Slow Fisch 2011 in Bremen

Wenn in der schönsten Stadt der Welt, in der ich gaaanz zufällig geboren wurde (ein direkter Zusammenhang ist natürlich rein zufällig), eine Slow Food Fisch-Messe stattfindet, muss ich nicht lange überlegen, da bin ich natürlich dabei. Also haben wir uns am Samstag mit nem riesengroßen Rucksack bewaffnet auf den Weg gemacht und uns mitten ins Getümmel gestürzt.

Stadthalle Bremen
Für mich war es die erste Slow Food-Messe und ich war entsprechend gespannt, was es alles zu probieren, anzuschauen und natürlich auch zu kaufen gibt. 
Selbstverständlich haben wir es nicht lange geschafft, standhaft zu bleiben und so sind eine ganze Reihe verschiedener Köstlichkeiten in unseren Rucksack, der kleiner wirklich nicht hätte sein dürfen, gewandert. 
Unter Anderem haben wir:
erstanden. Keine schlechte Ausbeute, wie ich finde ;o)

Mein absolutes Highlight und schon allein Grund genug für mich, diese Messe zu besuchen war der Schwarz Essig vom Kloster Rühn. Ich hab vor einer Weile bereits einen Fernsehebericht über die Produkte von Ralf Schröder gesehen und wollte diesen Essig seitdem unbedingt ausprobieren.
Bei dem Essig handelt es sich um einen mecklenburger Apfelessig, der zusammen mit Backpflaumen im Eichenfass gelagert wird und dadurch eine grandioses Aroma bekommt, das sehr an einen wirklich guten alten Balsamico erinnert. 
Mir gefällt der Essig so ausnehmend gut, dass Balsamico mit sofortiger Wirkung aus dem Sortiment des Kuriositätenladens genommen wurde und dafür nun dieser Essig Einzug gehalten hat - zusammen mit einem nicht minder tollen Weizengras-Öl, das ich Euch natürlich nicht unterschlagen möchte. 

Mein zweiter Höhepunkt waren die Auerochsenprodukte, bei denen wir am großzügigsten zugeschlagen haben. Neben der Qualität des Fleisches, bzw. der Auerochsenprodukte, finde ich auch das dahinter stehende Konzept der Rinderhaltung und -Erhaltung und gleichzeitiger Landschaftspflege besonders spannend und unterstützenswert. 
Leider ist es nicht ganz so leicht, an die Produkte ranzukommen, da sie bisher nur über einige wenige Geschäfte vermarktet und ansonsten ausschließlich an Restaurants geliefert werden, wir werden aber auf jeden Fall unseren nächsten Kiel-Aufenthalt nutzen und schauen, was wir dort auftreiben können.
Sollte Jemand von Euch Interesse an einer Adressliste der Bezugsquellen haben, kann ich die gern noch anfügen, online hab ich nämlich nix gefunden.

Ansonsten haben wir auf der Messe selbst gar nicht soooviel genascht, ein kleines Eis hier, geschmorte Ochsenbacken an Kartoffel-Sellerie-Püree dort und zum Abschluss für meine Mama und meinen Mitesser noch nen Kaffee und für mich eine leckere Trinkschokolade von Büchlers - mehr ging nicht mehr, schließlich waren für zuhaus auch noch die Räuchermaränen eingeplant.

Gilt nicht nur für Kaffee ...
So, und zu guter Letzt nun noch ein kleines Fazit - schön war's, richtig schön! Ein Paradies für jeden Hobbykoch. Aber ...
Ein kleines Aber muss schon sein, denn insgesamt waren wir etwas enttäuscht, wie wenig Wert doch auf Regionalität gelegt wurde. Selbstverständlich lag der Fokus natürlich schon auf norddeutschen Ausstellern und Produkten, wir fanden es aber beispielsweise sehr schade, dass gleich mehrere Stände mit süddeutschen und österreichischen Käsespezialitäten vor Ort waren, norddeutsche Käsereien, wenn überhaupt, aber nur am Rande präsentiert wurden - mal von der Molkerei Hasenfleet (die aber keinen Käse herstellt) und der Ziegenkäserei Sieben Ziegen abgesehen, ist mir kein norddeutscher Milchverarbeitender Betrieb aufgefallen.
Nicht falsch verstehen, ich hab absolut nichts gegen süddeutsche und österreichische Produkte, aber es gibt in Schleswig-Holstein nicht umsonst die Käsestraße und eine unglaubliche Vielfalt an fantastischen Käsesorten, die es sich auf jeden Fall gelohnt hätte vorzustellen.
Nichtsdestrotz war das sicher nicht der letzte Slow Fisch-Besuch, für's nächste Jahr ist die Messe schon ganz fest eingeplant und bis dahin werd ich die Zeit nutzen, mich bei Slow Food hier in Hamburg umschauen (Samstagabend haben mein Mitesser und ich uns direkt noch angemeldet, wir sind also schon ganz bald Slow Food-Mitglieder) und vielleicht können wir zur nächsten Messe dann ein richtig schönes Food Blogger-/Blog-Lesertreffen mit interessantem Rahmenprogramm auf die Beine stellen, denn das fand ich diesmal durchaus auch noch verbesserungswürdig - aber dazu mehr morgen in der Hüttenhilfe, da geht's dann um die "Social Media Lounge" und unseren geführten Rundgang über die Slow Fisch.   

Kommentare:

Freundin des guten Geschmacks hat gesagt…

Liest sich gut. Slow Food Messen sind immer interessant. Bremen kenne ich nicht, aber Stuttgart. Mein Wunsch ist es, mal nach Bra zu reisen ins Piemont. Die Cheese ist ja dort alle zwei Jahre.

uwe@highfoodality hat gesagt…

Das Bild, auf dem die Salami aufgeschnitten wird, ist sensationell. Da bekomme ich gleich richtig Hunger.

Nadja hat gesagt…

So eine Slow Food-Messe wär auch was für Graz. Bei uns gibt es ja die Genussregionen - vieles, was da in den einzelnen Teilen der Steiermark produziert wird, kenne ich nur vom Namen!

Echt merkwürdig, dass bei der Messe, wo du warst, auch Sachen aus Österreich vorgestellt wurden. Als ob es bei euch nicht genug gutes Essen gäbe, das man herzeigen kann.

Der Essig würde mich ja interessieren! :)

Liebe Grüße
Nadja

Melanie hat gesagt…

Ich denke das viele Anbieter keine Zeit/Lust/Möglichkeit haben auszustellen oder das Ihnen die Gebühr zu hoch ist?

Steph hat gesagt…

@ FdgG
Stuttgart ist sicher ganz besonders interessant, vielleicht schaff ich es auch einmal dorthin

@ Uwe
Vielen Dank!

@ Nadja
Da bin ich ganz Deiner Meinung, im Prinzip gibt's hier oben genug Leckereien für 2 Messen ;o)

Der Essig ist wirklich sehr klasse!

@ Melanie
Das vermute ich auch, schade eigentlich...

 

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