Blick in die Bücherkiste - Das Hamburg Leuchtfeuer Kochbuch

Vor fast genau einem Jahr ist meine Schwiegermutter gestorben. Für mich war es, mal abgesehen von dem schon sehr lange zurückliegenden Tod meiner Großmutter, das erste Mal, dass ich mit dem Tod eines mir nahestehenden Menschen konfrontiert wurde - bislang war dieser Kelch glücklicherweise an mir vorübergegangen. 
Die letzten Wochen ihres Lebens verbrachte meine Schwiegermutter in einem sehr schönen Hospiz, liebevoll umsorgt und gepflegt von den dortigen Schwestern & Pflegern. Bevor sie eines nachts friedlich einschlief, blühte sie dort noch einmal regelrecht auf, genoss die persönliche Ansprache und die hervorragende Versorgung und auch wir als Angehörige haben uns dort immer sehr wohl gefühlt, nicht zuletzt, weil wir sie dort so ausgesprochen gut aufgehoben wussten.

Als ich jetzt vor einigen Wochen die Diagnose Brustkrebs bekam, war das natürlich ein unglaublicher Schock und für mich zugleich das zweite Mal, dass ich so direkt mit dem Thema Tod konfrontiert wurde.
Die wenigen Worte, mit denen mir die Diagnose sinnigerweise noch am Telefon übermittelt wurde, haben mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Völlig unter Schock  versuchte ich in den nachfolgenden Tagen meine "Angelegenheiten" zu regeln und hatte eigentlich schon fast mit dem Leben abgeschlossen - dazu müsst Ihr wissen, dass ich ein ausgewiesener Pessimist mit durchaus hypochondrischen Zügen und einer schon immer sehr ausgeprägten Krebsangst bin, grundsätzlich vom Schlimmsten ausgehe und dazu leider noch über ein einigermaßen fundiertes medizinisches Grundwissen verfüge, das mir Negativbeispiele in den schillernsten Farben liefert.

Ich hab Glück gehabt, großes Glück, unglaublich großes Glück! Mein Tumor hat, wie ich ja seit letztem Diestag weiß, nicht gestreut und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich nach einer OP, Chemo und angeschlossener Hormon-behandlung wieder gesund sein.
Dieses Glück haben leider nicht alle Betroffenen, viele schaffen es nicht, erliegen ihrem Krebsleiden oder anderen schweren Krankheiten. Glücklich können die sein, die, wenn sie nicht zuhaus von ihren Angehörigen gepflegt werden können, einen Platz in einem schönen Hospiz bekommen und dort ihre letzten Wochen und Monate betreut und gepflegt werden.  

Hier in Hamburg gibt es ein besonders schönes und über die Grenzen Hamburgs hinaus bekanntes Hospiz, das Hamburg Leuchtfeuer
Es wurde 1994 gegründet und ist nicht mehr "nur" ausschließlich ein Hospiz, sondern dort werden auch HIV positive und an AIDS erkrankte Menschen betreut und unter Anderem geeigneter Wohnraum vermittelt, sowie mit dem 2007 eröffneten Lotsenhaus in Altona ein Haus für Trauer, Abschied und Gedenken geschaffen.
Hamburg Leuchtfeuer finanziert sich, wie viele Hospize zu einem Teil aus Spenden und hat zu diesem Zweck unter Anderem einen Benefizshop eingerichtet, indem man viele schöne Kleinigkeiten finden kann, besonders jetzt, da Weihnachten direkt vor der Tür steht.
Bei mir war der Weihnachtsmann ja schon ein wenig verfrüht, hat mir mit der Nachricht, dass mein Tumor heilbar ist natürlich das beste Geschenk von allen gemacht, als kleines Extra aber noch ein sehr schönes kleines Kochbuch da gelassen, das Hamburg Leuchtfeuer Kochbuch

Die Rezepte in diesem Kochbuch stammen allesamt von Ruprecht Schmidt, dem Koch des Hospizes und der Erlös kommt dem Hospiz zu Gute. 
Von der roten Linsensuppe über eine Vielzahl verschiedener Saucen, Klassikern wie Rinderrouladen, Coq au Vin oder das typisch norddeutsche Birnen, Bohnen und Speck, bis hin zu Malfatti, Limonenparfait, französischem Schokoladenkuchen und Antipasti finden sich viele Rezepte, die auch für noch ungeübte Hobbyköche leicht nachzukochen und sehr gut abwandel- und variierbar sind.

Zwischendrin beschreibt Ruprecht Schmidt einige Situationen aus seinem Alltag im Hospiz, die  sehr anschaulich deutlich machen, wie wichtig das Thema Essen auch oder besonders in den letzten Wochen und Monaten des Lebens ist. 

Ein wirklich schönes Buch, aus dem ich in Zukunft garantiert einige Rezepte nachkochen werde und das Beste ist, man tut auch noch was Gutes - das ideale Weihnachtsgeschenk also ;o)

Kommentare:

...Frau Kampi... hat gesagt…

Ich kann dir nur Mut machen!!! Brustkrebs ist eine Schockdiagnose, ja! Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Krebsmedizin heute so gut ist, dass man nicht mehr unweigelich an den Tod denkt, wenn man das Wort hört. Ich habe vor etwas mehr als zwei Jahren die Diagnose Gebärmutterhalskrebs bekommen und wurde Notfall mäßig sofort operiert. Ich hab auch das komplette Programm durchlaufen: OP, Chemo, Bestrahlung, Reha...
Und ich kann sagen, dass es mir heute wieder blendend geht!!! Nur meine Sicht auf das Leben hat sich ein wenig geändert. Aber zum positiven!!! Also Kopf hoch!!!!

Franzi hat gesagt…

Liebe Steph,

ich wünsche dir von ganzem, ganzem Herzen, dass das für dich alles gut abläuft!

Ich schicke dir ein Bündel Kraft und ein wenig Sonnenschein.

Du schaffst das, ich glaube ganz fest daran! :-)

Binele hat gesagt…

Ich bin ganz gerührt von deinem letzten Post. Die Worte, die du gefunden hast, haben mich tief bewegt. Ich wünsche dir von Herzen, dass die Gesundheit dein Leben bestimmen wird und du dem Brustkrebs den gar aus machen kannst. Von dem Hospiz habe ich vor nicht allzu langer Zeit eine Reportage im TV gesehen und war total beeindruckt. Der Koch hatte auch einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ich finde es wirklich faszinierend, welche Arbeit die Menschen in diesem Hospiz leisten und mit welch einer Leichtigkeit sie mit diesen Schicksalen umgehen. Ich wüsste nicht, ob ich das so könnte. Darum gehört den Mitarbeitern mein größter Respekt.

Liebe Grüße und vor allem gute Besserung!!!

Binele

Petra aka Cascabel hat gesagt…

Ich habe kürzlich ein Buch von Dörte Schnipper gelesen, in dem die Arbeit von Ruprecht Schmidt gewürdigt wird "Den Tagen mehr Leben geben". Danach bin ich überzeugt, dass man in diesem Hospiz wirklich gut aufgehoben ist.

Dir weiterhin alles Gute - und eine positive Einstellung!

Lillebi hat gesagt…

Liebe Steph, ich wünsche dir all die Kraft, die du brauchst um die bevorstehende Zeit gut zu meistern und weiterhin so optimistisch zu sein.

Viele liebe Grüße.

Bengelchen hat gesagt…

Liebe Steph!
Ich wünsch dir alles Gute und schick dir ganz viel Kraft!

Trolleira hat gesagt…

Liebe Steph, ich verfolge Deinen Blog seit einiger Zeit und Deine Rezepte sind einfach klasse! Ich hatte die gleiche Diagnose vor ziemlich genau 3 Jahren, bei mir war sie nicht ganz so toll. Was ich die Zeit über gelernt habe ist, das wichtigste ist positiv denken! Mein Arzt sagte damals zu mir: 80% der Heilung kommt aus Ihrem Kopf und den Rest machen wir! Und genau so wars. Jetzt ist es drei Jahre später und mir gehts gut! Im Internet findest Du einige gute, positive Beispiele, wenn Du magst, such unter Masca, Linker Mops, Alright Tit und schau mal bei mir vorbei! Kopf hoch, ich bin in Gedanken bei Dir, Du schaffst das!!

Manu hat gesagt…

Eine wirklich tolle Geschenkidee!!

Steph, ich wünsche Dir viel Kraft für die nächsten Zeit...

Ich drück Dich!

LG Manu

Christina hat gesagt…

Jetzt musste ich erstmal schlucken. Viele gute Wünsche, Steph, und eine riesen Portion Durchhaltevermögen!

ausrubyskueche hat gesagt…

Ich schick dir ganz viel Kraft und Mut! Du schaffst das! Liebe Grüße, Ruby

Karin hat gesagt…

eine wunderbare Geschenk Idee !
Deine offenen Worte haben mich sehr zum Nachdenken gebracht... ich wünsche Dir von ganzme herzen eine vollständige Genesung und ganz viel Kraft für die nächste Zeit.
Behalte Deine positive Einstellung, das trägt ganz viel zur Heilung bei

nata hat gesagt…

Liebe Steph,
diese Diagnose ist nicht leicht zu verkraften. Du hast sicherlich eine enorm schwere Zeit durchgemacht. Umso mehr muss die Aussicht auf Heilung erleichtern. Ich hoffe, Du kannst das positive Gefühl für Dich nutzen, um mit der daraus gewonnenen Energie wieder vollständig gesund zu werden.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und sende ganz liebe Grüße!

Llynnya O'Falcon hat gesagt…

Hallo!
Ich freue mich für Dich, dass Du jetzt eine trotz allem doch so positive Nachricht erhalten hast!
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen!
Du schaffst das!

Liebste Grüße,
Llynn

katerwolf hat gesagt…

hallo! trolleira hat mich bei dir vorbeigeschickt :lol: auf dein tolles blog, wie ich gerade gesehen habe.

und zu der leider nicht so tollen nachricht über deine diagnose. deshalb schau ich hier mal vorbei. meine diagnose war anfang januar 2010. nach einem anfänglich absoluten erdrutsch und dann wieder hoffnung nach der op, da der tumor nicht gestreut hatte, ging ich erstmal auf eine lange reise in der achterbahn. ganz vorne, nur knapp gesichert.

seitdem ist viel passiert. ich habe viel gekämpft. viel verändert. mich viel auseinandergesetzt. und weißt du was? es geht mir gar nicht mal schlecht. zum teil sogar richtig gut. was für ein reise!

ich möchte dir mut machen, die situation beim schopf zu packen und aktiv daran zu arbeiten und dir dein lebensglück zurückzuerobern. wenn du magst, schau mal bei mir vorbei. in meinem blog habe ich viel darüber geschrieben. vor allem unter der kategorie brustkrebs.mir hat es am anfang meiner diagnose sehr geholfen, kontakt zu frauen zu haben, die den weg schon ein stückchen gegangen sind, so zum beispiel trolleira oder masca, die ihre therapie in den nächsten tagen schon beenden wird.

alles liebe und fühl dich von mir feste umarmt, und wenn du hilfe brauchst: winkewinke, hier bin ich! katerwolf

Anonym hat gesagt…

Ich bin gerade kurz vorm Heulen... Erinnerungen zum einen, zum anderen aber dein Talent, Lebenssituationen so gut in Worte zu packen. Objektiv-analytisch und persönlich-emotional zugleich.
Dieser Stil - neben den Fotos und der Rezepteauswahl - hat deinen Blog zu einem meiner Lieblingsblogs gemacht!
Ich wünsche dir und deinen Lieben viel Kraft und Geduld!

Fritz hat gesagt…

Ich wünsche Dir alles Gute, viel Kraft und eine positive Einstellung!

Täglich Freude am Kochen hat gesagt…

Ich finde es sehr mutig über deine Krankheit zu schreiben. Aber wahrscheinlich ist es das Beste. Jeder von uns hat seine eigene Erfahrung mit einer schlimmen Krankheit gemacht. Es macht einem immer wieder bewußt was eigendlich zählt in unserem Leben. Sicher ist, dass Gesundheit, Genesung usw. ein wichtiges Gut ist, das man gar nicht genug schätzen kann.

Andreas hat gesagt…

Liebe Steph,

ich drücke dir fest beide Daumen und hoffe, dass du die bevorstehende schwere Zeit gut überstehst. Außerdem möchte ich dir danken, dass du das Projekt Leuchtfeuer vorgestellt hast, denn das Hospiz kann jede Unterstützung brauchen... ich habe es auch vor kurzem vorgestellt.

Hesting hat gesagt…

Ich drücke die Daumen, daß alles gutgeht und Du wieder vollständig gesund wirst.
Habe gerade durch Zufall mal wieder den Bericht über Ruprecht Schmidts Tätigkeit im "Leuchtfeuer" in der (noch) aktuellen Effilee gelesen.

Steph hat gesagt…

Eigentlich wollte ich das Thema Brustkrebs gar nicht so genau thematisieren, als ich aber an diesem Artikel saß, bzw. mir Gedanken um die Buchvorstellung machte, schien mir das auf einmal sehr passend und irgendwie richtig.
Ich möchte die Krankheit nicht tabuisieren, dadurch bekommt sie eine Kraft, die ich ihr gar nicht einräumen möchte.
Mittlerweile bin ich eigentlich sehr guten Mutes - medizinisch könnte ich wahrscheinlich nicht besser versorgt werden, als es hier der Fall ist und mein "Mitesser" unterstützt mich, wo er nur kann. Dazu kommt, dass die Aussichten sehr gut sind und meine Ärztin gar keine Zweifel hat, dass ich wieder gesund werde. Natürlich wird es trotzdem hart und ich werde sicher noch manches Tief haben, trotzdem bin ich mir ganz sicher, dass ich es schaffe!

An dieser Stelle nochmal vielen, vielen Dank für die vielen Kommentare und Mails, Eure Anteilnahme gibt mir wirklich sehr viel Kraft und macht mir noch mehr Mut!

Kate hat gesagt…

Auch von einer stillen Mitleserin alle guten Wünsche und ganz viel Kraft...
wünscht Dir
Kate

Anonym hat gesagt…

Hallo Steph,

ich bin jetzt etwas "konfus" im Kopf, weil Du über etwas geschrieben hast, was man allzu gerne verdrängt, so lange es irgendwie geht.
Daher wünsche ich Dir alle Kraft die Du benötigst (hinter jedem Tal kommt ein Berg)! Es freut mich, dass Du Dich gut aufgehoben fühlst bei Ärztin und Mitesser und ich wünsche Dir, dass Du die Freude und den Spaß am guten Essen und Kochen nie verlieren wirst, denn ein gutes Essen kann einen (zwar leider nicht gesund, aber) glücklich machen.
Herzliche Grüße
Friederike

Kathi hat gesagt…

Liebe Steph,
ich wünsche dir alles Gute für die kommende Zeit - wie gut zu hören, dass alle Zeichen auf "positiv" stehen.
Mit deiner Einstellung schaffst du das alles, das ist ein ganz wichtiger Punkt, behalt ihn dir! Viel Kraft und Zuversicht, Kathi.

zorra hat gesagt…

Liebe Steph, mir fehlen die richtigen Worte. Ich möchte dich einfach nur drücken und freue mich RIESIG mit dir über die guten Nachrichten.

Kaoskoch hat gesagt…

Wie schön, Dich wieder zu lesen!

Ich wünsche Dir viel Kraft, positive Gedanken und liebe Menschen (und Katzen ;o)), die Dich begleiten.

Anonym hat gesagt…

Alles, alles Gute für Dich!!

daniela hat gesagt…

Wenn ich so etwas höre, dann frag ich mich immer wieder, wie ich wohl auf so eine Nachricht reagieren würde. Und obwohl ich eigentlich ein sehr, sehr optimistisch veranlagter Mensch bin, kommen mir arge Zweifel, ob ich so toll damit umgehen könnte, wie ich das Gefühl habe, das du es tust. Deine Offenheit zu diesem Thema rührt mich und ich bin ganz sicher, dass es einem auf dem Weg der Genesung hilft. Viel Kraft wünsch ich dir!

 

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