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Semmelknödel-Guglhupf mit Champignon-Ragout

Soulfood war schon am Dienstag das Thema im KuLa, als ich Euch meine aktuelle Lieblingssuppe, die zufällig auch die leckerste Suppe der Welt ist, vorgestellt habe. Heute leg ich noch ne Schippe drauf und serviere Euch "alpenländisches Soulfood", das so oder ähnlich auch auf der Speisekarte der Skihütten zu finden ist.
Für mich als Fischkopp gehören süddeutsche, österreichische und auch schweizer Rezepte natürlich nicht zu meiner heimischen Küche, daher hab ich mich umso mehr über das Rezeptebuch-Synchronkochen zum Thema Hüttenzauber gefreut und die Gelegenheit genutzt, mal wieder etwas tiefer in die Materie einzusteigen.

Semmelknödel-Guglhupf mit Champignon-Ragout
Ich selbst war zwar noch nie auf einer Skihütte, weil mich nichts in die Berge zieht, sondern ich lieber im überschaubaren Flachland bleibe, aber so ungefähr kann man sich ja denken, was dort serviert wird. 
Ein paar in Frage kommende Gerichte hab ich tatsächlich schon in meinem Archiv, denn in meinem Sortiment gibt's bereits 3 Sorten Schmarrn (klassischen Kaiser-schmarrn, Grieß- und Lebkuchenschmarrn), Schupfnudeln, Käsespätzle, Germ-knödelKäsefondue, Servietten- und Brezenknödel, usw.
Wahrscheinlich hab ich noch einige vergessen, aber bei mittlerweile über 1200 Rezepten verliere ich langsam aber sicher den Überblick. 

gewürfelter Speck in der Pfanne
Meine erste Idee für dieses Synchronkochen war in Backhendl, da ich aber beim Synchronkochen #Winterburger erst kürzlich einen Fried Chicken Burger gemacht habe und Euch dieses Fried Chicken (ohne den Burger) demnächst noch vorstellen möchte, war das schnell wieder aus dem Rennen. 
Ich hab also lieber meine Puddingform*, in der ich kürzlich schon den Kohlpudding zubereitet habe, wieder hervorgeholt und darin einen Semmelknödelguglhupf ausprobiert. Wie Ihr seht, hat dieser Versuch wunderbar geklappt, der Guglhupf ist herrlich locker geworden, lässt sich prima vorbereiten und später in Scheiben schneiden und entweder so servieren oder nochmal aufbraten. 

Natürlich schmeckt dieser Guglhupf hervorragend als Beilage zu einem kräftigen Braten, Rouladen oder einem Gulasch, bei mir gab es aber "nur" ein Champignon-ragout dazu und ich war im 7. Himmel. Wäre die Portion nicht irgendwann alle gewesen, ich hätte so schnell nicht mit dem Essen aufgehört. 

Die Reste des Guglhupfs hab ich am nächsten Tag aufgebraten und weil die Champignons alle waren, gab es dazu ein Paprikakraut - fast so gut wie mein Champignonragout!

Semmelknödelmasse in der Form
Wie immer, bin ich auch diesmal nicht die einzige, die sich ein Rezept zum Synchronkochen #Hüttenzauber überlegt hat, sondern außer mir haben noch einige andere Blogger teilgenommen und 7 weiter präsentieren Euch heute in ihren Blogs die Rezepte, die dabei rausgekommen sind. Viel Spaß beim Stöbern und Nachkochen!
Semmelknödelguglhupf
Semmelknödelguglhupf

Zutaten 
8 altbackene Brötchen (ca. 500 g)
200 ml Milch 
2 Eier 
1 rote Zwiebel
100 g Speck
1 Bund Schnittlauch
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Außerdem
Butter und Semmelbrösel für die Form

Zubereitung
Die Brötchen in Würfel schneiden und in eine Schüssel geben, die Milch erhitzen und darüber verteilen. Ca. eine halbe Stunde ziehen lassen, währenddessen einmal mischen.
In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und in Würfel schneiden. Speck ebenfalls würfeln. Die Speckwürfel in einer Pfanne auslassen, die Zwiebelwürfel dazugeben und beides glasig andünsten. Beiseite stellen und etwas abkühlen lassen. 
Eier und Speck/Zwiebelmasse zu den eingeweichten Brotwürfeln geben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles gründlich vermengen. Zum Schluss die Schnittlauchröllchen unterheben.
Die Puddingform sehr gründlich ausbuttern und mit Semmelbröseln ausstreuen. Die Form ausklopfen, so dass überschüssige Semmelbrösel entfernt sind und die Masse hineindrücken. 
Die Puddingform verschließen und in einen Topf stellen. Soviel Wasser angießen, dass die Form zu ⅔ im Wasser steht und den Guglhupf bei mittlerer Temperatur ca. 45 Minuten garen. 
Die Puddingform aus dem Wasser nehmen, öffnen und den gegarten Guglhupf zügig stürzen. Den Guglhupf auf keinen Fall in der Form abkühlen lassen, da er sich dann nicht mehr gut aus der Form lösen lässt.

Entweder direkt in Scheiben schneiden und servieren oder die Scheiben in etwas Butterschmalz goldbraun anbraten. 

Champignons in der Pfanne
Pilzragout
Zutaten 
1 Schalotte 
300 g braune Champignons
1 EL Butterschmalz, hausgemacht
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
200 ml Sahne
1 TL Steinpilzpulver, hausgemacht
½ TL Mehl & 3 EL kalte Milch (optional)
½ Bund Schnittlauch

Zubereitung
Die Champignons putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln, die Schalotte schälen und sehr fein würfeln. Etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Champignons rundherum kräftig anbraten. Mit Sahne ablöschen, das Steinpilzpulver dazugeben und leicht einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und je nach Vorliebe mit etwas in kalter Milch angerührtem Mehl abbinden. Schnittlauch in Röllchen schneiden und zu dem Ragout geben, dann servieren. 
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Ofenkartoffeln mit Rote-Bete-Tzatziki und gebratenen Champignons

Was Beilagen betrifft, bin ich sehr einfach glücklich zu machen. Man muss mir eigentlich nur eine Schüssel Kartoffeln hinstellen und ich schon bin ich ruhiggestellt und höre erst wieder auf zu essen, wenn sie leer ist - ich liebe Kartoffeln. 
Wen die Kartoffeln so richtig gut sind, dann brauche ich eigentlich auch gar nichts dazu, evtl. ein wenig gute Butter und etwas Lieblingssalz oder ein leckerer Kräuterquark, das genügt mir völlig. 

Ofenkartoffeln mit Rote-Bete-Tzatziki und gebratenen Champignons
Heute habe ich Euch eine Backofenkartoffel mit Mädchentzatziki und gebratenen Champignons mitgebracht, in die ich mich hätte reinlegen können, so lecker war das alles zusammen. Tzatziki liebe ich sowieso sehr, da wir aber gerade keine Gurkensaison haben und alles was rosa ist, ja eh zu meinem natürlichen Beute- schema gehört, hab ich einfach mal Rote-Bete-Tzatziki ausprobiert und war begeistert. Diese Kombination schmeckt mindestens so gut wie die herkömmliche Gurkenvariante und ist obendrein noch viel hübscher. Nochmal eine Steigerung meines Radieschen-Tzatzikis und der war schon hübsch rosa :o)

Backofenkartoffeln
Für meinen Mann gab es gebratenes Hähnchen dazu und ich hatte endlich mal wieder Pilze. Da der Gatte keine Pilze isst, ist das für mich immer ein kleines Festessen - auch wenn es "nur" gewöhnliche Champignons sind. 
Die Kartoffeln müssen natürlich keine Backofenkartoffeln sein, meine sind ja auch nur so halb im Backofen zubereitet, weil es sonst ewig dauert, bis sie fertig sind. Richtige Backofenkartoffeln mache ich nur, wenn der Backofen eh mit etwas anderem beschäftigt ist und man die Kartoffeln noch dazulegen kann. Hier hab ich sie im Topf angegart und später nur im Backofen zuende. Beim nächsten Mal (und das gibt es für diese Kombination auf jeden Fall!), werden es wohl simple Pellkartoffeln, das schmeckt im Endeffekt nicht wirklich anders, ist aber schneller gemacht. 

Rote-Bete-Tzatziki
Zutaten 
4 Backkartoffeln
300 g braune Champignons
Rapsöl
1 EL glatte Petersilie 
Salz 
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Rote-Bete-Tzatziki
200 g frische Rote Bete, geputzt
400 g Süzme Joghurt, 10%
3 EL Rapsöl
2 EL Himbeer-Essig
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1/2 Bund Dill 
1 EL frisch geriebener Meerrettich

Zubereitung
Die Kartoffeln waschen und in einem Topf mit etwas Wasser zum Kochen bringen. Für 20 Minuten kochen, dann abgießen und auf der ausgeschalteten Platte ausdampfen lassen. In Alufolie wickeln und für ca. 30 Minuten bei 180°C auf einem Backblech oder alternativ einem Schmortopf garen.

In der Zwischenzeit den Rote-Bete-Tzatziki zubereiten. Dafür die Rote Bete schälen und so fein wie möglich reiben. Einmalhandschuhe anziehen und die Raspel über der Spüle kräftig mit den Händen ausdrücken, so dass möglichst wenig Flüssigkeit zurückbleibt. 
Die Raspel mit dem Joghurt, Öl und Essig verrühren, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und den fein geschnittenen Dill und fein geriebenen Meerrettich unterrühren.

Die Champignons putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln. In etwas Öl kräftig anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Schluss die fein gehackte Petersilie dazugeben und durchschwenken. 

Die Kartoffeln halbieren, Rote-Bete-Tzatziki daraufgeben und mit den Champignons servieren. 

Balsamico-Champignons

Eine Kleinigkeit für Zwischendurch und für den Fall, dass der Sommer noch einmal vorbeischauen sollte. 
Für eines meiner letzten Kochtreffen (ich glaube, das war der Eisworkshop) hab ich als kleine Stärkung zwischen den einzelnen "Gängen" eine Auswahl verschiedener Antipasti und Mezze vorbereitet, darunter waren eingelegte Zucchini- und Auber- ginenscheiben, Hummus, Ratatouille, verschiedene Pestosorten und eben diese eingelegten Champignons. 
So 100%ig haben sie mir damals noch nicht gefallen, aber ich hab die Rezeptur neulich noch einmal überarbeitet und nun mag ich sie richtig gerne. Ich bin ja eigentlich kein großer Balsamico-Fan, weil ich finde, dass es soviel bessere Essig- sorten gibt, als den immergleichen und meistens qualitativ wirklich gruseligen Balsamico, aber in diesem Fall passt das sehr gut und Ihr braucht auch keinen besonders guten Aceto Balsamico zu verwenden. Ich nehme für diese Champignons Balsamico von Mazetti, der hat genauso wenig mit einem echten Balsamico zu tun wie die deutschen Billigsorten, reicht in diesem Fall aber wirklich aus.
Die Champignons schmecken lauwarm, aber auch kalt und eignen sich ganz hervorragend als Grillbeilage.

Balsamico-Champignons
Zutaten
1 kg braune Champignons
1 rote Zwiebel
Olivenöl
2 Zweige frischer Rosmarin
Salz nach Geschmack
1/2 TL Piment d'Espelette
100 ml Balsamico
2 TL Rohrohrzucker

Zubereitung 
Die Champignons putzen und ggf. von vorhandenen Erdresten befreien. Je nach Größe im Ganzen weiterverarbeiten oder halbieren, bzw. vierteln. Die Zwiebel putzen und in sehr feine Streifen schneiden.

Olivenöl und 2 EL Knoblauchöl in einer Pfanne erhitzen und die Hälfte der Champignons, sowie der Zwiebelwürfel mit einem zerzupften Rosmarinzweig sehr scharf darin anbraten. Gelegentlich schwenken und von allen Seiten goldbraun braten. Mit Salz und Piment d'Espelette würzen, dann die Hälfte des Balsamicos dazugeben und durchschwenken. Einen TL Zucker darüberstreuen und verrühren. 
Einige Minuten einkochen lassen, dann in eine Schüssel geben und mit der anderen Hälfte der Champignons genauso verfahren. Die fertigen Pilze beiseite stellen und vor dem Servieren etwas ziehen lassen.

Coq au Riesling

Ein neues Familienmitglied wie mein neuer Wundertopf muss natürlich mit einem anständigen Willkommensessen begrüßt werden, schließlich wollen wir beide viele Jahre miteinander schmoren, kochen und backen. 
Rouladen und Gulasch standen unter anderem zur Auswahl, schlussendlich hab ich mich aber doch für ein Coq au Riesling entschieden. Mein Neuer ist ja bekanntlich Franzose und soll sich daher schnell heimisch fühlen und Hähnchen und ich, das ist ja eh eine ganz große Liebesgeschichte ;o)

Coq au Riesling
Wenn ich ein Brathähnchen zubereite, dann kaufe ich natürlich ein ganzes Hähnchen, beim Schmoren greife ich aber sehr gerne auf die Schenkel zurück, die ganz zu Unrecht in der Beliebtheit hinter den faden und oft trockenen Brüsten stehen. Schenkel sind viel saftiger, aromatischer und verzeihen gerade beim Schmoren auch die ein oder andere Minute zuviel im Backofen.
Dass es unbedingt ein Hähnchen aus artgerechter Haltung und kein 2,50 € Huhn aus Massentierhaltung sein soll, muss ich sicher nicht noch einmal erwähnen, das sollte selbstverständlich sein. 

Hähnchenschenkel
Das Rezept basiert ganz grob auf einem Coq au Riesling-Rezept aus der essen & trinken. Ich hab es aber wie immer an unseren Geschmack und natürlich meinen pilzverschmähenden Problemfall, auch als Ehemann/Mitesser bekannt, angepasst, denn ich wollte unbedingt Champignons dabeihaben.
Damit der Gatte nicht direkt Reißaus nimmt oder stundenlang und mit langen Zähnen im Essen rumstochert und die Champignons raussucht um sie in Reih und Glied auf dem Tellerrand zu platzieren, habe ich sie extra angebraten und erst zum Schluss dazugegeben, bzw. nur ein paar fürs Foto auf dem Essen verteilt und den Rest dann für mich behalten und quasi dazu gegessen. So hat der Gatte eine pilzfreie Variante und ich musste keine totgeschmorten Pilze essen - eine eindeutige Win-Win-Situation! 
Wenn Ihr keine Pilzhasser dabeihabt, gebt die Champignons einfach zum Ende der Schmorzeit dazu und lasst alles noch einmal kurz durchziehen. 

Als Beilage gibt es bei uns nur ein leckeres Brot zum Dippen der großartigen Sauce dazu - seit ich den Wundertopf habe natürlich ein No Knead Bread, versteht sich von selbst ;o)

Was meint Ihr, was soll ich als nächstes schmoren? Habt Ihr ein ultimatives Lieblingsrezept, das ich unbedingt mal ausprobieren sollte? Ich freue mich immer über Tipps, Anregungen und Rezeptideen! 

Coq au Riesling
Zutaten 
6 Hähnchenschenkel
Butterschmalz 
150 g durchwachsener Speck 
Butterschmalz
2 Karotten 
150 g Schalotten
500 ml Riesling (Schmittges 2013, Riesling trocken)
500 ml Geflügelfond, hausgemacht
4 confierte Knoblauchzehen 
2 Lorbeerblätter
1 TL schwarzer Pfeffer, ganz 
5 Pimentkörner
3 Zweige Thymian
grobes Meersalz 

200 g braune Champignons 
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Hähnchenschenkel am Gelenk durchschneiden, salzen und pfeffern und von allen Seiten mehlieren. Gut abklopfen um überschüssiges Mehl zu entfernen. Den Speck in 3-4 große Stücke schneiden. 
Butterschmalz in einem Schmortopf erhitzen und die Hähnchenteile und den Speck von allen Seiten goldbraun braten. Je nach Größe des Topfes, in mehreren Etappen anbraten. 
In der Zwischenzeit die Schalotten putzen und schälen, die Karotten schälen und grob in Stücke schneiden. Den Speck in 3-4 Stücke schneiden. 
Die angebratenen Hähnchenteile und den Speck auf einen Teller geben und beiseite stellen. 
Als nächstes das Gemüse und die confierten Knoblauchzehen in den Bräter geben und ebenfalls von allen Seiten anschwitzen. Mit Wein und Geflügelfond ablöschen, die Hähnchenteile und den Speck wieder dazugeben und zum Kochen bringen.
Die Gewürze in einen Teefilter (alternativ ein Tee-Ei) geben, zubinden und dazugeben. 
Die Coq au Riesling im geschlossenen Topf im Backofen auf der untersten Schiene bei 180°C ca. 40 Minuten schmoren. 
In der Zwischenzeit die Champignons putzen und kurz vor Ende der Schmorzeit in einer Pfanne mit etwas Butterschmalz rundherum anschwitzen. Mit Salz nach Geschmack abschmecken. 

Den Bräter herausnehmen, die Pilze zufügen und mit einer Scheibe hausgebackenen No Knead Bread servieren. 
Coq au Riesling

><)))°> + ♨ = Fischfond

Geflügel-, Gemüse- und Rinderfond, Gemüsebrühpulver - langsam aber sicher nimmt meine Fondabteilung Gestalt an und mein Vorratsregal platzt bald aus allen Nähten. Eigentlich nicht erst bald, sondern ich weiß tatsächlich schon jetzt nicht mehr, wohin mit den ganzen Gläsern und Flaschen. 

Es fehlen jetzt nur noch Krabben- und Geflügelfond aus Karkassen und ich bin durch durch mit dem Thema, bzw. mit den Fonds, die ich zubereite und verwende, Kalbs- und Lamm- fond gibt's bei uns ja nicht.

FischfondFischfond ist für mich ein zweischneidiges Schwert, bzw. es meldet sich wie immer, wenn ich Meeresgetier esse, mein schlechtes Gewissen. Natürlich liebe ich Fischsuppen, -saucen, Risotti und Pasta mit Fisch, Fisch gebraten, gedünstet, geräuchert, frittiert - um es kurz zu machen, ich liebe Fisch und alles was aus dem Meer kommt, eigentlich in jeder Form und könnte mich wahrscheinlich auch tagtäglich davon ernähren. Könnte, denn natürlich tue ich das nicht. 
Mal abgesehen davon, dass ich dann keine Zeit mehr für Pizza und meine anderen Leibspeisen hätte, möchte ich mich ungern an der übermäßigen Plünderung der Meere beteiligen. Ihr wisst vielleicht, dass mir das Thema Überfischung sehr am Herzen liegt, wir haben daher schon vor Jahren unseren Fisch-/Meeresgetierkonsum drastisch reduziert. Völlig drauf zu verzichten schaffen wir (noch) nicht, Meeresfisch kommt bei uns aber so gut wie nicht mehr auf den Tisch, mit drei Ausnahmen

  • Die Stintsaison geht an uns natürlich nicht spurlos vorbei, sondern wird jedes Jahr ausgiebig ausgenutzt.
  • Als Schollen-Junkie kann ich an Maischolle einfach nicht vorbeigehen, Finkenwerder, geräucherte und getrocknete Scholle sind daher auch ein fester Termin in unserem kulinarischen Kalender.
  • Krabben. Frische Krabben, bzw. Granat wie wir in Bremen sagen, sind für mich das leckerste, was das Meer zu bieten hat, bzw. eigentlich sogar das leckerste überhaupt. Krabben sind meine absolute Leibspeise. Für ein simples, aber gut gemachtes Krabbenbrötchen oder eine Krabbenfrikadelle vom Krabbenhändler meines Vertrauens lass ich jedes Mehrgangmenü stehen. 1-2x pro Jahr gönnen wir uns daher zwei Kilo Krabben vom Krabbenhändler unseres Vertrauens und verarbeiten sie, bzw. die Schalen zu Fond und die Krabben zu Rührei, Krabbensalat, Krabbenfrikadellen, Smörgåstårta, usw. Dann gibt's Krabben satt.        

Das sind also die großen Ausnahmen, ansonsten gibt's bei uns ßwasserfische aus Biozucht, also Saiblinge, Forellen, usw. 
Wenn es um Fischfond geht, wird ja oft geschrieben, dass Karkassen von weißfleischigen Fischen zu bevorzugen sind, da ich aber (trotz sehr guter Bezugsquellen) nur schwer an weißfleischige Karkassen von Fischen aus nachhaltiger Zucht komme, bereite ich den Fond aus Saiblings- und/oder Forellenkarkassen zu, am liebsten aber aus Saibling. Die Karkassen bekomme ich auf Vorbestellung bei meinem Saiblingshändler.

Fischkarkassen
Im Gegensatz zu Rinderfond ist Fischfond ein regelrechter Fast Fond, der ist nämlich schon in einer halben Stunde fertig. Länger sollte er auf keinen Fall simmern, weil sich dann der in den Gräten enthaltene Leim löst und das ist nicht wirklich lecker. Außerdem sind Gräten aufgrund ihrer Struktur sehr viel schneller ausgelaugt als Knochen, eine längere Kochzeit intensiviert den Geschmack daher nicht.

Wie Ihr auf dem Bild oben seht, verwende ich die Gräten und die Köpfe. Es gibt auch hier (wie immer) mindestens 1365 verschiedene Meinungen: Die einen sagen, dass die Köpfe komplett außen vor bleiben sollten, andere wässern und/oder blanchieren die Karkassen vor dem Auskochen - ich mache das alles nicht. Ich verwende die Karkassen mit Stumpf und Stiel, allerdings ohne Kiemen, die entferne ich vorher, da sie einen bitteren Geschmack abgeben. Innereien haben in einem Fischfond selbstverständlich auch nichts zu suchen. 
Vor dem Auskochen werden die Karkassen sehr gründlich unter kaltem Wasser gespült und dann geht's auch schon ab in den Topf. 
Wenn man mag, kann man den Fond nach dem Passieren nochmal einkochen, aber auch das mache ich nicht, da ich immer Fisch und Wasser in einem Verhältnis 1:1 verwende und so schon beim ersten Durchgang einen sehr intensiven Fischfond erhalte. 

Suppengemüse
Zutaten für ca. 2 l
2 kg Fischkarkassen (Bio-Saiblinge)
1 Zwiebel (halbiert)
1 Karotte
1 Fenchelknolle 
1 Scheibe Sellerie (ca. 1 cm dick)
1 Stange Lauch (das Weiße davon)
50 g Champignons
1 Stich Butter
1 Tomate
50 ml Noilly Prat 
250 ml trockener Weißwein (Riesling Diehl)
1 Bouquet Garni 
2 frische Lorbeerblätter
1 TL schwarze Pfefferkörner
2 l kaltes Wasser

Zubereitung
Die Kiemen mit einer Schere aus den Karkassen entfernen und die Karkassen unter fließendem Wasser sehr gründlich abspülen. 
Das Gemüse putzen und in Würfel schneiden, die Zwiebel nicht schälen und halbieren. Das Gemüse (außer der Zwiebel und der Tomate) in etwas Butter rundherum anschwitzen, mit Noilly Prat und Weißwein ablöschen. Mit 2 l kaltem Wasser auffüllen und die Karkassen, das Bouquet garni, die frischen Lorbeerblätter, die Zwiebel und die Tomate und den Pfeffer dazugeben. Alles zum Kochen bringen und anschließend auf kleiner Flamme 20 Minuten simmern lassen - der Fond soll auf keinen Fall wallend kochen.
Den fertigen Fond durch ein feines Sieb gießen, dabei die Karkassen aber nicht ausdrücken. Der Fond kann nun portionsweise eingefroren oder auch eingekocht werden. 

Einkochen des Fonds im Backofen
Die Gläser und/oder Flaschen gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Wenn die Gläser direkt mit dem heißen Fond befüllt werden, platzen sie leicht. 
Den Fond ca. 5 Minuten sprudelnd aufkochen, in der Zwischenzeit die Deckel der Gläser und Flaschen in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen und ebenfalls ca. 5 Minuten köcheln. Ich stelle den Trichter, mit dem ich die Gläser und Flaschen befülle, ebenfalls in den Topf, so wird der gleichzeitig sterilisiert.
Den Fond in die Gläser und Flaschen einfüllen und sofort fest verschließen. Die Gläser nicht bis zum Rand befüllen, sondern ca. 2 cm Rand lassen.
Den Backofen auf 180°C Unterhitze aufheizen, eine Fettpfanne auf unterster Stufe einhängen und ca. 2 cm hoch mit kochendem Wasser befüllen. Die Gläser und Flaschen so nebeneinander in die Fettpfanne stellen, dass sie sich nicht berühren und alles 45 Minuten einkochen. 
Die Gläser im Anschluss aus dem Backofen nehmen, nicht im Backofen auskühlen lassen.

Einkochen im Kochtopf
Einen Kochtopf mit Küchenpapier auslegen, die Gläser nebeneinander in den Topf stellen und soviel Wasser angießen, dass die Gläser zu 2/3 im Wasser stehen. Das Wasser sollte ungefähr die Temperatur der Sauce haben.
Das Wasser zum Kochen bringen, den Topf mit einem Deckel verschließen und die Temperatur soweit reduzieren, dass das Wasser noch leicht kocht. Mit geschlossenem Deckel ca. 45 Minuten einkochen, dann die Gläser entnehmen und vollständig abkühlen lassen.

Gemüsebrühe/Gemüsefond

Das zweite Kapitel zum Thema Fond und Brühe. Heute geht's um den Fond, den ich mit Abstand am häufigsten brauche, Gemüsefond. Kann man natürlich auch immer frisch zubereiten, da Gemüsefond ja bei Weitem nicht so lange braucht wie beispielsweise Rinder- oder Geflügelfond, wenn es aber mal schnell gehen soll, schadet es nicht ein paar Gläser auf Vorrat zu haben. Außerdem hat man so nur einmal die Arbeit und muss den Aufwand nicht jedes Mal aufs Neue betreiben, also Gemüse putzen, auskochen, durchpassieren, usw. usf. 
Ich hab den Gemüsefond auch schon oft heiß in Gläser eingefüllt und aufbewahrt, ohne sie im Backofen oder Topf richtig einzukochen. Aufgegangen und verdorben ist da bisher nichts. Wenn Ihr aber auf Nummer sicher gehen wollt, kocht die Gläser nach dem Befüllen nochmals ein, dann könnt Ihr den Fond mindestens ein Jahr lagern. 
Die Gemüsesorten könnt Ihr natürlich auch je nach Geschmack und Verwendungszweck variieren, im Sommer verwende ich beispielsweise auch sehr gerne Tomaten. Champignons geben dem Fond ebenfalls einen ganz tollen Geschmack - dann würde ich aber auf den Fenchel verzichten, die Kombination finde ich nicht ganz so optimal.

Zutaten
1 Stange Lauch
400 g Knollensellerie (gerne mit dem Selleriegrün, sofern vorhanden)
4 Karotten
2 Petersilienwurzeln
2 gelbe Zwiebeln
1 Fenchelknolle
Rapsöl zum Anschwitzen
2 Lorbeerblätter
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 EL grobes Meersalz
1/2 TL gelbe Senfsaat
4 Pimentkörner
1 Bund Petersilie
ca. 2,5 l Wasser (evtl. mehr)

Zubereitung
Das Gemüse waschen und gründlich putzen. In Würfel schneiden und die Zwiebeln quer halbieren, aber nicht schälen. Das Gemüse in einem großen Topf in Rapsöl mehrere Minuten fablos andünsten. Die Gewürze und die Petersilie dazugeben und mit kaltem Wasser auffüllen.
Alles zum Kochen bringen, einmal aufwallen lassen, dann die Temperatur reduzieren und bei niedriger Temperatur mit geschlossenem Deckel für ca. 1 Stunde bei niedriger Hitze leicht köcheln lassen. Das Gemüse mit einer Siebkelle entnehmen, dann die Brühe durch ein mit einem Mulltuch ausgelegtes Sieb passieren.

Haltbarmachen
Die Gläser und/oder Flaschen gründlich mit Wasser und Spülmittel reinigen, gut ausspülen. Bei 150°C im Backofen für ca. 15 Minuten sterilisieren, herausnehmen und kurz etwas abkühlen lassen. Wenn die Gläser direkt mit dem heißen Fond befüllt werden, platzen sie leicht.
Den Fond ca. 5 Minuten sprudelnd aufkochen, in der Zwischenzeit die Deckel der Gläser und Flaschen in einen Topf geben und mit Wasser auffüllen. Zum Kochen bringen und ebenfalls ca. 5 Minuten köcheln. Ich stelle den Trichter, mit dem ich die Gläser und Flaschen befülle, ebenfalls in den Topf, so wird der gleichzeitig sterilisiert.
Den Fond in die Gläser und Flaschen einfüllen und sofort fest verschließen. Die Gläser nicht bis zum Rand befüllen, sondern ca. 2 cm Rand lassen. Die Flaschen und Gläser auf den Kopf stellen und ca. 15 Minuten so stehen lassen. Wieder richtig herumdrehen und die Gläser komplett abkühlen lassen.

Drumboys Bihunsuppe oder Back to the 70's

Eine meiner absoluten Lieblingssuppen ist diese Bihunsuppe, kreiert von Drumboy - sie ist schnell gemacht, schmeckt unglaublich lecker und ist dazu noch megagesund - besser geht's doch nicht, oder?


Zutaten
4 Hähnchenkeulen
2,5 Liter Wasser
2-3 EL Sojasauce
2 Chilischoten
1 EL frischer, fein gehackter Ingwer
frischer Koriander (den lass ich immer weg)
1 fein gehackte Knoblauchzehe

1 EL frischer, geriebener Ingwer oder Ingwer-Püree
4 Strauchtomaten, oder geschälte Tomaten aus der Dose
¼ TL Sambal Oelek
1 Karotte
½ rote Paprikaschote
3 Frühlingszwiebeln
4 große Champignons
Mungobohnenkeimlinge
Sojasauce nach Geschmack
50 ml Mirin, ersatzweise Sherry
150 g chinesische Eiernudeln (bihoon)
geröstetes Sesamöl zum Anbraten und Abschmecken

Zubereitung
Die Zutaten vorbereiten. Den Ingwer schälen und klein hacken, Koriander ebenfalls hacken. Mit 2-3 EL Sojasauce sowie den ganzen Chilies in das Wasser geben. Hähnchenkeulen (für mehr Fleisch kann man auch 2 Keulen und eine Brust oder ein Suppenhuhn verwenden) dazu und alles gar kochen, bis die Hähnchenkeulen fast auseinanderfallen. Die Brühe abseihen und ca. 1,5 Liter für die Suppe beiseite stellen. Das Fleisch auslösen und in Streifen schneiden.

Die Knoblauchzehe sehr fein hacken, Tomaten häuten und grob klein hacken. Die Möhre schälen und in feine Stifte schneiden, die Paprika entkernen und in feine Streifen schneiden. Die Frühlingszwiebeln in feine, schräge Ringe schneiden. Die Champignons waschen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden.

Die Nudeln werden später nur mit kochendem Wasser übergossen (Bihun lässt man 15 Minuten in kaltem Wasser ziehen), nach 3 Minuten abgesiebt und in die fertige Suppe gegeben.

Im Wok das Öl erhitzen, Möhren dazugeben und sehr heiß durchbraten. Zwiebeln dazugeben, andünsten, dann Paprika, Pilze, Knoblauch, Ingwer und Sambal Oelek hinzufügen. Alles ein paar Minuten pfannenrühren, bis die Flüssigkeit der Pilze wieder eingezogen ist, dann den Mirin dazugeben und mischen. Die Tomaten dazugeben, auf- und etwas einkochen lassen. Dann die Brühe dazugeben, gut mischen.
Das Hühnerfleisch und die Nudeln dazugeben. Alles bei mittlerer Hitze rund 10-15 Minuten köcheln, um den Geschmack entwickeln zu lassen.
Mit Sojasauce, und evtl. Salz, Pfeffer und Chilisauce abschmecken und die fertigen Nudeln hinzufügen.

Das Tolle an der Suppe ist, dass man sie wunderbar abwandeln kann. Wenn ich keine frischen Tomaten habe, bzw. es keine vernünftigen Tomaten gibt, verwende ich halt geschälte Dosentomaten und wenn ich auch die nicht vorrätig habe, tut es zur Not auch Tomatenmark.
Auch das Gemüse lässt sich ganz nach Geschmack abwandeln. Anstelle von Champignons schmecken Shiitake oder auch Holzohrenpilze und Sprossen und Bambusschößlinge machen sich in dieser Suppe auch seeeeehr gut.
 

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