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Rotkohlsalat mit Feta

Rotkohl spielt in meiner Küche eigentlich keine große Rolle, es gibt ihn bei uns sehr selten bis praktisch gar nicht. Der Grund ist schnell erklärt, ich mag ihn einfach nicht ;o)
Das letzte Mal, dass ich Rotkohl (damit meine ich jetzt diesen gekochten Beilagen-Rotkohl) auf dem Teller hatte, war irgendwann in den 80ern, damals gab es bei uns zuhaus am Wochenende noch häufiger die klassischen Mehr-Komponenten-Mittagessen und da stand natürlich auch ab und zu eine Schüssel Rotkohl auf dem Tisch. 
Mit den Jahren änderte sich die Küche meiner Mama, aus dem sonntäglichen Braten wurden die ersten italienisch angehauchten Gerichte und so langsam aber sicher verschwand der Braten inkl. Beilagen vollständig aus unserer Küche - Rotkohl gab es dann nur noch entsprechend selten und auch ausschließlich für meine Eltern, ich hab mich da ausgeklinkt ...

Dass ich kein Fan von aufwendigen Menüs bin wisst Ihr sicherlich, wenn Ihr ab und zu reinschaut - 3 Gänge sind das Maximum und davon sollten sich dann im optimalen Fall noch mindestens zwei vorbereiten lassen. Mehrere Gänge zeitlich aufeinander folgend und auf den Punkt gegart auf den Teller zu bringen übersteigt meine Kochfähigkeiten, daher besteht ein typisches Wochenend-Mittagessen (unter der Woche gibt's ja eh meist nur ganz schnelle Küche) bei uns in den allermeisten Fällen auch aus nicht mehr als 2-3 Komponenten - alles andere ist mir zu stressig und macht mir keinen Spaß ;o)  
Ich mag es am liebsten einfach und da ich am Wochenende zusätzlich zum Mittagessen sehr gern noch irgendwas Süßes und die ein oder andere Kleinigkeit ausprobiere, fällt das Essen selbst zumeist sehr einfach aus - kein Platz für Rotkohl also, um mal endlich wieder aufs Thema zurück zu kommen ...

Diesen Rotkohlsalat hab ich nur deshalb machen können, weil meine Mama mir den Kohl am Freitag förmlich aufgezwungen hat - ist doch immer das Gleiche, da besucht man die Eltern in der Heimat und fährt mit randvollem Kofferraum wieder nach Hause ... 
Ok, wir sind auch mit vollem Kofferraum nach Bremen gefahren, aber darum geht's hier ja nicht ;o)

Was also machen mit einem Viertel Rotkohl, wenn man eigentlich gar keinen Rotkohl mag? 
Logisch, Nickys Rotkohlsalat, so eine Gelegenheit kommt so schnell schließlich nicht wieder.

Durch das frische Orangensaftdressing verliert der Rotkohl diesen für mich muffigen, dumpfen Kohlgeschmack und der Feta verleiht dem Salat eine tolle Würze. 
Ein wirklich sehr leckerer Wintersalat, den ich bei passender Gelegenheit auf jeden Fall wieder machen werde. Ich weiß schon, warum delicious days eines meiner absoluten Lieblingskochbücher (ich hab ja auch schon fast das halbe Buch nachgekocht und verbloggt) ist und ich das neue, bisher noch nicht erschienene Buch von Nicky sofort vorbestellt hab ;o)

Zutaten
300 g Rotkohl
1 Knolle Fenchel mit möglichst viel Grün
1 säuerlicher, knackiger Apfel (Wellant, Cox Orange, Topaz)
3 Bio-Orangen
3 EL Weißweinessig
Salz und Pfeffer
100 ml Rapsöl
200 g Schafskäse

Zubereitung
Rotkohl und Fenchel möglichst fein hobeln. Den Apfel entkernen, in Scheiben schneiden und stifteln. Alles miteinander in einer Schüssel vermengen.
Für das Dressing eine Orange gründlich mit heißem Wasser abspülen und die Schale fein abreiben - darauf achten, dass nur die gelbe Schale, aber nichts Weißes mit abgerieben wird. Die Frucht halbieren und auspressen. Orangensaft und -abrieb mit Essig, Öl und Gewürzen verrühren und über den Salat geben - eine gute Stunde marinieren lassen.
In der Zwischenzeit die restlichen beiden Orangen filetieren, den dabei austretenden Orangensaft über den Salat geben.
Den Salat anrichten und mit Orangenfilets, zerbröseltem Feta und fein gehacktem Fenchelgrün servieren. 
Quelle: Nicole Stich - delicious days (Buch)

Cranberry-Pancakes mit Kaffee-Sirup

Als Foodblogger bekommt man ständig Werbeangebote, das lässt sich leider auch nicht durch eindeutige Statements verhindern und reicht von ollen Plastikbeuteln über Töpfe und Mixer bis hin zu Scheibenkäse. Normalerweise lösche ich solche Angebote sofort, les sie mir vielleicht vorher noch durch und reg mich drüber auf, dass mir schon wieder son Schund angeboten wird, spätestens dann verschwindet die Mail aber im Nirvana - ich halte davon gar nix, denn wie Ihr vielleicht wisst, verlinke und empfehle ich Euch nur Blogs, Shops, Gerätschaften, usw. von denen ich wirklich überzeugt bin.
Glücklicherweise landete die Mail, der ich diese Rezepte und eine sehr geniale Einkaufsquelle zu verdanken habe nicht postwendend im Rundordner, sondern ich hab erstmal nen Blick riskiert. 
Absender der besagten Mail war Robert, seines Zeichens ein Drittel des Coffee Circles und wie es scheint ein Mann mit wirklich gutem Geschmack, wie man an den Rezepten sieht, um die es später noch geht ;o) 

Diejenigen unter Euch, die wissen, dass ich eine exzessive Teetrinkerin und so absolut ganz und gar kein Kaffeetyp bin, werden sich jetzt sicher fragen, wieso mich ein Projekt wie der Coffee Circle interessiert, aber das lässt sich sehr leicht beantworten. Nicht nur, dass mein Mitesser begeisterter Kaffeetrinker ist, auch ich finde eigentlich so ziemlich alles rund um den Kaffee ganz mächtig interessant und bannig schick - ich mag ihn halt nur nicht trinken ;o) 
Gibt's was Schöneres als den Duft von frisch gebrühtem Kaffee zum Frühstück und dazu ein knackig krosses Mohnbrötchen mit Käse und Gurkenscheibchen? Wenig, nur sehr wenig!

Weil unsere Küche so winzig klein ist und ich eine ausgesprochene Vorliebe für derlei Gerätschaften habe, brühen wir den Kaffee (ich weiß, eigentlich Mokka) in unserer heißgeliebten Bialetti auf - das ist jedes Mal ein Erlebnis, besonders, seit mir das Ding mal im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren geflogen  und meine kleine Düvelsköök seitdem um eine, sagen wir mal ambitionierte Wandmalerei reicher ist. 
Den Kaffee selbst haben wir bisher immer bei uns um die Ecke in der Kaffeerösterei Burg gekauft - qualitativ absolute Spitzenklasse, nur einen kleinen Makel hat der dort verkaufte Kaffee, er ist weder fair gehandelt, noch bio. 
Ihr wisst ja, wir achten bei tierischen Produkten pingelichst darauf, woher sie kommen, Kaffee, Schokolade und Kakao waren aber bisher unsere Stiefkinder, zumindest für den Kaffee hat sich das jetzt erledigt, Robert sei dank :o)
Um die im Coffee Circle angebotenen Kaffees nun angemessen testen zu können, hab ich kürzlich mal alle 3 Sorten bestellt und mein Mitesser hat sie einem ausgedehnten Geschmackstest unterzogen - grandios! 
Sowohl die zwei Kaffeesorten, als auch der Espresso ist geschmacklich absolut grandios und dazu noch sehr gut verträglich, die Verpackung solide, schick und zweckmäßig und der Versand könnte schneller nicht sein. 
Jungs, Ihr habt zwei, ok, wenn man es genau nimmt, einen Stammkunden gewonnen und wir freuen uns auf diesem Wege Eure Projekte unterstützen zu können. 
Um das Maximale aus den Kaffeebohnen herauszuholen, haben wir uns nun eine French Press zugelegt, die mindestens so schick ist wie die Bialetti und dazu den Gerätepark noch durch eine elektrische Kaffeemühle mit Kegelmahlwerk verstärkt. Jetzt duftet es hier also nicht nur regelmäßig nach frisch gebrühtem Kaffee, die Duftorgie beginnt schon mit dem Mahlen ... Hach, das macht Spaß :o)

So, und nu noch fix zu den Rezepten: 
Probiert die Kombination unbedingt aus! Nicht nur, dass die Pancakes die fluffigsten sind, die ich jemals gegessen hab, die Kombination mit dem Kaffeesirup mag sogar ich, und das will was heißen :o)

Kaffee-Sirup

Zutaten
300 ml Kaffee
200 g Zucker
2 Sternanis

Zubereitung
Kaffee, Zucker und Sternanis in einem Topf zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze 20-25 Minuten offen sirupartig einkochen lassen. Abkühlen lassen und in eine fest verschließbare Flasche umfüllen.  

Cranberry-Pancakes 

Zutaten  
3 Eier 
1 Prise Salz 
3 El Zucker 
60 g Mehl 
50 ml Milch 
Öl 
2 El getrocknete Cranberries (gehackt)

Zubereitung

2 Eiweiß und 1 Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers steif schlagen. Den Zucker nach und nach einrieseln lassen und 2 Minuten weiterrühren, bis der Eischnee sehr steif ist und schön glänzt. Kalt stellen. 
Mehl, 2 Eigelb, 1 Ei und die Milch zu einem glatten Teig verrühren. Den Eischnee unterheben. 
Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Kleine Teigportionen hineingeben, jeweils einen TL gehackte Crannberries darauf verteilen und bei mittlerer Hitze kleine Pfannküchlein ausbacken. Sofort mit Kaffeesirup servieren.

Cappelletti mit Ricotta-Käse-Füllung und Thymian-Zitronen-Butter

Momentan liegen zwischen dem, was ich Euch hier im KuLa präsentiere und meinem tatsächlichen Speisezettel Welten. Während es hier Risotto, Pasta und Mousse au Chocolat gibt, ernähr ich mich selbst eher von Weißbrot, Kartoffelbrei mit Wasser angemacht, warmem Wasser, usw. usf. - keine wirklichen kulinarischen Ergüsse, durch meine erste Chemo am letzten Mittwoch aber leider notwendig. 
Ich hoffe, dass sich mein Magen in den nächsten Tagen endlich ein wenig beruhigt und ich vielleicht sogar mal wieder ein wenig kochen oder backen kann (schließlich hab ich eine ganze Reihe sehr genialer Rezepte auf meiner Warteliste), bis wird aber erstmal weiterhin die Warteschleife abgearbeitet und weil Pasta eigentlich eines meiner liebsten Soulfoods ist, gibts heut genau das - eine große Portion Pasta!

Diese Pastafüllung ist sehr simpel & schnell gemacht und besonders gut abzuwandeln. Für mich gehören diese Cappelletti zu meinen absoluten Favoriten und gehen eigentlich immer (wenn ich's nicht grad mitm Magen hab ;o) )
Ich hab einen 18monate gereiften Deichkäse von meinem Käsehändler verwendet, aber natürlich könnt Ihr auch sehr gut einen Bergkäse, Gruyère, Parmesan oder etwas in der Art nehmen, da sind Eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. 
Um das Aroma des leckeren Käses nicht unnötig zu überdecken, hab ich auf allerlei Gewürze verzichtet und nur Pfeffer und etwas Salz dazugegeben, wenn Ihr es etwas kräftiger mögt, gebt einfach noch das ein oder andere leckere Kraut dazu.

Um gefüllte Pasta herzustellen, braucht man eigentlich keine besonderen Gerätschaften, im Prinzip reicht ein Messer oder auch ein Glas oder Schüsselchen um die Teigplatten entsprechend zu zuschneiden. Als Hobbyköchin mit ausgeprägtem Faible für allerlei Küchenkram und absolutem Pasta-Junkie hab ich aber natürlich mittlerweile eine stattliche Auswahl an Ausstechern und Raviolibrettern angesammelt, die Ihr sehr schön im Pastakolleg Teil 1 sehen könnt. 
Alle 3 Arten von Ausstechern, die Ihr dort sehen könnt, kann ich ausnahmslos empfehlen. 
  • Raviolibretter sind ideal, wenn man schnell eine große Menge Ravioli herstellen möchte
  • die runden und eckigen Ausstecher kosten nur 3-4 € und sind in allen erdenklichen Größen zu bekommen. Meine haben beide einen Durchmesser von ca. 8 cm, sind also perfekt für besonders große Ravioli
  • der Klappformer ist nicht nur klasse zur Herstellung von gefüllter Pasta, sondern man kann ihn auch sehr gut für Empanadas, Salteñas & Co verwenden. Wenn Ihr Euch einen solchen Klappformer zulegt, achtet darauf, nicht die billige Plastikversion zu nehmen. Die gibt es oftmals im 3er-Pack, sind aber gerade für festere Pastateige nicht wirklich ideal und haben daher oft nur eine sehr begrenzte Lebensdauer. Die metallene Version hält für die Ewigkeit.
Das Formen der Teigtaschen ist absolut simpel. Mit der Rückseite stecht Ihr die  kreisrunden Teigplatten aus. Den Klappformer bemehlt Ihr ganz leicht.

Dann einfach nur eine Teigplatte auf den Former legen, einen guten TL Füllung drauf geben und zusammenklappen - feste drücken! Fertig ist die Teigtasche. 
Bis alle Teigtaschen geformt sind, legt Ihr die Teigtaschen auf ein bemehltes Backblech, ich verwende auch hierfür am liebsten gemahlenen Hartweizengrieß (semola di grano duro rimacinata).
Viele Hobbynudler befeuchten die Kanten der Teigplatte mit Eiweiß, ich finde das unnötig, da mir noch keine Teigtasche aufgegangen ist. Wenn Ihr Euch aber unsicher seid, einfach ein ganz wenig Eiweiß darauf verstreichen und dann zuklappen. 

Zutaten

Nudelteig
300 g Mehl
3 Eier
1 TL Salz
3 EL Olivenöl

Füllung
250 g Ricotta
250 g Deichkäse, fein gerieben
1 Ei
Salz und Pfeffer

Außerdem
Abrieb einer Bio-Zitrone
abgezupfte Thymian-Blättchen
Butter

Zubereitung
Aus Mehl, Salz, Olivenöl und Eiern einen Nudelteig kneten, in Frischhaltefolie wickeln und mind. 30 Minuten ruhen lassen.

Für die Füllung den Ricotta mit dem frisch geriebenen Käse, Ei, Salz und Pfeffer verrühren.

Den Nudelteig ausrollen und mit einem Ausstecher nach Wahl Quadrate oder Kreise ausstechen. Jeweils eine kleine Menge Füllung in die Mitte geben und die Teigplatte umklappen. Die Luft herausstreichen und die Kanten gut festdrücken.

Die Butter in einem kleinen Pfännchen erhitzen und etwas bräunen lassen, Thymianblättchen und Zitronenabrieb dazugeben.

Die Ravioli in reichlich gesalzenem Wasser einige Minuten als dente sieden (nicht sprudelnd kochen!), abtropfen lassen und sofort mit der ausgelassenen Zitronen-Thymian-Butter servieren. 

Maronenrisotto

Maronenrisotto gibt es bei uns schon eine ganze Weile, diese Variante hab ich aber erst vor kurzem rausgetüftelt und was soll ich sagen? So isses perfekt, für uns zumindest ;o)
Die süßlichen Maronen, der kräftige, aber nicht scharfe Blauschimmelkäse von unserem Käsehändler, ein Schlückchen Weißwein, ein paar Blätter Salbei - ein Kracher, wirklich!
Perfekt ist das (jahaa, ich weiß, eigentlich der) Risotto natürlich, wenn es nen Ticken schlotziger, also cremiger ist. Was Ihr da unten auf dem Bild seht, ist aber der Kompromiss einer Foodbloggerin, die selbst auch mal ganz gern warm isst und daher den verbliebenen "Rest" fürs Foto angerichtet hat.

Zum Rösten der Maronen geht Ihr wie folgt vor: 
Den Backofen auf 200°C vorheizen. Eine feuerfeste Form auf den Boden des Backofens stellen und mit kochendem Wasser befüllen.
Maronen auf der gewölbten Seite kreuzweise einschneiden und mit dem Einschnitt nach oben auf ein Backblech legen. Ca. 45 Minuten backen, bis die Schale der Maronen aufspringt und die Maronen gar sind. Abkühlen lassen und schälen. 
Wenn Ihr keine frischen Maronen bekommt, oder schlicht keine Lust habt, sie zu rösten und zu puhlen, kauft bereits vorgegarte, vakuumierte Maronen - schmeckt auch sehr gut.

Beim Käse achtet darauf, einen wirklich guten Blauschimmelkäse zu nehmen. Seit ich den Blauschimmelkäse unseres Käsehändlers kenne, bin sogar ich, als bisherige Stinkerkäse-Verweigerin bekehrt worden und zum absoluten Käse-Fan mutiert - so ein Stückchen Friesisch Blue muss mittlerweile neben einigen anderen Käsesorten immer im Haus sein, dann steht einem leckeren überbackenen Käsetoast auf die Schnelle oder der besten schnellen Käsesauce von Welt (Rezept kommt demnächst) nichts im Wege. 
Meinen Hamburger Lesern empfehle ich unbedingt mal einen Besuch unseres Käsehändlers auf dem Bio-Markt in Eppendorf oder in Winterhude - wir beschränken uns zwar meist auf die norddeutschen Käsesorten, aber auch das übrige Sortiment ist wirklich klasse. Als gelernter Koch hat Herr Eggers auch immer eine Idee, wie man den gekauften Käse "verbraten" kann und findet stets den richtigen Käse für ein Rezept.
  
Zutaten
200 g geröstete und geschälte Maronen
300 g Risottoreis
Olivenöl
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
2 confierte Knoblauchzehen
1 Glas Weißwein
1 l Gemüsefond
Salz und Pfeffer
1 Stich Butter
100 g Friesisch blue oder ein anderer guter Blauschimmelkäse
ca. 4 Salbeiblätter, sehr fein geschnitten

Zubereitung
Frisch geröstete Maronen schälen und zerbröseln, bereits vorgegarte Maronen mit dem Messer kleinhacken.Die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch fein hacken.
Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl glasig dünsten. Risottoreis dazugeben und eine Minute unter ständigem Rühren mitdünsten.
Mit Weißwein ablöschen und vollständig einreduzieren lassen. Maronen und heißen Gemüsefond zufügen, alles verrühren und unter häufigem Rühren den Fond einköcheln lassen. Immer wieder Fond angießen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze leise köcheln lassen, dabei immer wieder rühren.
Sobald der Reis al dente ist, gewürfelten Blauschimmelkäse und einen Stich Butter dazugeben und Rühren, so dass sich der Käse auflöst und das Risotto schön schlotzig wird.
Salbeiblätter in sehr feine Streifen schneiden, unterrühren, einige Minuten ruhen lassen und servieren.
 
Besonders lecker schmeckt das Risotto, wenn es noch mit frittierten Salbeiblättern bestreut wird.

Crostini mit Guacamole

Heut bleibt die Küche kalt, ich lade Euch dafür an unseren Frühstückstisch ein und zeige Euch, womit mein Tag perfekt beginnt, wenn es nicht gerade mal wieder Mohnbrötchen mit Käse gibt.
Eins vorweg, eigentlich ist die Bezeichnung "Früh"stück schonmal grundlegend falsch, früh morgens krieg ich nämlich absolut gar nix runter, da geht noch nichtmal ne trockene Scheibe Brot. Der perfekte Start in den Tag beginnt spät, so um 9:00 h - frühestens. 
Neben frischen Mohnbrötchen und Baguette müssen unbedingt Tomaten und Gurken auf dem Tisch stehen - dazu ein leckeres Tässchen Tee für mich und natürlich ne Kanne Kaffee für meinen Mitesser und fertig ist das fast perfekte Frühstück, so richtig vollkommen ganz und gar perfekt wird es erst mit Avocado. 
Natürlich nicht mit diesen flummiartigen Gummigeschossen, die im Discounter in den Regalen liegen, sondern mit ner buttrigen, aromatischen Hass-Avocado. Die Gummigeschosse können gern im Regal liegen bleiben, zum Verzehr sind sie auf jeden Fall nicht geeignet. 
Bei einer wirklich reifen Hass-Avocado reicht es völlig aus, sie mit der Gabel zu zerdrücken, sie ist so cremig, dass in Nullkommanix eine leckere Creme entsteht.
 
Guacamole-Rezepte gibt es wie Sand am Meer, mit Tomatenwürfeln, frischem Koriander, Knoblauch, Jalapenos, Zwiebel, usw. usf. 
Über ne Spur Knoblauch (confierten versteht sich) könnte man tatsächlich nochmal reden, alles andere finde ich überflüssig. Ich möchte schließlich, dass das Aroma der mordsleckeren Avocado besonders gut zur Geltung kommt. In meine Guacamole kommt daher nur ein Spritzer Limette, bzw. bei einer Bio-Limette auch gern etwas Abrieb, Pfeffer, eine Spur Salz und eine Prise Piment d'Espelette. Der "Kick" kommt dann später auf dem Brot, nämlich das Hibiskussalz - für mich die ultimative Kombination.
Wenn ich die Guacamole als Dipp zubereite, gebe ich das Hibiskussalz gleich in die Creme und lasse das Meersalz weg. 

Zutaten
1 frische Hass-Avocado
1 Spritzer Limettensaft
Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer
Piment d'Espelette

Hibiskussalz zum Bestreuen

Zubereitung
Avocado in eine Schüssel geben, mit einem Spritzer Limettensaft (oder Limettenabrieb) etwas Salz, Pfeffer und Piment d'Espelette würzen und mit einer Gabel zerdrücken, bis sie eine cremige Konsistenz hat.
Auf krossem Baguette mit etwas Hibiskussalz bestreut servieren.


Räucherforellentarte mit Mangold

Gibt's zu ner Tarte noch viel zu sagen/schreiben? Nicht wirklich. Im Gefrierschrank warteten einige geräucherte Forellenfilets darauf, dringend verarbeitet zu werden und auf dem Wochenmarkt kam ich am Mangold mal wieder nicht vorbei, das Resultat?  
Ne Tarte, mal wieder.

Am Besten schmeckt diese Tarte (und wie ich finde, die meisten Tartes) lauwarm, dann kommt der Geschmack und das Aroma des Räucherfisches am Besten heraus, aber auch kalt ist sie wirklich lecker.
Anstelle des Mangolds kann man auch prima Spinat verwenden, leider darf ich den aber nicht verarbeiten, da mein Mitesser sonst in den Hungerstreik tritt - Männer! ;o)

Und wenn wider Erwarten etwas übrig bleibt, gilt wie immer einfrieren und fertig ist eine schnelle Mahlzeit für den nächsten Abend, an dem es mehr als ein Käsebrot sein soll, aber einfach keine Zeit ist, stundenlang am Herd zu stehen - Tartes sind super!

Zutaten für eine 28 cm Quiche-Form

Mürbeteig

250 g Mehl
125 g kleingeschnittene weiche Butter
1 Eigelb
50 ml Wasser

Belag
1 große rote Zwiebel
300 g Mangold (Stiele und Grün)
Olivenöl
Salz und Pfeffer
300 g geräucherte Forellenfilets
4 Eier
300 ml Sahne
Salz, Pfeffer

Zubereitung

Mürbeteig
Alle Zutaten miteinander vermengen und zu einem Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. Ca. 15 Minuten vor dem Ausrollen aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und eine hohe Quicheform damit auslegen.
In regelmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen und erneut für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, mit Backpapier abdecken und getrocknete Bohnen oder andere Hülsenfrüchte daraufgeben. 10 Minuten bei 180°C im Ofen blindbacken. Bohnen und Papier entfernen und weitere 5 Minuten backen.

Belag
Die Zwiebel putzen und in Streifen schneiden. Mangold ebenfalls putzen, das Grün in Streifen und die Stiele in Rauten schneiden.
Zwiebelstreifen in Olivenöl anschwitzen. Die Mangoldstiele dazugeben und ebenfalls mit anschwitzen. Mangoldblätter dazugeben und zusammenfallen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen, beiseite stellen.
Aus den Eiern, der Sahne und den Gewürzen einen Guss herstellen.
Die Hälfte der Mangoldmischung auf den Tarteboden geben und gleichmäßig verteilen. Forellenfilets zerzupfen und darübergeben, mit dem Rest der Mangoldmischung bedecken. Eier-Mich-Guss darübergeben. 
Im auf 180°C vorgeheizten Backofen ca. 45 Minuten backen. Herausnehmen und etwas abkühlen lassen, die Tarte verfestigt sich dann noch.
Mit einem knackigen Salat servieren. 

Kartoffel-Bandnudeln mit Wildschweinsugo

Da meint man ein Kochbuch in und auswendig zu kennen und findet beim gefühlten 100dsten Durchblättern doch noch ein Rezept, dass bisher völlig unter gegangen ist - ich könnte schwören, dass dieses Rezept vor dem letzten Durchlesen nicht im Buch war, aber das glaubt mir ja eh keiner ;o)

Pasta ist für uns ein absolutes Grundnahrungsmittel, wenn nicht ein gewisser Vorrat (und der muss groß sein, so richtig groß ;o) ) an sehr guter Fertig-Pasta im Haus ist, werd ich hibbelich, schließlich muss ich für den akuten Pasta-Jieper gerüstet sein und das geht nur, wenn mindestens 5 verschiedene Sorten zur Auswahl stehen - Nudeln für Salat (Orecchiette, Orzo, Penne, usw.), Tagliatelle, Pappardelle, Fettucchine und mindestens eine Pastasorte, in der sich die Sauce ideal fängt. Ghiottole, Fusilli, Ferrazzuoli, Strozzapreti, Capricci, usw. sind meine bisherigen Favoriten. 

Wenn es mal nicht schnell gehen muss, mach ich den Nudelteig natürlich sehr gern selber, das hat sich sicher mittlerweile herumgesprochen - dieser Kartoffelnudelteig ist mir bisher aber noch nicht untergekommen. Da half nur eins, schleunigst ausprobieren!

Im Rezept ist angegeben, dass die Kartoffeln als Pellkartoffeln gekocht werden sollen, noch intensiver wird das Kartoffelaroma aber, wenn man sie in einem Kartoffeltopf oder in Alufolie gewickelt im Backofen gart. Die Kartoffeln bekommen dadurch einen Geschmack, der denen von im offenen Feuer gegarten Kartoffeln ähnelt - kräftig, aromatisch und mit einer leicht süßlichen Note. 

Natürlich ist die Auswahl der Kartoffelsorte ebenfalls entscheidend, ich bevorzuge Belana, Laura, Gunda oder Linda von unserem Wochenmarkt-Stand, dort sind die Kartoffeln zwar ungewaschen und man bekommt sowohl große, als auch ganz winzige, hat aber als Verbraucher auch gleichzeitig die Gewissheit, dass sie nicht nur nach Bio-Richtlinien angebaut, sondern auch sehr gründlich geerntet werden, d.h., es bleibt nicht die halbe Ernte auf dem Feld liegen und gammelt dort vor sich hin, weil die Kartoffeln nicht dem Ideal des Verbrauchers entsprechen - eine wirklich perverse Entwicklung ...

Die Kombination dieser Kartoffelnudeln mit dem kräftigen Wildschweinsugo war wirklich klasse und stand nicht zum letzten Mal bei uns auf dem Tisch, zumal wir uns vorgenommen haben, vermehrt Wild zu essen. Also nicht mehr Fleisch im Allgemeinen, sondern von dem wenigen Fleisch, das wir sowieso nur noch essen, den Anteil des Wildes zu erhöhen, aber dazu und zu unserer Wildfleischquelle ein andernmal mehr. 

Kartoffel-Nudelteig

Zutaten
100 g gekochte Kartoffeln, gepresst
300 g Mehl
2 Eier
1 gestrichener TL Salz

Zubereitung
Kartoffeln schälen und gar kochen. Abgießen und auf der ausgeschalteten Platte gründlich ausdampfen lassen. Noch heiß durch eine Kartoffelpresse drücken. Komplett auskühlen lassen.
Kartoffeln, Mehl, Eier und Salz in eine Schüssel geben und mit dem Mixer gut verrmischen. Auf der Arbeitsfläche mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten - in Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 Minuten ruhen lassen.
Nochmals gut durchkneten und in 3 Portionen teilen. Den Teig mit einem Nudelholz oder einer Nudelmaschine (Stufe 5 von 6) ausrollen und Nudeln gewünschter Breite schneiden.

Im Gegensatz zu Nudeln aus Hartweizen, habe ich diesen Nudelteig nicht max. dünn ausgerollt, sondern nur bis zu Stufe 5. 
Diese Pastasorte schmeckt besonders gut zu kräftigen Fleischsugi, daher ist es nicht verkehrt, wenn sie nicht ganz so dünn sind. 

Wildschweinsugo

Zutaten
1 kg Wildschweingulasch, 1 cm große Würfel
2 Zwiebeln, fein gewürfelt
2 Möhren, fein gewürfelt
1 dünne Scheibe Sellerie, fein gewürfelt
1 Stange Lauch (das Weiße), fein gewürfelt
2 confierte Knoblauchzehen
1/2 Bio-Zitrone, die Schale, fein gehackt
400 ml Weißwein (Chardonnay)
1 kleine Dose Pelati (425 g)
je 1 Zweig Rosmarin und Salbei
Salz und Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung
Fleisch trocken tupfen und in Olivenöl von allen Seiten scharf anbraten. Gemüsewürfel, Knoblauch und Zitronenschale dazugeben und kurz mit anschwitzen. Rosmarin und Salbei zufügen und mit Weißwein ablöschen. Tomaten dazugeben und alles ca. 1 1/2 Stunden bei milder Hitze schmoren lassen, bis das Fleisch zart ist. Mit Salz und Pfeffer würzen und vor dem Servieren etwas frisch abgeriebene Zitronenschale unterrühren.
Mit Kartoffel-Bandnudeln servieren. 
 

Quelle: Cornelia Schinharl - Toskana, Umbrien und die Marken, Küche und Kultur 
 

Orientalischer Marmorbohnensalat

Wie versprochen, gibt's heut zum Wochenausklang etwas leichtes, gut für die Hüften und das Gewissen, nach dem fiesen Hüftgold am Mittwoch ;o)
Den Salat hab ich auf mafaldas Wunsch ganz weit unten aus meiner Warteschleife ausgegraben, entsprechend lange ist es her, dass es ihn bei uns gab, nämlich im Sommer letzten Jahres. 
Es ist deshalb ein Marmorbohnensalat geworden, weil mich diese Bohnen im Supermarkt dermaßen verlockend angelacht haben, dass ich ihnen einfach nicht widerstehen konnte - bannig hübsch die kleinen. Leider verlieren sie beim Kochen ne Menge ihrer Optik/Farbe, will sagen, nach dem Kochen sind sie nur noch durchschnittlich hübsch - Bohnen halt ;o) Wenn Ihr also keine Marmorbohnen zur Verfügung habt, nehmt halt andere, darauf kommt's nicht an. 

 Zutaten

Für das Dressing
4 EL Olivenöl
3 EL Rotweinessig
2 confierte Knoblauchzehen
1/2 TL getrocknete Chiliflocken ohne Saat
1/2 TL Cumin, gemahlen
1/2 TL Koriander, gemahlen
Salz und Pfeffer

250 g getrocknete Marmorbohnen (alternativ andere Bohnen)
6 mittelgroße Tomaten
1 rote Zwiebel, fein gewürfelt
1 EL Limettensaft
2 EL Olivenöl
1 Bund glatte Petersilie, grob gehackt
Sal und Pfeffer

Feta, zerkrümelt

Zubereitung
Die Bohnen am Vorabend in eine Schüssel geben, mit kaltem Wasser bedecken und bis zum nächsten Tag quellen lassen, das Wasser währenddessen einmal wechseln. Bohnen unter Wasser abbrausen und mit frischem Wasser bedeckt zum Kochen bringen, die Temperatur  etwas reduzieren und die Bohnen in 45-60 Minuten gar kochen. 

Wenn zuviel Wasser verdampft, so dass die Bohnen nicht mehr vollständig bedeckt sind, noch etwas heißes Wasser dazugeben.

In der Zwischenzeit die Zutaten für das Dressing miteinander verrühren, dazu die confierten Knoblauchzehen zerdrücken und mit den restlichen Zutaten vermischen.
Die gekochten Bohnen abgießen und gut abtropfen lassen. In eine Schüssel geben, das Dressing darübergeben und alles vorsichtig miteinander vermischen. Ca. 30 Minuten marinieren und abkühlen lassen.

Die Tomaten vierteln, das Kerngehäuse entfernen und die Tomate in Würfel schneiden. Mit den Zwiebelwürfeln und der Petersilie vermischen und Olivenöl, Limettensaft und Gewürze dazugeben.

Sobald die Bohnen abgekühlt sind, mit der Tomatenmischung vermischen und lauwarm mit zerbröckeltem Feta servieren. 


Safran-Minz-Milchreis mit Granatapfel

All diejenigen, die das neue Jahr mit einer ellenlangen Liste guter Vorsätze begonnen haben, zu denen evtl. auch das Abnehmen zählt, verlassen den KuLa am Besten auf der Stelle, drehen sich nicht mehr um und kommen erst Freitag wieder - heut is ganz schlecht, heut gibt's Hüftgold pur :o)

Ich geb zu, der ausschlaggebende Grund, dieses Rezept nachzukochen war mal wieder die Farbe - ich kann bei Safrangelb einfach nicht widerstehen. Mal abgesehen von Schokomilchreis, gehört Milchreis eigentlich auch nicht zu meinen bevorzugten Süßspeisen. Zu schwer, nicht fluffig, selten fruchtig, irgendwie nur selten meins. 
Bei dieser Variante ist das aber anders. Durch die Minze bekommt der Milchreis eine tolle frische Note, die durch den Granatapfel noch unterstützt wird und die Sahne macht das Ganze irgendwie leichter - schon klar, das ist ein Trugschluss, ein ganz gemeiner sogar, aber es fühlt sich halt so an ;o)
Das Originalrezept stammt aus der essen & trinken, ich hab nur hier und da etwas verändert und Kleinigkeiten wie beispielsweise karamellisierte Äpfel weggelassen. 

Zutaten
600 ml Milch
1 Msp. Safranfäden
120 g Risottoreis
2-3 EL Zucker
100 ml Schlagsahne
1 Granatapfel
1 Bund frische Minze

Zubereitung
Die Milch zusammen mit dem Zucker und den Safranfäden in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Risottoreis einrühren und bei sehr niedriger Hitze unter gelegentlichem Rühren ca. 30 Minuten ausquellen und anschließend auskühlen lassen. Einige Blätter Minze fein hacken und Schlagsahne steif schlagen - beides unterheben.
Mit in Streifen geschnittener Minze und Granatapfelkernen bestreut servieren. 

Kürbisflammkuchen

Ein frohes Neues!

Ich hoffe, Ihr seid gut reingekommen, habt den Jahreswechsel genau so verbracht, wie Ihr es Euch gewünscht habt und hattet eine richtig schöne Zeit. Für das neue Jahr wünsche ich Euch alles erdenklich Gute, allem voran natürlich Gesundheit, denn davon kann man gar nicht genug haben.

Ich mag's gar nicht schreiben, aber wir haben den Jahreswechsel gnadenlos verschlafen ;o) Kulinarisch konnte ich mich ja leider gar nicht austoben, da ich erst Donnerstag Nachmittag aus dem Krankenhaus gekommen bin und mein rechter Arm (ausgerechnet!), mal abgesehen von ein paar pfiffigen krankengymnastischen Übungen in den nächsten Wochen pingelich geschont werden muss. Ein Teller mit Käsespießen, Crostini mit Guacamole, ein leckeres Gläschen Prosecco und danach noch ein Tütchen Lieblingschips mussten daher reichen.

Kurz nach 22.00 Uhr war bei mir schon die Luft raus, so dass ich mich sehr schnell unauffällig zurückgezogen hab. Mein Mitesser, durch die letzten Wochen verständlicherweise auch ziemlich geschlaucht, hat dann auch nicht lange auf sich warten lassen und so war der Silvesterabend für uns beide sehr frühzeitig beendet. Naja, wir gehören eh nicht gerade zu denjenigen, die Silvester ausgiebig feiern, im Gegenteil. Bei uns geht es eher darum, unsere Katzen zu bespaßen und abzulenken, da diese grässliche Knallerei für die drei natürlich alles andere als ein Spaß ist.
Vom eigentlichen Jahreswechsel hab ich nur sehr wenig mitbekommen, nämlich als mein kleiner dicker Paul, eigentlich der größte Macho des Hauses, verängstigt und wimmernd  als letzter unserer 3 Mitbewohner ins Bett gekrochen kam. Da hilft dann aber eine kleine Streicheleinheit und schon hat er es sich bequem gemacht - natürlich quer und ohne Rücksicht auf etwaige menschliche Bettgenossen - schnarcht zufrieden und ruhig vor sich hin und ich kann sehen, wie ich mich hinlege ... Also eigentlich alles wie immer. Wir haben die Silvesternacht mal wieder zu 5. verbracht... ;o)
 
Auch, wenn ich in den nächsten Wochen in der Küche keine  allzugroßen Sprünge machen kann, wird's im KuLa hoffentlich munter weitergehen. Einige Rezepte hab ich ja noch auf Halde und ab und zu wird sicher eine Kleinigkeit dazukommen - meine Ausprobier-Liste ist zumindest gerade wieder um einige Kleinigkeiten angewachsen ;o)

Den Anfang macht dieses Jahr der Kürbisflammkuchen, von dem ich so begeistert war, dass ich ihn Euch unbedingt als Erstes präsentieren möchte. 
Die Idee hatte für den Flammkuchen hatte ich, als ich bei gourmande den Kürbisflammkuchen mit Räuchertofu und Mais gesehen hab. Da aber weder Tofu noch Mais zu meinen Lieblingszutaten gehören, wurde meine Variante mal wieder genauso, nur ganz anders - Ihr erinnert Euch vielleicht, ein Grund, warum ich Foodblogs so besonders spannend finde.
Das Rezept für den Flammkuchenteig hab ich wiederum bei Nicky gemobst und bin immer wieder ganz begeistert von der Konsistenz und dem Geschmack dieses Bodens - mein absoluter Flammkuchenteig-Favorit!
Wenn Ihr keine Coppa bekommt, nehmt einfach Pancetta, durchwachsenen Speck oder bereitet den Flammkuchen vegetarisch zu und verzichtet ganz drauf. Der Optik wegen hab ich einen grünschaligen Hokkaido verwendet, die grüne Schale setzt hübsche Akzente - ein rotschaliger tut's aber natürlich auch.

Zutaten für 6 Flammkuchen

Teig

500 g Weizenmehl Type 550
100 g Roggenmehl Type 1150
11 g Salz
350 ml zimmertemperiertes Wasser
1 Tütchen Trockenhefe
1 TL Zucker
2 El Rapsöl

Belag
500 ml Crème Fraîche
Salz und Pfeffer
Muskatnuss, frisch gerieben
150 g Coppa, sehr fein geschnitten
1/4 Hokkaido-Kürbis, fein gehobelt
3 rote Zwiebeln, fein gehobelt
1 Beet Kresse

Zubereitung
Die Trockenhefe zusammen mit dem Zucker in das Wasser einrühren und etwas stehen lassen, so dass die Hefe vollständig auflöst.
Das Mehl mit dem Salz vermischen und Rapsöl und Wasser-Hefemischung dazugeben. Alles gründlich zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig abgedeckt eine halbe Stunde bei Zimmertemperatur gehen lassen, dann ebenfalls abgedeckt über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
Eine Stunde vor der Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen, den Teig abschlagen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Den Teig aus der Schüssel nehmen, kurz durchkneten und in sechs gleich große Portionen teilen, rund wirken und ca. 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen, so dass sich die Teiglinge entspannen können.

In der Zwischenzeit das Backblech direkt auf den Boden des Backofens legen und den Backofen auf höchster Stufe (Ober und Unterhitze) gründlich vorheizen - das Backblech muss richtig heiß sein. Man erreicht dadurch ein Backergebnis, das gar nicht sooo weit von der in einem Steinofen gebackenen Pizza entfernt ist. 

Crème Fraîche mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und den Kürbis, sowie die Zwiebeln mit  einem Hobel so fein wie möglich hobeln - alternativ sehr fein (ca. 1 mm dick) schneiden.

Die Teigportionen gründlich bemehlen und mit dem Matterello sehr dünn ausrollen, der Teig sollte nicht dicker als ca. 3 mm sein. Die ausgerollten Teigfladen jeweils auf ein Stück Backpapier legen und wie folgt belegen:
Dazu jeweils 3 EL Crème Fraîche dünn verstreichen und mit einigen Scheiben Coppa, Kürbis,  sowie Zwiebelstreifen belegen.
Die Flammkuchen mitsamt des Backpapiers auf das Backblech legen und einige Minuten anbacken lassen. Durch die extrem hohe Hitze wird das Backpapier schnell dunkel, ich ziehe es also nach einigen Minuten unter den Flammkuchen heraus.
Die Flammkuchen nun ohne Backpapier zu Ende backen, evtl. noch kurz unter Grill bräunen.
Mit Kresse bestreut servieren.