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Pappardelle mit der weltbesten Käsesauce

Heut geht's hier um innere Werte!
Vergesst adrett aufgezwirbelte Pastatürmchen und homöopathisch dosierte Saucen-kleckse neben 3 mit dem Geodreieck ausgerichteten Ravioli, heut stell ich Euch die beste Käsesauce der Welt vor und die kann man nicht hübsch aufm Teller anrichten, geht nicht. 
Da wird ne riesige Portion frischer Pasta gekocht und dann zackich in der Sauce geschwenkt, bevor eine groooße Portion auf dem Teller landet - mit Aufhübschen und nem besonders schicken Foto is da nix, denn bei diesem Pastagericht versagen meine Foodblogger-Instinkte komplett, da will ich nur noch eins - Essen! ;o)
Trotzdem möchte ich Euch dieses, mein absolutes Lieblings-Pastagericht natürlich nicht vorenthalten, also gibt's heut ne große Portion unscheinbarer Pasta mit (auf den ersten Blick) noch unscheinbarer Sauce - Ihr müsst mir einfach glauben, dass die Sauce ein Knaller ist. 

Vielleicht ist es auch ein büschen gemein, Euch die Sauce vorzustellen, denn der Hauptgrund, warum sie so lecker ist, wie sie ist, ist natürlich die Hauptzutat, der Käse und den gibt's nur hier im hohen Norden. 
Wenn Ihr meinen Käsehändler also nicht hier in HH besuchen könnt oder dort bestellen mögt, dann habt Ihr (sofern Ihr wie ich im hohen Norden wohnt), immer noch die Möglichkeit, an der Käsetheke nach Käsesorten vom Hof Backensholz Ausschau zu halten, vielleicht gibt's den ja auch in Eurer Nähe. Und ansonsten gilt wie immer, einfach einen richtig guten, eher milden Blauschimmelkäse besorgen, der Friesisch Blue ist zwar sehr würzig, aber ganz und gar nicht scharf.

Zutaten
1 confierte Knoblauchzehe
1 Schalotte, sehr fein gewürfelt
Olivenöl
200 ml Weißwein (Notiz für mich: Chardonnay Ihringer Winklerberg 2008)
400 ml Crème Fraîche
200 g Friesisch Blue
Salz und Pfeffer
frisch geriebene Muskatnuss

Pappardelle oder andere Pasta nach Wahl

Zubereitung
Schalotte in etwas Olivenöl glasig anschwitzen, Knoblauchzehe dazugeben, zerdrücken und mit Weißwein ablöschen. Weißwein einreduzieren lassen und die Crème Fraîche dazugeben. Einige Minuten einkochen lassen, dann die Temperatur reduzieren und den gewürfelten Käse bei niedriger Temperatur (die Sauce soll nicht mehr kochen) einrühren. Solange rühren, bis der Käse sich volständig aufgelöst hat.
In der Zwischenzeit Pasta al dente kochen und tropfnass zur Sauce geben. Durchschwenken, kurz ziehen lassen und servieren.  

Kochbuchtipps gesucht!

Wie Ihr vielleicht wisst, stecke ich momentan mitten in der Chemo, gestern war die zweite und damit hab ich schon 1/4 der gesamten Therapie hinter mich gebracht! *jubel
Im Gegensatz zum ersten Zyklus, bei dem ich 3 Tage völlig danieder lag, geht's mir diesmal viel besser, mir war, trotz der vergoldeten Super-Tabletten, die ich diesmal bekommen habe, zwar gestern mächtig übel, aber heut geht's schon vieeeeel besser - ich hab sogar schon was trinken und ein paar Salzstangen knabbern können :o)

So, aber nu zum Thema... 
Diese olle Chemo ist ja nu kein Zuckerschlecken und dauert je Zyklus immer gute 2 1/2 Stunden, d.h. ich fahr alle 3 Wochen in die onkologische Ambulanz und werd dort an die Infusion angeschlossen. Die ersten zwei Male hat es grad immer so gepasst, dass ich 1-2 Tage zuuuufällig ein neues Kochbuch bekommen habe und daher während der Infusion gut zu tun hatte, denn die müssen natürlich gründlich von vorn bis hinten durchgearbeitet werden. Für die nächsten Male hab ich mir nun überlegt, dass das doch eigentlich ein toller Ansporn und Belohnung zu gleich wäre: pro Chemo ein Kochbuch - kann's was Schöneres für eine Hobbyköchin geben?
Ja, und nu kommt Ihr ins Spiel, ich brauche nämlich Kochbuchtipps! Nachdem vorgestern das neue Kochbuch von Nicole Stich eintraf, hab ich eigentlich nicht mehr recht was auf meiner Wunschliste - kommt selten vor, aber momentan ist da, vom Ottolenghi-Kochbuch mal abgesehen, gähnende Leere. Ich würde mich also sehr freuen, wenn Ihr mir ein paar Tipps gebt, gern auch Eure Lieblingskochbücher erwähnt - ich bin da für fast alles offen. Richtig, fast alles... Nicht so mein Ding ist die orientalische und indische Küche, ansonsten freu ich mich über jeden Tipp, auch gern englischsprachige! 
Also, lasst hören, welche Bücher könnt Ihr empfehlen - ich brauch insgesamt in der nächsten Zeit immerhin noch 6 :o)

Nachtrag:
Ich hab mittlerweile bei LibraryThing meine Kochbücher archiviert und dort auch alle für mich interessanten Kochbücher in einer Wunschliste zusammengefasst - vielen Dank für die vielen Tipps, Ihr seid wirklich klasse!

Granatapfelessig

Wenn ich eine riesige Küche, inkl. Vorratsraum und natürlich auch den ensprechenden Verbrauch hätte, würde ich wahrscheinlich ständig irgendwelche Öle und Essige aromatisieren - die Möglichkeiten sind schier endlos, der Aufwand verschwindend gering und ein kleines Essig & Öl-Set ein perfektes Mitbringsel für andere Hobbyköche.
Leider hab ich weder das Eine, noch das andere. Meine Küche ist, wie Ihr wisst, winzig klein und soviel kann ich gar nicht verbrauchen und verschenken, wie ich gern zubereiten möchte - also wird nur ab und zu mal ein Essig angesetzt...

Soooo lange hab ich diesen Essig ja noch nicht im Sortiment, hab also noch keine großen Erfahrungen damit machen können - zur riesigen Schüssel Feldsalat hat er mir neulich aber schon einmal sehr gut geschmeckt. 
Ich freu mich schon auf die nächste Gelegenheit, den Essig zu verwenden. 

Zutaten
250 g Granatapfelkerne (1 großer Granatapfel)
60 g Zucker
400 ml Weißweinessig

Zubereitung
Die Schale des Granatapfels am Blütenansatz kreizweise einschneiden, mit dem Messer reinstechen und den Granatapfel auseinanderbrechen. Die Granatapfelkerne herauslösen und 250 g abwiegen. Zusammen mit dem Zucker und Essig in einen Topf geben und alles erhitzen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat - nicht kochen!

Den Essigansatz in ein verschließbares Glas füllen und für ca. 2 Wochen ziehen lassen. Den Essig anschließend durch ein feines Sieb in sterile Flaschen umfüllen. 

Quelle: Annik Wecker - Geschenke aus meiner Küche

Pizzawaffeln

Diese Waffeln warten nu schon so lange in der Warteschleife auf ihren großen Auftritt, dass sie jetzt endlich auch mal zu ihrem Recht kommen müssen, sonst ist das Rezept bald schon verjährt und das geht ja mal gar nicht, schließlich ist das Rezept gar nicht mal sooo übel ;o)

Der Waffelteig lässt sich ganz wunderbar nach eigenem Geschmack und Vorräten abwandeln. Wer keine Oliven mag, dafür aber vielleicht eine nicht vegetarische Variante zubereiten möchte, kann beispielsweise kleingeschnittene Salamistückchen unterrühren, ansonsten kann man natürlich jedes nur erdenkliche Kraut verwenden und mal so richtig seiner Fantasie freien Lauf lassen. 
Ich hab sie bisher nur in meinem Belgischen Waffeleisen gebacken, man kann sie aber sicher auch in einem normalen Herzcheneisen machen, dann gibt's halt Pizza-Herzchen. 

Ganz toll schmecken die Waffeln auch mit Balsamicozwiebeln, einem leckeren Tzatziki oder Kräuterquark (Rezept gibt's demnächst). Man kann sie prima einfrieren und bei "Bedarf" ratzfatz im Toaster aufbacken - schmeckt wie frisch gebacken!

Zutaten
1 Tütchen Trockenhefe
350 ml Wasser
1 TL Zucker
50 g Softtomaten
50 g schwarze Oliven
300 g Mehl
1 TL Oregano
Salz und Pfeffer
2 Eier
75 ml Olivenöl

Zubereitung
Die Trockenhefe mit dem Zucker und dem Wasser in ein Gefäß geben und einige Minuten stehen lassen, bis sich die Hefe vollständig aufgelöst hat. In der Zwischenzeit die Tomaten und die Oliven fein hacken.
Das Mehl mit dem Oregano, Salz, Pfeffer, Eiern, Olivenöl und Hefewasser zu einem glatten Teig verrühren. Tomaten und Oliven unterrühren.
Ein Waffeleisen für belgische Waffeln aufheizen und den Teig darin verteilen. Ausbacken, bis die Waffeln knusprig braun sind.
Die Waffeln schmecken pur, aber auch mit Balsamico-Zwiebeln, Kräuterquark oder auch mit Käse überbacken.

Quelle: Kristiane Müller-Urban - Waffeln

Lemon Curd

In erster Linie ist Lemon Curd ein süßer britischer Brotaufstrich, der unverschämt lecker, aber auch ebenso reichhaltig ist. Tatsächlich ist Lemon Curd aber ungleich vielseitiger, denn er ist die perfekte Füllung für Kekse, Tartes, etc. und schmeckt unglaublich gut als Marmorierung in selbstgemachter Eiscreme. 
Während man Lemon Curd früher nur bekam, wenn man ihn von einem Inselurlaub selbst mitbrachte oder sich mitbringen ließ, gibt es ihn mittlerweile auch im Edeka-Markt um die Ecke - allerdings so unverschämt teuer, dass mindestens ein vergoldeter Deckel mit im Preis drin sein müsste. 
Also ist Selbermachen mal wieder die Devise!

Lemon Curd zuhause selbst zu machen ist eine absolut simple Angelegenheit, man muss nur n büschen Zeit mitbringen und Rühren, Rühren, Rühren - Lemon Curd macht sich schließlich nicht von selbst ;o)
Ob man mit einem Schneebesen oder mit nem Mixer rührt ist dabei egal, bei mir siegt mal wieder der Scheinehund und so lasse ich den Mixer die Hauptarbeit erledigen und assistiere ihm nur, indem ich ihm eine Stütze bin.

Ganz besonders wichtig beim Lemon Curd ist die Konsistenz. Ein richtig leckerer Lemon Curd ist cremig-schaumig, hat eine Zabaione-ähnliche Konsistenz und die Farbe ist durch die eingeschlagene Luft sehr hell, eher weißlich. Erst wenn der Lemon Curd so aussieht, ist er fertig, vorher heißt es nicht aufgeben und immer fleißig weiterrühren ...

So, und wenn ich nun noch das leckere Keksrezept, wegen dem ich den Curd eigentlich gemacht habe wiederfinde, gibt's demnächst hoffentlich auch noch ein schönes Zitronenkeks-Rezept.


Zutaten
3 Bio-Zitronen, davon 
  • 150 ml frisch gepresster Zitronensaft
  • Schalenabrieb
6 große Eier
300 g Zucker
170 g weiche Butter

Zubereitung
Alle Zutaten in eine Schüssel oder einen Topf geben und miteinander verrühren. Schüssel auf ein Wasserbad setzen und so lange mit dem Schneebesen oder dem Mixer aufschlagen, bis die Masse ähnlich wie eine Zabaione dick schaumig wird und nicht mehr gelb, sondern weißlich aussieht. Das dauert bis zu einer halben Stunde.
In Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Und für alle, die jetzt Blut geleckt haben, hab ich noch einen ebenfalls sehr leckeren Blood Orange Curd im Angebot :o)

Rotkohlsalat mit Feta

Rotkohl spielt in meiner Küche eigentlich keine große Rolle, es gibt ihn bei uns sehr selten bis praktisch gar nicht. Der Grund ist schnell erklärt, ich mag ihn einfach nicht ;o)
Das letzte Mal, dass ich Rotkohl (damit meine ich jetzt diesen gekochten Beilagen-Rotkohl) auf dem Teller hatte, war irgendwann in den 80ern, damals gab es bei uns zuhaus am Wochenende noch häufiger die klassischen Mehr-Komponenten-Mittagessen und da stand natürlich auch ab und zu eine Schüssel Rotkohl auf dem Tisch. 
Mit den Jahren änderte sich die Küche meiner Mama, aus dem sonntäglichen Braten wurden die ersten italienisch angehauchten Gerichte und so langsam aber sicher verschwand der Braten inkl. Beilagen vollständig aus unserer Küche - Rotkohl gab es dann nur noch entsprechend selten und auch ausschließlich für meine Eltern, ich hab mich da ausgeklinkt ...

Dass ich kein Fan von aufwendigen Menüs bin wisst Ihr sicherlich, wenn Ihr ab und zu reinschaut - 3 Gänge sind das Maximum und davon sollten sich dann im optimalen Fall noch mindestens zwei vorbereiten lassen. Mehrere Gänge zeitlich aufeinander folgend und auf den Punkt gegart auf den Teller zu bringen übersteigt meine Kochfähigkeiten, daher besteht ein typisches Wochenend-Mittagessen (unter der Woche gibt's ja eh meist nur ganz schnelle Küche) bei uns in den allermeisten Fällen auch aus nicht mehr als 2-3 Komponenten - alles andere ist mir zu stressig und macht mir keinen Spaß ;o)  
Ich mag es am liebsten einfach und da ich am Wochenende zusätzlich zum Mittagessen sehr gern noch irgendwas Süßes und die ein oder andere Kleinigkeit ausprobiere, fällt das Essen selbst zumeist sehr einfach aus - kein Platz für Rotkohl also, um mal endlich wieder aufs Thema zurück zu kommen ...

Diesen Rotkohlsalat hab ich nur deshalb machen können, weil meine Mama mir den Kohl am Freitag förmlich aufgezwungen hat - ist doch immer das Gleiche, da besucht man die Eltern in der Heimat und fährt mit randvollem Kofferraum wieder nach Hause ... 
Ok, wir sind auch mit vollem Kofferraum nach Bremen gefahren, aber darum geht's hier ja nicht ;o)

Was also machen mit einem Viertel Rotkohl, wenn man eigentlich gar keinen Rotkohl mag? 
Logisch, Nickys Rotkohlsalat, so eine Gelegenheit kommt so schnell schließlich nicht wieder.

Durch das frische Orangensaftdressing verliert der Rotkohl diesen für mich muffigen, dumpfen Kohlgeschmack und der Feta verleiht dem Salat eine tolle Würze. 
Ein wirklich sehr leckerer Wintersalat, den ich bei passender Gelegenheit auf jeden Fall wieder machen werde. Ich weiß schon, warum delicious days eines meiner absoluten Lieblingskochbücher (ich hab ja auch schon fast das halbe Buch nachgekocht und verbloggt) ist und ich das neue, bisher noch nicht erschienene Buch von Nicky sofort vorbestellt hab ;o)

Zutaten
300 g Rotkohl
1 Knolle Fenchel mit möglichst viel Grün
1 säuerlicher, knackiger Apfel (Wellant, Cox Orange, Topaz)
3 Bio-Orangen
3 EL Weißweinessig
Salz und Pfeffer
100 ml Rapsöl
200 g Schafskäse

Zubereitung
Rotkohl und Fenchel möglichst fein hobeln. Den Apfel entkernen, in Scheiben schneiden und stifteln. Alles miteinander in einer Schüssel vermengen.
Für das Dressing eine Orange gründlich mit heißem Wasser abspülen und die Schale fein abreiben - darauf achten, dass nur die gelbe Schale, aber nichts Weißes mit abgerieben wird. Die Frucht halbieren und auspressen. Orangensaft und -abrieb mit Essig, Öl und Gewürzen verrühren und über den Salat geben - eine gute Stunde marinieren lassen.
In der Zwischenzeit die restlichen beiden Orangen filetieren, den dabei austretenden Orangensaft über den Salat geben.
Den Salat anrichten und mit Orangenfilets, zerbröseltem Feta und fein gehacktem Fenchelgrün servieren. 
Quelle: Nicole Stich - delicious days (Buch)