Wenn Du eine große Tarte backen möchtest, back den Boden ca. 15 Minuten blind und dann nochmal 5-10 Minuten ohne Hülsenfrüchte, damit nicht nur der Rand, sondern auch der Boden knusprig wird. Danach den Belag drauf und das ganze für 30-45 Minuten bei 180°C backen, sobald der Belag in der Mitte gestockt und alles schön gebräunt ist, ist die Tarte fertig.

@ Suse
Ich geb mein Bestes, vielen Dank! ;O)

ORsi hat gesagt…

diese netten förmchen habe ich anfang des jahres auch gekauft und seither nur einmal benutzt. dieser zustand muss geändert werden. die vorstellung einer so leckeren füllung mit gruyére und anchovis macht appatit auf mehr!

p.s. wir drücken alle verfügbaren daumen und pfoten für eine schnelle gesundung;)

Ela hat gesagt…

Das sieht sehr lecker aus. Und besonders der Tipp mit dem Einfrieren gefällt mir.

Sag mal, woher hast du Tartelettes mit dem herausnehmbaren Boden? Ich suche solche nun schon seit einiger Zeit vergeblich.

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank Steph!
VG,
Claudi

Punkt! hat gesagt…

Der Mürbteig sieht auf dem Bild wirklich perfekt aus!

Das weckt Gelüste und ich werde die Tortelettes bei Gelegenheit ausprobieren, vielen Dank für das Rezept! =o)

Grüßle
Manuela

Lilou hat gesagt…

Bis auf die Anchovis... einfach nur lecker. Die sehen richtig perfekt aus. Ich liebe ebenfalls Quiches/Tartes. Und das mit dem Einfrieren ist wirklich ein guter Tipp.

Shermin hat gesagt…

Kann mich nur anschließen: die Idee die Tartelettes zu backen und anschließend für faule Tage einzufrieren ist wirklich Gold wert!

Anonym hat gesagt…

ich habe nach den Tartformen gesucht und bin fündig geworden (nennt sich "Tarteform mit Hebeboden")
Es gibt sie mit 12 + 14 cm Durchmesser zu 5,50 + 6,00 Euro bei Amazon. Wenn sie jemand günstiger findet bitte melden
Thomas

Steph hat gesagt…

@ ORsi
Vielen Dank :o)

@ Ela
Ich hab die Förmchen bei Tchibo gekauft, dort gab es sie im 2er Pack. Sobald es sie dort wieder gibt, kauf ich mir noch zwei, denn 6 sind eine perfekte Menge zum Umsetzen normaler Tarterezepte.

@ Lilou
Ich bin auch kein riesiger Anchovis-Fan, in diesem Fall passt es aber erstaunlich gut. Du kannst natürlich auch ein paar kräftige Gewürze zufügen oder auch gewürfelten Speck dazugeben, das gibt ebenfalls viel Aroma

@ Thomas
Bei Cucinaria gibt's Tartelett-Formen für 2,95 €

Anonym hat gesagt…

sind das die mit Hebeboden?
Hast mir mal den Link?
Danke
Thomas

Steph hat gesagt…

Ich kann's Dir nicht 100%ig versprechen, aber die großen Tarte- und Quicheformen, die ich dort gekauft habe, haben allesamt einen Hebeboden.
Die Formen findest Du hier

Anonym hat gesagt…

habe nachgefragt, die Tortelets die sie dort anbieten sind OHNE Hebeboden. Schade. Ich such weiter.
Thomas

Ulrike hat gesagt…

Wenn du die Böden einfrierst, musst du sie zum Backen dann wieder in die Form legen oder sind sie stabil genug um auch einfach so auf dem Blech gebacken zu werden.

Steph hat gesagt…

Die Böden sind stabil, weil ja bereits durchgebacken.

 

Nachbarschaft

Auswärts

Nach oben