Gebeizter Whisky-Lachs auf Kartoffelrösti

Mein Mitesser sammelt ... Nein, keine Kugelschreiber, Zuckertütchen oder anderen Krams, er sammelt Whisky, schottischen Single Malt ...
Mittlerweile hat seine Sammlung recht stattliche Ausmaße angenommen und ich muss mich vorsehen, dass mir seine Whisky-Flaschen nicht den Stellplatz für meine 2-3 Kochbücher streitig machen ;o)
Seine besonderen Vorlieben liegen schon seit vielen Jahren bei den Insel-Whiskys, besonders Islay hat es ihm angetan und seit einiger Zeit hat er, quasi als Gegensatz, zu den torfigen und manchmal auch salzigen Inseltropfen, seine Liebe zu den Lowlands entdeckt.
Da ich selbst so gut wie keinen Alkohol trinke (es sei denn, man schmeckt ihn nicht, weil er in viel Fruchtsaft in Form eines Cocktails versteckt ist), beschränke ich mich darauf, ihm den Whisky anzuwärmen und ab und zu mal dran zu schnuppern - ganz erstaunlich, was man aus so einem Glas alles erschnüffeln kann!
Auf einer Whiskymesse hier in Hamburg hat mein Mitesser einmal einen mit Whisky gebeizten Lachs gegessen und ich fand die Idee so spannend, dass ich mich gleich ans Werk gemacht habe.
Wir haben mittlerweile schon einige Whiskys ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass Insel- oder Küstenwhiskys eindeutig am Besten geeignet sind. Ihre oft kräftige Torfnote harmoniert ganz wunderbar mit dem Lachs.
Diesmal hab ich einen Ardbeg 10 genommen und wir waren sehr begeistert - absolut perfekt für diese Zwecke.







Zutaten
1 Lachsseite
5 EL grobes Meersalz
5 EL brauner Zucker (gibt dem Lachs eine schönere Farbe)

2 EL grob gemörserter Pfeffer
2 Bund Dill 1 Zwiebel
5 cl schottischer Single Malt

 

Zubereitung
Den Lachs in der Mitte halbieren. Pfeffer im Mörser grob mahlen und mit dem Zucker und Salz vermischen. Den Whisky dazugeben und diese Mischung auf den Fischhälften verteilen, dann die Zwiebelringe gleichmäßig darüber geben und mit dem grob geschnittenen Dill bedecken.
Beide Fischhälften zusammenklappen und stramm in Frischhaltefolie wickeln. In eine Schüssel legen, mit einem Frühstücksbrettchen bedecken und einem Gewicht oder etwas anderem Schweren wie einer Konservendose beschweren.
Den Fisch im Kühlschrank 5 Tage beizen, währendessen täglich 2x wenden, so wird die Beize gleichmäßig verteilt. Nach dieser Ruhezeit den Lachs auspacken, die Kräuter mit einem Küchenpapier sehr gründlich entfernen und wieder etwas fein gehackten Dill darüber verteilen.
In sehr feine Scheiben schneiden und zu frischem Weißbrot oder auch Kartoffelrösti servieren.





Kommentare:

Anikó hat gesagt…

So gut das aussieht, ich glaube ich bleibe bei der unalkoholischen Variante. Dafür schaff ich mir nicht extra ne 0,5l (oder mehr) Flasche Whiskey an ;) Der Rösti sieht aber auch sehr lecker aus ...

Bolli's Kitchen hat gesagt…

Whisky trinkt hier keiner und es steht auch nirgendwo eine Flasche herum.....

Aber man kann es ja sicher auch mit Cognac etc ausprobieren...

Barbara hat gesagt…

Das sieht ja wieder super aus!

Steph hat gesagt…

@ Anikò
Die Anschaffung einer Flasche Single Malt zum Beizen von nem büschen Lachs lohnt sich auch wirklich nicht - die antialkoholische Variante schmeckt ja auch recht gut ;o)

@ Bolli
Prinzipiell kann man sicher so ziemlich jeden Alkohol dafür verwenden. Single Malt ist aber insofern besonders interessant, als dass seine speziellen Aromen besonders gut zum Lachs passen und man sogar die verwendete Whisky-Sorte herausschmecken kann.

@ Barbara
Danke ;o)

Schnick Schnack Schnuck hat gesagt…

Das gefällt mir, keine Frage! Ob man den jeweiligen Whisky herausschmecken kann, werde ich bei Gelegenheit verfizieren.

Steph hat gesagt…

@ Schnick
Besonders spannend ist eine Parallel-Verkostung mit unterschiedlich gebeiztem Lachs.
Wir haben vor einiger Zeit einen ganzen Lachs in 4 Portionen geteilt und diese mit jeweils unterschiedlichen Whiskys gebeizt - quasi ein Whisky-Tasting der besonderen Art ...

gourmet hat gesagt…

wow, ganz toll. Ist genau mein Ding das Rezept. Den Whisky kenne ich, lecker lecker. :)

Buntköchin hat gesagt…

Genau mein Ding. Nur leckere Dinge vereint, gekrönt mit Whiskey.

Chefkoch Andy hat gesagt…

Klasse, das werde ich auch machen. Das ist wirklich mal etwas anderes. als die normal gebeitzten Lachse. Kommt ganz oben auf meine Liste. Die Käsesticks habe ich auch noch nicht vergessen! Vielleicht sollte ich daraus ein Menü machen?!

LG Andy

Isi hat gesagt…

Wunderschöne Bilder und tolle Beschreibung. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen..

Steph hat gesagt…

@ Andy
Dann hättest Du jetzt schon nen kleinen Appetizer und eine Vorspeise - fehlen noch die restlichen Gänge ;o)

Anonym hat gesagt…

Aaaaaahhh, da isser ja! Wow, bin begeistert. Trifft sich ganz gut, dass ich auch so einen Sammler an meiner Seite habe. Er sammelt allerdings noch nicht lange und so haben meine Kochbücher noch reichlich Platz......noch ;-).
Ihr wärmt den Whisky an? Das kenne ich nur von Brandy und Cognac. Interessant, muß ich mal an den Sammler weiterleiten.
Noch mal vielen Dank für das rasche Posten des Rezeptes; wird es am Wochenende als Vorspeise für Gäste geben. Die Rösti sehen übrigends auch super aus, hast Du da auch ein spezielles Rezept?
Viele Grüße,
Claudi

Steph hat gesagt…

Wart's mal ab, wenn die erstmal mit der Sammelei angefangen haben, geht das ganz schnell und die Whisky-Ecke wächst und wächst ... Und irgendwann muss man seine Bücher auf dem Boden stapeln ;o)
Den Whisky wärmt mein Mitesser tatsächlich in der Hand eine Weile an. Ich staune immer, wie sich die Aromen (ich schnupper ja nur) während dieser Zeit verändern.

Freut mich sehr, dass Dir der Lachs so gut gefällt - ich hoffe, er wird Euch auch ebenso gut schmecken.
Die Rösti mach ich übrigens ganz simpel: Rohe Kartoffeln reiben und bei mittlerer Hitze langsam in Rapsöl (daher die schöne Farbe) ausbacken - mit Salz und Pfeffer würzen fertich :o)

Anonym hat gesagt…

Danke!
Claudi

mipi hat gesagt…

Sehr deliziös. Ist zum Nach"kochen" vorgemerkt.

Anonym hat gesagt…

Danke für das Rezept; es war köstlich!
Bei den Gästen schwer Eindruck geschunden!
Unter Protest des Sammlers wurde Highland Park 18years verwendet.
VG,
Claudi

Steph hat gesagt…

Toll, das freut mich wirklich sehr :o)
Nen Highland Park haben wir auch schonmal verwendet - neben den Islay-Whiskys mein absoluter Lieblingstropfen für diesen Zweck.

Anonym hat gesagt…

HA! Da habe ich ja instinktiv genau zur richtigen Flasche gegriffen :-).
Der Sammler hat auf seiner 'Hinterkopf-Liste' nun einen Ardbeg zwecks Erwerb stehen.
VG,
Claudi

Steph hat gesagt…

Also so ein Ardbeg ist auf jeden Fall eine Anschaffung wert - mein Mitesser ist auch ein ganz großer Ardbeg-Fan :o)

Paule hat gesagt…

Hallo Steph, habe das Rezept mit einem 12 jährigen Caol Ila nach gemacht. Bin sehr begeistert. Vielen Dank für die tolle Idee. LG, Paule
P.S.: ein Ardbeg wird demnächst der Sammlung hinzugefügt ;-)

Noëmi hat gesagt…

Sehr sehr leckeres und geschmacklich ausgewogenes Rezept, habe es mit einem Laphroaig ausprobiert und war begeistert. Gerade eben hat ein Ardberg seinen Weg in meine (noch) kleine Whiskysammlung gefunden ;-)

Julian Schmitt hat gesagt…

Hallo Steph sehr interessantes Rezept, das du hier präsentierst! Hab auch schon die verschiedensten Beizen für Lachs ausprobiert, aber Whisky war noch nicht dabei. Aber das stell ich mir gerade mit den Torf Aromen sehr interessant vor! Muss ich auf jeden Fall mal ausprobieren.
lg Julian
von inandouteating.de

Anonym hat gesagt…

So, der Lachs ist jetzt im Kühlschrank und muss bis zum Wochenende warten, bin schon gespannt. Wir haben einen Bruichladdich genommen, mal sehen, wie der schmeckt.
Statt der "normalen" Kartoffelpuffer gibt's Boxty, das sind irische Kartoffelpuffer, passt super zu unserem schottisch-irischen Abend.
Lg BB

 

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