Vegan For Fit [Rezension]

Ha, da guckt Ihr, oder? Eigentlich hatte ich ja für heute den Roundup der Aktion "Blick ins Bücherregal" geplant und auch bereits angekündigt, vorgestern Abend ist aber noch unerwartet eine letzte Rezension in meinem Postfach gelandet, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Zu der Autorin kann ich Euch diesmal leider nicht viel erzählen, außer, dass sie sich auf meinen Aufruf bei Facebook gemeldet hat und diese Rezension extra noch vor ihrem Urlaub fertig gestellt hat - die Details erzählt Euch Maike gleich selbst :o) Ich wünsche Euch ganz viel Spaß bei der jetzt aber wirklich letzten Rezension dieser Themenwoche - ist ja auch schon Sonntag ;o)

"Vegan For Fit" von Attila Hildmann


Wer ich bin
Mein Name ist Maike, bin 32 Jahre alt und wohne zur Zeit in Essen. Ich habe einen Freund, oder eigentlich Verlobten. Das mit dem Heiraten ist aber noch nicht konkreter geworden, seit meinem Antrag. Wir machen gerne und viel Sport, meistens zusammen, manchmal auch alleine. Ich mache am liebsten Pilates und Kraftsport, außerdem macht Laufen meinen Kopf toll frei.
Ich esse, koche und backe sehr gerne, und habe mich vor etwas mehr als zwei Jahren dazu entschieden vegetarisch zu essen. Davor war ich ein absoluter Fan von Steak und Burgern, beide am liebsten recht „rare“ und Fisch und Meeresfrüchten in jeder Form. Der Grund für mein Vegetarier-Werden war am Anfang eigentlich ausschließlich der Umweltschutz, inzwischen hat es auch noch viele andere Gründe, weswegen ich kein Fleisch und Fisch mehr esse.  Aber das tut hier eigentlich auch nichts zur Sache.  Das Buch habe ich nicht gewählt, weil ich irgendwen überzeugen oder missionieren will, und es soll auch in keiner Weise wie der erhobene Zeigefinger fungieren.

Warum ich dieses Buch gewählt habe
Ich habe ein paar Kochbücher, die für mich die ultimativen Genussbücher sind, koche aber recht selten streng nach den darin enthaltenen Rezepten, sondern lasse mich nur inspirieren oder schaue mir Zubereitungsarten ab, hier war es etwas anders.
Als wir "Vegan for Fit"* gekauft haben war ich interessiert, wie man relativ viel Sport und Veganismus, bzw. in meinem Fall Vegetarismus unter einen Hut bekommt, Stichwort Eiweißversorgung, und ich war auch neugierig auf das Buch weil es zurzeit relativ viel Erwähnung in den Medien und Blogs findet.  Also haben wir schon einige Gerichte nachgekocht, ausprobiert und an Familie und Freunde verfüttert. Das heißt für mich, hier kann ich mehr über ein Buch und seine Rezepte sagen als zu jedem anderen Kochbuch.
Das Buch handelt von der  „Challenge“, ein 30 tägiges Programm, welches den Teilnehmenden hilft, wie Attila es sagt, seinen Körper von den ganzen Belastungen und kleineren Krankheiten zu befreien, die durch schlechte oder tierische Lebensmittel  entstanden sind. Das möchte Attila mit den „Challengern“ erreichen, indem sie 30 Tage lang Gerichte aus dem Buch essen, und dazu Sport treiben.  Das heißt, das Buch ist kein reines Kochbuch, sondern wohl auch sowas wie ein Lifestyle Ratgeber.

Was steht drin
Es gibt drei Einführungskapitel, den Rezepte Teil, und einige Kapitel mit Tipps, Erfolgsgeschichten von „Challengern“ und Motivationshilfe. Dazu gibt es noch ein Bei-Heft, mit Fotos und kurzen Fragebögen der ersten Teilnehmer, quasi als Beweis dass es funktioniert.
Im ersten Teil der Einführung geht Attila darauf ein, wie sehr Abnehmen und Gesundsein von der Einstellung im Kopf abhängt, und wie „leicht“ es doch ist, was Gutes für sich selbst zu tun, wenn man seiner Idee Glauben schenkt. Was da etwas anstrengt ist, dass es von ihm so klingt als wäre es das ultimative Neue, und die Heilung für alles Übel. Andererseits kommt es einem so vor als wäre er davon wirklich überzeugt, besonders wenn man Fotos von ihm sieht, die ihn vor seiner veganen Zeit zeigen, und er ein Kapitel „Misstrauen ist angebracht: An jeder Diät verdient jemand“ nennt, wo er dann erklärt dass es ihm darum geht eine Ernährungsumstellung der „Challenger“ und Leser erreichen will, nicht dass diese von heute auf morgen FdH machen, oder ihre Kalorien einzeln beim Namen kennen. 
Wie bestimmt fast jeder von uns schon gehört hat, geht Abnehmen nicht mal eben so, und dann bleibt man für immer schlank, obwohl man wieder Mist (FastFood etc.) isst. Also, erstmal also nicht so verkehrt, was er da sagt. Der zweite Teil der Einleitung bezieht sich dann auf die Vorteile von pflanzlichen Nahrungsmitteln, wieso man weißes Mehl weglassen soll, und dass die 30 Tage nicht hart, sondern im Gegenteil, „Urlaub für deinen Körper“ werden. Naja, dass eine pflanzliche Ernährung viele gesundheitliche Vorteile haben soll habe ich auch schon an vielen anderen Stellen gelesen, und seit ich kein Fleisch mehr esse auch schon am eigenen Leib erfahren dürfen. Da ich noch Milch Eier und Käse esse kann ich mich natürlich nicht zu den Glücklichen zählen die komplett von allem Unbill befreit sind, aber glauben tu‘ ich mittlerweile ne Menge wenn es um Ernährung und die Auswirkungen davon geht.
Abnehmen? Ich les‘ hier immer Abnehmen? Ja, in dem Buch geht es auch ums Abnehmen. Aber das soll uns erstmal nicht erschrecken, es geht vor Allem um Rezepte zum Genießen. Okay, zum gesunden Genießen.
Dann kommt der Rezept-Teil, der leider, muss ich sagen, nicht wirklich übersichtlich eingeteilt ist, sondern sortiert ist nach „Raus aus dem Bett: Rezepte für morgens“, „Fit unterwegs: Rezepte für mittags und abends“, „Fit zwischendurch: Rezepte für Snacks“, „Süße Highlights: Rezepte zur Belohnung“ und „Tolle Drinks: Rezepte für Drinks“. Wenn ich ein Rezept suche hilft mir diese Einteilung leider nicht wirklich weiter, aber dafür habe ich Klebezettelchen reingeklebt, damit ich nicht immer hinten im Index nachschlagen muss auf welcher Seite was war.
Die Rezepte selber sind bis jetzt durchweg toll. Wir haben seit dem schon rund 10 Hauptgerichte und drei Frühstücks ausprobiert, und alle waren wirklich lecker! Und nicht auf eine Ich-ess-was-Gesundes-also-muss-es-ja-schmecken Art, sondern so, dass wir ein Gericht gestern zum vierten Mal gemacht haben.
Die Beschreibung der Vorgänge und die Zutatenlisten sind gut, die Zeitangaben realistisch. Was etwas wundert ist, es stehen keinerlei Nährwert Angaben an den Gerichten, was in Bezug auf das Abnehmen (da, schon wieder ;) ) etwas komisch ist, aber Attila teilt die Gerichte in Stufe eins und Stufe zwei ein. Als Regel für die „Challenge“ gilt dann, Stufe zwei Gerichte nur bis 16 Uhr, ab dann nur noch Stufe eins, und auch das nur bis 19 Uhr. Naja. Diese Markierung an den Gerichten ist etwas klein geraten, wir haben die übersehen, am Anfang. Aber wir machen ja die „Challenge“ nicht, daher nicht schlimm.

Nach dem Rezeptteil kommen noch Tipps wie man sich verhalten soll/kann, wenn man nicht zuhause ist, wobei mir die etwas zu streng sind, aber wie schon gesagt, das bezieht sich ja dann wieder auf die „Challenge“.
Im nächsten Kapitel gibt er Hinweise wie man anfangen soll, also dass man sich Ziele setzen soll, sich eventuell messen, da das Gewicht ja nicht ausschlaggebend ist und so, und gibt konkrete Sport-Tipps und Pläne. Im Kapitel „Motivation“ geht es dann, wie könnte es anders sein, darum wie man sich selbst motiviert, durch ein bisschen Austricksen, bzw. Überreden. Außerdem weist er darauf hin, dass mit der Änderung der Ernährung, man direkt die Chance nutzen soll, sein Leben aktiver zu gestalten. Na, da hat er natürlich recht, so eine Aufforderung kann man immer gebrauchen, find‘ ich, damit der Schweinehund, der eigene, das nicht immer nur von einem selbst hört. Dann kommt noch ein Kapitel über Erfolgsgeschichten, ähnlich wie in dem Bei-Heft. Hier wird auch nochmal auf die verschiedenen Möglichkeiten berichtet, in Communities wie dem Vegan-for-Fit Forum und der Facebook Gruppe Unterstützung und Zusammengehörigkeitsgefühl zu finden. (was ich voll praktisch finde, es gibt im Internet, auf der Seite des Verlags, einen Mengenrechner für die Rezepte, damit man sich damit Einkaufslisten schreiben kann, auch für andere Personenzahlen als zwei, das hab ich gestern schnell im Büro gemacht) Zum guten Schluss noch Index Dank und Impressum, klar.

Mein Fazit
Es ist schon sehr viel Dogmatisches und Mahnendes enthalten, was Viele abschrecken mag. Ich habe schon Kritiken gelesen, wo Attila als Person kritisiert wurde, weil er zwar vegan isst, aber seine Lederschuhe weiter trägt, weil er es so will. Da denke ich, okay, jeder möchte doch toleriert werden mit den Ansichten die er hat, und jeder Beitrag zählt, zum Umweltschutz, zum Tierschutz, wo auch immer, daher: who cares? Aber das sieht eben auch jeder anders. Ausserdem geht es in einer Buchrezension doch in erster Linie um das Buch, nicht um den Autor.
Dann waren viele Nutzer des Buches der Meinung dass die Zutaten sehr teuer sind, da man viele Nußmuse braucht, und alles Bio sein soll/muss. Wir haben nicht Alles immer in Bio gekauft, und unser Nußmus oft selber gemacht, und im Vergleich zu Fleisch ist es nicht wirklich teurer, denke ich. (Vorausgesetzt man kauft nicht das allerbilligste Fleisch das man so findet).
Und auch Schlechtes muss nicht billig sein ;)
Wer gerne kocht und ausprobiert, und vegetarisch oder vegan kochen möchte, hat hier ein Buch mit wirklich tollen Alternativen zu Nudeln mit Sauce. (Oder er macht die Zucchini Nudeln, die sind inzwischen schon sehr bekannt, mein Freund findet sie absolute Spitzenklasse, ich find sie okay)
Auch wer eine Motivationshilfe und/oder Anleitung beim Abnehmen sucht, und nicht eine Diät im klassischen Sinn macht, findet hier im Großen und Ganzen was er sucht.
Oh Mann, das ist aber viel Gelaver drumherum, und wenig zu den Rezepten. Die Rezepte sind gut. So ist es und mehr wüsste ich dazu nicht zu sagen. Anders hätte ich euch das Buch glaub ich nicht so rüberbringen können wie es für mich ist. Ich hoffe es hat euch ein bisschen Spaß gemacht zu lesen, wenn nicht tut es mir ein kleines Bisschen leid. Ich wünsche euch noch einen tollen Sommer und bleibt der Steph gewogen!

Viele Grüße, 
Maike
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So, das war sie nun, unsere Themenwoche "Jeden Tag ein Buch". Ich, bzw. meine Gastblogger und ich haben es tatsächlich geschafft - wir haben das Klassenziel erreicht und jeden Tag ein Buch vorgestellt! Ye-haw! :o) 
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Melanie, Lena, Friesi, Daria, Maike und Maike für die tollen Rezensionen und hoffe, auch Ihr hattet Freude daran. Diese Themenwoche wird sicher nicht die letzte zum Thema Genussbücher gewesen sein, falls Ihr jetzt Blut geleckt habt und gerne eine Gastrezension im Kuriositätenladen veröffentlichen würdet (gerne auch außer der Reihe), meldet Euch einfach bei mir! Morgen gibt es entweder einen ausführlichen Roundup zur Themenwoche oder den zum Blick ins Bücherregal, das muss ich mir noch überlegen und mit Arthurs Tochter abstimmen :o)


Schönen Sonntag!


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Kommentare:

Christinamachtwas hat gesagt…

Tolle und ausführliche Rezession. Ich habe dieses Buch schon länger auf meiner Wunschliste - aber es war mir bisher zu teuer. 30 € sind schon nen stolzer Preis... Aber ich lasse es mir zum Geburtstag schenken und werde dann auch eher mal ein paar Rezepte nachkochen aber keine Challenge daraus machen. Danke für die Review! Sehr interessant!

LG
Christina

Anonym hat gesagt…

Hallo Christina,

nur kurz für Dich zur Info: Nur das gedruckte Buch kostet 30 € - das eBook bei Amazon für den Kindle oder bei iBooks für das iPad kostet dagegen nur 9,99 €. Wenn Du also kein Papier brauchst, kommst Du damit wesentlich preisgünstiger an die Rezepte.

Liebe Grüße,

Christian

 

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